Donnerstag, 31. Dezember 2015

[Rückblick] GOODBYE 2015

Was für ein Jahr!
2015, das Jahr, in dem ich vollends wieder das Bloggen und somit auch amoureux des livres aufnahm. Der Blog war und wird immer mein Baby sein, und ich werde so bald bestimmt nicht damit aufhören. (Ich meine, er existiert jetzt schon seit über drei Jahren! Drei Jahre!)
Wahrscheinlich seid ihr schon ganz genervt von den Jahresrückblicken, aber mir kribbelt es immer in den Fingern und es macht mir richtig Spaß, einen Blick auf die letzten paar (Lese)Monate zu werfen. Deshalb saß ich seit heute Morgen an den Vorbereitungen für diesen Post - ich hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen! Lasst mir ruhig euer Lesejahr 2015 in den Kommentaren! :)

Mein Ziel für 2015? 50 Bücher lesen, darunter die 11 Bücher der "Schwert der Wahrheit"-Reihe von Terry Goodkind.
Um es vorweg zu nehmen: ich habe 9 von 11 Büchern gelesen (das sind zähe, endlos erscheinende Brocken... glaubt mir), doch heute Nachmittag, vor ungefähr zwei Stunden, habe ich tatsächlich Buch Nummer 50 vollendet! :D Ich glaube, so knapp war's noch nie. Aber geschafft ist geschafft!
Ich habe im Jahr 2015 also 50 Bücher gelesen, darunter ganze 20 englische (und zwei französische, um genau zu sein), auf die ich besonders stolz bin. Das kann ruhig so weiter gehen!
Insgesamt waren das 25417 Seiten, das macht im Durchschnitt 508,34 Seiten pro Buch - was vermutlich auch erklärt, warum diese 50 Schmöker eine Punktlandung waren :D Das längste Buch dabei war Die Schwestern des Lichts von Terry Goodkind mit 1316 Seiten. Meine durchschnittliche Bewertung war 4,0 (obwohl ich rückblickend ein paar schlechter bewertet hätte ;)).
Wenn ihr Details wollt, könnt ihr gerne meine Goodreads-Challenge ansehen.
Ich bin also, um es auf den Punkt zu bringen, sehr zufrieden.

Fangen wir zuerst mit meinem "Augenschmaus" 2015, also dem Buch mit dem schönsten Cover, an.
Dabei konnte ich mich gar nicht erst auf ein Buch festlegen - daher gibt's jetzt zwei für euch.
Das schöne, weiße Cover und generell die minimalistische Aufmachung von Speechless hat mich beeindruckt, und mich dazu gebracht, einen zweiten Blick auf das Buch zu werfen.
The Martian hingegen war ein reiner Coverkauf. Ich meine, das Buch wollte ich sowieso lesen, aber ich wollte UNBEDINGT diese Ausgabe. Ich kann mir nicht genau erklären, warum, aber ich finde sie einfach unglaublich schön!
Und wisst ihr, was das Beste ist? Beide Bücher sind lesenswert. Also stimmen sowohl die inneren als auch die äußeren Werte. :D

"Wortkünstler" 2015 ist ein Buch, das mich dieses Jahr mit seiner besonders schönen bzw. außergewöhnlichen Sprache begeistert hat. In diesem Fall ist das We Were Liars (obwohl Dreams of Gods and Monsters auch ein heißer Favorit war.)
We Were Liars beeindruckt nicht mit Schachtelsätzen, sondern kurzen, prägnanten Wortaneinanderreihungen, die sich ins Herz schleichen und nicht mehr loslassen. 
Auch wenn das Buch mich im Großen und Ganzen nicht umgehauen hat, so ist doch die besondere Sprache etwas, das mir sehr gut in Erinnerung geblieben ist.
Für all die Wortliebhaber unter euch also eine Empfehlung!


Über die folgenden Bücher habe ich bereits sehr, sehr oft gesprochen, und da es in der Reihe noch drei weitere Bände gibt/geben wird, werde ich noch einige weitere Male darüber sprechen. Ich hoffe, ihr könnt es noch hören.
Natürlich geht es um die Throne of Glass Bücher, die, um ehrlich zu sein, genauso gut zu meinen Lieblingen, zu den Wortkünstlern und zu den wunderschönen Covern gezählt werden können - aber wir wollen es ja mal nicht übertreiben.
Besonders beeindruckend finde ich aber immer noch die Charaktere - jeder einzelne von ihnen ganz besonders facettenreich, menschlich, so komplex geschaffen. Und wie sich meine Babys erst entwickeln!
Bevor es noch subjektiver wird: Sarah J. Maas, Sie sind einfach ein Genie!

Ich habe ganz schön lange nach einem Begriff für mein Anti-Lieblingsbuch gesucht und bin schließlich auf "Desaster" gestoßen - und ich meine das keinenfalls so krass, wie es sich erst einmal anhört. Ich meine damit schlichtweg ein Buch, das auf einer gewissen Ebene für mich (!) nicht funktioniert hat. Zu meiner Überraschung hatte ich dieses Jahr aber kein Buch, das richtig schlecht für mich war, sondern eher ein paar drei-Sterne-Bewertungen (und eine zwei-Sterne-Bewertung für Homo Faber, ups). 
Ein Buch, das mir aber noch besonders in Erinnerung geblieben ist, ist Hellhole. Die Gründe dafür sind einfach recht simpel: es besitzt zwar eine schöne Grundidee, doch die Ausarbeitung ist einfach unglaublich chaotisch! 
Bei dem Buch habe ich mich von Seite zu Seite geschleppt, und das ist wirklich etwas, was ich überhaupt nicht leiden kann. Deshalb gehört Hellhole dieses Jahr zu meinen "Desastern".


Wer die Rezension letzte Woche gelesen hat, der hat es vielleicht bereits geahnt. Zwei Wochen vor Jahresende habe ich ein Buch gelesen, das mich komplett umgehauen hat, das selbst die Throne of Glass-Bücher von ihrem Glasthron gestoßen hat.
Carry On von der lieben Rainbow Rowell hat mich einfach von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt.
Die Geschichte von Simon und Baz ist lustig, abenteuerlich, romantisch und macht einfach... Spaß. So viel Spaß, dass ich gar nicht wollte, dass es zu einem Ende kommt, dass ich am liebsten noch zehn Bücher von den beiden lesen würde.
Ein grandioses Werk, wenn man mich fragt - und mein absolutes Highlight 2015!



Da wir in wenigen Stunden das Jahr 2016 einläuten, will ich euch natürlich auch meine neuen Ziele nicht vorenthalten - die allerdings, um ehrlich zu sein, relativ simpel gehalten sind.
In 2016 möchte ich zuallererst die "Das Schwert der Wahrheit"-Reihe beenden (endlich!) und allgemein wieder 50 Bücher lesen, gerne auch zahlreiche im Original, weil Englisch einfach eine unglaublich schöne Sprache für mich ist.

Damit wüsche ich euch allen einen guten Rutsch in das nächste Jahr und eine Menge gute Bücher!
Und, bevor ich es vergesse - herzlichen Dank für all die Kommentare, Likes und Follows, die ihr dem Blog geschenkt habt; ich habe mich über jedes einzelne gefreut!

Mittwoch, 23. Dezember 2015

[Rezension] Carry On - Rainbow Rowell

Inhalt
Eigentlich sollte sich Simon Snow freuen, dass sein Erzfeind Baz verschwunden ist. Stattdessen aber ist er beunruhigt, und sucht nach jeder Ecke nach ihm. Außerdem hat er einige andere Probleme - unter anderem soll er die Welt retten. Da ist ja die Tatsache, dass seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat, fast nebensächlich. Und so beginnt sein Abenteuer - sein letztes an der Watford School of Magicks.

Meine Meinung
Carry On ist ein Buch, auf das ich sehr lange gewartet habe - und eines, an das ich sehr hohe Erwartungen hatte. Umso größer war die Freude, als ich es endlich in den Händen hielt. Kaum, dass ich es aufgeschlagen hatte, konnte ich mich nicht mehr davon lösen. Man wird regelrecht in Simons Geschichte reingezogen, in seine Welt der Magie.
Carry On ist ja nicht nur eine Geschichte über Zauberer und Magie, sondern auch ein kleines... "Spin-Off" aus Fangirl von Rainbow Rowell. Wie die Autorin selbst im Anhang von Carry On vermerkt, haben sie die Charaktere der Fanfiction aus Fangirl nicht mehr losgelassen, und so nahm sie Simons und Baz' Geschichte selbst in die Hand. Auch handelt es sich bei Carry On nicht, wie von vielen befürchtet wurde, um eine Kopie von Harry Potter. Simon und Baz sind nicht Harry und Draco, die sich plötzlich voneinander angezogen fühlen, und die Magierschule ist gewiss nicht Hogwarts.
Es ist so viel mehr als das.
Rainbow Rowell hat eine Welt geschaffen, bei der es mich innerhalb der ersten hundert Seiten (von über fünfhundert!) schmerzte, dass ich sie nach diesem Buch wieder würde gehen lassen müssen. Simon Snow ist zwar der mächtigste Magier seit Urzeiten, doch er ist gar nicht so begabt, wie alle glauben - er kämpft damit, Zaubersprüche richtig zu wirken und vor allem seine Magie unter Kontrolle zu kriegen. Nebenher muss er noch gegen seinen Erzfeind Baz kämpfen, mit dem er außerdem ein Zimmer teilt. Selbst die Idee für die Zaubersprüche, die Rainbow Rowell hatte, ist fantastisch (die werde ich an der Stelle aber nicht verraten - lest selbst!). 
Und die Charaktere erst. Ich habe Baz schon gemocht, bevor er überhaupt erst aufgetaucht ist. Die Spannung, die zwischen ihm und Simon ist, ist förmlich greifbar, und Rainbow Rowell ist eine Meisterin darin, die Charaktere zu lebendigen, agierenden Personen zu machen, mit denen man lacht (oft!) und weint (oh ja!). Dabei bedient sie sich nicht nur einer leichten, gut zu verstehenden Sprache, sondern schlüpft auch regelmäßig in unterschiedliche Sichtweisen, die das ganze Buch aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und es noch spannender machen. 
Ich brauchte seit Monaten verdächtig lange für ein Buch - Carry On hatte ich innerhalb von drei Tagen durch. Ich konnte es nicht weglegen. Wenn ich es doch tat/tun musste, dann gingen mir die Charaktere weiterhin im Kopf herum. Auch wenn die Geschichte stellenweise vorhersehbar ist, so hat man dennoch so viel Vergnügen an dem Buch, dass es gar nichts ausmacht. Stattdessen kann man kaum den ersten Kuss von Simon und Baz abwarten, und als es dann passiert, gibt man irgendwelche Quietsche-Laute von sich (oder mach das nur ich?). Das Buch ist eine Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang, aus Sarkasmus und Ernst, aus Ruhe und Spannung, aus Liebe und Wut. Es ist eine Achterbahn der Gefühle, und als ich die letzte Seite umblätterte, wollte ich am liebsten noch einmal von vorne anfangen. Ich war gar nicht bereit, Simon und Baz, Penelope und Agatha und all die anderen gehen zu lassen.
Vermutlich werde ich einfach sämtliche naive Hoffnungen in mir sammeln und hoffen, dass es eines Tages eine Fortsetzung geben wird.
(Und wo ich das alles gerade noch mal so lese, ärgere ich mich, dass es mir nicht besser gelungen ist, meine Begeisterung in Worte zu packen. Lest das Buch einfach!)

Fazit
Carry On hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Rainbow Rowell zeigt wieder einmal, dass sie es einfach KANN, und die 500 Seiten fliegen nahezu an einem vorbei. Mein Jahreshighlight!

+ noch 10000 Herzen mehr

Titel: Carry On
Hardcover: 528 Seiten
Verlag: St. Martin's Griffin
Reihe: -
Preis: ca. 15€
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Donnerstag, 17. Dezember 2015

[Rezension] The Martian - Andy Weir

Inhalt
Auch wenn ihr vermutlich alle mehr oder weniger gut den Inhalt kennt, noch einmal die Kurzfassung: Mark Watney wird aufgrund eines Unfalls auf dem Mars zurückgelassen, während seine Crew ihn für tot glaubt. Tag für Tag begegnet er neuen Hindernissen, und ein Kampf ums Überleben beginnt.

Meine Meinung
Normalerweise bin ich ja der Typ Mensch, der erst das Buch liest und dann den Film schaut. Wenn man allerdings etwas zu spät dran ist und den Film noch sehen will, bevor er nicht mehr läuft, dann geh ich auch gern mal zuerst in den Film. ;) Ihr erahnt es schon, bei The Martian war das der Fall, deshalb werde ich nach Möglichkeit auch den Film hier miteinbeziehen.
Nun aber erst einmal zum Buch. Da ich ja den Film vorher sah, wusste ich schon größtenteils, was mich erwarten würde, dennoch war das Buch nicht minder interessant. Die Geschichte steigt mitten im Geschehen ein, wo Watney bereits verletzt ist und sich erst einmal eine Antenne aus dem Körper ziehen muss. Ab da beginnen seine Log-Einträge, die er schreibt, damit sie im besten Fall der Nachwelt dienen können, und sein Kampf um das Überleben.
Andy Weir nutzt dabei eine sehr leichte, oft flapsige Sprache, sodass man als Leser das Gefühl bekommt, Watney würde als Freund zu einem sprechen. Dabei spart er nicht an Flüchen, aber auch gewiss nicht an Witz. Mark Watney ist der Typ Mensch, der dem Tod ins Gesicht blicken und trotzdem noch einen Spruch reißen kann. Damit ist das Buch längst nicht so düster, wie es sein könnte, sondern bringt einen immer mal wieder zum Schmunzeln/Lachen.
Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass es hier auch um viel Chemie geht, Watney regelmäßig mit irgendwelchen Kohlenstoffdioxid- und Sauerstoff-Werten jongliert und weiß Gott mit was sonst noch. Hier wird wert darauf gelegt, dass es möglichst verständlich erklärt wird, dennoch waren die Erklärungen harter Tobak für mich - an der Stelle sei zu erwähnen, dass ich Genie das Buch auf Englisch lesen musste/wollte und ich darüber hinaus Chemie abgewählt habe, weil ich mit dem Fach so ziemlich gar nichts am Hut hatte. Ich gebe also ganz offen zu: viel kapiert hab ich von dem Kram nichts, dennoch konnte ich die Vorgänge zumindest grob nachvollziehen und das hat die Story nicht sonderlich getrübt. (Ich meine, ist ja auch meine Schuld - ausnahmsweise hätte ich mal zu der Übersetzung greifen sollen.)
Was mir ebenfalls sehr gut an dem Buch gefallen, war die Leichtigkeit, mit der Weir zwischen den Charaktern hin- und her springt. Schließlich geht es nicht nur um Watney selbst, sondern auch um die Leute von der NASA, die versuchen, sein Leben zu retten, und seine Crew, die erst einmal mächtige Schuldgefühle hat. Manchmal beschreibt er Watneys Erlebnisse sogar aus der dritten Person statt durch den Ich-Erzähler. Diese Abwechslungen machen das Buch noch einmal interessanter, spannender, wenn man sieht, wie viele Personen an einem Ereignis beteiligt sind bzw. wie diese das aufnehmen. Weir hält sich nicht mit langen Beschreibungen auf, sondern schreibt lieber kürzere Szenen und erzeugt somit mehr spannend.
So, und abschließend noch einmal einen Schwenk zum Film. Da es schon über einen Monat her ist, seitdem ich ihn gesehen habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich noch alles so detailgetreu auf die Reihe kriege, also verzeiht mir bei Ungereimheiten. Generell fand ich den Film sehr gelungen, mit faszinierenden Bildern und einer guten Aufmachung. Soweit ich das beurteilen kann, sind sie dem Buch SEHR treu geblieben, lediglich kleinere Szenen fehlen und meines Erachtens wurde am Ende des Filmes noch eine Szene drangehängt. Der Marsianer: Rettet Mark Watney ist also eine sehr gelungene Adaption, durchaus sehenswert! Genauso, wie es sich lohnt, das Buch in die Hand zu nehmen! :)

Fazit
The Martian ist quasi Science Fiction für Einsteiger. Mit Witz und einer faszinierenden Leichtigkeit fasst Andy Weir den Überlebenswillen seines Protagonisten in Worte. Lesenswert!


Titel: The Martian
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Random House
Reihe: -
Preis: ca. 10€

Sonntag, 6. Dezember 2015

[Rezension] Die Königin der Schatten - Erika Johansen

Inhalt
An ihrem 19. Geburtstag soll Kelsea Glynn ihr Erbe antreten - als Königin von Tearling. Bisher hatte sie ein behütetes Leben fernab geführt, wurde aufgezogen von Pflegeeltern. Jetzt wird sie in eine Welt voller Korruption gerissen, ungewiss, ob sie den nächsten Tag noch erleben wird. Doch Kelsea lässt sich davon nicht beirren - und setzt alles daran, ihr Volk für sich zu gewinnen.

Meine Meinung
Was für ein interessantes Buch! Ich habe schon lange nicht mehr von so einem vagen, gleichzeitig unglaublich interessanten Weltenentwurf gelesen. Beim Betreten von Kelseas Welt, die sehr mittelalterlich angehaucht ist, befinden wir uns nicht in der Vergangenheit, sondern mehr in einer Art Zukunftsvision (zumindest, wenn man die Anzeichen im Buch richtig deutet): Bücher sind etwas Wertvolles, denn eine Druckerpresse gibt es nicht mehr. Es werden Pakte geschlossen, um Königreiche davon abzuhalten, sich gegenseitig abzuschlachten. Ich war regelrecht fasziniert von Tearling und seiner Umgebung und hoffe inständig, dass wir noch mehr Informationen darüber bekommen.
Nun zu Kelsea, eine sehr ungewöhnliche Protagonistin. Kelsea ist nicht das hübsche, schlanke und erfolgreiche Mädchen, dem wir regelmäßig bei anderen Romanen begegnen, sie wird sogleich in den ersten Seiten als überaus durchschnittlich und unaufällig beschrieben. Es gibt sogar eine Stelle, in der ihr subtil vermittelt wird, dass sie etwas... sportlicher werden sollte. Auch vom Charakter her zeigt Kelsea ihre Eigenheiten - ist sie anfangs noch etwas widerwillig, ihr Amt anzutreten, und unsicher, ob sie es schaffen wird, zeigt sie schon ziemlich bald einen unglaublich starken Willen und ein kräftiges Rückgrat. Kelsea macht eine unglaubliche Wandlung durch, auch wenn sie nicht gleich erwachsen wird und sicher nicht fehlerfrei handelt; Johansen hat hier eine Protagonistin geschaffen, die man nicht unbedingt mögen muss, aber definitiv schätzen lernt.
Auch die anderen Personen, wenn auch die meist nur grob skizziert sind, haben ihren Reiz. Besonders interessant sind hier Kelseas Onkel, der alles andere als interessiert daran ist, dass seine Nichte auf dem Thron sitzt, und die Rote Königin zu nennen. Beides sind Charaktere, die nicht unbedingt liebenswert, aber durch ihre Verdorbenheit unglaublich spannend sind. Die Rote Königin, die zumindest anfangs als Antagonistin herausgestellt wird, ist gar nicht so böse, wie man zuerst annimmt - in den paar Szenen, die aus ihrer Perspektive geschrieben sind, wirkt sie eher wie eine Frau, die kurz vor dem persönlichen Untergang steht. Ich habe selten so einen gut gestalteten Gegenspieler in einem Buch gefunden, und ich bin beeindruckt!
Man muss allerdings einwenden, dass Die Königin der Schatten ein langsames, gemächliches Buch ist. Es ist nicht langweilig - aber wer kontinuierlich Spannung und Action sucht, ist hier vermutlich am falschen Platz. Trotzdem fesselt die Storyline so sehr, dass man wissen möchte, wie es weitergeht, welcher Konflikt sich herausbildet. (Ein paar Seiten weniger hätten vielleicht trotzdem nicht geschadet.)
Was mich auch noch etwas gestört hat, war der Stil der Autorin. Er ist simpel und flüssig zu lesen, doch gleichzeitig etwas umgangssprachlich und distanziert. Ich meine damit, dass ich oft Dialoge als viel zu steif/unangemessen empfand, besonders, wenn Kelsea und ihre Gardisten miteinander sprachen. Es wirkte, als wäre Johansen kläglich daran gescheitert, eine mittelalterliche Sprechweise nachzuahmen - natürlich kann ich hier auch falsch liegen und das war niemals die Absicht der Autorin. Trotzdem hätte ich mir eine andere Umgangsweise gewünscht.
Außerdem fühlte es sich oft so an, als würde man das Geschehen nur distanziert betrachten, und ich hatte meine Schwierigkeiten, mit den Charakteren mitzufühlen - die ja ohnehin noch ein wenig Ausbaupotential besitzen. ;) Was das anbetrifft, bin ich definitiv auf die Folgebände gespannt - denn Die Königin der Schatten hat auf jeden Fall einen guten Gesamteindruck hinterlassen.

Fazit
Mit Die Königin der Schatten hat Erika Johansen einen nicht makellosen, aber dennoch guten ersten Band geschaffen. Besonders die Welt, in der Kelsea lebt, und die Zwielichtigkeit einiger Charaktere faszinieren. Auf jeden Fall ein Buch, bei dem ich zum Folgeband greifen werde!


Vielen Dank an Heyne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Die Königin der Schatten
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Heyne
Reihe: 1/3
Preis: 14,99€
Kaufen?

Sonntag, 15. November 2015

[Neuzugänge] Geburtstagseskalation

Ich glaube, ich habe noch nie so viele Bücher auf einen Schlag bekommen. 


Am Freitag war mein Geburtstag, und dieses Jahr ist er sehr... bücherlastig ausgefallen :D Aus diesem Anlass dachte ich mir, ich könnte ja mal wieder einen Neuzugangspost machen, vielleicht habt ihr ja Lust, weiter zu lesen! :)
Wie man unschwer erkennen kann, bin ich dezent Game of Thrones addicted - nicht nur Westeros ist dabei, sondern auch Staffel 3 (die schönste Überraschung von zwei lieben Freundinnen <3) und eine Winter is Coming Tasse, die ich schon ewig lang angeschmachtet habe :D 
Jetzt aber zu den Büchern.

Den Anfang macht Westeros, das ist quasi ein großer Bild-/Hintergrundsband zu den Büchern, und wenn ich groß sage, dann meine ich riesig. Das Ding ist ein Koloss, nicht nur preislich, aber ich bin jetzt schon ganz verliebt, und das, obwohl ich mich noch in der Phase des Bildchens-Guckens befinde. (Außerdem ist der Preis meiner Meinung nach völlig gerechtfertig, insbesondere in Anbetracht dessen, was man dafür kriegt!)
Mit Westeros habe ich ebenfalls eine ganz schöne Weile geliebäugelt, besonders nach Bous Rezension, und ich konnte einfach nicht länger widerstehen :D Ich bin verliiiebt! 
Weiter geht es mit Magisterium: The Copper Gauntlet, der zweite Band in der Serie rund um Callum und seine Freunde. Hier ist meine Rezension zum ersten Band, daher war es keine Frage, dass ich den Nachfolger ebenfalls haben wollte/musste.
Was ich allerdings sehr schade finde, ist, dass sich die Taschenbuchausgabe des zweiten Bands so drastisch von der des ersten unterscheidet bzw. diese nachträglich geändert (?) wurden. Das sieht unglaublich unschön im Regal aus, da es ein gewaltiger Größen- und Farbenunterschied ist, aber ich wollte nicht extra aufs Hardcover umsteigen (ich bin bei englischen Büchern nicht so der Hardcover-Fan). Schade, aber ich freu mich trotzdem aufs Lesen!
Hier findet ihr mehr Informationen.




Der Dritte im Bunde ist Dorian Gray, genauer gesagt The Picture of Dorian Gray. Das war mehr eine Spontanentscheidung als alles andere. Kennt ihr das, wenn ihr von einem Buch erfahrt und plötzlich den unstillbaren Drang fühlt, es besitzen zu müssen? :D Blöde Konsumsucht. So ging es mir jedenfalls mit diesem Klassiker, denn ich bin immer auf der Suche nach Literaturschätzen, mit denen ich auch etwas anfangen kann... (Momentane Schullektüre? Dantons Tod. Eher meiner.)  Ich bin daher sehr gespannt, ob bzw. wie gut ich mit diesem Schätzchen klarkomme.
Besonders erschlagen war ich übrigens von der Masse an Ausgaben :D Ich habe mich letztendlich für die Ausgabe von Penguin Books entschieden, weil sie viele einheitliche Klassiker haben. Spätestens, als ich das Buch auspackte, war ich ein wenig verliebt.
Hier gibt's Details.


Na, wer verdreht gerade die Augen? :D Ja, auch ich habe beschlossen, dass es an der Zeit ist, mir meine eigene Meinung über The Martian von Andy Weir zu bilden. Das Buch soll ja selbst für Science-Fiction-Anfänger interessant sein, außerdem finde ich das Cover uuunglaublich gut. 
In dem Film war ich übrigens vorgestern; er hat mir gut gefallen! Trotz Überlänge gab es keine langweiligen Stellen und ich war die ganze Zeit über gefesselt - allein das ist eine Kunst. Meine Mutter war sogar komplett begeistert. Wer noch zögert - versucht's aus!
Normalerweise bevorzuge ich, das Buch zuerst zu lesen, aber das hätte ich zeitlich niemals geschafft. Ich ertrinke ja geradezu in Büchern. :D Und habe viel zu wenig Zeit.



Nummer 5 ist gar kein Geburtstagsgeschenk, sondern ein Rezensionsexemplar, über das ich mich sehr gefreut habe. Und zwar spreche ich von Königin der Schatten von Erika Johansen.
Ich werde ausnahmsweise auf ein Zitat zurückgreifen: "Als Kelsea Glynn an ihrem neunzehnten Geburtstag den Thron des magischen Königreiches Tearling besteigt, tritt sie ein schweres Erbe an: Die mächtige Herrscherin des Nachbarlandes Mortmesne bedroht Tearling, das eigene Volk begegnet ihr mit Misstrauen, und an ihrem Hof findet sie einen Sumpf von Machtgier, Lügen und Intrigen vor. Kelsea weiß, sie darf sich keinen einzigen Fehler erlauben, wenn sie überleben will. Sie wird all ihren Mut, ihre Klugheit und Stärke brauchen, um eine wahre Königin zu werden – die legendäre Königin von Tearling . . ." (Quelle)
Na, wenn sich das nicht gut anhört, dann weiß ich auch nicht :D Für mehr Infos hier klicken.

Und last but not least... ein langersehntes Schätzchen. Carry On von Rainbow Rowell. In dem Moment, als ich erfuhr, dass es eine Auskopplung von Fangirl geben würde (was jetzt schon zahlreiche Monate her ist), wusste ich, dass ich es unbedingt haben müsste.
Ich konnte ja nicht ahnen, dass meine Freundin dieselbe Idee haben würde - deshalb habe ich aktuell zwei Exemplare von Carry On bei mir zu Hause, aber sie kriegt eins davon zu Weihnachten. Sagte ich bereits, dass meine Freunde mich viel zu gut kennen?
Carry On ist quasi eine Geschichte in der Geschichte. In Fangirl hat die Protagonistin Fanfiction geschrieben, und aus dieser Fanfiction hat die Autorin jetzt eine eingeständige Geschichte gemacht, auf die ich mich unglaublich freue!



Okay, dieser Post hat bestimmt einen Rekord aufgestellt. Wer bis hierher gelesen hat, kann stolz auf sich sein. Jetzt bin ich aber auf eure Meinung gespannt - kennt ihr eines der Bücher, oder stehen ein paar davon ebenfalls auf eurer Wunschliste?
Habt einen schönen Sonntag! :)

Donnerstag, 5. November 2015

[Rezension] Heir of Fire - Sarah J. Maas

Achtung! Da es sich hierbei um den dritten Band einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!

Inhalt
Im Auftrag des Königs, allerdings durch Zutun Chaols, wird Celaena nach Wendlyn geschickt, wo sie die Mitglieder der Königsfamilie töten soll. Natürlich hatte sie nie den Plan, das zu tun - denn in Wendlyn wartet etwas ganz anderes auf sie: ihre Vergangenheit. Sie wird zur Maeve, die Königin der Fae, gebracht, von der sie sich Antworten über die Wyrdkeys erhofft. Doch bevor sie diese erhält, soll sie lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren. Dafür erhält sie Unterstützung von Rowan, einem treuen Untertant Maeves. Und ihr neues Abenteuer nimmt seinen Lauf...
Derweil stürzen sich Chaol und Dorian in ein eigenes, ganz anderartiges Chaos. Auch wird erstmalig von Manon Blackbeak erzählt - einer Hexe, von dem König rekrutiert, um auf Wyvern eine Armee aufzustellen...

Meine Meinung
Kennt ihr das, wenn ihr, umso länger ihr über eine bestimmte Sache nachdenkt, euch immer mehr rein steigert? Ich glaube, so ging es mir bei der Throne of Glass Reihe. War ich beim ersten Teil noch nicht zu hundert Prozent überzeugt, so klang meine Rezension bei Crown of Midnight schon wesentlich überschwänglicher. Spätestens bei dem Prequel zu der Reihe war ich zu einem richtigen Fangirl geworden, und so war meine Vorfreude auf Heir of Fire immens.
So immens, dass ich mich zu Anfang des Buches fragte, ob ich nicht zu hohe Erwartungen gehabt hatte. Denn in Heir of Fire geht es nicht nur um Celaena. Sarah J. Maas hat das Buch aus einer Menge Perspektiven verfasst, sei es aus Aedions (Celaenas - oder, besser gesagt, Aelins - Cousin), Chaols, Dorians oder auch von Manons. Und uff. Das hat mir einen ziemlichen Dämpfer verpasst - da ich bevorzugt aus Celaenas Perspektive lese, und vor allem mit Chaol mehr auf Kriegsfuß als alle andere stehe (berechtigt, wie sich meiner Meinung nach in Heir of Fire zeigt). Auch Manons Sicht nahm erst langsam an Fahrt auf, es war alles ziemlich verwirrend, wenn auch nicht uninteressant, mehr über die zahlreichen Hexenclans zu erfahren. Zu Dorian kann ich nur sagen: ich bin begeistert, was für ein starker Charakter aus ihm geworden ist. Auch wenn ich nicht hinter allen seiner Taten und Entscheidungen stehe, so hat es mich sehr beeindruckt, wie er seinem Vater die Stirn bieten will.
Was mich aber auf voller Linie überzeugt hat (natürlich), war Celaenas Sichtweise. Ihr müsst wissen, ich habe lange darüber nachgedacht, was die Throne of Glass Bücher so gut macht. Die Antwort ist letzten Endes eine recht simpel: sie sind absolut undurchschaubar.
Nein, sie sind noch viel mehr als das - die Bücher, die ganze Reihe, nimmt eine Wendung, die ich beim ersten Band niemals auch nur hätte erahnen können. Es ist genial. So wird man gerne überrascht - selbst nachdem ich den dritten Band gelesen habe, also quasi die Hälfte der Reihe, habe ich immer noch keine Ahnung, wo Celaenas/Aelins Reise enden wird.
Also, zurück zu ihrer Perspektive. Wenn man etwas in der Fanszene unterwegs ist, dann merkt man ziemlich schnell, dass besonders Rowan ein... nun ja, sehr beliebter Charakter ist. Ich konnte von daher kaum abwarten, ihn endlich zu treffen - und so viel sei gesagt: ich wurde nicht enttäuscht. Sarah J. Maas beweist abermals, dass sie unglaublich vielschichtige Charaktere schaffen kann. Rowan ist ein Mann (genauer gesagt: ein(e?) Fae), der seine Narben nicht nur innerlich, sondern äußerlich trägt, der verschlossen ist und seine Verbitterung dazu nutzt, anderen wehzutun. In Celeanas Gegenwart, die ähnlich verstört und verbittert ist zwecks all der Dinge, die sie durchmachen musste, kriegt seine Schale einen ersten Knacks...
Was die Action anbetrifft, ist Heir of Fire nicht ganz so hektisch wie die ersten zwei Bände. Es werden ja schließlich nicht nur einige neue Charaktere, sondern weitere wichtige Dinge eingeführt, das braucht eben seine Zeit - Langeweile kommt deswegen noch lange nicht auf (außer bei Manon vielleicht... na ja, mit der muss ich vermutlich einfach noch warm werden). Besonders zum Ende hin steigt die Spannung gewaltig, und das Buch endet nahezu explosiv, wenn auch wieder in Ungewissheit, wie es weitergehen wird. Deshalb hat Heir of Fire meine Erwartung nicht nur getroffen, sondern geradezu übertroffen - was für ein Buch!

Fazit
Sarah J. Maas kann es einfach. Das steht für mich gar nicht mehr zur Diskussion. Obwohl Heir of Fire nicht ganz so actiongeladen wie seine Vorgänger ist, passieren doch verdammt viele Dinge, viele düstere Dinge. Das Buch hat nicht nur fabelhafte Charaktere, sondern auch einen außergewöhnlichen Antagonisten. Ich bin immer noch schwer begeistert!


Titel: Heir of Fire
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Bloomsbury
Reihe: 3/6
Preis: ca. 8,00€

Samstag, 31. Oktober 2015

[NaNoWriMo] Der Nano und ich, Vol. 5

Guten Morgen ihr Lieben,
Mir ist etwas echt Seltsames passiert. Ich hätte nämlich schwören können, ich hätte euch bereits vom NaNoWriMo berichtet, aber ich finde weit und breit keinen Post. Jetzt frage ich mich - trügt mich blogger.com oder meine Erinnerung? :D Egal, dann schreib ich's eben ein zweites Mal. ;) Es ist nämlich bald November!
Ihr müsst wissen, für mich gilt: November > Weihnachten, Geburtstag und Co. Der November ist mein Weihnachten/Geburtstag (ok, ich hab am 13. Geburtstag, aber so metaphorisch gesprochen), kurz gesagt, mein Highlight des Jahres.
Ihr denkt, ich übertreibe? Im Gegenteil.
Jedes Jahr im November startet nämlich der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo oder auch nur liebevoll Nano genannt. In diesem Monat versammeln sich Leute auf der ganzen Welt in dem Versuch, in einem Monat 50.000 Wörter (noch besser: einen Roman) zu schreiben. Es geht hier nicht darum, die weltbeste Neuveröffentlichung zu verfassen, sondern einfach mal seinem inneren Kritiker den Maulkorb zu geben und zu schreiben. (Obwohl es durchaus bekannte Bücher gibt, die während des Nanos verfasst wurden... just saying.)
Ja, und was ist meine Rolle in dem ganzen Wahnsinn?
Ich bin süchtig. Ich bin richtig, richtig süchtig nach dem Adrenalin. Jetzt, wo ich älter bin :D, genieße ich es auch, direkt in der Nacht vom 31. auf den 1. November zu starten. Wer braucht schon Halloween.
Das ist mein fünfter Nano. 2010 habe ich meinen ersten geschrieben, damals noch im zarten Alter von elf Jahren (Hilfe, wie schnell vergeht die Zeit!), und nur 2013 habe ich gesundheitlich aussetzen müssen. Aber ich habe jeden Nano gewonnen. Das sage ich nicht, weil ich damit angeben will; klar, bin ich stolz drauf. Ich will nur sagen, es ist möglich. Ich hatte letztes Jahr so ziemlich den stressigsten November meines Lebens, und habe doch 80.000 Wörter verfasst. Dieses Jahr wird nicht einfacher - aber meine Freude mindert das nicht im Geringsten.
Warum ich euch das alles erzähle? Weil ich wetten würde, dass hier jemand mitliest, den es auch schon mal in den Fingern gejuckt hat, dem aber die Idee, ein Buch zu schreiben, utopisch erscheint. Aber das ist sie nicht. Wirklich nicht. Wag es!
... der heute Post ist ein bisschen Off-Topic, hat nichts mit Rezensionen und Neuzugängen und all dem Kram zutun. Ich hoffe, das nimmt ihr mir nicht übel. Ich schreibe nicht nur sehr gern über solche Dinge, sondern auch über den Nano. Und wenn ihr Lust hättet, könnte ich mir auch gut mehr Statusupdates vorstellen.
Ich freu mich auf euer Feedback! Vielleicht steigt ja noch jemand mit ein :)

P.S.: Hier findet ihr übrigens meinen Account.

Samstag, 24. Oktober 2015

[Rezension] Speechless - Hannah Harrington

Inhalt
Chelsea Knot liebt es, über andere Leute zu reden. Egal, was es für Gerüchte gibt - sie ist eine der Ersten, die davon weiß und sie weitererzählt. Eines Abends auf einer Party entdeckt sie durch Zufall, dass einer ihrer Mitschüler schwul ist. Und wie es ihre Art ist, erzählt sie gleich allen Freunden davon.
Was sie mehr als Gag sah, wird zu einem Desaster. Einer der Schwulen wird noch in derselben Nacht von ihren Freunden zusammengeschlagen und landet im Krankenhaus.
Chelsea ist schockiert und trifft eine folgenschwere Entscheidung: sie zeigt ihre Freunde an. Außerdem legt sie ein Gelübde ab: von nun an wird kein falsches, undurchdachtes Wort mehr ihren Mund verlassen...

Meine Meinung
Speechless hat sich einfach schon so unglaublich gut angehört, dass ich das Muss-Lesen-Syndrom bekam. Eine Geschichte über ein Mädchen, das aufhört zu reden. Nein, noch viel mehr: eine Geschichte über ein Mädchen, das es liebt, über andere herzuziehen, mit den Konsequenzen konfrontiert wird und dann aufhört zu reden.
Wenn das nicht mal eine geniale Buchidee ist.
Das Buch beginnt schon fast augenblicklich mit der Party. Wir lernen Chelsea und ihre beste Freundin Kristen kennen, bemerken die Oberflächlichkeit, wie sie nur darauf aus sind, über andere zu tratschen. Chelsea ist keine liebe Protagonistin. Chelsea ist die Personifkation der Tratschtante, die ein bisschen in jedem von uns steckt, und zumindest mir war sie nicht sympathisch. Darüber zu diskutieren, wie man eine Affäre am schandhaftesten aufdecken kann, ist uncool. Aber das ist genau das, über was sich Chelsea Gedanken macht.
Dann aber ändert sich das Ganze. Ein Junge, Noah, wird von zwei Freunden Chelseas verprügelt und endet im Koma. Chelsea, die noch nie ein Geheimnis behalten konnte, entscheidet sich, ihren Eltern davon zu erzählen und die Täter anzuzeigen. Gleichzeitig legt sie ein Schweigegelübde ab.
Was darauf folgt, ist eine Vielzahl von Reaktionen. Ein Großteil der Schule verschmäht Chelsea, schickaniert sie mit schmutzigen und noch schmutzigeren Mitteln, hält sie für die Schuldige, weil sie die Täter bei der Polizei anschwärzte. Die Lehrer sind ebenfalls wenig begeistert von dem Gelübde, eine Lehrerin lässt sie sogar tagtäglich nachsitzen. Chelsea erträgt alles. Sie hat zu viel gesagt, an diesem Abend, der Gedanke lässt sie nicht los.
In dieser Zeit lernt sie Asha kennen, ein Mädchen, das sie nicht schon vornerein als Böse abstempelt, sondern Zeit mit ihr verbringt. Außerdem ist da Sam, der beste Freund von Noah, mit dem Chelsea am Anfang nicht ganz so gut klarkommt. Zu groß ist die Angst, er würde ihr Schuld an dem geben, was Noah zugestoßen ist. Zusammen mit den beiden und noch ein paar anderen lieben Leuten lernt Chelsea, dass man nicht unbedingt sprechen muss, um Gutes zu tun. Sie nimmt einen neuen Job an und hilft dort aus. Zum ersten Mal realisiert sie, dass es Interessanteres gibt als Klatschblogs und sich das Maul über das Leben anderer Leute zu zerreißen. Sie verbessert sich in der Schule, ist fokussiert, reflektiert mehr als sie ihr ganzes Leben lang je getan hat.
Natürlich wird Chelsea nicht zur Heiligen. Das ist auch der Punkt, der mir besonders gut an dem Buch gefallen hat. Chelsea legt nicht ihr komplettes Denken von einem Tag auf den anderen ab. Immer wieder schleichen sich alte Gedanken ein, alte Gewohnheiten. Aber Stück für Stück lernt Chelsea, dass das Leben so viel mehr bietet.
Ich habe Speechless sehr genossen, einfach, weil es ein schönes, simples Jugendbuch ist. Hannah Harrington trumpft mit einem schlichten Schreibstil und einer interessanten Geschichte, der man gern verfolgt. Das Buch ist nicht so tief wie andere Jugendbücher, aber es berührt doch an einigen Stellen. Vor allem lässt es einen innehalten und sein eigenes Verhalten hinterfragen. Es färbt beinahe ab - schließlich urteilen wir selbst oft vorschnell, machen den Mund auf, anstatt ein zweites Mal über unsere Worte nachzudenken.
Ein schönes Buch mit einer zauberhaften, minimalistischen Aufmachung, das die Welt ein kleines bisschen besser macht.

Fazit
Speechless ist ein zauberhaftes Jugendbuch rund um Chelsea und ihr Schweigegelübde. Chelsea ist eine sehr außergewöhnliche Protagonistin, nicht unbedingt eine, die man sofort in ihr Herz schließt, aber gerade das macht die Geschichte sehr spannend und lesenswert. Von mir eine absolute Empfehlung!

Vielen Dank an den Mira Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Speechless - [Sprachlos]
Broschüre: 304 Seiten
Verlag: Mira Taschenbuch
Reihe: -
Preis: 12,99€
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Mittwoch, 14. Oktober 2015

[Gequassel] Warum ich nicht im Monat x Rezensionen schreibe

Hallo ihr Lieben,
Heute möchte ich gerne mal ein etwas persönlicheres Thema ansprechen. Um genau zu sein, ein paar Gedanken, die mir seit einer Weile im Kopf herum schwirren.
Ausschlaggebend war eine Angabe, die man beim Bloggerportal machen musste: wie viele Rezensionen man im Monat veröffentlichen würde. Ist ja kein Thema, schließlich müssen die Leute dort ja wissen, ob der Blog überhaupt aktiv ist bzw. wie viel.
Ich allerdings habe schon fast etwas beschämt die "4-10" Sparte ausgewählt, manchmal sind es ja sogar weniger als vier. 
Dann allerdings fragte ich mich, warum.
Natürlich gibt es die Blogger, die jeden bis jeden zweiten Tag eine Rezension oder einen anderen Blogpost veröffentlichen. Die wöchentlich eine gefühlte Tonne neuer Bücher zugeschickt kriegen und alle innerhalb weniger Stunden verschlingen. Und die dann auch noch gute Rezensionen abliefern!
Aber ich bin nicht DIE Blogger. Ich bin ein Individuum, und deshalb muss ich nicht so und so viele Rezensionen jeden Monat schreiben. Zur Hölle, eigentlich muss ich mich nicht einmal rechtfertigen!
Ich rechtfertige mich dennoch andauernd. Ich schreibe es nicht unbedingt immer auf dem Blog, aber die Gedanken sind da. "Diese Woche schaffe ich keine Rezension... habe gerade kein Buch zur Hand. Und ein altes rezensieren? Nee..." Auch beliebt: "Für Kurzrezensionen reicht es auch nicht... hmm, und einen achten Band zu rezensieren nützt auch niemanden."
Das Gedankenkarussel dreht sich bei mir die ganze Zeit, und es ist nicht okay.


Klar - eine gewisse Regelmäßigkeit muss es schon geben! Ich persönlich kann es auch nicht leiden, wenn alle paar Monate ein mickriger Beitrag erscheint, oder nur Posts auftauchen, die mit zehn Buchcovern gefüllt sind und fünf eigenen Zeilen, der Rest kopierte Inhaltsangaben. Das sind keine Blogs für mich. Die Inhaltsangaben kann ich auch auf thalia.de lesen, oder wo auch immer.
Ich muss mich auch nicht rechtfertigen, wenn ich mal keine Zeit habe. Ich bin Schülerin! Ich versuche irgendwie mein Abitur, den Führerschein und noch zehn andere Dinge auf die Reihe zu bringen (ich habe nicht einmal Zeit, meinen Laptop zur Reparatur zu bringen, weil ich ihn und meine Dateien in den nächsten anderthalb Monaten permanent brauchen werde!). Niemand verurteilt mich (jedenfalls hoffe ich das). Es ist in Ordnung, wenn nur ein Post in der Woche kommt, oder auch mal nur einer in zwei Wochen. Denn damit halte ich meinen Prinzipien treu. Ich bin nicht hier, um euch jede Woche fünf Rezis zu liefern. Das bin nicht ICH. Ich will euch Posts mit Herzblut liefern, voll und ganz hinter dem stehen, was ich schreibe; Qualität, nicht Quantität! Und ich hoffe inständig, das kommt auch bei euch so an.
Bei diesen Worten möchte ich es belassen - und seid gewarnt, bis die nächste Rezension kommt, kann es noch etwas dauern ;) Ich lese in jeder freien Minute, doch die sind knapp bemessen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Gedanken dalasst.
Einen wunderschönen Mittwoch euch allen <3 Und tut das, was euch glücklich macht und erfüllt. Immer.

Freitag, 2. Oktober 2015

[Rezension] The School for Good and Evil - Soman Chainani

Inhalt
Sophie und Agatha leben ein mehr oder weniger friedliches Leben in Gavaldon. Doch es handelt sich dabei nicht um eine gewöhnliche Stadt; alle paar Jahre werden zwei Kinder gekidnappt und in die Schule für Gute und Böse verschleppt.
Dieses Jahr sind es Sophie, die sich selbst als Prinzessin sieht, und Agatha, die am liebsten jeden Spiegel meidet und von Sophie "liebevoll" als Hexe bezeichnet wird, die vom Schulmeister entführt werden.
Nur landet Sophie in der Schule für das Böse, und Agatha bei den Guten - eine Verwechslung, oder steckt da noch etwas anderes dahinter? Und wird ihre Freundschaft den Belastungen, die auf sie zukommen, standhalten?

Zitat
"Was wir sind, ist unwichtig.
Was zählt, sind unsere Taten."
(S. 501, The School for Good and Evil)

Meine Meinung
Als ich davon erfuhr, dass bei Lovelybooks eine Leserunde zu diesem Buch veranstaltet wurde, konnte ich nicht anders, als mich zu bewerben. Und tatsächlich - das Glück stand auf meiner Seite.
Wenige Tage später erreichte mich The School for Good and Evil, ein dickes Hardcoverbuch, das schon von außen Lust auf's Lesen macht. Aber als ich das Buch aufschlug, war ich regelrecht begeistert - direkt auf der ersten Seite befindet sich eine zauberhafte, mit viel Liebe gezeichnete Karte, die Agathas und Sophies Schule darstellt. Auch das Buch ist immer mit kleinen Details gespickt, zum Beispiel den Stundenplänen, die das Ganze anschaulicher machen. Wie toll ist das bitte?! Ich war richtig begeistert, nur wegen der Aufmachung. So liebevoll!
Aber auch beim Lesen hat das Buch überzeugt. Gleich zu Anfang wurde von der Situation in Galvadon berichtet und vor allem von Sophie, das einzige Mädchen, das sich darauf freute, bald die Schule für Gute besuchen zu dürfen. Aggie (Agatha) ist da schon weniger begeistert, denn sie ist schließlich bloß das Mitleidsprojekt von Sophie, die versucht, etwas aus dem zurückgezogenen Mädchen zu machen. Dann aber werden beide verschleppt - und landen genau in den entgegengesetzten Schulen. Anfangs versuchen sie noch, Seiten zu tauschen, aber weder das noch Fluchtversuche funktionieren. Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass Sophie als die Böseste seit langer Zeit gehandelt wird...
Das Buch ist nicht ganz ;) für meine Altersklasse ausgelegt, sondern mehr für 12-Jährige, aber das tut dem Lesespaß gar keinen Abbruch. Man kann hier jetzt natürlich nicht bluttriefende Szenen erwarten, auch wenn hin und wieder sogar Köpfe rollen, und auch die Sprache ist eher simpel gehalten, aber das treibt meiner Meinung nach den Lesefluss nur noch voran. Die Seiten flogen nur so an mir vorbei und wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, dann hätte ich das Buch sicher noch zügiger durchgelesen. (So brauchte ich etwa eine Woche für die 500 Seiten - auch kein sooo übler Schnitt, oder?)
Allerdings sind auch die Charaktere eher etwas flach gehalten. Soman Chainani macht zwar einige Andeutungen, was Charakterzüge anbetrifft, doch hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, auch wenn das Buch eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist. Vielleicht lag es auch daran, dass Chainani oft zwischen den Perspektiven hin- und herwechselte und nie wirklich in den Charakter eintauchte - schade ist es so oder so. Denn die Ansätze sind gut; ausgereift hätten sie genial werden können!
Beeindruckend finde ich die Darstellung von Freundschaft. Auch wenn sie wieder und wieder von Sophie hintergangen wird, so hält Agatha zu ihrer Freundin und steht alles mit ihr durch. Ein schönes Beispiel, eines, das man in Büchern selten noch sieht, da der Fokus oft nur auf der Romanze liegt.
Auch Chainanis Idee gefällt mir sehr gut, vielleicht ist sie nicht unbedingt einzigartig, aber zumindest exotisch. Dass es außerdem Andeutungen gibt, dass beide Seiten doch nicht nur "gut" oder "böse" sind, hat mir ebenfalls gut gefallen. Hier hätte ich mir wieder mehr Tiefe gewünscht - da gäbe es nämlich so einiges an Potential für ordentlich Furore, wenn ihr versteht, was ich meine! Was gibt es Besseres als Korruption in Büchern :D Aber auch das schiebe ich wieder auf die Zielgruppe.
The School for Good and Evil endet auf die erdenklichst fieseste Weise - mit einem fetten Cliffhanger. Das schreit ja geradezu nach der Fortsetzung...

Fazit
The School for Good and Evil ist ein solider erster Band - auch wenn er eigentlich an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist, ist er durchaus für Ältere lesbar. Man darf nur nicht zu viel (Charakter)Tiefe erwarten und muss sich auf die Geschichte einlassen, dann wird man auch belohnt. Besonders positiv fällt die liebevolle Gestaltung auf. Ich bin gespannt auf den Folgeband und was Soman Chainani noch so in Petto hat!


Vielen Dank an Lovelybooks und Ravensburger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: The School for Good and Evil
Hardcover: 512 Seiten
Verlag: Ravensburger
Reihe: 1/3
Preis: 16,99€

Sonntag, 20. September 2015

[Rezension] The Assassin's Blade - Sarah J. Maas

Inhalt
The Assassin's Blade spielt noch vor Throne of Glass; hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von fünf Kurzgeschichten rund um Celaena - über Sklavenhandel bis zu einer anderen Gilde in der Wüste ist hier alles mit dabei.

Meine Meinung
Für die, die es bisher noch nicht mitbekommen haben, wiederhole ich es noch einmal: ich bin ein sehr großer Fan von Sarah J. Maas und den Büchern, die sie schreibt. Und das, obwohl ich bis vor The Assassin's Blade nur Throne of Glass und Crown of Midnight gelesen habe. Ich bin einfach... restlos begeistert. Aus diesem Grund musste ich mir auch unbedingt die Novellen bestellen. So viel vorneweg: ich war nicht enttäuscht.
Celaena ist ja ohnehin ein rätselhafter Charakter. Ohne hier zu spoilern, sei einfach so viel gesagt, dass der Leser in der Throne of Glass-Reihe immer wieder neue Eigenschaften und düstere Geheimnisse aufdeckt. Ein paar dieser Geheimnisse dürfen in The Assassin's Blade geöffnet werden.
Die fünf Kurzgeschichten sind nicht nur Kurzgeschichten, manche sind sogar relativ lang und nie, nie beschlich mich das Gefühl, dass das nur irgendwelche alten Kamellen sind. Mit jeder Geschichte überraschte Sarah J. Maas, zeigte Facetten auf, die ich nicht erwartet hätte. Ich könnte im Nachhinein nicht sagen, welche der Kurzgeschichten mir am besten gefallen hat; ich sehe sie auch viel mehr als Ganzes, da sie alle beinahe nahtlos aneinander anschließen.
Außerdem begeistert haben mich ein paar Nebencharaktere, von denen in den anderen Büchern öfters die Rede war. Wenn ihr Throne of Glass gelesen habt, wisst ihr bestimmt, wen ich meine: Arobynn Hamel und Sam. Beide haben mich überrascht. Ich dachte aus einem mir unerklärlichen Grund immer, dass hinter dem Anführer von Celaenas Gilde ein strenger, aber gutmütiger Mann steckt. In The Assassin's Blade wird er aber als zwiespältiger, hinterhältiger Mann präsentiert... ich würde so weit gehen und sagen, der Abgrund in einem Charakter höchstpersönlich. Ich bin immer noch zutiefst fasziniert von diesem Mann, der eigentlich nur eine Nebenfigur ist; nie hat er so gehandelt, wie ich es erwartet hätte. Vor allem die Beziehung zwischen ihm und Celaena ist spannend, da er ja eine enge Bezugsperson für sie darstellt. In The Assassin's Blade habe ich nur wieder mal festgestellt, warum Celaena für mich DIE Protagonistin ist: ich habe selten von jemandem gelesen, dem so viel Unglück widerfährt und sich trotzdem nicht in Selbstmitleid suhlt, sondern weiterkämpft.
Auch Sam hat mir sehr gut gefallen. Erstmalig bekommt man einen Eindruck von dem ersten Mann, der es schaffte, Celaenas Herz zu erobern. Da man aus Throne of Glass ja schon weiß, was mit ihm passiert, war ich etwas traurig, als sich die Novellen zum Ende neigten; aber wie gesagt, Sam ist wieder einer dieser Charaktere, den man einfach nur... mögen muss. Im Buch ist er immer der Zweitbeste hinter Celaena, wurde sein ganzes Leben lang so behandelt - da kommt Mitleid auf. Die Beziehung zwischen den beiden ist einfach süß, authentisch, jung.
Ihr seht schon - auch The Assassin's Blade hat mich begeistert, und ich habe mich beherrschen müssen, nicht alles in einem Rutsch durchzulesen, wollte es lieber genießen und erst recht wollte ich nicht, dass es endet. Das sind nicht nur irgendwelche Vorgeschichten zu Celaena; hätte Sarah J. Maas dieses Buch eigenständig veröffentlicht, wäre es genauso gut gewesen. Wer die Reihe noch nicht kennt oder bei diesem Buch zögert - greift zu, unbedingt! Die Bücher rund um Celaena sind die besten, ungelogen die besten, die ich seit einer langen Zeit gelesen habe.

Fazit
The Assassin's Blade ist nicht nur aus irgendwelchen Vorgeschichten zu Celaenas Person zusammengesetzt; Sarah J. Maas hat auch hier geniale Arbeit geleistet. Mit vielschichtigen Charakteren und spannenden Geschichten erfährt man einiges mehr über Celaena, die starke Protagonistin der Throne of Glass-Reihe. Absolute Leseempfehlung!


Titel: The Assassin's Blade
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Bloomsbury
Reihe: 0,5/6
Preis: ca. 9,20€
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Freitag, 11. September 2015

[Rezension] Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist... - Gina Damico

Originaltitel: Hellhole

Inhalt
Max staunt nicht schlecht, als eines Tages auf seiner Couch ein Teufel sitzt. Ein waschechter Teufel namens Burk, mit roter Haut und Teufelshörnern. Burk will von Max, dass er ihm ein Haus besorgt, damit er ihn loswird. Max geht aber einen viel größeren Deal ein; wenn er Burk eine richtige Unterkunft besorgt, dann heilt dieser Max' Mutter, die schwerkrank ist. Doch der Deal geht nach hinten los - und schon bald ist das Leben vieler Leute gefährdet...

Meine Meinung
Ich mag den Teufel. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber lasst es mich erklären: ich mag den Teufel als Figur in Büchern. Ich finde, man hat heutzutage schon einiges gelesen: Engel, Dämonen, Vampire und der ganze Rest - das kennt man schon. Bücher, in denen aber ein Teufel auf den Plan tritt, hat man nicht so oft, und deshalb gibt es dort einen ganz eigenen Interpretationsspielraum, der mich sehr reizt. Aus diesem Grund war ich auch sehr neugierig auf Hellhole.
Der Einstieg fiel mir leider etwas schwer. Wir lernen Max kennen, den Protagonisten, aber ich konnte nicht so wirklich warm mit ihm werden. Er ist ein Nerd und generell dem Leben etwas... fremd. Wenn er mit einem Mädchen spricht, kommen nur unpassende Dinge aus seinem Mund, und überhaupt verhält er sich nicht annähernd so wie ein Siebzehnjähriger (ein jüngeres Alter wäre vielleicht ganz gut gewesen). Max klaut für seine Mutter eine Plastikkatze, und deshalb taucht Burk bei ihm auf - etwas Mitleid hatte ich deswegen ja schon mit ihm, aber andererseits... andererseits entwickelte sich das Buch dann auf eine ganz andere Weise, als ich erwartet habe.
Ich dachte, hier würde mir ein locker-leichtes Buch begegnen, in dem Max und Burk so einiges erleben und ihre Umgebung auf den Kopf stellen. Falsch gedacht. Ich meine, sie stürzen schon in eine Katastrophe, aber das war kein leichtes Buch, nicht wirklich. Ich bin mir allerdings immer noch nicht ganz sicher, ob es vielleicht leicht werden sollte.
Gina Damico kann gut schreiben. Es ist kein exzellenter Schreibstil, aber man kann es gut lesen, auch wenn die Geschichte etwas zäh ist und es beinahe zweihundert Seiten dauert, bis sie so richtig in Fahrt kommt. Allerdings gibt es in meinen Augen einfach zu viele Szenen, die lustig gemeint waren, aber überhaupt nicht lustig sind. Gewollt, aber nicht gekonnt, wenn ihr versteht, was ich meine. Es gab ledliglich eine einzige (!) Szene im Buch, die mich wirklich zum Lachen brachte. Ansonsten wartete ich nur darauf, dass es irgendwie besser, interessanter, spannender wurde.
Wenn jedoch Max als Protagonist nicht so mein Fall war, dann war es Burk dafür umso mehr. Ich sagte ja bereits, dass ich einen Teufel als Charakter interessant finde, und Damicos Interpretation hat mir sehr gut gefallen, sie ist originell, sie hat etwas. Burk ist hinterhältig, gemein, böse, aber er hat Charakter. Und das muss man ihm lassen.
Außerdem tritt noch besonders oft Lore mit auf den Plan; ein Mädchen, das selbst einmal mit einem Teufel zu kämpfen hatte und daher versucht, Max zu helfen. Auch sie ist mehr ein Charakter, der mich nicht wirklich überzeugen konnte; sie ist okay - mehr aber auch nicht. Wie auch schon mit dem Witz, der nicht wirklich rüberkommt, bleibt auch die Tiefe der Charaktere auf der Strecke. Ich kann mir nicht erklären, warum das so ist, aber das ganze Buch ließ mich so ziemlich unberührt.
Erst gegen Ende hin passieren noch einige erstaunliche Dinge; Max tut vor allem etwas, das ich nicht von ihm erwartet habe und sehr schockierend finde - das hat mich sehr überrascht, da ich ja mehr Leichtigkeit erwartete, und stattdessen teilweise wirklich grausame Dinge präsentiert kriegte, die einfach... auf die leichte Schulter genommen wurden.
Dabei finde ich das Szenario, auf welches die Geschichte zusteuerte, gar nicht so schlecht; nur war es viel zu wenig ausgereift und letzten Endes auch zu schnell abgehakt. Als ich Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist... beendete, war ich frustriert und unbefriedigt. Allerdings auch, ehrlich gesagt, ein bisschen erleichtert, dass es vorbei war.

Fazit
Mit Hellhole: Wenn der Teufel bei dir los ist... zeigt Gina Damico zwar eine gute Idee auf, der es aber leider an der Umsetzung mangelt. Die Charaktere bleiben zweidimensional, die Witze flach und es fehlt an Spannung. Lediglich die Interpretation des Teufels Burk hat mir gut gefallen, ansonsten war das Buch eher eine Enttäuschung.


Vielen Dank an penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Hellhole - Wenn der Teufel los ist...
Klappenbroschur: 384 Seiten
Verlag: penhaligon
Reihe: -
Preis: 14,99€

Sonntag, 6. September 2015

[Rezension] Dreams of Gods and Monsters - Laini Taylor

Inhalt
Die letzte Schlacht gegen Jael steht kurz bevor. Doch noch haben sich Akiva und Karou eine unglaubliche Aufgabe aufgebürdet: die Chimären und die Engel dazu bringen, Seite an Seite zu kämpfen. Denn wenn sie auch bloß die geringste Chance haben wollen, zu gewinnen, dann so...

Meine Meinung
Irgendwie habe ich das Gefühl, als würde ich dieses Jahr nur Rezensionen zu Reihenabschlüssen schreiben. Würde ich nachzählen, wären es vermutlich kaum fünf letzte Bände, aber dennoch finde ich es wieder und wieder beeindruckend, wie viele Jahre lang mich manche Buchreihen begleitet haben. Da ist die Reihe rund um Karou eine ganz besondere; ich meine, wie lange haben wir alle auf den dritten Band gewartet?!
Aber vor ein paar Wochen ist er endlich erschienen und ich bekam endlich die Möglichkeit, zu erfahren, wie es mit Karou, Akiva und Co. endet.
Wie auch in den Vorbänden zeigt Laini Taylor, wie gut sie schreiben kann. Man muss sich auf diesen bildhaften Schreibstil einlassen, aber wer das tut, wird seine Freude damit haben. Sie scheint in jeder Situation die richtigen Worte zu finden.
Das Buch beginnt allerdings nicht mit Karou, sondern hier wird noch ein neuer Charakter eingeführt: Eliza. Der Leser bleibt eine ganz schöne Weile im Dunkeln über dieses Mädchen mit der mysteriösen Vergangenheit und vor allem ihre Bedeutung für Karou und ihre Freunde. Eliza ist auch an dem Spektakel, als Jaels Armee auf die Erde kommt, beteiligt, und ich liebe liebe liebe dieses Szenario, das Laini Taylor hier konstruiert hat.
Jetzt mal ehrlich, jeder hat sich bestimmt schon mal gefragt, was passieren würde, wenn Engel, Hexen oder was auch immer auf die Erde strömen würden. In Dreams of Gods and Monsters liefert Taylor eine Antwort, und was für eine! Sie hat das Szenario so echt gezeichnet, den Wahnsinn der Menschheit so perfekt aufs Papier gebracht, dass es in einem fast den Wunsch erweckte, selbst einmal Rom aufzusuchen, wo Jaels Armee aufkreuzte und den Papst mächtig einen Schrecken einjagte.
Abgesehen von Eliza hat dieses Buch natürlich noch viele weitere, wundervolle Charaktere zu bieten - jeder von ihnen ein Individuum mit seinen eigenen Stärken und Schwächen, mit außergewöhnlichen Vergangenheiten. Mein persönlicher Favourit sind ja immer noch Mik und Zuzana <3 Die beiden sind für mich ja DAS Traumpaar überhaupt. Etwas schade, dass Laini Taylor besonders eine bestimmte Szene nur grob angerissen hat. (Die, die das Buch schon kennen, wissen vielleicht, was ich meine!)
Dreams of Gods and Monsters war für mich jedoch nicht nur ein Lesevergnügen; etwas Kritik habe ich nämlich auch. Und das ist ganz einfach die Länge. Ich habe nichts gegen 700 Seiten, im Gegenteil, meistens freut mich ein Buch mit solcher Dicke, aber manche Szenen waren einfach too much. Viel zu lang, viel zu zäh - ganz besonders, da sich ein paar Hundert Seiten schon um einen Tag drehen. Ich verstehe, dass das in Anbetracht der Ankunft der Engel und dem anderen zeitlichen Geschehen nötig war, aber... zäh war's halt stellenweise trotzdem.
Dafür gab es natürlich viele andere Szenen, die nur an einem vorbeirasten, und man fiebert auf die große Schlacht zu. Wie die ausgeht, kann ich euch natürlich nicht sagen, und auch das Ende müsst ihr selbst herausfinden. Ich für meinen Teil bin relativ zufrieden, lediglich ein kleiner Teil, der ein Paar betraf, hat mich etwas gestört. Im Großen und Ganzen hat Laini Taylor aber gute Arbeit geleistet, und vor allem hat sie eine Buchreihe kreiert, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

Fazit
Dreams of Gods and Monsters ist zwar nicht das beste Buch der Reihe rund um Karou und Akiva, aber dennoch ein würdiger Abschluss. Wer Lust auf eine sonderbare Liebesgeschichte und einen zauberhaften Schreibstil hat, sollte definitiv zu diesen Büchern greifen.


Titel: Dreams of Gods and Monsters
Hardcover: 784 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Reihe: 3/3
Preis: 16,99€