Mittwoch, 31. Mai 2017

[Rückblick] Lesemonat Mai 2017


Keine Ahnung, wie der Mai an mir vorbeigezogen ist. Ich bin mir ganz sicher, dass gestern erst Silvester war.
Aber ganz im Ernst: Ich weiß auch nicht, wie ich so viel gelesen habe. Der ganze Monat ist ein großes, schwarzes Loch in meiner Erinnerung. Vielleicht sollte ich auch einfach mehr schlafen. 😂 Steigen wir einfach gleich in die Materie ein:

Beim zweiten Lesen hat mir ACOTAR wesentlich weniger gut gefallen. Einerseits war es zu erwarten gewesen, weil ich mich in den Wochen davor intensiv mit Maas auseinandergesetzt habe, andererseits... andererseits frage ich mich, wie ich so viel beim ersten Mal übersehen konnte? Gerade die Beziehung zwischen Feyre und Tamlin konnte ich null nachvollziehen.

ACOMAF hingegen hat mir genauso gut wie beim ersten Lesen gefallen! Ich finde einfach Prythian unglaublich faszinierend und Feyres Entwicklung und Überwindung ihrer Traumata ist einfach gut und sensibel beschrieben.

Zugegeben: Nach ACOWAR hatte ich eine Maas-Überdosis. Das Buch hat mir gut gefallen, wenn auch es definitiv noch einige Problemstellen hat, weswegen ich die Reihe im Ganzen auch nicht empfehlen würde. Die Charaktere sind klasse, aber viel zu oft (und in viel zu vielen unangemessenen Augenblicken) liegt der Fokus auf Feyres und Rhysands schmutzigen Gedanken, was nach einer Weile echt nervt.

War für mich leider ein Reinfall. Ich war sehr auf das Buch gespannt, doch Blake kann kaum etwas, das über die gute Idee hinausgeht, abliefern. Die Charaktere bleiben flach, der Plot ist dürftig, und es gibt einen Haufen erzwungene Liebeleien, von denen eine unrealistischer als die andere ist.

Giants: Zorn der Götter ist wohl mein Monatshighlight. Der zweite Band hat mich fast noch mehr als sein Vorgänger gepackt; Neuvel schreibt einfach ein unglaublich zugängliches Science Fiction, und auch wenn der dritte Teil noch in Arbeit ist, freue ich mich jetzt schon darauf.

Mit Furthermore beweist Mafi ein weiteres Mal, wie gut sie schreiben kann; leider ist der Anfang des Buches etwas zäh und es dauerte, bis ich eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte. Alles in allem ist es jedoch eine schöne Geschichte, aus der jede Altersklasse etwas wegnehmen kann.

Auch hier hatte ich ein paar Probleme, einen Zugang zu finden, was sich nach den ersten sechzig Seiten jedoch legte. Ich hatte gar nicht gedacht, jemals so an den Seiten eines Non-Fiction Buchs zu kleben, aber Sows Schreibstil ist exzellent, die Themenauswahl präzise und trifft dort, wo es wehtut. Was gut so ist. Absolute Pflichtlektüre!

Das macht insgesamt 3338 Seiten, ca. 109 pro Tag.  Das ist okay, schließlich hat mittlerweile auch die Uni wieder begonnen und erfordert meine Aufmerksamkeit — ich glaube dennoch, dass stellenweise etwas mehr gegangen wäre. Andererseits hat das bestimmt auch damit zu tun, dass die gelesenen Bücher diesen Monat mich einfach (bis auf Giants) nicht umgehauen haben. Und nach Giants hatte ich kurzzeitig eine ich-lese-nie-wieder-so-etwas-Gutes-Phase, was ihr bestimmt kennt.

Juni... wie zur Hölle kann es jetzt schon Juni sein?! Ich habe es mittlerweile aufgegeben, zu versuchen, die Neuerscheinungen dann zu lesen, wenn sie rauskommen, und hoffe einfach, dass ich bis zum Ende des Jahres halbwegs up-to-date bin. Mir fällt langsam auf, dass all die neuen und besonderen Autoren/Bücher, die ich letztes Jahr entdeckt habe, mir dieses Jahr zum Verhängnis werden, weil ich all die Neuerscheinungen und Fortsetzungen lesen will. Befinde mich gerade also in einer Buch-Geld-Ratio-Krise. 😂 Nichts Neues, nicht wahr?

Wie war denn euer Lesemonat Mai? Hattet ihr ein Monatshighlight — wenn ja, welches?

Samstag, 27. Mai 2017

[Rezension] Giants: Zorn der Götter - Sylvain Neuvel

Da es sich hierbei um einen zweiten Band handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!


Inhalt
Zehn Jahre sind vergangen, seitdem Dr. Rose Franklin und ihr Team die wahnwitzige Aufgabe auf sich nahmen, den Roboter Themis zusammenzubauen. Doch noch immer haben sie mehr Fragen als Antworten, und ihnen läuft die Zeit davon, als ein weiterer Roboter in London auftaucht. Schon bald müssen sie realisieren, dass dies nur der Anfang ist — und dass ihnen die größte Herausforderung erst noch bevorsteht, die die ganze Menschheit bedroht.

Meine Meinung
Giants: Sie sind erwacht war eines meiner Jahreshighlights 2016. Ihr könnt gar nicht glauben, wie sehr ich mich auf die Fortsetzung gefreut habe — und so viel kann ich sagen, ich bin wieder einmal begeistert!
Das System ist dasselbe wie schon beim ersten Band: Die Geschichte wird auf ihre ganz besondere Art und Weise durch Interviews und gegebenenfalls Berichte erzählt. Im Zentrum steht wieder der mysteriöse Interviewer (über den wir in diesem Band tatsächlich mehr erfahren!), der die Fäden in den Händen zu halten scheint.
Obwohl zwischen den Ereignissen in beiden Büchern zehn Jahre verstrichen sind, wurde man als Leser erstaunlich schnell und mühelos in die zwischenzeitlichen Geschehnisse eingeführt. In Giants: Zorn der Götter gibt es sogar einen weiteren Zeitsprung, und auch dieser gelingt Sylvain Neuvel mühelos.
Auch die Thematik bleibt spannend, Neuvel kreiert ein weiteres Mal Science Fiction vom Feinsten: In dem Buch finden sich Aspekte der Physik, Linguistik, Politik und verstärkt der Biologie — all das Komplexe wieder so heruntergebrochen, dass selbst Fachfremde kein Problem haben, sich zurechtzufinden. Im Gegenteil: Man ist wieder und wieder aufs Neue fasziniert, was der Autor geschaffen hat. Es wirkt so real, dass mir die Idee, dass es in dem Buch eigentlich um eine Alien-Invasion gibt, stellenweise fast schon absurd vorkam! An dieser Stelle liegt auch mein einziger, kleiner Kritikpunkt: Der Grund hinter der Invasion war mir letztendlich fast schon zu banal. Ich hatte nach all den Geschehnissen irgendetwas Größeres, Wirkgewaltigeres erwartet — aber vielleicht muss ich das Ganze auch erst sacken lassen.
Wo ich schon von Geschehnissen spreche — meine Güte. Ich dachte, Giants: Sie sind erwacht hätte mich an die Grenzen meiner Nerven gebracht. Aber das war noch gar nichts gegen diesen Band. Ich habe die zweite Hälfte des Buches in einem Rutsch durchgelesen, was mir wirklich schon ewig nicht mehr passiert ist; es war mir einfach unmöglich, es wegzulegen. Grundsätzlich ist der Plot einfach so viel größer angelegt, als ich jemals erwartet hätte. Vom Syndrom eines schlechten zweiten Bandes keine Spur, im Gegenteil — Neuvel legte immer noch einmal eine Schippe drauf, wenn ich es für unmöglich glaubte.
Ich kann auch nicht genug betonen, wie sehr mir die Charaktere ans Herz gewachsen ist — allen voran Kara und Vincent, aber auch Rose und selbst den mysteriösen Interviewer habe ich lieb gewonnen. Ich bin wieder einmal beeindruckt, wie viel nur über Dialog bzw. Interviews übermittelt werden kann. Und meine Güte, haben sie mich in Existenzkrisen gestürzt. Ich habe einen Großteil des Buches auf einer Busfahrt gelesen, und ich habe unverschämt oft aus dem Fenster geblinzelt, weil mir die Tränen kamen.
Also, ja, ich bin aufs Neue begeistert. Eigentlich noch mehr als zuvor. Giants: Zorn der Götter ist mehr eine würdige Fortsetzung, die ich nur auf hohem Niveau kritisieren kann. Ansonsten beweist Neuvel erneut, wie gut er nicht nur schreiben, sondern auch diese verschiedenen Themenbereiche miteinander verflechten kann. Von mir gibt's eine ganz klare Empfehlung. Und alle, die die Reihe noch nicht begonnen haben, sollten das definitiv nachholen!

Fazit
Giants: Zorn der Götter steht seinem Vorgänger in nichts nach. Wieder beweist Neuvel, dass er nicht nur authentische Charaktere schreiben, sondern auch seinen Plot größer und größer konstruieren kann, ohne sich in komplizierten Erklärungen zu verstricken. Er macht Science Fiction zugänglich, und er macht es verdammt gut — ich bin begeistert!


Giants: Zorn der Götter ⚬ übersetzt von Marcel Häußler ⚬ Taschenbuch: 480 Seiten ⚬ Band 2 14,99€

Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 24. Mai 2017

[Rezension] Der Schwarze Thron — Die Schwestern - Kendare Blake


Inhalt
Die Drillinge Katharine, Mirabella und Arsinoe sind mit verschiedenen magischen Talenten geboren worden — und sie alle sind Anwärterinnen auf den Thron. Wenn sie ein bestimmtes Alter erreichen, beginnt ein Kampf um Leben und Tod. Denn nur eine kann Königin werden...

Meine Meinung
Der Schwarze Thron  Die Schwestern ist eines dieser Bücher, das seit einer Ewigkeit auf meiner Wunschliste stand, ich mir aber — aus welchem Grund auch immer — nie zulegte. Deshalb habe ich mich umso mehr darüber gefreut, das Buch vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt zu kriegen. Vielen Dank an der Stelle noch mal dafür!
Die Idee klingt vielversprechend: Ein Drillingspaar, das sich auf den Tod bekämpfen muss. Eine Welt mit verschiedenen magischen Elementen, und vor allem vielen Leuten hinter den Kulissen, die versuchen, die Fäden nach ihren Vorstellungen zu ziehen. Leider konnte mich die tatsächliche Umsetzung weniger überzeugen.
Eines muss man Kendare Blake lassen: Ihr Schreibstil hat mich unglaublich fasziniert. Sie schreibt in der dritten Person Präsens, beschränkt sich nicht auf die Sicht der Drillinge, sondern schlüpft auch in die Perspektive zahlreicher Nebenfiguren. Dabei gelingt es ihr, nahtlos von einer Sicht in die andere überzugehen, manchmal auch inmitten einer Szene — fand ich sehr cool. Andererseits fürchte ich auch, dass der Schreibstil für dieses Buch vielleicht ungeeignet war; ich hatte oft das Gefühl, dass die Stimme von jedem Charakter dieselbe war und dass ich sie maximal durch ihre Namen unterscheiden konnte. Außerdem wirkt der Stil oft sehr nüchtern, fast schon kindlich; dass das Buch ein paar... brutalere Momente hat, bildet dazu einen ziemlich krassen Kontrast, der mir persönlich negativ aufgefallen ist.
Grundsätzlich hat Blake in mir einen Interessenskonflikt ausgelöst: Ich war überwältigt und unterwältigt zugleich. Einerseits bekommt man praktisch drei Bücher, schließlich wird die Geschichte von jeder Anwärterin erzählt, die in ihrer eigenen Nische mit eigenen Freunden/Ziehfamilien/politischen Machtpolen lebt. Das bedeutet verdammt viele Namen, die ich bis zum Ende des Buches ehrlich gesagt nicht auf die Reihe gekriegt habe. Gleichzeitig... gleichzeitig passiert einfach nichts. Alle drei Geschichten treten mehr oder weniger auf der Stelle, ein paar wenige Ausnahmen gegen Ende der Geschichte. Auf mich wirkte alles so... sinnlos. Als würde man bloß ein Ende herauszögern, die Reihe so weit wie möglich in die Länge strecken. Das war ziemlich frustrierend.
Auch in anderen Aspekten hätte so viel mehr passieren können — allen voran der Weltenbau, aber auch das politische Element des Romans war zweidimensional. Die Motivationen der einzelnen Charaktere sind schwach oder mir unergründlich, und die Magie und das ganze Warum bleiben auch sehr vage. Überhaupt weiß ich nicht, was ich von der Einteilung in Giftmischer (Katharine), Elementwandler (Mirabella) und Naturbegabte (Arsinoe) halten soll. Gerade die letzten beiden überschneiden sich irgendwie?
Seltsam fand ich auch, dass sie als Bewohner der Insel Fennbirn eine unglaublich stereotype und vorurteilige Auffassung von den Landbewohnern hatten, die nicht genauer erklärt wurde und auf mich einfach einseitig und voreingenommen wirkte.
Aber Arsinoe war eine Königin. Die Insel würde sie niemals gehen lassen.
(Der Schwarze Thron — Die Schwestern, Kendare Blake, Penhaligon)
Was mich jedoch am meisten frustrierte, waren die durchweg sinn- und zwecklosen Liebesbeziehungen. Ja, Plural. Leider. Zuallererst musste jede der (fünfzehnjährigen!) Anwärterinnen mindestens einen Typen zugeordnet kriegen. Meistens kennen sie sich genau fünf Minuten, bis sie bereits übereinander herfallen. Katharine, zum Beispiel, wird gelehrt, wie sie richtig küssen soll. Äh, ja. Grundsätzlich wird andauernd von irgendwelchen Freiern geredet, die sich dann auf die Königin stürzen wollen, die am ehesten den Kampf gewinnt. Als ob das bisher Beschriebene nicht schon schlimm genug wäre, wird das Ganze von einer Betrugsgeschichte getoppt.

Spoiler
Und zwar geht es dabei um Arsinoes beste Freundin, Jules, die in einer Beziehung mit Joseph ist. Joseph aber betrügt sie zweimal (!) mit Mirabella, OHNE GRUND, und sein Verhalten wird NICHT angeprangert. Jules ist einmal traurig, beim zweiten Mal schon fast resigniert. Joseph hingegen knutscht und schläft sich weiter durch die Weltgeschichte. Hä? Was genau sollte das? Ich versteh's nicht. Auf keiner der beteiligten Seiten. Aber toll, was damit dem jüngeren Publikum vermittelt wird.

Ich habe nicht genau darauf geachtet, aber meines Eindrucks nach ist die Gesellschaft Fennbirns darüber hinaus stark heteronormativ und, tja, weiß. Der einzige Junge (einer der Freier), der mit dunkler Haut beschrieben wird, wird ein paar Seiten später als flüchtend umschrieben und quasi als Feigling bezeichnet.
Ja, ich habe das Lesen des Buches nicht gehasst. Zumindest anfangs nicht. Der Schreibstil ist wirklich okay, und er ermöglicht es, das Buch zügig durchzukriegen. Katharine habe ich irgendwie ins Herz geschlossen, und ginge es nur um sie, würde ich die Reihe vielleicht sogar weiterverfolgen. In den letzten Zügen des Buches gibt es sogar ein paar wirklich überraschende Plottwists, aber das genügt leider auch nicht, um meinen Glauben in die Geschichte wiederherzustellen. Wie gesagt, die Idee ist toll, aber die Umsetzung ist flach und bisweilen katastrophal. Der Schwarze Thron Die Schwestern macht zahlreiche Versprechen, kann aber keins davon halten.

Fazit
Der Schwarze Thron Die Schwestern hat eine grandiose Prämisse, die in ihrer Umsetzung leider in den Sand gesetzt wurde. Die Charaktere sind flach und untereinander austauschbar, es gibt zu viele unrealistische Liebeleien und zu wenig Politik und Plot, und der Weltenbau ist auch dürftig. Von meiner Seite gibt es keine Empfehlung.


Der Schwarze Thron Die Schwestern ⚬ übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer ⚬ Klappenbroschur: 448 Seiten ⚬ Band 1 14,99€

Vielen Dank an Penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Samstag, 20. Mai 2017

[Rezension] A Court of Wings and Ruin - Sarah J. Maas

Da es sich hierbei um einen dritten Band handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.


Inhalt
Der Krieg gegen Hybern steht kurz bevor. Doch Feyres persönlicher Rachezug beginnt schon viel früher, indem sie von innen heraus gegen Tamlin ankämpft. Doch schon ziemlich bald stellt sich die Frage, wie viele Verbündete sie wirklich zusammentrommeln kann — und ob das genug sein wird.

Meine Meinung
Ich glaube, ich habe einen Prythian-Overkill. Bevor ich A Court of Wings and Ruin begonnen habe, habe ich die ersten zwei Bände noch einmal gelesen, und im Gegensatz zu Throne of Glass hatte ich Feyre tatsächlich irgendwann ein bisschen satt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich das Gefühl hatte, dass Maas sich öfters wiederholt — aber dazu später mehr.
Ich bin im Nachhinein froh, keine unglaublich hohen Erwartungen gehabt zu haben. ACOWAR ist gut, aber es ist im Großen und Ganzen nicht grandios.
Fangen wir jedoch mit den Dingen an, die ich geliebt habe: Wir haben einen unglaublich ausgiebigen Einblick in die anderen Courts bekommen — zu sehen, wie jeder Court andere Eigenheiten hat oder wie die High Lords sich verhalten, hat einfach sehr viel Spaß gemacht. Da ist noch so viel von Prythian, das es noch zu entdecken gibt, und im Nachhinein bin ich nur noch neugieriger.
Ein weiteres Highlight waren die für Maas typischen Plottwists. Ich schreibe typischen, weil es nach neun Büchern von ihr wirklich einfach so ist; sie hat eine Art und Weise, die verschiedenen Stränge zu verknüpfen, die fast schon einzigartig ist. Es gibt wenige Autoren, denen es so oft gelingt, mich perplex vor dem Buch sitzen zu lassen.
Und natürlich könnte ich nicht über diese Trilogie sprechen, ohne all die fantastischen Charaktere zu erwähnen. Sie sind das Herzstück dieser Bücher, und gerade die Entwicklungen, die schon zu Beginn der Trilogie eingeführt wurden, haben sich hier auf eine grandiose Art und Weise weiterentwickelt. Damit meine ich nicht nur die üblichen Verdächtigen Feyre und Rhysand (auch wenn Feyres Entwicklung als Überlebende eines Traumas wirklich sehr sorgfältig konstruiert und beeindruckend ist), sondern gerade die "Neben"charaktere — Lucien, Nesta, Elain, Cassian, Amren, um ein paar zu nennen. Was sie so besonders macht, ist, dass jeder von ihnen seine eigene Geschichte hat; man mag zwar nicht jedes Detail von dieser Geschichte erfahren, doch allein durch die paar Einblicke entsteht eine unglaubliche Dreidimensionalität, von der die Bücher einfach leben. Ich kann gar keinen Favoriten mehr nennen. Ich habe sie alle auf ihre eigene Art und Weise geliebt und das Buch allein schon wegen ihnen genossen.
Was jedoch genervt hat: Dass sich ein paar Sachen bei Maas nach dem Schema F wiederholen. Wieder und wieder macht Feyre etwas Dummes, und Rhys sagt ihr, sie solle das nie wieder machen, und natürlich macht sie es wieder. Oder umgekehrt — Rhys begibt sich in Gefahr, Feyre rastet schier aus, weil Rhys ja nicht jahrhundertealt ist und weiß, was er macht, nicht wahr? Dieses übertriebene Beschützen hat mich einfach irgendwann dazu gebracht, die Augen zu verdrehen. Aber das ist vielleicht schon Kritik auf hohem Niveau.
Denn wahrscheinlich sind es auch die Charaktere, die mich über den etwas... trägeren Teil des Buches hinweggerettet haben. Es wäre übertrieben, zu sagen, dass es langweilig war oder dass nichts passiert ist — aber nach den ersten einhundert Seiten hatte ich schlichtweg das Gefühl, dass die Geschichte stagniert. Das Lesen hat immer noch Spaß gemacht, und es war irgendwie interessant, aber einfach nicht so spannend, dass ich sofort wissen musste, wie es weitergeht. In dem Teil des Buches geht es um mehr und mehr Gespräche, und die meisten von ihnen treten ein wenig auf der Stelle oder drehen sich andauernd um dieselben Themen. Und ja, für mich leider, gibt es auch wieder zahlreiche Sexszenen.

Leichter Spoiler für Empire of Storms und ACOWARDiese fast schon Sexbesessenheit war auch etwas, das mich bei Maas’ anderer Reihe unglaublich frustriert hat. Ich habe die ersten Bände geliebt, aber in Empire of Storms rückte das meiner Meinung nach wirklich Wichtige einfach in den Hintergrund, was so schade ist! Bei ACOWAR war es ähnlich; Feyre und Rhys haben über ihren mating bond andauernd irgendwelche schmutzigen Sachen ausgetauscht, egal, wie ernst die Situation war – als könnten sie keine fünf Minuten an etwas anderes denken. Sie schlafen nicht nur andauernd, sondern selbst im Kriegscamp miteinander, während um sie herum Leute sterben. Ich bin mir sicher, dass es zahlreiche Leute gibt, denen das gefällt. Aber ich habe mich aus anderen Gründen in die Bücher verliebt.

Wie steht es jetzt um die Diversität des Buches? Bereits im Voraus brach eine gigantische Diskussion aufgrund der Acephobia* in Kapitel 3 aus, die auch im Kontext immer noch bedenklich und problematisch ist. Ansonsten würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass Maas es nicht versucht hat; öfters ist von dunklen Hautfarben die Rede, und es werden tatsächlich mehrere bisexuelle bzw. lesbische/schwule Charaktere eingeführt. Meiner Meinung nach ist die Repräsentation ein passabler Anfang, wenn auch noch gehörig Luft nach oben ist; ich habe bei anderen Bloggern/Booktubern allerdings auch andere Perspektiven gehört.

Spoiler für ACOWARMors Sexualität liegt mir dabei besonders am Herzen – sie outet sich als lesbisch, was an sich klasse ist, aber die Art und Weise und vor allem der Zeitpunkt, den Maas dabei gewählt hat, ist katastrophal. Mor befindet sich seit Jahrhunderten in einem liebenden Umfeld: Warum öffnet sie sich ausgerechnet gegenüber Feyre? Warum hat sie vorher einfach nichts gesagt und sich stattdessen entschieden, Azriel leiden zu lassen? Auch das plötzliche Outing wirkte auf mich eher so, als würde Maas verbissen versuchen, mehr Diversität einzubringen. Mor lebt in keiner Gesellschaft, in der Homosexualität abgelehnt wird. Stattdessen lässt sie Azriel willentlich leiden und versteckt sich selbst... aber warum?

Ich kann mich nur wiederholen — es ist ein Anfang, so holprig er auch sein mag. Von Maas' Seite würde ich mir jedoch wünschen, dass sie vielleicht einmal Stellungnahme beziehen würde und sich in Zukunft besser informiert und weiterentwickelt.
Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist natürlich das Ende. Ich war etwas nervös deswegen, schließlich handelt es sich hierbei um den ersten Abschluss einer Reihe, den wir von Maas bekommen haben. Im Nachhinein bin ich etwas zwiegespalten.
Versteht mich nicht falsch: In den letzten hundert Seiten war ich wieder einmal in Maas' Bann gefangen. Ein Plottwist folgte auf den anderen und, ja, auch ich saß wieder heulend im Bett. (Wenn auch nicht so schlimm wie bei A Court of Mist and Fury.) Aber es fehlte einfach etwas. Es war ein grandioses und berauschendes Finale, aber es war nicht vollständig. Es gibt so viele Storylines, die noch in der Luft hängen, was einfach unglaublich schade ist. Ob es schlichtweg Sorglosigkeit von Seiten der Autorin ist oder eine "Masche", um den Leser dazu zu bringen, auch ja die Spin-Offs zu lesen, wenn sie erscheinen — ich weiß es nicht. Ich bin ein wenig enttäuscht, auch wenn ich dem Buch gleichzeitig am liebsten wegen dem Nervenkitzel am Ende fünf Sterne gegeben hätte.
Eigentlich weiß ich selbst Tage später noch nicht so ganz, was ich von A Court of Wings and Ruin halten soll. Es war gut, aber es war immer noch problematisch, und die Story war zu lang und zu kurz an den falschen Stellen. Ganz im Ernst: Die Trilogie als Ganzes betrachtet würde ich niemandem empfehlen. Ich hoffe jedoch, dass es Maas in Zukunft mehr und mehr gelingt, sich von schädlichen Klischees abzuwenden.

Fazit
A Court of Wings and Ruin war ein solider Abschluss, wenn auch das Ende meiner Meinung nach zu offen gestaltet wurde. Vor allem ist es nicht frei von problematischen Aspekten; auch wenn Maas versucht, mehr Diversität zu integrieren, gelingt ihr das nur bedingt. Für Fans der Reihe lesenswert, Interessierten würde ich die Trilogie nicht empfehlen.


A Court of Wings and Ruin ⚬ Taschenbuch: 699 Seiten ⚬ Bloomsbury UK ⚬ Band 3/3 ca. 8,49€

* Ich kenne keinen deutschen Begriff für Acephobia; falls mir jemand damit aushelfen könnte, wäre ich sehr dankbar!

Samstag, 13. Mai 2017

7 Momente, in denen ich mir wünsche, ich würde nicht 99% meiner Zeit mit Büchern verbringen

Lesen ist ein tolles Hobby: Man bildet sich weiter, taucht in fremde Welten ein, muss sich nicht mit anderen Menschen unterhalten... Aber hin und wieder gelange ich in Situationen, in denen ich mir wünsche, ich würde einfach, was weiß ich, Briefmarken sammeln. Weil die Bücherobsession nicht immer so reibungslos verläuft, wie ich das gerne hätte.* Ich stelle euch heute sieben dieser Fälle vor. Kennt ihr noch andere?

* Achtung: Beitrag mit einer Prise Sarkasmus lesen.


1. Bücher mit unterschiedlichen Größen
Ugh. Einfach nur UGH.
Man kann da noch so vorsichtig sein: Gerade bei englischen Büchern drölf Mal kontrollieren, dass man auch die richtige Ausgabe beim richtigen Verlag bestellt hat... dann kommt das Buch an und ist zwei Zentimeter höher als der Vorgänger. WARUM. Solange der Inhalt stimmt, könnte man sagen, ist das ja egal.
... nein. Weil ich jedes Mal, wenn ich auf mein Regal schaue, diesen Größenunterschied sehe und mich frage, womit ich das verdient habe.

2. Coverwechsel
Diese sind noch hinterhältiger. Sie schleichen sich dann an, wenn man die Reihe liebt, unbedingt weiterverfolgen will und dann... beim letzten Buch plötzlich die Cover geändert werden. Was, wenn man mich fragt, ein Verbrechen ist.
Klar gibt's dafür legitime Gründe: Manchmal verkaufen sich die Hardcover nicht so gut, man muss auf Taschenbücher umsteigen, um die Reihe weiter verlegen zu können... aber es hinterlässt trotzdem einen bitteren Beigeschmack. Schließlich war man von Anfang an da und hat das Buch unterstützt! (Das hat man davon!)

3. Treulose Tomaten aka Reihen, die einfach nicht weiter übersetzt werden
MEHR BETRUG. Da greift man zur Übersetzung — aus welchem Grund auch immer — und liest ein, zwei, drei Bücher... und realisiert erst ein Jahr später, dass Teil vier nie übersetzt wurde. Das wäre mit Briefmarken nicht passiert.

4. Hinterhältige Leserillen
Man sagt immer, es gibt zwei Arten von Lesern: Die, die sich nicht um Leserillen kümmern (was mir ein absolutes Rätsel ist), und die, die lieber einen Krampf in der Hand als Knicke im Buchrücken riskieren.
Dabei darf man die Rechnung nicht ohne die Bücher selbst machen. Es gibt nämlich diese ganz fiesen Taschenbücher, die man nur falsch angucken muss und zack, da sind all die fünfhundert Leserillen, die ich niemals haben wollte. Egal, wie sorgfältig man das Buch hält — der Knick kommt früher oder später. Meistens stillheimlich, bis man das Buch zuschlägt und einen Herzinfarkt bekommt. Mindestens.

5. Bibelseiten
Kommt nicht selten vor, wenn die Autoren ein wenig eskalieren und die Fortsetzung einfach fünfhundertmal so lang ist wie der Vorgänger. Man hat das Buch schon vorbestellt und freut sich drauf und schlägt es auf und... reißt fast die halbe Seite aus, weil sie so dünn ist. ARGH. Beim Lesen bloß keine falsche Bewegung machen oder zu laut atmen. Man könnte ja das Buch ruinieren.

6. Bücher, deren Erscheinungsdatum nach hinten verlegt wird
Wieder gilt: Ich weiß, dass es dafür legitime Gründe gibt. Manchmal geht's dem Autor einfach nicht gut genug. Manchmal wird die Geschichte doppelt so lang wie geplant. Oder das Lektorat dauert länger, was weiß ich. Man will "das Beste aus dem Buch rausholen".
Aber das erspart mir trotzdem nicht den Schmerz, den ich verspüre, wenn ich noch länger warten muss. Weil ich nicht nur null Geduld habe, sondern auch noch ein Sieb als Gedächtnis und ich in einem Jahr sicher nicht mehr weiß, was in dem Buch passiert ist... wenn ich mich überhaupt noch an die Namen der Charaktere erinnern kann. #FalschesHobby?

7. Verkappte Trilogien
Davon kann ich auch ein Lied singen. Man liest nichtsahnend ein Buch, das man für einen Einzelband hält, nur um an ein Ende zu kommen, DAS KEIN ENDE IST. Ach, eine Fortsetzung? Es wird eine Trilogie? Und da hätte man mir keine Vorwarnung geben können?
Genauso schlimm: Wenn aus der Trilogie plötzlich eine Hexalogie wird. WARUM. Das Problem ist gar nicht mal unbedingt, dass mir die Bücher nicht gefallen. Gerade das macht es noch schlimmer — was, wenn man merkt, dass die Folgebände einfach die Geschichte unnötig strecken? Dass der/die Autor/in die Lieblingscharaktere zu Monstrositäten gemacht hat?! Diesen bitteren Nachgeschmack wird man nie wieder los. So viele Ansprüche. So viel ANGST. 

Puh. Mein Puls ist schon beim Gedanken an all diese Dinge angestiegen. Ich meine, Lesen ist toll. Bücher sind grandios. Aber manchmal... manchmal sitze ich vor meinem Bücherregal und suhle mich in meinen First World Problems.
Könnt ihr das nachempfinden? Wart ihr auch schon in einer der oben genannten Situationen gewesen oder habt ihr noch weitere Dinge, die euch halb in den Wahnsinn treiben? Wir können zusammen leiden. 👩‍💻

Samstag, 6. Mai 2017

[Rezension] The Young Elites - Marie Lu


Inhalt
Adelina ist eine malfetto — eines der Kinder, das das Blutfieber überlebt hat, wenn auch mit Narben. Für ihren Vater ist sie eine Abscheulichkeit, eine Schande für den Familiennamen.
Manche der Überlebenden haben Fähigkeiten entwickelt, was sie zu Young Elites macht. Adelina, mit dieser großen Dunkelheit in ihrem Inneren, ist womöglich eine von ihnen. Bald überschlagen sich die Ereignisse, und sie kommt in Kontakt mit der Dagger Society — einer fast schon elitären Gruppe Young Elites, die den König stürzen wollen. Adelina könnte ihre Rettung sein. Oder ihr Verderben.

Meine Meinung
Ich hätte The Young Elites fast nicht gelesen. Ich hatte das Buch schon im Hinterkopf, seitdem es im Englischen erschienen ist; habe zahlreiche Meinungen gehört, die meisten weniger begeistert. Dann kam die Publikation in Deutschland, und meine Neugier war wieder aufs Neue entfacht. So sehr, dass ich all die durchschnittlichen Rezensionen aus meinen Gedanken schob und mir sagte: Du hast Marie Lus Legend-Reihe auch geliebt. Versuch's doch einfach.
Ich sollte öfter auf mich selbst hören.
Adelinas Geschichte ist eine von Höhen und Tiefen — mehr Tiefen, um ehrlich zu sein — und natürlich könnte ich dieses Buch nicht rezensieren, ohne über sie zu sprechen. Sie wird oft als Anti-Heldin beschrieben, aber ich bin mir nicht so sicher, ob ich der Bezeichnung zustimmen kann. Ist sie überhaupt eine Heldin? Wer ist sie? Und wie tief reicht die Dunkelheit in ihr? Ganz im Ernst: Ich kann keine dieser Fragen beantworten. Ihr Charakter hat mich dennoch unglaublich gepackt, gerade, weil er so schwer zu fassen ist — natürlich hat sie ihre guten Momente, denen, in welchen sie eher einer "typischen" Young Adult-Protagonistin entspricht, aber dann tut sie wieder Dinge, die ich weder nachvollziehen noch gutheißen kann, und ich bin einfach unglaublich... fasziniert? Manchmal habe ich sie hassen wollen. Meistens habe ich sie schütteln wollen. Doch am Ende des Buches war ich immer noch interessiert, wollte einfach mehr von ihrer Geschichte. Ich könnte nicht sagen, dass ich sie bewundere. Aber ich glaube, ich mag sie. (Irgendwie.)
Grundsätzlich beweist Lu mit The Young Elites, dass man nicht immer Charaktere braucht, die man gut leiden kann, um ihre Geschichte zu mögen — da ist zum Beispiel Tieren, der Inquisitor, der erst nach Adelinas Leben, dann nach ihren Kräften trachtet. Tieren ist ein unglaublich guter Bösewicht, mit Motiven, die mir beim ersten Lesen fast zu unglaublich erschienen, um wahr zu sein.
Oder Enzo, der Führer der Dagger Society. Wären wir in einem typischen YA-Buch, wäre er wohl das klassische love interest, mit der düsteren Aura und dem faszinierenden Aussehen. Aber auch hier wird der Geschichte Originalität verliehen, denn seine Motive, seine Ziele, sein ganzes Handeln haben mich schlichtweg beeindruckt. Ich glaube, zusammen mit Raffaele — einem weiteren Young Elite, der so sanft und nachsichtig auftritt, dass man es ihm fast nicht abkaufen möchte — ist er mein Lieblingscharakter. Wie Adelina konnte auch ich mich nicht seinem Bann entziehen.
Gut gefallen hat mir auch die Art und Weise, wie das Buch verfasst war, wenn auch es anfangs etwas befremdlich auf mich wirkte — Lu erzählt überwiegend aus Adelinas Sicht im Präsens, wechselt aber manchmal in die dritte Person Präsens, um in die Köpfe anderer Charaktere zu schlüpfen. Dadurch wurde das Spektrum der Geschichte noch einmal größer und nur noch spannender.
Die Geschichte spielt in Kenettra im 14. Jahrhundert, eine Welt, die mich stark an das Italien der Renaissance erinnert hat. Ich habe noch nie eine Geschichte mit solch einem Setting gelesen, und es hat mir unglaublich gut gefallen — Lu gelingt es mühelos, dem Leser Adelinas Welt nahezubringen, nicht zuletzt, weil diese bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist und einfach überzeugt. Normalerweise habe ich so meine Probleme, mich in einem mir fremden Setting zurechtzufinden, aber hier gelang mir die Anpassung mühelos. Auch die Erklärung, die für die Fähigkeiten der Young Elites geliefert wird, war besonders originell und toll integriert.
Warum ich dem Buch dennoch keine volle Punktzahl verleihe, kann ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht, weil mich die Entwicklung zum Ende hin so unerwartet getroffen hat, dass ich jetzt noch nicht sicher bin, wie die Geschichte weitergehen soll — vielleicht auch, weil ich Adelina doch nicht alles verzeihen kann. Ich glaube, es liegt auf jeden Fall daran, dass ich hin und wieder Adelinas Sicht auf die Dinge etwas zu abrupt fand, weswegen ein paar Ereignisse mich schlichtweg etwas aus der Bahn geworfen haben. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Adelinas Geschichte noch so einiges mehr beinhaltet — und ich sie definitiv weiter verfolgen werde. Letztendlich ist The Young Elites für mich ein weiterer Beweis für Marie Lus Können, und sie kann sich damit in die Ränge meiner Lieblingsautoren einreihen.

Fazit
The Young Elites ist ein gelungener Auftakt mit einer Protagonistin, die mich als Leser immer wieder dazu brachte, meine eigene Auffassung von Moral in Frage zu stellen. Zusammen mit einem actionreichen Plot und einem grandiosen Weltenbau hat mich Marie Lu wieder einmal überzeugen können.


The Young Elites ⚬ Taschenbuch: 384 Seiten ⚬ Speak ⚬ Band 1/3 ⚬ ca. 8,99€ ⚬ Kaufen?

Weitere Rezensionen: Ink of Books ⚬ Zeit zu Lesen

Mittwoch, 3. Mai 2017

[Rückblick] Lesemonat April 2017

Wir sind jetzt an dem Zeitpunkt des Jahres angekommen, wo ich den Versuch, auch nur ansatzweise zu verstehen, wie die Zeit so schnell vergeht, aufgebe.
April war ein Monat, an den ich mich nicht detailliert erinnere, was vor allem daran liegt, dass ich einen Großteil des Monats noch Semesterferien hatte, und Ferien sind doch meistens mehr eine verschwommene Erinnerung als alles andere. Nennenswert im April sind höchstens mein elftes beendetes Manuskript, das eine gehörige Geburt war, und der Beginn meines zweiten Semesters. Und vielleicht noch das Eingeständnis, dass ich auch nicht so reflektiert lese, wie ich es gerne würde.

Im April gelesen habe ich acht Bücher. Das ist okay, aber gerade angesichts der vielen freien Zeit ein wenig... dürftig? Ich hatte auch kein Buch, das mich wirklich gepackt hat, oder das mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. (Kann mich außerdem bitte jemand mal schlagen? Ich hatte The Young Elites im Regal neben mir stehen, war aber schlichtweg zu blöd, es mit aufs Bild zu packen. #ProblemeEinesBuchbloggers)


1) Clockwork Angel - Cassandra Clare (5/5) Reread
Ich bin bekennender Fan von Clares Büchern, und es ist erschreckende sechs Jahre her, seitdem ich Clockwork Angel zum ersten Mal gelesen habe. Da ich im März üble Lust auf Urban Fantasy und viktorianisches London bekam, musste ich die Reihe einfach noch einmal beginnen. Nicht zuletzt wegen Lord of Shadows, das im Mai erscheint. Ich habe es, wenn überhaupt möglich, noch mehr geliebt als beim ersten Mal.

Ich hatte nicht sonderlich hohe Erwartungen an Jackaby, aber irgendwie hat es nicht mal diese erfüllt. Das Buch hatte Potential, war aber letztendlich so kurzweilig, dass es mir jetzt schon schwerfällt, mich daran zu erinnern.

3) Clockwork Prince - Cassandra Clare (5/5) Reread
Bei Clockwork Prince hat mich ganz besonders überrascht, wie wenig ich noch wusste, gerade, was Jem und Tessa anbetrifft. Zu meiner Verteidigung: Es war damals eines der ersten englischen Bücher, die ich je gelesen hatte.

Hier hat mich die Idee besonders fasziniert, denn die Stimme des Erzählers ist sehr originell und auch in die Aufmachung des Buches ist sehr viel Mühe hineingeflossen. Leider hören die positiven Sachen an der Stelle auf — gerade die Charaktere sind schlichtweg unterentwickelt und unsympathisch.

The Crown's Game war einfach fantastisch, von der ersten bis zur letzten Seite. Skye erweckt das Russland des 19. Jahrhunderts zum Leben und füllt es mit einer besonderen Magie und authentischen Charakteren.

6) The Hate U Give - Angie Thomas (5/5) Reread (nicht abgebildet)
Das ist mein letzter Reread von THUG für mindestens dieses Jahr, versprochen! Ich musste nur noch einmal. Ich bin unverbesserlich, ich weiß. (Aber ich habe selbst nach dem dritten Lesen noch neue Dinge entdeckt!)

7) The Young Elites - Marie Lu (4/5) (nicht abgebildet)
Nach einer ewigen Debatte mit mir selbst, habe ich mir das Buch endlich zugelegt. Was soll ich sagen: Ich habe es keine Sekunde lang bereut. Für mich hat's funktioniert. Ausführliche Rezension folgt noch.

8) Clockwork Princess - Cassandra Clare (5/5) Reread
Und, um meinen Lesemonat abzuschließen, das letzte Buch in der Infernal Devices-Trilogie. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass ich die Trilogie noch mehr liebe als die Mortal Instruments. Vor allem bin ich wieder einmal fasziniert, wie man ein Buch nach all den Jahren anders aufnimmt. War ich damals eine absolute Team Jem-Unterstützerin, fand ich Will dieses Mal viel faszinierender. (Vielleicht musste ich auch einfach ein bestimmtes Alter erreichen, um seinen Charakter völlig zu begreifen.) Wie auch immer — es war mir eine Freude.

Das macht 3428 Seiten, ca. 114 pro Tag. Nicht mein bester Monat, wie gesagt, aber immer noch voll in Ordnung.

Mai... ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Hatte ich die letzten Monate keinen wirklichen Plan, erscheinen diesen Monat so viele Bücher, dass ich am liebsten noch einmal Semesterferien haben möchte, um sie alle inhalieren zu können. Spontan fallen mir ein, dass Seeker von Veronica Rossi, Lord of Shadows von Cassandra Clare, The Crown's Fate von Evelyn Skye und Giants — Zorn der Götter von Sylvain Neuvel erscheinen werden; Sarah J. Maas' A Court of Wings and Ruin* ist bereits gestern rausgekommen. Vor all diesen Büchern will ich Riders, Lady Midnight und natürlich A Court of Thorns and Roses und A Court of Mist and Fury noch einmal lesen. Vermutlich werde ich einiges auf den Juni schieben; diesen Monat sollten mich außerdem noch zwei Rezensionsexemplare erreichen.

(Außerdem sind Pläne dazu da, um über den Haufen geworfen zu werden. Wahrscheinlich verfalle ich wieder den Stresskäufen. Ich habe den Post gestern, am Dienstag, geschrieben, und heute bereits wieder ein Buch stressgekauft (das ist jetzt ein Verb, okay). So viel dazu. 😂)

Genug von mir. Wie war euer Lesemonat April? 👩‍💻

* Ich werde A Court of Wings and Ruin doch lesen. Hauptsächlich, weil ich gehört habe, dass Maas tatsächlich mehr Diversität eingebracht haben soll, und ich mir einfach meine eigene Meinung bilden will.