Samstag, 31. Dezember 2016

17 Neuerscheinungen, auf die ich mich 2017 freue

Da wir uns in den letzten Zügen des Jahres befinden, ist es endlich an der Zeit, einen Ausblick auf 2017 zu wagen. Der Monats-/Jahresrückblick wird im Laufe des Januars folgen, da ich aktuell nicht alle die Bücher zur Hand habe, die ich dafür benötige ;)

Ohne Umschweife - und vor allem ohne irgendeine Chronologie - geht's an die Bücher. (Mir ist bewusst, dass ein Großteil davon Fortsetzungen sind - die Beschreibungen sollten keine Spoiler enthalten.)

Windwitch - Susan Dennard (10. Januar 2017)
Der zweite Band in der Reihe rund um Iseult und Safi, zwei Freundinnen in einer Welt mit einer ganz besonderen Art von Magie. Mir hat der erste Band - Schwestern der Wahrheit bzw. Truthwitch - so gut gefallen, dass ich mittlerweile die deutsche und die amerikanische Ausgabe besitze (und gelesen habe). Mein Highlight? Dass ich endlich einmal geschnallt habe, dass es keine Trilogie, sondern eine vierbändige Reihe werden wird!
→ Meine Rezension zu Schwestern der Wahrheit
→ Mehr Informationen zu Windwitch auf Goodreads


A Conjuring of Light - V.E. Schwab  (28. Februar 2017)
Victoria Schwab ist eine Autorin, die ich 2016 kennen und lieben gelernt habe - deshalb macht es mich fast ein wenig traurig, mich nächstes Jahr gleich von zwei ihrer Reihen "verabschieden" zu müssen. Die Shades of Magic-Reihe ist eine meiner liebsten Buchreihen aller Zeiten, und in A Conjuring of Light findet nun auch Kells und Lilas Geschichte ihr Ende, hach.
→ Meine Rezensionen zu A Darker Shade of Magic und A Gathering of Shadows
→ Mehr Informationen zu A Conjuring of Light auf Goodreads

Traitor to the Throne - Alwyn Hamilton (2. Februar 2017)
Bei Rebel of the Sands handelt es sich ebenfalls um eines meiner liebsten Bücher 2016. Amanis Entwicklung von einem Mädchen, das nur ihrer Heimat entfliehen will, hin zu einer jungen, autonomen Frau, die sich einer Rebellion anschließt, hat mich vollkommen in den Bann gezogen. Auch hier habe ich sowohl die englische als auch die deutsche Version gelesen und bin jetzt ganz gespannt, was Amani noch alles erleben wird.
→ Meine Rezension zu Amani - Rebellin des Sandes
→ Mehr Informationen zu Traitor to the Throne auf Goodreads

Our Dark Duet - Victoria Schwab  (13. Juni 2017)
Was soll ich überhaupt noch zu Victoria Schwab sagen? Ach ja: Sie ist nicht nur eine fantastische Autorin, sondern auch von den Covergöttern gesegnet. Mit Our Dark Duet findet die Monsters of Verity-Dilogie ihr Ende und wir müssen uns von Kate und Augusts Abenteuern verabschieden. Der Vorgänger, This Savage Song, war ein grandioser Auftakt rund um eine gespaltene Stadt, die von Monstern heimgesucht wird.
→ Meine Rezension zu This Savage Song
→ Mehr Informationen zu Our Dark Duet auf Goodreads

Lord of Shadows - Cassandra Clare (23. Mai 2017)
Leute, muss ich eigentlich dazu überhaupt noch etwas sagen? :D Cassandra Clare ist eine der Autorinnen, an der ich mich niemals sattlesen werde - egal, wie viele Geschichten in der Schattenjäger-Welt sie erzählt. Natürlich gibt es Parallelen. Aber jede Reihe hat doch so etwas Einzigartiges an sich, das mich wieder und wieder in den Bann zieht... hach, ich freue mich. Und das Cover ist wirklich toll.
→ Meine Rezension zu Lady Midnight
→ Mehr Informationen zu Lord of Shadows auf Goodreads


Seeker - Veronica Rossi (16. Mai 2017)
Ich habe das Gefühl, dass die Riders-Dilogie bzw. der erste gleichnamige Band zu wenig Beachtung erhält. Generell ist Veronica Rossi eine unterschätzte Autorin. In dem ersten Band erweckt Rossi die vier apokalyptischen Reiter (die manche vielleicht aus Supernatural kennen!) zum Leben und schickt sie auf ein rasantes Abenteuer, dessen Ende besonders schockierend war.
→ Meine Rezension zu Riders
→ Mehr Informationen zu Seeker auf Goodreads


A Court of Wings and Ruin & Throne of Glass #6 - Sarah J. Maas (2. Mai 2017 bzw. September 2017)
Damit habt ihr schon gerechnet, oder? Gleich beide Maas-Reihen finden 2017 ein Ende, und ich weiß nicht, vor welchem Abschluss ich mich mehr fürchte. Sowohl die A Court of Thorns- als auch die Throne of Glass-Bücher haben mich so heftig berührt wie kaum ein anderes Buch. Vor diesen Büchern habe ich geweint, gelacht, geflucht (hauptsächlich geweint, ehrlich gesagt) - ich bin wirklich, wirklich gespannt/verängstigt.
→ Meine Rezension zu A Court of Mist and Fury / Empire of Storms
→ Mehr Informationen zu A Court of Wings and Ruin auf Goodreads


Giants: Zorn der Götter - Sylvain Neuvel (13. Juni 2017)
Giants: Sie sind erwacht ist ganz klar meine Leseüberraschung 2016. Ich taste mich immer noch langsam an Science-Fiction heran, aber Neuvel schafft nicht nur zahlreiche, spannende Charaktere, sondern auch eine Geschichte, die in viele Fachbereiche übergreift und doch begeistern kann. Ich freue mich wirklich wahnsinnig auf den zweiten Band!
→ Meine Rezension zu Giants: Sie sind erwacht
→ Mehr Informationen zu Giants: Zorn der Götter auf Goodreads



Und zu guter Letzt ein paar weitere interessante Neuerscheinungen (und somit auch mal Einzelbände ;)) - ein Klick aufs Cover bietet euch mehr Informationen:

     

Jetzt verratet mir - auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch in 2017?
In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch - auf ein frohes neues Jahr! <3

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Über Bücher und Selbstliebe - Teil 2

doch wie soll diese Revolution aussehen?

Eine "Ich mache das, weil es mir gut tut"-Revolution also. Doch wie soll die aussehen?

Ich habe lange überlegt, welche Richtung ich mit diesen zwei Beiträgen einschlagen will. Will ich predigen, dass man seine Beschäftigung für sich behalten soll, damit möglichst niemand anderes ein schlechtes Gewissen kriegt? - Natürlich nicht.

Will ich euch erzählen, dass ihr nie wieder eure Stresslevel in die Höhe treiben sollt? - Genauso wenig.

die Kunst des Zeitnehmens
Ich will aber, dass ihr euch einmal Zeit nehmt. (Vielleicht gerade jetzt vor Jahresende?) Dass ihr euch hinsetzt und darüber nachdenkt, was euch wichtig ist. Was ihr gerne in eurer Freizeit macht, was euch wirklich Spaß bereitet. (Das heißt natürlich nicht, dass die Schule/euer Studium/euer Job nicht Spaß machen kann/soll!) Denn es ist so wichtig, dass ihr solch eine Sache für euch habt. Dass ihr euch diese Sache immer beibehaltet.

Es ist okay, Bilder zu teilen, in denen man herzeigt, wie viel man lernt. Es ist auch okay, Notenbilder herzuzeigen oder was auch immer man heutzutage noch der Welt mitteilen will. Aber genauso sollten wir an diese anderen Momente denken.

Umso älter ich werde, desto mehr genieße ich es,  zu reflektieren. Und wenn ich bisher eines gelernt habe, dann ist es das: Im Leben ist alles ein Lernprozess. Und es hilft wirklich, sich Gedanken zu machen.

Ich bin jetzt natürlich nicht "geheilt". Ich werde immer noch frustriert und ich vergleiche mich immer noch öfter, als es mir lieb ist, mit anderen. Aber ich bin mir diesen Dingen bewusst. Und so kämpfe ich auch bewusst dagegen an, nehme mir bewusst Zeit für mich.

die Vergänglichkeit unserer Gesundheit
Denn - so klischeehaft sich das auch anhört - ihr habt eure körperliche UND eure geistige Gesundheit nur einmal. Und keine Note, keine Leistung der Welt darf so wichtig sein, dass ihr diese dafür aufs Spiel setzt.

Vor allem ist es bewiesen*, dass regelmäßige Pausen euch effektiver arbeiten lassen. Und wenn ihr merkt, dass euer innerer Workaholic Überhand nimmt, dann zwingt euch, diese Pausen zu machen. Steht auf, entfernt euch vom Schreibtisch und nehmt eure aktuelle Lektüre zur Hand. Lernt Stück für Stück, das schlechte Gewissen zu bekämpfen - und den Kampf zu gewinnen.

Ich bin mir sehr bewusst, wie banal das klingt. Und es passt auch irgendwie nicht recht auf einen Buchblog. Aber es ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt - vor allem etwas, das wir meiner Meinung nach alle lernen sollten. Denn natürlich ist es heutzutage üblich, immer mehr und immer härter zu arbeiten. Doch damit steigt auch die Burn-Out-Rate immer schneller und höher**... und das ist kein schöner Trend.

Also nehmt euch die Zeit zum Lesen. Oder zum Schauen eurer Lieblingsserie. Weil ihr es verdient.

Samstag, 24. Dezember 2016

[Kurzrezension] Ein Heim für besondere Kinder und ein Überfluss an Katherines


Miss Peregrine's Home for Peculiar Children - Ransom Riggs Worum geht's?
Um Jacob, der seinen Großvater auf grausame Art und Weise verliert. Zur Bewältigung seines Traumas begibt er sich auf die Spuren der Vergangenheit seines Opas und stellt fest, dass die Geschichten, die er immer erzählte, wohl doch wahr waren...
Meine Meinung
Der Hype um Miss Peregrine's Home for Peculiar Children ist gewaltig. Und nach Jahren, in denen ich nichts als Lob gehört habe, habe ich mir endlich ein eigenes Exemplar zugelegt. Tja, was soll ich sagen? Es gefiel mir überhaupt nicht.
Riggs kann gut schreiben, das steht außer Frage, und auch die Idee für die Geschichte ist ganz zauberhaft. Aber die Umsetzung... puuuh. Jacob konnte ich auf den Tod nicht ausstehen - ich wurde einfach nicht mit ihm als Erzähler warm und er blieb, wie die anderen Charaktere auch, unglaublich blass. Zusätzlich wurde eine absolut unrealistische Liebesgeschichte in die Story reingepresst, und das Ende hat mich noch zusätzlich wütend gemacht.
Was mich aber am meisten gestört hat, war diese schleppend langsame Erzählung. Es passiert nichts, einfach gar nichts. Die Ermordung von Jacobs Großvater und der Pseudo-Showdown am Ende sind das Einzige am Buch, was irgendwie spannend ist. Dazwischen... endlose Seiten voller Nichtigkeiten, in denen weder die Geschichte noch die Charaktere irgendwie vorankommen. Die Bilder sind zwar nett und auch echt unheimlich, tragen aber nichts zur Geschichte bei.
Den Hype kann ich absolut nicht verstehen. Für mich wohl eine der Enttäuschungen des Jahres.

Taschenbuch ○ 382 Seiten ○ Quirk Books ○  Kaufen?

An Abundance of Katherines - John Green
Worum geht's?
Um Colin, der soeben von der 19. Katherine verlassen wurde. Und einen IQ von über 200 hat. Mit seinem Freund Hassan begibt er sich auf einen unvergesslichen Road-Trip.
Meine Meinung
Mit An Abundance of Katherines habe ich alle John Green-Bücher gelesen, und auch dieses stellt keine Enttäuschung dar! Zugegeben, anfangs war ich skeptisch - man hört nicht gerade viel Gutes über das Buch. Ich kann's nur teilweise nachvollziehen.
Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich der Anfang des Buches - es zieht sich einfach, und so ziellos, wie der Road-Trip anfangs ist, scheint auch die Geschichte zu sein. Doch dann kommt das Ganze erst so richtig ins Laufen, und mit jeder Seite schließt man Colin etwas mehr ins Herz. Er versucht, ein Theorem zu entwickeln, das den Verlauf seiner alten Beziehungen erfasst und sogar zukünftige vorhersagen kann. Das bedeutet, dass man im Buch immer mal wieder kleine Graphen und Formeln findet, was mir unglaublich gut gefiel! (Es handelt sich dabei um leichte Mathematik, keine Sorge. ;)) Außerdem gibt es immer wieder kleine Fußnoten, die das Geschehen einfach bereichern - gerade eben, weil Colin so intelligent ist. Ich dachte zuerst, das würde den Lesefluss stören, aber dem war überhaupt nicht so.
Vor allem die Message, die sich immer stärker aus der Geschichte rauskristallisiert, hat mir mal wieder unglaublich gut gefallen. So ist An Abundance of Katherines nicht mein liebstes John Green-Buch, aber deswegen nicht weniger lesenswert.


Taschenbuch ○ 272 Seiten ○ Penguin Books ○ Kaufen?

~

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ganz frohe Weihnachten! <3 Und wenn ihr nicht feiert, dann wünsche ich euch ein ruhiges, erholsames Wochenende!

Sonntag, 18. Dezember 2016

[Rezension] Giants: Sie sind erwacht - Sylvain Neuvel


Inhalt
Die kleine Rose stößt auf eine gigantische Metallhand beim Spielen. Siebzehn Jahre später, mittlerweile als außerordentliche Physikerin, arbeitet sie daran, das Mysterium aufzudecken. Doch die Körperteile sind auf der ganzen Welt verteilt, und schon bald wird das ganze Unternehmen größer und verworrener, als alle Beteiligten jemals erwartet hätten...

Meine Meinung
Giants: Sie sind erwacht ist eines dieser Bücher, von denen ich etwas ganz anderes erwartet habe, die meine Erwartungen erst sprengen und dann übertreffen.
Denn gleich beim Lesen der ersten Seiten fällt auf: Das ist kein gewöhnliches Buch. Tatsächlich erzählt Sylvain Neuvel seine Geschichte in Form von Interviews und Tagebucheinträgen... und wie gut er das macht!
Ehe ich mich versah, wurde ich völlig in die Geschichte hineingezogen. Stück für Stück erfahren wir mehr - über die Geschehnisse, über die Charaktere. Und vermutlich macht es gerade die besondere Erzählform so gut: Erstmalig hat man als Leser nicht das Gefühl, über alles Bescheid zu wissen, und erst recht nicht, mehr als die Charaktere zu wissen - man ist vielmehr direkt in der Geschichte drinnen, die Informationen werden Stück für Stück enthüllt. Alles ist so geschickt konstruiert und spannend niedergeschrieben, dass man nie das Gefühl hat, den Faden zu verlieren - im Gegenteil sogar.
Als Germanistikstudentin habe ich mich ganz besonders über die linguistischen Einflüsse gefreut - das Buch ist nicht nur Science Fiction, es umfasst Physik, Biologie, Linguistik, Geschichte, Mathematik, Politik... und alles auf eine Art und Weise präsentiert, die auch der Leser, der mit diesen Fachgebieten üblicherweise nichts zu tun hat, mühelos nachvollziehen kann. Neuvel hält die Balance zwischen all diesen wissenschaftlichen Informationen und Teilen, in denen es einfach nur um die Charaktere geht, gekonnt.
Und so entwickelt sich die Geschichte. Das anfangs so klar definierte Ziel - alle Teile des Roboters zu finden und sie zusammenzubauen - wird verschwommener, die Charaktere befinden sich auf Irrwegen und vor gewaltigen Hürden und dann ist da immer noch die Frage der Moral, wie weit kann man gehen, wie viel kann man riskieren? Es ist alles einfach auf so eine faszinierende Weise ineinander geflochten, dass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen - an der Stelle also auch ein Lob an den Übersetzer, der hier wirklich großartige Arbeit geleistet hat.
Inmitten all dessen stehen natürlich die Charaktere - Rose, die das Ganze erst "ins Rollen" gebracht hat, aber zum Beispiel auch Kara oder Vincent. Die Interview-Form tut ihren Charakteren keinen Abbruch; ziemlich schnell erkennt man sie an der Art und Weise, wie sie sprechen, wie sie den Fragen des Interviewers (dessen Identität übrigens verhüllt bleibt) begegnen.
Ihr merkt es schon - ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt. Giants ist originell, in der Idee und in der Schreibweise, und vor allem darin, wie es den Leser wieder und wieder in die Irre führt und schockt. Ich kann den zweiten Band (der im Juni erscheinen wird) kaum abwarten!

Fazit
Giants ist ein genialer Auftakt zu einer Science-Fiction-Reihe, deren Komplexität einfach nur beeindruckt und gleichzeitig dem Lesefluss kein bisschen im Wege steht. Geniale Idee, genialer Plot, geniale Charaktere - ich bin völlig begeistert!


Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Giants ○ Broschur: 416 Seiten ○ Heyne Verlag ○ Band 1 ○ 14,99€ ○ Kaufen?

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Über Bücher und Selbstliebe - Teil 1

wir schneiden schlecht ab
Was für Effekte die sozialen Medien auf uns haben, wird uns Tag um Tag um Tag wieder erzählt. Wir sitzen in Vorlesungen und hören nur mit einem Ohr zu, in der anderen Hand das Handy, schieben das Essen auf dem Teller so lange hin und her, bis es an der richtigen Stelle ist, und überlegen, welches Foto wir als Nächstes posten, ohne unseren Feed zu zerstören. Den obligatorischen Hashtag nicht vergessen, mehr Likes, mehr Bestätigung, mehr Anerkennung.

Oft fällt in diesen Nachrichten auch der Begriff des Vergleichens. Wir eifern den meistgefolgten Instagrammern nach und beobachten die Youtube-Stars, die ihre Hauls jetzt direkt auf Snapchat machen. Und wir schneiden immer schlecht ab.

Meistens bezieht man sich da auf materielle Dinge. Oder argumentiert, es sei alles mehr Schein als Sein und die anderen seien nicht halb so glücklich, wie sie sich geben.

Aber wie ist das bei diesen #studyposts? Bei den Leuten, deren Snaps immer nur aus Bibliotheksbildern bestehen? Die ihre Instagram-Posts mit #studybreak taggen und - falls man sie mal antrifft! - erzählen, dass sie nur noch Uni-Kram machen und vor Stress nicht einmal mehr zum Essen kommen.

Ihr schließt die Instagram-App. Drückt den Snap der Person weg, frustriert. Und nach dem Gespräch zwingt ihr euch selbst, den Stoff noch einmal durchzugehen, obwohl ihr eigentlich fix und fertig seid und die Spannungskopfschmerzen schon seit einer Woche mit euch herumschleppt.

Das ist kein Post über soziale Medien. Das ist ein Post, in dem ich euch darauf aufmerksam machen will, was es für ein Gift sein kann, seine Erfolge (in meinem Fall besonders Lernerfolge) zu vergleichen. Und was das mit Selbstliebe und, ja, Büchern zu tun hat.

keine Zeit zum Lesen?
Zuallererst möchte ich noch einen anderen Satz in den Raum werfen, ein bisschen weiter ausholen - ein Satz, den ihr wahrscheinlich alle schon gehört oder sogar selbst geäußert habt.
Ich habe im Moment gar keine Zeit zum Lesen.
Statt dem "Lesen" dürft ihr natürlich euer liebstes Hobby nach Wahl einfügen. Und gerne noch einen Grund dahinter schieben, idealerweise etwas wie "weil ich so viel für [xy] machen muss".

Ich habe solche Sätze vor langer Zeit abgelegt. Warum? Weil ich Zeit zum Lesen habe. Ich habe auch Zeit zum Lernen, zum Schreiben, Zeit, mich um den Blog zu kümmern oder mich mit Freunden bei einem Kaffee zu treffen. Nur nutze ich diese Zeit nicht immer für all diese Dinge - weil manchmal eben eine Klausur ansteht, oder ich noch eine Lektüre lesen muss. Ich setze also meine Prioritäten, wähle aus, welche Zeit ich für was nehme.

Denn ich behaupte: Ihr habt alle Zeit zum Lesen. (Oder für das liebste Hobby eurer Wahl.) Ja, auch wenn ihr für die Klausur lernen müsst, auf die ihr euch schon seit Wochen vorbereitet. Oder noch ein paar Aufgaben bearbeiten solltet.

Ich will auch nicht implizieren, dass ihr das Lernen/Arbeiten lassen solltet.

Aber denkt doch mal daran zurück, weshalb ihr überhaupt erst angefangen habt, ein Buch nach dem anderen zu verschlingen.*

Weil ihr gerne in fremde Welten eintaucht. Weil ihr am liebsten selbst mit dem Kommissar an dem kniffligen Fall arbeiten würdet. Weil es für euch nichts Besseres gibt als eine toughe Protagonistin. Weil ihr einfach diesen einen Autor besonders mögt, da er so gut schreiben kann.

Was haben all diese Dinge miteinander? Sie tun euch gut. Das Lesen tut euch gut.

Und deshalb solltet ihr niemals, niemals sagen, ihr hättet keine Zeit dafür.

Schieben wir diesen Aspekt beiseite, ich komme später noch einmal darauf zurück. Stattdessen möchte ich gerne erklären, was genau das jetzt mit dem Vergleichen zu tun hat.

Zuallererst etwas ganz Banales. Eure Freundin hat euch zum fünften Mal erzählt, wie viel sie lernt**, und deshalb fühlt ihr euch jetzt gezwungen, wenigstens ansatzweise ähnlich viel zu lernen. Ihr verändert eure Prioritäten (ganz unabhängig davon, ob ihr das Extralernen wirklich braucht!) und habt somit weniger Zeit zum Lesen. Oder der Katastrophenfall: Ihr fühlt euch einfach nur schlecht, könnt euch weder auf das Lernen noch aufs Lesen konzentrieren.

mehr Druck, mehr Druck, mehr Druck
Egal, wie es ist - ihr schadet euch selbst damit. Und es ist an der Zeit, das zu realisieren.

Natürlich leben wir in einer Gesellschaft, in der es vordergründig darum geht, Leistungen zu erbringen. Geht ihr zur Schule, ist das "hohe Ziel" das Abitur, und seid ihr an der Uni, reden im ersten Semester alle schon vom Master. Während ihr noch darum kämpft, überhaupt zu bestehen, denkt manch anderer schon an den nächsten Notenschnitt. Mehr arbeiten, besser sein, mehr Druck, mehr Druck, mehr Druck.

Aber auf wessen Kosten?

Natürlich könnt ihr euch das Wissen reinpressen, in diesen idiotischen Wettkampf um das mehr-mehr-mehr einsteigen. Doch - und damit werfe ich etwas in den Raum, über das ich selbst noch nachdenke und noch lange, lange nachdenken werde - geht das alles nicht auf Kosten eurer Lebensqualität?

Natürlich kann man das mal machen.

Aber ich bin es leid. Ich bin dieses tägliche Vergleichen leid, dieses "Kannst du das schon?" und "Hast du dies schon gemacht?" und "Nein, ich bin so beschäftigt, ich habe nicht einmal eine freie Stunde mehr am Tag". Ich bin es leid, mich schlecht zu fühlen, weil ich um zwanzig Uhr aufhöre mit dem Lernen. Weil ich nicht den halben Tag in der Bibliothek verbringe und weil nicht jeder Snap aus einem Lernbild besteht. Ich will nicht, dass sich die Äußerung eines Satzes à la "Heute gönne ich mir mal einen lernfreien Abend" mehr wie eine Rechtfertigung denn wie eine simple Aussage anhört.

Wir brauchen eine "Ich mache das, weil es mir gut tut"-Revolution.

-- TEIL 2 FOLGT --

* Ich werde mich von nun an ausschließlich auf das Lesen beziehen, um den Sachverhalt einfacher darzustellen - ich gehe auch stark davon aus, dass ein Großteil von euch gerne in der Freizeit liest. ;)
** Auch "lernen" steht hier vereinfachend: Ich meine damit alle Arbeit, die in euer Studium/eure Bildungslaufbahn fließt.

Und noch ein kleiner Disclaimer: Ich erwarte bei aller Liebe nicht, dass jeder das, was ich hier geschrieben habe, nachvollziehen kann - ich bin mir auch sehr wohl bewusst, dass gerade heutzutage viele bspw. wegen ihres Jobs auf soziale Medien u.ä. angewiesen sind und sich fast schon bewusst auf den Wettbewerb einlassen. Ich habe hier lediglich einen Aspekt gewählt, mit dem ich mich besonders gut identifizieren kann.

Samstag, 10. Dezember 2016

[Rezension] The Crown - Kiera Cass


Da es sich hierbei um den letzten Band einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!

Inhalt
Eadlyns Selection neigt sich dem Ende zu - doch sie weiß weder, wen sie erwählen soll, noch kann sie sich überhaupt Gedanken um die Bewerber machen; ihre Mutter liegt im Krankenhaus, ihr Bruder ist in Frankreich und das Gewicht eines Königreiches lastet auf ihren Schultern. Und egal, was sie macht, die Zustände scheinen sich nur noch weiter zu verkomplizieren...

Meine Meinung
Ich habe das Lesen dieses Buchs ein wenig hinausgezögert - allein der Gedanke, mich dieses Mal wirklich von Eadlyn, America und Maxon zu verabschieden, ließ mich ein wenig melancholisch werden. Diese Reihe wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.
Nach dem Beenden des vierten Bandes, The Heir, war ich selbst unschlüssig, wo die Geschichte noch hinführen würde - gerade in Anbetracht des jungen Herren, den Eadlyn wählen würde. Es gab viele Bewerber, und vor allem viele Bewerber, die gut zur Eadlyn gepasst hätten, und ich war wirklich gespannt, wie Cass sich festgelegt hatte.
Stattdessen nahm die Geschichte eine Wendung, die ich gar nicht so erwartet habe. Aufgrund von Americas Zustand entschließt sich Eadlyn, mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen, macht erste (unangenehme) Erfahrungen in der Politik und muss ziemlich bald lernen, ihren Standpunkt und ihre Werte zu vertreten. Besonders gut gefiel mir, dass Cass hierbei der Eadlyn treu blieb, die wir bereits aus dem Vorgänger kennen. Eine Eadlyn, die sich traut, den Mund aufzumachen - die manchmal abweisend oder kalt wirkt, aber eigentlich nur einen Weg zu finden versucht, mit all diesen Verpflichtungen umzugehen. Viele ihrer Entscheidungen brachten mich nur dazu, sie weiter ins Herz zu schließen.
So wie auch bei The One (dem dritten Band) wird auch in The Crown der Fokus (noch) ein wenig stärker aufs Volk gelenkt. Trotz der Abschaffung der Kasten gibt es dort immer noch viele Missstände, da die Leute Schwierigkeiten haben, das Rangdenken abzulegen. Ich mochte dieses Politische, diese Ernsthaftigkeit, die die Autorin somit in die Geschichte einbrachte, unglaublich gerne.
Trotz der unerwarteten Wendungen liegt letztendlich der Fokus immer noch auf Eadlyns Selection. Ich mochte einen Großteil der Jungs sehr gerne - egal, ob Erik, Kile, Hale... sie alle wurden immer lebendiger mit eigenen Hintergründen und Persönlichkeiten und einfach Eigenheiten, die sie immer charmanter machten.
Ich würde jetzt am liebsten schreiben "trotz der Kürze des Buches..." - doch es gab leider ein paar Aspekte, die tatsächlich dadrunter gelitten haben. Es hätte dem Plot einfach gut getan, mehr Zeit zu haben, in der er sich entfalten kann. Es gab so viele spannende Handlungsstränge, die in Band 4 eingeführt wurden und die in The Crown zwar nicht fallen gelassen, aber dennoch eher dürftig abgewickelt wurden. Auch das Ende - so toll es auch war, aber dazu komme ich gleich - hätte sich gern noch über ein paar Seiten mehr ziehen dürfen.
Aber meine Güte... was für ein Ende es war! Ich konnte das Buch absolut nicht weglegen und habe bis in die Nacht hinein gelesen, getrieben von dem Verlangen, zu erfahren, wie Eadlyns Geschichte ausgeht - puuuh. Anders formuliert: Ich saß Rotz und Wasser heulend im Bett. Nicht einmal, weil das Ende traurig war. Oder unpassend. Es war einfach so... schön und rührend! Der richtige Abschluss für die süße Geschichte, die ich über die Jahre kennen und lieben gelernt habe. Auch wenn ich America, Maxon und Eadlyn definitiv vermissen werde.

Die Selection-Reihe - Resümee
Ich erinnere mich noch daran, wie ich nach dem ersten Buch gegriffen habe. Ich erwartete nicht viel - eine leichte Geschichte, wenn auch mit viel Kitsch und Klischees.
Eine leichte Geschichte bekam ich... gewissermaßen. Gleichzeitig gefielen mir die Bücher besser und besser, umso weiter ich las, und irgendwann fühlte ich mich in Americas Welt schlichtweg zu Hause.
Vielleicht liegt es daran, dass ich nie die höchsten Erwartungen an die Bücher hatte, und sie sind natürlich nicht vollkommen. Aber ich habe es keine Sekunde bereut, vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren The Selection aufgeschlagen zu haben.

Fazit
In The Crown findet Eadlyns Geschichte ein rundes, wenn auch nicht perfektes Ende. Ein Buch, eine Reihe, die mich zum Lachen und Weinen, zum Schwärmen und Bewundern gebracht hat, und die definitiv einen Ehrenplatz in meinem Regal hat.


The Crown ○ Taschenbuch: 279 Seiten ○ HarperCollins ○ Reihe: 5/5 ○ ca. 8,78€ ○ Kaufen?

Mittwoch, 7. Dezember 2016

[Rückblick] Lesemonat November 2016

Ja, ich bin verdammt spät dran. Die Entschuldigungen spare ich mir, die machen das Ganze nur unnötig lang. ;)
Im November habe ich trotz dem NaNoWriMo und einem Haufen Zeug, das es für die Uni zu erledigen gab, dennoch irgendwie eine gesunde Menge gelesen. Wie so ziemlich jedes Jahr ist mir das ein Rätsel, aber okay. Zu den Büchern:


Gemina hat mir wesentlich besser als Illuminae gefallen - die Charaktere waren cooler, die Geschichte actionreicher und die Plottwists noch überraschender! Ich bin sehr gespannt auf den letzten Band.

2) Ignite Me - Tahereh Mafi (5/5) Re-Read
Eigentlich sollte ich dazu eine neue Rezension schreiben, denn in der Rezi zum deutschen Exemplar war ich nicht halb so begeistert, wie ich es nach Ignite Me war. Als hätte es nach dem zweiten Lesen der drei Bücher einfach klick gemacht - ich fand es grandios! Ob das daran liegt, dass ich die Zeitabstände zwischen den Büchern kürzer waren oder ich die Charaktere jetzt besser verstehe... keine Ahnung. Ich nehme es mit Freuden hin. ;)

3) Die Familie Selicke - Arno Holz, Johannes Schlaf (2/5)
Eine weitere Unilektüre, die mir eher weniger gefiel. Nahezu der komplette erste Akt ist im Dialekt verfasst, was das Lesen einfach unglaublich anstrengend (und stellenweise unmöglich) macht. Danach wurde es jedoch besser, und besonders in Hinblick auf die Familienanalyse ist das Drama doch echt interessant.

Was soll ich denn noch zu Schwab sagen?! Sie schleicht sich Buch für Buch immer mehr in mein Herz. This Savage Song war eine komplett andere Leseerfahrung als A Darker Shade of Magic, aber mindestens genauso genial!

5) Top Dogs - Urs Widmer (2/5)
Mehr Unilektüre, dieses Mal ein Pseudo-Drama - hier hat es hauptsächlich die Interpretation gerettet, denn rein vom Lesen her ist es wirklich... nicht spaßig. Es geht unglaublich viel verloren, was man eben bei einer Aufführung sehen würde - das habe ich selten so stark beobachtet wie hier.

Mein erstes Jandy Nelson-Buch gefiel mir leider nicht so gut, was hauptsächlich an der Protagonistin und generell an der ganzen Liebeskonzeption im Buch lag. Schade!

7) Poetik - Aristoteles
Tja, was soll ich sagen? Es ist unglaublich beeindruckend, was der Gute schon vor uns allen wusste. War zwischenzeitlich etwas trocken, aber grundsätzlich interessant und erstaunlich einfach zu lesen.

Eine grandiose Fortsetzung! Steht seinem Vorgänger in nichts nach - mache mir jetzt aber schon Sorgen um den dritten und finalen Teil. (Im Sinne von: Schwab wird sämtliche Leser-Herzen brechen!)

9) The Crown - Kiera Cass (4/5)
Es war mitten in der Nacht, als ich dieses Buch zuschlug - ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Und was für ein Abschluss es war! Ich habe sogar die ein oder andere Träne vergossen (Spoiler: es waren viele - muss ein toller Anblick gewesen sein). Aber es war auch ein tolles Buch. <3 Rezension folgt!

Ein grandioses Debüt von einer unglaublich lieben und bodenständigen Autorin rund um einen Haufen Royaler, deren (Liebes)Leben gehörig auf den Kopf gestellt werden.

(Das macht mehr Bücher als im Oktober, fällt mir gerade auf - aber das liegt hauptsächlich an den Pflichtlektüren und an der Tatsache, dass diese wenig Seiten fassen. ;))
Insgesamt sind wir für diesen Monat bei 2700 Seiten, 90 pro Tag. Ist meiner Meinung nach immer noch ein ordentlicher Schnitt. :D
Was im Dezember noch auf mich zukommen wird? Keine Ahnung. Ein Rezensionsexemplar wartet noch auf mich, abgesehen davon ist das ein wenig ein planloser Monat - ich muss sowieso erst einmal damit klar kommen, dass 2016 schon wieder vorbei sein soll.

Wie war denn euer Lesemonat November? <3

Sonntag, 4. Dezember 2016

[Rezension] Royal Me: The Masquerade - Tina Köpke

Inhalt
Von einem Tag auf den anderen wird Thronfolgern auf der ganzen Welt gesagt, dass ihr Leben in Gefahr ist - bedroht von einer Terrororganisation, deren Ziel keins geringeres ist als so viele Monarchien wie möglich ins Wanken zu bringen.
Eine Gruppe von jungen Royalen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, eingepfercht in einem Castle in Schottland. So abgeschottet von der Welt tritt das Überleben schnell in den Hintergrund... und stattdessen treten die verworrenen Liebesleben der jungen Erwachsenen zu Tage.

Meine Meinung
Wie sehr habe ich mich darauf gefreut, diese Rezension schreiben zu können <3 Royal Me ist nämlich ein Werk, das mir ganz besonders am Herzen liegt - ich hatte nämlich das Vergnügen, Betaleserin spielen zu dürfen. Schon damals hatte ich die Episode innerhalb weniger Tage durch - und zurück blieb der Wunsch nach mehr.
Für diese Rezension habe ich Tinas Werk ein zweites Mal gelesen, und wieder flog ich förmlich durch die Seiten.
Zum Einen liegt das an ihrem grandiosen Schreibstil - Tina schafft es nicht nur, das Callahan Castle (der Ort, an dem die Royalen verweilen) lebendig werden zu lassen, sondern auch die Gefühle der Charaktere sehr viel greifbarer und einfach echter zu machen. 
Ich war am Anfang skeptisch. Konnte mich die erste Episode eines Serials mit weniger als 30.000 Wörtern, noch dazu aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, überzeugen? Waren diese knapp hundert Seiten genug, um eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen?
Es brauchte nur eine erste Szene aus Vals Sicht. Val ist ein italienischer Bilderbuch-Macho, dessen Zunge viel zu scharf ist und der viel zu viel Alkohol verträgt (und trinkt). Binnen weniger Minuten saß ich lachend vor dem Dokument und war umso erstaunter, als ich die Szene plötzlich vorbei war.
Und so ging es mir mit einem Großteil der Charaktere - und die, denen ich anfangs skeptisch gegenüberstand, wuchsen mir mit der Zeit umso mehr ans Herz. Jeder von ihnen ist nicht nur in seinem Auftreten, sondern in seiner ganzen Erzählstimme so... individuell, dass ich nicht anders konnte, als sie zu lieben.
Abgesehen von Val wäre da zum Beispiel noch Priya aus Indien, deren Kultur so fremd ist und durch Tinas Schreibstil dem Leser doch erstaunlich gut nahe gebracht wird.
Da ist Oliver, der mit Val zusammen mein absoluter Liebling ist, den man einfach nur in den Arm nehmen möchte. Und Lina, mit der er eine gemeinsame Vergangenheit hat - doch die Dinge sind nicht so einfach...
Oder Anouk, die isländische Thronfolgerin, anfangs auch "Eisprinzessin" genannt. Doch eigentlich hat sie ein Herz aus Gold.
Und, wie gesagt, damit habe ich längst nicht alle angesprochen. Es sollte aber reichen, um zu zeigen, dass Royal Me: The Masquerade vor Diversität nur so strotzt - aber auch an Ideenreichtum mangelt es der ersten Episode nicht. Allein durch die enge Charakterbindung fiebert man automatisch mit, will, dass sich bestimmte Pärchen bilden und andere nicht, will am liebsten heulen, wenn es den Charakteren schlecht geht. (Vielleicht habe ich ein, zwei Mal selbst zu den Taschentüchern gegriffen...)
Obwohl es relativ kurz ist, so besitzt Royal Me dennoch einen ordentlichen Spannungsbogen, ist nicht nur ein Auftakt, sondern so viel mehr als das. Man liest ein Kapitel nach dem anderen, blinzelt zweimal, und plötzlich ist es vorbei und man will nur noch mehr. Mehr von Val und Oliver und Alicia und Priya und Lina und Anouk und Callum und Maya. Mehr Drama und mehr zauberhafte Worte. Mehr Royal Me.

Fazit
Es ist fast nicht zu glauben, dass es sich bei Royal Me: The Masquerade um Tina Köpkes Debüt handelt. Trotz der Kürze fehlt es der ersten Episode an nichts; stattdessen begegnet man einer Menge fantastischer Charaktere, wird in deren Leben hineingezogen und will sie gar nicht mehr loslassen. Ein toller Auftakt!


Titel: Royal Me: The Masquerade
E-Book: 87 Seiten
Verlag: Selfpublished
Reihe: Episode 1
Preis: 1,49€