Freitag, 28. April 2017

"Das Buch ist problematisch, aber..."

Das ist jetzt schon der härteste Beitrag, den ich jemals geschrieben habe. Vermutlich ist es auch der ehrlichste.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werdet ihr mehr oder weniger intensiv von den Diskussionen Wind bekommen haben, die derzeit in (Buch)Bloggerkreisen stattfinden. Von unglaublich wichtigen Diskussionen. Gerade Paper Princess stieß eine regelrechte Kaskade an Beiträgen los. Ein Buch, das für Jugendliche vermarktet wird und von vielen in den Himmel gelobt wird — trotz gewaltverherrlichender Inhalte. Trotz einer minderjährigen Protagonistin, die sich prostituiert. Trotz vieler, vieler anderer Probleme.

Während die Diskussion größer und größer wurde, kam mir immer öfter der Gedanke: Wie kann man so ein Buch lesen und nicht die Problematik erkennen? Dann sah ich letztens eine Frau in der Buchhandlung, die nach dem dritten Teil ebendieser Reihe fragte. Und zwei Mädchen, die vor dem Regal voller pseudo-erotischen, frauenfeindlichen Romane standen und sich über diverse Titel unterhielten. Da wurde das Ganze plötzlich um einiges realer. Diese abstrusen Rezensionen waren auf einmal nicht mehr so abstrakt. Ich hatte das Bedürfnis, die Leute zu schütteln. Zu rufen: Wie könnt ihr so etwas immer noch in Buchhandlungen ausstellen? Wie kann so etwas überhaupt durchs Lektorat kommen?

Ich sagte mir, dass ich besser sei. Dass ich niemals so ein Buch in den Himmel loben würde, und erst recht nicht würde ich die Inhalte unter den Tisch kehren. In den letzten Monaten bin ich schließlich aufgewacht. Ich habe endlich begriffen, warum Diversität so wichtig ist, und vor allem angefangen, Bücher zu lesen, die nicht nur heterosexuelle Beziehungen mit weißen, überdurchschnittlich attraktiven Figuren in den Vordergrund stellen. Ich habe angefangen, das, was ich lese, zu hinterfragen: Ist das eine gesunde Beziehung? Warum ist es problematisch, wenn Daemon Katy als "dumme Nuss" bezeichnet? Und warum sind eigentlich alle weißer als Mayonnaise? Ich fühlte mich, als wäre ich vom Weg abgekommen und hätte jetzt eine Erleuchtung gehabt.

Dabei habe ich selbst damals Obsidian in den Himmel gelobt, was in Retrospektive ebenso problematisch ist. Aber das war 2014, sagte ich mir. Jetzt weißt du es besser. Du bist damals genauso manipuliert worden wie alle anderen Teenager. Die meisten Bücher haben ihren Reiz verloren, sobald ich im Klappentext nur lese, dass ein mysteriöser Typ auf den Plan tritt. Alles, was mit New Adult betitelt wird, beäuge ich skeptisch. Ich lese Beiträge, die ausführen, warum der neue Film mit Scarlet Johansson rassistisch ist.

Aber dabei ignoriere ich die Bücher einer ganz bestimmten Autorin. Die ich auch hier auf dem Blog in den Himmel gelobt habe. Die ich auf verschiedenen Social Media-Kanälen angepriesen habe. Deren Bücher für mich fast eine Art Bibel waren. Und ich realisiere, dass ich mich die ganze Zeit selbst belogen habe. Dass ich mich für besser hielt. Aber am Ende des Tages war ich auch eine derjenigen, die vor problematischen Inhalten die Augen verschlossen hat. Die dachte: Ach, das ist doch nur Gelaber. Die haben sich eben auf die Autorin eingeschossen. Oder, auch ein Klassiker: Das ist Fantasy.

Vermutlich könnt ihr euch mittlerweile denken, um wen es hier geht. Vielleicht habt ihr sogar mitgekriegt, auf was genau ich anspiele. Richtig: Es ist Sarah J. Maas. Ich habe sämtliche ihrer Bücher, die bis dato erschienen sind, gelesen und rezensiert. Ich habe sie geliebt. Ich weiß nicht, ob ich sie immer noch liebe.

Wisst ihr, wenn man zumindest ein wenig in einem Fandom unterwegs ist, dann kriegt man eben auch Wind von "Hatern". Man entdeckt bei anderen Bloggern negative Rezensionen und will das so gar nicht wahrhaben. Das Buch irgendwie verteidigen. Man sucht nach Gründen, weswegen die Rezensenten unrecht haben. Denn schließlich ist ja jede Meinung berechtigt, genau?

Nein.

Schon allein, weil man die Inhalte von Paper Princess auch nicht objektiv gut finden kann. Oder Den Mund voll ungesagter Dinge oder Trinity oder wie sie alle heißen.

Aber ich kann doch die problematischen Inhalte eines Buches sehen, darauf aufmerksam machen und das Buch trotzdem lieben, oder?

Kann ich das? Ich habe mir die Frage schon vor Monaten gestellt. Damals habe ich sie mit ja, klar beantwortet. Natürlich kann ich das. Heute sehe ich das nicht mehr so. Heute weiß ich gar nicht mehr, was ich sagen soll.

Ich wollte zuerst argumentieren, dass in der Throne of Glass-Reihe das Problem ja "nur" darin besteht, dass die Charaktere zu 99% weiß sind und heterosexuelle Beziehungen führen und allein schon, dass jeder unbedingt einen sexy Fae-Partner haben muss. Aber wer bin ich, zu sagen, dass Rassismus weniger problematisch ist als Ellas Prostitution in Paper Princess? Eben. Da gibt es kein Abwägen. Es ist beides verdammt noch mal ein Problem. Es ist sogar ein Problem, über das gesprochen wird. Aber die Fans — und da nehme ich mich nicht aus! — verschließen davor die Augen. Geht ja um die Lieblingsbücher. Kann gar nicht sein, dass die problematisch sind. Ist alles nur Fiktion! Die Leute motzen doch bloß, weil [hier absolut nicht legitimen Grund einfügen].

Oder A Court of Thorns and Roses. (Leichte Spoiler für den ersten Band folgen.) Ich habe das Buch zum ersten Mal vor etwas über einem Jahr gelesen. Damals kam es mir schon komisch vor, dass die Fae auf dem Fest ihren Trieben nachgehen müssen. Dass Tamlin sich fast auf Feyre stürzt. Aber ich hab's auf mein Alter geschoben. Habe nicht weiter darüber nachgedacht. Aber das hat nichts mit dem Alter zu tun. Höchstens damit, dass zu wenig darüber gesprochen wird, dass Männer sich nicht wie liebesgeile Tiere auf Frauen stürzen und sich dabei einen Sch*** um die Zustimmung der Frau kümmern sollten. Jetzt lese ich das Buch zum zweiten Mal. Schließlich kommt nächste Woche der letzte Band der Trilogie raus. Aber zum ersten Mal in meinem Leben lese ich ein Maas-Buch und es schüttelt mich einfach. Das Weiterlesen ist fast schon schmerzhaft.

Das war der fast-Auslöser für diesen Beitrag. Den letzten Anstoß hat mir dann folgendes gegeben:
Wisst ihr, als allererstes hat mein Kopf wieder nach Ausreden gesucht. Ich würde abwarten, bis A Court of Wings and Ruin draußen ist und mir dann selbst ein Bild machen. Die beiden Charaktere in dem Ausschnitt sind Zwillinge. Und so weiter und so fort. Dieses Rechtfertigungs-Denken ist so tief in mir drinnen, dass es zum Reflex geworden ist. Es erschreckte mich selbst. Es führte dazu, dass ich vor meinem Laptop saß und dutzende Diskussionen zu dieser Leseprobe durchlas, neben mir wohlgemerkt das Exemplar von A Court of Thorns and Roses. Und ich überlegte, wie ich es rechtfertigen würde, wenn ich mir A Court of Wings and Ruin zulegen würde. Was, wenn ich es mögen würde? Was, wenn ich es nicht mögen würde? Wie sollte ich das rezensieren?

Wie sollte ich das rezensieren und dabei noch länger ignorieren, dass die Frau, die ich als Lieblingsautorin beschrien habe, verdammt üble Dinge in ihren Büchern stehen hat? Wie sollte ich das rezensieren und über diese Dinge reden, ich, die das alles sonst gefeiert hat? Macht mich das zu einem schlechten Fan?

Aber bin ich überhaupt noch ein Fan? Vor allem, was habe ich getan? Schließlich habe ich diese Bücher empfohlen. Es gibt genug Leute in meinem Umfeld, die die Throne of Glass-Reihe oder die ACOTAR-Bücher wegen mir zur Hand genommen habe. Und irgendwie fühle ich mich, als hätte ich versagt. Ich fühle mich elend, und das zurecht. Denn auch ich habe eine Vorbildfunktion, jedes verdammte Mal, wenn ich hier auf Veröffentlichen drücke.

Ich weiß nicht mehr, was ich mit dem Beitrag sagen wollte. Ich weiß nur, dass ich es sagen musste, weil ich es nicht länger nicht sagen konnte. Weil ich auch weiß, dass es unter euch viele Maas-Fans gibt, und es tut mir leid, aber irgendwie können wir das Ganze nicht mehr totschweigen. Nein, es tut mir nicht leid. Es tut mir nur leid, dass ich ebenfalls nicht besser war. Dass ich ebenfalls zu den "Das Buch ist problematisch, aber..."-Sagern gehöre. Gehörte? Ich hoffe, gehörte.

Ich weiß nicht, ob ich A Court of Wings and Ruin kaufen werde. Ich denke, dass ich die Throne of Glass-Reihe beenden werde, wenn es so weit ist. Macht mich das zu einem schlechteren Menschen? Das weiß ich nicht. Aber ich kann mit Sicherheit eines sagen: Ich werde nicht mehr die Klappe halten, wenn ich es komisch finde, dass jetzt jeder Charakter ein Loveinterest hat. Ich werde nicht mehr still sein. Denn der Status "Lieblings"-irgendwas schützt kein Buch, keinen Autor vor seinen Fehlern. Niemals.



Weitere Links:

Über Paper Princess' Problematik: Paper Princess, ein Exempel; Oder: Was zur Hölle ist los mit euch?! ಠ_ಠ von Bücher verschlingen.

Eine Rezension zu Den Mund voll ungesagter Dinge und warum das Buch ein schlechtes Vorbild für Heranwachsende ist.

Über A Court of Thorns and Roses von Bücher verschlingen: "Eine Neuerzählung von Die Schöne und das Biest, mit rapey biest-Biest und seinen Vergewaltiger-Freunden."

Auch sehr lesenswert: die Rezension zu ACOTAR von Mareike.

Eine exzellente Link-Sammlung von Artikeln rund um das Frauenbild in Büchern (erneut von Bücher verschlingen): Paper Princess, ein Exempel; oder: Es hat begonnen.

Ein Video von whittynovels über schädliche Beziehungen in Young Adult.

Und zuletzt noch der Blog Writing with Color, an dem einfach alles grandios ist — nicht zuletzt, weil er über all die PoC-Tropes spricht, die viel zu viele von uns viel zu lange hingenommen haben.

Nina C. Hasse hat einen exzellenten Beitrag über Probleme in Liebesromanen geschrieben.

(Wer mehr Beiträge hat, nur her damit: Ich würde euch gerne verlinken.)

Kommentare:

  1. Oh wow, das ist mal ein Post, man merkt richtig, wie wütend du bist.
    Paper Princess wollte ich lesen, habe dann in einigen Rezension gelesen, wie gewaltverherrlichend und moralisch eher fragwürdig dieses Buch ist und habe mich dann dagegen entschieden. Dein Post zeigt mir jetzt nur, dass es die richtige Entscheidung war.
    Weil vom Klappentext her, habe ich das nicht erwartet, ich konnte es von Außen nicht erkennen und vielleicht steht es deshalb noch in vielen Buchhandlungen. Okay, wie es das Lektorat überzeugen konnte bleibt hier noch die Frage, aber wenn es einmal auf der Spiegel Bestseller Liste steht, muss die Buchhandlung das Buch ja haben.

    Mir ist Sexismus aber immer häufiger in letzter Zeit aufgefallen. Ich weiß nicht mehr welches Buch, welcher Autor/welche Autorin es war, aber die Protagonistin sagte etwas wie "Er ist ein richtiger Mann, er weiß auf was Frauen stehen" und das war tatsächlich das erste Mal, dass mir so etwas bewusst beim Lesen aufgefallen ist und angefangen habe, mir Gedanken drüber zu machen.

    Man muss da aber natürlich auch differenzieren, ob das Buch die Thematik behandelt und einem am Ende mit dem Gefühl zurücklässt, etwas an sich und der Gesellschaft ändern zu wollen. Oder ob das Buch die Thematik behandelt und einem mit dem Gefühl zurücklässt, dass Sexismus, Diskriminierung, Gewalt, Vergewaltigung, Prostitution etc. gar nicht soooo schlimm sein.

    Liebst, Lara.

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    1. Liebe Lara,

      Vielen Dank für den Kommentar! <3 Dein letzter Absatz bringt es perfekt auf den Punkt, ich stimme dir da voll und ganz zu. Leider fehlt diese Reflexion zumindest in den Büchern, die ich bisher gelesen habe. Dabei ist sie SO wichtig - denn sonst passiert das Umdenken niemals. Und es muss passieren, wenn man mich fragt.

      Und es ist echt erschreckend, wie Paper Princess vermarktet wird. Ich dachte anfangs auch, dass es nur ein weiterer "harmloser" Liebesroman. Ich habe auch Posts von Minderjährigen gesehen, die das Buch als Rezensionsexemplar erhalten haben... brrr.

      Hab ein schönes Wochenende <3

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  2. Bei mir liegen sowohl Throne of Glass Band 1 als auch Reich der sieben Höfen Band 1 noch ungelesen. (Ich bin gespannt, wie ich sie finde)

    Problematische Handlungen/Charaktere in Büchern sind ja in Ordnung, aber im Nachhinein sollte irgendwo über das Weltbild oder das Bild der Charaktere reflektiert werden.

    Ich kann dir inj vielen Punkten nur zustimmen. Früher habe ich auch Bücher gelesen und gefeiert bei denen ich mir heute an den Kopf fassen würde.
    Weiterentwicklung ist etwas Gutes!

    Das Schlimme ist ja oftmals eigentlich, dass viele dieser Dinge einem Großteil der Leserschaft nicht auffallen oder sie nicht empören. Ich glaube auch, dass das einigen Autoren nicht wirklich bewusst ist, WAS sie das für Aussagen niederschreiben. Und das ist das Traurigste für mich an der ganzen Sache. :(


    Toller Beitrag, jedenfalls! <3
    Liebe Grüße,
    Babsi

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    1. Liebe Babsi,

      Vielen lieben Dank <3 Ich bin gespannt auf deine Rückmeldung zu den Büchern und stimme dir absolut zu: Reflexion ist das A und O, wenn man schon solche Problematiken einbringt.
      Und es ist immer klasse, zu merken, dass man sich weiterentwickelt. Das zeigt auch, dass man wächst - auch wenn es unangenehm ist.
      Gerade dafür muss man eben ein Bewusstsein schulen. Besonders Heranwachsende werden von solchen Inhalten echt krass beeinflusst. Die Verfasserinnen von Paper Princess sind ja auch Frauen - und schreiben trotzdem frauenverachtende Inhalte. Das ist wirklich traurig, da stimme ich dir zu. :/

      Alles Liebe und ein schönes Wochenende,
      Isabella

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  3. Liebe Isabella
    Irgendwie weiss ich gerade nicht, waa ich auf deinen Beitrag antworten soll. Ich will etwas antworten, weiss aber nicht genau was. So viel dazu. Deshalb entschuldige, falls dieser Kommentar etwas wirr wird.
    Erstens mal ein dickes Kompliment an diesen Beitrag! Es ist verdammt stark zuzugeben, dass das eigene Lieblingsbuch bzw die Lieblingsautorin problematisch ist. Das nicht nur zugibt, sondern sich auch hinterfragt. Ich habe damals Twilight in den Himmel gelobt, wollte meinn eigenen Jacob oder Edward haben, einen Typen, der mich beim Schlafen beibachtet und mir sagt, wann ich wen zu treffen habe. Ich fand es romantisch. Jetzt denke ich anders darüber.
    Red Rising gehört wie du weisst zu meinn absoluten Lieblingsbüchern. Aber jetzt schwanke ich ein bisschen. Habe ich aufmerksam genug gelesen? Gab es kritische Stellen? Ich will nicht, dass es mir nicht mehr gefällt. Es ist mein Lieblingsbuch und wenn mich jemand darauf anspricht "Aber Textstelle X war sehr kritisch" würde ich auch anfangen zu argumentieren, dass es trotzdem ein gutes Buch ist. Auf der einen Seite finde ich es wahnsinnig schade, wenn mein Lieblingsbuch so kritisiert werden würde und ich erst jetzt merken würde, was nicht damit stimmt. Ich glaube für mich als riesiger Fan, würde eine kleine Welt zusammen brechen. Und trotzdem hätte ich wie du eine Verantwortung zu tragen. Wir tragen sie alle. Wie oft schreie ich in die virtuelle Welt hinaus, wie sehr ich Red Rising liebe? Ich spiele sogar mit dem Gedanken ein Red Rising Motiv zu tätowieren weil ich die Geschichte und Darrow und Sevro so liebe. Bin ich verrückt? Ein bisschen.
    Der Punkt ist aber, dass ich noch nicht an diesem Punkt bin, wo du gerade bist. Du siehst Fehler ein und weisst nicht mehr, ob Sarah J. Maas deine Lieblingsautorin ist. Du weisst nicht, was du von alldem halten sollst. Und hier bin ich, weigere mich irgendwelche negativen Stimmen zu Red Rising zu akzeptieren. Dein Beitrag trifft mich mitten ins Herz, weil er voller Emotionen ist. Zumindest lese ich so vieles aus diesem Text hinaus und finde es absolut genial. Ich mag dein Schreibstil sehr, weil er deune Gefühle so wunderbar wiedergibt. Aber jetzt zweifle ich an mir selbst und meiner Art, Bücher zu lesen. Lese ich aufmerksam genug? Übersehe ich etwas? Ist es okay, was er gerade mit ihr macht? War das gerade nicht etwas homophob?
    Ich finde es super toll, dass Leser aufmerksamer werden und solche Dinge herauslesen können und kritisieren. Sonst ändert sich nie was. Aber das bedeutet auch, zumindest für mich, das ich aufmerksamer lese. Jedes Buch micht nur zur Unterhaltung lese,sondern darauf achte, welche Werte es vermittelt. Ich bin bereit kritischer zu lesen. Aber ich habe auch ein bisschen Angst, Bücher nicht mehr geniessen zu können. Ich finde es deshalb super, wenn ich ein Buch lesen kann und danach Meinungen von anderen lesen kann. Habe uch etwas übersehen? Oder mögen die Red Rising einfach nicht, weil es nicht ihre Genre ist?
    Ich glaube dieser Kommentar wird gerade etwas zu kang und vielleicht, also ssehr wahrscheinlich, bin ich etwas emotional geworden.
    Lange Rede kurzer Sinn: Genialer Beitrag. Danke für deine Worte, ich werde nun kritischer lesen.
    Liebe Grüsse und ganz dicke Umarmung
    Julia

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    1. Liebe Julia,

      Eine ganz dicke Umarmung zurück <3 Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, mir ist gerade das Herz aufgegangen - ein besseres Kompliment kannst du mir nicht machen. <3 Ich hatte unglaublich Angst, das zu veröffentlichen - bin immer noch ein wenig unsicher. Man macht sich unglaublich verletzlich, indem man solche Gedanken äußert, aber ich glaube, der Zeitpunkt ist einfach gekommen. Vor allem glaube ich, dass der Zeitpunkt bei jedem kommt.
      Mach dir keinen Kopf darum, ob du jetzt schon kritisch genug liest. Es ist ein Lernprozess. Du lernst, ich lerne, wir alle lernen - und wir können alle danach streben, kritischer zu lesen, aber da gibt es kein Ultimatum, kein Endziel. Das machst du schon gut so, ich glaube da ganz fest dran! :)
      Ich habe Red Rising noch nicht gelesen - habe dir aber versprochen, es nachzuholen, und das werde ich dieses Jahr auch noch einlösen! -, von daher kann ich dir nichts über problematische Inhalte sagen. Mir ist aber auch noch nichts in der Art zu Ohren gekommen (auch wenn das nichts heißen muss). Ich verstehe aber sehr gut deine Angst, nichts mehr genießen zu können. Ich habe auch Momente, in denen ich innehalte und denke: Okay, irgendwie erschlägt mich das alles gerade. Und ich werde auch traurig, wenn ich ein Buch, das ich mal mochte oder liebte (gerade bei Maas' Büchern), nicht mehr vorbehaltlos genießen kann. Aber gerade durch die offene Diskussion im Internet entdeckt man auch immer mehr Bücher, die die Klischees herausfordern und zeigen, dass es auch anders geht. Man denkt da gar nicht so aktiv daran, ob es jetzt problematisch sein könnte - da entwickelt man vielmehr ein geschultes Auge dafür, finde ich.
      Jetzt ist es bei mir auch ziemlich lang geworden. :D Noch einmal vielen Dank für deinen Kommentar, er hat mich sehr berührt. <3

      Alles Liebe und viel Spaß auf der FantasyCon! <3

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  4. Ich weiß richtig gut, wie du dich fühlst. Das Thema beschäftigt mich momentan auch extrem und ich denke immer wieder darüber nach, was ich in der Vergangenheit für Bücher gelesen habe und ob die denn überhaupt so okay waren und ob es richtig ist, dass ich sie in den Himmel gelobt habe. Und meistens ist es einfach nicht so, aber das habe ich früher einfach so akzeptiert und dahingehend hat sich mein Blick jetzt verändert.
    "Das ist ja nur fiktiv" ist immer ein Satz, der in der Diskussion gebracht wird, genau wie "lasst die Leute doch lesen was sie wollen", aber dabei wird einfach zu oft übersehen, dass das alles dazu beiträgt, dass solche Dinge als normal angesehen werden. Es gibt ganz sicher 12-jährige, die aufgrund des schönen Covers "Paper Princess" gekauft haben und jetzt davon überzeugt sind, das was darin steht ist alles realistisch und super romantisch. Und sowas ist einfach etwas, was nicht sein darf.
    Alle wollen immer, dass man sich immer weiter in Richtung Emanzipation bewegt und gleichzeitig werden überall Bücher gefeiert, in denen die Protagonistin ganz klar unterdrückt oder misshandelt wird und es als #relationshipgoals angesehen wird. Für erwachsene Leser ist meist klar, dass das so nicht in Wirklichkeit aussehen sollte, aber bei Büchern gibt es nunmal keine Altersbegrenzung und niemand kann sagen, wie viele Teenager sowas lesen und eben nicht wissen, dass das falsch ist.
    Das gleiche kann man natürlich auch auf Homophobie, Rassismus und generell sämtliche andere Probleme übertragen. Bücher beeinflussen Menschen einfach zu einem gewissen Grad und das sollten Verlage, Autoren und auch viele Leser endlich einsehen und entsprechend handeln.

    Die Frage, ob man betroffene Bücher trotzdem gut finden kann, finde ich aber auch sehr schwer zu beantworten. Eine Geschichte kann nahezu perfekt sein und tolle Charaktere haben und dann wegen einer kurzen problematischen Szene das Buch in die Kategorie "Müll" stecken? Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, ob ich das machen würde. Wichtig finde ich aber auf jeden Fall, solche Dinge anzusprechen und darauf hinzuweisen.

    Danke für diesen Beitrag!

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    1. Liebe Jacquy,

      Vielen Dank für deinen Kommentar <3 Ich kann die Dinge, die du angesprochen hast, ganz klar unterschreiben. Es sind wirklich viele Bereiche, in denen viele Fehler gemacht werden - ich glaube aber auch fest daran, dass sich das bessert, oder dass zumindest bei den Rezipienten da allmählich ein Bewusstsein entsteht.

      Auch in deinem letzten Punkt stimme ich dir absolut zu! Es ist eben wichtig, darauf hinzuweisen und ggf. keine Empfehlung auszusprechen. Aber ich versuche da auch noch, meine Antwort zu finden. Vermutlich kann man das einfach nicht verallgemeinern und muss je nach Buch entscheiden.

      Wünsche dir ein schönes Wochenende!

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    2. Hi Isabella,
      stimmt, das mit dem Bewusstsein ist ganz wichtig. Wenn es von genug Leuten bemerkt und kritisiert wird, kommt das hoffentlich auch bei den Verlagen und Autoren an und da wird mehr drauf geachtet. Das ist zumindest der Idealfall.
      Das stimmt, eine allgemeine Antwort gibt es ja ohnehin selten :D

      Liebe Grüße!

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  5. Wow. Ich habe Tränen in den Augen, weil dein Beitrag einfach so voll von Gefühlen ist. Riesiges Kompliment dafür!
    Ich habe die ganzen Diskussionen rund um "Paper Princess" etc. auch mitbekommen und versuche nun kritischer, vorsichtiger und aufmerksamer zu lesen. Leider nimmt mir das teilweise auch den Spaß an meinen Büchern und dem Lesen im Allgemeinen, da ich wegen dem ganzen Nachdenken, ob Kapitel XY jetzt problematisch ist oder nicht, gar nicht mehr im Buch "versinken" kann und das Lesen genießen kann. Auch das Rezensionenschreiben stellt sich nun als schwieriger heraus, schließlich stelle ich mir während dem Schreiben ständig die Frage "Was wenn ich dieses Buch gut fand, habe aber kritische Aspekte übersehen, und nun empfehle ich das Buch weiter? Vielleicht wurde ich auch vom Hype und dem ganzen 'Fangirling' um meine Lieblingsbuchreihe geblendet und übersehe deshalb alles Wichtige?!" Dieses Thema sprichst du ja auch schon in deinem Beitrag an und ich muss nun ganz ehrlich sagen: In letzter Zeit nagt immer wieder an meinem Gewissen, dass ich vielleicht Bücher, mit den von dir genannten problematischen Punkten meinen Freunden zum Lesen gegeben habe. Sie haben sie eben wegen MIR gelesen.
    Um nochmal auf "Paper Princess" zurückzukommen: Erst gestern haben Mädchen in meiner Schule lautstark von dem Buch geschwärmt, wie toll alles ist, wie realistisch alles ist und vor allem wie toll die Story des Buches ist. Ich saß dabei neben ihnen und musste mich ehrlich zusammenreißen, dass ich ihnen nicht all die tollen Rezensionen und Beiträge der letzten Wochen zu ihrem "Lieblingsbuch" vor die Nase halte und rufe: "Hallo, schaut doch mal, was an diesem Buch alles falsch ist!" Ich war dann den ganzen restlichen Tag richtig wütend und schockiert und konnte gar nicht glauben, dass diese Mädchen eben so denken. Wie du schon so schön geschrieben hast: "Da wurde das Ganze dann um einiges realer".
    Jetzt bin ich ein bisschen durcheinander und ein bisschen wütend und ein bisschen traurig. Von Allem ein bisschen was. Deshalb beende ich jetzt dieses Kommentar, bevor er noch ins sinnlose Herumgeschimpfe abdriftet.
    Nochmal: Großes Kompliment an dich, denn dieser Beitrag ist voller Emotionen - man merkt richtig wie du dich beim Schreiben gefühlt hast. Er hat mich sehr berührt.
    Ich wünsche dir ein schönes, langes Wochenende und ganz liebe Grüße! <3
    Denise

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    1. Liebe Denise,

      Vielen lieben Dank für das Kompliment <3 Das freut mich unglaublich.
      Wenn ich dir etwas raten darf - versuche, dich da nicht zu sehr zu verkopfen, eventuell einen Fehler zu machen. Das ist vollkommen in Ordnung. Das hier ist doch alles ein Lernprozess, in dem wir alle drin stecken und unterschiedlich weit sind. Selbst wenn du einmal etwas Problematisches übersehen solltest (was ich in der Vergangenheit zu oft getan habe), gibt es immer die Möglichkeit, dass dich jemand darauf hinweist. Oder du selbst über andere Meinungen stolperst und Aspekte bemerkst, die dir vorher nicht aufgefallen sind. Mach dir bitte keine Sorgen, dass du nichts mehr genießen kannst - du darfst (und sollst!) Spaß am Lesen haben. Solange nicht ein Buch andauernd irgendwelche komischen Sachen gebracht hat, saß ich in letzter Zeit nicht vor einem Roman und suchte aktiv nach irgendwelchen Problemen. Das ist eher wie so ein Radar, das im Hintergrund läuft? :D
      Dass das Gewissen da nagt, kann ich jedoch sehr gut nachvollziehen. Wie gesagt, ich habe ja auch mehrere Rezensionen hier auf dem Blog, die ich längst nicht mehr so unterschreiben würde, und mich auch schon gefragt, was ich mit denen machen soll. (Ob ich etwas machen soll?) Dass bei dir in der Schule Paper Princess so gefeiert wird, ist echt krass :( Klar kann (und soll) man niemanden vom Lesen abhalten, aber das Buch zeigt eben nirgends, dass solche Beziehungen nicht gesund sind.
      Und noch einmal einen Dank von meiner Seite - freut mich, dass der Beitrag bei dir Anklang gefunden hat. <3

      Ganz liebe Grüße zurück und dir auch ein schönes Wochenende! <3
      Isabella

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  6. Ein wirklich verdammt guter Artikel! Mir geht es momentan ähnlich - wenn ich mir überlege, was ich früher für Bücher gelesen habe, ist das teilweise wirklich gruselig. Ich glaube das Problem ist aber, dass es ohne die kritischen Stimmen von außen schwer ist, da selbst drauf zu kommen. Vor zwei oder drei Jahren war das alles natürlich schon ein wichtiges Thema, aber wenn man wenn man nicht danach Ausschau hält, denkt man eben auch nicht explizit darüber nach. Arghh, man, das ist so schwer zu erklären, aber ich hoffe du weißt, wie ich das meine! :D

    Vor allem der Sexismus regt mich einfach SO auf! Und zwar in beide Richtungen - sowohl hilfsbedürftige, schwache Mädchen als auch komplett makellose und unendlich gemeine Kerle will ich in Büchern einfach nicht mehr haben.

    ACOMAF habe ich ja auch vor Kurzem wieder gelesen und kann verstehen, was du meinst. Ich bin von Feyres Entwicklung immer noch begeistert und auch Rhysands Charakter wird einer meiner liebsten bleiben. Aber mir ist eben auch zum ersten Mal aufgefallen, wie oft die männlichen Figuren als "males" bezeichnet werden, wie stark sich die Geschichte auf das Sexuelle konzentriert (vor allem durch die ganze "Mate"-Sache) und wie sehr Frauen da teilweise zum Objekt gemacht werden. Trotzdem mag ich das Buch aber ehrlich gesagt immer noch sehr, eben wegen der beiden zuerst genannten Punkte. Aber mal sehen, vielleicht ändert sich das ja noch - man lernt schließlich immer dazu!

    Auf jeden Fall gehe ich dank der verschiedenen Diskussionen jetzt mit etwas offeneren Augen durch die (Buch-) Welt! Gerade lese ich "Six of Crows" nochmal und mir fällt zum ersten Mal auf, wie unglaublich viel Diversität dort drinnen ist - Jesper mit seiner dunklen Haut, Kaz' verletztes Bein, Nina mit ihrer Figur und so weiter!
    Ich habe mir für die Zukunft jedenfalls vorgenommen, noch mehr auf solche Dinge zu achten und mich vor allem von den "klassischen" Young-Adult-Büchern fernzuhalten. Mal sehen, wie das funktioniert! Wie gesagt, ich bin da noch lange nicht perfekt und schwärme wohl immer noch von einigen Büchern, die vielleicht problematisch sind - aber Schritt für Schritt wird das hoffentlich!


    (So, das war jetzt sehr sehr lang, entschuldige! :D)

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  7. Liebe Isabella,


    ein großartiger Beitrag, der zum Nachdenken anregt. Ich habe mir die letzten Tage auch viele Gedanken um das Thema gemacht und bin an einem ähnlichen Punkt wie du angekommen. Kann bzw. darf man ein Buch gut finden, indem es um Rape Culture, Rassismus oder auch nur ungesunde Beziehungen geht?
    Ich war noch nie ein Fan von Sarah J Maas und habe ACOTAR auf dem Blog auch eher negativ kritisiert. Vorwürfe mache ich mir trotzdem, da ich mit keinem Wort auf die Problematik der Feier eingegangen bin. Während des Lesens ist es mir definitiv negativ aufgestoßen und ich habe mich im Anschluss mit einer Freundin, die das Buch auch gelesen hat, darüber unterhalten. Gesehen habe ich die Problematik, aber aus Spoilergründen nicht in der Rezension erwähnt. Und sobald man weiterliest, ist die Stelle auch in den Hintergrund gerückt.
    Mit meinen 26 Jahren bin ich der Meinung, dass ich kritische Stellen in Büchern sehr gut reflektieren und einordnen kann. Aber kann das auch die eigentliche Zielgruppe? Da ich erst seit 2 Monaten blogge, stecke ich gerade noch mitten im Lernprozess und merke, dass ich nicht nur für mich in den Rezensionen sprechen kann und auch alles in Hinblick auf die Zielgruppe hinterfragen muss.
    Den größten Denkanstoß hat mir whittynovels gegeben, da ich als Jugendliche natürlich auch Twilight gelesen und geliebt habe. Die ungesunde Beziehung war für mich „perfekt“, ich habe damals nichts hinterfragt.

    Ich bin begeistert davon, wie viele Blogger auf solche Themen aufmerksam machen und auch anderen Bloggern aufzeigen, dass man Verantwortung hat und kritischer lesen sollte. Und ich finde es ganz wundervoll, wie du dich mit dem Thema ehrlich auseinandersetzt und uns daran teilhaben lässt.

    Liebste Grüße,
    Nadine

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    1. Liebe Nadine,

      Vielen Dank für deinen Kommentar - ich kann dir da nur zustimmen. Als ich ACOTAR zum ersten Mal gelesen habe, wusste ich nur, dass irgendetwas mit der Szene nicht stimmte - ich konnte das Ganze noch gar nicht benennen. Und wie du sagst, auch wenn man selbst mittlerweile bestimmte Inhalte erkennt, heißt das noch längst nicht, dass es den Lesern genauso geht.
      Außerdem kann ich dir eines sagen: Ich blogge seit fast fünf Jahren und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich die Rezensionen richtig angehe. :D
      Das Video von whittynovels hat mich auch zusätzlich wachgerüttelt, weil ich erst mit meiner Mutter letztens darüber gesprochen habe, dass Twilight "gar nicht so problematisch" sei. Dabei ist es problematisch. Edward schaut ihr beim Schlafen zu, erhebt Besitzansprüche... Und ich habe den ersten Band mit neun Jahren gelesen und mir natürlich nichts dabei gedacht. (Wie auch.) Schon verrückt, wie sich die Perspektive im Nachhinein verändern kann.

      Ich freue mich auch sehr darüber, dass mehr und mehr darüber gesprochen wird - es gibt so viele wundervolle Beiträge! Vielen Dank für dein Feedback. :)

      Alles Liebe und ein schönes Wochenende,
      Isabella

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  8. Liebe Isabella, ein sehr ehrlicher Beitrag, interessant zu lesen.

    Wenn ich nun alle Bücher, egal aus welchem Genre, beim Lesen auseinander pflücken würde, hätte ich nach kurzer Zeit keine Freude mehr daran. Schließlich kann jeder in fast jedem Buch etwas anstößiges oder problematisches sehen, je nach Empfinden des Lesers. Wo bleibt da der Spaß? Denn den erhoffe ich mir, wenn ich Bücher lese. Ich möchte nicht immer darüber nachdenken müssen, ob und wenn ja inwiefern der Inhalt in irgend einer Form gegen irgendwas verstößt, etwas verherrlicht oder im falschen Licht darstellt. Ich möchte unterhalten werden, mit Protagonisten mitfiebern oder mitleiden oder ggfs. auch etwas lernen (z.B. bei historischen Romanen).

    Vielleicht solltest du das auch probieren. Ein Buch lesen und es einfach nur genießen anstatt jeden Satz oder jede Handlung zu hinterfragen. Evtl mal was positives einfangen, anstatt Fehler zu suchen oder den Autor für seine Meinung abzustrafen.

    Alles Liebe,

    Janine

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    1. Liebe Janine,

      Ich glaube, man muss zwischen "etwas bewusst lesen" und "etwas auseinanderpflücken" unterscheiden. Auch wenn ich in den letzten Monaten manche Bücher kritischer gesehen habe, ist das noch lange nicht die Mehrheit, und meinen Spaß am Lesen habe ich auch nicht verloren.

      Ich persönlich fände es sehr schade, wenn ich bspw. Paper Princess empfehlen würde, woraufhin Minderjährige das Buch erwerben und ein völlig desillusioniertes Bild von Beziehungen vermittelt kriegen - nur, damit ich das Buch "genießen" konnte und deshalb die problematischen Aspekte ignoriert habe. Schließlich habe ich als Bloggerin - so klein oder groß meine Reichweite auch sein mag - eine Verantwortung. Und, wie gesagt, kritisch lesen bedeutet für mich nicht, dass ich gar nichts mehr genieße oder keinen Spaß mehr am Lesen habe. Sonst würde ich ganz sicher nicht weiter Bücher rezensieren.

      Vielen Dank für deinen Input!

      Liebe Grüße,
      Isabella

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  9. Von Sarah J. Maas habe ich noch nichts gelesen, nur mitbekommen das ihre Bücher sehr stark polarisieren - und ich denke ich kann sie jetzt auch getrost von meinem Buchradar löschen.

    Nein, man muss als Leser nich alles und jedes ständig hinterfragen, und man darf auch Bücher mögen die problematisch sind - seine sogenannten Guilty Pleasures haben - solange man nur zu sich selbst und anderen ehrlich ist, so lange man offen bleibt die Kritik anderer an diesen Büchern anzuerkennen und vielleicht auch ein Stück weit zu verinnerlichen.

    Man kann Bücher mögen und weiterempfehlen und sich trotzdem deren Problematik im Bezug auf Dinge bewusst sein, auf diese hinweisen. Denn das ist es worauf es ankommt, das wir einen Diskurs führen, darüber was wir warum problematisch finden.

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    1. Kann ich so unterschreiben. Es ist wichtig, dass man darüber spricht, und ich glaube, in die Richtung entwickeln wir uns so langsam. Danke für deinen Kommentar, hab ein schönes Wochenende!

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  10. Liebe Isabella,

    das klingt jetzt wahrscheinlich blöd, aber ich bin so froh, dass du diesen Post geschrieben hast.
    Du sprichst mir da echt aus der Seele. Ich habe auch schon so oft darüber nachgedacht, etwas darüber zu schreiben, wusste aber nie, wie. Denn du hast völlig recht. Man macht sich irgendwie verletzlich, indem man so etwas veröffentlicht. "Zugibt", wenn man es so sagen will.

    Ich fühle mich so mies dabei, dass mir diese Dinge nicht früher aufgefallen sind und dass ich die Bücher weiterempfohlen habe und dass es selbst, wenn man anspricht, dass etwas problematisch ist, es noch so viele Leute gibt, die dagegen reden. Und, dass ich einer davon bin (hoffentlich war).

    Bei Sarah J. Maas bin hat das bei mir leider auch viel zu lange gedauert und das obwohl ich die "A Court of..."-Reihe gar nicht mal so toll fand. Dafür hatte ich nämlich andere Gründe. Ziemlich bescheuerte, wenn man es rückblickend betrachtet.
    Deswegen werde ich kein Problem damit haben, die Reihe auszusortieren und ACOWAR nicht zu kaufen. Bei der "Throne of Glass"-Reihe sieht das aber ein bisschen anders aus. Da weiß ich auch noch nicht, ob ich sie zu Ende lesen werde oder nicht.

    Eine andere Autorin, bei der es mir hingegen auch gar nicht schwer gefallen ist, mich von den Büchern zu trennen, ist Colleen Hoover. "Hopeless" habe ich vor zwei Jahren auch total geliebt und jetzt war ich einfach froh, dass ich es nicht mehr im Haus habe.

    Am Ende kann ich dir also nur zustimmen und bin froh, dass jetzt immer mehr darüber gesprochen wird und hoffentlich immer mehr Leute darauf achten, was sie lesen und doch zweimal überlegen, bevor ein Buch in die Hand nehmen.

    Liebe Grüße ♥
    Aileen

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    1. Liebe Aileen,

      Es freut mich sehr, dass der Post bei dir Anklang finden konnte. Ich war unglaublich nervös, das zu veröffentlichen, und so eine Rückmeldung zu kriegen, ist klasse.

      Ich fühle mich auch ein wenig schlecht beim Gedanken daran, was ich alles in der Vergangenheit empfohlen habe, und vor allem, was ich empfohlen habe, obwohl da eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf war, die aufschrie. Aber das ist ein Lernprozess, und ich glaube nicht, dass ich damals in der Lage gewesen wäre, mir das einzugestehen. Wir können alle nur danach streben, es besser zu machen, und das ist gut genug.

      Ohja, von Colleen Hoover kann man auch ein Lied singen - ich habe hier ein einziges Buch von ihr herumstehen, und wenn ich das schon sehe, schüttelt es mich. In November 9 gibt es ja mehrere wirklich krasse Aussagen, und das in Young Adult! Ich finde es übrigens sehr beeindruckend, dass du dich einfach von den Autoren trennen kannst - allein das zeigt schon viel Einsicht.

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar <3 Hab ein schönes Wochenende!
      Isabella

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