Mittwoch, 16. August 2017

[Rezension] Lord of Shadows – Cassandra Clare

Da es sich hierbei um den zweiten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.


Inhalt
Emma und Julian hofften, dass Distanz ihre verbotene Liebe mindern würde, doch ihr Parabatai-Bund ist stärker denn je. Eine Reise in die Welt der Feen bringt ihnen eine Möglichkeit, den Bund zu brechen, und einen neuen Feind: den Feenkönig, Kierans Vater.
Auch in den Reihen der Schattenjäger werden Intrigen geschmiedet, als sich eine neue Organisation herauskristallisiert. Der Cohort setzt sich für die Trennung von Schattenwesen und Schattenjägern ein, und schreckt dabei vor keiner Brutalität zurück…

Meine Meinung
Ich habe Lady Midnight geliebt. Dann habe ich Lord of Shadows gelesen.
Nach mittlerweile über acht Jahren bin ich immer noch jedes Mal aufs Neue überrascht, wie es Cassandra Clare wieder und wieder gelingt, mich vollkommen zu begeistern. Ich dachte, Lady Midnight wäre grandios, wenn nicht sogar ihr bestes Werk – aber wenn man mich fragt, verblasst es neben Lord of Shadows. Als hätte es sorgsam und gemächlich das Fundament gelegt, und Lord of Shadows wäre das atemberaubende Bauwerk darauf, das so viele sorgsam gestaltete Details enthält, dass man gar nicht weiß, wo man mit dem Staunen anfangen soll.
Von der ersten Seite an hatte mich das Buch gepackt; Cassandra Clare legt ein ungewohntes Tempo vor, und es gibt nur wenige ruhige Momente in Lord of Shadows. Ich stand kontinuierlich unter Strom, während ich das Buch gelesen habe, konnte und wollte es nicht weglegen – die Bedrohung von Malcom im ersten Band war meiner Meinung nach gar nichts gegen das Grauen, das auf die Schattenjäger in Lord of Shadows wartet. Gerade, weil es von mehreren Seiten kommt, und darüber hinaus Dimensionen annimmt, die mich als Leser schlichtweg schockierten.
Womit ich mir ganz sicher bin: Lord of Shadows ist Clares düsterstes Buch. Die Charaktere stehen nicht nur vor Entscheidungen ungeahnter Größe und Brutalität, sondern machen darüber hinaus unmoralische Dinge und betreten Wege, die ich nicht für möglich gehalten hätte. In anderen Büchern von Clare hatte ich oft das Gefühl, dass die Charaktere durchweg undurchdachte Entscheidungen treffen; auch das ist bei Lord of Shadows nicht mehr der Fall. Ich schätze, das liegt nicht zuletzt daran, in welchen Zeiten Emma und die Blackthorns aufgewachsen sind, und wie diese sie dazu gezwungen haben, viel zu früh erwachsen zu werden.
Das Buch erhält außerdem mit dem Auftreten des Cohorts eine politische Note, die ebenfalls neu für Clare ist und – neben den Charakteren, natürlich – fast mein "Lieblings"aspekt des Buches ist. Die extremistischen Einstellungen dieser Gruppe waren erschreckend, widerwärtig… und verdammt real, wie eine beängstigende Prophezeiung vonseiten Clares. Gerade, wenn man einen Blick auf aktuelle Entwicklungen wirft, wirkt Lord of Shadows wie ein unheimlicher Spiegel, den man eigentlich nicht wahrhaben will.
Kurzum: Der Plot von Lord of Shadows ist pure Genialität. Dass das Buch 700 Seiten schwer ist, hat man – gerade im Kontrast zu Lady Midnight – an keiner Stelle gemerkt.
Wahrscheinlich verdreht jemand von euch jetzt die Augen, aber das Herz der Geschichte sind – wie üblich – die Charaktere. Eine unangenehme Wahrheit gleich im Voraus: Am wenigsten interessiert hat mich Emma und Julians Beziehung. Versteht mich nicht falsch, ich habe die Szenen geliebt, in denen gezeigt wird, wie gut sie miteinander arbeiten können. Ich kann jedoch nur begrenzt die romantische Spannung nachvollziehen, und von allen Ships in dem Buch interessiert mich ihres letztendlich am wenigsten. (Auch wenn ich mir… Sorgen mache, ob/wie der Parabatai-Bund gelöst wird.) Ich mag auch Emma viel lieber als Julian, hauptsächlich, weil ich bei ihren Szenen mehr das Gefühl hatte, dass sie auf den Punkt kommt – bei Julian ist alles oft viel zu kompliziert, und in der nächsten Sekunde jagt mir der Junge Angst ein. (Obwohl Emma definitiv der einzige Charakter in der Reihe ist, der sich immer noch kopflos in wahnwitzige Gefahren stürzt.)
Dafür haben mich die anderen Charaktere (und ihre Liebeleien) viel mehr überzeugt. Ich war überrascht, wie sehr mir die Blackthorns letztendlich am Herz liegen, da ich mich nach Lady Midnight noch davon überzeugen wollte, dass ich sie ja gar nicht sooo gern mag. Aber ganz im Ernst – das Trio Livvy, Ty und Kit war einfach mein persönliches Highlight! Gerade Kit stand ich im ersten Band noch skeptisch gegenüber, in Lord of Shadows hat er mein Herz im Sturm erobert. Es ist spannend, zu sehen, dass er zwar neu in den Schattenjäger-Reihen ist, aber dennoch einiges über sie weiß. Besonders herzerwärmend war es, zu lesen, wie er insbesondere von den Zwillingen aufgenommen wurde, und grundsätzlich brachte er einfach etwas Erfrischendes in die Runde. Die Herondales sind schon genial.
Von Cristina war ich bereits im ersten Buch ein Fan, und das hat sich in Lord of Shadows nicht im Geringsten verändert: Mit ihrer erwachsenen, ehrlichen Art ist sie gute Seele und Ruhepol gleichermaßen. Auch mit Mark wurde ich vollends warm, und selbst, was die Entwicklungen Kierans anbetrifft, hat Clare gezeigt, dass in ihm tatsächlich ein junger Mann steckt, den man ins Herz schließen könnte.


Spoiler! (Cristina, Mark und Kieran)
Ich kann nicht die Einzige sein, die die Andeutung des Liebesdreiecks mitgekriegt hat?! Im Buch wird es zumindest sehr subtil eingebracht, aber ich hoffe dennoch, dass das nicht weiter verfolgt wird. Cristina hat genug mit Diego durchgemacht, und ihr Tanz mit Kieran war zwar wirklich eindrucksvoll beschrieben… aber wenn sie tatsächlich sich in ihn verlieben würde, hätte ich Angst, dass das nur ihrer Affinität zu Feen zuzuschreiben ist. Aber vielleicht interpretiere ich auch zu viel in das Ganze.


Grundsätzlich bin ich überrascht, wie viele Fragen und offene Stränge Lord of Shadows zurückgelassen hat. Von der plötzlichen Brutalität des Endes, vor der mich haufenweise Leute schon gewarnt haben (nett gemeint, hat aber nichts geholfen! :D), mal ganz abgesehen, habe ich das Gefühl, dass es noch so viele offene Fragen gibt! Ich finde es gar nicht so schlimm, dass Queen of Air and Darkness erst 2019 erscheinen soll, weil Clare sich auch dieses Mal bei der Reihenfolge der Bücher etwas gedacht hat; vielmehr stellt sich mir die Frage, wie zur Hölle sie das alles in einem Buch abwickeln will? Entweder hat der dritte Band über 1000 Seiten oder ich sterbe in jedem Kapitel einen literarischen Tod. Ich bin für die erste Option, bitte danke.
Und ja, das Ende war wirklich heftig. Überraschenderweise habe ich keine Träne vergossen, weil ich so geschockt war, aber damit gerechnet hätte ich niemals.


Spoiler (auch für The Mortal Instruments)! (Ende; offene Handlungsstränge)
Ich habe damit gerechnet, dass jemand stirbt, aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass es Livvy sein wird. Ich hätte mehr mit Julian gerechnet, ehrlich gesagt (okay, und vielleicht habe ich es mir gewünscht, jetzt lyncht mich nicht). Ist es bescheuert, dass ich fast noch trauriger wegen Roberts Tod bin? Klar hat er viel Mist angestellt, aber dass Clare einfach einen Charakter aus den Mortal Instruments tötet, trifft mich am meisten. Sie hat damit klargemacht, dass niemand sicher ist, und auch in einem Interview gesagt, dass wir erst nicht mehr um unsere Charaktere fürchten brauchen, wenn die Schattenjäger-Bücher abgeschlossen sind. Sehr beruhigend also. Lasst uns an Clarys Worte zurückdenken und schreien.
Wie auch immer – Roberts Tod verkompliziert alles, weswegen ich wirklich besorgt bin, was Julian angesichts des Angebots der Feenkönigin unternehmen wird. Gerade, weil er Livvy verloren hat. Puh…
Und was zur Hölle hatte es mit dem Kind auf sich, das Dru in der Feenwelt sieht?! Das wird in LoS überhaupt nicht mehr aufgenommen, und da gibt es einfach so viele Fragen zu beantworten. Ich ordne mich bei der Meinung ein, die ich oft kursieren habe sehen: dass es sich dabei insgeheim um Sebastians Kind handelt. Es passt einfach zu gut mit dem Aussehen! Auch wenn die Vorstellung… minimal verstörend ist.


Es gibt nur noch einen Punkt, über den ich mich noch nicht begeistert ausgesprochen habe – auch in Lord of Shadows gibt es wieder zahlreiche altbekannte Charaktere, die auftauchen. Ich will euch gar nicht verraten, wer, aber die Besuche werden länger und intensiver und es ist einfach fantastisch. Der Traum eines Fans, quasi.
Mittlerweile seid ihr mein Geschwärme vermutlich leid – kurz gesagt: Ich glaube tatsächlich, dass Lord of Shadows Clares bestes Werk ist, aber das ändert sich vermutlich mit den nächsten Büchern, die sie auf den Markt bringt. Bis dahin seid ihr vor weiteren Lobtiraden sicher. Und wenn du das hier noch liest und das Buch noch nicht kennst, dann, bitte, tu mir den Gefallen und hole das gefälligst nach.

Fazit
Lord of Shadows ist nur ein weiterer Beweis dafür, wie sehr Cassandra Clare als Autorin gewachsen ist. Die Geschichte entwickelt sich auch in der Hinsicht von Diversität weiter, die Geschwindigkeit des Plots nimmt ungeahnte Dimensionen an und auch in Charakterhinsicht brilliert das Buch auf voller Linie.
(Und allein die Tatsache, dass die Rezension über 1200 Wörter fasst und mir immer noch Dinge einfallen, die ich loben könnte, sollte euch Kaufgrund genug sein.)


Lord of Shadows ⚬ Hardcover: 700 Seiten ⚬ Margaret K. McElderry Books ⚬ Band 2/3 ⚬ ca. 17,99€*

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Samstag, 12. August 2017

Rereads: ein doppeltes Lesevergnügen

Heute möchte ich einmal ein Thema ansprechen, das mir schon seit ein paar Wochen im Kopf herumgeht, seitdem ich dazu einen tollen Beitrag bei Stopfi's Bücherwelten gelesen habe – Rereads. Genauer gesagt, warum ich ein großer Verfechter davon bin, Bücher ein zweites (drittes, viertes...) Mal zu lesen.


Mir ist schon öfters die Aussage begegnet, dass man "keine Zeit" hat, Bücher ein zweites Mal zu lesen. Weil es zu viele Neuerscheinungen gibt. Weil der SuB davon nicht kleiner wird. Und natürlich stimmt das, und natürlich ist es schön, mit dem Lesestoff up to date zu sein – aber dabei lässt man doch ein wenig die emotionale, vielleicht sogar melancholische Komponente des Lesens unter den Tisch fallen, oder?

Cornelia Funke beschreibt es ganz richtig in Tintenherz:
"Wenn du ein Buch auf eine Reise mitnimmst, […] dann geschieht etwas Seltsames: Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst darin gelesen hast."
(Tintenherz, Cornelia Funke, Dressler Verlag)
Ich lese natürlich keine Bücher ein zweites Mal, die ich beim ersten Mal schon nicht ausstehen konnte. Aber City of Bones, das mein Lesefieber erst so richtig entfacht hat? Oder der Klassiker, Harry Potter, der meine Kindheit wie nichts anderes geprägt hat? Noch einmal (und noch einmal) in diesen Geschichten zu versinken, ist doch letztendlich ein Geschenk, das ich mir selbst mache. Und ich fände es schade, wenn man die Lust auf etwas Altvertrautes unterdrücken würde, nur, weil man fürchtet, wegen dem Blog in den Verzug zu kommen, oder unbedingt die Neuerscheinung lesen "muss", damit man mit dem Trend mithalten kann. Das wirklich Einzige, was bei mir jemals Lesevorrang hat, sind Rezensionsexemplare, und die nehme ich ja bewusst an.

Darüber hinaus finde ich, dass man beim Rereaden nicht nur alte Erinnerungen besucht, sondern auch einiges über sich selbst lernt. Habe ich mit zehn Jahren gedacht, dass Harry Potter und der Orden des Phönix sich ganz schön zieht, hat es mir mit achtzehn unglaublich gut gefallen, weil ich Harrys inneren Kampf viel besser nachvollziehen konnte.


Vor allem entdeckt man immer wieder neue Details. The Hate U Give hat mich dermaßen umgehauen, dass ich es in einem Zeitraum von vier Wochen dreimal gelesen habe, zweimal direkt hintereinander. Und bei jedem Lesen ist mir eine andere Passage aufgefallen, die mich besonders bewegt hat, oder ein Detail, das mir vorher entgangen ist.

Es gibt auch noch zwei sehr rationale Gründe für mehr Rereads: Zuallererst gebe ich ja Geld für das Buch aus, dann kann ich es auch ruhig mehrmals lesen, damit es sich richtig "lohnt". 😎 Außerdem ist es gerade bei Reihenfortsetzungen hilfreich, den/die Vorgänger ein zweites Mal zu lesen. (Oder bin ich die Einzige, die ein Gedächtnis wie ein Sieb hat?) Natürlich kostet das Zeit, aber dafür ist eine bessere Leseerfahrung bei der Fortsetzung garantiert, weil man sich nicht alle zwei Minuten darüber wundert, wer noch einmal der komische Typ war und warum die Protagonistin humpelt (so ungefähr).

Aber was, wenn es mir nicht mehr so gut gefällt wie damals? Auch die Befürchtung habe ich öfters gelesen. Ganz im Ernst: dass man auch als Leser wächst, gehört zum Leben dazu. Zumindest nehme ich das Risiko bereitwillig in Kauf, ganz besonders, seitdem ich festgestellt habe, dass ich an meinem kritischen Lesen arbeiten muss. Natürlich fühlte es sich irgendwie seltsam an, A Court of Thorns and Roses beim zweiten Lesen von fünf auf drei Sterne herunterzustufen… aber hauptsächlich hatte ich das Gefühl, das (für mich!) Richtige zu tun.

Das Gegenteil habe ich übrigens auch schon öfters beachtet, zuletzt bei Julia und Anna, die ich hier an der Stelle ganz dreist als Beispiele benutze. (Sorry, ihr zwei! ;)) Bei beiden habe ich mitgekriegt, wie sie die Harry Potter-Bücher zum ersten Mal lasen. Und gerade heute bin ich darüber gestolpert, dass Anna dem dritten Band vier Sterne verpasst hat, und Julia dem Reihenabschluss "nur" drei. Was für mich total surreal ist, weil die HP-Bücher in meinem Kopf so einen Sonderstatus einnehmen, dass ich mir lieber ein Bein absägen würde als irgendeinem Werk von J.K. Rowling etwas anderes als fünf Sterne zu geben. Harry Potter ist quasi meine Achillesferse, hat mich in der Kindheit so geprägt, dass ich die Bücher auch beim erneuten Lesen als unberührbar betrachte. Ich setze noch einmal eins drauf: Vermutlich sind Julia und Anna in der Lage, die Bücher rationaler zu beurteilen, weil sie schlichtweg nur den Hype kannten und nicht ihre Kindheit damit füllten. Ich weiß, ich weiß, das hat nur noch begrenzt mit Rereads zu tun… aber mich hat diese Beobachtung unglaublich fasziniert.

Am Ende des Tages gilt dasselbe wie immer: Tu das, was dir gefällt. Ich will hier niemanden von Rereads überzeugen, und erst recht will ich nicht das Leseverhalten von irgendjemandem kritisieren. Ihr mögt keine Rereads? Cool. Ihr verbringt 98% eures Lebens damit, eure Lieblingsbücher noch mal zu lesen? Genauso cool. Es hat mich nur gereizt, darüber zu schreiben, weil Rereads für mich etwas ganz Besonderes sind, und ich die emotionale Komponente in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren und in letzter Zeit wieder für mich entdeckt habe.

Jetzt ist der Beitrag (natürlich) mal wieder etwas explodiert, und wenn ihr es bis zum Ende geschafft habt, verneige ich mich vor euch. Verratet mir: Wie steht ihr zu Rereads? Habt ihr vielleicht ähnliche Beobachtungen wie ich gemacht?

Samstag, 5. August 2017

[Rezension] Die Königin der Schatten - Verflucht – Erika Johansen

Da es sich hierbei um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.



Inhalt
Kelsea Glynn ist jetzt Königin, doch Frieden kehrt noch lange nicht in Tearling ein. Da sie das Abkommen mit der Roten Königin gebrochen hat, ist die Mort-Armee jetzt auf dem Vormarsch, und sie bringt mit sich einen Krieg, den Kelsea unmöglich gewinnen kann. Doch dann tut sich eine mysteriöse Verbindung zu der Vergangenheit auf, die womöglich alles ändern könnte…

Meine Meinung
Als ich Die Königin der Schatten - Verflucht in die Hand nahm, hatte ich befürchtet, Anschlussschwierigkeiten zu haben, da das Lesen des ersten Bandes über anderthalb Jahre zurückliegt. Deshalb war ich umso positiver überrascht, als sich meine Befürchtungen als größtenteils unbegründet herauskristallisierten: Ein ganz grobes Hintergrundwissen reicht, um fast alles in Band 2 zu verstehen, nur bei kleinen Details war ich manchmal verwirrt. Meinem Lesevergnügen hat es zumindest keinen Abbruch getan, und ich musste mir nicht die Zeit nehmen, den ersten Band ein zweites Mal zu lesen (nicht zuletzt, weil der wiederum 500+ Seiten misst).
Das Stichwort ist bereits gefallen: Die Königin der Schatten - Verflucht war von der ersten bis zur letzten Seite ein einziges Vergnügen. Ich bin überrascht, wie gut mir der Band gefiel. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich mittlerweile selbst in Kelseas Altersklasse bewege, aber stand ich der Protagonistin im ersten Band noch zwiegespalten gegenüber, habe ich sie jetzt endgültig ins Herz geschlossen. Gerade, weil sie in ihren ersten Wochen als Königin Fehlentscheidungen getroffen hat und immer noch trifft. Aber immerhin trifft sie Entscheidungen, tritt die Politik nicht nur an irgendwelche Untertanen ab, sondern beteiligt sich aktiv – und sieht auch ihre Verfehlungen ein.
Schmerz entwaffnet nur die Schwachen.
(Die Königin der Schatten - Verflucht, Erika Johansen, Heyne)
Kelsea ist eine Protagonistin mit zahlreichen Makeln, und gerade die Tatsache, dass sie das selbst sieht, macht sie in meinen Augen so sympathisch. Es gibt einfach zu viele Protagonistinnen, die ihr Handeln kein einziges Mal hinterfragen, und Johansen gelingt hier ein erfrischender Twist. In dem zweiten Band entwickelt Kelsea sich noch dazu in eine sehr düstere Richtung, die mich unglaublich faszinierte und mich realisieren ließ, wie sehr ich sie unterschätzt habe. Das teils naive Mädchen aus dem ersten Band ist einer starken Frau gewichen, die sich den Konsequenzen ihrer Handlungen stellt.
Ein kurzer Einwand dazu (für diesen Absatz gilt eine Triggerwarnung für selbstverletzendes Verhalten!): In Folge der Verdüsterung ihres Charakters entdeckt Kelsea auch, dass sie durch ihre bloßen Gedanken Leute verletzen kann. Um ihre Wut zu "kontrollieren", richtet Kelsea diese Kraft immer öfter gegen sich selbst und lässt ihre Haut aufreißen. An mehreren Stellen im Buch wird beschrieben, wie ihre Arme und Beine Wunden zeigen, bluten, etc., und sie tauscht sich sogar mit einem anderen Charakter darüber aus, der ähnlich fühlt. Das finde ich, kurzum gesagt, katastrophal: Es wird ganz deutlich und explizit ein selbstverletzendes Verhalten gezeigt, ohne die Problematiken dessen zu thematisieren. Dass Kelsea es als Ventil für ihre Wut gebraucht, wird als vollkommen akzeptabel dargestellt, was dem Buch stellenweise einen bitteren Beigeschmack verlieh.
Auch die Nebencharaktere, insbesondere Kelseas Königsgarde, oder zum Beispiel Pater Tyler, sind exzellent herausgearbeitet und brillieren als eigenständige Figuren, nicht nur als Hilfswerke der Protagonistin. Jedem wird eine eigene Stimme und eigene Charakteristika verliehen; dass das Buch auch aus anderen Sichtweisen erzählt wird und nicht nur aus Kelseas, hat mich nicht im Geringsten gestört. Im Gegenteil: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, zu sehen, wie unterschiedlich die Perspektiven auf die Ereignisse sein können und wo Intrigen geschmiedet und Ereignisse enthüllt werden, von denen Kelsea noch gar keine Idee hat.
Und Kelsea fragte sich plötzlich, ob die Menschheit sich je änderte. […] Das bestimmendste Charakteristikum dieser Spezies war wohl die Verfehlung.
(Die Königin der Schatten - Verflucht, Erika Johansen, Heyne)
Schon in Die Königin der Schatten hat mich der Weltenbau ganz besonders fasziniert: Obwohl Kelseas Welt mittelalterliche Zustände darstellt, spielt die Geschichte etwa im Jahr 2300, ist also eine verquere Zukunftsvision. Im ersten Band gab es für meinen Geschmack noch zu wenig Informationen über diese Welt, was sich im zweiten drastisch ändert: Erika Johansen baut über Kelseas Visionen die Perspektive einer Frau namens Lily Mayhew ein, die im 21. Jahrhundert lebt und sich gerade in dieser Umbruchphase befindet.
Zugegeben: Ich stand Lilys Kapiteln etwas zwiegespalten gegenüber, nicht zuletzt, weil ihre Perspektive einen Großteil des Buches einnimmt, was mich etwas abschreckte, weil ja eigentlich Kelseas Geschichte erzählt wird. Auch wenn ich die Ereignisse der Vergangenheit unglaublich spannend fand (dazu gleich noch mehr), fragte ich mich immer wieder, welche Bedeutung ihre Perspektive jetzt für Kelseas Gegenwart hat. Zum Ende des Buches hin werden mehr Parallelen gezogen, aber auch diese erschienen mir etwas an den Haaren herbeigezogen und ließen mich eher unbefriedigt zurück, nachdem ich so viel Zeit mit Lily verbracht hatte. Ich kann mir gut vorstellen, dass man Lilys Sichtweise stark hätte kürzen können – aber, wie gesagt, da die Ereignisse zu ihrer Zeit an sich nicht uninteressant waren, störten mich ihre Passagen nicht zum Lesezeitpunkt, sondern eher im größeren Zusammenhang.
Und, wie bereits angedeutet: Die Essenz des Weltenbaus ist einfach unglaublich genial! Ich habe noch nie etwas Vergleichliches gelesen. Was Erika Johansen in Die Königin der Schatten - Verflucht ausführt, ist kreativ und faszinierend und erschreckend zugleich. Ich kann aufgrund von Spoilern nicht ins Detail gehen, aber sie löst sich etwas von dem dystopischen Weltenentwurf und widmet sich Leuten zu, die bewusst eine Utopie schaffen wollten. Ich bin immer noch begeistert; es ist einfach vollkommen anders als alles, was ich jemals gelesen habe. Johansen revolutioniert High Fantasy, und sie macht es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit.
Kurz gesagt: Obwohl Die Königin der Schatten - Verflucht über 600 Seiten stark ist, habe ich die Dicke des Buches höchstens in den Momenten gespürt, in denen mein Handgelenk nachgeben wollte. Die Kapitel flogen förmlich an mir vorbei, und ich war konstant gespannt, wie Kelseas Geschichte weitergeht, ob sich eine Lösung finden lässt, um die Mort-Invasion irgendwie zu stoppen. Vermutlich ist das Buch einer der besten zweiten Bände, die ich jemals gelesen habe.

Fazit
Die Königin der Schatten - Verflucht ist ein grandioser zweiter Band, der die Schwachstellen des Auftakts ausmerzt und mit seiner Originalität beeindruckt. Trotz ein paar kleinerer Kritikpunkte flogen die Seiten förmlich an mir vorbei, und ich bin unglaublich gespannt darauf, welches Ende Kelseas Geschichte nehmen wird!


Vielen Dank an Heyne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Die Königin der Schatten - Verflucht ⚬ übersetzt von Sabine Thiele ⚬ Broschüre: 608 Seiten ⚬ Band 2/3 ⚬ Heyne Verlag ⚬ 14,99€*

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Dienstag, 1. August 2017

[Rückblick] Lesemonat Juli 2017


Dieser Monat war ein einziges Augen-zu-und-durch. Auch "Klausurenphase" genannt, die sich dieses Semester irgendwie unglaublich gezogen hat. Aber es ist vorbei und ich habe endlich Semesterferien! Dennoch bin ich recht zufrieden mit den sechs Büchern (und ein halbes), die ich letzten Monat gelesen habe.

Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Aber letztendlich war ich einfach unterwältigt, und Darrow ist mir als Protagonist bis zur letzten Seite unsympathisch geblieben. Ich schließe es dennoch nicht ganz aus, die Serie fortzusetzen, weil mir die Idee wirklich gut gefällt und die Nebencharaktere mich überzeugen konnten.

Auch mein zweites Werk von Bourne konnte mich überzeugen; How Hard Can Love Be? wirkt auf den ersten Blick klischeebeladen, bricht aber mit diesen Klischees und bringt darüber hinaus eine erfrischende Prise Freundschaft und Feminismus mit in die Mischung.

3) The Rose Society — Marie Lu (4/5) (nicht abgebildet)
Nachdem mich The Young Elites positiv überrascht hat, musste unbedingt der zweite Band her. Kurz gesagt: Lu hat mich aufs Neue begeistern können! Ich bin einfach fasziniert von der Dunkelheit von Adelinas Geschichte, die in fast allen Bereichen ganz anders ist als die Bücher, die man sonst so im YA-Bereich findet. Ich bin schon unglaublich gespannt auf den Abschluss der Trilogie.

Ein schöner Einzelband mit einer originellen Idee! Mit einem wunderschönen Schreibstil lässt Khoury die orientalisch angehauchte Welt der Protagonistin vor den Augen des Lesers entstehen. Hat mich positiv überrascht!

5) The Tales of Beedle the Bard — J.K. Rowling (5/5)
Es war längst überfällig, dass ich diese Klassiker lese! Kurzum: Ich könnte sowieso niemals einem Buch, das mit Harry Potter zu tun hat, eine schlechte Bewertung geben (The Cursed Child werde ich niemals anrühren), und ich habe auch diese kleinen Geschichten förmlich inhaliert. Die wunderschönen Illustrationen haben nur dazu beigetragen, dass ich mich noch mehr in das Büchlein verliebte.

6) Die Königin der Schatten: Verflucht — Erika Johansen (4/5)
Ehrlich gesagt dachte ich niemals, dass ich diese Reihe fortsetzen würde, aber ich bin im Nachhinein so froh, nach dem Folgeband zu Die Königin der Schatten gegriffen zu haben! Viele Dinge, die ich beim ersten Band kritisiert habe, wurden hier besser gemacht, und noch dazu wird die Reihe viel düsterer. Obwohl es ein 600 Seiten-Buch ist, habe ich es förmlich verschlungen. Ausführliche Rezension folgt!

Zu guter Letzt möchte ich noch das halbe Buch erwähnen, und dabei handelt es sich um American Gods von Neil Gaiman. Ich habe das Buch im Rahmen eines Buddy Reads mit Tina Köpke irgendwann im Juli begonnen und optimistisch darauf gehofft, es gestern noch beenden zu können, aber daraus wurde nichts. Bis zu 64% bzw. Seite 440 bin ich im Juli gekommen, was ich in meiner Statistik einfach nicht unterschlagen möchte, deshalb wird's hier erwähnt.

Insgesamt macht das 2968 Seiten, ca. 96 pro Tag. Wie gesagt, angesichts des Unistresses bin ich voll zufrieden.

Für den August nehme ich mir auf jeden Fall vor, American Gods zu beenden. Außerdem will ich diesen Monat wirklich endlich verflucht noch mal :D Lord of Shadows lesen. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.

Wie lief denn euer Lesemonat Juli? 👩‍💻

Sonntag, 23. Juli 2017

[Rezension] Ein Kuss aus Sternenstaub — Jessica Khoury


Inhalt
500 Jahre ist es her, seitdem die Dschinny Zahra aus ihrer Lampe befreit wurde. Und zwar von dem Dieb Aladdin, der durch einen mysteriösen Ring zu ihr geführt wurde. Er benötigt Zahras Dienste, um den Tod seiner Eltern zu rächen. Während der darauffolgenden Wochen kommen die beiden sich immer näher — aber eine Liebe zwischen Dschinny und Menschen ist verboten und bedeutet den Tod...

Meine Meinung
Es war Mara von cakes & colors, die mich vor über einem Jahr in ihrer Rezension zu The Forbidden Wish (OT) meine Neugier weckte. Als ich dann vor ein paar Monaten entdeckte, dass das Buch auf Deutsch erscheinen würde, betrachtete ich das als Wink des Schicksals, es endlich zu lesen. Und so viel vorweg: Es hat mich nicht enttäuscht!
Seit AMANI — Rebellin des Sandes bin ich auf den Geschmack von Geschichten mit orientalischem Setting gekommen. Dieses gestaltet Jessica Khoury auf wundersame Weise in Ein Kuss aus Sternenstaub aus. Von Beschreibungen der Stadt über die Kleidungen der Figuren bis hin zu Bräuchen — alles ist bis ins Detail ausgearbeitet. Obwohl es sich bei dem Buch um einen Einzelband handelt, hat man nicht das Gefühl, einen unvollständigen Weltenbau zu erhalten. Fremde Begriffe werden nach und nach erklärt oder geschickt in den Text eingeflochten, sodass man der Geschichte gut folgen kann und mit Zahras Welt vertraut wird.
"Sogar ein Dieb kann Ehre haben, und sogar eine Dschinny hat vielleicht ein Herz."
(Ein Kuss aus Sternenstaub, Jessica Khoury, cbj)
Allein die Idee des Buches ist spannend und originell — Khoury platziert mit Zahra ganz bewusst eine starke Frau in das Zentrum der Geschichte, die eigensinnige und gleichzeitig moralisch zwielichtige Entscheidungen trifft. (Zugegeben: An manchen Stellen wirkt Zahra nicht wie die 4000-jährige Frau, die sie eigentlich ist, aber das verzeihen wir ihr.) Sie ist quasi Aladdin überlegen, obwohl er gleichzeitig als Lampenbesitzer ihr Gebieter ist, was die Beziehung der beiden ungleich und in der Konsequenz unglaublich faszinierend gemacht hat.
Ehrlich gesagt — es gibt bessere Romanzen als die zwischen Zahra und Aladdin. Aber durch die Machtdifferenz zugunsten Zahras ist ihre originell, und Aladdin ist keiner dieser verpönten Bad Boys, die man heutzutage überwiegend in Young Adult antrifft. Ihre Beziehung hat mich also nicht gestört, mich aber auch nicht großartig berührt.
Auch Aladdin an sich fand ich etwas enttäuschend. Zu Beginn des Buches zeigt er solide Motive, die sich dann im Laufe der Handlung verflüchtigen und auch in seiner Liebe zu Zahra etwas untergehen. Da wäre definitiv noch einiges mehr gegangen! Es geht doch nichts über eine gute Charaktermotivation; Aladdin ist leider der zielloseste Charakter von allen.
Viel spannender hingegen fand ich Zahras Vergangenheit, die sie auch 500 Jahre später noch verfolgt: Auch damals ist ihr Liebe zum Verhängnis geworden, wenn auch diese ganz anders interpretiert wird. Ein schöner Twist, der zeigt, dass es auch platonische Beziehungen gibt.
Besonders viel Frauenpower beweist Ein Kuss aus Sternenstaub bei seinen Nebencharakteren, an ihrer Spitze Prinzessin Caspida mit ihren Wachmaiden. Caspida hat mit ihrem unglaublich starken Willen, ihrer Determination und schließlich ihrer Freundschaft zu Zahra das Buch für mich einfach abgerundet. (Ausnahmsweise würde ich mich für ein Spin-Off aussprechen!)
Der Preis jeder Lüge ist, dass die Wahrheit immer an den Tag kommen wird.
(Ein Kuss aus Sternenstaub, Jessica Khoury, cbj)
Die Charaktere und das fantastische Setting trösten auch darüber hinweg, dass der Plot manchmal etwas hinkt — damit meine ich überhaupt nicht, dass es dem Buch an Spannung fehlt, im Gegenteil! Gerade die politischen Aspekte der Handlung haben mich unglaublich fasziniert. Ich finde lediglich, dass Khoury bei manchen brenzlige Situationen etwas um den Brei geschrieben hat, sozusagen. ;) Besonders beim Ende hätte es so viele Möglichkeiten gegeben, die Autorin wählte aber den (meiner Meinung nach) voraussehbarsten Ausgang.
Aber wie könnte ich über dieses Buch reden, ohne den Schreibstil zu erwähnen? Jessica Khoury schreibt einfach atemberaubend und unglaublich bildhaft, ohne, dass der Text zu dicht wird oder die Vergleiche zu absurd. Allein des Schreibstils wegen muss man das Buch lieben — hinzu kommen aber noch die unglaublich faszinierende Protagonistin Zahra, starke weibliche Nebencharaktere und eine originelle Erzählung, die in mir den Wunsch erweckte, ebenfalls einmal Zahras und Aladdins Parthenien besuchen zu können.

Fazit
Ein Kuss aus Sternenstaub ist ein toller Einzelband, der die Geschichte der Dschinny Zahra erzählt und die Frage nach wirklicher Freiheit ergründet. Es begeistert mit einer originellen Idee, starken weiblichen Charakteren und einem Schreibstil, der dieser Erzählung aus tausendundeiner Nacht wirklich gerecht wird.


Vielen Dank an cbj für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Ein Kuss aus Sternenstaub ⚬ übersetzt von Gabriele Haefs ⚬ Taschenbuch: 448 Seiten ⚬ cbj ⚬ Einzelband ⚬ 9,99€*

*Affiliate-Link im Rahmen des amazon Partnerprogramms. Wenn ihr über den Link etwas kauft, erhalte ich eine kleine Provision, für euch entstehen keine Mehrkosten.

Sonntag, 16. Juli 2017

[Neuzugänge] Von impulsiven Buchkäufen

Ich habe mir mein erstes Buchkaufverbot überhaupt gesetzt.

(Sagte sie und schrieb einen Neuzugangspost.)

Ich habe mir ein Buchkaufverbot gesetzt, weil ihr hier nur die physischen Exemplare seht, die sich in den letzten drei Wochen angesammelt haben, und nicht die eBooks, die dank der fiesen 1-Click-Bezahlung auf meinen Kindle wanderten. Und mir ist gerade eben eingefallen, dass ich auch noch Turtles all the Way Down im Delirium vorbestellt habe, ups. Ich wollte mir niemals Sorgen um einen SuB machen, und bevor ich damit anfange, kaufe ich lieber erst einmal keine Bücher. Zumindest bis zum 29.7., dem Ende meiner Klausurenphase.


Ich habe heute Morgen außerdem eine Umfrage auf Twitter gestartet, ob Neuzugangs-Posts überhaupt noch "in" sind. Das Ergebnis hat mich positiv überrascht, und danke noch mal für die zahlreichen Rückmeldungen!
Jetzt aber zu den Büchern, deswegen seid ihr schließlich hier.


Bei Lord of Shadows* von Cassandra Clare war es nur eine Frage der Zeit, bis ich es in die Finger bekam. Ich bin bekennender Clare-Fan und vor allem eine derjenigen, der es herzlich egal ist, wie viele Reihen sie noch über die Schattenjäger schreibt, weil ich alle lesen würde/werde.
Lord of Shadows ist der zweite Band der Dark Artifices, einer Trilogie rund um Emma und Jules, die Parabatai sind und sich ineinander verlieben, was verboten ist. Ich habe von vielen schon gehört, dass dieses Buch reihenweise Herzen bricht, und freue mich auf fürchte den Schmerz.


Diese drei stammen aus einem Buchverkauf, den Franziska auf Twitter gemacht hat. (Ein paar Exemplare sind noch da, vielleicht findet ihr ja etwas!) Und ich konnte einfach nicht nein sagen.
Ich liebe Victoria Schwab, deshalb mussten The Archived und The Unbound bei mir einziehen! The Archived basiert auf der Idee, dass Tote zu Geschichten in einer Bibliothek werden. Die Protagonistin Mac sorgt dafür, dass die Geschichten nicht ausbüchsen und in die Welt der Lebenden zurückkehren.
(Andererseits könnte Victoria Schwab auch über Toastbrote schreiben und ich würde es lesen, also...)
Mit Scythe hat mich ganz klar Anna von Ink of Books angefixt! In Scythe* geht es um Citra und Rowen, die als Scythes ausgebildet werden und die Kunst des Tötens lernen sollen — viel mehr weiß ich gar nicht, aber das reichte, um mich zu überzeugen. Geschichten, in denen der Tod eine große Rolle spielt? Ja, ja, ja! Ich bin super gespannt auf mein erstes Werk von Neil Shusterman!


Zuletzt zwei Rezensionsexemplare, über die ich mich sehr freue.
Ein Kuss aus Sternenstaub* von Jessica Khoury habe ich wegen Mara von Cakes and Colors angefragt, die das Buch vor über einem Jahr rezensiert und total davon geschwärmt hat! Nach Rebel of the Sands bin ich doch auf den Geschmack von orientalisch angehauchten Geschichten gekommen. In Ein Kuss aus Sternenstaub geht es um Zahra, eine Dschinn, und Aladdin, einen Dieb, die sich ineinander verlieben — obwohl ihre Liebe den Tod bedeutet.
Die Königin der Schatten — Verflucht* ist der Folgeband zu Die Königin der Schatten, welches ich vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen und rezensiert habe. Aber ich weiß noch, wie sehr mich die Besonderheit von Kelseas Geschichte begeisterte; Erika Johansen hat eine futuristische Welt gezeichnet, die ganz anders ist, als wir uns die Zukunft vorstellen würden. Ich kann es kaum abwarten, zu den vertrauten Charakteren zurückzukehren!
Vielen Dank an cbj und Heyne für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!


Der letzte Zugang ist streng genommen kein Buch, aber ich freue mich trotzdem so sehr darber, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. Bei dem Gewinnspiel von Denise, deren Blog over the top ich schon seit Jahren lese (und liebe), hatte ich tatsächlich Glück und habe dieses wunderschöne Notizbuch von Paperblanks gewonnen <3
Ich habe bisher nur auf Twitter darüber gesprochen, aber seit Anfang des Jahres führe ich ein Journal (das blaue Moleskine, das ihr auf dem Bild seht). Kein Bullet Journal, kein Tagebuch, mehr so ein Hybrid. Ich merke, wie gut es mir tut, Dinge aufzuschreiben, ob es nun Sachen sind, die erledigt werden müssen, oder Gedanken, die mir im Kopf herumgehen. Ich wechsle zwischen kreativeren Einträgen und längeren Texten, klebe Erinnerungen ein und tobe mich mit Brush Pens aus. Für mich ist es die optimale Lösung, und ich kann es kaum erwarten, das Paperblanks zu füllen, wenn es so weit ist!

Das ist mal wieder ganz schön lang geworden. Falls ihr bis zum Ende gekommen seid: Danke für's Lesen. <3 Ich selbst lese gerne Neuzugangsposts, aber rein logistisch würde es sich für mich gar nicht lohnen, diese regelmäßig auf dem Blog zu posten. Hin und wieder mache ich das Ganze aber sehr gerne, gerade, wenn sich etwas mehr Bücher ansammeln. Lasst mir doch mal eure Meinung dazu da, falls ihr das noch nicht via Twitter getan habt!

Kennt ihr eines der Bücher? Und was ist ein Neuzugang, der euch in letzter Zeit besonders viel Freude bereitet hat? 👩‍💻

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Mittwoch, 12. Juli 2017

[Kurzrezension] Von Experimenten, Überraschungen und Enttäuschungen


Sieben Nächte  Simon Strauß
Worum geht's?
Um einen jungen Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden, der ein Angebot erhält: Sieben Nächte lang soll er den sieben Todsünden begegnen.

Meine Meinung
Mit Sieben Nächte habe ich mich mal wieder außerhalb meiner gewohnten Genres bewegt, weil mich die Idee der Kapitalsünden und die zahlreichen Umsetzungsmöglichkeiten einfach ungemein faszinieren. Das Buch ist mit 144 Seiten extrem kurz, weswegen ich es in einem Rutsch verschlang.
Viele große Worte führe ich im Mund, spreche von Revolution, Freiheit, Leidenschaft und Streit. Aber immer halte ich Distanz und fasse die Begriffe nur mit spitzen Fingern an, so, dass ich sie fallen lassen kann, wenn sie zu heiß werden.
(Sieben Nächte, Simon Strauß, Aufbau Verlag)
In seinem Debüt beweist Strauß eine unglaubliche Sprachgewalt. Ich habe viele Passagen markiert, mir die Wörter wieder und wieder auf der Zunge zergehen lassen. An manchen Stellen war mir der Stil jedoch etwas zu dicht, gerade Antithesen häufen sich in dem Debüt des Autors und erzwangen mir manchmal ein Augenrollen. Auch hätte ich mir gewünscht, etwas mehr inhaltliche Substanz zu erhalten — ich kann gut verstehen, dass die Umrahmung der Realität schwammig sein soll, aber der Text ist so geschrieben, dass es manchmal schwer ist, zu begreifen, was der Erzähler überhaupt tut (oder sagen will).
Grundsätzlich ist Sieben Nächte jedoch ein spannendes Gedankenexperiment, ein literarisches Wagnis, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Vom ZDF gibt es übrigens einen spannenden Beitrag über Sieben Nächte (etwa ab 22:45).


Sieben Nächte ○ 144 Seiten  Einzelband ○ Aufbau Verlag 16,00€* (gebundene Ausgabe) 11,99€* (eBook)


How Hard Can Love Be?  Holly Bourne
Worum geht's?
Um Amber, die für sechs Wochen nach Amerika fliegt, um in dem Sommercamp ihrer Mutter, die sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat, auszuhelfen. Doch die Wiedervereinigung verläuft nicht wie erhofft, und die Situation verkompliziert sich, als Amber Kyle kennenlernt.

Meine Meinung
Oh, ich bin mittlerweile ein Holly Bourne-Fan aus ganzem Herzen. Ich habe mit meinen Lobtiraden bei Am I Normal Yet? begonnen, und How Hard Can Love Be? hat mein Herz auf eine ganz andere Art und Weise erobert. (Aber genauso stürmisch.) Zuallererst: Obwohl die Bücher chronologisch aufeinanderfolgen, muss man sie nicht zusammen lesen — sie funktionieren alle ganz wunderbar als Einzelband.
In diesem Buch sind Feminismus und Freundschaft wieder ganz groß geschrieben. Obwohl Amber von ihren besten Freundinnen getrennt ist, skypen die drei regelmäßig und versuchen, ihre Existenzkrisen trotz der gewaltigen Distanz zwischen Amerika und England zu lösen. Gleichzeitig verliebt sich Amber zum ersten Mal — in Kyle. Die Beziehung ist unglaublich gut porträtiert, vor allem hatte ich das Gefühl, dass wir auch Kyle richtig gut kennenlernen. Holly Bourne hat ihm einige Makel verpasst, die ich an noch keinem anderen Loveinterest beobachtet habe, weswegen ich die ganze Geschichte umso cooler fand.
"I'm not a cynic," I protested. "I'm a terminal pessimist with an edge of angry realism."
(Holly Bourne, How Hard Can Love Be?)
Doch auch wenn die Romanze einen gewissen Raum einnimmt, ist sie nicht überwältigend. Stattdessen kommt das große Thema Familie hinzu, insbesondere, was passiert, wenn ein Angehöriger krank ist (Ambers Mutter ist Alkoholikerin) — und dass es trotzdem okay ist, wenn man auch auf sich selbst achtet und sich nicht vollkommen für die kranke Person aufgibt. Das ist eine Perspektive, die ich persönlich noch nie in Young Adult gesehen habe, und ich habe mich umso mehr darüber gefreut.
Kurzum — ich habe How Hard Can Love Be? binnen weniger Tage verschlungen und geliebt (und wie viel ich gelacht habe!). Holly Bourne hat wieder etwas ganz Großartiges geleistet, und ich freue mich auf den dritten Band der Trilogie.


How Hard Can Love Be? ○ 480 Seiten ○ kann als Einzelband gelesen werden ○ 
Usborne Publishing 2,76€* (eBook) ○ 7,99€* (Taschenbuch)


Red Rising  Pierce Brown
Worum geht's?
Um Darrow, ein Roter, der sich in den Mienen auf dem Mars fast zu Tode schuftet. Doch dann erfährt er, dass sein ganzes Leben eine Lüge war: Der Mars ist bereits erschlossen, und die Goldenen schwelgen im Luxus. Darrow schleust sich in ihre Reihen ein, fest entschlossen, sie von innen heraus zu zerstören.

Meine Meinung
Ich habe seit Jahren von Red Rising gehört. "Schuld" daran, dass ich es endlich zur Hand genommen habe, ist ganz klar Julia, die die ganze Trilogie über alles vergöttert. Mich konnte der Hype leider nicht packen, obwohl ich mit keinen sonderlich hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin.
Mein größtes Problem lag vermutlich bei Darrow, oder vielmehr der nüchternen Art und Weise, wie er erzählt. Er war mir, gelinde gesagt, total egal, seine Selbstüberheblichkeit nervte mich die ganze Zeit, nicht zuletzt, weil er auf mich mehr wie ein Anti-Held wirkte. Dennoch hatte die Geschichte irgendetwas an sich, das mich wieder und wieder anzog, auch wenn ich eine gefühlte Ewigkeit an dem Buch las. Die Idee ist spannend, wenn auch der Weltenbau stellenweise etwas konfus erklärt wird und meiner Meinung nach noch einige Dinge offen sind.
Dafür konnte ich die Nebencharaktere um einiges besser leiden, insbesondere Sevro, auch wenn Darrows Sicht sie etwas kaputt machte (da er mit gewaltigen Stereotypen an alle Goldenen herangeht). Vor allem nahm die Geschichte zum Ende hin endlich an Geschwindigkeit zu, weswegen ich es nicht ausschließe, zu Band 2 zu greifen. Meine Neugier ist definitiv geweckt (und ich will immer noch den Hype nachvollziehen)!


Red Rising ○ 576 Seiten ○ Band 1/3 ○ Heyne Verlag ○ 12,99€* (Broschüre)

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Samstag, 8. Juli 2017

6 Existenzkrisen, denen man als Leser nicht aus dem Weg gehen kann

Heute gibt's mal wieder einen kreativen Beitrag — die schreibe ich einfach super gerne! Und vor allem gibt es nichts Schöneres als eine ordentliche (Lese)Existenzkrise, in die man sich unweigerlich begibt, wenn man regelmäßig mit Büchern zutun hat.


1. Buch oder Waffe?
Ja, Taschenbücher haben so einige Vorteile, vor allem, dass sie einfach wesentlich günstiger sind. Aber wenn man ein 500+ Seiten-Werk in dieses Format quetscht, dann wird das zumindest für mich mal schnell zum Problem.
Auf dem Rücken liegen und lesen? Es reicht schon, dass mein Handy mir viel zu oft auf's Gesicht fällt.
Das Buch irgendwo ablegen und so lesen? Keine Chance, bei der Bindung habe ich dann dreiundzwanzig Leserillen drin, von denen ich vierundzwanzig nicht haben wollte.
Meistens sitze ich dann aufrecht da und verrenke mir den Nacken und halte das Buch ganz, ganz, ganz vorsichtig... bis mein Handgelenk fast abbricht, weil das Buch unverschämt schwer ist.
Ein kleiner Trost: Im Falle einer Zombie-Apokalypse kann ich Red Rising immerhin als Waffe einsetzen*.

*Es wiegt tatsächlich 726 Gramm, für euch gewogen.

2. Immer ein Buch dabei
Der Klassiker. Das Haus kann nicht ohne Buch verlassen werden, es könnte ja ein unangenehmes fünfminütiges Schweigen entstehen und statt dem Gesprächspartner peinlich berührt in die Augen zu sehen, kann man die Schamesröte ganz einfach hinter dem Buch verstecken!
Ha, nur leider ist die Tasche dadurch doppelt so schwer und wenn man diese den ganzen Tag durch die Gegend schleppt, protestiert der Rücken und man kann sich nicht mehr auf's Lesen konzentrieren, weil die Schultern krampfen. Kann man überhaupt etwas im Leben ohne Nachteile genießen??

3. Immer ein Buch dabei, die Zweite
Ich habe das Gefühl, dass über diesen Punkt niemand redet**. Wenn ich besagtes Buch nämlich in meine Tasche stecke, setzt im selben Moment die Panik ein: Wird das Buch verrutschen und eine Ecke umknicken? Was, wenn meine Wasserflasche ausläuft? Oder jemand meinen Rucksack anzündet und das Buch zu einem Aschehaufen reduziert wird? Wenn die Zombies mich attackieren und meinen Rucksack dabei ungnädig zu Boden schmeißen, wodurch das Buch eine Delle bekommt?
Ihr habt keine Ahnung, wie oft ich ein Buch aus meiner Tasche herausgezogen habe und eine Ecke etwas umgeknickt war. Ja, es ist "nur" (als ob) ein Gebrauchsgegenstand. Aber für mich fühlt es sich an, als hätte ich mein Erstgeborenes unbeaufsichtigt an einer Klippe spielen gelassen.
(Mittlerweile wickele ich meine Bücher immer in Tücher ein. Über die belustigten Blicke meiner Mitmenschen sprechen wir nicht. Aber wer braucht schon Menschen.)

** Es sei denn, das bedeutet, dass niemand außer mir das Problem hat. In diesem Fall schäme ich mich stumm in der Ecke.

4. Kein Bücherregal ist groß genug
... und immer, wenn man ein neues hat, füllt es sich auf wundersame Art und Weise. Dunkle Magie, wenn ihr mich fragt! (Und ein unkontrolliertes Kaufverhalten, ups.)
Aber ganz im Ernst: Was sind denn die Optionen? Bücher unter dem Bett? (Folter!) Bücher als Möbelstücke? (Aber was, wenn ich eines davon lesen will?) Mehr Bücherregale? (Und ich schlafe einfach zwischen den Büchern?)
Ausmisten?
... ha, guter Scherz. Lieber ignoriere ich, dass dieses eine Regalbrett sich gefährlich nach unten beugt.


5. Buch oder Schlaf?
Wir haben uns dieselben Lügen wieder und wieder vorgesagt: "Nur noch ein Kapitel!" — "Nur noch schnell das Buch zu Ende lesen!" — "So spät ist es noch gar nicht!"
Aber genauso gut könnte ich zwischen Pest und Cholera wählen: Bin ich lieber am Morgen todmüde? Kann ich die Aufregung noch einen Tag länger aushalten? Und was, wenn ich weiterlese, aber schon so müde bin, dass ich die Hälfte gar nicht mitkriege und dann verwirrt bin und das Buch hasse, obwohl es meine Schuld ist?
... Meistens entscheide ich mich dafür, das Buch wegzulegen, und liege dann noch drei Jahre schlaflos im Bett und verfluche mich selbst und die Wahl meines Hobbys ein wenig.

6. All die Buchreihen
Genau gesagt: Die 50639 angefangenen Bücher, die mich bis in den Schlaf verfolgen. Es gibt sie alle: Reihen, die man bewusst abgebrochen hat, weil sie einfach lahm sind. (Damit kann ich noch leben.) 
Dann fängt man allerdings so viele an, dass man welche vergisst, es gibt ja auch immer so tolle Neuerscheinungen mit ihren verlockenden Covern und — (Asche auf mein Haupt!)
Oder, noch schlimmer, man weiß, dass man die Reihe liebt, aber das Erscheinen des nächsten Buches dauert so lange und die Bücher sind alle GIGANTISCH und deshalb ignoriert man lieber das letzte Buch und verbirgt sich hinter seinen Bücherregalen, um der Schande des treulosen Lesers zu entkommen. Leugnen klappt immer.

Das sind sie also: Die Existenzkrisen, die mir auf regelmäßiger Basis begegnen. Und allein die Vorstellung, dass das nur ein kleiner Anteil all der lesebezogenen Existenzkrisen ist, löst eine weitere Existenzkrise in mir aus. Aber sonst läuft's. Und bei euch so?
Welche der Existenzkrisen durchlebt ihr denn regelmäßig? Habt ihr noch weitere, die ich hier vergessen habe?

Mittwoch, 5. Juli 2017

[Rezension] When Dimple Met Rishi — Sandhya Menon


Inhalt
Als Dimple ihre Eltern überreden kann, auf die Insomnia Com — ein Camp, in dem Jugendliche eigene Apps entwickeln können — gehen zu dürfen, erscheint ihr das wie ein Wunder. Ihr Ziel ist klar: Sie will den Preis gewinnen und Fuß in der Branche fassen.
Rishi hat die Traditionen seines Elternhauses verinnerlicht — so freut er sich auch darauf, als seine Eltern zusammen mit Dimples planen, dass die Wege der beiden Jugendlichen sich auf der Insomnia Con kreuzen sollen, in der Hoffnung, dass sie sich ineinander verlieben und heiraten.
Doch Dimple hat keine Ahnung von dem Arrangement — und sie und Rishi kollidieren bald in mehr als nur einem Aspekt...

Meine Meinung
When Dimple Met Rishi ging (zumindest in der englischsprachigen Bloggerwelt) ein gewaltiger Hype voraus. Schon Monate vor Erscheinen des Buches stolperte ich über eine positive Rezension nach der anderen. Und wenn man mich fragt, wird es diesem Hype gerecht — zumindest in den Aspekten, die auch angepriesen wurden.
Zuallererst: Dimple und Rishi haben mich zu 150% überzeugt. Okay, Dimple vielleicht zu 100, und Rishi doppelt so sehr — aber meine Güte, die beiden sind einfach herrlich. Dimple lebt für ihre Passion — alles, was mit Computern zutun hat — und ist unglaublich eigenständig und zögert vor allem nicht, für das zu kämpfen, was sie möchte. Obwohl ihre Mutter sie in eine ganz andere Frauenrolle (idealerweise geschminkt und verheiratet) pressen will, lehnt sie sich dagegen auf und hinterfragt ganz bewusst die Werte, für die sie steht.
Rishi ist zumindest in der Hinsicht das krasse Gegenteil: Er unterstützt die Idee der arrangierten Ehe und kann es kaum abwarten, Dimple zu treffen. Außerdem hat er einen festen Plan, will an eine technische Universität gehen, heiraten, Kinder kriegen — seine wahre Leidenschaft, die Kunst (speziell Comics), muss seiner Überzeugung nach dafür auf der Strecke bleiben. Gleichzeitig setzt er sich unglaublich für die Leute ein, die ihm am Herzen liegen.
Es war unglaublich spannend, zu sehen, wie die zwei Jugendlichen mit teils so unterschiedlichen Wertvorstellungen lernten, einen Mittelweg zu finden. So banal das auch klingen mag: Sie unterhielten sich tatsächlich darüber. Ich finde, man sieht in der Literatur viel zu selten (angehende) Paare, die etwas anderes tun, außer sich zu streiten/ignorieren und übereinander herzufallen. Auch wenn Dimple und Rishi in einem sehr kurzen Zeitraum von sechs Wochen sich kennen (und lieben?) lernen, geht ihre Beziehung nicht einfach von 0 auf 100. Sie müssen zuallererst lernen, miteinander auszukommen, mit dieser absurden Situation umzugehen, und werden allmählich Freunde, als sie mehr Zeit miteinander verbringen.
Und, ich kann es nicht oft genug betonen, ich habe die beiden SO SEHR geshippt. Ich habe wirklich für die beiden mitgefiebert. Denn Sandhya Menon gelingt es mit Bravour, eine Chemie zwischen den beiden entstehen zu lassen, die einfach so... echt wirkt. Ich war und bin vollkommen begeistert! (Und hätte auch gerne einen Rishi, bitte danke!)
Auch wenn ich nicht für die Repräsentation sprechen kann, möchte ich noch kurz auf die Darstellung der indischen Kultur in dem Buch eingehen. Die Autorin flicht geschickt indische Phrasen ein oder schlichtweg Begriffe für Kleidungsstücke oder besondere Speisen, was mich oft dazu verleitete, nach den Wörtern zu googeln — eine coole Art und Weise, mehr über eine Kultur zu lernen. Besonders schön, dass es sich hierbei um Own Voices handelt.
Es gibt letztendlich zwei Kritikpunkte, die ich an When Dimple Met Rishi äußern kann: Für die Tatsache, dass Dimple extra an einem Coding-Camp teilnimmt, geht es überraschend wenig um ihr Hobby, beziehungsweise darum, was sie explizit für den Wettbewerb macht. Das ist einfach schade, weil dieser Einblick sehr spannend (und definitiv neuartig) gewesen wäre!
Mein zweiter Kritikpunkt ist das Ende — nicht die Art, wie es endet, sondern, dass einfach ein paar Ereignisse auf den letzten Seiten einerseits unnötiges Drama erzeugen und andererseits so... voraussehbar sind? Vermutlich der einzige Aspekt, in dem When Dimple Met Rishi auch nur irgendein Klischee ansatzweise erfüllt.
Aber was soll ich sagen — insgesamt habe ich das Buch geliebt, und ich möchte abermals betonen, dass die Repräsentation einer realistischen und gesunden Beziehung einfach unglaublich gut gelungen ist. Ich habe Dimple und Rishi vollkommen ins Herz geschlossen, und war verdammt traurig (okay, vielleicht habe ich geheult), sie gehen lassen zu müssen.* Ein absolutes Must-Read, vielleicht sogar, wenn ihr sonst weniger YA Contemporary lest, und erst recht, wenn ihr Lust auf ein diverses Jugendbuch habt, das mit den altbackenen Klischees bricht.

Fazit
When Dimple Met Rishi ist ein Jugendbuch par excellence: Sandhya Menon überzeugt mit unglaublich charmanten Charakteren, deren (holpriger Weg zu einer) Beziehung einfach herzerwärmend ist. Dauergrinsen und -kichern garantiert!


When Dimple Met Rishi ⚬ Paperback: 384 Seiten ⚬ Simon Pulse ⚬ Einzelband ⚬ 9,99€**

* Dafür gibt es bereits gute Nachrichten: Sandhya Menon hat bereits ihr nächstes Projekt — When Ashish Met Sweetie — angekündigt, in welchem Rishis Bruder ins Scheinwerferlicht treten darf!
** Affiliate-Link im Rahmen des amazon Partnerprogramms. Wenn ihr über den Link etwas kauft, erhalte ich eine kleine Provision, für euch entstehen keine Mehrkosten.

Samstag, 1. Juli 2017

[Rückblick] Lesemonat Juni 2017


So schnell ist die erste Hälfte von 2017 vorüber.
Juni war ein guter Monat — lese- und blogtechnisch. Zugegeben, was die Menge der Blogposts anbetrifft, habe ich etwas geschwächelt, aber wurde dafür regelrecht von euch mit Liebe überschüttet. Herzlich Willkommen an die neuen Follower und vielen lieben Dank für die zahlreichen Kommentare, bei denen mir das Herz aufging!

1) One of Us Is Lying — Karen M. McManus (4/5) (nicht abgebildet)
Mit ihrem Debüt hat McManus mich ganz klar überzeugen können! Gerade die Charaktere, die im Klappentext als Stereotypen beschrieben werden, sind so viel mehr als das und begeistern mit ihrer Authentizität. Obwohl die Geschichte aus vier Perspektiven erzählt wird, hat jede ihre eigene Stimme. Ein tolles Jugendbuch mit einem ganz besonderen Twist.

2) Lady Midnight — Cassandra Clare (5/5) Reread (nicht abgebildet)
Um mich auf Lord of Shadows vorzubereiten, habe ich Lady Midnight ein zweites Mal gelesen (und mir Zeit gelassen, da der dritte Teil erst in zwei Jahren erscheinen soll). Ich bin jetzt umso gespannter auf den zweiten Band der Trilogie.

3) The Crown's Fate — Evelyn Skye (3/5) (nicht abgebildet)
Ich glaube, The Crown's Fate ist für mich jetzt schon die Enttäuschung des Jahres. Ich habe nur so von The Crown's Game geschwärmt und von dem zweiten Band ausschließlich Gutes gehört. Mein Problem mit dem Buch ist außerdem so absurd, dass ich mich selbst dafür schütteln möchte — ein Charakter, den ich schon im ersten Band nicht wirklich leiden konnte, nimmt einen großen, sehr düsteren Teil der Geschichte ein. Und da er mich (aus welchem Grund auch immer) an Mal aus der Grischa-Trilogie erinnert, den ich auch nicht leiden konnte, war ich ihm hier doppelt abgeneigt.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich würde die Empfehlung immer noch aussprechen, weil ich bezweifle, dass jemand dasselbe Charakterproblem wie ich hat. Dem allgemeinen Konsens nach zu schließen ist besagter Charakter überaus beliebt. (Nur bei mir eben nicht.)

Mein erstes eBook, und es gefiel mir ziemlich gut — auch wenn die Geschichte eher langsam voranschreitet, lebt sie doch von ihren Charakteren und einem ausgiebigen Weltenbau. Das ist definitiv nicht das letzte Buch, das ich von Becky Chambers gelesen habe!

Ein Buch mit einer guten Prämisse, die inmitten einer überstürzten und toxischen Romanze verloren geht. Hat mich mehr als nur frustriert zurückgelassen.

6) The Last Act of Love — Cathy Rentzenbrink (3,5/5) (eBook)
Das Buch berichtet von Cathy, deren Bruder sich nach einem Unfall in einem vegetativen Zustand befindet, und wie sie und ihre Familie mit all dem umgehen. Ein sehr berührender Einblick; trotz seiner Kürze hinterlässt das Buch einen bleibenden Eindruck.

7) Sieben Nächte — Simon Strauss (3/5) (eBook)
Sieben Nächte berichtet von einem Protagonisten, der ein Angebot erhält, um das Älterwerden für einen Moment aufzuhalten: Sieben Nächte lang wird er den sieben Todsünden begegnen.
Ich habe das Buch an einem Abend verschlungen, aber auch im Nachhinein bin ich mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Die Prämisse ist genial, der Text war mir Stellenweise zu dicht mit einer Menge Metaphern und vor allem antithetischen Aussagen. Vermutlich werde ich das Werk ein zweites Mal lesen, um mir eine genaue Meinung bilden zu können.

Mein Monatshighlight! In Am I Normal Yet? verbindet Bourne drei Dinge, die man selten (und erst recht nicht zusammen) in Jugendbüchern findet: Freundschaft, Feminismus und Mental Health. Die Geschichte der Protagonistin Evie wird herzerwärmend und gleichzeitig mit einer beeindruckenden Leichtigkeit erzählt, sodass ich förmlich durch das Buch geflogen bin.

9) Konfessor — Terry Goodkind (2,5/5)
Ja, nach all den Jahren ist es mir gelungen, mit diesem elften Band die Das Schwert der Wahrheit-Reihe abzuschließen. Obwohl ich überwiegend erleichtert bin, bin ich gleichzeitig ein wenig wehmütig. (Und wütend, wenn ich in Betracht ziehe, dass Goodkind eine weitere Reihe mit denselben Protagonisten begonnen hat, als hätte er deren Geschichte nicht schon genug ausgeschlachtet!)
Bevor ich mich vollends meiner Rage hingebe: Konfessor war nicht so schlimm wie der zehnte Band, und im Großen und Ganzen ein passabler Abschluss. Das ändert nichts daran, dass die Reihe locker auf die Hälfte gekürzt hätte werden können und Goodkinds Aussagen in den letzten Bänden mich zunehmend schockiert haben. Spart euch die Zeit und das Geld.

10) When Dimple Met Rishi — Sandhya Menon (4/5)
Zu When Dimple Met Rishi wird noch eine ausführliche Rezension kommen, aber so viel sei schon mal gesagt: Es hat mir einige schöne Lesestunden beschert, und auch wenn es nicht ganz dem Hype gerecht wurde, ist es dennoch ein ganz wichtiges Buch.

Das macht zehn Bücher mit insgesamt 4241 Seiten, ca. 141 pro Tag. Keine Ahnung, wie ich so viel gelesen habe — ich schließe mich einfach der Theorie von Elli an, dass ich mehr Stress automatisch mit erhöhtem Literaturkonsum bekämpfe. (Vielleicht erleichtert mein Kindle mir auch das Viellesen.) Außerdem habe ich dieses Jahr schon 47 Bücher gelesen, bei meinem (pathetischen) Ziel von insgesamt 50. Ein Teil von mir will das Ziel auf 100 hochsetzen, aber man muss sein (Lese)Glück ja nicht austesten. ;)

Für Juli nehme ich mir endlich Lord of Shadows vor, abgesehen davon mache ich überhaupt keine Pläne, weil ich letztendlich sowieso wieder den Stresskäufen verfalle — außerdem kommt meine Prüfungsphase gefährlich schnell näher.

Wie lief denn euer Lesemonat Juni? Und seid ihr tendenziell zufrieden mit eurem bisherigen Lesejahr, oder wollt ihr in der zweiten Hälfte noch einmal Gas geben? 👩‍💻

Samstag, 24. Juni 2017

[Rezension] Am I Normal Yet? — Holly Bourne


Inhalt
Evie will nur normal sein. Immerhin wurde die Dosis ihrer Medikamente verringert, und dass sie ein Date hat, muss bedeuten, dass es aufwärts geht, nicht wahr? Doch dann wird das Date nicht nur zu einem Albtraum, auch das Gefühlsdrama lässt Evie befürchten, wieder in alte Muster zurückzufallen. Das einzig Gute: Auf der Party, auf welcher ihr Date den Bach runterging, hat sie Amber und Lottie kennengelernt, mit denen sie sich ziemlich schnell anfreundet. Doch wie kann sie sich helfen lassen, wenn ihre Freunde nicht über ihre Krankheit Bescheid wissen?

Meine Meinung
Ich habe Am I Normal Yet? aus einer reinen Laune heraus gekauft. Das eBook war günstig, es klang nach einem etwas anderen Jugendbuch, und die Bewertungen bei Goodreads waren überraschend gut. Holly Bourne hat bereits ziemlich viele Bücher veröffentlicht, und ich bin fest entschlossen, in der Zukunft noch mehr von ihr zu lesen!
Aber zurück zum Anfang: Am I Normal Yet? hat schon eine ganz besondere Prämisse. Wir haben ein Jugendbuch, das sich auf Thematiken konzentriert, die in anderen Büchern oft untergehen oder gar nicht erst erwähnt werden: Freundschaft, Mental Health und Feminismus. Allein schon den Versuch zu unternehmen, das in ein Buch zu packen, finde ich bewundernswert — hinzu kommt, dass Holly Bourne verdammt gute Arbeit geleistet hat.
"When boys get older, if they don't find someone they get called bachelors. We get called spinsters. There isn't a word that means male spinster. Just like there isn't a word for a guy who sleeps around — whereas there are TONS for girls. The Englisch language itself is sexist — it reinforces those overgeneralized, screwed-up notions about how boys and girls are allowed to be..."
(Holly Bourne, Am I Normal Yet?)
Die Freundschaft der drei Mädchen — die später den Spinster Club (dt. Club der alten Jungfern) gründen — ist einfach herrlich. Sie unterstützen sich gegenseitig, sind ehrlich zueinander und können sich auch eingestehen, wenn sie etwas falschgemacht haben. Nie hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass Amber und Lottie nur als Freundinnen charakterisiert werden; stattdessen gibt Bourne ausnahmslos jedem Charakter in dem Buch einen wirklichen Charakter, mit eigenen Geschichten und entsprechenden Eigenheiten. Gerade beste Freundinnen werden so oft stereotypisiert — hier aber nicht, und allein das machte das Buch zu einem absoluten Lesevergnügen.
Bald häuften sich die positiven Aspekte: Ich schloss die Protagonistin Evie unglaublich ins Herz, liebte ihre enge Beziehung zu ihrer Schwester, allein schon der Schreibstil ist herrlich erfrischend. Holly Bourne bringt einen ganz besonderen Humor mit ein, wegen dem ich öfters lachend (oder zumindest grinsend) vor dem Buch saß.
"Everyone's on the cliff edge of normal. Everyone finds life an utter nightmare sometimes, and there's no 'normal' way of dealing with it." Sarah sighed. "There is no normal, Evelyn. There's only what's normal to you. You're chasing a ghost."
(Holly Bourne, Am I Normal Yet?)
Mein Lieblingsaspekt — neben der Freundschaft und den feministischen Einflüssen — war aber ganz klar die Ausgestaltung von Mental Health. Evie kämpft seit Jahren mit einer OCD und einer generalisierten Angststörung. Ich kann nicht als Betroffene sprechen, hatte aber den Eindruck, dass Bourne sehr sorgfältig recherchiert hat und das Thema auch im Buch exzellent angeht. Vor allem wird hier, im Gegensatz zu anderen Büchern, nichts romantisiert. Wir erleben Evie an Höhepunkten, aber auch an (vielen) Tiefpunkten. Ihr Verhalten wird nicht beschönigt, hässliche Aspekte nicht ausgelassen. Vor allem wird ihre Therapie nicht nur angesprochen, sondern explizit im Buch thematisiert und nicht klischeehaft abgespeist. Auch im Nachhinein bin ich noch vollkommen begeistert von dieser akkuraten und ehrlichen Repräsentation.
Es gab nichts, das mich an Am I Normal Yet? wirklich gestört hat. Ich habe hauptsächlich einen kleineren Kritikpunkt anzubringen, das einzige Klischee, das sich überhaupt in dem Buch finden lässt: Im Laufe der Handlung gibt es drei Jungs, die mehr oder weniger plötzlich an Evie interessiert sind. (Zugegeben, nicht gleichzeitig, und keiner schwört ihr seine ewige Liebe, was einen Pluspunkt gibt.) Ich war einfach manchmal etwas überrumpelt in der Hinsicht, weil es mir etwas... unrealistisch erschien? Gleichzeitig muss ich zumindest Bournes Umgang damit loben. Denn wieder wird nichts romantisiert, und auch Lottie und Amber halten vor Evie nicht zurück, was sie davon halten.
"You find his arrogance and his alphaness sexy — because you've been conditioned into thinking that's how boys should be."
(Holly Bourne, Am I Normal Yet?)
Tja, ich wünschte, ich hätte mit sechzehn Jahren so gedacht. Vor allem wünschte ich aber, dass solche Verhaltens- und Denkweisen in mehr Jugendbüchern herausgefordert werden würden.
Was soll ich sagen — ich habe es keine Sekunde bereut, Am I Normal Yet? spontan gekauft zu haben. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich das Buch verschlungen und allein schon die Tatsache, dass es zwei weitere Bände aus Ambers bzw. Lotties Sicht gibt, freut mich ungemein! Bourne hat ein unglaublich wichtiges Buch geschrieben, das nicht annähernd so viel Aufmerksamkeit bekommt, wie es verdient — das muss sich ändern!
Schließen möchte ich mit einer Aussage der Autorin:
"Feminism is for all genders. Feminism benefits all genders."
Amen.

Fazit
Am I Normal Yet? hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern können. Holly Bourne porträtiert nicht nur eine authentische Mädchenfreundschaft, sondern spricht auch wichtige Themen wie Mental Health und Feminismus an. Von diesem Werk könnten sich viele andere Jugendbücher eine Scheibe abschneiden!


Am I Normal Yet? ⚬ 433 Seiten ⚬ Usborne Publishing ⚬ kann als Einzelband gelesen werden ⚬ 2,76€* (eBook) bzw. 8,99€* (Print)  

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