Freitag, 28. April 2017

"Das Buch ist problematisch, aber..."

Das ist jetzt schon der härteste Beitrag, den ich jemals geschrieben habe. Vermutlich ist es auch der ehrlichste.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werdet ihr mehr oder weniger intensiv von den Diskussionen Wind bekommen haben, die derzeit in (Buch)Bloggerkreisen stattfinden. Von unglaublich wichtigen Diskussionen. Gerade Paper Princess stieß eine regelrechte Kaskade an Beiträgen los. Ein Buch, das für Jugendliche vermarktet wird und von vielen in den Himmel gelobt wird — trotz gewaltverherrlichender Inhalte. Trotz einer minderjährigen Protagonistin, die sich prostituiert. Trotz vieler, vieler anderer Probleme.

Während die Diskussion größer und größer wurde, kam mir immer öfter der Gedanke: Wie kann man so ein Buch lesen und nicht die Problematik erkennen? Dann sah ich letztens eine Frau in der Buchhandlung, die nach dem dritten Teil ebendieser Reihe fragte. Und zwei Mädchen, die vor dem Regal voller pseudo-erotischen, frauenfeindlichen Romane standen und sich über diverse Titel unterhielten. Da wurde das Ganze plötzlich um einiges realer. Diese abstrusen Rezensionen waren auf einmal nicht mehr so abstrakt. Ich hatte das Bedürfnis, die Leute zu schütteln. Zu rufen: Wie könnt ihr so etwas immer noch in Buchhandlungen ausstellen? Wie kann so etwas überhaupt durchs Lektorat kommen?

Ich sagte mir, dass ich besser sei. Dass ich niemals so ein Buch in den Himmel loben würde, und erst recht nicht würde ich die Inhalte unter den Tisch kehren. In den letzten Monaten bin ich schließlich aufgewacht. Ich habe endlich begriffen, warum Diversität so wichtig ist, und vor allem angefangen, Bücher zu lesen, die nicht nur heterosexuelle Beziehungen mit weißen, überdurchschnittlich attraktiven Figuren in den Vordergrund stellen. Ich habe angefangen, das, was ich lese, zu hinterfragen: Ist das eine gesunde Beziehung? Warum ist es problematisch, wenn Daemon Katy als "dumme Nuss" bezeichnet? Und warum sind eigentlich alle weißer als Mayonnaise? Ich fühlte mich, als wäre ich vom Weg abgekommen und hätte jetzt eine Erleuchtung gehabt.

Dabei habe ich selbst damals Obsidian in den Himmel gelobt, was in Retrospektive ebenso problematisch ist. Aber das war 2014, sagte ich mir. Jetzt weißt du es besser. Du bist damals genauso manipuliert worden wie alle anderen Teenager. Die meisten Bücher haben ihren Reiz verloren, sobald ich im Klappentext nur lese, dass ein mysteriöser Typ auf den Plan tritt. Alles, was mit New Adult betitelt wird, beäuge ich skeptisch. Ich lese Beiträge, die ausführen, warum der neue Film mit Scarlet Johansson rassistisch ist.

Aber dabei ignoriere ich die Bücher einer ganz bestimmten Autorin. Die ich auch hier auf dem Blog in den Himmel gelobt habe. Die ich auf verschiedenen Social Media-Kanälen angepriesen habe. Deren Bücher für mich fast eine Art Bibel waren. Und ich realisiere, dass ich mich die ganze Zeit selbst belogen habe. Dass ich mich für besser hielt. Aber am Ende des Tages war ich auch eine derjenigen, die vor problematischen Inhalten die Augen verschlossen hat. Die dachte: Ach, das ist doch nur Gelaber. Die haben sich eben auf die Autorin eingeschossen. Oder, auch ein Klassiker: Das ist Fantasy.

Vermutlich könnt ihr euch mittlerweile denken, um wen es hier geht. Vielleicht habt ihr sogar mitgekriegt, auf was genau ich anspiele. Richtig: Es ist Sarah J. Maas. Ich habe sämtliche ihrer Bücher, die bis dato erschienen sind, gelesen und rezensiert. Ich habe sie geliebt. Ich weiß nicht, ob ich sie immer noch liebe.

Wisst ihr, wenn man zumindest ein wenig in einem Fandom unterwegs ist, dann kriegt man eben auch Wind von "Hatern". Man entdeckt bei anderen Bloggern negative Rezensionen und will das so gar nicht wahrhaben. Das Buch irgendwie verteidigen. Man sucht nach Gründen, weswegen die Rezensenten unrecht haben. Denn schließlich ist ja jede Meinung berechtigt, genau?

Nein.

Schon allein, weil man die Inhalte von Paper Princess auch nicht objektiv gut finden kann. Oder Den Mund voll ungesagter Dinge oder Trinity oder wie sie alle heißen.

Aber ich kann doch die problematischen Inhalte eines Buches sehen, darauf aufmerksam machen und das Buch trotzdem lieben, oder?

Kann ich das? Ich habe mir die Frage schon vor Monaten gestellt. Damals habe ich sie mit ja, klar beantwortet. Natürlich kann ich das. Heute sehe ich das nicht mehr so. Heute weiß ich gar nicht mehr, was ich sagen soll.

Ich wollte zuerst argumentieren, dass in der Throne of Glass-Reihe das Problem ja "nur" darin besteht, dass die Charaktere zu 99% weiß sind und heterosexuelle Beziehungen führen und allein schon, dass jeder unbedingt einen sexy Fae-Partner haben muss. Aber wer bin ich, zu sagen, dass Rassismus weniger problematisch ist als Ellas Prostitution in Paper Princess? Eben. Da gibt es kein Abwägen. Es ist beides verdammt noch mal ein Problem. Es ist sogar ein Problem, über das gesprochen wird. Aber die Fans — und da nehme ich mich nicht aus! — verschließen davor die Augen. Geht ja um die Lieblingsbücher. Kann gar nicht sein, dass die problematisch sind. Ist alles nur Fiktion! Die Leute motzen doch bloß, weil [hier absolut nicht legitimen Grund einfügen].

Oder A Court of Thorns and Roses. (Leichte Spoiler für den ersten Band folgen.) Ich habe das Buch zum ersten Mal vor etwas über einem Jahr gelesen. Damals kam es mir schon komisch vor, dass die Fae auf dem Fest ihren Trieben nachgehen müssen. Dass Tamlin sich fast auf Feyre stürzt. Aber ich hab's auf mein Alter geschoben. Habe nicht weiter darüber nachgedacht. Aber das hat nichts mit dem Alter zu tun. Höchstens damit, dass zu wenig darüber gesprochen wird, dass Männer sich nicht wie liebesgeile Tiere auf Frauen stürzen und sich dabei einen Sch*** um die Zustimmung der Frau kümmern sollten. Jetzt lese ich das Buch zum zweiten Mal. Schließlich kommt nächste Woche der letzte Band der Trilogie raus. Aber zum ersten Mal in meinem Leben lese ich ein Maas-Buch und es schüttelt mich einfach. Das Weiterlesen ist fast schon schmerzhaft.

Das war der fast-Auslöser für diesen Beitrag. Den letzten Anstoß hat mir dann folgendes gegeben:
Wisst ihr, als allererstes hat mein Kopf wieder nach Ausreden gesucht. Ich würde abwarten, bis A Court of Wings and Ruin draußen ist und mir dann selbst ein Bild machen. Die beiden Charaktere in dem Ausschnitt sind Zwillinge. Und so weiter und so fort. Dieses Rechtfertigungs-Denken ist so tief in mir drinnen, dass es zum Reflex geworden ist. Es erschreckte mich selbst. Es führte dazu, dass ich vor meinem Laptop saß und dutzende Diskussionen zu dieser Leseprobe durchlas, neben mir wohlgemerkt das Exemplar von A Court of Thorns and Roses. Und ich überlegte, wie ich es rechtfertigen würde, wenn ich mir A Court of Wings and Ruin zulegen würde. Was, wenn ich es mögen würde? Was, wenn ich es nicht mögen würde? Wie sollte ich das rezensieren?

Wie sollte ich das rezensieren und dabei noch länger ignorieren, dass die Frau, die ich als Lieblingsautorin beschrien habe, verdammt üble Dinge in ihren Büchern stehen hat? Wie sollte ich das rezensieren und über diese Dinge reden, ich, die das alles sonst gefeiert hat? Macht mich das zu einem schlechten Fan?

Aber bin ich überhaupt noch ein Fan? Vor allem, was habe ich getan? Schließlich habe ich diese Bücher empfohlen. Es gibt genug Leute in meinem Umfeld, die die Throne of Glass-Reihe oder die ACOTAR-Bücher wegen mir zur Hand genommen habe. Und irgendwie fühle ich mich, als hätte ich versagt. Ich fühle mich elend, und das zurecht. Denn auch ich habe eine Vorbildfunktion, jedes verdammte Mal, wenn ich hier auf Veröffentlichen drücke.

Ich weiß nicht mehr, was ich mit dem Beitrag sagen wollte. Ich weiß nur, dass ich es sagen musste, weil ich es nicht länger nicht sagen konnte. Weil ich auch weiß, dass es unter euch viele Maas-Fans gibt, und es tut mir leid, aber irgendwie können wir das Ganze nicht mehr totschweigen. Nein, es tut mir nicht leid. Es tut mir nur leid, dass ich ebenfalls nicht besser war. Dass ich ebenfalls zu den "Das Buch ist problematisch, aber..."-Sagern gehöre. Gehörte? Ich hoffe, gehörte.

Ich weiß nicht, ob ich A Court of Wings and Ruin kaufen werde. Ich denke, dass ich die Throne of Glass-Reihe beenden werde, wenn es so weit ist. Macht mich das zu einem schlechteren Menschen? Das weiß ich nicht. Aber ich kann mit Sicherheit eines sagen: Ich werde nicht mehr die Klappe halten, wenn ich es komisch finde, dass jetzt jeder Charakter ein Loveinterest hat. Ich werde nicht mehr still sein. Denn der Status "Lieblings"-irgendwas schützt kein Buch, keinen Autor vor seinen Fehlern. Niemals.



Weitere Links:

Über Paper Princess' Problematik: Paper Princess, ein Exempel; Oder: Was zur Hölle ist los mit euch?! ಠ_ಠ von Bücher verschlingen.

Eine Rezension zu Den Mund voll ungesagter Dinge und warum das Buch ein schlechtes Vorbild für Heranwachsende ist.

Über A Court of Thorns and Roses von Bücher verschlingen: "Eine Neuerzählung von Die Schöne und das Biest, mit rapey biest-Biest und seinen Vergewaltiger-Freunden."

Auch sehr lesenswert: die Rezension zu ACOTAR von Mareike.

Eine exzellente Link-Sammlung von Artikeln rund um das Frauenbild in Büchern (erneut von Bücher verschlingen): Paper Princess, ein Exempel; oder: Es hat begonnen.

Ein Video von whittynovels über schädliche Beziehungen in Young Adult.

Und zuletzt noch der Blog Writing with Color, an dem einfach alles grandios ist — nicht zuletzt, weil er über all die PoC-Tropes spricht, die viel zu viele von uns viel zu lange hingenommen haben.

Nina C. Hasse hat einen exzellenten Beitrag über Probleme in Liebesromanen geschrieben.

(Wer mehr Beiträge hat, nur her damit: Ich würde euch gerne verlinken.)

Mittwoch, 26. April 2017

[Rezension] The Crown's Game - Evelyn Skye


Inhalt
Vika ist ein Enchanter — eine mächtige Magierin, deren Kräfte eines Tages dem Zar dienen sollen. Ihr ganzes Leben lang wurde sie von ihrem Vater auf die Rolle vorbereitet.
Doch da ist auch noch Nikolai, der ebenfalls seit Jahren trainiert wurde. Ein zweiter Enchanter, was die beiden in eine Konstellation bringt, die höchstens alle paar hundert Jahre vorkommt. Denn wenn es zwei von ihnen gleichzeitig gibt, bleibt nur eine Option: The Crown's Game, ein Wettbewerb auf Leben und Tod.

Meine Meinung
The Crown's Game war zu hundert Prozent ein Impulskauf. Ich hatte von dem Buch schon eine Weile gehört, und schließlich war es eine Rezension, die mir den letzten Stoß gab. Ein paar Tage später hielt ich es in den Händen; ein paar weitere Tage später schlug ich es zu und war mir nicht ganz sicher, was ich da gerade gelesen habe. Grundsätzlich ist The Crown's Game ein Buch, das mit den Erwartungen des Lesers spielt und dann doch einen ganz anderen Weg einschlägt.
Darüber hinaus ist es ein Werk, das vorrangig von den Charakteren lebt und weniger von actionreichen Szenen. Da sind natürlich Vika und Nikolai, die beiden Enchanter, aber auch Pasha, der Zarewitsch, Nikolas bester Freund und zuletzt der Sohn des Zars, des Mannes, der das Spiel erst initiiert hat.
Vika war meine absolute Favoritin des Trios. Zu ihr habe ich nicht nur die größte Verbundenheit gespürt, sondern sie hat mich schlichtweg mit ihrer Art beeindruckt — sie ist unglaublich willensstark und liebt ihren Vater über alles; gleichzeitig kämpft sie mit sich selbst, fragt sich, ob sie Nikolai einfach kaltblütig töten kann, um den Wettkampf zu gewinnen.
Nikolai mochte ich zumindest anfangs weniger — vermutlich, weil ich manchmal das Gefühl hatte, keinen richtigen Draht zu ihm zu finden. Dennoch war es spannend zu sehen, wo die Schwerpunkte seiner Fähigkeit im Gegensatz zu Vikas liegen. Außerdem ist er einer dieser Charaktere, die man erst im Nachhinein richtig zu schätzen weiß; wie zum Beispiel seine Selbstlosigkeit, die er hinter seinen Taten versteckt.
Ein wenig an Rhy aus A Darker Shade of Magic erinnert hat mich Pasha: Ein Thronfolger, der noch nicht wirklich bereit ist, die Bürden des Königsreichs auf den eigenen Schultern zu tragen — und es dennoch viel zu früh tun muss. Allein dafür habe ich ihn ins Herz geschlossen; er ist einfach ein unglaublich lebensfroher Charakter, immerzu optimistisch (anfangs sogar noch etwas naiv) und einfach so... weltoffen. Er macht, ohne zu viel zu verraten, meiner Meinung nach auch die spannendste Entwicklung durch. Leider geht sie etwas zu schnell vonstatten, was besonders im Kontrast zu dem gemächlicheren Tempo des Buches mich etwas aus der Bahn warf. Aber das ist eine Kleinigkeit; bei The Crown's Game ist jede Kritik auf hohem Niveau.
Evelyn Skye hat den Wettkampf zwischen Nikolai und Vika grundsätzlich ganz anders gestaltet, als ich erwartet habe; ich dachte eher an Kämpfe auf Leben und Tod wie bei The Hunger Games oder Throne of Glass. Stattdessen entwickelte sich der Wettbewerb eher wie ein Schachspiel; ein Enchanter macht seinen Zug, dann kommt der nächste... bei den einzelnen Runden nahm sich Skye ausreichend Zeit, um die Magie darzustellen und sie vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen.
Ich muss sowieso anmerken, dass sowohl der Weltenbau als auch die Ausgestaltung der Magie vollkommen gelungen ist. The Crown's Game spielt in Russland, und aus dem Nachwort der Autorin lässt sich schließen, dass sie sich tatsächlich an einen großen Teil der historischen Gegebenheiten gehalten hat. Durch ihr Studium wurde ihr bereits die meiste Recherche abgenommen, was ich besonders spannend finde. Ich kann nicht für eine korrekte Darstellung sprechen, aber zumindest so viel sagen: Vikas Russland ist vor meinen Augen zum Leben erwacht.
Mein Highlight dieses Weltenbaus: Dass Magie fast schon wie eine Religion behandelt wird. Entweder man glaubt daran — oder tut es nicht. Die Leute, die nicht daran glauben, erfinden unglaublich faszinierende/schräge Ausreden für bestimmte Phänomene. Das war einfach ein i-Tüpfelchen, das mich immer wieder zum Schmunzeln brachte.
Obwohl das Tempo der Geschichte zur Mitte hin etwas langsamer wird, nahm das Ende nur umso mehr Fahrt auf und ließ mich vollkommen schockiert zurück. Zwei gute Nachrichten: The Crown's Game ist der Auftakt einer Dilogie. Der zweite Teil erscheint im Mai. Mehr will man als Leser doch nicht hören, oder?
Es war wirklich ein fantastisches Debüt. Eines, dem man anmerkt, wie viel Arbeit hineingeflossen ist.  Es gibt nur kleinere Schwächen: Manchmal bewegt sich die Geschichte einfach zu langsam. Hin und wieder fehlte mir ein wenig der Draht zu den Charakteren. Aber abgesehen davon hat mich das Russland der Charaktere mit offenen Armen empfangen — und ich bin unglaublich gespannt, zu welchem Ende Vikas, Nikolais und Pashas Geschichte gelangen wird.

Fazit
The Crown's Game ist ein unglaublich gutes Debüt, das mit faszinierenden Charakteren, einem grandiosen und bildhaften Weltenbau und seiner ganz besonderen Magie beeindruckt. Für all die, die Geschichten lieben, die von ihren Charakteren und einem prächtigen Weltenbau leben — und erst recht etwas für Fans von Leigh Bardugos Grischa-Werken.


The Crown's Game ⚬ Taschenbuch: 416 Seiten ⚬ Balzer + Bray ⚬ Band 1/2 ⚬ ca. 9,99€ ⚬ Kaufen?

Samstag, 22. April 2017

8 Anzeichen, dass dein Schreibleben langsam überhand nimmt


Ich habe auf dem Blog schon ein paar Mal über das Schreiben geredet. Vor ein paar Tagen habe ich mein elftes Manuskript beendet und plane jetzt gerade das nächste Projekt. Das läuft aktuell etwas zäh, aber immerhin gab es mir die Idee für den Beitrag. Ich wette, dass es unter euch auch den ein oder anderen Hobbyschreiber/Autor gibt. Für all die anderen: Nächste Woche kommt wieder eine Rezension.

Lange Rede, kurzer Sinn — auf geht's. 8 Anzeichen, dass dein Schreibleben langsam überhand nimmt.

1. Du bist überall, aber nicht hier
Eigentlich sitze ich mit meiner Mutter beim Essen. Aber irgendwann schweift mein Blick ab und ich schaue eigentlich nirgendwo mehr hin, weil ich in Gedanken bei meinem Plot bin. Ich wollte ja schon längst damit fertig sein. Aber da sind immer noch die zwei Lücken, die ich geflissentlich ignoriere. Und für die fünfundzwanzig Nebencharaktere brauche ich noch Namen. Mit total cooler Bedeutung, die außer mir niemals jemand verstehen wird.
Mama wiederholt ihre Frage ein zweites Mal. Vielleicht kriegt sie dieses Mal sogar eine Antwort.

2. Deine Aufmerksamkeit erreicht einen Tiefpunkt
Nicht, weil ich nicht aufmerksam sein will. Aber Spotify spielt auf einmal das Lied, das mich total an meine Protagonisten erinnert. Plötzlich muss ich mit den Tränen kämpfen, weil ich fast schon stolz auf das super dramatische Ende bin, das ich geplant habe.

3. Pinterest ist nicht länger dein bester Freund
Es ist so viel mehr als das: Ich könnte schließlich neue Bilder finden, die perfekt die Atmosphäre meines Projekts einfangen. Oh, ein Model, das genau wie meine Protagonistin aussieht? Ein Spruch, der die Einstellung meines Nebencharakters wiedergibt?
Ganz im Ernst: Ich habe mich schon mehrmals auf eine stundenlange Suche begeben, um die Namen von verschiedenen Models herauszufinden. Ich folge zweien auf Instagram, die tatsächlich genau so aussehen, wie ich mir die Charaktere vorgestellt habe. Schäme ich mich? Ein wenig. Aber man tut, was man tun muss.

4. Du verlässt öfter denn je das Haus
Normalerweise zähle ich mich eher zu den Eremiten unter den Schreiberlingen. Aber seitdem ich mir vorgenommen habe, diese Geschichte wirklich zu plotten und daraus resultierend ein Problem nach dem anderen auf mich wartet, habe ich das Spazierengehen für mich entdeckt. Jetzt laufe ich wie eine Blöde durch die Gegend und spreche in mein Handy, wenn mir endlich eine Lösung einfällt*.

* Mit jeder Lösung kommen mindestens fünf neue Probleme.

5. Und nachdem du einen Überschuss an frischer Luft hast, verlässt du dein Bett nicht mehr
Vorteil: Ich verhalte mich nicht mehr auffällig in der Öffentlichkeit.
Nachteil: Ich kann nicht einmal normal im Bett liegen. Stattdessen habe ich die Fötus-Haltung bezogen und frage mich, wie ich jemals glauben konnte, dass die Geschichte funktionieren würde.

6. Du weißt nicht, was höher ist: Dein Koffein- oder Zuckerkonsum?
Aber wem will ich hier was erzählen.
(Außerdem gibt es nur eine richtige Antwort darauf: Beides.)

7. Wenn dir ein neuer Logikfehler auffällt, hast du eine Sinnkrise
Oder du bist wie ich: Nachdem ich den ganzen Plot fünfmal umgeworfen habe, kann mich nichts mehr schocken. Ich bin schon betäubt.

8. Aber du freust dich auch wie ein kleines Kind, wenn etwas tatsächlich funktioniert
Wenn es richtig klick macht. Wenn all die Zahnrädchen, die ich vorher so sorgfältig konstruiert habe, ineinander greifen. Dann weiß ich wieder, warum ich all das mache: Weil ich es liebe.

Im Ernst: In wie vielen Anzeichen habt ihr euch wiedererkannt? Fallen euch noch mehr ein? Und —wie gefallen euch solche Beiträge?
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Samstag, und viel Erfolg mit euren Projekten. Schokolade mag nicht gegen existenzbedrohende Schreibkrisen helfen, aber Salat tut das ja auch nicht.

Mittwoch, 19. April 2017

[Rezension] Me and Earl and the Dying Girl - Jesse Andrews


Inhalt
Greg verbringt seine Freizeit hauptsächlich damit, mit seinem besten Freund Earl Filme zu machen, die niemals jemand zu Gesicht bekommt. Sein Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als seine Mutter ihn überredet, sich mit Rachel anzufreunden — Rachel, die mit Leukämie diagnostiziert wurde und nicht mehr lange zu leben hat.

Meine Meinung
Es ist eine dieser Rezensionen, bei der ich keine Ahnung habe, wie ich den Inhalt des Buches zusammenfassen soll. Allerdings nicht, weil zu viel passiert. Auch nicht, weil ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nicht einmal, weil der Inhalt des Buches schwer zu beschreiben ist. Es liegt schlichtweg daran, dass ich keine Ahnung habe, was Jesse Andrews mit Me and Earl and the Dying Girl bezwecken wollte.
Zuallererst muss man dem Buch eins lassen: Es ist in seiner Aufmachung und Erzählweise unglaublich originell. Greg wendet sich direkt an den Leser. Er spricht über das Aufschreiben seiner Geschichte, und wie schwer ihm das Schreiben fällt. Manchmal gibt er das Geschehene in Listen wieder, oder aber in Form eines Filmskripts. Das gefiel mir unglaublich gut, und man merkt auch, wie viel Mühe in die Gestaltung geflossen ist.
Und ganz im Ernst: Ich mochte Gregs Stimme. Selbst Bücher, die als humorvoll beschrieben werden, bringen mich selten zum Grinsen, geschweige denn zum Lachen; bei Me and Earl and the Dying Girl gab es allerdings mehrere Momente, in denen ich laut gelacht habe. Zumindest das kann Greg dem Leser gut vermitteln.
Ich habe oben bewusst geschrieben, dass ich Gregs Stimme mochte — Greg als Protagonist war mir nämlich im besten Fall gleichgültig, gegen Ende hin habe ich mich zunehmend über ihn aufgeregt. Zu Beginn des Buches brüstet er sich noch damit, wie stolz er darauf ist, dass es ihm gelingt, in der Schule keiner wirklichen Gruppe anzugehören und einfach so unsichtbar wie möglich zu sein. Aber diese Hauptsache-niemand-bemerkt-mich-Haltung überträgt er auch auf alle anderen Bereiche seines Lebens. Er kümmert sich nicht um seine Noten. Er kümmert sich nicht darum, auf welches College er geht. Selbst um seine proklamierte Liebe zum Filmemachen kümmert er sich nicht. Es machte einfach auf mich den Eindruck, als würde er sich nicht im Geringsten darum bemühen, auch nur irgendetwas aus sich zu machen, und das war unglaublich frustrierend für mich.
Earl konnte ich noch weniger ausstehen. Seine Familie wird erschreckend beschrieben; sein Haus ist in einem katastrophalen Zustand, seine zahlreichen Brüder prügeln sich regelmäßig, gehen selten bis nie zur Schule und haben auch noch etwas mit Drogen am Hut. Greg verwendet bei Earls Beschreibung Einschränkungen: Die Drogen habe er aufgegeben. Jetzt rauche er nur noch. Was mich an Earl aber am meisten gestört hat, war seine unglaublich vulgäre Ausdrucksweise. Jedes zweite Wort war irgendeine Beleidigung, idealerweise noch vollkommen sinnfrei aneinander gehängt. Generell machen seine Dialoge mit Greg keinen Sinn: Jeder versucht nur, den anderen in irgendwelchen abstoßenden Ausdrücken zu übertrumpfen. Earl hat seine besten Momente gegen Ende des Buches, als er aus irgendeinem Grund plötzlich anfängt, lauter Weisheiten von sich zu geben. Außerdem ist er der Einzige, der Rachel gegenüber so etwas wie Empathie zeigt. Die Entwicklung ist mir ein Rätsel — genau wie Earls Freundschaft mit Greg —, aber in diesen Momenten war er mir zumindest wesentlich lieber als Greg.
Besonders schade ist, dass Rachels Geschichte hinter all dem verloren geht. Man sollte vom Titel ausgehend meinen, dass sie zumindest einen gewissen Anteil an der Geschichte hat, aber ganz im Ernst, die (wohl gemerkt anfangs von Gregs Mutter erzwungenen) Treffen bestehen meistens darin, dass Greg Rachels große Schneidezähne auffallen und dass Rachel nicht wirklich viel sagt und dass Greg deswegen anfängt, viel zu reden, und sie früher oder später zum Lachen bringt. Ich kann nicht mal sagen, ob ich Rachel mochte oder nicht, weil ich schlichtweg das Gefühl hatte, sie gar nicht zu kennen.
Das Ding ist, ich habe mich nicht schlecht unterhalten gefühlt. Im Gegenteil, ich hatte das Buch in drei Tagen ausgelesen und der Erzählstil und die Aufmachung haben mich wirklich fasziniert. Es ist schlichtweg schade, dass das Buch keinen roten Faden hat. Greg fängt irgendwo an und hört irgendwo anders auf. Als Leser wird man da zwangsweise enttäuscht. Vielleicht ist man auch einfach verwöhnt — schließlich bekämpfen die meisten Protagonisten das Böse und retten die Welt und kriegen am Ende noch einen tollen Job. (Oder so.) Aber zumindest was die Originalität anbetrifft, kann Me and Earl and the Dying Girl punkten. Was den Rest anbetrifft... eher weniger.

Fazit
Me and Earl and the Dying Girl ist ein Buch, bei dem ich mir auch Tage später nicht so sicher bin, was es aussagen wollte. Fest steht: Es ist kein typisches Krebsbuch, und grundsätzlich ist die Aufmachung sehr originell und faszinierend. Leider konnte ich weder den Protagonisten Greg noch seinen "besten Freund" Earl so richtig ausstehen, daher gibt es von mir an der Stelle keine Empfehlung.


Me and Earl and the Dying Girl ⚬ Taschenbuch: 304 Seiten ⚬ Amulet Books ⚬ Einzelband ⚬ Preis: ca. 9,99€ ⚬ Kaufen? 

Samstag, 15. April 2017

[Talk About Books] 5 Lesenswerte Einzelbände

Einzelbände haben ihren eigenen Reiz. Man weiß, dass man beim Beenden des Buches nicht monate- oder jahrelang* auf eine Fortsetzung warten muss**. Das Ende steht fest. Man lässt sich nur auf ein  einziges Abenteuer mit den Charakteren ein. Wenn's nicht so gut ist, was soll's - man gerät ja nicht in Versuchung, noch einen zweiten oder dritten Band kaufen zu müssen. Vor allem lässt man sich nicht auf eine Trilogie ein, die dann plötzlich zu einer Hexalogie wird. Und Einzelbände können auch nicht unter dem Band-2-Durchhänger leiden.

Vor allem gibt es, gerade, wenn es um Fantasy geht, viel zu wenig Einzelbände. (Wer da gute Empfehlungen hat - nur her damit!) Und so sehr ich doch ein Reihen-Fan bin, liebe ich es doch immer mal wieder, einen guten Einzelband zu lesen. Deshalb stelle ich euch heute fünf Einzelbände aus verschiedenen Genres vor - hoffentlich ist für jeden von euch was dabei. Lasst mir am Ende des Posts doch mal einen Einzelband da, den ihr geliebt habt!

* Jahrzehntelang, wenn man den Fehler gemacht hat, sich auf George R. R. Martin einzulassen.
** Es sei denn, man beendet ein Buch und stellt dann erst fest, dass es doch kein Einzelband war. Dann fühlt man sich erst einmal betrogen.

1. The Song of Achilles - Madeleine Miller

Worum geht's? Um Achilles und Patroclus; erst um ihre Freundschaft, später um ihre Liebe, die durch den Trojanischen Krieg, in den Achilles gezogen wird, wieder und wieder auf die Probe gestellt wird.
Warum ihr es lesen solltet: Miller gelingt es, die griechische Mythologie einfach und verständlich rüberzubringen - Vorkenntnisse braucht man nicht. Außerdem ist der Schreibstil ein einziges Meisterwerk, vermutlich ist es sogar das am besten geschriebene Buch, das ich jemals gelesen habe. Achtung: Rechnet damit, dass das Buch euch mehrmals das Herz brechen wird. Dafür bekommt ihr wundervolle Charaktere und eine Geschichte über Schicksal, Moral und Liebe.

ausführliche Rezension ⚬ Kaufen? ⚬ deutsche Übersetzung: Das Lied des Achill


2. The Hate U Give - Angie Thomas

Worum geht's? Um die sechzehnjährige Starr, die zusehen muss, wie ihr bester schwarzer Freund Khalil von einem weißen Polizisten erschossen wird. Als der Mord in den Medien auseinander gepflückt wird, lernt Starr allmählich, wie wichtig ihre Stimme ist.
Warum ihr es lesen solltet: Ganz im Ernst: Wenn ihr The Hate U Give noch nicht gelesen habt, worauf wartet ihr?* Ich weiß, ich rede andauernd über das Buch, aber das Thema ist einfach wichtig. Wir können nicht länger vor den Ungerechtigkeiten die Augen verschließen, die die ganze Zeit um uns herum passieren. Wem das noch nicht genügt: Das Buch überzeugt nicht nur wegen der Thematik, sondern allein schon wegen Starr und der Dynamik ihrer Familie. Trotz des düsteren Themas erwischt man sich stellenweise beim Grinsen.

ausführliche Rezension ⚬ Kaufen? ⚬ deutsche Übersetzung (erscheint am 24.7.): The Hate U Give

* Legitimer Grund: Ihr wartet auf die deutsche Übersetzung.

3. Was ich euch nicht erzählte - Celeste Ng

Worum geht's? Lydia ist tot. Zurück bleibt ihre Familie - und die Dinge, die sie nicht aussprechen.
Warum ihr es lesen solltet: Celeste Ng zeichnet ein berührendes Familienportrait. Hier geht es nicht um Action, sondern um die Charaktere - und was für welche es sind. Das Buch, das in den 1970ern spielt, spricht nicht nur die Themen Familie und Verlust an, sondern beschäftigt sich auch intensiv mit Migration und den damit verbundenen Stereotypen. Es ist einfach bereichernd - auch gerade für diejenigen, die (wie ich) sonst weniger in dem Genre unterwegs sind.


4. Heartless - Marissa Meyer

Worum geht's? Um Cath, die den König heiraten soll, an dem sie kein Interesse hat — eigentlich will sie nur ihre eigene Bäckerei eröffnen. Doch das Schicksal hat andere Pläne... (Eine Art Vorgeschichte der Königin der Herzen aus Alice im Wunderland.)
Warum ihr es lesen solltet: Weil es einfach perfekt die quirlig-abgedrehte Atmosphäre des "originalen" Wunderlandes einfängt. Meyer gelingt es, den Leser in den Bann zu ziehen — und am Ende reihenweise Herzen zu brechen.


5. We Are Okay - Nina LaCour

Worum geht's? Um Marin, die nach dem Tod ihres Großvaters mit nichts mehr als ihrem Handy und ihrem Geldbeutel in ein neues Leben geflohen ist. Doch jetzt kann sie ihrer Vergangenheit — und ihrer Trauer — nicht länger davon laufen.
Warum ihr es lesen solltet: Weil es eines dieser Bücher ist, das einfach dort trifft, wo's wehtut. Außerdem kann man es wunderbar in einer Sitzung lesen. Wie Was ich euch nicht erzählte, zielt We Are Okay mehr auf die Charaktere ab als auf die Handlung, aber der Fokus liegt absolut richtig, was nicht zuletzt an LaCours wunderbar poetischem Schreibstil liegt.


Jetzt würde ich gern euren Input hören: Was hält ihr von solchen Beiträgen, in denen ich euch Bücher zu einem gewissen Thema / mit einer Gemeinsamkeit vorstelle? Kennt ihr irgendeines der Bücher? Lest ihr lieber Einzelbände oder stürzt ihr euch regelrecht auf Reihen?

Ich für meinen Teil widme mich jetzt wieder meiner aktuellen Lektüre — The Crown's Game von Evelyn Skye —, bei der es sich auch um den Auftakt zu einer Trilogie handelt. Denn so sehr ich Einzelbände auch schätze (und brauche!), ich genieße es auch, lieb gewonnene Charaktere ein weiteres Mal zu sehen.

Mittwoch, 12. April 2017

[Rezension] Jackaby - William Ritter


Inhalt
Als Abigail Rook in New Fiddleham ankommt, will sie nur eines: Einen Job finden. Eins führt zum anderen, und so wird sie Assistentin des Detektivs R. F. Jackaby. Doch Jackaby ist kein gewöhnlicher Detektiv - er hat ein Auge für Ungewöhnliches... und ist meistens in ungewöhnliche Fälle verstrickt. Noch am selben Tag wird Abigail in ihren ersten Fall verstrickt. Ein Serienmörder ist am Werk, und als die Hinweise sich häufen, steigt auch der Verdacht auf, dass es sich dabei um keinen Menschen handelt...

Meine Meinung
Ich weiß gar nicht so genau, was ich von Jackaby erwartet habe - was seltsam ist, denn nach dem Lesen des Buches fühle ich mich, als wären meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt worden. Andererseits fällt es mir schon schwer, die Essenz des Buches zu umreißen; denn auch wenn es gute dreihundert Seiten lang ist, habe ich irgendwie das Gefühl, dass nichts passiert ist.
Aber zurück zum Wesentlichen. Zuallererst wäre da unsere Protagonistin Abigail. Am Anfang war sie mir irgendwie sympathisch: Das Geld, das ihre Eltern für ihr Studium gespart haben, hat sie verwendet, um die Welt zu bereisen - irgendwann aber landet sie in New Fiddleham und muss sich eingestehen, dass sie keinen Schritt weiter ist. Sie wirkt wie ein eigenständiges Mädchen, das für sich denken kann und vor allem einen eigenen Willen hat, was insbesondere in Anbetracht der Tatsache interessant ist, dass die Geschichte im späten 19. Jahrhundert spielt. Doch nach ein paar Kapiteln geht es mit ihr schlichtweg bergab. Sie heftet sich Jackaby an die Fersen; wenn sie überhaupt noch etwas sagt, dann etwas Offensichtliches. Das fast schon Absurde ist, dass sie genau wegen ihrer "Fähigkeit", das Offensichtliche und Banale auszusprechen, von Jackaby geschätzt und letztlich engagiert wird. Detektivarbeit leistet sie gar keine.
"[...] Genau das ist es, was mich gleich vom ersten Tag an so an Ihnen beeindruckt hat — Ihr Gespür für Banales und Nebensächliches."

(Jackaby, William Ritter, cbt)
Und das ist nur das Oberflächliche. Die Art und Weise, wie William Ritter von ihr erzählt, hat mir auch nicht gefallen - und dabei ist das Buch aus ihrer Perspektive geschrieben! Es misslang mir, auch nur die kleinste Verbindung zu Abigail aufzubauen. Ich interessierte mich einfach null für sie. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass sie alles nur observierte und letztendlich tatenlos war.
Besonders schade war auch, dass andere Frauencharakter typisch negativ dargestellt wurden - es wird beschrieben, wie sie über Abigails Auftreten lästern und sich klischeehaft verhalten. Bis auf einen Geist gibt es keinen weiblichen Nebencharakter, der nicht irgendwie negativ gegenüber Abigail auffällt.
Ich entdeckte zwei Damen, die miteinander flüsterten und strenge, tadelnde Blicke in meine Richtung warfen. Eine der beiden trug ein mit Blumen überladenes albernes Häubchen [...].

(Jackaby, William Ritter, cbt)
Auch besonders nervenaufreibend: Ziemlich schnell bekommt Abigail von Jackaby irgendwelche ominösen Dinge erzählt, von kleinen (unsichtbaren) Tieren, die in ihrer Kleidung sitzen, über seltsame Vorkommnisse bis hin zu Banshees. Und sie nimmt das einfach so hin. Von einer Sekunde auf die andere hat sie alles akzeptiert, obwohl sie das meiste nicht einmal sieht (darauf komme ich gleich noch).
Jackaby hingegen war mein "Highlight" des Buches. Anführungszeichen, weil selbst er letztendlich mich mehr verwirrt als begeistert zurückgelassen hat. Immerhin brachten mich diverse Aussagen von ihm zum Schmunzeln; sein ganzes Auftreten wirkt ziemlich inkohärent und mysteriös, wir erfahren quasi gar nichts über seine Vergangenheit und auch nicht wirklich viel über seine Fähigkeit. Wie eben schon angedeutet, ist Jackaby der Einzige seiner "Art". Er sieht, hört und weiß Dinge, die kein anderer beherrscht. Daher wirkten seine Erzählungen oft abgehoben und unglaubwürdig.
Grundsätzlich fühlte sich das magische Konstrukt einfach falsch an. Nichts an New Fiddleham ist magisch. Es ist eine stinknormale, durchschnittliche, ja, langweilige Stadt mit unterdurchschnittlichen Charakteren und... einer Prise Magie? Ich weiß nicht. Das wirkte auf mich zusammenhanglos, so zwecklos. Lieber wäre es mir gewesen, wäre Jackaby ein nicht-magisches Mysterium gewesen, "schlichtweg" ein Genie. Letztendlich war es absurderweise Jackabys mysteriöse Art, die das Buch halbwegs leserlich machte.
Für den Krimiplot konnte ich mich auch nicht wirklich begeistern, was eben vordergründig daran lag, dass ich sämtlichen Charakteren komplett neutral gegenüberstand. Die Geschichte konnte mich einfach nicht packen. Und die Spurenjagd war sehr offensichtlich und einfach total uninteressant gestaltet. Letztendlich ist es Jackaby, der das Rätsel löst, und Abigail bringt sich nur unnötig in Gefahr und muss dann zu guter Letzt, um alle Klischees zu erfüllen, auch noch gerettet werden.
Es ist nicht so, dass Jackaby ein schlechtes Buch ist. Dazu fehlt es ihm einfach an Essenz. Immer, wenn ich nach irgendetwas im Plot greifen wollte, glitt es mir zwischen den Fingern hindurch. Abigail als Protagonistin war eine graue Maus, die man kaum bemerkte. Höchstens der Dialog zwischen ihr und Jackaby war noch ganz amüsant. Abgesehen davon war Jackaby leider ein sehr nichtsaussagender Reinfall für mich.

Fazit
Die Prämisse von Jackaby war verlockend. Leider konnte mich die Umsetzung nicht im Geringsten überzeugen; die Protagonistin war nichtsaussagend und stellenweise schlichtweg nervenaufreibend, und auch der Plot plätscherte vor sich hin und konnte mich nicht packen. Schade!


Jackaby ⚬ Taschenbuch: 320 Seiten ⚬ übersetzt von Dagmar Schmitz ⚬ cbt ⚬ Band 1/4, aber in sich abgeschlossen ⚬ 9,99€ ⚬ Kaufen?

Samstag, 8. April 2017

[Rezension] A Shadow Bright and Burning - Jessica Cluess


Inhalt
Die sechzehnjährige Henrietta Howel würde alles für ihren besten Freund Rook tun. Und sie würde alles dafür tun, dass ihre Magie unentdeckt bleibt - denn sie weiß, dass die Entdeckung ihrer Fähigkeit, Feuer zu schaffen, ihren Tod bedeuten würde.
Dann jedoch wird Rook angegriffen, und um ihn zu retten, setzt Henrietta ihre Magie ein. Ein Zauberer wird auf sie aufmerksam; doch anstatt sie umzubringen, wird sie auf ein Anwesen gebracht, auf dem sie mit sechs weiteren Jungen lernen soll, ihre Kraft zu beherrschen. Denn laut einer Prophezeiung ist Henrietta die Auserwählte in dem andauernden Krieg.
... Aber ist sie das wirklich?

Meine Meinung
Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, weshalb ich A Shadow Bright and Burning überhaupt gekauft habe.
Es hat durchschnittliche Bewertungen auf Goodreads, der offizielle Klappentext ist voller Klischeesätze und gefühlt hat das Buch niemand gelesen. Es verging sogar so viel Zeit zwischen dem Kauf des Buches und dem tatsächlichen Lesen, dass ich bis dato vergessen hatte, worum es ging. Ich wusste nur noch irgendetwas von viktorianischem London und Fantasy.
In anderen Worten: Ich erwartete höchstens, A Shadow Bright and Burning zu mögen. Stattdessen war ich umso überraschter, dass ich es liebte.
Die Liebe fängt schon bei Henrietta an. (Extra Liebe gibt's dafür, dass ihre Hautfarbe als "dunkel" beschrieben wird!) Cluess erzählt aus ihrer Perspektive in der ersten Person Präteritum und verleiht der Protagonistin eine richtige eigene "Stimme" - Henrietta ist keine dieser Auserwählten, die keinen Plan hat, was sie macht; sie ist keine, die ihre Kraft dann von einem Tag auf den anderen perfekt beherrscht; und zu guter Letzt ist sie keine typische graue Maus, die sich selbst schlechtredet. Kurzum: Sie ist eine der seltenen Young Adult-Protagonistinnen, die nicht alle Klischees absahnen. Im Gegenteil: Mit teilweise bissigen Antworten brachte sie mich oft zum Lachen, und ihr Dickkopf gemischt mit ihrem Humor war einfach herrlich erfrischend und brachte in die teils doch düstere Geschichte eine leichtere Note rein. Mein Highlight: Ganz trocken nennt sie ihren Stab, mit dem sie Magie wirkt, "Porridge".
Ebenfalls genoss ich, wie mit dem Thema "die Auserwählte" gespielt wurde. Durch geschickte Wendungen und Offenbarungen wechselte ich manchmal jede Seite meine Meinung über Henrietta. Ist sie nun die Auserwählte, oder nicht? Wer ist sie dann? Woher kommt sie? Wer waren ihre Eltern? Cluess schafft ein Mysterium nach dem anderen, und es war faszinierend. 
Aber auch die anderen Charaktere haben verdammt viel Spaß gemacht. Von Agrippa, der Zauberer, der Henrietta aufnimmt und als Art Vaterfigur fungiert, bis hin zu den Jungs, mit denen sie trainiert - ihr hattet ja keine Ahnung, wie skeptisch ich anfangs war. Die weibliche Protagonistin eingepfercht mit sechs Jungs im selben Alter? Sollten wir statt einem Liebesdreieck jetzt ein Liebesheptagon haben? Die Antwort ist natürlich nein, sonst hätte ich vermutlich schon längst aufgehört, das Buch in den Himmel zu loben. Denn die Jungs sind nicht nur alle gut ausgearbeitet und jeder eine Persönlichkeit für sich, sondern auch zumindest zu einem Großteil wenig an Henrietta interessiert. Zumindest in dem Sinne. Und selbst als die Romantik dann auftaucht, ist sie so dezent und irrelevant für den weiteren Verlauf des Buches, dass ich mich nur noch mehr in das Werk verliebte.
Doch zurück zu den sechs Jungs - zwei davon habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen. Da ist zum einen Magnus, der noch mehr Sprüche raushaut als Henrietta und mich von seinem ersten Auftreten an konstant zum Lachen brachte.
"Over there," Magnus called, pointing to the front of a beautiful building, "is the Theatre Royal. I should take you for a show sometime. Have you ever been to the theatre, Miss Howel? Do they get much Shakespeare up in Yorkshire?" His smile was full of false innocence.
"No, but I can spot bad acting when it's right in front of me," I said. Magnus laughed so hard I feared he'd fall off his horse.
Und dann ist da Blackwood, der auf mich wie eine Variation von William Herondale von Cassandra Clares The Infernal Devices wirkte, rein von dem Aussehen und dem Verhalten her. Blackwood ist der reifste von den Jungen; er ist jung zum Earl ernannt worden und trägt die größte Verantwortung in der Gruppe der Lehrlinge. Gegen Ende des Buches erhält seine Schale erstmalig Risse - und ich bin gespannt, was da noch kommt.
Jetzt redet sie die ganze Zeit von den Charakteren, denkt ihr? Die Geschichte ist mindestens genauso cool. Zum einen hat Cluess ein London abgebildet, das vor meinen Augen lebendig geworden ist; ich lief durch die Gänge der Schule, in der Henrietta zu Beginn des Werkes unterrichtet, und zuletzt auch im Anwesen, wo sie zur Schülerin wird. Inmitten all diesem befindet sich die Magie - Jessica Cluess unterscheidet zwischen Hexen, Zauberern und Magiern (Witches/Sorcerers/Magicians im Original), die alle ihre eigenen Fähigkeiten haben. Die Zauberer bilden dabei die Elite der Gesellschaft; durch Ereignisse der Vergangenheit sind Hexen quasi ausgestorben, und die Magier sollen ihnen bald folgen, wenn man die entsprechenden Leute fragt.
"What exactly were the terms of the royal pardon for magicians?" I asked.
"In exchange for their lives, they would take no apprentices and perform no public magic," Blackwood replied. "When this generation of magicians dies, their magic will end in England forever. To break the pardon is to forfeit your life."
Gleichzeitig wird Cluess' England von sogenannten Ancients bedroht; sieben dämonenartige Wesen, die seit Urzeiten bestehen und jetzt versuchen, die englischen Städte Stück für Stück an sich zu reißen. Wir befinden uns von der ersten Seite an in einem Krieg - ein weiterer Aspekt, den ich originell fand und an dem Buch geliebt habe -, zu dem Henrietta dazukommt; sie ist kein Auslöser, und erst recht ist sie nicht die Lösung.
Ich könnte allerdings nicht das Buch rezensieren, ohne nicht auch Rook zu erwähnen - Henriettas bester Kindheitsfreund, der mit ihr in die Stadt reist und in dem Haus, in welchem sie trainiert wird, als Stallbursche engagiert wird. Als Rook klein war, wurde er von einem Ancient angegriffen und trägt seitdem Wunden, die nicht verheilen, und ihn sowohl körperlich als auch mental beeinflussen. Soweit ich das mitgekriegt habe, wird Rook von den meisten Rezipienten des Buches gemocht; ich persönlich konnte ihn nicht leiden. Warum? Ganz einfach: Er erinnerte mich - aus irgendeinem idiotischen Grund - total an Mal aus der Grischa-Trilogie. Genau, wie ich Alina und Mal zusammen nie verstanden habe, konnte ich auch Rooks und Henriettas Freundschaft nur bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Ich fand ihre Motive nobel, ihm zu helfen; gleichzeitig brachte er sie mehrmals in unmögliche Situationen, und ich wollte ihn einfach nur noch schütteln. Ich habe außerdem die Befürchtung, dass er in sie verliebt ist, klopfe jetzt aber einfach dreimal aufs Holz und hoffe, dass sich das nicht bewahrheitet.
Es gab noch ein paar weitere kleine Dinge, die ich fairerweise zur Kritik anbringen muss: Leider hat auch Henrietta ihre Momente, in denen sie sich blindlings in irgendwelche Situationen stürzt, in denen sie sich nicht befinden sollte. Man muss ihr allerdings zugutehalten, dass sie sich meistens selbst rettet/retten kann (und, wie bereits gesagt, ich habe sie voll und ganz ins Herz geschlossen). Außerdem gibt es eine Stelle, in der wir in Magnus einen Wandel sehen, den ich persönlich als zu abrupt und einfach rätselhaft empfand - das war aber zum Glück einmalig. Zuletzt finde ich, dass bei Cluess' Weltenbau noch Luft nach oben ist. Wir haben schon eine spannende Basis bekommen, auf die sie hoffentlich in den nächsten zwei Bänden aufbauen wird.
Denn letztendlich handelt es sich hier nicht nur um den Auftakt zu einer Trilogie, sondern noch dazu um Jessica Cluess' Debüt - und was für eins es ist. Vor allem ist es ihr gelungen, mich voll und ganz in die Geschichte zu ziehen und mich meine Umgebung vergessen zu lassen. A Shadow Bright and Burning war für mich ein grandioser Auftakt; ich habe mit den Charakteren gelacht, geweint, geflucht und fast jeden von ihnen ins Herz geschlossen.

Fazit
A Shadow Bright and Burning hat mich vollkommen begeistert. Jessica Cluess hat das viktorianische London als Schauplatz für eine faszinierende Magie und noch faszinierendere Charaktere gewählt. Das Buch ist definitiv etwas für Fans von Clares The Infernal Devices; aber auch Leute, die Lust auf ein ganz besonderes Urban Fantasy-Abenteuer mit originellen Charakteren haben, werden hier auf ihre Kosten kommen. Von mir gibt's eine klare Empfehlung!


A Shadow Bright and Burning ⚬ Hardcover: 416 Seiten ⚬ Random House ⚬ Trilogie-Auftakt ⚬ aktuell ca. 14€ ⚬ Kaufen?

Samstag, 1. April 2017

[Rückblick] Lesemonat März 2017


Es ist ein Wunder, dass da oben das richtige Datum steht. Es ist auch ein Wunder, dass es der erste April ist und ich bisher nur einmal so semi reingelegt wurde, was für mich ein Fortschritt ist. Grundsätzlich verabscheue ich den ersten April so sehr, dass ich mich am liebsten in eine Decke einwickeln und erst am zweiten April wieder das Tageslicht erblicken möchte.

Äh, ja, vom Thema abschweifen kann ich. Ich befinde mich in den Tiefen meiner Semesterferien und bin gefühlt die einzige Studierende, die absolut nichts zu tun hat. Überall lese ich von Leuten, die lernen und/oder Hausarbeiten/Klausuren schreiben und das Spannendste, was mir passierte, war, auf meine Prüfungsergebnisse zu warten. Demnach bin ich gefühlstechnisch im Post-Abi-Loch. In spätestens vier Wochen werde ich wieder zu Tode gestresst sein, wartet's nur ab. 

Worauf ich eigentlich hinauswollte: Dieses Dahinleben führte so weit, dass ich letztens beim Datum 1900 geschrieben habe. Ja. Ich wusste auch nicht, ob ich den Kopf auf die Tischplatte schlagen oder nur beschämt-hüstelnd lachen wollte.

Genug der Einleitung. Mein Lesemonat März (bin ich nicht gut!) war fantastisch. Sowohl qualitäts- als auch quantitätsweise. Ganz im Ernst, wenn ich weniger gelesen hätte, dann würde ich mich spätestens jetzt fragen, wie viel (mehr) Zeit ich eigentlich verschwendet habe.

1) A Conjuring of Light - V.E. Schwab (5/5)
Tja, ACOL ist eine Premiere. Und zwar ist es offiziell das erste Buch, zu dem ich unfähig war, eine Rezension zu schreiben. Ich hab's versucht. Der Post gurkt auch so halb angefangen in den Tiefen meines Blogs herum. Aber, nein. Das wird nichts mehr. Ich fühle zu viel für das Buch, und nichts davon kann ich irgendwie richtig in Worte fassen. Vielleicht werde ich eines Tages noch mal über die ganze Reihe schreiben. Aber in der Zwischenzeit muss ich die Trilogie ein zweites Mal lesen und das alles irgendwie gescheit verarbeiten.
Kurz gefasst: A Conjuring of Light hat mir ein Ende geliefert, das besser nicht sein könnte, hat meine hohen Erwartungen übertroffen und mich mit einem überwältigenden Gefühl an Hoffnung zurückgelassen.
Wer A Darker Shade of Magic noch nicht kennt, hier meine Rezension dazu. Und eine gute Nachricht für die Deutschlesenden: Am 27. April erscheint das gute Stück unter dem Titel Vier Farben der Magie auf Deutsch. Ein Muss für alle, die Fantasy mit einem andersartigen Weltenbau mögen und Lust auf Charaktere haben, die nicht einem 0815-Schema folgen.

2) Obsidian. Schattendunkel - Jennifer L. Armentrout (2/5)
Obsidian ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich mein Lesegeschmack verändert hat. Als ich es vor drei Jahren gelesen habe, hab ich's total gefeiert. Jetzt fand ich Daemons und Katys Beziehung höchstens besorgniserregend. Die Idee kann immer noch was, schade ist einfach, dass sie neben diesem Romantik-Overkill total untergeht (und wegen dem Romantik-Overkill unterentwickelt ist *hust*).

Der einzige Harry Potter-Band, den ich als Kind nicht in ein paar Tagen verschlungen habe, und ich bin SO froh, ihn noch mal gelesen zu haben. Oft wird der Band als schwächer abgestempelt, aber dem kann ich so gar nicht zustimmen; die Charaktere werden einfach erwachsen, und alles ist jetzt weniger oberflächlich, sondern einfach so viel düsterer und ernster. Ich hab's geliebt!

We Are Okay habe ich innerhalb weniger Stunden gelesen. Mehrmals standen mir Tränen in den Augen. Ein sehr berührendes, poetisches Buch über Verlust, Freundschaft und Familie. Kann ich nur empfehlen!

5) Smoke - Dan Vyleta (2/5)
Smoke hatte ich schon im Hinterkopf, seitdem es im Original erschien; jetzt, da ich es gelesen habe, hinterlässt es eher einen bitteren Nachgeschmack bei mir. Die Idee ist grandios, was daraus gemacht wurde, schlichtweg enttäuschend.

The Hate U Give ist nicht nur jetzt schon eines meiner Jahreshighlights, sondern auch das erste Buch, das ich direkt nach dem Beenden ein zweites Mal gelesen habe. Ich habe überall davon geschwärmt und es jedem unter die Nase gerieben, der nichts davon hören wollte, und bin jetzt noch ganz begeistert. Ich bin wirklich gespannt darauf, was Angie Thomas in Zukunft publizieren wird.

8) Onyx. Schattenschimmer - Jennifer L. Armentrout (3/5)
Besser als Band 1, aber wie gesagt, meine Euphorie von 2014 kann ich nicht mehr verstehen. (In den Tiefen des Blogs findet ihr sogar eine Rezension dazu, hach.) Wir haben alle fünf Bände hier, und da ich Band 3 - 5 noch nicht kenne, werde ich dieses Jahr hoffentlich endgültig mit Daemon und Katy (und Armentrout) abschließen können.

Der "schlechteste" Fitzek von den neun, die ich bisher gelesen habe - was heißt, dass es so ziemlich alles außer schlecht ist, aber ich bin eben verwöhnt. Ich mochte die Idee, ich mochte die Wendungen und generell den Mittelteil, der Anfang hingegen zog sich und das Ende erschien mir selbst für Fitzek-Standards zu unglaubwürdig.

10) A Shadow Bright and Burning - Jessica Cluess (4/5)
Besser hätte ich den Monat nicht abschließen können. Ein fantastisches Debüt mit vielen The Infernal Devices-Vibes, außerdem spielt es im 18. Jahrhundert, hat eine ganz wunderbare Protagonistin und eine ganz besondere, einzigartige Art Magie. Eine ausführliche (begeisterte) Rezension folgt noch!

Das macht zehn Bücher für den April, davon ausnahmsweise ganze vier auf Deutsch; vermutlich erklärt das, weshalb ich einigermaßen kohärente Sätze formen kann, wenn auch mein Zeitgefühl spätestens bei der Zeitumstellung gestorben ist. Insgesamt habe ich 4522 Seiten gelesen, also ca. 146 pro Tag. 😎
Für den April habe ich mir überhaupt nichts vorgenommen. Ich habe noch genau zwei ungelesene Bücher hier rumliegen, deshalb juckt es mich schon wieder in den Fingern, eine Buchhandlung zu plündern... es ist also noch alles offen, he, he.

Wie war denn euer (Lesemonat) März? 👩‍💻