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Mittwoch, 12. Juli 2017

[Kurzrezension] Von Experimenten, Überraschungen und Enttäuschungen


Sieben Nächte  Simon Strauß
Worum geht's?
Um einen jungen Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden, der ein Angebot erhält: Sieben Nächte lang soll er den sieben Todsünden begegnen.

Meine Meinung
Mit Sieben Nächte habe ich mich mal wieder außerhalb meiner gewohnten Genres bewegt, weil mich die Idee der Kapitalsünden und die zahlreichen Umsetzungsmöglichkeiten einfach ungemein faszinieren. Das Buch ist mit 144 Seiten extrem kurz, weswegen ich es in einem Rutsch verschlang.
Viele große Worte führe ich im Mund, spreche von Revolution, Freiheit, Leidenschaft und Streit. Aber immer halte ich Distanz und fasse die Begriffe nur mit spitzen Fingern an, so, dass ich sie fallen lassen kann, wenn sie zu heiß werden.
(Sieben Nächte, Simon Strauß, Aufbau Verlag)
In seinem Debüt beweist Strauß eine unglaubliche Sprachgewalt. Ich habe viele Passagen markiert, mir die Wörter wieder und wieder auf der Zunge zergehen lassen. An manchen Stellen war mir der Stil jedoch etwas zu dicht, gerade Antithesen häufen sich in dem Debüt des Autors und erzwangen mir manchmal ein Augenrollen. Auch hätte ich mir gewünscht, etwas mehr inhaltliche Substanz zu erhalten — ich kann gut verstehen, dass die Umrahmung der Realität schwammig sein soll, aber der Text ist so geschrieben, dass es manchmal schwer ist, zu begreifen, was der Erzähler überhaupt tut (oder sagen will).
Grundsätzlich ist Sieben Nächte jedoch ein spannendes Gedankenexperiment, ein literarisches Wagnis, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Vom ZDF gibt es übrigens einen spannenden Beitrag über Sieben Nächte (etwa ab 22:45).


Sieben Nächte ○ 144 Seiten  Einzelband ○ Aufbau Verlag 16,00€* (gebundene Ausgabe) 11,99€* (eBook)


How Hard Can Love Be?  Holly Bourne
Worum geht's?
Um Amber, die für sechs Wochen nach Amerika fliegt, um in dem Sommercamp ihrer Mutter, die sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat, auszuhelfen. Doch die Wiedervereinigung verläuft nicht wie erhofft, und die Situation verkompliziert sich, als Amber Kyle kennenlernt.

Meine Meinung
Oh, ich bin mittlerweile ein Holly Bourne-Fan aus ganzem Herzen. Ich habe mit meinen Lobtiraden bei Am I Normal Yet? begonnen, und How Hard Can Love Be? hat mein Herz auf eine ganz andere Art und Weise erobert. (Aber genauso stürmisch.) Zuallererst: Obwohl die Bücher chronologisch aufeinanderfolgen, muss man sie nicht zusammen lesen — sie funktionieren alle ganz wunderbar als Einzelband.
In diesem Buch sind Feminismus und Freundschaft wieder ganz groß geschrieben. Obwohl Amber von ihren besten Freundinnen getrennt ist, skypen die drei regelmäßig und versuchen, ihre Existenzkrisen trotz der gewaltigen Distanz zwischen Amerika und England zu lösen. Gleichzeitig verliebt sich Amber zum ersten Mal — in Kyle. Die Beziehung ist unglaublich gut porträtiert, vor allem hatte ich das Gefühl, dass wir auch Kyle richtig gut kennenlernen. Holly Bourne hat ihm einige Makel verpasst, die ich an noch keinem anderen Loveinterest beobachtet habe, weswegen ich die ganze Geschichte umso cooler fand.
"I'm not a cynic," I protested. "I'm a terminal pessimist with an edge of angry realism."
(Holly Bourne, How Hard Can Love Be?)
Doch auch wenn die Romanze einen gewissen Raum einnimmt, ist sie nicht überwältigend. Stattdessen kommt das große Thema Familie hinzu, insbesondere, was passiert, wenn ein Angehöriger krank ist (Ambers Mutter ist Alkoholikerin) — und dass es trotzdem okay ist, wenn man auch auf sich selbst achtet und sich nicht vollkommen für die kranke Person aufgibt. Das ist eine Perspektive, die ich persönlich noch nie in Young Adult gesehen habe, und ich habe mich umso mehr darüber gefreut.
Kurzum — ich habe How Hard Can Love Be? binnen weniger Tage verschlungen und geliebt (und wie viel ich gelacht habe!). Holly Bourne hat wieder etwas ganz Großartiges geleistet, und ich freue mich auf den dritten Band der Trilogie.


How Hard Can Love Be? ○ 480 Seiten ○ kann als Einzelband gelesen werden ○ 
Usborne Publishing 2,76€* (eBook) ○ 7,99€* (Taschenbuch)


Red Rising  Pierce Brown
Worum geht's?
Um Darrow, ein Roter, der sich in den Mienen auf dem Mars fast zu Tode schuftet. Doch dann erfährt er, dass sein ganzes Leben eine Lüge war: Der Mars ist bereits erschlossen, und die Goldenen schwelgen im Luxus. Darrow schleust sich in ihre Reihen ein, fest entschlossen, sie von innen heraus zu zerstören.

Meine Meinung
Ich habe seit Jahren von Red Rising gehört. "Schuld" daran, dass ich es endlich zur Hand genommen habe, ist ganz klar Julia, die die ganze Trilogie über alles vergöttert. Mich konnte der Hype leider nicht packen, obwohl ich mit keinen sonderlich hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin.
Mein größtes Problem lag vermutlich bei Darrow, oder vielmehr der nüchternen Art und Weise, wie er erzählt. Er war mir, gelinde gesagt, total egal, seine Selbstüberheblichkeit nervte mich die ganze Zeit, nicht zuletzt, weil er auf mich mehr wie ein Anti-Held wirkte. Dennoch hatte die Geschichte irgendetwas an sich, das mich wieder und wieder anzog, auch wenn ich eine gefühlte Ewigkeit an dem Buch las. Die Idee ist spannend, wenn auch der Weltenbau stellenweise etwas konfus erklärt wird und meiner Meinung nach noch einige Dinge offen sind.
Dafür konnte ich die Nebencharaktere um einiges besser leiden, insbesondere Sevro, auch wenn Darrows Sicht sie etwas kaputt machte (da er mit gewaltigen Stereotypen an alle Goldenen herangeht). Vor allem nahm die Geschichte zum Ende hin endlich an Geschwindigkeit zu, weswegen ich es nicht ausschließe, zu Band 2 zu greifen. Meine Neugier ist definitiv geweckt (und ich will immer noch den Hype nachvollziehen)!


Red Rising ○ 576 Seiten ○ Band 1/3 ○ Heyne Verlag ○ 12,99€* (Broschüre)

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Mittwoch, 19. April 2017

[Rezension] Me and Earl and the Dying Girl - Jesse Andrews


Inhalt
Greg verbringt seine Freizeit hauptsächlich damit, mit seinem besten Freund Earl Filme zu machen, die niemals jemand zu Gesicht bekommt. Sein Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als seine Mutter ihn überredet, sich mit Rachel anzufreunden — Rachel, die mit Leukämie diagnostiziert wurde und nicht mehr lange zu leben hat.

Meine Meinung
Es ist eine dieser Rezensionen, bei der ich keine Ahnung habe, wie ich den Inhalt des Buches zusammenfassen soll. Allerdings nicht, weil zu viel passiert. Auch nicht, weil ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nicht einmal, weil der Inhalt des Buches schwer zu beschreiben ist. Es liegt schlichtweg daran, dass ich keine Ahnung habe, was Jesse Andrews mit Me and Earl and the Dying Girl bezwecken wollte.
Zuallererst muss man dem Buch eins lassen: Es ist in seiner Aufmachung und Erzählweise unglaublich originell. Greg wendet sich direkt an den Leser. Er spricht über das Aufschreiben seiner Geschichte, und wie schwer ihm das Schreiben fällt. Manchmal gibt er das Geschehene in Listen wieder, oder aber in Form eines Filmskripts. Das gefiel mir unglaublich gut, und man merkt auch, wie viel Mühe in die Gestaltung geflossen ist.
Und ganz im Ernst: Ich mochte Gregs Stimme. Selbst Bücher, die als humorvoll beschrieben werden, bringen mich selten zum Grinsen, geschweige denn zum Lachen; bei Me and Earl and the Dying Girl gab es allerdings mehrere Momente, in denen ich laut gelacht habe. Zumindest das kann Greg dem Leser gut vermitteln.
Ich habe oben bewusst geschrieben, dass ich Gregs Stimme mochte — Greg als Protagonist war mir nämlich im besten Fall gleichgültig, gegen Ende hin habe ich mich zunehmend über ihn aufgeregt. Zu Beginn des Buches brüstet er sich noch damit, wie stolz er darauf ist, dass es ihm gelingt, in der Schule keiner wirklichen Gruppe anzugehören und einfach so unsichtbar wie möglich zu sein. Aber diese Hauptsache-niemand-bemerkt-mich-Haltung überträgt er auch auf alle anderen Bereiche seines Lebens. Er kümmert sich nicht um seine Noten. Er kümmert sich nicht darum, auf welches College er geht. Selbst um seine proklamierte Liebe zum Filmemachen kümmert er sich nicht. Es machte einfach auf mich den Eindruck, als würde er sich nicht im Geringsten darum bemühen, auch nur irgendetwas aus sich zu machen, und das war unglaublich frustrierend für mich.
Earl konnte ich noch weniger ausstehen. Seine Familie wird erschreckend beschrieben; sein Haus ist in einem katastrophalen Zustand, seine zahlreichen Brüder prügeln sich regelmäßig, gehen selten bis nie zur Schule und haben auch noch etwas mit Drogen am Hut. Greg verwendet bei Earls Beschreibung Einschränkungen: Die Drogen habe er aufgegeben. Jetzt rauche er nur noch. Was mich an Earl aber am meisten gestört hat, war seine unglaublich vulgäre Ausdrucksweise. Jedes zweite Wort war irgendeine Beleidigung, idealerweise noch vollkommen sinnfrei aneinander gehängt. Generell machen seine Dialoge mit Greg keinen Sinn: Jeder versucht nur, den anderen in irgendwelchen abstoßenden Ausdrücken zu übertrumpfen. Earl hat seine besten Momente gegen Ende des Buches, als er aus irgendeinem Grund plötzlich anfängt, lauter Weisheiten von sich zu geben. Außerdem ist er der Einzige, der Rachel gegenüber so etwas wie Empathie zeigt. Die Entwicklung ist mir ein Rätsel — genau wie Earls Freundschaft mit Greg —, aber in diesen Momenten war er mir zumindest wesentlich lieber als Greg.
Besonders schade ist, dass Rachels Geschichte hinter all dem verloren geht. Man sollte vom Titel ausgehend meinen, dass sie zumindest einen gewissen Anteil an der Geschichte hat, aber ganz im Ernst, die (wohl gemerkt anfangs von Gregs Mutter erzwungenen) Treffen bestehen meistens darin, dass Greg Rachels große Schneidezähne auffallen und dass Rachel nicht wirklich viel sagt und dass Greg deswegen anfängt, viel zu reden, und sie früher oder später zum Lachen bringt. Ich kann nicht mal sagen, ob ich Rachel mochte oder nicht, weil ich schlichtweg das Gefühl hatte, sie gar nicht zu kennen.
Das Ding ist, ich habe mich nicht schlecht unterhalten gefühlt. Im Gegenteil, ich hatte das Buch in drei Tagen ausgelesen und der Erzählstil und die Aufmachung haben mich wirklich fasziniert. Es ist schlichtweg schade, dass das Buch keinen roten Faden hat. Greg fängt irgendwo an und hört irgendwo anders auf. Als Leser wird man da zwangsweise enttäuscht. Vielleicht ist man auch einfach verwöhnt — schließlich bekämpfen die meisten Protagonisten das Böse und retten die Welt und kriegen am Ende noch einen tollen Job. (Oder so.) Aber zumindest was die Originalität anbetrifft, kann Me and Earl and the Dying Girl punkten. Was den Rest anbetrifft... eher weniger.

Fazit
Me and Earl and the Dying Girl ist ein Buch, bei dem ich mir auch Tage später nicht so sicher bin, was es aussagen wollte. Fest steht: Es ist kein typisches Krebsbuch, und grundsätzlich ist die Aufmachung sehr originell und faszinierend. Leider konnte ich weder den Protagonisten Greg noch seinen "besten Freund" Earl so richtig ausstehen, daher gibt es von mir an der Stelle keine Empfehlung.


Me and Earl and the Dying Girl ⚬ Taschenbuch: 304 Seiten ⚬ Amulet Books ⚬ Einzelband ⚬ Preis: ca. 9,99€ ⚬ Kaufen? 

Mittwoch, 1. März 2017

[Rezension] My Not So Perfect Life - Sophie Kinsella


Inhalt
Cat ist 26 und hat sich ihren Traum erfüllt: Sie lebt nicht nur in London, sondern hat auch einen tollen Job und zeigt all dies auf ihrem Instagram-Feed.
Okay, vielleicht bleibt der Spitzname "Cat" nicht ganz hängen und alle nennen sie immer noch Katie, ihre Wohnung ist eine WG mit schrägen Mitbewohnern, im Job wird sie von ihrer Chefin Demeter tyrannisiert und ihr Instagram ist eine einzige Lüge.
Doch dann schlägt ihr Leben eine ganz andere Richtung ein...

Meine Meinung
Vor My Not So Perfect Life hatte ich zwei andere Bücher von Kinsella gelesen, und beide sehr gerne gemocht. Ich war umso aufgeregter, als ich ihr neues Buch in den Händen hielt: Die Geschichte könnte nicht aktueller sein, befinden wir uns doch gerade in einer Phase, in der die kollektive Erkenntnis, dass die sozialen Medien eben nicht die Realität widerspiegeln, einsetzt. Deshalb war ich sehr gespannt, was Kinsella aus dem Thema macht.
Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass Katie sich konstant selbst belügt - oder sich zumindest die Dinge schönredet: Die ewig lange und anstrengende Pendel-Strecke, die teils erniedrigenden Aufgaben, die sie für ihre Chefin erledigen muss - all das sei ja nicht so übel, schließlich habe sie ihren Traumjob in ihrer Traumstadt, endlich weg von dem Landleben, dem sie ihr Leben lang entfliehen wollte. Die Geschichte wird aus Katies Sicht in der ersten Person erzählt, aber leider schweifen Katies Gedanken schon auf den ersten Seiten ins schier Unermessliche ab. Das erste Kapitel besteht zu Großteilen aus Hintergrundgeschichten und ewigen Gedankengängen und wird dadurch immens in die Länge gezogen - in der Gegenwart passiert nämlich kaum etwas. Das ist mir im Laufe des Buches zwar nicht mehr so oft, leider aber oft genug negativ aufgefallen. Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass My Not So Perfect Life knappe 100 Seiten weniger vertragen könnte. Vieles zieht sich einfach oder wird unnötig breitgetreten.
Auch mit Katie kam ich weniger gut klar. Am Anfang habe ich sie noch ein wenig verstehen können: Ich denke, wir alle würden versuchen, uns die Dinge schönzureden, wenn unsere Träume plötzlich zu Alpträumen zu tendieren drohten. Aber als dann alles noch schiefer läuft als zuvor, und Katie zwischenzeitlich auf der Farm ihres Vaters und dessen Freundin aushilft, entdeckt man als Leser eine fast schon... bösartige Seite an ihr. Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen, um Spoiler zu vermeiden - es war einfach hässlich. Gegenüber Kunden verhält sie sich schlichtweg unprofessionell und bringt Aktionen, die nicht mehr witzig, sondern nur noch traurig und bemitleidenswert sind. Ab dem Moment war sie bei mir leider unten durch - gerade in Anbetracht der Tatsache, dass sie in verschiedenen Situationen mehr als glimpflich davon kommt.
Viel mehr dagegen mochte ich Katies Chefin Demeter, was absurd klingt, gerade, weil sie zu Anfang der Geschichte sehr stereotypisch und schwarz-weiß dargestellt wird. Im Laufe des Buches ist allerdings gerade sie diejenige, die am meisten Entwicklung hinlegt und in deren Innenleben man den besten Einblick bekommt. Wenn es ein Highlight des Buches gab, dann definitiv Demeter.
Eine Liebesgeschichte gibt es - natürlich - auch. Sie war subtil und nett genug gestaltet, um mich nicht weiter zu stören, wurde aber am Ende so präsent gemacht, so erzwungen, dass sie mir eher nur ein weiterer Dorn im Auge war. Der Fokus wurde einfach auf brutale, unpassende Weise verschoben, wenn man mich fragt.
Glücklicherweise hat Kinsella plottechnisch noch etwas gutmachen können: Gerade in den letzten Zügen des Buches gibt es tatsächlich einen genial gestalteten Plottwist, der im Laufe der Geschichte so dezent eingeführt wurde, dass man ihn erst rückblickend begreifen konnte - dieses Element, das ich wirklich überhaupt nicht erwartet hatte, hat der Geschichte dann doch noch etwas Besonderes gegeben, was mir sehr gut gefallen hat.
Und - das muss man Sophie Kinsella lassen - die Moral der Geschichte ist definitiv eine wichtige, wie schon oben angedeutet. Nur weil der Instagram-Feed perfekt ist, muss es noch lang nicht das Leben der Person dahinter sein.

Fazit
My Not So Perfect Life war leider ein weniger perfektes Buch und definitiv schwächer als die anderen zwei Werke (Finding Audrey und Remember Me?), die ich bisher von Kinsella kennenlernen durfte. Ich kam mit der Protagonistin nicht wirklich klar, und die Erzählung wies darüber hinaus einige Längen auf. Dennoch mochte ich die Idee dahinter, und die Moral, dass vieles mehr Schein als Sein ist, ist definitiv eine, die wir uns alle vor Augen halten sollten.


Vielen Dank an Lovelybooks für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

My Not So Perfect Life ⚬ Hardcover: 400 Seiten ⚬ Bantam Press ⚬ Einzelband ⚬ ca. 20€ Kaufen?

Samstag, 25. Februar 2017

[Rezension] Wing Jones - Katherine Webber


Inhalt
Wings Leben war bisher schon alles andere als einfach. Mit einer ghanaischen und einer chinesischen Großmutter wird ihr Aussehen immer wieder zum Inhalt verbaler Angriffe ihrer Mitschüler. Ihr einziger Lichtpunkt in ihrem Leben: Ihr Bruder Marcus, einer der besten Footballer der Schule und der "Star" der Familie, und sein bester Freund Aaron. Doch dann wird ihre Familie von einer Tragödie getroffen, und die Jones' stehen plötzlich vor noch viel größeren Problemen. In der bisher dunkelsten Zeit ihres Lebens entdeckt Wing ihr Lauftalent...

Meine Meinung
Es fiel mir sehr schwer, eine Inhaltsangabe von Wing Jones zu schreiben. Einerseits liegt das daran, dass mir selbst beim Lesen nicht ganz so klar war, wo die Geschichte hinwill - andererseits ist aber auch die Fülle von Themen "schuld", auf die ich später noch zurückkommen werde. Deshalb wundert euch nicht, wenn etwas bewusst vage klingt; ich will euch bloß nicht so viel vorwegnehmen.
Können wir zuallererst bitte darüber reden, was für ein absoluter Hingucker das Buch ist? Dieser Farbverlauf ist ein Traum! Ich bin immer noch ganz verliebt, hach. (Aber allein schon die Schrift auf dem Cover als Schnürsenkel ist super cool!)
Primär soll es aber um den Inhalt des Buches gehen. ;) Wie oben schon angedeutet, ist Diversität* in Wing Jones unglaublich präsent - eigentlich ist es seit Crooked Kingdom das erste "ordentlich" diverse Buch, das ich gelesen habe. Wing hat ghanaische und chinesische Wurzeln, aber auch Marcus' bester Freund Aaron ist schwarz; es ist die Rede von einer jüdischen Kindheitsfreundin Wings, und im Laufe des Buches lernen wir auch ein lesbisches Paar kennen. Gleichzeitig hat Webber die 1990er als Schauplatz gewählt: Wings (schwarzer) Vater fiel Rassismus zum Opfer, auch in der Schule kriegt Wing immer wieder blöde Kommentare zu hören, wegen ihres Aussehens, wegen ihres Gewichts... Webber porträtiert eine traurige Realität (die auch heute noch präsent ist) - und sie macht es verdammt gut.
Wing selbst ist mit fünfzehn Jahren eine noch relativ junge Protagonistin. Umso schockierender ist es, zu lesen, was sie bereits alles erleben musste - und jetzt in diesem Moment erlebt. Sie versucht immer, sich klein zu machen, kann aber dem großen Drama doch nicht ergehen, als ihre Familie von einem Schicksalsschlag getroffen wird. Mit einem Mal wächst die Vielfalt an Themen im Buch noch weiter: Familie, Schuld, Moral, Liebe, Freundschaft, Laufen - all das und noch so viel mehr wird thematisiert. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, und das ist etwas, was mir an dem Buch sehr gefiel. 
Leider wird im offiziellen Klappentext der Fokus auf Wings Laufen gelegt, was meine persönliche Leseerfahrung etwas trübte. Ich erwartete einfach mehr, was ich letztendlich erhielt, traf schlichtweg nicht darauf zu. Es dauert einen gesunden Teil des Buches, bis Wing das Laufen für sich entdeckt, und auch dann ist es nur kurze Zeit sehr positiv dargestellt. Irgendwann wird es mehr zum Mittel, um ein bestimmtes Ziel (das ich nicht spoilern möchte) zu erreichen - und das ist sehr schade; fast so erschreckend wird es, als Wings Training krankhafte Ausmaße annimmt. Ich vermisste die euphorische Darstellung, die Wing am Anfang verspürte.
Grundsätzlich gab es ein paar Aspekte im Buch, die mich gestört haben. Zum Beispiel Wings Löwin und ihr Drachen - ja, ihr habt richtig gehört. Bereits im ersten Kapitel werden zwei imaginäre Wesen eingeführt, die Wing immer wieder in ihrem Leben begleiten, die sie hinaus in die Nacht locken und seltsame Dinge tun lassen. "Seltsam" ist für mich wirklich das passende Wort hier - ich habe bis zum Ende nicht verstanden, was das sollte, fand es schlichtweg schräg.
Auch die Liebesgeschichte im Buch konnte mich nicht überzeugen. Die Beschreibungen sind einfach viel zu schwülstig gewesen, gerade für eine Fünfzehnjährige - seitenlang ging es darum, wie schnell ihr Herz schlug, dass sie an nichts anderes außer an ihn denken konnte und so weiter und so fort. Themenvielfalt okay - aber das war für mich einfach too much. Letztendlich war das so überwältigend, dass die vom Unfall betroffene Person, die Wings Entwicklung überhaupt erst ausgelöst hat, komplett in den Hintergrund rückte und ich nur noch genervt war.
Mein letzter Kritikpunkt ist das Ende - nach Längen innerhalb des Buches hatte ich als Leser das Gefühl, abrupt abgespeist zu werden. Viel zu viele Fragen waren für mich noch offen, und ich war einfach unbefriedigt.
Ich hatte allerdings wirklich zahlreiche gute Momente mit Wing Jones - wie bereits erwähnt, die Diversität ist ein großer Pluspunkt, und auch der Schreibstil transportierte die Geschichte sehr gut. Besonders mochte ich, dass die Familie nicht außen vor gelassen wurde, sondern wirklich in die Geschichte integriert war, und dass auch das Thema Freundschaft im Laufe des Buches immer wichtiger wurde.
Was ich bisher so von Wing Jones mitgekriegt habe, war durchweg positiv - meine Meinung fällt also etwas aus dem Raster. Vielleicht kann es euch ja mehr überzeugen als mich; es ist auf jeden Fall ein Buch, das sehr, sehr viele wichtige Dinge anspricht.

Fazit
Wing Jones ist ein Young Adult-Buch, das nicht in das übliche Muster passt - und das ist positiv gemeint. Diversität ist groß geschrieben, und auch eine gewaltige Vielfalt an Themen wird im Laufe des Buches angesprochen. Ich hatte zwar vereinzelte Probleme mit dem Buch, bin letztendlich aber dennoch froh, Wing und ihre Familie kennengelernt zu haben.


Wing Jones ⚬ Taschenbuch: 384 Seiten ⚬ Walker Books ⚬ Einzelband ⚬ ca. 8,99€ ⚬ Kaufen?

* Einen grandiosen Artikel, weshalb Diversität so wichtig ist, hat Sanne vom Papierplanet geschrieben.

Sonntag, 20. November 2016

[Rezension] Über mir der Himmel - Jandy Nelson

Inhalt
Lennie versucht immer noch, mit dem Tod ihrer Schwester klarzukommen - jeder Tag ohne Bailey fühlt sich einfach nicht richtig an. Als sie zum ersten Mal nach dem Verlust wieder in die Schule geht, trifft sie dort auf Joe, den Neuen, zu dem sie sich schnell hingezogen fühlt. Doch dann ist da auch noch Toby, Baileys Freund, der Einzige, der sie und ihre Trauer verstehen kann. Ehe sie sich versieht, steht Lennie zwischen zwei Jungs...

Meine Meinung
An Über mir der Himmel habe ich mal wieder gemerkt, wie sehr sich mein Blick auf Young Adult-Bücher verändert hat. Nicht, dass ich jetzt "zu alt" dafür bin. Aber gerade durch regen Austausch in letzter Zeit und vieler interessanter Artikel rund um Dinge, die ich sonst immer nur so hingenommen habe, habe ich doch einiges dazu gelernt - und einiges realisiert.
Jandy Nelsons Bücher wurden gefühlt immer und überall gepriesen. Deshalb freute ich mich sehr, ein Rezensionsexemplar von Über mir der Himmel zu erhalten, freute mich auf ein grundsätzlich eher leichteres Jugendbuch, das mich doch irgendwo berührte.
Ein leichtes Jugendbuch fand ich, berührt wurde ich leider nicht wirklich. Und auch jetzt versuche ich immer noch, zu rekonstruieren, wieso es mit mir und Über mir der Himmel nicht so wirklich klappen wollte.
Zuallererst hatte ich ziemliche Probleme mit unserer Protagonistin Lennie. Sie ist eines dieser unscheinbaren Mädchen, das immer im Schatten ihrer Schwester stand (und beschreibt sich selbst so), und eines Tages aus heiterem Himmel zum Jungenmagneten wird. Ich hätte darüber vielleicht noch hinweg gesehen, wenn es nur das gewesen wäre - aber teilweise ließ sie Dinge von sich, die ich einfach nur noch als bedenklich empfand. (Zum Beispiel, dass sie mit siebzehn Jahren "nur drei Jungen" geküsst habe.)
Was das Fass letztendlich zum Überlaufen gebracht hat, war Geschichte mit den zwei Jungs.
Okay. Man kann darüber streiten, wie schräg es ist, dass sie etwas mit Toby anfängt, dem Freund ihrer toten Schwester - wohlgemerkt einem Jungen, der sie vorher noch nie bemerkt hat. Weil unscheinbar. Aber die beiden trauern. Trauer macht komische Dinge aus Menschen, das will ich ja auch gar nicht bestreiten.
Doch dann kommt Joe hinzu. Der Neue, den plötzlich alle super heiß finden, mit diesen endlos langen Wimpern, der lieb ist und kein einziges negatives Attribut hat - und Lennie löst sich nicht von Toby, nein, sie macht einfach mit beiden rum. Im Abstand von Minuten. Ähhhhhh. Das Mädchen, das bis vor zwei Tagen noch unscheinbar und komplett unerfahren war (weil sie ja bisher nur drei Typen geküsst hat), ist plötzlich zur Sexbombe der Stadt geworden. Alles klar. Und das konnte ich ihr leider, leider nicht verzeihen. Weil sie sich nicht (nur) von Trauer gezeichnet verhalten hat, sondern einfach rücksichtslos und unfreundlich.
Ich könnte mich noch über die "Liebe" zwischen ihr und Joe aufregen. Was anfangs nach einer süßen Liebesbeziehung aussieht, wird spätestens dann komisch, als Joe jeden Morgen in Lennies Haus kommt, Schokocroissants mitbringt und mit Lennies Onkel (wohlgemerkt ein Kiffer) und ihrer Oma anbändelt. Ach ja, ich vergaß. Nach drei Tagen Beziehung reden sie schon darüber, wann die liebe Lennie denn entjungfert werden soll.
Spätestens an diesem Punkt sollte klar geworden sein, dass ich das Liebesideal, das im Buch vermittelt wurde, als völlig realitätsfern empfinde. Und überspitzt.
Außerdem - das nur am Rande angemerkt - ist es super schräg, dass alle Charaktere total belesen zu sein scheinen und richtige Literati sind, Zitate und Charaktere um sich werfen. Auch hier denke ich mir: So verhalten sich keine Jugendlichen. Oder, die These stelle ich mal in den Raum, zumindest verhält sich ein Großteil der Jugendlichen absolut nicht so. (Grundsätzlich ist Lennies Familie komplett abgedreht, aber darauf jetzt einzugehen, würde wirklich den Rahmen sprengen.)
Das mag nach meiner Schimpftirade zwar ein wenig abrupt kommen, aber ich hatte definitiv auch meine guten Momente mit Über mir der Himmel.
So sehr ich mich auch über Lennies und Joes Beziehung aufgeregt habe, die beiden haben vereinzelte gute Momente - Momente, in denen ich grinsend vor dem Buch saß. Gerade, wenn man die Tatsache, dass die ganze Beziehung etwas überstürzt gestaltet ist, ignoriert, gibt es doch ein paar süße Szenen.
Außerdem mochte ich, dass ein paar Überraschungsmomente eingestreut sind - zum Beispiel, als Lennie Dinge über ihre tote Schwester oder ihre Mutter, die vor sechzehn Jahren verschwunden ist, herausfindet. Ebenfalls gefiel mir, dass das Buch nicht ein komplett rundes Ende findet - dass Nelson zeigt, dass eben am Ende nicht alles perfekt ist und man nicht immer für jeden Aspekt eine Lösung finden kann. (Zugegeben: Das ist ihr nicht überall gelungen, aber ich schätze die Bemühung.)
Der größte Pluspunkt des Buches ist jedoch der Schreibstil. Jandy Nelson ist wirklich eine unglaublich begabte Autorin - jedes Wort steht an seinem Platz. Besonders schön sind die kleinen Zettelchen, Gedichte oder Gesprächsfetzen, die Lennie schreibt und irgendwo - in der Stadt, im Wald - deponiert. Hier kommt eine unglaublich poetische Seite des Buches hervor, die mir sehr, sehr gut gefiel!
Vor allem gab es doch ein paar Augenblicke, in denen ich mir dachte: Ja, das ist es. Wo Über mir der Himmel tatsächlich etwas in mir bewegte, wenn auch nur sporadisch - aber der Ansatz war da.
Schlussendlich hatte ich einige Probleme mit dem Buch, konnte es im Großen und Ganzen aber gut lesen. Vor allem gehöre ich mit meiner Kritik zur Minderheit, das heißt, was mich gestört hat, macht euch vielleicht gar nichts aus. :) Mit Sicherheit werde ich noch zu Nelsons aktuellem Buch, Ich gebe dir die Sonne, greifen, gerade, weil mir oft gesagt wurde, dass dieses (noch) stärker sei. Es ist auf jeden Fall nicht das letzte Mal, dass ich ein Buch von ihr gelesen habe - Lennies Geschichte war einfach nicht ganz meins.

Fazit
Über mir der Himmel und ich hatten einige Probleme. Vor allem störte mich die überspitzt dargestellten und unrealistischen Liebesbeziehungen, aber auch mit der Protagonistin Lennie kam ich nicht wirklich klar. Was das Buch jedoch lesenswert machte, war definitiv der Schreibstil - Jandy Nelson findet die richtigen Worte und beeindruckt mit einer poetischen Sprache.


Vielen Dank an cbt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Über mir der Himmel
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: cbt
Reihe: -
Preis: 9,99€

Freitag, 14. Oktober 2016

[Rezension] Holding Up the Universe - Jennifer Niven

Inhalt
Libby Strout hat sich nach dem Tod ihrer Mutter im Essen verloren. Jahre später musste sie aus ihrem Haus geschnitten werden, weil es keine andere Möglichkeit gab, sie aufgrund einer Panikattacke ins Krankenhaus zu bringen. Jetzt, um die Hälfte leichter, wagt sie sich wieder an den Schulbesuch.
Jack Masselin hat Prosopagnosie - er kann die Gesichter anderer Leute, auch die seiner Familie, nicht wiedererkennen. Sobald er einmal wegblickt, hat er sie vergessen. Doch niemand weiß davon.
Langsam verflechten sich die Leben der beiden Jugendlichen...

Meine Meinung
Auch wenn mich All the Bright Places von Jennifer Niven nicht komplett überzeugen konnte, so hat es mich doch neugierig gemacht - neugierig auf andere Werke der Autorin. Umso mehr freute ich mich, Holding Up the Universe als Rezensionsexemplar zu erhalten.
Niven erzählt sowohl aus der Sicht von Jack und Libby, wechselt sogar relativ häufig zwischen den beiden hin und her und ermöglicht somit einen leichten Einstieg in die Geschichte. Denn gerade die häufigen Wechsel machen die Storyline doch sehr reizvoll.
Ich habe sowohl Libby als auch Jack sehr gerne gemocht. Niven ist nicht auf Libbys Gewicht fixiert - oder auf irgendwelches Abnehmen -, sondern vielmehr auf die Message dahinter. Wie Libbys Umfeld darauf reagiert, wie Libby damit umgeht. Vor allem ist Libby kein schwächliches Mädchen, das sich verstecken will; sie steht mehr und mehr für sich selbst gerade und beweist ein grandioses Selbstbewusstsein. Außerdem entwickelt sie stückchenweise ihre eigene Message, die sie in die Welt hinausschreit.
Jack mochte ich fast noch ein bisschen lieber. Ich weiß nicht, warum - vielleicht, weil man gerade ihm anmerkt, dass er selbst noch mitten in diversen Lernprozessen steckt. Er kann sich nicht von seiner On-Off-Beziehung lösen, er bringt es nicht über sich, anderen Leuten von seiner Krankheit zu erzählen, manchmal wählt er schlichtweg die falschen Worte und stürzt sich in eine kleine Katastrophe. Gerade diese kleinen Fehler machen ihn unglaublich liebenswert, und es ist spannend zu sehen, wie er sich im Laufe des Buches entwickelt.
Was mich allerdings massiv, massiv gestört hat, war die Beziehung der beiden.
Jetzt ist es raus. Das ist einer der Sätze, von denen ich niemals gedacht habe, dass ich sie sagen würde. Aber in Holding Up the Universe hatte ich zum ersten Mal ein wirklich starkes Gefühl, dass ich die ganze Romantik nicht will und nicht brauche.
Versteht mich nicht falsch: Die beiden haben ein paar süße Szenen. Aber das ganze wechselt von Kitsch zu abrupten, teilweise absurden Streiten und letztendlich einem überstürzten Ende, das Niven viel zu unvollständig hinterlassen hat.
Wie auch schon bei All the Bright Places, und es macht mich fast traurig, da ein "Muster" zu erkennen, hat Holding Up the Universe eine ganz wundervolle Nachricht. Niven wählt die richtigen Worte, bereitet das Thema taktvoll auf und beweist, wie gut sie sich auskennt! Wirklich, wirklich grandios.
Aber diese Liebesgeschichte zwischen Libby und Jack verdrängt fast die Bedeutung des Buches... Das ist so ein Widerspruch, weil Libby und Jack als Individuen ganz wundervolle Charaktere sind. Und wenn sie sich gegenseitig helfen und unterstützen. Aber wenn man plötzlich nur noch an die Augen des anderen denkt und überlegt, ob man ihn küssen soll, und Jack trotz seiner Prosopagnosie sich an Libbys Gesicht erinnern kann, dann... dann verliert die Geschichte ihren Zauber. Und beide Protagonisten ihre Individualität.
Vielleicht werde ich es noch mit einem dritten Buch von Jennifer Niven versuchen - falls/sobald sie ein weiteres veröffentlicht. Aber letztendlich hatte ich bei Holding Up the Universe ein kleines Déjà-Vu: Ein angenehmer Schreibstil und eine grandiose, überwältigend gute Umsetzung der Thematik - aber die Romanze passte einfach nicht hinein. Letztendlich hat Holding Up the Universe versucht, mich zu berühren, ist aber auf dem Weg dahin gescheitert.

Fazit
Mit Holding Up the Universe beweist Jennifer Niven, wie gut sie problematische bzw. empfindliche Themen ansprechen und wichtige Weisheiten vermitteln kann. Leider verdrängt die erzwungen wirkende Liebesgeschichte die eigentliche Thematik des Buches, sodass das Lesevergnügen etwas getrübt wird.


Vielen Dank an Lovelybooks und Penguin Books für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Holding Up the Universe
Taschenbuch: 388 Seiten
Verlag: Penguin
Reihe: -
Preis: ca. 8,99€

Montag, 19. September 2016

[Rezension] Elanus - Ursula Poznanski

Inhalt
Jona ist hochintelligent. So intelligent, dass er mit siebzehn Jahren ein Stipendium erhält und ein Studium beginnt. Auch an seinem neuen Wohnort geht er seinem speziellen Hobby nach: Seine selbstgebaute Drohne einzusetzen und damit verschiedenen Leuten zu folgen. Doch dann geht alles schief - und plötzlich ist Jonas Leben bedroht...

Meine Meinung
Ich habe schon seit einer gefühlten Ewigkeit nichts mehr von Ursula Poznanski gelesen. Einen Krimi von ihr letztes Jahr. Aber Saeculum habe ich sage und schreibe in 2011 gelesen! (Ich weiß, ich erwähne in so ziemlich jedem Beitrag, wie lange xy her ist. Aber es ist Fakt. Ich stecke gedanklich noch in 2012 fest, verzeiht mir.)
Also, auf jeden Fall habe ich mich gefreut, mit Elanus endlich wieder zu einem Jugendbuch Poznanskis greifen zu können - gerade, da ich so gute Erinnerungen an vergangene hatte.
Doch schon nach den ersten paar Seiten stockte ich. Nicht wegen dem Schreibstil - auch wenn der manchmal etwas holprig ist, so schreibt Poznanski dennoch im Großen und Ganzen flüssig und ermöglicht dem Leser, einfach Kapitel um Kapitel zu lesen.
Ich hatte ein gewaltiges Problem mit Jona. Was auch zu erwarten war. Jona ist nämlich nicht der Typ Protagonist, der dem Leser ans Herz wächst. Er ist arrogant und überheblich - lässt keine Gelegenheit aus, um seinen Kommilitonen verbal eins auszuwischen, muss immer seine geistige Überlegenheit beweisen. Er ist sich dem auch bewusst, kann seine unfreundlichen Reaktionen oft aber nicht vermeiden. Hinzu kommt ja auch noch die Sache mit Elanus, seiner Drohne - welcher Siebzehnjährige baut schon so ein Teil, um es (illegal) herumfliegen zu lassen und damit Leuten nachzustellen?
Es ist in meinen Augen schlichtweg gewagt, so jemanden als Protagonisten zu wählen. Aber vielleicht hat auch gerade seine oft verquere Sichtweise das Buch spannend gemacht - ganz sicher bin ich mir da nicht. Ich verfluchte ihn nur, ehrlich gesagt, ziemlich oft.
Ebenfalls meine Probleme hatte ich mit einem Großteil der Nebencharaktere - sie wirken etwas... zweidimensional konstruiert. Die Art, wie sie sprechen und agieren, machte oft einen sehr gestellten und unnatürlichen Eindruck auf mich. Zum Beispiel Pascal - ein Junge im Nachbarhaus, der sich aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund mit Jona anfreundet. Im Ernst: Jona ist komplett unfreundlich zu ihm, Pascal aber kehrt wieder und wieder zurück und wird völlig überdreht dargestellt.
Das hört sich jetzt alles ziemlich negativ an - dabei hatte ich definitiv meine guten Momente mit Elanus. Zuallererst muss ich einwenden, dass Jona sich verändert. Darauf habe ich gehofft, und das wurde auch gut eingebunden. Er ist am Ende des Buches bei weitem kein Heiliger, aber Stück für Stück änderte er sich - ganz subtil. Das hat mir sehr gut gefallen.
Außerdem hat Ursula Poznanski wieder einmal bewiesen, wie gut sie Fragen aufwerfen kann. Nach über der Hälfte des Buches kamen immer noch neue Fragen in meinem Kopf hinzu, und nur wenige wurden beantwortet. Leider habe ich einen größeren Plottwist vorhergesehen (ich bin normalerweise die Letzte, die irgendwas errät), aber abgesehen davon war die ganze Auflösung sehr zufriedenstellend, wenn auch das Ende noch etwas besser ausgestaltet hätte werden können.
Kommt Elanus an Erebos oder Saeculum ran? Auf keinen Fall, wenn man mich fragt. Aber man kann definitiv angenehme Lesestunden mit Jona und seiner Geschichte verbringen, auch wenn man keinen sympathischen Protagonisten erwarten sollte. Elanus ist auf jeden Fall speziell - von der Idee her bis hin zu den Charakteren. Und vielleicht besteht gerade darin der Reiz des Buches.

Fazit
Elanus punktet nicht gerade mit einem sympathischen Protagonisten, dafür aber mit einer originellen Idee und einer spannenden Spurensuche, bei der ständig neue Fragen aufgeworfen werden.


Titel: Elanus
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Loewe
Reihe: -
Preis: 14,95€
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Samstag, 13. August 2016

[Rezension] Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen - Ulla Scheler

Inhalt
Hanna und Ben sind schon seit ihrer Kindheit beste Freunde, auch wenn beide unterschiedlicher nicht sein könnten. Nach dem Abitur fahren sie spontan ans Meer, ohne Verpflichtungen, oft mit kaum mehr als einem Zelt zum Schlafen. Dort hören sie auch erstmals von einer schicksalhaften Legende - die sich Stück für Stück bewahrheiten scheint. Schon bald fürchtet Hanna um Bens Leben...

Meine Meinung
"Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung."

Mit diesen Worten heißt Ulla Scheler zu Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen willkommen und markiert damit den Beginn eines Abenteuers, das sich Stück für Stück vor dem Leser ausbreitet. Denn auch wenn ich mir im Nachhinein nicht vollkommen sicher bin, was ich über dieses Buch denke, eines ist sicher - es ist zumindest eines, das hervorsticht und beeindruckt durch seine Andersartigkeit.
Wir lernen ziemlich schnell die beiden Hauptfiguren kennen: Hanna, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, und Ben, ihr bester Freund seit vielen Jahren. Ben ist jedoch seit einem Monat verschwunden, und als er wieder auftaucht, ist die Beziehung zwischen den beiden angespannt. Die beiden sind pure Gegensätze: Ben, der Sprayer, der in der Schule öfters fehlt als dass er anwesend ist. Hanna, die ein wenig still ist, die sich ihre Abschlussfeier auf keinen Fall entgehen lassen will.
Man sagt ja immer, dass sich Gegensätze anziehen - das muss auch der Fall bei den beiden sein, weil mir immer wieder die Frage aufkam, wie sie sich überhaupt erst angefreundet haben, wo sie doch so unterschiedlich sind.

"Wir machten die Leute um uns herum wahnsinnig, aber wir fühlten uns golden."

Ich mochte Hanna sehr gerne als Protagonistin. Ihre Erzählart und ihr Verhalten machte sie sehr sympathisch und vor allem realistisch. Ich konnte sie verstehen, konnte mit ihr mitfühlen und mitfiebern. Selbst als sie mit Ben auf diese fast schon wahnsinnige (oder zumindest wahnsinnig überstürzte) Reise geht, konnte ich ihr Bedürfnis nach Abenteuer, danach, aus dem Alltag auszubrechen, sehr gut nachvollziehen.

"Während er knipste, hatte Ben ein abwesendes Lächeln auf dem Gesicht. Wie viele Menschen sahen wohl den Ben, den ich sehen durfte? Wie viele Menschen sahen mich so, wie ich war? Nein, stopp. Wie viele Menschen sahen mich so, wie ich sein könnte? Ich wusste nicht, was von beiden ich wichtiger fand, aber die Antwort auf beide Fragen war wohl Ben."

Als das Buch jedoch voranschritt, hatte ich das Gefühl, dass die beiden einander nicht guttun. Sie konnten irgendwie nicht voneinander loslassen, obwohl sie zusammen auch nicht funktionierten.
Auch mit den Nebencharakteren - vor allem Chloé und Sam - hatte ich Probleme. Sie waren für mich sehr abstrakt, fast absurd dargestellt. Gerade weil sie letztendlich eine wichtigere Rolle spielten als zuerst angenommen, hätte ich sie gerne besser verstanden.
Ich fragte mich ebenfalls, was Ulla Scheler genau erzählen wollte - ging es ums Erwachsenwerden? Darum, aus dem Alltag auszubrechen, Dinge zu wagen? Manchmal hatte ich das Gefühl, den Kern der Geschichte zu verpassen oder nicht zu sehen, und das war schade.

"Wie mutig man sein musste, um ein Leben zu leben."

Den Fluch hingegen fand ich sehr spannend. Die Legende, die Chloé erzählt hat, dass man nicht wusste, ob es sich dabei um die Wahrheit handelte, und wenn ja, wie wahr es war - hier hat Scheler gute Arbeit geleistet. Zumindest ich war die ganze Zeit verunsichert, ob ihr Roman nicht doch fantastische Elemente hätte. Die ganze Auflösung, die Idee, die dahintersteckte, hat mir auch einfach unglaublich gut gefallen!
Aber, und das muss ich leider auch sagen, ist die Geschichte in meinen Augen viel zu lang gestreckt. Ich hatte das Gefühl, dass Hanna und Ben einen Großteil der Zeit in der Schwebe hingen, wusste nicht, welche Bedeutung diverse Szenen haben sollten, und vor allem Dialoge waren oftmals zu lang und zu wenig wichtig. Fünfzig, vielleicht hundert Seiten weniger hätten das Buch noch einmal reizvoller gemacht.

"Ich bin seine Achillesferse, seine epische Schwachstelle."

Was mir allerdings am besten an Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen gefallen hat, ist der Schreibstil.
Ulla Scheler ist nicht nur eine sehr junge Autorin, hierbei handelt es sich auch um ihr Debüt. Und sie beweist jetzt schon, mit was für einer Finesse sie schreiben kann, Ich bin gespannt, wo das noch hinführt, und bin mir sicher, dass ihr nächstes Buch noch besser wird!
Es ist nämlich nicht so, als hätte es mir kein Vergnügen bereitet, Hannas und Bens Geschichte kennen zu lernen. Ich hatte das Buch binnen weniger Stunden durchgelesen, ich hätte mir lediglich an manchen Stellen etwas mehr und an anderen etwas weniger gewünscht. Gerade das Ende hat mich sehr unbefriedigt zurückgelassen (was allerdings auch teilweise daran liegt, dass ich offene Enden in den meisten Fällen nicht ausstehen kann).
Aber letztendlich handelt es sich bei Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen um ein solides Debüt, das sicher nicht jeder Autor so gut gemeistert hätte. Ich mag, dass Ulla Scheler mit verschiedenen Elementen spielt und ihre Worte so auswählt, dass sie nicht nur eine Gänsehaut, sondern auch einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Wer Lust hat, noch mehr zu lesen: Hier findet ihr ein tolles Interview mit Ulla Scheler.
Fazit
Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen ist ein gelungenes Debüt, das durch Ulla Schelers fantastischen Schreibstil und der ungewöhnlichen Idee etwas ganz Einzigartiges bekommt.


Vielen Dank an Heyne fliegt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Klappenbroschur: 368 Seiten
Verlag: Heyne fliegt
Reihe: -
Preis: 14,99€

Sonntag, 10. April 2016

[Rezension] All the Bright Places - Jennifer Niven

Inhalt
Finch und Violet treffen sich erstmalig auf dem Glockenturm ihrer Schule, beide an das Geländer geklammert, beide überlegen, ob sie nicht springen sollen. Finch rettet Violet, die daraufhin nicht mehr aus seinen Gedanken verschwindet. Aufgrund eines gemeinsamen Geographie-Projekts lernen sich die beiden besser kennen... aber ist es genug, um wieder die schönen Seiten des Lebens zu sehen?

Meine Meinung
All the Bright Places ist eines dieser Bücher, das ich seit einer gefühlten Ewigkeit aus dem Augenwinkel beobachtet hatte, bei dem ich mich aber nie durchringen konnte, es endlich zu bestellen. Mit der Zeit wuchsen meine Erwartungen - und auch meine Neugier, zugegeben.
Das Buch erwies sich als ambivalent: es entsprach meinen Erwartungen und doch irgendwie nicht. Auf jeden Fall ist es zu einem Buch geworden, das mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird - zusammen mit seinen zahlreichen Widersprüchen.
Finch und Violet, so ähnlich sie auch wirken mögen, als sie auf dem Turm stehen, sind im Grunde genommen komplett verschiedene Charaktere. Finch hatte eine harte Vergangenheit: seine Eltern sind geschieden, sein Vater gewalttätig, seine Mutter komplett passiv. Manchmal geht er wochenlang nicht zur Schule, wenn er Asleep ist, und seine Schwester gibt sich als Mutter aus, entschuldigt ihn. Er erforscht verschiedene Arten zu sterben, notiert sie und ihre Nachteile. Finch ist hochintelligent und gleichzeitig nah am Abgrund. Von seinen Mitschülern wird er Freak genannt.
Violet hatte eine wohlbehütete Kindheit mit zwei liebenden Eltern. Zusammen mit ihrer Schwester führte sie einen Blog. Dann aber starb ihre Schwester bei einem Unfall, den Violet überlebte, und seitdem ist alles anders. Sie traut sich nicht mehr, im Auto mitzufahren, kappt alte Beziehungen, zieht sich mehr zurück.
Das, was dann entsteht, erscheint zuerst wie eine dieser typischen Geschichten, die uns aus Büchern wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter, The Perks of Being a Wallflower und Co. bekannt sind: viele Zitate. Viele, oftmals zusammenhanglose, Dialoge und Aktionen, die niemand von uns jemals machen würde. 
Ich weiß nicht, ob es an einer simplen Übersättigung lag - aber bei All the Bright Places war ich erstmals genervt. Finch und Violet schickten sich Unmengen an Zitaten hin und her, irgendwelche Wörter, die an Bedeutsamkeit gewinnen sollten. Das Problem war, dass es für mich nichts bedeutete.
Noch mehr Probleme hatte ich allerdings mit Finchs Perspektive: so heroisch und berührend seine Handlungen auch gewesen sein mochten, die Art und Weise, in der von ihm erzählt wurde, machte alles zunichte. Ich hätte genauso gut einen Bericht über irgendwelche Aktien lesen können.
Mit Violet kam ich besser klar - auch wenn ich sie nicht unbedingt lieber mochte. Gerade zu Beginn des Werkes war sie noch stark von Vorteilen geprägt, erpicht darauf, nicht mit Finch gesehen zu werden.
Aber Jennifer Niven bewies, dass sie auch anders kann. Nach über der Hälfte des Buches schien sich das Blatt zu wenden - ob ich schlichtweg so lange gebraucht hatte, um warm zu werden, oder ob Niven so lange brauchte, um warm zu werden, weiß ich nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass die Beziehung zwischen Violet und Finch endlich wärmer wurde. Und damit meine ich nicht die Liebesbeziehung. Ich meine, dass Violet lernte, Finch zu verstehen, und dass ich lernte, Finch zu verstehen, und das verlieh der Geschichte - vor allem im Nachhinein - eine Menge Tiefe.
Leider wurde ich bezüglich des Endes gespoilert - ich hatte nur "Glück", dass ich ausnahmsweise erraten hatte, wie es ausgehen würde. Geweint habe ich dennoch, auch wenn ich mit All the Bright Places keine reibungslose Beziehung hatte. Wenn man einmal verstanden hat, was Jennifer Niven erzählen will, dann wird das Buch wirklich um einiges bedeutsamer.
Da sowohl Finch und Violet mit Depressionen kämpfen, hat das Buch viel mit mentaler Gesundheit zu tun - allerdings nicht so, wie man es in unserem aufgeklärten Zeitalter vermuten würde. Erst im Verlaufe des Buches realisiert man, mit welcher Ignoranz die Gesundheitszustände der beiden Protagonisten behandelt werden, und diese Erkenntnis ist sehr bedeutsam. Bei Niven hat man vor allem nicht das Gefühl, dass irgendetwas beschönigt oder verfälscht wird, sie geht sehr realistisch mit dem Ganzen um. Und genau aus all diesen Gründen werde ich All the Bright Places sicher nie vergessen.

Spoiler-Gedanken
Da ich zu dem Buch einige Gedanken habe, die um einiges tiefer gehen, dachte ich mir, ausnahmsweise eine neue Kategorie aufzumachen. Vielleicht sind ja ein paar unter euch, die das Buch schon gelesen haben, oder jemand, dem Spoiler nichts ausmachen.
Was mich letztendlich dazu bewegt hat, das Buch nicht einfach als "Fail" abzustempeln, war Finch - Finch, mit dem ich anfangs so gar nicht klar kam. Ausschlaggebend war sein Suizid. Erst in diesem Moment - bzw. als er klar wurde, was passieren würde / musste - bemerkte ich als Leserin die versteckten Hinweise. Finchs ganzes Handeln war ein Hilfeschrei - nur hörte niemand zu. Seine Mutter war absolut passiv (vielleicht ein wenig überspitzt dargestellt, aber die Ignoranz ist leider oft genug vorhanden), seine ältere Schwester nahm sein Verhalten hin, und in der Schule wurde er nur weiter gequält. Selbst als er die Überdosis Tabletten nahm, reagierte niemand. Violet ist die Erste, die die Zeichen wahr/ernst nimmt und zu ihren Eltern geht. Dann: der fatale Fehler. Der Punkt, in dem das Buch mir wirklich das Herz brach. Finchs Eltern wurden kontaktiert, aber da sich nie jemand Mühe machte, ihm zuzuhören... wurde damit sein Ende besiegelt.
Das Ding ist, Depressionen kann man unter Kontrolle kriegen. Aber man muss zuhören. Ich glaube, das ist eines der Dinge, die Jennifer Niven ausdrücken wollte, und zwar auf ihre subtile Art und Weise, und das ist ihr grandios gelungen. (Vermutlich auch, weil sie leider selber Erfahrungen mit dem Thema machen musste.)

Fazit
Mit All the Bright Places hatte ich anfangs so meine Probleme. Als ich jedoch endlich begriff, was Jennifer Niven erzählen wollte, veränderte sich mein Blick auf die Geschichte - definitiv eines der Bücher, das ich nicht so schnell vergessen werde.


Titel: All the Bright Places
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Penguin Books
Reihe: -
Preis: ca. 9,60€
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All the Broken Places ist auch auf Deutsch im Limes Verlag unter dem Titel All die verdammt perfekten Tage erschienen.

Sonntag, 14. Februar 2016

[Rezension] Night School: Und Gewissheit wirst du haben - C.J. Daugherty

Da es sich hierbei um den letzten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!

Inhalt
Nathaniel hat Carter in seiner Gewalt und droht, die Kontrolle über Orion zu übernehmen. Allie, Isabelle und all die anderen verbliebenen Cimmerianer rüsten sich für den letzten, alles entscheidenden Kampf.

Meine Meinung
Mit den Night School Büchern verbinde ich in erster Linie das allererste Rezensionsexemplar, das ich jemals erhalten habe (und wie aufgeregt ich damals war!). Das ist jetzt unglaubliche dreieinhalb Jahre her, und was in der Zwischenzeit alles passiert ist!
Ich muss allerdings auch sagen, dass ich der Reihe, noch bevor ich überhaupt zum fünften Band griff (und gerade deshalb so lange gezögert habe), skeptisch gegenüberstand. Ich weiß nicht, woran es liegt - daran, dass ich älter geworden bin? Oder dass mich schlichtweg die Übersetzung stört, weil ich jetzt selbst mehr Englisch lese und wenn ich Deutsch lese, auch wirklich Deutsch lesen will?
Während ich Band 2 top und Band 3 gut fand, bahnten sich bei Band 4 bereits die ersten Anzeichen an, dass die Chemie zwischen mir und Allie nicht mehr so stimmt.
Und leider, leider sollte sich meine Vorahnung bestätigen.
Aber von vorne: Night School: Und Gewissheit wirst du haben geht rasant los. So rasant, dass ich binnen Sekunden wieder völlig in der Geschichte gefangen war und die Seiten förmlich nur an mir vorbei flogen. Wenn sich eins in all den Jahren nicht geändert hat, dann das: die Bücher kriegt man zügig durch, entweder, weil der Schreibstil einen trägt oder die Spannung hochgeschraubt wird. Wenn man genug Zeit hat, braucht man höchstens zwei, drei Tage für einen Band.
Dann aber kam die Dürre. Und sie dauerte lange, lange an. 
Das Hauptziel war ja klipp und klar formuliert: Carter befreien. Dann erst überlegen, wie man mit Nathaniel verfahren soll. Deshalb habe ich erwartet, dass Carter eine Art Zwischenstation ist - ein kleiner Höhepunkt vor dem Showdown. Aber dem war nicht so. Drei Viertel (!) des Buches werden mit der Suche nach ihm verbracht. Das bedeutet: endlose Meetings, endlose Diskussionen, Dialog, Dialog, Dialog. Hin und wieder bekam man das Gefühl, dass C.J. Daugherty verzweifelt versuchte, die Handlung aufzupeppen, indem sie ein paar Geheimnisse ausbuddelte oder brenzlige Situationen hervorzauberte (die in weniger als 10 Seiten bereits wieder abgehandelt waren). Es war uninteressant. Selbst Allies Probleme waren für mich gewissermaßen uninteressant, einfach, weil ich sie irgendwo in den letzten Büchern verloren habe. Es tat mir nicht leid, dass sie Sylvain beibringen musste, dass das nichts mit ihnen werden sollte (für Sylvain allerdings schon) - im Gegenteil, ich war genervt, weil sie es einfach nicht hinter sich brachte. Ich war genervt von ihrer Sprunghaftigkeit - einmal hier, dann dort. Von ihrer beinahe penetranten Art.
Da mochte ich einen Großteil der Nebencharaktere lieber. Leider kam Carter kaum vor, was ich schade finde, da er von Anfang an zu meinen Favoriten gehörte. Wie gesagt - so trocken es im Zwischenteil war, nach hinten raus hat mir noch EINIGES gefehlt.
Dann ist da noch ein Aspekt, den ich bereits in der Rezension zu Band 4 angesprochen habe. Ich weiß nicht, ob ich es früher nie gemerkt habe - aber all diese Anglizismen nerven mich unglaublich. Ist mir egal, ob die Charaktere not amused sind oder Yes ausrufen wollen. Wir sind hier bei einer deutschen Übersetzung, und wenn ich will, dass die Charaktere auf Englisch reden, dann werde ich das Original lesen. Für den ein oder anderen mag das vielleicht überspitzt sein. Mich stört es einfach ungemein.
Generell die Jugendsprache. Im Dialog, okay, von mir aus. Aber doch nicht im generellen Schreibstil! Wenn ich so etwas lese, wie "Was will der wirklich?", dann stellen sich bei mir einfach alle Nackenhaare auf. Nennt mich altmodisch. Aber wir sind hier letzten Endes bei Jugendbüchern, die zumindest nach einem gewissen Niveau verlangen.
Puhhh. Das musste mal wirklich gesagt werden (wenn an der Stelle überhaupt noch jemand mitliest). 
Was die Auflösung anbetrifft, finde ich, dass Daugherty einen soliden Job geleistet hat. Während in den Vorgängern Nathaniels Ziele und Pläne eher im Dunkeln blieben, so wurden sie hier transparenter und auch relevanter, etwas, was ich früher vermisst habe. Das fand ich gut. Auch die Lösung des Problems ist in Ordnung (auch wenn stellenweise etwas unrealistisch). Im Großen und Ganzen kann ich mit dem Ende der Reihe leben, auch wenn ein paar Aspekte detaillierter ausgeführt hätten werden können.
Zum Abschluss möchte ich noch einmal einen Rückblick auf die Reihe werfen - auch wenn das ja in den vorherigen Zeilen durchgeschimmert ist. Die Night School Bücher sind allesamt kurzlebiger Natur, ideal für die, die nach einem schnell zu lesenden, oberflächlich gehaltenen Buch greifen wollen. Die Übersetzung ist meiner Meinung nach nicht immer gelungen, da wäre das Ideal vielleicht gelungener, aber grundsätzlich, und das möchte ich hier noch einmal hervorheben, hat C.J. Daugherty etwas Originelles kreiert, eine Geschichte, die anfangs total nach Fantasy klingt, aber letzten Endes am Boden bleibt - etwas, was es heute quasi gar nicht mehr gibt. Das ist meiner Meinung nach auch der größte Pluspunkt der Reihe.
Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich sie nicht noch einmal lesen oder kaufen würde. Dennoch - die Erfahrungen, die ich mit Allie und Cimmeria gemacht habe, werden bleiben.

Fazit
Night School: Und Gewissheit wirst du haben ist nicht der Abschluss, den ich mir gewünscht habe. Besonders gestört hat mich, dass es dauert, bis die Geschichte auf den Punkt kommt. Außerdem bin ich oft über den Schreibstil gestolpert. Dennoch finde ich, dass C.J. Daugherty mit den Büchern eine einzigartige Geschichte geschaffen hat, die bestimmt für die interessant sein könnte, die mal etwas abseits von Fantasy suchen.


Titel: Night School: Und Gewissheit wirst du haben
Hardcover: 416 Seiten
Verlag: Oetinger
Reihe: 5/5
Preis: 18,99€

Sonntag, 6. Dezember 2015

[Rezension] Die Königin der Schatten - Erika Johansen

Inhalt
An ihrem 19. Geburtstag soll Kelsea Glynn ihr Erbe antreten - als Königin von Tearling. Bisher hatte sie ein behütetes Leben fernab geführt, wurde aufgezogen von Pflegeeltern. Jetzt wird sie in eine Welt voller Korruption gerissen, ungewiss, ob sie den nächsten Tag noch erleben wird. Doch Kelsea lässt sich davon nicht beirren - und setzt alles daran, ihr Volk für sich zu gewinnen.

Meine Meinung
Was für ein interessantes Buch! Ich habe schon lange nicht mehr von so einem vagen, gleichzeitig unglaublich interessanten Weltenentwurf gelesen. Beim Betreten von Kelseas Welt, die sehr mittelalterlich angehaucht ist, befinden wir uns nicht in der Vergangenheit, sondern mehr in einer Art Zukunftsvision (zumindest, wenn man die Anzeichen im Buch richtig deutet): Bücher sind etwas Wertvolles, denn eine Druckerpresse gibt es nicht mehr. Es werden Pakte geschlossen, um Königreiche davon abzuhalten, sich gegenseitig abzuschlachten. Ich war regelrecht fasziniert von Tearling und seiner Umgebung und hoffe inständig, dass wir noch mehr Informationen darüber bekommen.
Nun zu Kelsea, eine sehr ungewöhnliche Protagonistin. Kelsea ist nicht das hübsche, schlanke und erfolgreiche Mädchen, dem wir regelmäßig bei anderen Romanen begegnen, sie wird sogleich in den ersten Seiten als überaus durchschnittlich und unaufällig beschrieben. Es gibt sogar eine Stelle, in der ihr subtil vermittelt wird, dass sie etwas... sportlicher werden sollte. Auch vom Charakter her zeigt Kelsea ihre Eigenheiten - ist sie anfangs noch etwas widerwillig, ihr Amt anzutreten, und unsicher, ob sie es schaffen wird, zeigt sie schon ziemlich bald einen unglaublich starken Willen und ein kräftiges Rückgrat. Kelsea macht eine unglaubliche Wandlung durch, auch wenn sie nicht gleich erwachsen wird und sicher nicht fehlerfrei handelt; Johansen hat hier eine Protagonistin geschaffen, die man nicht unbedingt mögen muss, aber definitiv schätzen lernt.
Auch die anderen Personen, wenn auch die meist nur grob skizziert sind, haben ihren Reiz. Besonders interessant sind hier Kelseas Onkel, der alles andere als interessiert daran ist, dass seine Nichte auf dem Thron sitzt, und die Rote Königin zu nennen. Beides sind Charaktere, die nicht unbedingt liebenswert, aber durch ihre Verdorbenheit unglaublich spannend sind. Die Rote Königin, die zumindest anfangs als Antagonistin herausgestellt wird, ist gar nicht so böse, wie man zuerst annimmt - in den paar Szenen, die aus ihrer Perspektive geschrieben sind, wirkt sie eher wie eine Frau, die kurz vor dem persönlichen Untergang steht. Ich habe selten so einen gut gestalteten Gegenspieler in einem Buch gefunden, und ich bin beeindruckt!
Man muss allerdings einwenden, dass Die Königin der Schatten ein langsames, gemächliches Buch ist. Es ist nicht langweilig - aber wer kontinuierlich Spannung und Action sucht, ist hier vermutlich am falschen Platz. Trotzdem fesselt die Storyline so sehr, dass man wissen möchte, wie es weitergeht, welcher Konflikt sich herausbildet. (Ein paar Seiten weniger hätten vielleicht trotzdem nicht geschadet.)
Was mich auch noch etwas gestört hat, war der Stil der Autorin. Er ist simpel und flüssig zu lesen, doch gleichzeitig etwas umgangssprachlich und distanziert. Ich meine damit, dass ich oft Dialoge als viel zu steif/unangemessen empfand, besonders, wenn Kelsea und ihre Gardisten miteinander sprachen. Es wirkte, als wäre Johansen kläglich daran gescheitert, eine mittelalterliche Sprechweise nachzuahmen - natürlich kann ich hier auch falsch liegen und das war niemals die Absicht der Autorin. Trotzdem hätte ich mir eine andere Umgangsweise gewünscht.
Außerdem fühlte es sich oft so an, als würde man das Geschehen nur distanziert betrachten, und ich hatte meine Schwierigkeiten, mit den Charakteren mitzufühlen - die ja ohnehin noch ein wenig Ausbaupotential besitzen. ;) Was das anbetrifft, bin ich definitiv auf die Folgebände gespannt - denn Die Königin der Schatten hat auf jeden Fall einen guten Gesamteindruck hinterlassen.

Fazit
Mit Die Königin der Schatten hat Erika Johansen einen nicht makellosen, aber dennoch guten ersten Band geschaffen. Besonders die Welt, in der Kelsea lebt, und die Zwielichtigkeit einiger Charaktere faszinieren. Auf jeden Fall ein Buch, bei dem ich zum Folgeband greifen werde!


Vielen Dank an Heyne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Die Königin der Schatten
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Heyne
Reihe: 1/3
Preis: 14,99€
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Freitag, 11. September 2015

[Rezension] Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist... - Gina Damico

Originaltitel: Hellhole

Inhalt
Max staunt nicht schlecht, als eines Tages auf seiner Couch ein Teufel sitzt. Ein waschechter Teufel namens Burk, mit roter Haut und Teufelshörnern. Burk will von Max, dass er ihm ein Haus besorgt, damit er ihn loswird. Max geht aber einen viel größeren Deal ein; wenn er Burk eine richtige Unterkunft besorgt, dann heilt dieser Max' Mutter, die schwerkrank ist. Doch der Deal geht nach hinten los - und schon bald ist das Leben vieler Leute gefährdet...

Meine Meinung
Ich mag den Teufel. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber lasst es mich erklären: ich mag den Teufel als Figur in Büchern. Ich finde, man hat heutzutage schon einiges gelesen: Engel, Dämonen, Vampire und der ganze Rest - das kennt man schon. Bücher, in denen aber ein Teufel auf den Plan tritt, hat man nicht so oft, und deshalb gibt es dort einen ganz eigenen Interpretationsspielraum, der mich sehr reizt. Aus diesem Grund war ich auch sehr neugierig auf Hellhole.
Der Einstieg fiel mir leider etwas schwer. Wir lernen Max kennen, den Protagonisten, aber ich konnte nicht so wirklich warm mit ihm werden. Er ist ein Nerd und generell dem Leben etwas... fremd. Wenn er mit einem Mädchen spricht, kommen nur unpassende Dinge aus seinem Mund, und überhaupt verhält er sich nicht annähernd so wie ein Siebzehnjähriger (ein jüngeres Alter wäre vielleicht ganz gut gewesen). Max klaut für seine Mutter eine Plastikkatze, und deshalb taucht Burk bei ihm auf - etwas Mitleid hatte ich deswegen ja schon mit ihm, aber andererseits... andererseits entwickelte sich das Buch dann auf eine ganz andere Weise, als ich erwartet habe.
Ich dachte, hier würde mir ein locker-leichtes Buch begegnen, in dem Max und Burk so einiges erleben und ihre Umgebung auf den Kopf stellen. Falsch gedacht. Ich meine, sie stürzen schon in eine Katastrophe, aber das war kein leichtes Buch, nicht wirklich. Ich bin mir allerdings immer noch nicht ganz sicher, ob es vielleicht leicht werden sollte.
Gina Damico kann gut schreiben. Es ist kein exzellenter Schreibstil, aber man kann es gut lesen, auch wenn die Geschichte etwas zäh ist und es beinahe zweihundert Seiten dauert, bis sie so richtig in Fahrt kommt. Allerdings gibt es in meinen Augen einfach zu viele Szenen, die lustig gemeint waren, aber überhaupt nicht lustig sind. Gewollt, aber nicht gekonnt, wenn ihr versteht, was ich meine. Es gab ledliglich eine einzige (!) Szene im Buch, die mich wirklich zum Lachen brachte. Ansonsten wartete ich nur darauf, dass es irgendwie besser, interessanter, spannender wurde.
Wenn jedoch Max als Protagonist nicht so mein Fall war, dann war es Burk dafür umso mehr. Ich sagte ja bereits, dass ich einen Teufel als Charakter interessant finde, und Damicos Interpretation hat mir sehr gut gefallen, sie ist originell, sie hat etwas. Burk ist hinterhältig, gemein, böse, aber er hat Charakter. Und das muss man ihm lassen.
Außerdem tritt noch besonders oft Lore mit auf den Plan; ein Mädchen, das selbst einmal mit einem Teufel zu kämpfen hatte und daher versucht, Max zu helfen. Auch sie ist mehr ein Charakter, der mich nicht wirklich überzeugen konnte; sie ist okay - mehr aber auch nicht. Wie auch schon mit dem Witz, der nicht wirklich rüberkommt, bleibt auch die Tiefe der Charaktere auf der Strecke. Ich kann mir nicht erklären, warum das so ist, aber das ganze Buch ließ mich so ziemlich unberührt.
Erst gegen Ende hin passieren noch einige erstaunliche Dinge; Max tut vor allem etwas, das ich nicht von ihm erwartet habe und sehr schockierend finde - das hat mich sehr überrascht, da ich ja mehr Leichtigkeit erwartete, und stattdessen teilweise wirklich grausame Dinge präsentiert kriegte, die einfach... auf die leichte Schulter genommen wurden.
Dabei finde ich das Szenario, auf welches die Geschichte zusteuerte, gar nicht so schlecht; nur war es viel zu wenig ausgereift und letzten Endes auch zu schnell abgehakt. Als ich Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist... beendete, war ich frustriert und unbefriedigt. Allerdings auch, ehrlich gesagt, ein bisschen erleichtert, dass es vorbei war.

Fazit
Mit Hellhole: Wenn der Teufel bei dir los ist... zeigt Gina Damico zwar eine gute Idee auf, der es aber leider an der Umsetzung mangelt. Die Charaktere bleiben zweidimensional, die Witze flach und es fehlt an Spannung. Lediglich die Interpretation des Teufels Burk hat mir gut gefallen, ansonsten war das Buch eher eine Enttäuschung.


Vielen Dank an penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Hellhole - Wenn der Teufel los ist...
Klappenbroschur: 384 Seiten
Verlag: penhaligon
Reihe: -
Preis: 14,99€