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Samstag, 12. August 2017

Rereads: ein doppeltes Lesevergnügen

Heute möchte ich einmal ein Thema ansprechen, das mir schon seit ein paar Wochen im Kopf herumgeht, seitdem ich dazu einen tollen Beitrag bei Stopfi's Bücherwelten gelesen habe – Rereads. Genauer gesagt, warum ich ein großer Verfechter davon bin, Bücher ein zweites (drittes, viertes...) Mal zu lesen.


Mir ist schon öfters die Aussage begegnet, dass man "keine Zeit" hat, Bücher ein zweites Mal zu lesen. Weil es zu viele Neuerscheinungen gibt. Weil der SuB davon nicht kleiner wird. Und natürlich stimmt das, und natürlich ist es schön, mit dem Lesestoff up to date zu sein – aber dabei lässt man doch ein wenig die emotionale, vielleicht sogar melancholische Komponente des Lesens unter den Tisch fallen, oder?

Cornelia Funke beschreibt es ganz richtig in Tintenherz:
"Wenn du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, […] dann geschieht etwas Seltsames: Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst darin gelesen hast."
(Tintenherz, Cornelia Funke, Dressler Verlag)
Ich lese natürlich keine Bücher ein zweites Mal, die ich beim ersten Mal schon nicht ausstehen konnte. Aber City of Bones, das mein Lesefieber erst so richtig entfacht hat? Oder der Klassiker, Harry Potter, der meine Kindheit wie nichts anderes geprägt hat? Noch einmal (und noch einmal) in diesen Geschichten zu versinken, ist doch letztendlich ein Geschenk, das ich mir selbst mache. Und ich fände es schade, wenn man die Lust auf etwas Altvertrautes unterdrücken würde, nur, weil man fürchtet, wegen dem Blog in den Verzug zu kommen, oder unbedingt die Neuerscheinung lesen "muss", damit man mit dem Trend mithalten kann. Das wirklich Einzige, was bei mir jemals Lesevorrang hat, sind Rezensionsexemplare, und die nehme ich ja bewusst an.

Darüber hinaus finde ich, dass man beim Rereaden nicht nur alte Erinnerungen besucht, sondern auch einiges über sich selbst lernt. Habe ich mit zehn Jahren gedacht, dass Harry Potter und der Orden des Phönix sich ganz schön zieht, hat es mir mit achtzehn unglaublich gut gefallen, weil ich Harrys inneren Kampf viel besser nachvollziehen konnte.


Vor allem entdeckt man immer wieder neue Details. The Hate U Give hat mich dermaßen umgehauen, dass ich es in einem Zeitraum von vier Wochen dreimal gelesen habe, zweimal direkt hintereinander. Und bei jedem Lesen ist mir eine andere Passage aufgefallen, die mich besonders bewegt hat, oder ein Detail, das mir vorher entgangen ist.

Es gibt auch noch zwei sehr rationale Gründe für mehr Rereads: Zuallererst gebe ich ja Geld für das Buch aus, dann kann ich es auch ruhig mehrmals lesen, damit es sich richtig "lohnt". 😎 Außerdem ist es gerade bei Reihenfortsetzungen hilfreich, den/die Vorgänger ein zweites Mal zu lesen. (Oder bin ich die Einzige, die ein Gedächtnis wie ein Sieb hat?) Natürlich kostet das Zeit, aber dafür ist eine bessere Leseerfahrung bei der Fortsetzung garantiert, weil man sich nicht alle zwei Minuten darüber wundert, wer noch einmal der komische Typ war und warum die Protagonistin humpelt (so ungefähr).

Aber was, wenn es mir nicht mehr so gut gefällt wie damals? Auch die Befürchtung habe ich öfters gelesen. Ganz im Ernst: dass man auch als Leser wächst, gehört zum Leben dazu. Zumindest nehme ich das Risiko bereitwillig in Kauf, ganz besonders, seitdem ich festgestellt habe, dass ich an meinem kritischen Lesen arbeiten muss. Natürlich fühlte es sich irgendwie seltsam an, A Court of Thorns and Roses beim zweiten Lesen von fünf auf drei Sterne herunterzustufen… aber hauptsächlich hatte ich das Gefühl, das (für mich!) Richtige zu tun.

Das Gegenteil habe ich übrigens auch schon öfters beachtet, zuletzt bei Julia und Anna, die ich hier an der Stelle ganz dreist als Beispiele benutze. (Sorry, ihr zwei! ;)) Bei beiden habe ich mitgekriegt, wie sie die Harry Potter-Bücher zum ersten Mal lasen. Und gerade heute bin ich darüber gestolpert, dass Anna dem dritten Band vier Sterne verpasst hat, und Julia dem Reihenabschluss "nur" drei. Was für mich total surreal ist, weil die HP-Bücher in meinem Kopf so einen Sonderstatus einnehmen, dass ich mir lieber ein Bein absägen würde als irgendeinem Werk von J.K. Rowling etwas anderes als fünf Sterne zu geben. Harry Potter ist quasi meine Achillesferse, hat mich in der Kindheit so geprägt, dass ich die Bücher auch beim erneuten Lesen als unberührbar betrachte. Ich setze noch einmal eins drauf: Vermutlich sind Julia und Anna in der Lage, die Bücher rationaler zu beurteilen, weil sie schlichtweg nur den Hype kannten und nicht ihre Kindheit damit füllten. Ich weiß, ich weiß, das hat nur noch begrenzt mit Rereads zu tun… aber mich hat diese Beobachtung unglaublich fasziniert.

Am Ende des Tages gilt dasselbe wie immer: Tu das, was dir gefällt. Ich will hier niemanden von Rereads überzeugen, und erst recht will ich nicht das Leseverhalten von irgendjemandem kritisieren. Ihr mögt keine Rereads? Cool. Ihr verbringt 98% eures Lebens damit, eure Lieblingsbücher noch mal zu lesen? Genauso cool. Es hat mich nur gereizt, darüber zu schreiben, weil Rereads für mich etwas ganz Besonderes sind, und ich die emotionale Komponente in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren und in letzter Zeit wieder für mich entdeckt habe.

Jetzt ist der Beitrag (natürlich) mal wieder etwas explodiert, und wenn ihr es bis zum Ende geschafft habt, verneige ich mich vor euch. Verratet mir: Wie steht ihr zu Rereads? Habt ihr vielleicht ähnliche Beobachtungen wie ich gemacht?

Samstag, 8. Juli 2017

6 Existenzkrisen, denen man als Leser nicht aus dem Weg gehen kann

Heute gibt's mal wieder einen kreativen Beitrag — die schreibe ich einfach super gerne! Und vor allem gibt es nichts Schöneres als eine ordentliche (Lese)Existenzkrise, in die man sich unweigerlich begibt, wenn man regelmäßig mit Büchern zutun hat.


1. Buch oder Waffe?
Ja, Taschenbücher haben so einige Vorteile, vor allem, dass sie einfach wesentlich günstiger sind. Aber wenn man ein 500+ Seiten-Werk in dieses Format quetscht, dann wird das zumindest für mich mal schnell zum Problem.
Auf dem Rücken liegen und lesen? Es reicht schon, dass mein Handy mir viel zu oft auf's Gesicht fällt.
Das Buch irgendwo ablegen und so lesen? Keine Chance, bei der Bindung habe ich dann dreiundzwanzig Leserillen drin, von denen ich vierundzwanzig nicht haben wollte.
Meistens sitze ich dann aufrecht da und verrenke mir den Nacken und halte das Buch ganz, ganz, ganz vorsichtig... bis mein Handgelenk fast abbricht, weil das Buch unverschämt schwer ist.
Ein kleiner Trost: Im Falle einer Zombie-Apokalypse kann ich Red Rising immerhin als Waffe einsetzen*.

*Es wiegt tatsächlich 726 Gramm, für euch gewogen.

2. Immer ein Buch dabei
Der Klassiker. Das Haus kann nicht ohne Buch verlassen werden, es könnte ja ein unangenehmes fünfminütiges Schweigen entstehen und statt dem Gesprächspartner peinlich berührt in die Augen zu sehen, kann man die Schamesröte ganz einfach hinter dem Buch verstecken!
Ha, nur leider ist die Tasche dadurch doppelt so schwer und wenn man diese den ganzen Tag durch die Gegend schleppt, protestiert der Rücken und man kann sich nicht mehr auf's Lesen konzentrieren, weil die Schultern krampfen. Kann man überhaupt etwas im Leben ohne Nachteile genießen??

3. Immer ein Buch dabei, die Zweite
Ich habe das Gefühl, dass über diesen Punkt niemand redet**. Wenn ich besagtes Buch nämlich in meine Tasche stecke, setzt im selben Moment die Panik ein: Wird das Buch verrutschen und eine Ecke umknicken? Was, wenn meine Wasserflasche ausläuft? Oder jemand meinen Rucksack anzündet und das Buch zu einem Aschehaufen reduziert wird? Wenn die Zombies mich attackieren und meinen Rucksack dabei ungnädig zu Boden schmeißen, wodurch das Buch eine Delle bekommt?
Ihr habt keine Ahnung, wie oft ich ein Buch aus meiner Tasche herausgezogen habe und eine Ecke etwas umgeknickt war. Ja, es ist "nur" (als ob) ein Gebrauchsgegenstand. Aber für mich fühlt es sich an, als hätte ich mein Erstgeborenes unbeaufsichtigt an einer Klippe spielen gelassen.
(Mittlerweile wickele ich meine Bücher immer in Tücher ein. Über die belustigten Blicke meiner Mitmenschen sprechen wir nicht. Aber wer braucht schon Menschen.)

** Es sei denn, das bedeutet, dass niemand außer mir das Problem hat. In diesem Fall schäme ich mich stumm in der Ecke.

4. Kein Bücherregal ist groß genug
... und immer, wenn man ein neues hat, füllt es sich auf wundersame Art und Weise. Dunkle Magie, wenn ihr mich fragt! (Und ein unkontrolliertes Kaufverhalten, ups.)
Aber ganz im Ernst: Was sind denn die Optionen? Bücher unter dem Bett? (Folter!) Bücher als Möbelstücke? (Aber was, wenn ich eines davon lesen will?) Mehr Bücherregale? (Und ich schlafe einfach zwischen den Büchern?)
Ausmisten?
... ha, guter Scherz. Lieber ignoriere ich, dass dieses eine Regalbrett sich gefährlich nach unten beugt.


5. Buch oder Schlaf?
Wir haben uns dieselben Lügen wieder und wieder vorgesagt: "Nur noch ein Kapitel!" — "Nur noch schnell das Buch zu Ende lesen!" — "So spät ist es noch gar nicht!"
Aber genauso gut könnte ich zwischen Pest und Cholera wählen: Bin ich lieber am Morgen todmüde? Kann ich die Aufregung noch einen Tag länger aushalten? Und was, wenn ich weiterlese, aber schon so müde bin, dass ich die Hälfte gar nicht mitkriege und dann verwirrt bin und das Buch hasse, obwohl es meine Schuld ist?
... Meistens entscheide ich mich dafür, das Buch wegzulegen, und liege dann noch drei Jahre schlaflos im Bett und verfluche mich selbst und die Wahl meines Hobbys ein wenig.

6. All die Buchreihen
Genau gesagt: Die 50639 angefangenen Bücher, die mich bis in den Schlaf verfolgen. Es gibt sie alle: Reihen, die man bewusst abgebrochen hat, weil sie einfach lahm sind. (Damit kann ich noch leben.) 
Dann fängt man allerdings so viele an, dass man welche vergisst, es gibt ja auch immer so tolle Neuerscheinungen mit ihren verlockenden Covern und — (Asche auf mein Haupt!)
Oder, noch schlimmer, man weiß, dass man die Reihe liebt, aber das Erscheinen des nächsten Buches dauert so lange und die Bücher sind alle GIGANTISCH und deshalb ignoriert man lieber das letzte Buch und verbirgt sich hinter seinen Bücherregalen, um der Schande des treulosen Lesers zu entkommen. Leugnen klappt immer.

Das sind sie also: Die Existenzkrisen, die mir auf regelmäßiger Basis begegnen. Und allein die Vorstellung, dass das nur ein kleiner Anteil all der lesebezogenen Existenzkrisen ist, löst eine weitere Existenzkrise in mir aus. Aber sonst läuft's. Und bei euch so?
Welche der Existenzkrisen durchlebt ihr denn regelmäßig? Habt ihr noch weitere, die ich hier vergessen habe?

Samstag, 13. Mai 2017

7 Momente, in denen ich mir wünsche, ich würde nicht 99% meiner Zeit mit Büchern verbringen

Lesen ist ein tolles Hobby: Man bildet sich weiter, taucht in fremde Welten ein, muss sich nicht mit anderen Menschen unterhalten... Aber hin und wieder gelange ich in Situationen, in denen ich mir wünsche, ich würde einfach, was weiß ich, Briefmarken sammeln. Weil die Bücherobsession nicht immer so reibungslos verläuft, wie ich das gerne hätte.* Ich stelle euch heute sieben dieser Fälle vor. Kennt ihr noch andere?

* Achtung: Beitrag mit einer Prise Sarkasmus lesen.


1. Bücher mit unterschiedlichen Größen
Ugh. Einfach nur UGH.
Man kann da noch so vorsichtig sein: Gerade bei englischen Büchern drölf Mal kontrollieren, dass man auch die richtige Ausgabe beim richtigen Verlag bestellt hat... dann kommt das Buch an und ist zwei Zentimeter höher als der Vorgänger. WARUM. Solange der Inhalt stimmt, könnte man sagen, ist das ja egal.
... nein. Weil ich jedes Mal, wenn ich auf mein Regal schaue, diesen Größenunterschied sehe und mich frage, womit ich das verdient habe.

2. Coverwechsel
Diese sind noch hinterhältiger. Sie schleichen sich dann an, wenn man die Reihe liebt, unbedingt weiterverfolgen will und dann... beim letzten Buch plötzlich die Cover geändert werden. Was, wenn man mich fragt, ein Verbrechen ist.
Klar gibt's dafür legitime Gründe: Manchmal verkaufen sich die Hardcover nicht so gut, man muss auf Taschenbücher umsteigen, um die Reihe weiter verlegen zu können... aber es hinterlässt trotzdem einen bitteren Beigeschmack. Schließlich war man von Anfang an da und hat das Buch unterstützt! (Das hat man davon!)

3. Treulose Tomaten aka Reihen, die einfach nicht weiter übersetzt werden
MEHR BETRUG. Da greift man zur Übersetzung — aus welchem Grund auch immer — und liest ein, zwei, drei Bücher... und realisiert erst ein Jahr später, dass Teil vier nie übersetzt wurde. Das wäre mit Briefmarken nicht passiert.

4. Hinterhältige Leserillen
Man sagt immer, es gibt zwei Arten von Lesern: Die, die sich nicht um Leserillen kümmern (was mir ein absolutes Rätsel ist), und die, die lieber einen Krampf in der Hand als Knicke im Buchrücken riskieren.
Dabei darf man die Rechnung nicht ohne die Bücher selbst machen. Es gibt nämlich diese ganz fiesen Taschenbücher, die man nur falsch angucken muss und zack, da sind all die fünfhundert Leserillen, die ich niemals haben wollte. Egal, wie sorgfältig man das Buch hält — der Knick kommt früher oder später. Meistens stillheimlich, bis man das Buch zuschlägt und einen Herzinfarkt bekommt. Mindestens.

5. Bibelseiten
Kommt nicht selten vor, wenn die Autoren ein wenig eskalieren und die Fortsetzung einfach fünfhundertmal so lang ist wie der Vorgänger. Man hat das Buch schon vorbestellt und freut sich drauf und schlägt es auf und... reißt fast die halbe Seite aus, weil sie so dünn ist. ARGH. Beim Lesen bloß keine falsche Bewegung machen oder zu laut atmen. Man könnte ja das Buch ruinieren.

6. Bücher, deren Erscheinungsdatum nach hinten verlegt wird
Wieder gilt: Ich weiß, dass es dafür legitime Gründe gibt. Manchmal geht's dem Autor einfach nicht gut genug. Manchmal wird die Geschichte doppelt so lang wie geplant. Oder das Lektorat dauert länger, was weiß ich. Man will "das Beste aus dem Buch rausholen".
Aber das erspart mir trotzdem nicht den Schmerz, den ich verspüre, wenn ich noch länger warten muss. Weil ich nicht nur null Geduld habe, sondern auch noch ein Sieb als Gedächtnis und ich in einem Jahr sicher nicht mehr weiß, was in dem Buch passiert ist... wenn ich mich überhaupt noch an die Namen der Charaktere erinnern kann. #FalschesHobby?

7. Verkappte Trilogien
Davon kann ich auch ein Lied singen. Man liest nichtsahnend ein Buch, das man für einen Einzelband hält, nur um an ein Ende zu kommen, DAS KEIN ENDE IST. Ach, eine Fortsetzung? Es wird eine Trilogie? Und da hätte man mir keine Vorwarnung geben können?
Genauso schlimm: Wenn aus der Trilogie plötzlich eine Hexalogie wird. WARUM. Das Problem ist gar nicht mal unbedingt, dass mir die Bücher nicht gefallen. Gerade das macht es noch schlimmer — was, wenn man merkt, dass die Folgebände einfach die Geschichte unnötig strecken? Dass der/die Autor/in die Lieblingscharaktere zu Monstrositäten gemacht hat?! Diesen bitteren Nachgeschmack wird man nie wieder los. So viele Ansprüche. So viel ANGST. 

Puh. Mein Puls ist schon beim Gedanken an all diese Dinge angestiegen. Ich meine, Lesen ist toll. Bücher sind grandios. Aber manchmal... manchmal sitze ich vor meinem Bücherregal und suhle mich in meinen First World Problems.
Könnt ihr das nachempfinden? Wart ihr auch schon in einer der oben genannten Situationen gewesen oder habt ihr noch weitere Dinge, die euch halb in den Wahnsinn treiben? Wir können zusammen leiden. 👩‍💻

Freitag, 28. April 2017

"Das Buch ist problematisch, aber..."

Das ist jetzt schon der härteste Beitrag, den ich jemals geschrieben habe. Vermutlich ist es auch der ehrlichste.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werdet ihr mehr oder weniger intensiv von den Diskussionen Wind bekommen haben, die derzeit in (Buch)Bloggerkreisen stattfinden. Von unglaublich wichtigen Diskussionen. Gerade Paper Princess stieß eine regelrechte Kaskade an Beiträgen los. Ein Buch, das für Jugendliche vermarktet wird und von vielen in den Himmel gelobt wird — trotz gewaltverherrlichender Inhalte. Trotz einer minderjährigen Protagonistin, die sich prostituiert. Trotz vieler, vieler anderer Probleme.

Während die Diskussion größer und größer wurde, kam mir immer öfter der Gedanke: Wie kann man so ein Buch lesen und nicht die Problematik erkennen? Dann sah ich letztens eine Frau in der Buchhandlung, die nach dem dritten Teil ebendieser Reihe fragte. Und zwei Mädchen, die vor dem Regal voller pseudo-erotischen, frauenfeindlichen Romane standen und sich über diverse Titel unterhielten. Da wurde das Ganze plötzlich um einiges realer. Diese abstrusen Rezensionen waren auf einmal nicht mehr so abstrakt. Ich hatte das Bedürfnis, die Leute zu schütteln. Zu rufen: Wie könnt ihr so etwas immer noch in Buchhandlungen ausstellen? Wie kann so etwas überhaupt durchs Lektorat kommen?

Ich sagte mir, dass ich besser sei. Dass ich niemals so ein Buch in den Himmel loben würde, und erst recht nicht würde ich die Inhalte unter den Tisch kehren. In den letzten Monaten bin ich schließlich aufgewacht. Ich habe endlich begriffen, warum Diversität so wichtig ist, und vor allem angefangen, Bücher zu lesen, die nicht nur heterosexuelle Beziehungen mit weißen, überdurchschnittlich attraktiven Figuren in den Vordergrund stellen. Ich habe angefangen, das, was ich lese, zu hinterfragen: Ist das eine gesunde Beziehung? Warum ist es problematisch, wenn Daemon Katy als "dumme Nuss" bezeichnet? Und warum sind eigentlich alle weißer als Mayonnaise? Ich fühlte mich, als wäre ich vom Weg abgekommen und hätte jetzt eine Erleuchtung gehabt.

Dabei habe ich selbst damals Obsidian in den Himmel gelobt, was in Retrospektive ebenso problematisch ist. Aber das war 2014, sagte ich mir. Jetzt weißt du es besser. Du bist damals genauso manipuliert worden wie alle anderen Teenager. Die meisten Bücher haben ihren Reiz verloren, sobald ich im Klappentext nur lese, dass ein mysteriöser Typ auf den Plan tritt. Alles, was mit New Adult betitelt wird, beäuge ich skeptisch. Ich lese Beiträge, die ausführen, warum der neue Film mit Scarlet Johansson rassistisch ist.

Aber dabei ignoriere ich die Bücher einer ganz bestimmten Autorin. Die ich auch hier auf dem Blog in den Himmel gelobt habe. Die ich auf verschiedenen Social Media-Kanälen angepriesen habe. Deren Bücher für mich fast eine Art Bibel waren. Und ich realisiere, dass ich mich die ganze Zeit selbst belogen habe. Dass ich mich für besser hielt. Aber am Ende des Tages war ich auch eine derjenigen, die vor problematischen Inhalten die Augen verschlossen hat. Die dachte: Ach, das ist doch nur Gelaber. Die haben sich eben auf die Autorin eingeschossen. Oder, auch ein Klassiker: Das ist Fantasy.

Vermutlich könnt ihr euch mittlerweile denken, um wen es hier geht. Vielleicht habt ihr sogar mitgekriegt, auf was genau ich anspiele. Richtig: Es ist Sarah J. Maas. Ich habe sämtliche ihrer Bücher, die bis dato erschienen sind, gelesen und rezensiert. Ich habe sie geliebt. Ich weiß nicht, ob ich sie immer noch liebe.

Wisst ihr, wenn man zumindest ein wenig in einem Fandom unterwegs ist, dann kriegt man eben auch Wind von "Hatern". Man entdeckt bei anderen Bloggern negative Rezensionen und will das so gar nicht wahrhaben. Das Buch irgendwie verteidigen. Man sucht nach Gründen, weswegen die Rezensenten unrecht haben. Denn schließlich ist ja jede Meinung berechtigt, genau?

Nein.

Schon allein, weil man die Inhalte von Paper Princess auch nicht objektiv gut finden kann. Oder Den Mund voll ungesagter Dinge oder Trinity oder wie sie alle heißen.

Aber ich kann doch die problematischen Inhalte eines Buches sehen, darauf aufmerksam machen und das Buch trotzdem lieben, oder?

Kann ich das? Ich habe mir die Frage schon vor Monaten gestellt. Damals habe ich sie mit ja, klar beantwortet. Natürlich kann ich das. Heute sehe ich das nicht mehr so. Heute weiß ich gar nicht mehr, was ich sagen soll.

Ich wollte zuerst argumentieren, dass in der Throne of Glass-Reihe das Problem ja "nur" darin besteht, dass die Charaktere zu 99% weiß sind und heterosexuelle Beziehungen führen und allein schon, dass jeder unbedingt einen sexy Fae-Partner haben muss. Aber wer bin ich, zu sagen, dass Rassismus weniger problematisch ist als Ellas Prostitution in Paper Princess? Eben. Da gibt es kein Abwägen. Es ist beides verdammt noch mal ein Problem. Es ist sogar ein Problem, über das gesprochen wird. Aber die Fans — und da nehme ich mich nicht aus! — verschließen davor die Augen. Geht ja um die Lieblingsbücher. Kann gar nicht sein, dass die problematisch sind. Ist alles nur Fiktion! Die Leute motzen doch bloß, weil [hier absolut nicht legitimen Grund einfügen].

Oder A Court of Thorns and Roses. (Leichte Spoiler für den ersten Band folgen.) Ich habe das Buch zum ersten Mal vor etwas über einem Jahr gelesen. Damals kam es mir schon komisch vor, dass die Fae auf dem Fest ihren Trieben nachgehen müssen. Dass Tamlin sich fast auf Feyre stürzt. Aber ich hab's auf mein Alter geschoben. Habe nicht weiter darüber nachgedacht. Aber das hat nichts mit dem Alter zu tun. Höchstens damit, dass zu wenig darüber gesprochen wird, dass Männer sich nicht wie liebesgeile Tiere auf Frauen stürzen und sich dabei einen Sch*** um die Zustimmung der Frau kümmern sollten. Jetzt lese ich das Buch zum zweiten Mal. Schließlich kommt nächste Woche der letzte Band der Trilogie raus. Aber zum ersten Mal in meinem Leben lese ich ein Maas-Buch und es schüttelt mich einfach. Das Weiterlesen ist fast schon schmerzhaft.

Das war der fast-Auslöser für diesen Beitrag. Den letzten Anstoß hat mir dann folgendes gegeben:
Wisst ihr, als allererstes hat mein Kopf wieder nach Ausreden gesucht. Ich würde abwarten, bis A Court of Wings and Ruin draußen ist und mir dann selbst ein Bild machen. Die beiden Charaktere in dem Ausschnitt sind Zwillinge. Und so weiter und so fort. Dieses Rechtfertigungs-Denken ist so tief in mir drinnen, dass es zum Reflex geworden ist. Es erschreckte mich selbst. Es führte dazu, dass ich vor meinem Laptop saß und dutzende Diskussionen zu dieser Leseprobe durchlas, neben mir wohlgemerkt das Exemplar von A Court of Thorns and Roses. Und ich überlegte, wie ich es rechtfertigen würde, wenn ich mir A Court of Wings and Ruin zulegen würde. Was, wenn ich es mögen würde? Was, wenn ich es nicht mögen würde? Wie sollte ich das rezensieren?

Wie sollte ich das rezensieren und dabei noch länger ignorieren, dass die Frau, die ich als Lieblingsautorin beschrien habe, verdammt üble Dinge in ihren Büchern stehen hat? Wie sollte ich das rezensieren und über diese Dinge reden, ich, die das alles sonst gefeiert hat? Macht mich das zu einem schlechten Fan?

Aber bin ich überhaupt noch ein Fan? Vor allem, was habe ich getan? Schließlich habe ich diese Bücher empfohlen. Es gibt genug Leute in meinem Umfeld, die die Throne of Glass-Reihe oder die ACOTAR-Bücher wegen mir zur Hand genommen habe. Und irgendwie fühle ich mich, als hätte ich versagt. Ich fühle mich elend, und das zurecht. Denn auch ich habe eine Vorbildfunktion, jedes verdammte Mal, wenn ich hier auf Veröffentlichen drücke.

Ich weiß nicht mehr, was ich mit dem Beitrag sagen wollte. Ich weiß nur, dass ich es sagen musste, weil ich es nicht länger nicht sagen konnte. Weil ich auch weiß, dass es unter euch viele Maas-Fans gibt, und es tut mir leid, aber irgendwie können wir das Ganze nicht mehr totschweigen. Nein, es tut mir nicht leid. Es tut mir nur leid, dass ich ebenfalls nicht besser war. Dass ich ebenfalls zu den "Das Buch ist problematisch, aber..."-Sagern gehöre. Gehörte? Ich hoffe, gehörte.

Ich weiß nicht, ob ich A Court of Wings and Ruin kaufen werde. Ich denke, dass ich die Throne of Glass-Reihe beenden werde, wenn es so weit ist. Macht mich das zu einem schlechteren Menschen? Das weiß ich nicht. Aber ich kann mit Sicherheit eines sagen: Ich werde nicht mehr die Klappe halten, wenn ich es komisch finde, dass jetzt jeder Charakter ein Loveinterest hat. Ich werde nicht mehr still sein. Denn der Status "Lieblings"-irgendwas schützt kein Buch, keinen Autor vor seinen Fehlern. Niemals.



Weitere Links:

Über Paper Princess' Problematik: Paper Princess, ein Exempel; Oder: Was zur Hölle ist los mit euch?! ಠ_ಠ von Bücher verschlingen.

Eine Rezension zu Den Mund voll ungesagter Dinge und warum das Buch ein schlechtes Vorbild für Heranwachsende ist.

Über A Court of Thorns and Roses von Bücher verschlingen: "Eine Neuerzählung von Die Schöne und das Biest, mit rapey biest-Biest und seinen Vergewaltiger-Freunden."

Auch sehr lesenswert: die Rezension zu ACOTAR von Mareike.

Eine exzellente Link-Sammlung von Artikeln rund um das Frauenbild in Büchern (erneut von Bücher verschlingen): Paper Princess, ein Exempel; oder: Es hat begonnen.

Ein Video von whittynovels über schädliche Beziehungen in Young Adult.

Und zuletzt noch der Blog Writing with Color, an dem einfach alles grandios ist — nicht zuletzt, weil er über all die PoC-Tropes spricht, die viel zu viele von uns viel zu lange hingenommen haben.

Nina C. Hasse hat einen exzellenten Beitrag über Probleme in Liebesromanen geschrieben.

(Wer mehr Beiträge hat, nur her damit: Ich würde euch gerne verlinken.)

Samstag, 15. April 2017

[Talk About Books] 5 Lesenswerte Einzelbände

Einzelbände haben ihren eigenen Reiz. Man weiß, dass man beim Beenden des Buches nicht monate- oder jahrelang* auf eine Fortsetzung warten muss**. Das Ende steht fest. Man lässt sich nur auf ein  einziges Abenteuer mit den Charakteren ein. Wenn's nicht so gut ist, was soll's - man gerät ja nicht in Versuchung, noch einen zweiten oder dritten Band kaufen zu müssen. Vor allem lässt man sich nicht auf eine Trilogie ein, die dann plötzlich zu einer Hexalogie wird. Und Einzelbände können auch nicht unter dem Band-2-Durchhänger leiden.

Vor allem gibt es, gerade, wenn es um Fantasy geht, viel zu wenig Einzelbände. (Wer da gute Empfehlungen hat - nur her damit!) Und so sehr ich doch ein Reihen-Fan bin, liebe ich es doch immer mal wieder, einen guten Einzelband zu lesen. Deshalb stelle ich euch heute fünf Einzelbände aus verschiedenen Genres vor - hoffentlich ist für jeden von euch was dabei. Lasst mir am Ende des Posts doch mal einen Einzelband da, den ihr geliebt habt!

* Jahrzehntelang, wenn man den Fehler gemacht hat, sich auf George R. R. Martin einzulassen.
** Es sei denn, man beendet ein Buch und stellt dann erst fest, dass es doch kein Einzelband war. Dann fühlt man sich erst einmal betrogen.

1. The Song of Achilles - Madeleine Miller

Worum geht's? Um Achilles und Patroclus; erst um ihre Freundschaft, später um ihre Liebe, die durch den Trojanischen Krieg, in den Achilles gezogen wird, wieder und wieder auf die Probe gestellt wird.
Warum ihr es lesen solltet: Miller gelingt es, die griechische Mythologie einfach und verständlich rüberzubringen - Vorkenntnisse braucht man nicht. Außerdem ist der Schreibstil ein einziges Meisterwerk, vermutlich ist es sogar das am besten geschriebene Buch, das ich jemals gelesen habe. Achtung: Rechnet damit, dass das Buch euch mehrmals das Herz brechen wird. Dafür bekommt ihr wundervolle Charaktere und eine Geschichte über Schicksal, Moral und Liebe.

ausführliche Rezension ⚬ Kaufen? ⚬ deutsche Übersetzung: Das Lied des Achill


2. The Hate U Give - Angie Thomas

Worum geht's? Um die sechzehnjährige Starr, die zusehen muss, wie ihr bester schwarzer Freund Khalil von einem weißen Polizisten erschossen wird. Als der Mord in den Medien auseinander gepflückt wird, lernt Starr allmählich, wie wichtig ihre Stimme ist.
Warum ihr es lesen solltet: Ganz im Ernst: Wenn ihr The Hate U Give noch nicht gelesen habt, worauf wartet ihr?* Ich weiß, ich rede andauernd über das Buch, aber das Thema ist einfach wichtig. Wir können nicht länger vor den Ungerechtigkeiten die Augen verschließen, die die ganze Zeit um uns herum passieren. Wem das noch nicht genügt: Das Buch überzeugt nicht nur wegen der Thematik, sondern allein schon wegen Starr und der Dynamik ihrer Familie. Trotz des düsteren Themas erwischt man sich stellenweise beim Grinsen.

ausführliche Rezension ⚬ Kaufen? ⚬ deutsche Übersetzung (erscheint am 24.7.): The Hate U Give

* Legitimer Grund: Ihr wartet auf die deutsche Übersetzung.

3. Was ich euch nicht erzählte - Celeste Ng

Worum geht's? Lydia ist tot. Zurück bleibt ihre Familie - und die Dinge, die sie nicht aussprechen.
Warum ihr es lesen solltet: Celeste Ng zeichnet ein berührendes Familienportrait. Hier geht es nicht um Action, sondern um die Charaktere - und was für welche es sind. Das Buch, das in den 1970ern spielt, spricht nicht nur die Themen Familie und Verlust an, sondern beschäftigt sich auch intensiv mit Migration und den damit verbundenen Stereotypen. Es ist einfach bereichernd - auch gerade für diejenigen, die (wie ich) sonst weniger in dem Genre unterwegs sind.


4. Heartless - Marissa Meyer

Worum geht's? Um Cath, die den König heiraten soll, an dem sie kein Interesse hat — eigentlich will sie nur ihre eigene Bäckerei eröffnen. Doch das Schicksal hat andere Pläne... (Eine Art Vorgeschichte der Königin der Herzen aus Alice im Wunderland.)
Warum ihr es lesen solltet: Weil es einfach perfekt die quirlig-abgedrehte Atmosphäre des "originalen" Wunderlandes einfängt. Meyer gelingt es, den Leser in den Bann zu ziehen — und am Ende reihenweise Herzen zu brechen.


5. We Are Okay - Nina LaCour

Worum geht's? Um Marin, die nach dem Tod ihres Großvaters mit nichts mehr als ihrem Handy und ihrem Geldbeutel in ein neues Leben geflohen ist. Doch jetzt kann sie ihrer Vergangenheit — und ihrer Trauer — nicht länger davon laufen.
Warum ihr es lesen solltet: Weil es eines dieser Bücher ist, das einfach dort trifft, wo's wehtut. Außerdem kann man es wunderbar in einer Sitzung lesen. Wie Was ich euch nicht erzählte, zielt We Are Okay mehr auf die Charaktere ab als auf die Handlung, aber der Fokus liegt absolut richtig, was nicht zuletzt an LaCours wunderbar poetischem Schreibstil liegt.


Jetzt würde ich gern euren Input hören: Was hält ihr von solchen Beiträgen, in denen ich euch Bücher zu einem gewissen Thema / mit einer Gemeinsamkeit vorstelle? Kennt ihr irgendeines der Bücher? Lest ihr lieber Einzelbände oder stürzt ihr euch regelrecht auf Reihen?

Ich für meinen Teil widme mich jetzt wieder meiner aktuellen Lektüre — The Crown's Game von Evelyn Skye —, bei der es sich auch um den Auftakt zu einer Trilogie handelt. Denn so sehr ich Einzelbände auch schätze (und brauche!), ich genieße es auch, lieb gewonnene Charaktere ein weiteres Mal zu sehen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Lieber Harry...


Lieber Harry,

Ich bin mir nicht ganz sicher, wann wir uns das erste Mal trafen. Ich glaube, ich war sechs Jahre alt. Vor allem aber erinnere ich mich daran, im Zug gewesen zu sein. Ich flog förmlich über die letzten Seiten deines Abenteuers, und dann war es auf einmal vorbei - zumindest vorerst - und ich hatte für den Rest der langen Zugfahrt gar nichts mehr zu lesen.
Ich erinnere mich auch noch an dein letztes Abenteuer. Direkt am Erscheinungstag landete deine Geschichte bei uns im Haus, und ich sah das Buch auf dem Tisch liegen. Fast schon ehrfürchtig schlug ich es auf, erhaschte einen Blick auf den Epilog, klappte es schnell wieder zu.
Im selben Jahr erschien auch der fünfte Teil im Kino. Auch daran erinnere ich mich noch. Dass ich, obwohl der Film FSK 12 war, zusammen mit meiner Mutter im Kinosaal sitzen durfte. Die Leinwand erhellte sich und ergänzte Bilder zu den Fantasien in meinem Kopf.
Vielleicht hat mich hast du mich geprägt, Harry, vielleicht aber war ich letztendlich bei all diesen "ersten Malen" zu jung, um es vollkommen zu begreifen. Du warst auf jeden Fall ein Teil meines Lebens, und wenn ich zufällig über einen der Filme im Fernsehen stolpere, dann freue ich mich.
Streichen wir den letzten Satz: Du bist ein Teil meines Lebens.
Denn wenn ich eines mit Sicherheit benennen kann, dann ist es das Gefühl, das mich überkommt, wenn ich eines deiner Abenteuer in den Händen halte. Zuhause. Denn obwohl mein Hogwarts-Brief nicht kam und ein Teil von mir dem immer noch hinterher trauert, so sind mir Hogwarts und Dumbledore und Hermine und Ron und auch du, Harry, so vertraut wie kaum etwas anderes. Wenn ich die ersten Worte lese, dann überkommt mich eine Wärme, ein Gefühl von Sicherheit, das mich für eine Weile von der "echten" Welt ablenkt.

Und dafür bin ich dir sehr, sehr dankbar.

Liebe Grüße,
Isabella


Zu Weihnachten habe ich das wunderbare Geschenk des Harry Potter-Schubers bekommen und mich wieder einmal in den Büchern verloren - oder, besser gesagt, gefunden. Etwa zur gleichen Zeit habe ich Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind im Kino gesehen und geliebt. Wirklich den Ausschlag für den Post gegeben hat allerdings das Drehbuch dazu. Ich war erst skeptisch, und es dauerte ein paar Seiten, bis ich mich richtig an diese ganz besondere Art von Lektüre gewöhnen konnte. Dann aber kehrte das vertraute Gefühl von Heimat zurück - besonders mit Joanne K. Rowlings kleinen Andeutungen im Nebentext, die man im Film gar nicht so mitkriegt.
Es wird immer Menschen geben, die argumentieren, dass man endlich aufhören soll, Harry Potter als Heiligtum zu behandeln. Die sagen, dass es nur noch eine Geldmache Rowlings ist. Das sehe ich nicht so, und es ist auch kein Post, in dem ich irgendwelche Argumentationen abhandeln will. Ich will euch einfach nur dazu ermuntern, in euren "Harry Potters" zu schwelgen - ob das jetzt tatsächlich die Potter-Bücher sind oder einfach Werke, an die ihr verdammt gute Erinnerungen habt.

“It matters not what someone is born, but what they grow to be.”
(J.K. Rowling, Harry Potter and the Goblet of Fire

Montag, 2. Januar 2017

4 Dinge, die ich in Jugendbüchern nicht mehr lesen kann

Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Aber in letzter Zeit hat sich meine Sichtweise auf diverse Aspekte in Jugendbüchern so sehr verändert, dass ich immer öfter und immer schneller genervt bin - mir fallen Dinge auf, die ich früher einfach so hingenommen habe. Hier also vier Klischees, die mich in letzter Zeit ganz besonders wahnsinnig gemacht haben:

Die "beste Freundin"
Spoiler: Sie ist gar keine beste Freundin. 
Grundsätzlich ist sie aber hübscher als die Protagonistin, die neben ihr geradezu verblasst, und vor allem kriegt sie bisher aaaalleeee Typen ab, bis man fast schon den Eindruck bekommt, der Autor/die Autorin möchte sie schlichtweg als Schlampe abstempeln.
Unterstützt wird der Eindruck dadurch, dass die "beste Freundin" keinen eigenen Charakter hat. Sie ist einfach da, und taucht grundsätzlich nur auf, wenn es keine anderen Mittel mehr gibt, um den Plot voranzutreiben. Vor allem ist sie die Erste, die verschwindet, wenn der mysteriöse Typ auftaucht.

Wird voll erfüllt in Nur ein Tag von Gayle Forman.
Wer ausnahmsweise mal über eine gesunde Freundschaft lesen will, dem kann ich nur Schwestern der Wahrheit von Susan Dennard ans Herz legen.

Der Auserwählte
Er hat ein Sixpack (denn wer will sich schon an einen weichen Oberkörper lehnen), ist mindestens dreißig Zentimeter größer als die Protagonistin und hat ein sehr mysteriöses Geheimnis.
Vor allem aber haben wir keine Ahnung, warum er der Auserwählte ist. Ach ja, wegen dem Plot. Es ist ja schön und gut, dass er ganz nett aussieht und einfach p-e-r-f-e-k-t ist. Aber Spaß beiseite, warum genau ist er in einer Beziehung mit der Protagonistin? Was mag er an ihr? Was mag sie an ihm, ganz abgesehen von den großen, starken Händen und der mysteriösen Aura? Was bringt die Beziehung den beiden? Warum sollte ich die Beziehung der beiden gutheißen?
Genau. Bei dem Auserwählten gibt es keine Antwort auf all die Fragen. Er ist eben einfach heiß.

Wird voll erfüllt bei Über mir der Himmel von Jandy Nelson.
Eine gesunde Liebesbeziehung findet ihr unter anderem in Cinder von Marissa Meyer (und in den Folgebänden Scarlet, Cress, Winter).

Die überflüssige Liebesbeziehung
Das ist etwas, das mir vor allem in letzter Zeit verstärkt aufgefallen ist. Wir haben alles: Tolle Charaktere, einen tollen Plot, einen tollen Schreibstil. Das Buch neigt sich der Zielgeraden und - was ist das? - aus heiterem Himmel taucht eine Liebesgeschichte auf. Die der Geschichte überhaupt nichts Gutes tut. Sie ist einfach nur da, weil welches Buch kann heutzutage noch ohne einen romantischen Aspekt auskommen? Wie soll es sich verkaufen?
Mit dem Auserwählten und der "besten Freundin" kann ich wenigstens von Anfang an rechnen. Die überflüssige Liebesbeziehung taucht aber dann auf, wenn eigentlich alles gut ist, und zerstört sämtliche schöne Erinnerungen an das Buch binnen Sekunden.

Besonders übel in Holding up the Universe von Jennifer Niven, aber auch echt nervig in Miss Peregrine's Home for Peculiar Children von Ransom Riggs.
Victoria Schwab beweist, dass Bücher auch ohne Liebesgeschichte grandios sein können - zum Beispiel in A Darker Shade of Magic oder in This Savage Song.

Der belesene Protagonist
Dieser Fall hier ist nicht ganz so schlimm wie die drei oberen, aber ich verdrehe trotzdem jedes Mal die Augen, wenn mir einer über den Weg läuft.
Der belesene Protagonist hat ein mindestens einhundert Jahre altes Lieblingsbuch in fünf Ausgaben und vor allem kann er es von der ersten bis zur letzten Seite rezitieren. (Im Idealfall findet er noch eine/n Auserwählte/n, der dasselbe antike Lieblingsbuch hat!) So grundsätzlich hat er sich durch die halbe Weltliteratur des 19. Jahrhunderts gelesen und würde am liebsten den ganzen Tag von Sturmhöhe schwärmen.
Leute, ich sage nichts gegen diese Bücher. Und wenn das eure Lieblingsbücher sind, dann ist das schön.
Aber jetzt mal ganz im Ernst: Ein Großteil der Jugendlichen heutzutage liest vielleicht eine Handvoll Bücher im Jahr - wenn's hochkommt. Und selbst die, die lesen (da zähle ich mich dazu), wühlen zumindest in ihrer Jugend nicht in anspruchsvollster Literatur, nur um dann in passenden Momenten mit Zitaten um sich zu werfen.

Ist mir aufgefallen in Über mir der Himmel von Jandy Nelson, aber seien wir ehrlich, John Greens Protagonisten neigen auch dazu, und Jennifer Nivens All the Bright Places platzt in der Hinsicht aus allen Nähten.


Ganz im Ernst, Leute? Jetzt geht es mir besser. ;) Nein, Spaß beiseite - auch wenn ich oben einen eher lockeren Ton angeschlagen habe, so ist das Ganze etwas, auf das man meiner Meinung nach tatsächlich aufmerksam machen muss. Natürlich bildet Literatur immer eine idealisierte Realität ab, aber all diese Klischees sind realitätsferner als manch andere - und können schnell den Blick auf die Realität etwas verzerren.

Was nervt euch denn manchmal so richtig an (Jugend-)Büchern?

Übrigens hat Mara von cakes & colors ebenfalls vor ein paar Wochen über 5 Klischees in Young Adult Büchern, die sie nicht ausstehen kann, geschrieben - und ich kann ihr da nur voll und ganz zustimmen! Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei. :)

Samstag, 31. Dezember 2016

17 Neuerscheinungen, auf die ich mich 2017 freue

Da wir uns in den letzten Zügen des Jahres befinden, ist es endlich an der Zeit, einen Ausblick auf 2017 zu wagen. Der Monats-/Jahresrückblick wird im Laufe des Januars folgen, da ich aktuell nicht alle die Bücher zur Hand habe, die ich dafür benötige ;)

Ohne Umschweife - und vor allem ohne irgendeine Chronologie - geht's an die Bücher. (Mir ist bewusst, dass ein Großteil davon Fortsetzungen sind - die Beschreibungen sollten keine Spoiler enthalten.)

Windwitch - Susan Dennard (10. Januar 2017)
Der zweite Band in der Reihe rund um Iseult und Safi, zwei Freundinnen in einer Welt mit einer ganz besonderen Art von Magie. Mir hat der erste Band - Schwestern der Wahrheit bzw. Truthwitch - so gut gefallen, dass ich mittlerweile die deutsche und die amerikanische Ausgabe besitze (und gelesen habe). Mein Highlight? Dass ich endlich einmal geschnallt habe, dass es keine Trilogie, sondern eine vierbändige Reihe werden wird!
→ Meine Rezension zu Schwestern der Wahrheit
→ Mehr Informationen zu Windwitch auf Goodreads


A Conjuring of Light - V.E. Schwab  (28. Februar 2017)
Victoria Schwab ist eine Autorin, die ich 2016 kennen und lieben gelernt habe - deshalb macht es mich fast ein wenig traurig, mich nächstes Jahr gleich von zwei ihrer Reihen "verabschieden" zu müssen. Die Shades of Magic-Reihe ist eine meiner liebsten Buchreihen aller Zeiten, und in A Conjuring of Light findet nun auch Kells und Lilas Geschichte ihr Ende, hach.
→ Meine Rezensionen zu A Darker Shade of Magic und A Gathering of Shadows
→ Mehr Informationen zu A Conjuring of Light auf Goodreads

Traitor to the Throne - Alwyn Hamilton (2. Februar 2017)
Bei Rebel of the Sands handelt es sich ebenfalls um eines meiner liebsten Bücher 2016. Amanis Entwicklung von einem Mädchen, das nur ihrer Heimat entfliehen will, hin zu einer jungen, autonomen Frau, die sich einer Rebellion anschließt, hat mich vollkommen in den Bann gezogen. Auch hier habe ich sowohl die englische als auch die deutsche Version gelesen und bin jetzt ganz gespannt, was Amani noch alles erleben wird.
→ Meine Rezension zu Amani - Rebellin des Sandes
→ Mehr Informationen zu Traitor to the Throne auf Goodreads

Our Dark Duet - Victoria Schwab  (13. Juni 2017)
Was soll ich überhaupt noch zu Victoria Schwab sagen? Ach ja: Sie ist nicht nur eine fantastische Autorin, sondern auch von den Covergöttern gesegnet. Mit Our Dark Duet findet die Monsters of Verity-Dilogie ihr Ende und wir müssen uns von Kate und Augusts Abenteuern verabschieden. Der Vorgänger, This Savage Song, war ein grandioser Auftakt rund um eine gespaltene Stadt, die von Monstern heimgesucht wird.
→ Meine Rezension zu This Savage Song
→ Mehr Informationen zu Our Dark Duet auf Goodreads

Lord of Shadows - Cassandra Clare (23. Mai 2017)
Leute, muss ich eigentlich dazu überhaupt noch etwas sagen? :D Cassandra Clare ist eine der Autorinnen, an der ich mich niemals sattlesen werde - egal, wie viele Geschichten in der Schattenjäger-Welt sie erzählt. Natürlich gibt es Parallelen. Aber jede Reihe hat doch so etwas Einzigartiges an sich, das mich wieder und wieder in den Bann zieht... hach, ich freue mich. Und das Cover ist wirklich toll.
→ Meine Rezension zu Lady Midnight
→ Mehr Informationen zu Lord of Shadows auf Goodreads


Seeker - Veronica Rossi (16. Mai 2017)
Ich habe das Gefühl, dass die Riders-Dilogie bzw. der erste gleichnamige Band zu wenig Beachtung erhält. Generell ist Veronica Rossi eine unterschätzte Autorin. In dem ersten Band erweckt Rossi die vier apokalyptischen Reiter (die manche vielleicht aus Supernatural kennen!) zum Leben und schickt sie auf ein rasantes Abenteuer, dessen Ende besonders schockierend war.
→ Meine Rezension zu Riders
→ Mehr Informationen zu Seeker auf Goodreads


A Court of Wings and Ruin & Throne of Glass #6 - Sarah J. Maas (2. Mai 2017 bzw. September 2017)
Damit habt ihr schon gerechnet, oder? Gleich beide Maas-Reihen finden 2017 ein Ende, und ich weiß nicht, vor welchem Abschluss ich mich mehr fürchte. Sowohl die A Court of Thorns- als auch die Throne of Glass-Bücher haben mich so heftig berührt wie kaum ein anderes Buch. Vor diesen Büchern habe ich geweint, gelacht, geflucht (hauptsächlich geweint, ehrlich gesagt) - ich bin wirklich, wirklich gespannt/verängstigt.
→ Meine Rezension zu A Court of Mist and Fury / Empire of Storms
→ Mehr Informationen zu A Court of Wings and Ruin auf Goodreads


Giants: Zorn der Götter - Sylvain Neuvel (13. Juni 2017)
Giants: Sie sind erwacht ist ganz klar meine Leseüberraschung 2016. Ich taste mich immer noch langsam an Science-Fiction heran, aber Neuvel schafft nicht nur zahlreiche, spannende Charaktere, sondern auch eine Geschichte, die in viele Fachbereiche übergreift und doch begeistern kann. Ich freue mich wirklich wahnsinnig auf den zweiten Band!
→ Meine Rezension zu Giants: Sie sind erwacht
→ Mehr Informationen zu Giants: Zorn der Götter auf Goodreads



Und zu guter Letzt ein paar weitere interessante Neuerscheinungen (und somit auch mal Einzelbände ;)) - ein Klick aufs Cover bietet euch mehr Informationen:

     

Jetzt verratet mir - auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch in 2017?
In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch - auf ein frohes neues Jahr! <3

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Über Bücher und Selbstliebe - Teil 2

doch wie soll diese Revolution aussehen?

Eine "Ich mache das, weil es mir gut tut"-Revolution also. Doch wie soll die aussehen?

Ich habe lange überlegt, welche Richtung ich mit diesen zwei Beiträgen einschlagen will. Will ich predigen, dass man seine Beschäftigung für sich behalten soll, damit möglichst niemand anderes ein schlechtes Gewissen kriegt? - Natürlich nicht.

Will ich euch erzählen, dass ihr nie wieder eure Stresslevel in die Höhe treiben sollt? - Genauso wenig.

die Kunst des Zeitnehmens
Ich will aber, dass ihr euch einmal Zeit nehmt. (Vielleicht gerade jetzt vor Jahresende?) Dass ihr euch hinsetzt und darüber nachdenkt, was euch wichtig ist. Was ihr gerne in eurer Freizeit macht, was euch wirklich Spaß bereitet. (Das heißt natürlich nicht, dass die Schule/euer Studium/euer Job nicht Spaß machen kann/soll!) Denn es ist so wichtig, dass ihr solch eine Sache für euch habt. Dass ihr euch diese Sache immer beibehaltet.

Es ist okay, Bilder zu teilen, in denen man herzeigt, wie viel man lernt. Es ist auch okay, Notenbilder herzuzeigen oder was auch immer man heutzutage noch der Welt mitteilen will. Aber genauso sollten wir an diese anderen Momente denken.

Umso älter ich werde, desto mehr genieße ich es,  zu reflektieren. Und wenn ich bisher eines gelernt habe, dann ist es das: Im Leben ist alles ein Lernprozess. Und es hilft wirklich, sich Gedanken zu machen.

Ich bin jetzt natürlich nicht "geheilt". Ich werde immer noch frustriert und ich vergleiche mich immer noch öfter, als es mir lieb ist, mit anderen. Aber ich bin mir diesen Dingen bewusst. Und so kämpfe ich auch bewusst dagegen an, nehme mir bewusst Zeit für mich.

die Vergänglichkeit unserer Gesundheit
Denn - so klischeehaft sich das auch anhört - ihr habt eure körperliche UND eure geistige Gesundheit nur einmal. Und keine Note, keine Leistung der Welt darf so wichtig sein, dass ihr diese dafür aufs Spiel setzt.

Vor allem ist es bewiesen*, dass regelmäßige Pausen euch effektiver arbeiten lassen. Und wenn ihr merkt, dass euer innerer Workaholic Überhand nimmt, dann zwingt euch, diese Pausen zu machen. Steht auf, entfernt euch vom Schreibtisch und nehmt eure aktuelle Lektüre zur Hand. Lernt Stück für Stück, das schlechte Gewissen zu bekämpfen - und den Kampf zu gewinnen.

Ich bin mir sehr bewusst, wie banal das klingt. Und es passt auch irgendwie nicht recht auf einen Buchblog. Aber es ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt - vor allem etwas, das wir meiner Meinung nach alle lernen sollten. Denn natürlich ist es heutzutage üblich, immer mehr und immer härter zu arbeiten. Doch damit steigt auch die Burn-Out-Rate immer schneller und höher**... und das ist kein schöner Trend.

Also nehmt euch die Zeit zum Lesen. Oder zum Schauen eurer Lieblingsserie. Weil ihr es verdient.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Über Bücher und Selbstliebe - Teil 1

wir schneiden schlecht ab
Was für Effekte die sozialen Medien auf uns haben, wird uns Tag um Tag um Tag wieder erzählt. Wir sitzen in Vorlesungen und hören nur mit einem Ohr zu, in der anderen Hand das Handy, schieben das Essen auf dem Teller so lange hin und her, bis es an der richtigen Stelle ist, und überlegen, welches Foto wir als Nächstes posten, ohne unseren Feed zu zerstören. Den obligatorischen Hashtag nicht vergessen, mehr Likes, mehr Bestätigung, mehr Anerkennung.

Oft fällt in diesen Nachrichten auch der Begriff des Vergleichens. Wir eifern den meistgefolgten Instagrammern nach und beobachten die Youtube-Stars, die ihre Hauls jetzt direkt auf Snapchat machen. Und wir schneiden immer schlecht ab.

Meistens bezieht man sich da auf materielle Dinge. Oder argumentiert, es sei alles mehr Schein als Sein und die anderen seien nicht halb so glücklich, wie sie sich geben.

Aber wie ist das bei diesen #studyposts? Bei den Leuten, deren Snaps immer nur aus Bibliotheksbildern bestehen? Die ihre Instagram-Posts mit #studybreak taggen und - falls man sie mal antrifft! - erzählen, dass sie nur noch Uni-Kram machen und vor Stress nicht einmal mehr zum Essen kommen.

Ihr schließt die Instagram-App. Drückt den Snap der Person weg, frustriert. Und nach dem Gespräch zwingt ihr euch selbst, den Stoff noch einmal durchzugehen, obwohl ihr eigentlich fix und fertig seid und die Spannungskopfschmerzen schon seit einer Woche mit euch herumschleppt.

Das ist kein Post über soziale Medien. Das ist ein Post, in dem ich euch darauf aufmerksam machen will, was es für ein Gift sein kann, seine Erfolge (in meinem Fall besonders Lernerfolge) zu vergleichen. Und was das mit Selbstliebe und, ja, Büchern zu tun hat.

keine Zeit zum Lesen?
Zuallererst möchte ich noch einen anderen Satz in den Raum werfen, ein bisschen weiter ausholen - ein Satz, den ihr wahrscheinlich alle schon gehört oder sogar selbst geäußert habt.
Ich habe im Moment gar keine Zeit zum Lesen.
Statt dem "Lesen" dürft ihr natürlich euer liebstes Hobby nach Wahl einfügen. Und gerne noch einen Grund dahinter schieben, idealerweise etwas wie "weil ich so viel für [xy] machen muss".

Ich habe solche Sätze vor langer Zeit abgelegt. Warum? Weil ich Zeit zum Lesen habe. Ich habe auch Zeit zum Lernen, zum Schreiben, Zeit, mich um den Blog zu kümmern oder mich mit Freunden bei einem Kaffee zu treffen. Nur nutze ich diese Zeit nicht immer für all diese Dinge - weil manchmal eben eine Klausur ansteht, oder ich noch eine Lektüre lesen muss. Ich setze also meine Prioritäten, wähle aus, welche Zeit ich für was nehme.

Denn ich behaupte: Ihr habt alle Zeit zum Lesen. (Oder für das liebste Hobby eurer Wahl.) Ja, auch wenn ihr für die Klausur lernen müsst, auf die ihr euch schon seit Wochen vorbereitet. Oder noch ein paar Aufgaben bearbeiten solltet.

Ich will auch nicht implizieren, dass ihr das Lernen/Arbeiten lassen solltet.

Aber denkt doch mal daran zurück, weshalb ihr überhaupt erst angefangen habt, ein Buch nach dem anderen zu verschlingen.*

Weil ihr gerne in fremde Welten eintaucht. Weil ihr am liebsten selbst mit dem Kommissar an dem kniffligen Fall arbeiten würdet. Weil es für euch nichts Besseres gibt als eine toughe Protagonistin. Weil ihr einfach diesen einen Autor besonders mögt, da er so gut schreiben kann.

Was haben all diese Dinge miteinander? Sie tun euch gut. Das Lesen tut euch gut.

Und deshalb solltet ihr niemals, niemals sagen, ihr hättet keine Zeit dafür.

Schieben wir diesen Aspekt beiseite, ich komme später noch einmal darauf zurück. Stattdessen möchte ich gerne erklären, was genau das jetzt mit dem Vergleichen zu tun hat.

Zuallererst etwas ganz Banales. Eure Freundin hat euch zum fünften Mal erzählt, wie viel sie lernt**, und deshalb fühlt ihr euch jetzt gezwungen, wenigstens ansatzweise ähnlich viel zu lernen. Ihr verändert eure Prioritäten (ganz unabhängig davon, ob ihr das Extralernen wirklich braucht!) und habt somit weniger Zeit zum Lesen. Oder der Katastrophenfall: Ihr fühlt euch einfach nur schlecht, könnt euch weder auf das Lernen noch aufs Lesen konzentrieren.

mehr Druck, mehr Druck, mehr Druck
Egal, wie es ist - ihr schadet euch selbst damit. Und es ist an der Zeit, das zu realisieren.

Natürlich leben wir in einer Gesellschaft, in der es vordergründig darum geht, Leistungen zu erbringen. Geht ihr zur Schule, ist das "hohe Ziel" das Abitur, und seid ihr an der Uni, reden im ersten Semester alle schon vom Master. Während ihr noch darum kämpft, überhaupt zu bestehen, denkt manch anderer schon an den nächsten Notenschnitt. Mehr arbeiten, besser sein, mehr Druck, mehr Druck, mehr Druck.

Aber auf wessen Kosten?

Natürlich könnt ihr euch das Wissen reinpressen, in diesen idiotischen Wettkampf um das mehr-mehr-mehr einsteigen. Doch - und damit werfe ich etwas in den Raum, über das ich selbst noch nachdenke und noch lange, lange nachdenken werde - geht das alles nicht auf Kosten eurer Lebensqualität?

Natürlich kann man das mal machen.

Aber ich bin es leid. Ich bin dieses tägliche Vergleichen leid, dieses "Kannst du das schon?" und "Hast du dies schon gemacht?" und "Nein, ich bin so beschäftigt, ich habe nicht einmal eine freie Stunde mehr am Tag". Ich bin es leid, mich schlecht zu fühlen, weil ich um zwanzig Uhr aufhöre mit dem Lernen. Weil ich nicht den halben Tag in der Bibliothek verbringe und weil nicht jeder Snap aus einem Lernbild besteht. Ich will nicht, dass sich die Äußerung eines Satzes à la "Heute gönne ich mir mal einen lernfreien Abend" mehr wie eine Rechtfertigung denn wie eine simple Aussage anhört.

Wir brauchen eine "Ich mache das, weil es mir gut tut"-Revolution.

-- TEIL 2 FOLGT --

* Ich werde mich von nun an ausschließlich auf das Lesen beziehen, um den Sachverhalt einfacher darzustellen - ich gehe auch stark davon aus, dass ein Großteil von euch gerne in der Freizeit liest. ;)
** Auch "lernen" steht hier vereinfachend: Ich meine damit alle Arbeit, die in euer Studium/eure Bildungslaufbahn fließt.

Und noch ein kleiner Disclaimer: Ich erwarte bei aller Liebe nicht, dass jeder das, was ich hier geschrieben habe, nachvollziehen kann - ich bin mir auch sehr wohl bewusst, dass gerade heutzutage viele bspw. wegen ihres Jobs auf soziale Medien u.ä. angewiesen sind und sich fast schon bewusst auf den Wettbewerb einlassen. Ich habe hier lediglich einen Aspekt gewählt, mit dem ich mich besonders gut identifizieren kann.

Freitag, 28. Oktober 2016

[Talk About Books] "Klassiker", die Zweite

Es ist mittlerweile über anderthalb Jahre her, seitdem ich einen Blogartikel namens Homo faber, Agnes und Co. - oder warum ich keine Klassiker rezensiere verfasst habe. Seitdem hat sich nicht nur einiges geändert, sondern immer wieder kam mir der Gedanke: Ich sollte noch einmal über das Thema schreiben.
Doch bevor ich meine tiefsten Gedanken offenbare (ich habe die Talk About Books-Posts vermisst), möchte ich noch ein paar Sachen klar stellen: Mittlerweile bin ich zwar eine Germanistik-Studentin, aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich Ahnung habe. Oder das Ganze wissenschaftlich oder objektiv angehe. Das will ich mit diesem Artikel gar nicht. Wenn ich also irgendetwas sagen sollte, das "falsch" ist oder unglücklich formuliert, lade ich euch ein, mich darauf hinzuweisen. Nehmt es mir aber nicht übel.
Ich wollte jetzt schreiben "Ohne Umschweife", aber das stimmt nicht. Auf jeden Fall geht's jetzt los.


In dem oben erwähnten Blogartikel sprach ich vor allem von einer Ehrfurcht, bestimmte Bücher, die als "Klassiker" bezeichnet werden, zu rezensieren. Ich würde mich gerne ein wenig von dem Begriff "Klassiker" wegbewegen; grundsätzlich habe ich aber in der Zwischenzeit ein paar Bücher gelesen, die unter diese Kategorie fallen würden - zum Beispiel Dantons Tod, The Picture of Dorian Grey, The Glass Castle,... und gerade diese drei gefielen mir sogar (recht) gut.
Auch spannend finde ich, dass ich damals schrieb, Homo faber nicht zu mögen - im Nachhinein ist es tatsächlich meine liebste Abiturlektüre gewesen.
Was sich also geändert hat, ist mein Blick auf manche Werke. Zugegeben, es hat gedauert, bis ich Dantons Tod begriffen habe - als es dann Klick machte, mochte ich das Buch plötzlich viel lieber. Es ist fast, als wurde mir damit eine neue Welt eröffnet; eine Welt, in der man nicht schreit, "Oh Gott, schon wieder diese Pflichtlektüren", sondern sich tatsächlich mit ihnen beschäftigen möchte.
Braucht es ein Alter für diesen Blickwechsel? Einen erhellenden Moment? Oder vielleicht gehöre ich einfach zu einer Hybrid-Spezies - ich mag die Bücher nicht sofort, aber ich verabscheue sie nicht grundsätzlich?
Ein paar der Fragen, die mir im Kopf herumgeistern. Dann denke ich aber: Hey, so wirklich freiwillig würde ich das Ganze immer noch nicht lesen. Zu Miss Sara Sampson habe ich auch nur gegriffen, weil ich es für Gattungspoetik brauche. Vielleicht unterwerfen wir uns alle nur der Pflicht? Die anderen haben genau dieselben Klick-Momente wie ich, nur sprechen sie nicht darüber?
Nein. Das muss ich selbst widerlegen. Denn ich habe freiwillig zu Oscar Wildes Werken gegriffen - und sie (sehr) gemocht.
Was mich zu einem ganz anderen Gedanken bringt: Warum unterscheide ich überhaupt? Natürlich sind gerade ältere Werke anspruchsvoller. Ich greife nicht danach, wenn ich abends vor dem Schlafengehen ein paar Seiten lesen möchte. Aber das heißt längst nicht, dass das nicht andere machen! Vielleicht ist mein Throne of Glass für jemand anderen Romeo und Julia. Vielleicht ist das Lesen von "Klassikern" oder "literarisch wertvollen" Werken nur eine weitere Präferenz, so wie manche Menschen eben gerne Thriller lesen. Ein kleinerer Anteil vielleicht? Aber dennoch nicht zu leugnen. Gerade jetzt in den ersten Wochen meines Studiums habe ich doch ein paar Kommilitonen getroffen, die selbstverständlich über derartige Werke sprechen, wo ich nur nicke und lächle. Weil ich keine Ahnung habe, worum es geht. Weil ich mich noch nie auf die Art und Weise damit auseinandergesetzt habe.

Der Artikel hat eine ganz andere Richtung genommen, als ich erwartet habe - aber umso mehr ich über das Thema nachdenke, desto mehr Fragen (und Antworten!) warten auf mich.
Zum Beispiel haben wir in einem Seminar einen Text gelesen, der den Literaturbegriff hinterfragte. Das war auch etwas, über das ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Ich dachte, Literatur ist einfach das, was man liest. Genau, wie ich mir einen Augenblick später dachte, dass ich einen Einkaufszettel nicht als Literatur bezeichnen würde. (Allerdings würde ich Terry Eagleton auch nicht zustimmen, dass manche Werke einen Literatur-"Status" hinzugewinnen oder verlieren können.)
Dasselbe ist also auch auf meinen "Klassiker"-Konflikt anzuwenden. Nur, weil ich mich nicht mit dem Thema auseinandergesetzt habe, heißt es nicht, dass andere das ebenso gemacht haben. Vielleicht habe ich gerade in der Hinsicht einfach ein eingeschränktes Blickfeld, was bedeutet, dass ich noch viel zu lernen habe - und viel lernen werde.
In meinem alten Blogpost erklärte ich, dass ich "Klassiker" nicht rezensieren würde, weil mich eine Art Ehrfurcht davon abhält. Habe ich immer noch die Ehrfurcht? Absolut. Aber gerade mit ein paar kleinen Gedanken zu The Glass Castle oder Lord Arthur Savile's Crime sind die Barrieren etwas verschwommen. Wohlgemerkt die Barrieren, die in meinem Kopf existieren.

Was ich in den letzten Absätzen sagen wollte? Ich weiß es selbst nicht ganz genau. Vermutlich etwas in der Art:
  1. Ich befinde mich in einem ständigen Lernprozess, was Literatur, "literarisch wertvolle" Werke und alles andere anbetrifft. Der Lernprozess hat womöglich dann angefangen, als ich zu lesen lernte, aber ich bezweifle, dass er jemals enden wird.
  2. Auch Werke, die man verflucht, kann man zu lieben lernen. Man muss sich Zeit und Geduld nehmen, aber es ist möglich - zumindest ein besseres Verständnis kann man immer erreichen.
  3. Ich werde niemals an dem Punkt ankommen, an welchem ich freiwillig wahllose Reclam-Heftchen kaufe und verschlinge. Ob ich mehr von einem bestimmten Autor lesen werde? Vielleicht. (Ich liebäugle mit Shakespeare. Und, sowieso, Oscar Wilde.)
  4. Letztendlich ist das Lesen von "solchen" Büchern auch nur eine Präferenz wie jede andere. Nur weil ich das nicht regelmäßig lese oder zum Abschalten verschlinge, heißt es noch lange nicht, dass meine Sichtweise die einzige ist. Das ist etwas, das ich mir unbedingt öfter ins Bewusstsein rufen muss.
Ich bin selbst ganz fasziniert von der Art und Weise, wie sich in der letzten halben Stunde meine Ansichten ein weiteres Mal verändert haben. Vielleicht werde ich in einem Jahr einen weiteren Beitrag schreiben und in dem Goethe und Lessing verfluchen... Aber bis dahin werde ich weiter lesen. Und lernen.

Lasst mir eure Gedanken da. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? An welchem Punkt des "Prozesses" befindet ihr euch? Oh, und gerne nehme ich auch Empfehlungen für ganz "literarisch wertvolle" Werke entgegen. Was muss man unbedingt gelesen haben?

Dienstag, 5. Januar 2016

[talk about books] Neuerscheinungen 2016

Frohes neues Jahr, liebe Leser!

Weil ich fest entschlossen bin, eine Tradition daraus zu machen, werde ich auch dieses Jahr über Neuerscheinungen sprechen, auf die ich mich sehr freue.
An der Stelle ein Geständnis: Ich habe nur zwei der fünf Bücher von letztem Jahr (bisher) gelesen. Das wird allerdings noch nachgeholt! Zumindest die Silber-Reihe und die Night School Bücher werde ich noch abschließen.
Jetzt aber zurück zu diesem Jahr.

Gleich im Februar erscheint ein Buch, das meiner Meinung nach viel zu sehr unterschätzt wird. Generell wird dieser Autorin nicht annähernd die Aufmerksamkeit entgegen gebracht, die sie verdient. Hierbei handelt es sich um Riders von Veronica Rossi, der Frau, die auch die Gebannt-Trilogie geschrieben hat (hier ist die Rezension zu Band 1), einer absolut FANTASTISCHEN Trilogie. Ihr seht, meine Erwartungen sind hoch.
Hier die Zusammenfassung von Riders:
For eighteen-year-old Gideon Blake, nothing but death can keep him from achieving his goal of becoming a U.S. Army Ranger. As it turns out, it does.
Recovering from the accident that most definitely killed him, Gideon finds himself with strange new powers and a bizarre cuff he can’t remove. His death has brought to life his real destiny. He has become War, one of the legendary four horsemen of the apocalypse.
Over the coming weeks, he and the other horsemen—Conquest, Famine and Death—are brought together by a beautiful but frustratingly secretive girl to help save humanity from an ancient evil on the emergence.
They fail.
Now—bound, bloodied, and drugged—Gideon is interrogated by the authorities about his role in a battle that has become an international incident. If he stands any chance of saving his friends and the girl he’s fallen for—not to mention all of humankind—he needs to convince the skeptical government officials the world is in imminent danger.
But will anyone believe him? Quelle
Warum ich so fasziniert von einer Geschichte über die Horsemen bin? Nun, dieses Thema wird bereits in Supernatural, einer meiner liebsten TV-Serien aufgegriffen, und das auch noch als Buch, geschrieben von einer meiner Lieblingsautorinnen?! Awesome.
Kann ich Riders bitte JETZT schon haben?

Erscheint: Februar 2016

Und auf Neuerscheinung Nummer 2 habt ihr alle ebenfalls gewartet, nicht wahr? Natürlich geht es hierbei um die fabelhafte Cassandra Clare, die endlich, endlich endlich endlich einen neuen Reihenauftakt rausbringt. 
Ich spreche von Lady Midnight, einem Buch, das nach The Mortal Instruments spielt. Deshalb kann folgende Zusammenfassung auch Spoiler enthalten:
It’s been five years since the events of City of Heavenly Fire that brought the Shadowhunters to the brink of oblivion. Emma Carstairs is no longer a child in mourning, but a young woman bent on discovering what killed her parents and avenging her losses.
Together with her parabatai Julian Blackthorn, Emma must learn to trust her head and her heart as she investigates a demonic plot that stretches across Los Angeles, from the Sunset Strip to the enchanted sea that pounds the beaches of Santa Monica. If only her heart didn’t lead her in treacherous directions…
Making things even more complicated, Julian’s brother Mark—who was captured by the faeries five years ago—has been returned as a bargaining chip. The faeries are desperate to find out who is murdering their kind—and they need the Shadowhunters’ help to do it. But time works differently in faerie, so Mark has barely aged and doesn’t recognize his family. Can he ever truly return to them? Will the faeries really allow it? Quelle
Mehr Schattenjäger! Mehr Cassandra-Clare-Fabelhaftigkeit!! Und für alle, die nur auf Deutsch lesen, habe ich auch eine gute Nachricht: Lady Midnight wird nur zwei Monate später bei Goldmann erscheinen! (Und sie haben das tolle Cover beibehalten!)

Erscheint: 8. März 2016

Und bevor der Post hier ausartet, gibt es ein paar weitere Bücher, die mich interessieren, im Schnelldurchlauf:
Laini Taylor, die Autorin der Daughter of Smoke and Bone Bücher, bringt nach einer (gefühlt) langen Zeit eine neue Reihe raus, beginnend mit Strange the Dreamer, erscheint September 2016.
Und Marissa Meyer (ich habe erst Cinder gelesen, Rezension folgt noch!), die Autorin von The Lunar Chronicles bringt eine neue Märchenadaption raus: Heartless.

Na, da freut man sich doch auf 2016!
Was sind denn die Neuerscheinungen, auf die ihr euch ganz besonders freut?!