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Samstag, 25. März 2017

[Rezension] The Hate U Give - Angie Thomas


Inhalt
Die sechzehnjährige Starr lebt in zwei Welten: Garden Heights, einem verarmten Viertel, in dem sie aufgewachsen ist; und Williamson, eine Elite-Schule, wo sie eine von wenigen Schwarzen ist. Starrs Leben verändert sich radikal, als sie sieht, wie ihr bester Freund Khalil von einem weißen Polizisten erschossen wird. Bald ist Khalils Tod in allen Schlagzeilen, von vielen wird er als Drogendealer abgestempelt. Starr ist die einzige Zeugin. Doch ihre Worte könnten ihr Leben in Gefahr bringen...

Meine Meinung
Als ich The Hate U Give zum ersten Mal gelesen habe, brauchte ich zweieinhalb Tage dafür. Danach trug ich es bei Goodreads ein, verpasste dem Buch fünf Sterne, und tat zwei Stunden später etwas, das ich noch nie getan habe: Ich las es direkt noch einmal.
Beim zweiten Lesen liebte ich es noch mehr. Und, ganz im Ernst, ich habe jedes bisschen meiner Selbstbeherrschung zusammenkratzen müssen, um nicht noch ein drittes Mal damit anzufangen. The Hate U Give hat mir das Gefühl gegeben, bei jedem Lesen noch ein bisschen mehr zu entdecken, die Wichtigkeit des Buches noch stärker zu verinnerlichen. THUG ist das perfekte Beispiel für all die Dinge, die ich bei Young Adult Büchern lesen möchte, und ein Beispiel für die, von denen ich noch gar nicht wusste, dass ich sie lesen muss.
Zuallererst ist da natürlich Starr. Allein die Art und Weise, wie sie erzählt, ist einzigartig. Thomas' Schreibstil passt perfekt; sie redet nicht um den Brei herum und verschönt erst recht nichts. Wir erleben eine Starr, die zum zweiten Mal in ihren 16 Jahren den Mord eines schwarzen Kindes miterleben muss und sich von den Gräueln übergeben muss. Wir erleben eine Starr, die sich an die Schulter ihres Vaters anlehnt, weil er der Einzige ist, der ihr noch ein Gefühl von Sicherheit geben kann. Und wir erleben eine Starr, die realisiert, dass die Dinge, die sie zu sagen hat, sehr wohl wichtig sind.
A lump forms in my throat as the truth hits me. Hard. "That's why people are speaking out, huh? Because it won't change if we don't say something."
"Exactly. We can't be silent."
"So I can't be silent."
So wie Starr Stück für Stück mehr begreift, realisierte auch ich während des Lesens immer wieder, was für Privilegien ich eigentlich habe. Dass diese viel größer sind als ich bisher geahnt habe. In THUG gibt es eine Szene, wo Starr, ihre Mutter und ihre Brüder beim Essen sitzen und man Schüsse hört. Die Familie zieht sich in einen Raum zurück, der keine Außenwand hat, um geschützt zu sein. Erschreckend war nicht (nur), dass sie sich in solch einer Situation befanden. Was mich am meisten schockierte, war die Normalität, die Ruhe, mit der sie mit dem Ganzen umgingen. Weil sie es gewohnt waren.
Aber auch wenn Starr die Protagonistin von THUG ist, so ist sie längst nicht die Einzige, deren Geschichte hier erzählt wird. Wir erfahren auch über die Geschichte von Starrs Onkel Carlos, der ebenfalls Polizist ist. In den drei Jahren, die Starrs Vater im Gefängnis verbrachte, ist er für Starr wie ein zweiter Vater geworden. Wir lernen aber auch mehr über Starrs Halbbruder Seven, der alles für seine Familie tun würde und daraufhin zwischen zwei Fronten steht. Selbst die ganzen Nachbarn in Garden Heights bekommen eigene Namen, Gesichter, Geschichten. Ich habe noch nie ein Jugendbuch gelesen, in dem ausnahmslos jeder Charakter detailliert ausgearbeitet war und sich nahtlos einfügte. Ich hatte das Gefühl, bei Starr zu sein, im Laden ihres Vaters zu stehen, das Loft ihres Freundes Chris zu betreten.
I used to tell him he was so pale he looked like a marshmallow. He hated that I compared him to food. I told him that's what he got for calling me caramel. It shut him up.
Stichwort: Chris. Ein weiterer Aspekt, den ich an THUG als Jugendbuch liebte: Unsere Protagonistin ist ausnahmsweise mal schon in einer Beziehung, als ihre Geschichte beginnt. Darüber hinaus ist Chris weiß, was mehrmals zu Konflikten zwischen den beiden führt. So fragt sich Starr, ob sie ihre Identität vernachlässigt, wenn sie mit Chris zusammen ist. Ob nicht jemand Weißes, Blondes, Reiches (ihre Worte) besser geeignet wäre. Chris wird nicht nur sehr lieb und authentisch dargestellt, sondern tritt auch regelmäßig in Fettnäpfchen und wird für sein "weißes Verhalten" aufgezogen. Angie Thomas bringt vor allem bei ihm oft eine leichtere, humoristische Note rein.
"I swear, I don't understand white people. Breadcrumbs on macaroni, kissing dogs on the mouth—"
"Treating their dogs like kids," I add.
"Yeah!" says DeVante. "Purposely doing shit that could kill them, like bungee jumping."
"Calling Target 'Tar-jay,' like that makes it fancier," says Seven.
"Fuck," Chris mutters. "That's what my mom calls it."
Seven and I bust out laughing.
Was mich ebenfalls regelmäßig zum Schmunzeln brachte, war Starrs Familie, insbesondere ihre Eltern. Lisa und Maverick Carter erleben wir in allerlei Lebenslagen. Wir sehen sie streiten, sich gegen Starr "verschwören", es wird selbst erzählt, wie sie sich kennenlernten. Starr nennt ihre Eltern an einem Punkt ihr "OTP" (One True Pairing). Familie wird in THUG einfach großgeschrieben, ist immer präsent, und es wird fantastisch gemacht.
Die Themenvielfalt geht da noch weiter - auch alltäglicher Rassismus wird angesprochen. Eine "Freundin" Starrs lässt immer wieder bedenkliche Dinge von sich. Nach Khalils Tod entscheidet sich ein Großteil von Starrs Schule, zu protestieren - um dem Unterricht zu entkommen, nicht wegen Khalil, da er ja eh "nur" ein Thug war.
They act like I'm the official representative of the black race and they owe me an explanation. I think I understand though. If I sit out a protest, I'm making a statement, but if they sit out a protest, they look racist.
Denn zuletzt geht es in The Hate U Give um die Khalils. Um die Schwarzen, die in den letzten Jahren von weißen Polizisten erschossen wurden, obwohl sie keine Waffe bei sich trugen, geschweige denn eine Gefahr darstellten. Und, ja, es geht auch um die Khalils, die noch kommen werden. Starr formuliert es besser als ich es jemals könnte:
Yet I think it'll change one day. How? I don't know. When? I definitely don't know. Why? Because there will always be someone ready to fight. Maybe it's my turn.
The Hate U Give ist einer der besten YA-Romane, den ich jemals gelesen habe. Vor allem hat mir Angie Thomas eine Welt nahegebracht, die ich vorher so nicht kannte - vor der ich, ganz im Ernst, einen Großteil meines Lebens meine Augen verschlossen habe. Sie hat mir gezeigt, wie gut ich es habe, und mich fürchten lassen, was für idiotische Dinge ich Zeit meines Lebens von mir gegeben habe. All das hat sie in Starrs Geschichte gepackt, mit einer authentischen Erzählstimme, Charakteren, die ich unglaublich gerne kennenlernen würde, und Worten, die genau dort treffen, wo's wehtut.

Fazit
Ich habe es auf anderen Plattformen schon geschrieben, aber eigentlich brauche ich nicht viel mehr zu The Hate U Give sagen als: Wenn ihr 2017 nur ein einziges Buch lest, dann dieses. THUG begegnet all die hohen Erwartungen und übertrifft sie anschließend. Jetzt schon das wichtigste Buch des Jahres.


The Hate U Give ⚬ Hardcover: 464 Seiten ⚬ Balzer + Bray ⚬ Einzelband ⚬ aktuell 9,99€ ⚬ Kaufen?

Mittwoch, 15. März 2017

[Rezension] We Are Okay - Nina LaCour


Inhalt
Marin ist nach dem Tod ihres Großvaters regelrecht geflohen. Nichts außer ihrem Handy und ihrem Geldbeutel hat sie mit nach New York genommen, und erst recht hat sie mit niemandem aus ihrem alten Leben gesprochen. Jetzt ist Weihnachten, und Marin bleibt als Einzige in ihrem Wohnheim über die Ferien.
Vor allem kommt Mabel - Marins beste Freundin - zu Besuch, und Marin bleibt nichts anderes übrig, als sich Stück für Stück ihrer Vergangenheit zu stellen.

Meine Meinung
Das Cover von We Are Okay hat mich fast schon verfolgt - egal, wo ich im Internet unterwegs war, immer wieder schien ich darüber zu stolpern. Dann stand ich im Buchladen vor einem Exemplar, und einen Augenblick später an der Kasse. Ich wusste lediglich, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und dass LaCours Schreibstil grandios sein soll, als ich mit dem Buch begann - und das reichte vollkommen aus.
We Are Okay ist nicht vom Plot getrieben. Es ist ein Buch, das vom Zwischenmenschlichen lebt, von Gefühlen und Beziehungen und noch mehr Gefühlen. Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die sich im Laufe des Buches annähern, und es wird durchgängig aus Marins Sicht erzählt.
Anfangs fiel es mir noch etwas schwer, in die Geschichte reinzukommen - gerade, weil es eben nicht auf Action zielt, sondern der Ton eher sanfter, langsamer ist. Ich fragte mich immer wieder, wohin die Erzählung führen soll, was die verschiedenen Passagen bedeuten. Erst nach ein paar Kapiteln erkannte ich den roten Faden, die Motive, die sich durch das Buch ziehen - Freundschaft und Familie im Vordergrund, aber auch Einsamkeit und Trauer.
Ab da war ich vollkommen in der Geschichte gefangen. We Are Okay hat gerade mal 230 Seiten, man kann das Buch - und das kann ich nur empfehlen - locker in ein paar Stunden lesen. Und Nina LaCours Schreibstil ist wirklich grandios, wird den Lobpreisungen voll und ganz gerecht. Jedes Wort ist richtig platziert, und ein Großteil traf mich mitten ins Herz. Mehrmals standen mir die Tränen in den Augen, teils auch, weil ich Marins Gefühle - als sie diese dann zulässt - sehr gut nachvollziehen konnte.
"I was okay just a moment ago. I will learn how to be okay again."
(Nina LaCour, We Are Okay)
Wie oben schon angedeutet, behandelt We Are Okay eine Vielzahl von Themen, die trotz des Schwerpunkts auf Marins Gedankenwelt nicht zu kurz kommen. Auch ihre beste Freundin Mabel und die Vergangenheit der beiden wird ausreichend beleuchtet, genauso wie die Geschichte von Mabels Großvater. Zum Ende hin warteten sogar noch mehrere Überraschungen auf den Leser, die ich so nie erahnt hätte.
We Are Okay ist außerdem ein weiteres tolles Beispiel für Diversität: Mabel ist Spanierin, und LaCour flicht ihre Kultur geschickt und sensibel ein, außerdem ist die Protagonistin Marin homosexuell. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass das Thema Sexualität nicht explizit diskutiert wird, sondern einfach als selbstverständlich dargestellt wird. Ich kann für die Art der Darstellung nicht sprechen, da Nina LaCour allerdings selbst mit einer Frau verheiratet ist, denke ich, dass sie das Thema korrekt repräsentiert haben wird.
Letztendlich war We Are Okay viel zu schnell vorbei, und es kochten immer noch viel zu viele Gefühle in mir. Das Buch hat einfach irgendetwas in mir getroffen, und ich werde es eines Tages noch mal zur Hand nehmen und Marins Geschichte ein weiteres Mal durchleben müssen.
We Are Okay mag mit leisen Tönen sprechen - aber es hinterlässt einen lauten Nachklang.

Fazit
We Are Okay ist das erste Buch, das ich von Nina LaCour gelesen habe, aber es wird definitiv nicht das letzte sein. Mit unglaublichem Feingefühl erzählt die Autorin Marins Geschichte und bringt nicht nur eine Vielfalt von Themen in die Erzählung, sondern schafft es wieder und wieder, den Leser zu berühren. Ein tolles Buch, das vom Zwischenmenschlichen lebt und es sich zu Eigen macht.


We Are Okay ⚬ Taschenbuch: 240 Seiten ⚬ Dutton Books for Young Readers ⚬ Einzelband ⚬ ca. 9,99€ ⚬ Kaufen?
  

Mittwoch, 22. Februar 2017

[Rezension] Traitor to the Throne - Alwyn Hamilton

Da es sich hierbei um einen zweiten Band handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.


Inhalt
Es ist über ein halbes Jahr vergangen, seitdem Amani bei den Rebellen ein Zuhause gefunden hat. Ahmeds Botschaft verbreitet sich langsam, aber sicher - wenn auch nicht ohne Rückschläge. Auch Amanis Weltbild wird erneut erschüttert, als sie gekidnappt wird und in den Fängen des Sultans höchstpersönlich landet. Stück für Stück kommt sie hinter die Pläne des Mannes, gegen dessen Herrschaft sie kämpft, und muss feststellen, dass diese größer und wahnsinniger sind als sie jemals hätte ahnen können.

Meine Meinung
Traitor to the Throne gehört ebenfalls zu den Büchern, deren Erscheinen ich dieses Jahr kaum erwarten konnte. Und - so viel kann ich vorwegnehmen - es hat mich nicht im Geringsten enttäuscht.
Das Buch setzt einige Monate nach den Geschehnissen im letzten Band ein. Ein erstes, zusammenfassendes Kapitel klärt darüber auf, was in der Zwischenzeit vorgefallen ist. Dann sind wir zurück im Geschehen, das wieder aus Amanis Perspektive erzählt wird - und Leute, ich verrate euch nicht zu viel, wenn ich sage, dass Amani in diesem Teil noch mehr Biss hat.
Ich habe Amani im ersten Band geliebt; jetzt, nach Traitor to the Throne, vergöttere ich sie schon fast. Ihre Entschlossenheit, ihre Fähigkeit, einen kühlen Kopf auch in brenzligen Situationen zu behalten, ihre sarkastischen Kommentare - all das ist präsenter denn je. Doch Hamilton zeigt auch, dass Amani eben nicht perfekt ist. Amani selbst sagt es - dass sie zum Beispiel immer noch sich zuerst retten würde, dass es ihr nicht gelingt, so selbstlos zu sein, wie sie manchmal gern sein würde.
Gleichzeitig ist sie unabhängig - natürlich bewegt sie sich in einem Netzwerk von Freunden (ich werfe hierbei einen intensiven Blick auf Shazad, die fast die verborgene Heldin der Geschichte ist) und bändelt auch mit Jin an, doch das ist alles nicht so überwältigend. Gerade die Romanze (was auch teils daran liegt, dass Jin in diesem Band kaum anwesend ist) ist einfach so schön dezent, sie überwiegt nicht die ganze andere Handlung und strotzt auch nicht vor schwülstigen Liebesgeständnissen. Ich liebe einfach die Charaktere, alte und neue, die wir in Traitor to the Throne kennenlernen - und was für welche!
Was ich besonders an dem Band liebte, war die Tatsache, dass der Sultan auftritt - mehr als nur einmal, er nimmt zeitweise eine große Rolle in Amanis Leben ein, prägt ihre Gefangenschaft im Harem sehr. Der Sultan ist der große Endgegner - derjenige, den Ahmed stürzen will. Zu den Anschuldigungen bekommen wir plötzlich ein Gesicht, und nicht nur das: Wir bekommen eine dreidimensionale Figur, einen Mann, der mehr als nur ein Bösewicht ist, sondern ein Charakter mit Tiefen, wie man sie kaum erahnen kann. Ich war fasziniert, so fasziniert - generell von dem ganzen Einblick ins Innere des Harems, der uns geboten wurde. Ich würde gerne mehr sagen, doch das ist kaum möglich, ohne zu spoilern - aber glaubt mir: Alwyn Hamilton hat so einiges in petto, und vor allem trampelt sie ausgiebig auf den Leserherzen herum.
Grundsätzlich wird der Weltenbau in Traitor to the Throne weiter ausgearbeitet; einerseits kriegen wir mehr von der Welt zu sehen, andererseits werden aber auch so viele Legenden mehr erzählt, die sich Stück für Stück in das Bild einer Welt einfügen, die trotz ihrer Fremdheit sehr vertraut wirkt. Nicht zuletzt "schuld" daran ist Hamiltons Schreibstil, der sich nicht mit überflüssigen Beschreibungen aufhält, sondern auf den Punkt kommt und einfach... erzählt.
Traitor to the Throne misst fasst 600 Seiten - und es gibt keine einzige, die ich nicht geliebt habe. Das Buch hat mich zum Lachen gebracht, es ließ mir den Atem stocken und ja, mir kamen auch die Tränen. Ein grandioser Folgeband zu einem fantastischen Debüt.

Fazit
Traitor to the Throne steht Rebel of the Sands in nichts nach, im Gegenteil - es übertrifft seinen Vorgänger um Längen. Hamilton begeistert mit neuen Charakteren, einer fantastischen Protagonistin und fesselnden Plottwists. Wer Rebel of the Sands liebte, wird Traitor to the Throne vergöttern!


Traitor to the Throne ⚬ Taschenbuch: 592 Seiten ⚬ Faber & Faber ⚬ Reihe: 2/3 ⚬ ca. 6,99€ ⚬ Kaufen?

Samstag, 4. Februar 2017

[Rezension] Heartless - Marissa Meyer


Inhalt
Der unverheiratete König hat Interesse an Catherine - für jedes andere Mädchen wäre dies ein Grund zur Freude. Catherines Leidenschaft liegt jedoch beim Backen, ihr Traum ist es, zusammen mit ihrer Magd Mary Ann eine Bäckerei zu eröffnen.
Als Catherine auf einem Ball begreift, dass der König ihr gleich in aller Öffentlichkeit einen Heiratsantrag machen wird, entflieht sie den Festivitäten - und stolpert in die Arme Jests, der Joker des Königs. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebe, und Cath ist fest entschlossen, ihre Zukunft eigenhändig zu gestalten... doch das Schicksal hat andere Pläne.

Meine Meinung
Bevor ich in meine Lobeskapaden ausbreche, einen kleinen Disclaimer: Ich habe weder Alice im Wunderland gelesen noch irgendeine Filmadaption gesehen -  schlug also mit nahezu keinem Vorwissen Heartless auf.
Denn Heartless ist nicht nur irgendeine Geschichte; sie ist eine Vorgeschichte der Königin der Herzen, oder vielmehr Meyers eigene Interpretation davon. Für mich war das Ganze besonders schräg; ich bin Alice im Wunderland bisher nicht nur entgangen, ich habe es regelrecht gemieden, wirkte es immer etwas befremdlich auf mich. Heartless habe ich vordergründig wegen der Autorin erworben, wegen meiner Neugier, was sie wohl als Nächstes zu Papier gebracht hat - ich hatte somit keinerlei Erwartungen, als ich an das Buch heranging.
Und ich hatte auch keine Ahnung, was mich erwarten würde. Vom ersten Kapitel an begegnet man als Leser einer ganz besonderen, wundersamen Welt mit sprechenden Hasen, Kartensoldaten und allerlei weiterer wundersamer Bewohner. Meistens ist es so, dass die Hauptfigur selbst neu in solch einer Welt ist; hier allerdings waren alle mit den Begebenheiten vertraut und ich war die "Fremde", die, die sich umsah, sich wunderte, sich mit einer ganz neuen Welt vertraut machte.
Das ist alles bewusst so gewählt - denn Meyers Schreibstil ermöglichte es mir ohne weiteres, die Welt und ihre Bewohner nachzuziehen. Vor meinen Augen erstanden Cheshire, der Laden des Hutmachers, Jest mit seinem Raben als Begleiter, als hätte ich sie mein ganzes Leben lang schon gekannt.
Zu Anfang überwiegt auch die locker-leichte Atmosphäre des Buches - wir schweben in den Düften von Caths Zitronentarts und bissigen Austauschen mit Cheshire.
"Are you here for a reason, Cheshire?"
"Why, yes, I would enjoy a cup of tea. I take mine with lots of cream, and no tea. Thank you."
(Marissa Meyer, Heartless, S. 199)
Schnell aber schwindet diese Atmosphäre, und das Buch wird immer düsterer, düsterer, düsterer - in Dimensionen, die sich nicht mehr mit den Lunar Chronicles vergleichen lassen.
Inmitten all dem ist natürlich vorrangig Catherine - eine Protagonistin, die ich so noch nie gelesen habe, die ich aber doch schnell ins Herz schloss. Ich konnte mich unglaublich gut mit ihr identifizieren, und kann mir vorstellen, dass ich damit nicht die Einzige bin. Ihr Traum von der Bäckerei ist quasi unmöglich, da ihre Eltern strikt dagegen sind, und doch hört sie nie auf zu träumen - sie schafft den Schritt vom Traum zur Wirklichkeit jedoch nur so halb, ist letztendlich irgendwie eine Gefangene der Gesellschaft. Die ganze Zeit über bleibt die Frage, ob es ihr gelingt, auszubrechen.
Auf der anderen Seite ist Jest. Jest ist einer dieser männlichen Charaktere, die eine oberflächliche Nonchalance mit sich bringen, und ehe ich mich versah, grinste ich nur noch wegen der Gespräche der beiden. Sie haben eine wundervolle Dynamik zusammen, und obwohl von Anfang an klar ist, dass es eine Liebesgeschichte geben wird, so streckt sich diese über das Buch aus und ist einfach herzerwärmend. Ich kann es nicht anders beschreiben - es ist, als wäre Heartless zu einem Zeitpunkt in mein Leben gekommen, in dem ich es dringend benötigte.
"She shuddered. 'No, it wasn't Raven. It was... I thought I saw... nothing.'
'I see nothing all the time.'
'As I said before, it was very warm inside, that's all. And I've barely eaten all day.'
'No doubt the corset of tortures didn't help.'
Her scowl deepened. 'A lady's undergarments are not a suitable topic of conversation.'
He raised his hands in surrender. 'Only a theory, my lady. I'm sure your lack of sustenance is much more the culprit. Here.' He reached for a pouch at his belt and retrieved a chocolate. 'I was saving this for later, and so I must have been saving it for you.'
(Marissa Meyer, Heartless, S. 56)
Auch die Nebencharaktere sind alle ein Faszinosum in sich - der Hutmacher, der König, selbst Caths Eltern. Alle sind durch ihre eigenen Charakteristika gekennzeichnet und, obwohl nicht durchgehend liebenswert, passen sich perfekt in dieses wundersame Gefüge ein.
Wie ich oben schon erwähnt habe, ist Heartless nicht durchweg eine leichte Geschichte. Spätestens ab der Hälfte des Buches schnürte sich mir immer öfter und öfter die Kehle zu, als sich Ahnungen anbahnten, eine düstere als die andere... Und tatsächlich löste das Buch einen Haufen Emotionen aus, von Trauer über Wut bis zu mehr Trauer, ehe ich es zuschlug und einfach gar nicht mehr wusste, was ich fühlen sollte. Auch jetzt muss ich immer noch an die Geschichte denken und kann gar nicht glauben, was Meyer mir damit angerichtet hat - vor allem bei einem Buch, von dem ich keinerlei Erwartungen hatte. Heartless hat mir definitiv mein Herz gestohlen.

Fazit
Mittlerweile glaube ich, dass es nichts gibt, das Marissa Meyer nicht schreiben kann. Der Einzelband Heartless hat mich mit der wundersamen Welt, in der er spielt, und den noch wundersameren Charakteren von der ersten Seite an überzeugt und mich unglaublich berührt. Ein grandioses Werk!


Heartless ⚬ Taschenbuch: 453 Seiten ⚬ Einzelband ⚬ Feiwel and Friends ⚬ ca. 7,99€ ⚬ Kaufen?

Sonntag, 18. Dezember 2016

[Rezension] Giants: Sie sind erwacht - Sylvain Neuvel


Inhalt
Die kleine Rose stößt auf eine gigantische Metallhand beim Spielen. Siebzehn Jahre später, mittlerweile als außerordentliche Physikerin, arbeitet sie daran, das Mysterium aufzudecken. Doch die Körperteile sind auf der ganzen Welt verteilt, und schon bald wird das ganze Unternehmen größer und verworrener, als alle Beteiligten jemals erwartet hätten...

Meine Meinung
Giants: Sie sind erwacht ist eines dieser Bücher, von denen ich etwas ganz anderes erwartet habe, die meine Erwartungen erst sprengen und dann übertreffen.
Denn gleich beim Lesen der ersten Seiten fällt auf: Das ist kein gewöhnliches Buch. Tatsächlich erzählt Sylvain Neuvel seine Geschichte in Form von Interviews und Tagebucheinträgen... und wie gut er das macht!
Ehe ich mich versah, wurde ich völlig in die Geschichte hineingezogen. Stück für Stück erfahren wir mehr - über die Geschehnisse, über die Charaktere. Und vermutlich macht es gerade die besondere Erzählform so gut: Erstmalig hat man als Leser nicht das Gefühl, über alles Bescheid zu wissen, und erst recht nicht, mehr als die Charaktere zu wissen - man ist vielmehr direkt in der Geschichte drinnen, die Informationen werden Stück für Stück enthüllt. Alles ist so geschickt konstruiert und spannend niedergeschrieben, dass man nie das Gefühl hat, den Faden zu verlieren - im Gegenteil sogar.
Als Germanistikstudentin habe ich mich ganz besonders über die linguistischen Einflüsse gefreut - das Buch ist nicht nur Science Fiction, es umfasst Physik, Biologie, Linguistik, Geschichte, Mathematik, Politik... und alles auf eine Art und Weise präsentiert, die auch der Leser, der mit diesen Fachgebieten üblicherweise nichts zu tun hat, mühelos nachvollziehen kann. Neuvel hält die Balance zwischen all diesen wissenschaftlichen Informationen und Teilen, in denen es einfach nur um die Charaktere geht, gekonnt.
Und so entwickelt sich die Geschichte. Das anfangs so klar definierte Ziel - alle Teile des Roboters zu finden und sie zusammenzubauen - wird verschwommener, die Charaktere befinden sich auf Irrwegen und vor gewaltigen Hürden und dann ist da immer noch die Frage der Moral, wie weit kann man gehen, wie viel kann man riskieren? Es ist alles einfach auf so eine faszinierende Weise ineinander geflochten, dass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen - an der Stelle also auch ein Lob an den Übersetzer, der hier wirklich großartige Arbeit geleistet hat.
Inmitten all dessen stehen natürlich die Charaktere - Rose, die das Ganze erst "ins Rollen" gebracht hat, aber zum Beispiel auch Kara oder Vincent. Die Interview-Form tut ihren Charakteren keinen Abbruch; ziemlich schnell erkennt man sie an der Art und Weise, wie sie sprechen, wie sie den Fragen des Interviewers (dessen Identität übrigens verhüllt bleibt) begegnen.
Ihr merkt es schon - ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt. Giants ist originell, in der Idee und in der Schreibweise, und vor allem darin, wie es den Leser wieder und wieder in die Irre führt und schockt. Ich kann den zweiten Band (der im Juni erscheinen wird) kaum abwarten!

Fazit
Giants ist ein genialer Auftakt zu einer Science-Fiction-Reihe, deren Komplexität einfach nur beeindruckt und gleichzeitig dem Lesefluss kein bisschen im Wege steht. Geniale Idee, genialer Plot, geniale Charaktere - ich bin völlig begeistert!


Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Giants ○ Broschur: 416 Seiten ○ Heyne Verlag ○ Band 1 ○ 14,99€ ○ Kaufen?

Sonntag, 4. Dezember 2016

[Rezension] Royal Me: The Masquerade - Tina Köpke

Inhalt
Von einem Tag auf den anderen wird Thronfolgern auf der ganzen Welt gesagt, dass ihr Leben in Gefahr ist - bedroht von einer Terrororganisation, deren Ziel keins geringeres ist als so viele Monarchien wie möglich ins Wanken zu bringen.
Eine Gruppe von jungen Royalen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, eingepfercht in einem Castle in Schottland. So abgeschottet von der Welt tritt das Überleben schnell in den Hintergrund... und stattdessen treten die verworrenen Liebesleben der jungen Erwachsenen zu Tage.

Meine Meinung
Wie sehr habe ich mich darauf gefreut, diese Rezension schreiben zu können <3 Royal Me ist nämlich ein Werk, das mir ganz besonders am Herzen liegt - ich hatte nämlich das Vergnügen, Betaleserin spielen zu dürfen. Schon damals hatte ich die Episode innerhalb weniger Tage durch - und zurück blieb der Wunsch nach mehr.
Für diese Rezension habe ich Tinas Werk ein zweites Mal gelesen, und wieder flog ich förmlich durch die Seiten.
Zum Einen liegt das an ihrem grandiosen Schreibstil - Tina schafft es nicht nur, das Callahan Castle (der Ort, an dem die Royalen verweilen) lebendig werden zu lassen, sondern auch die Gefühle der Charaktere sehr viel greifbarer und einfach echter zu machen. 
Ich war am Anfang skeptisch. Konnte mich die erste Episode eines Serials mit weniger als 30.000 Wörtern, noch dazu aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, überzeugen? Waren diese knapp hundert Seiten genug, um eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen?
Es brauchte nur eine erste Szene aus Vals Sicht. Val ist ein italienischer Bilderbuch-Macho, dessen Zunge viel zu scharf ist und der viel zu viel Alkohol verträgt (und trinkt). Binnen weniger Minuten saß ich lachend vor dem Dokument und war umso erstaunter, als ich die Szene plötzlich vorbei war.
Und so ging es mir mit einem Großteil der Charaktere - und die, denen ich anfangs skeptisch gegenüberstand, wuchsen mir mit der Zeit umso mehr ans Herz. Jeder von ihnen ist nicht nur in seinem Auftreten, sondern in seiner ganzen Erzählstimme so... individuell, dass ich nicht anders konnte, als sie zu lieben.
Abgesehen von Val wäre da zum Beispiel noch Priya aus Indien, deren Kultur so fremd ist und durch Tinas Schreibstil dem Leser doch erstaunlich gut nahe gebracht wird.
Da ist Oliver, der mit Val zusammen mein absoluter Liebling ist, den man einfach nur in den Arm nehmen möchte. Und Lina, mit der er eine gemeinsame Vergangenheit hat - doch die Dinge sind nicht so einfach...
Oder Anouk, die isländische Thronfolgerin, anfangs auch "Eisprinzessin" genannt. Doch eigentlich hat sie ein Herz aus Gold.
Und, wie gesagt, damit habe ich längst nicht alle angesprochen. Es sollte aber reichen, um zu zeigen, dass Royal Me: The Masquerade vor Diversität nur so strotzt - aber auch an Ideenreichtum mangelt es der ersten Episode nicht. Allein durch die enge Charakterbindung fiebert man automatisch mit, will, dass sich bestimmte Pärchen bilden und andere nicht, will am liebsten heulen, wenn es den Charakteren schlecht geht. (Vielleicht habe ich ein, zwei Mal selbst zu den Taschentüchern gegriffen...)
Obwohl es relativ kurz ist, so besitzt Royal Me dennoch einen ordentlichen Spannungsbogen, ist nicht nur ein Auftakt, sondern so viel mehr als das. Man liest ein Kapitel nach dem anderen, blinzelt zweimal, und plötzlich ist es vorbei und man will nur noch mehr. Mehr von Val und Oliver und Alicia und Priya und Lina und Anouk und Callum und Maya. Mehr Drama und mehr zauberhafte Worte. Mehr Royal Me.

Fazit
Es ist fast nicht zu glauben, dass es sich bei Royal Me: The Masquerade um Tina Köpkes Debüt handelt. Trotz der Kürze fehlt es der ersten Episode an nichts; stattdessen begegnet man einer Menge fantastischer Charaktere, wird in deren Leben hineingezogen und will sie gar nicht mehr loslassen. Ein toller Auftakt!


Titel: Royal Me: The Masquerade
E-Book: 87 Seiten
Verlag: Selfpublished
Reihe: Episode 1
Preis: 1,49€

Mittwoch, 30. November 2016

[Rezension] A Gathering of Shadows - V.E. Schwab

Da es sich hierbei um einen zweiten Band handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Vier Monate ist es her, seitdem sich Lilas und Kells Wege zuletzt gekreuzt haben. Vier Monate, die Lila größtenteils auf einem Schiff verbracht hat und Kell in dem Versuch, sich irgendwie an die Tatsache zu gewöhnen, dass er sein Leben an das seines Bruders gebunden hat.
Vier Monate, bis sich die Wege der beiden wieder kreuzen, weil Kells Bruder Rhy ein magisches Turnier veranstaltet - und die Leben der beiden werden ein weiteres Mal fundamental auf den Kopf gestellt...

Meine Meinung
Die Shades of Magic-Reihe ist (bisher) das perfekte Beispiel für Bücher, die von den Charakteren vorangetrieben werden. Damit will ich nicht sagen, dass nichts passiert. Es passiert sogar einziges (und, wie üblich, wird der Plot gerade zum Ende hin wesentlich actionreicher), aber im Vergleich zu A Darker Shade of Magic ist A Gathering of Shadows noch einmal um einiges... gemütlicher.
Aber das macht überhaupt nichts.
Von Kell habe ich bereits in meiner letzten Rezension geschwärmt. In A Gathering of Shadows wuchs er mir noch mehr ans Herz: Nach den Ereignissen des ersten Bandes fühlt er sich mehr denn je wie ein Untertan denn ein wirkliches Mitglied der Königsfamilie. Rund um die Uhr wird er von Wachen begleitet, die sichergehen sollen, dass er nicht in eine andere Welt reist oder generell den Palast verlässt - alles "zum Schutze Rhys". Er muss quasi die Konsequenzen dafür tragen, dass er seinen Bruder gerettet hat - und langsam aber sicher frisst es ihn auf.
Allein aufgrund dessen tat er mir einfach unglaublich leid. Die Zerrissenheit, die auf diese Umstände folgte, war jedoch noch schlimmer. Eine Zerrissenheit, die eine ganz andere Seite Kells ans Tageslicht bringt - einen zweifelnden Kell, der mehr und mehr den Wunsch verspürt, seiner eigenen Familie zu entfliehen, dessen geliebtes rotes London nicht mehr (nur) ein Heimatgefühl vermittelt.
Wie man schon zwischen den Zeilen herauslesen konnte, wird auch Rhy viel präsenter. Rhy war eigentlich mein Highlight des Buches - in der Rezension zu A Darker Shade of Magic wünschte ich mir noch, mehr von ihm zu lesen, und in A Gathering of Shadows bekam ich diesen Wunsch vollkommen erfüllt. Endlich erhielt ich einen Einblick in Rhys Kopf und liebte ihn zugleich nur noch mehr. Sein Humor und damit verbunden die Beziehung zu Kell lockerten die düstere Atmosphäre einerseits auf, andererseits brachte es mich dazu, die beiden Brüder weiter ins Herz zu schließen.
Und Lila... selbst Lila, der ich im ersten Band noch eher zögerlich gegenüberstand, hat mich jetzt endlich vollkommen überzeugt. Auch sie hat sich weiterentwickelt, und erstmalig können wir eine andere Seite von ihr erahnen... einen Teil von ihr, der nicht konstant Leute wegstößt und flüchten möchte. Allein die "Beziehung" zu Alucard Emery, einem weiteren genialen Nebencharakter (und der Kapitän des Schiffes, auf dem sie die vier Monate verbrachte), ist unglaublich spannend gestaltet und schreit nach MEHR.
Wie ihr seht, ist die Rezension wieder einmal sehr auf die Charaktere fokussiert - aber alles andere würde dem Buch nicht gerecht werden. Ich habe es bereits gesagt: Der Fokus liegt eben auf den Charakteren. Sie sind unglaublich essentiell für die Geschichte!
Aber auch der Weltenbau bedruckt wieder einmal. In A Gathering of Shadows gewährt Schwab uns einen detaillierten Einblick in das Schloss und vor allem auch ins weiße London... wo uns mehr Überraschungen erwarten, ein größerer Plottwist lauerte schon in den ersten Seiten des Buches. Ebenfalls flocht Schwab neue Aspekte über die Magie an sich ein, was vor allem das Turnier sehr spannend machte.
Ich habe es schon mehrmals gesagt, und betone es gerne noch einmal: A Gathering of Shadows ist kein Buch, in dem die Dinge Schlag auf Schlag passieren - aber sie passieren, und mit einer emotionalen Wucht, die kaum vorzustellen ist. Ihr kennt das Prinzip aber schon von A Darker Shade of Magic, also bin ich mir sicher, dass euch der Folgeband (mindestens) genauso gut gefallen wird.
Zuletzt bleibt nur noch die Frage, wie zur Hölle das alles ausgehen soll... das ist mir ein absolutes Rätsel, denn A Gathering of Shadows endet an einem Punkt, an welchem so ziemlich alles passieren könnte.
Aber egal, wie sie sich entschieden hat - in ein paar Monaten zur Erscheinung des finalen Bandes, A Conjuring of Light, wird Schwab uns definitiv ein weiteres Mal das Herz brechen.

Fazit
A Gathering of Shadows steht seinem Vorgänger in nichts nach. Im Gegenteil sogar: V.E. Schwab baut noch mehr Magie, mehr Charakterstärke, mehr Weltenbau in die Geschichte ein und macht somit auch diesen Band zu einem absoluten Meisterwerk.


Titel: A Gathering of Shadows
Taschenbuch: 508 Seiten
Verlag: Titan Books
Reihe: 2/3
Preis: ca. 8,99€
Kaufen?

Mittwoch, 16. November 2016

[Rezension] This Savage Song - Victoria Schwab

Inhalt
Kate Harker und August Flynn leben in einer geteilten Stadt - in der es Monster gibt.
Kate strebt danach, ihrem Vater nachzueifern und selbst zu einem Monster zu werden. August ist bereits eines.
Trotz der Tatsache, dass sie in den verschiedenen Lagern aufgewachsen sind, kreuzen sich die Wege der beiden. Und als der Waffenstillstand zwischen den beiden Stadtteilen zu krümeln beginnt, stellt sich die Frage, wer hier wirklich gegen wen kämpft...

Meine Meinung
Endlich mein zweites Buch von Victoria Schwab! So viel sei vorweggenommen: Ich bin nun endgültig ein Fan der Autorin und muss nach und nach wirklich all ihre Bücher lesen.
In This Savage Song beweist sie wieder einmal, was für geniale Ideen sie hat. Das USA, wie wir es kennen, existiert nicht mehr (ironisch, ich weiß). Die Geschichte spielt in einer Stadt namens Verity, die geteilt ist - und die von Monstern bewohnt wird, von Malchai, Corsai und Sunai, die am seltensten sind. Die Monster sind unter Kommando der zwei Männer - Harker und Flynn -, die die beiden Stadtteile verteidigen, aber immer mehr Unruhen treten zutage. Der sechsjährige Waffenstillstand droht zu zerfallen.
Inmitten dieses Trümmerfelds der Menschheit befinden sich Kate und August. Kate hat ihre Mutter verloren und versucht seitdem umso mehr, zu einer Kopie ihres Vaters zu werden - sie will Harker beweisen, dass sie genauso rücksichtslos und brutal sein kann. Und sie ist es auch, zumindest zu Beginn des Buches.
August hingegen weiß selbst nicht genau, was er ist, seitdem er eines Tages einfach aufgetaucht ist. Die Sunais sind nicht nur selten, sondern sehen den Menschen am ähnlichsten - doch August fühlt sich nicht menschlich, nicht wirklich, sondern überwiegend leer.
Am Anfang tröpfelt die Geschichte ein wenig vor sich hin - Schwab nimmt sich Zeit, die Charaktere einzuführen, was auch gut so ist, da damit auch Stück für Stück Informationen über dieses besondere Setting eingestreut werden. Wie bei A Darker Shade of Magic war ich gerade am Anfang von This Savage Song noch ziemlich verwirrt. Mit der Zeit wurde das alles jedoch klarer, auch wenn der Weltenbau hier nicht ganz so stark ist wie bei ADSOM. Ich bin jedoch sehr gespannt, was wir darüber noch in der Fortsetzung erfahren.
Im Zentrum stehen aber auch einfach die Charaktere. Und, Gott sei Dank, nicht in einer "Ich-liebe-meinen-Feind"-Weise - This Savage Song fokussiert einfach stark auf Kates und Augusts Entwicklung, was mir unglaublich gut gefiel. Beide Figuren sind einfach nicht Gutmenschen oder Heilige, sondern haben wirkliche Schwächen und weniger schöne Charakterattribute - aber das macht sie nur umso dreidimensionaler und spannender.
Ich möchte auch gerne noch einmal betonen, wie toll ich es finde, dass das Buch ohne eine Liebesgeschichte auskommt - auch wenn Kate und August zusammenarbeiten und sich "näher kommen", so bleiben sie doch bis zum Schluss Individuen mit ihren eigenen Köpfen und Entscheidungen.
Der Schreibstil ist, wie "üblich", einfach grandios. Victoria Schwab schreibt in der dritten Person jeweils aus Kates bzw. Augusts Sicht, und sie brilliert darin, schafft eine Nähe zu den Charakteren und somit eine emotionale Bindung.
Gegen Ende des Buches stieg die Spannung fast ins Unermessliche, und ich flog förmlich durch die Seiten, konnte das Buch gar nicht mehr beiseite legen. Irgendetwas an This Savage Song hat mich vollkommen in die Welt der beiden Jugendlichen hineingezogen und in mir den Wunsch erweckt, sie niemals wieder verlassen zu müssen.
Was kann ich also sagen? Victoria Schwab hat es wieder getan - wieder eine originelle Idee in Buchform verpackt, wie ich sie so noch nie gelesen habe, mit authentischen Charakteren und einem tollen Schreibstil versehen. Ich bin begeistert!

Fazit
This Savage Song ist nur ein weiterer Beweis für Victoria Schwabs Genialität. Sie kombiniert eine spannende und originelle Idee mit Charakteren, die einem gerade durch ihre dunklen (und hellen) Seiten ans Herz wachsen, und schafft so einen spannenden Auftakt zu der Dilogie rund um Kate und August.


Titel: This Savage Song
Hardcover: 427 Seiten
Verlag: Greenwillow Books
Reihe: 1/2
Preis: ca. 12,99€
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Freitag, 4. November 2016

[Rezension] A Darker Shade of Magic - V.E. Schwab

Inhalt
In Kells Welt gibt es vier Londons: Das graue, in dem Magie eine Rarität ist; das rote, in welchem er Zuhause ist und das vor Magie nur so strotzt; das weiße, wo die Herrscher alle paar Wochen wechseln; und zuletzt das schwarze London, über das niemand mehr spricht.
Als einer der zwei Magier, die in der Lage sind, zwischen den Welten hin- und her zu reisen, überbringt Kell regelmäßig Botschaften von einem London ins andere. Doch eines Tages wird ihm ein mysteriöser Gegenstand zugesteckt - und plötzlich ist sein Leben in Gefahr...

Meine Meinung
Ich habe Twitter erst vor ein paar Wochen für mich entdeckt. Vor allem war ich fasziniert davon, wie viel man dort über die Leben anderer Autoren entdecken kann. So entschied ich mich irgendwann, Victoria Schwab (V.E. Schwab ist ihr Pseudonym) zu folgen. Ich hatte von ihr und ihren Büchern schon vielerlei gehört, und als ich immer mehr über sie las und immer neugieriger wurde, wusste ich, dass es an der Zeit war, endlich mal ein Buch von ihr zu lesen.
Die Wahl viel auf A Darker Shade of Magic. Ich kann (noch) nichts zu anderen Büchern von ihr sagen, aber das war definitiv kein Fehlgriff.
Gleich auf der ersten Seite lernen wir Kell kennen, der einen magischen Mantel mit unendlich vielen "Seiten" besitzt. War ich anfangs noch leicht verwirrt, so fanden sich im Verlaufe des Buches immer mehr solche Kleinigkeiten wie zum Beispiel kleine Spiele, mit der man seine Magie trainieren kann. 
Aber auch im größeren Sinne ist die Welt, die Schwab erschaffen hat, etwas ganz Besonderes. Lediglich das graue London spielt tatsächlich in "unserer" Welt (oder ähnelt zumindest unserer), die anderen in komplett fiktiven Welten mit fiktiven Ländern. Jedes London hat ähnliche Berührungspunkte, geht aber in anderen Details komplett auseinander. Ich war schnell komplett fasziniert und in den Bann dieser Welt gezogen, die Stück für Stück vor meinem inneren Auge entstand.
Dieser geniale Weltenbau geht nahtlos in die Magie über; auch die ist ganz anders als alles, was ich jemals gelesen habe. Starre Regeln, wie man sie aus anderen Büchern kennt, gibt es hier nicht; aber generell würde ich das Buch unter seinem Wert verkaufen, wenn ich versuchen würde, es irgendwie zu vergleichen. Denn das geht nicht. Der große Fantasyboom ist längst vorbei, viele Bücher, die in das Genre fallen, verlaufen einem ähnlichen Schema. Das ist hier nicht der Fall. Die Magie, die Welten... alles ist so originell und neu und faszinierend.
Die Charaktere führten letztendlich dazu, dass ich mich komplett in die Geschichte verliebte. Die Handlung verläuft hier nicht Schlag auf Schlag, aber das braucht sie auch nicht; die Figuren sind Meisterwerke in sich.
Da haben wir zuallererst natürlich Kell - Kell, der sich an die ersten fünf Jahre seines Lebens nicht erinnern kann. Der zu der königlichen Familie des roten Londons gehört. Der alles für seinen Bruder, Rhy, tun würde, und unglaublich determiniert ist.
Rhy liebe ich auch jetzt schon, selbst wenn er noch nicht super präsent in A Darker Shade of Magic ist. Ein sehr charmanter, charismatischer Prinz, der viel Witz in die Geschichte bringt.
Und zuletzt Lila, ein Mädchen, das nur frei sein will, das kein wirkliches Zuhause hat und ihr "Gehalt" durch das Bestehlen anderer Menschen verdient. Lilas und Kells Wege kreuzen sich, und Stück für Stück lernen sie, dem anderen unter die Arme zu greifen. Gleichzeitig bleiben sie komplette Individuen - sie... ergänzen sich lediglich ein wenig. Vor allem gefiel mir, dass das Buch (fast) komplett ohne Romantik auskommt. Das hat es auch nicht gebraucht, und ich bin froh, dass Victoria Schwab das mit Bravour bewiesen hat.
Wie ihr seht, fehlt es A Darker Shade of Magic an nichts: Mit einem tollen Schreibstil wird man von Schwab in Kells Welt entführt und will sie am liebsten gar nicht mehr verlassen. Die Magie, der Weltenbau, die Charaktere - alles begeisterte mich vollkommen.

Fazit
A Darker Shade of Magic hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Victoria Schwab brilliert mit dreidimensionalen Charakteren, einem spannenden Weltenbau und vor allem mit einem ganz besonderen Magiekonzept. Ich bin begeistert!


A Darker Shade of Magic
Taschenbuch: 384 Seiten
Titan Books
Buch 1/3
ca. 7,99€


Auch für die, die keine englischen Büchern lesen wollen oder können, gibt es gute Nachrichten: A Darker Shade of Magic erscheint unter dem Titel Vier Farben der Magie am 27. April 2017 im Verlag FISCHER Tor.

Montag, 17. Oktober 2016

[Rezension] Crooked Kingdom - Leigh Bardugo

Da es sich hierbei um den Abschluss einer Dilogie handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Kaz Brekker und seiner Crew ist das Unmögliche gelungen: Sie sind in den Ice Court eingebrochen und haben Kuwei befreit. Eigentlich sollten sie alle jetzt in Geld schwimmen. Stattdessen wurde Inej von van Eck entführt, und so generell hat sich ganz Ketterdam gegen sie verschworen...

Meine Meinung
Ich habe das Schreiben dieser Rezension vor mir hergeschoben, etwas, das ich sonst niemals mache. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich, egal, welche Wörter ich nehmen werde - ich werde diesem Buch niemals gerecht werden. Das will ich von Anfang an klar stellen, und auch, dass das vermutlich keine traditionelle Rezension in dem Sinne wird.
Ich habe Six of Crows geliebt. Die Charaktere sind mir beim zweiten Lesen noch mehr ans Herz gewachsen, und noch bevor ich Crooked Kingdom begann, tat der Gedanke, sie gehen lassen zu müssen, weh.
Crooked Kingdom hat aber noch viel mehr mit mir angestellt. Zum ersten Mal seit Jahren hat mich ein Buch so mitgenommen, dass ich nach Tagen noch daran denke. Selbst mein Schreiben, das ich sonst sehr regelmäßig mache, brachte ich nicht mehr über mich. Immer wieder kehrten meine Gedanken zu diesem Buch zurück, und an die Dinge, die ich gelesen und erfahren habe. Ich habe - auf gut Deutsch - geheult wie ein Schlosshund, und das nicht nur an den düsteren Stellen, selbst in schönen, positiven Momenten sind mir die Tränen gekommen.
Also... wo fange ich an? In Crooked Kingdom kriegen wir endlich Ketterdam zu sehen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Gleich am Anfang des Buches befindet sich eine wunderschön gestaltete Karte, die zum Entdecken und genaueren Angucken einlädt. Die Dregs führen uns zu neuen Schauplätzen wie van Ecks Haus, der Hafen, selbst die Universität... Die Atmosphäre ist einfach grandios, genau wie das Gefühl, Kaz, Inej, Jesper, Wylan, Matthias und Nina in vertrautem Gebiet zu sehen.
Der Plot... Lief alles in Six of Crows auf die Mission im Ice Court zu, so begleitet Crooked Kingdom von der ersten Seite an eine unglaubliche Spannung. Das Buch strotzt nur so von Enthüllungen und Wendungen. Selbst ruhige Momente sind von dem Wissen überschattet, dass es nicht lange so bleiben kann.
Die Spannung existiert auch zwischen den Charakteren, die immer noch das Kernstück dieser Dilogie sind - da kann der Plot noch so grandios sein. (Und er ist wirklich grandios. Leigh Bardugo beweist ein unglaubliches Talent für eine ausgearbeitete Handlung.) Ich habe mich lange gefragt, was die Beziehungen zwischen Inej und Kaz, Nina und Matthias, Wylan und Jesper so reizvoll macht. Und die ganzen Freundschaften zwischen ihnen.
Es ist die Elektrizität.
Leigh Bardugo gelingt es, mit zielsicher eingesetzten Worten solch eine Spannung zu erzeugen, dass man nicht anders kann als komplett in den Bann der Charaktere und ihrer Beziehungen gezogen zu werden.
Wie auch schon in Six of Crows streut Bardugo geschickt Informationen über die Vergangenheit der sechs Krähen ein. Wylan ist wohl der Charakter, dem der größte Zuwachs an Tiefe zuzuschreiben ist, aber auch über Inej oder gerade Matthias erfährt man noch einiges. Und als wäre das noch nicht genug, tauchen vertraute - und geliebte - Gesichter aus der Grisha-Trilogie auf und verstärken das Gefühl, in eine vertraute Welt zurückzukehren.
Damit wären wir dann wieder an dem Punkt angelangt, an welchem ich meine Liebe für das Buch, für die ganze Dilogie deklariere; aber wie gesagt, keine Worte können dem gerecht werden, was Crooked Kingdom mit mir angestellt hat. Ich habe noch nie, noch nie solch ein gelungenes Ende für einen Mehrteiler vor mir gehabt. Auch wenn es herzzerreißend ist, die Charaktere gehen lassen zu müssen... so passt das Ende doch wie die Faust aufs Auge. Es wird den Charakteren, den unglaublichen Dimensionen der Geschichte gerecht, es ist... es ist perfekt. Anders kann ich es nicht beschreiben.

Fazit
Crooked Kingdom hat mich auf eine Art und Weise berührt, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Ein nicht nur gelungener, sondern wirklich perfekter Abschluss für die Dilogie - auch wenn ich mir immer noch nicht vorstellen kann, mich von den Charakteren zu verabschieden.


... auch wenn fünf läppische Herzen dem Buch nicht gerecht werden können.

Titel: Crooked Kingdom
Taschenbuch: 546 Seiten
Verlag: Hachette
Reihe: 2/2
Preis: ca. 11,49€

Montag, 10. Oktober 2016

[Rezension] Empire of Storms - Sarah J. Maas

Da es sich hierbei um den fünften Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Langsam aber sicher spitzt sich alles auf den finalen Kampf gegen Erawan zu, und Aelin versucht, Alliierte zu finden - doch nicht alle sind der Meinung, dass ihr Anspruch auf Terrasen berechtigt ist. Mit wem wird sie sich am Ende finden? Und wie weit wird sie dafür gehen?

Meine Meinung
Ich habe schon oft erzählt, was für ein Pech ich mit Spoilern habe. Wie sehr ich diese biestigen Sätze und Bilder verabscheue, die mich immer dann erwischen, wenn ich einen Augenblick lang unaufmerksam bin, die meine Vorfreude dämpfen oder komplett ruinieren. Game of Thrones, die Bestimmung 3, der dritte Ewiglich-Band, All the Bright Places... nur um ein paar Beispiele zu nennen.
Bei Empire of Storms ist schon Wochen im Voraus ein riesiges Drama ausgebrochen, das ich nicht nachvollziehen konnte (und irgendwie auch nicht nachvollziehen wollte). Es wurde teilweise förmlich mit Spoilern geworfen, weswegen ich mich letztendlich dazu entschieden habe, nicht mehr auf die US-Paperback-Ausgabe zu warten. (Und weil ich es, ehrlich gesagt, leid war, andauernd ein Jahr hintendran zu sein. Meine Geduld hat auch ihre Grenzen.)
Also... wo fange ich an? Dachte ich bei Queen of Shadows schon, dass die Serie an Komplexität kaum noch zu übertreffen ist, so hat Empire of Storms noch einmal eins draufgesetzt. Obwohl jetzt mehr und mehr Charaktere aufeinander treffen und Storylines zusammenlaufen, so gewinnt Sarah J. Maas' Plot immer mehr an Komplexität. Noch mehr an Komplexität. Empire of Storms beweist, wie gut und vorausschauend sie geplant hat - Dinge, die bereits in den ersten Bänden erwähnt wurden, werden hier wieder aufgenommen. Das Weltbild wieder und wieder auf den Kopf gestellt. Ich habe das Gefühl, Queen of Shadows und Empire of Storms mindestens noch einmal lesen zu müssen, um sie in ihrer Komplexität vollkommen erfassen zu können. Im Moment kann ich eigentlich nur so viel sagen: Ich bin beeindruckt und ziehe meinen Hut vor Sarah J. Maas. So viel Genie beweisen nur wenige Autoren.
Wer noch nicht The Assassin's Blade gelesen hat, sollte es spätestens vor Empire of Storms tun, besser noch vor Queen of Shadows. Maas bezieht sich mehr und mehr auf die Ereignisse dort. Ja, man kann Empire of Storms ohne dieses Wissen lesen und gut verstehen. Aber ich persönlich habe es genossen, noch einmal zu diesen Kurzgeschichten zu greifen und mich an die verschiedenen Charaktere aus ihnen zu erinnern. Ein weiterer Aspekt, der der Geschichte Tiefe verleiht.
Empire of Storms beginnt im gemäßigten Tempo, aber das ist man eigentlich seit Heir of Fire gewöhnt, um ehrlich zu sein. Und das meine ich nicht negativ: Wenn Maas das Tempo, das sie gegen Mitte/Ende hin anstrebt, von Anfang an vorlegen würde, würde ich vermutlich spätestens bei der Hälfte des Buches einen Herzinfarkt erleiden. Ich sehe auch keinen Grund, mich darüber zu beschweren: Die Charaktere müssen sich schließlich auch entwickeln, und ich hatte nie das Gefühl, dass ich Szenen gelesen habe, die nicht die eigentliche Geschichte vorangebracht haben.
Und wo wir bei Charakteren sind: Hier meine übliche Schwärmerei, was die Charaktere anbetrifft.
Nein, natürlich nicht.
Aber wieder einmal bin ich beeindruckt von der Wandlungsfähigkeit der Charaktere. Manon ist mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen, aber indem Sarah J. Maas auch Rowans "Cadre" (damit meine ich vor allem Lorcan, Fenrys und Gavriel, mein persönlicher unterschätzter Favorit) einbringt und wir diese besser kennen lernen, wächst nur die Liste der Charaktere, die ich nie wieder loslassen will. Allein Elide zeigt in Empire of Storms, wie widerstandsfähig sie ist - und dass sie Stück für Stück immer stärker wird.
Über das Ende habe ich in der Zeit, in der ich auf meine Kopie gewartet habe, einiges gehört. Worüber sich alle einig waren: Es ist verstörend zerstörend. Ich habe, ehrlich gesagt, mit dem Schlimmsten gerechnet. Die gute Nachricht? Das, was ich befürchtet habe, traf nicht ein. Die schlechte Nachricht? Es war viel schlimmer als alles, was ich mir jemals erträumt habe. Ähnlich wie bei A Court of Mist and Fury habe ich ein wenig, äh, meine Contenance verloren und auch Tage später bin ich immer noch leicht verstört.
Ihr habt es schon erwartet, oder? Ich sage es trotzdem noch einmal: Sarah J. Maas hat es wieder getan.
Und weil meine Gedanken hier noch gar nicht enden, gibt es ausnahmsweise eine Spoiler-Diskussion, in denen ich explizit über ein paar Stellen in Empire of Storms sprechen werde.

Montag, 3. Oktober 2016

[Rezension] Magisterium: The Bronze Key - Holly Black & Cassandra Clare

Da es sich hierbei um den dritten Band einer Reihe handelt, enthält die Inhaltsangabe Spoiler. Die eigentliche Rezension ist spoilerfrei.

Inhalt
Eigentlich sollte alles besser sein - jetzt, wo es Call gelungen ist, Constantine Madden zu töten. Doch noch auf der Feier, die für ihn, Tamara und Aaron veranstaltet wird, wird alles wieder einmal auf den Kopf gestellt: Eine Schülerin wird tot aufgefunden. Und schon bald wird klar, dass der Mörder es auch auf Call abgesehen hat...

Meine Meinung
Ich war fest entschlossen, keine ausführliche Rezension zu The Bronze Key zu schreiben. The Iron Trial und The Copper Gauntlet haben mir gut gefallen, aber es war eben nur gut. Und dann war da noch die Tatsache, dass der dritte Band mit 256 Seiten Seiten noch kürzer als seine Vorgänger ist.
Oh, ich hatte ja keine Ahnung.
Hat man schon in The Copper Gauntlet gemerkt, dass Call und seine Freunde langsam älter werden, so hat sich das in The Bronze Key noch einmal verstärkt. Zum Einen wird die ganze Serie, die Atmosphäre noch einmal wesentlich düsterer. Leute sterben - natürlich ist das noch längst nicht so explizit beschrieben wie zum Beispiel in Young Adult Büchern, aber es ist, als würde die Serie mit den Protagonisten mitwachsen.
Denn auch Call, Aaron und Tamara werden älter. Jaspers Interesse für romantische Beziehungen erwacht. Dadurch werden vor allem ihre Entscheidungen und ihr Verhalten rationaler, aber immer noch für ihr Alter angemessen. Gleichzeitig wird das Buch nicht vollkommen von Ernsthaftigkeit konsumiert, im Gegenteil; ich habe bei keinem der Bände so sehr gelacht wie bei The Bronze Key! Gerade Jaspers Datingtipps:
“Number one,” Jasper said, with a frown at Call, who clearly didn’t appreciate the wisdom that was about to be dispensed, “when you talk to a girl, you have to look her right in the eye. And you can’t blink. That’s very important.”
“Doesn’t that mean your eyes start watering?” Aaron asjed.
“Not if you do it right,” Jasper replied significantly. Call wondered what that meant. Were you supposed to develop a second eyelid, like a lizard?
(Magisterium: The Bronze Key, Holly Black & Cassandra Clare, Quelle)
Ich mag einfach die Atmosphäre und fast schon der Komfort, den Calls Welt mir bietet. Mit jedem Buch hat man mehr und mehr das Gefühl, nach Hause zu kommen. Die Geschichte ist fantastisch - voller Magie und Geheimnisse.
Und die Chemie zwischen den Charakteren erst! Ich habe ja schon erwähnt, dass sie reifer werden, aber gerade Aarons und Calls Freundschaft ist wirklich grandios dargestellt. Obwohl die beiden Feinde sein sollten, können sie doch aufeinander zählen, obwohl sie sich erst seit drei Jahren kennen, herrscht solch ein tiefgreifendes Vertrauen zwischen ihnen.
Aber Leute, das Ende erst. Ich bin immer noch nicht darüber hinweg. Und irgendwie erwarte ich eine Hintertür, so wie man das von Cassandra Clare und Holly Black kennt. Wir wissen ja mittlerweile gut genug, dass beide Autorinnen Plottwists beherrschen wie kaum andere. Doch dieser übersteigt alles - er katapultiert The Bronze Key, wenn nicht die ganze Serie, noch einmal auf ein anderes Level und hebt sich von anderen Middle Grade Serien ab. Ich bin immer noch schockiert, beeindruckt, zutiefst berührt (und verstört). Mit The Bronze Key haben Clare und Black endlich das Potential der Serie vollkommen ausgeschöpft und meine Hoffnungen, die ich für die Reihe hatte, bestätigt.

Fazit
Magisterium: The Bronze Key übertrifft seine Vorgänger um einiges. Trotz der Kürze des Buches mangelt es nicht an Spannung, Charakterentwicklung oder Plottwists - ein grandioser Band rundherum, der zu Tränen rührt. Wer die Serie noch nicht angefangen hat: Spätestens jetzt kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass es sich lohnt.


Titel: Magisterium: The Bronze Key
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Corgi Children
Reihe: 3/5
Preis: ca. 6,99€
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Montag, 26. September 2016

[Rezension] Die Länder von Eis und Feuer - George R. R. Martin

Inhalt
Hinter Die Länder von Eis und Feuer verbergen sich zwölf Landkarten, die die Ländereien von George R. R. Martins Welt - von Westeros über Königsmund bis hin zu den Reisen der Charaktere - abbilden.

Meine Meinung
Es geht wahrscheinlich bereits aus dem Inhalt hervor, aber: Das ist hier keine gewöhnliche Rezension. Die Länder von Eis und Feuer ist kein Buch, das man lesen kann, sondern eine Kartensammlung, die zum Studieren, Staunen und Entdecken gedacht ist. Dennoch hoffe ich, dass ihr weiter lest und ich euch dieses wunderbare "Buch" näherbringen kann.


Als ich das Exemplar zum ersten Mal in der Hand gehalten hatte, war ich positiv überrascht: Die Länder von Eis und Feuer schlägt man nicht auf und blättert darin rum, und es ist auch im eigentlichen Sinne kein Schuber. Stattdessen findet man einen Magnetverschluss, und dahinter erst die Karten - alle sorgfältig gefaltet und sicher verstaut.


Die Innenseite - hier nicht abgebildet - zeigt noch einmal eine Kurzbiographie zu George R. R. Martin. Aber ehrlich gesagt: Ab dem Punkt siegt die Neugier und man greift zu den Karten. :D
Auch da wartete auf mich eine weitere Überraschung, denn die Karten sind ordentlich groß - wesentlich größer als ich erwartet habe. Und mal von der Gestaltung ganz abgesehen, fühlen sie sich schon hochwertig an - das Papier hat eine angenehme Dicke, sodass man keine Angst haben muss, zu fest anzupacken.


Tja... was soll ich zu den Karten an sich sagen? Ich bin vollkommen begeistert. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich gebeugt über den Büchern sitze und versuche, die mikroskopisch kleinen Zeichnungen zu entziffern. Endlich kann ich nachvollziehen, wo welche Ereignisse stattfinden - und zwar in Farbe und mit viel Liebe gestaltet.


Das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes: Allein die Darstellung von Königsmund begeistert mich jedes Mal wieder. Zum Einen ist die Stadt wesentlich größer als in meiner Vorstellung - aber die ganzen Details erst! Haus reiht sich an Haus, der Blick wandert über Flohloch, entdeckt Kleinfingers Bordell, endet bei dem Roten Bergfried... Egal, wie oft man die Karten anschaut, jedes Mal entdeckt man wieder ein kleines Detail, das man zuvor noch nicht gesehen hat.


Meine Favoriten? Jenseits der Mauer, Königsmund und Braavos - ersteres, weil dieser Ort einfach ein ganz großes Mysterium darstellt, ob in der Serie oder in den Büchern. Die letzten beiden, weil sie einfach so unglaublich gut dargestellt wurden, weil ich den anderen Blick auf die Städte einfach so spannend finde!
Es gibt sogar eine Karte, die die Reisen einiger Protagonisten darstellt - vor dieser bin ich bestimmt eine halbe Stunde gesessen und habe versucht, die Routen nachzuvollziehen. Da bekommt das, was man gelesen hat, noch einmal eine ganz andere Dimension.
Braucht man diese Karten? Natürlich nicht - man kann die Bücher (oder auch die Serie) einfach so hinnehmen. Aber dennoch sind sie eine unglaubliche Bereicherung; nicht nur, weil sie die Genialität und die Größe von George R. R. Martins Welt widerspiegeln, sondern auch, weil es einfach Freude bereitet, sie sich genauer anzuschauen und die bekannten (und weniger bekannten) Schauplätze zu entdecken. Ich für meinen Teil bin begeistert - und werde sie immer wieder hervorziehen.

Fazit
Die Länder von Eis und Feuer ist eine unglaublich liebevolle und detailliert gestaltete Kartensammlung. Für Fans der Das Lied von Eis und Feuer-Bücher eine tolle und hochwertige Erweiterung!


Vielen Dank an Penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Die Länder von Eis und Feuer
Gebunden: 12 Karten
Verlag: Penhaligon
Reihe: -
Preis: 39,99€
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Donnerstag, 22. September 2016

[Rezension] Queen of Shadows - Sarah J. Maas

Da es sich hierbei um den vierten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Aelin Ashriver Galathynius ist endlich bereit, nach Rifthold zurückzukehren und die Arbeit, die sie dort begonnen hat, zu beenden. Sie wird für ihren Cousin Aedion kämpfen, für ihren Freund Dorian und für ihr Volk - denn es ist an der Zeit, ihre Identität anzunehmen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Meine Meinung
Ach, das Leben als Buchblogger ist schon hart, wenn man irgendwann einen Zwang entwickelt, alle Bücher einer Reihe in derselben Ausgabe besitzen zu wollen. Deshalb habe ich auch ein gefühltes Jahrzehnt darauf gewartet, dass das US-Paperback von Queen of Shadows endlich erscheint. Das Gute daran: Bei dem Folgeband, Empire of Storms, bin ich - worüber ich bereits hier gesprochen habe - über meinen Schatten gesprungen und habe einfach das Hardcover bestellt. Ich bin einfach gegen Spoiler allergisch, und in den letzten drei Wochen habe ich schon zu viele Dinge gelesen, die ich nicht lesen wollte.
Da ich ein großer Fan von Sarah J. Maas und ihren Büchern bin, (was ich nie müde werde zu betonen) war meine Aufregung dementsprechend groß, als Queen of Shadows endlich, endlich bei mir ankam. Anders ausgedrückt: Drei Tage später klappte ich das Buch zu und war mal wieder ein emotionales Wrack.
Aber fangen wir von vorne an: Schon an den ersten paar Seiten von Queen of Shadows merkt man, dass die Serie sich langsam ihrem Ende zuneigt - Fäden werden aufgenommen und verknüpft, Ereignisse, auf die man seit hunderten Seiten hingefiebert hat, finden endlich statt. So treffen wir ziemlich bald auf Arobynn, Celaenas Aelins Mentor, der sie zum Assassine ausgebildet hat. Und weil ich nicht spoilern will, sei so viel gesagt: Arobynn hat sich seit The Assassin's Blade kein bisschen gebessert. Man wünscht sich immer noch, dass er sich doch zum Guten wenden würde, aber... tief drinnen weiß man, dass er es nicht tun wird.
Eigentlich wollte ich auch weniger über Arobynn reden (aber ich steigere mich einfach zu sehr rein, wenn sein Name erwähnt wird), sondern vielmehr über die anderen Charaktere. Denn wie auch schon in den vorhergehenden Bänden gibt es viel Wachstum - und auch Stagnation.
Bei letzterem meine ich - wer hätte es gedacht - Chaol. Chaol ist auch jemand, den ich gern mögen würde, aber dann lese ich über die Dinge, die er macht und sagt, und verfluche ihn wieder aufs Neue. Trotzdem könnte ich ihn niemals hassen. Denn was ich an ihm schätze, ist seine unglaubliche Loyalität Dorian gegenüber. Bei vielen ist das umstritten, aber ich für meinen Teil bewundere ihn deswegen - habe es schon immer, vom ersten Band an. Allerdings verabscheue ich die Konsequenzen dieser Loyalität: Chaols Blindheit gegenüber allem anderen, und vor allem seine Vorurteile. Gerade die Art und Weise, wie er in Queen of Shadows mit Aelin umspringt, erweckte in mir schlichtweg den Wunsch, ihn zu erwürgen. Ständig stellt er ihren Charakter infrage, unterstellt ihr, ihre Magie - wenn sie eines Tages zurückkommt - zu missbrauchen und grundsätzlich ist er fast angewidert von der Frau, die Aelin geworden ist. Chaol ist einfach, wie man in Heir of Fire schon merkt, stehen geblieben. Während all die anderen Charaktere gewachsen sind, ist Chaol immer noch an demselben Platz, und besitzt nichts mehr als seinem Pflichtgefühl. Ich hoffe, nein, glaube, dass sich das noch ändern wird, und bin gespannt, wie er sich entwickelt.
Aelin ist dazu der krasse Gegensatz. In Queen of Shadows wird sie nicht mehr Celaena genannt, hat jetzt offiziell ihre "richtige" Identität angenommen. Ich weiß gar nicht mehr, was ich zu ihr noch sagen soll. Dass ich komplett beeindruckt von ihr bin? Vollkommen begeistert von der Art und Weise, wie Maas solch einen vielschichtigen und gleichzeitig abgründigen Charakter geschaffen hat? Das trifft es vermutlich. (Ansatzweise.)
Ein paar Worte wollte ich auch noch zu Manon verlieren. In Heir of Fire stand ich ihr noch unglaublich skeptisch gegenüber, konnte die Begeisterung anderer Leser gar nicht verstehen - in Queen of Shadows hat sich das vollkommen gewendet. Ich lernte, sie besser zu verstehen, vor allem auch den größeren Zusammenhang mit den anderen Charakteren, insbesondere Aelin - ich habe einfach ihre Rolle viel besser verstanden. Ich reihe mich nun also stolz bei den Manon-Fans ein, und bin gespannt, was die Geschichte für sie noch so bereithält.
Wenn es nach mir ginge, würde ich jetzt noch ähnliche Romane über Rowan und Dorian verfassen, aber das will ich euch nicht auch noch antun. So viel sei gesagt - bei ein paar Szenen mit Rowan hat Sarah J. Maas bewiesen, wie unglaublich gut sie schreiben kann (besonders, wenn es, nun, heiß wird). Und Dorian... Dorian ist wirklich einer meiner liebsten Charaktere. Ich kann hier wirklich nicht viel zu ihm sagen, ohne zu spoilern, aber ich würde ihm am liebsten eine lange, lange Umarmung geben.
Gleichzeitig führt Maas noch einen Haufen anderer Charaktere ein, zum Beispiel Lysandra, die wir schon aus The Assassin's Blade kennen, oder Nesryn, die... Vergangenheit mit Chaol hat. Oder Elide! Und zu guter Letzt kann ich natürlich nicht Aedion unterschlagen - Aelins Cousin. Was Aelin alles riskiert, um ihn zu befreien, sagt eigentlich schon alles. Der Bund zwischen den beiden ist unglaublich ergreifend.
Was an der ganzen Throne of Glass-Serie so beeindruckend ist, ist die Balance, die Sarah J. Maas einbringt. Obwohl es von Buch zu Buch mehr düstere Szenen gibt, gibt es immer noch diese hellen, lichtbringenden Momente, in denen ich vor dem Buch sitze und herzlich lachen muss. (Damit sie mir dann im nächsten Kapitel wieder das Herz brechen kann.) Obwohl das Buch über 600 Seiten hat, ist es ein richtiger Pageturner. Wieder und wieder gelang es der Autorin, mich in die Irre zu führen, mich nach Luft schnappen zu lassen. Das Buch strotzt nur vor unerwarteten Wendungen und schockierenden Enthüllungen. (Aber ganz im Ernst: Wer hat etwas anderes erwartet?)
Müsste ich Queen of Shadows mit einem Wort beschreiben, dann wäre das wohl episch. Die Welt, die Charaktere, die Geschichte, diese ganze Komplexität und die puren Emotionen auf jeder Seite - keine Ahnung, wie Sarah J. Maas das alles hinbekommt. Aber ich ziehe meinen Hut vor ihr, wieder und wieder, Seite für Seite, und bin ehrfürchtig und gespannt auf all das, was noch kommen wird.

Fazit
Queen of Shadows beweist wieder einmal, warum ich ein großer Fan von Sarah J. Maas bin: Das Buch übertrifft seine Vorgänger in Komplexität, Charakteren und Emotionen. Auch Tage nach Beenden des Buches bin ich noch vollkommen begeistert und kann es kaum erwarten, zu Aelins Geschichte zurückzukehren.



Titel: Queen of Shadows
Taschenbuch: 672 Seiten
Verlag: Bloomsbury
Reihe: 4/6
Preis: 9,99€