Mittwoch, 30. November 2016

[Rezension] A Gathering of Shadows - V.E. Schwab

Da es sich hierbei um einen zweiten Band handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Vier Monate ist es her, seitdem sich Lilas und Kells Wege zuletzt gekreuzt haben. Vier Monate, die Lila größtenteils auf einem Schiff verbracht hat und Kell in dem Versuch, sich irgendwie an die Tatsache zu gewöhnen, dass er sein Leben an das seines Bruders gebunden hat.
Vier Monate, bis sich die Wege der beiden wieder kreuzen, weil Kells Bruder Rhy ein magisches Turnier veranstaltet - und die Leben der beiden werden ein weiteres Mal fundamental auf den Kopf gestellt...

Meine Meinung
Die Shades of Magic-Reihe ist (bisher) das perfekte Beispiel für Bücher, die von den Charakteren vorangetrieben werden. Damit will ich nicht sagen, dass nichts passiert. Es passiert sogar einziges (und, wie üblich, wird der Plot gerade zum Ende hin wesentlich actionreicher), aber im Vergleich zu A Darker Shade of Magic ist A Gathering of Shadows noch einmal um einiges... gemütlicher.
Aber das macht überhaupt nichts.
Von Kell habe ich bereits in meiner letzten Rezension geschwärmt. In A Gathering of Shadows wuchs er mir noch mehr ans Herz: Nach den Ereignissen des ersten Bandes fühlt er sich mehr denn je wie ein Untertan denn ein wirkliches Mitglied der Königsfamilie. Rund um die Uhr wird er von Wachen begleitet, die sichergehen sollen, dass er nicht in eine andere Welt reist oder generell den Palast verlässt - alles "zum Schutze Rhys". Er muss quasi die Konsequenzen dafür tragen, dass er seinen Bruder gerettet hat - und langsam aber sicher frisst es ihn auf.
Allein aufgrund dessen tat er mir einfach unglaublich leid. Die Zerrissenheit, die auf diese Umstände folgte, war jedoch noch schlimmer. Eine Zerrissenheit, die eine ganz andere Seite Kells ans Tageslicht bringt - einen zweifelnden Kell, der mehr und mehr den Wunsch verspürt, seiner eigenen Familie zu entfliehen, dessen geliebtes rotes London nicht mehr (nur) ein Heimatgefühl vermittelt.
Wie man schon zwischen den Zeilen herauslesen konnte, wird auch Rhy viel präsenter. Rhy war eigentlich mein Highlight des Buches - in der Rezension zu A Darker Shade of Magic wünschte ich mir noch, mehr von ihm zu lesen, und in A Gathering of Shadows bekam ich diesen Wunsch vollkommen erfüllt. Endlich erhielt ich einen Einblick in Rhys Kopf und liebte ihn zugleich nur noch mehr. Sein Humor und damit verbunden die Beziehung zu Kell lockerten die düstere Atmosphäre einerseits auf, andererseits brachte es mich dazu, die beiden Brüder weiter ins Herz zu schließen.
Und Lila... selbst Lila, der ich im ersten Band noch eher zögerlich gegenüberstand, hat mich jetzt endlich vollkommen überzeugt. Auch sie hat sich weiterentwickelt, und erstmalig können wir eine andere Seite von ihr erahnen... einen Teil von ihr, der nicht konstant Leute wegstößt und flüchten möchte. Allein die "Beziehung" zu Alucard Emery, einem weiteren genialen Nebencharakter (und der Kapitän des Schiffes, auf dem sie die vier Monate verbrachte), ist unglaublich spannend gestaltet und schreit nach MEHR.
Wie ihr seht, ist die Rezension wieder einmal sehr auf die Charaktere fokussiert - aber alles andere würde dem Buch nicht gerecht werden. Ich habe es bereits gesagt: Der Fokus liegt eben auf den Charakteren. Sie sind unglaublich essentiell für die Geschichte!
Aber auch der Weltenbau bedruckt wieder einmal. In A Gathering of Shadows gewährt Schwab uns einen detaillierten Einblick in das Schloss und vor allem auch ins weiße London... wo uns mehr Überraschungen erwarten, ein größerer Plottwist lauerte schon in den ersten Seiten des Buches. Ebenfalls flocht Schwab neue Aspekte über die Magie an sich ein, was vor allem das Turnier sehr spannend machte.
Ich habe es schon mehrmals gesagt, und betone es gerne noch einmal: A Gathering of Shadows ist kein Buch, in dem die Dinge Schlag auf Schlag passieren - aber sie passieren, und mit einer emotionalen Wucht, die kaum vorzustellen ist. Ihr kennt das Prinzip aber schon von A Darker Shade of Magic, also bin ich mir sicher, dass euch der Folgeband (mindestens) genauso gut gefallen wird.
Zuletzt bleibt nur noch die Frage, wie zur Hölle das alles ausgehen soll... das ist mir ein absolutes Rätsel, denn A Gathering of Shadows endet an einem Punkt, an welchem so ziemlich alles passieren könnte.
Aber egal, wie sie sich entschieden hat - in ein paar Monaten zur Erscheinung des finalen Bandes, A Conjuring of Light, wird Schwab uns definitiv ein weiteres Mal das Herz brechen.

Fazit
A Gathering of Shadows steht seinem Vorgänger in nichts nach. Im Gegenteil sogar: V.E. Schwab baut noch mehr Magie, mehr Charakterstärke, mehr Weltenbau in die Geschichte ein und macht somit auch diesen Band zu einem absoluten Meisterwerk.


Titel: A Gathering of Shadows
Taschenbuch: 508 Seiten
Verlag: Titan Books
Reihe: 2/3
Preis: ca. 8,99€
Kaufen?

Samstag, 26. November 2016

[Neuzugänge] Was passiert, wenn's passiert

... oder, wenn man sich am Ende des Oktobers vornimmt: Im November, da habe ich Geburtstag, da kaufe ich mir eine T-o-n-n-e Bücher. Und es tatsächlich macht.

Einen schönen Samstag euch allen!
Um das gleich vorneweg zu nehmen: Nein, die Neuzugangs-Posts werden von nun an nicht regelmäßig kommen. Es bietet sich nur im Moment sehr schön an, weil sich einige Bücher angesammelt haben (was bei mir sehr selten vorkommt) und auch welche, die ich nicht sofort lesen werde, aber über die ich trotzdem sprechen möchte.

Also, hier sind die Schätzchen:


And I Darken von Kiersten White und Reasons to Stay Alive von Matt Haig standen schon länger auf meiner Wunschliste, und weil ich ein paar Payback-Punkte "übrig" hatte, habe ich mir eben die beiden bestellt. (Das war allerdings schon Ende Oktober, ups.)
Reasons to Stay Alive habe ich bereits gelesen und es hat mir gut gefallen. Von And I Darken habe ich einfach schon unglaublich viel (Gutes) gehört und bin sehr gespannt, wie es mir gefallen wird.


Medimops ist ein sehr gefährlicher Ort, wisst ihr? Ich brauchte eigentlich nur ein Buch fürs Studium (das hier nicht abgebildet ist, ganz im Ernst, das will ich euch ersparen), und um mir die Versandkosten zu sparen, brauchte ich eben noch ein, zwei... oh, vier, Bücher mehr. :D
Kurz gesagt: Nineteen Eighty-Four von George Orwell und The Secret History von Donna Tartt wollte ich schon immer mal lesen - das sind für mich auch einfach Bücher, die man irgendwann in seinem Leben einfach lesen muss. Von Me and Earl and the Dying Girl von Jesse Andrews habe ich auch schon einiges gehört. Das Buch ist in überraschend gutem Zustand und ich bin sehr gespannt. :)
Choker von Elizabeth Woods sah einfach... hübsch aus. Ja, das ist kein guter Grund. Aber zusammen mit der Inhaltsangabe dachte ich mir, warum eigentlich nicht. :D


Über mir der Himmel von Jandy Nelson erhielt ich (ein Rezensionsexemplar vom Bloggerportal, vielen Dank!) ungefähr zeitgleich zu der Medimops-Bestellung, wenn ich mich recht entsinne. Ich habe es schon vor ein paar Tagen beendet, hier findet ihr die Rezension (in der ich mich über viele Klischees in Jugendbüchern aufrege).
A Gathering of Shadows von V.E. Schwab war ein Geburtstagsgeschenk. <3 Ich habe A Darker Shade of Magic absolut geliebt. Ich lese den Folgeband gerade und bisher steht er seinem Vorgänger in nichts nach!


Die einzelnen Tales from the Shadowhunter Academy sind ja schon seit einer gefühlten Ewigkeit als E-Books erschienen; da ich mich aber (immer noch) gegen diese kleinen elektronischen Dinger wehre, habe ich ganz brav das Buch vorbestellt. ;) Und hier ist es! Ich bin sehr gespannt, besonders, weil man öfters gehört hat, dass manche Szenen aus Lady Midnight dann eine ganz andere Bedeutung kriegen. Grundsätzlich freue ich mich einfach darauf, wieder einmal in die Welt der Schattenjäger einzutauchen.
An Abundance of Katherines war ein absoluter Spontankauf. Ich habe sonst alle Bücher von John Green gelesen (also die, an denen ausschließlich er geschrieben hat) und freue mich schon drauf - ich bin grundsätzlich sehr im Contemporary-Fieber im Moment.


Zu guter Letzt möchte ich euch diese Schönheiten nicht vorenthalten. <3 Die Selection-Serie von Kiera Cass ist sozusagen meine literarische Guilty Pleasure - ich mag die Bücher einfach sehr, sehr gerne, hatte sie aber bisher nur ausgeliehen. Als ich alle fünf im Buchladen sehen stand, konnte ich einfach nicht anders... und ich freue mich noch immer wahnsinnig über diesen Spontankauf.
The Crown, den letzten Band, habe ich noch nicht gelesen, bin aber schon sehr gespannt darauf, wie Eadlyns Geschichte ausgehen wird!

So... zum Abschluss noch zwei Dinge:
1) In der Heimat warten zwei weitere Bücher auf mich. Aber über die spreche ich ein anderes Mal. ;)
2) Ich war fest entschlossen, den Post zeitlich zu strukturieren, aber wie dem ein oder anderen vielleicht aufgefallen ist, ist mir das absolut misslungen... ich musste noch einmal zurückgehen und Bücher fotografieren, die ich vergessen hatte etc. Kurz gesagt: Mein Kopf ist einfach komplett woanders gewesen. :D

Jetzt verratet mir aber, welche Bücher ihr schon kennt oder auch lesen wollt. Ich freue mich auf eure Antworten, habt einen schönen Samstag!

Mittwoch, 23. November 2016

Leselaunen #11

Die Leselaunen wurden freundlicherweise von Lara von Bücherfantasien übernommen und finden von nun an dort statt.

Aktuelles Buch?
Im Moment lese ich A Gathering of Shadows von V.E. Schwab, das ist der Folgeband zu A Darker Shade of Magic, die Geschichte rund um Kell und Lila. Inhaltlich kann ich nicht viel dazu sagen, ich habe auch noch nicht sonderlich viel gelesen - es ist auf jeden Fall wieder toll, zurück in dieser ganz besonderen Welt zu sein. <3 Schwab ist innerhalb der letzten Wochen zu einer meiner liebsten Autorinnen geworden.

Nebenher lese ich ein zweites Mal Royal Me - The Masquerade von der lieben Tina Köpke. Ich hatte bereits das Glück, bei dieser ersten Episode als Betaleserin engagiert worden zu sein, und was soll ich sagen?! Merkt euch den 4. Dezember vor! (Eine ausführliche Rezension kommt natürlich auch noch. :)) In Royal Me geht um royale Sprösslinge, deren Leben von einer Terrororganisation bedroht werden. In der Folge dessen müssen sie nach Schottland auf die Isle of Mull flüchten; doch die Nachkömmlinge haben ganz andere Dinge - vor allem ganz viel Unfug - im Kopf...


Momentane Lesestimmung
Tja. Sie wäre toll, wäre ich nicht konstant übermüdet oder nicht zu Hause, wo mein Buch auf mich wartet. :D Das ärgert mich insofern, dass ich wirklich, wirklich wissen will, wie es in A Gathering of Shadows weitergeht... aber nun gut. Spätestens am Wochenende habe ich (etwas) mehr Zeit.

Zitat der Woche?
“It hurts,” he whispered. 
“What does?” asked Kate. 
“Being. Not being. Giving in. Holding out. No matter what I do, it hurts.” Kate tipped her head back against the tub. “That’s life, August,” she said. “You wanted to feel alive, right? It doesn’t matter if you’re monster or human. Living hurts.” 
(Victoria Schwab, This Savage Song)

Und sonst so?
Tja, vor zwei Wochen habe ich noch darüber gesprochen, dass mein NaNoWriMo-Projekt ein wenig... konfus ist. Normalerweise habe ich diese Krise erst bei 40.000 Wörtern (die was-zur-Hölle-mache-ich-hier-Krise), aber da ich dieses Mal im Jugendbuch-Bereich unterwegs bin (und mein Projekt somit (etwas) kürzer ist/wird), musste sich das wohl ein wenig nach vorne verschieben. ;) Was ist in der Zwischenzeit passiert? Ich habe einfach weiter geschrieben, genau genommen 31.000 weitere Wörter, und somit meinen sechsten NaNo gewonnen/"beendet". Beendet in Anführungszeichen, weil ich natürlich weiterschreibe in der Hoffnung, dieses Projekt bis zum Ende des Monats beendet zu kriegen. :)

Was ist in eurem (Lese-)Leben so los?
Einen schönen Mittwoch euch allen! <3

Sonntag, 20. November 2016

[Rezension] Über mir der Himmel - Jandy Nelson

Inhalt
Lennie versucht immer noch, mit dem Tod ihrer Schwester klarzukommen - jeder Tag ohne Bailey fühlt sich einfach nicht richtig an. Als sie zum ersten Mal nach dem Verlust wieder in die Schule geht, trifft sie dort auf Joe, den Neuen, zu dem sie sich schnell hingezogen fühlt. Doch dann ist da auch noch Toby, Baileys Freund, der Einzige, der sie und ihre Trauer verstehen kann. Ehe sie sich versieht, steht Lennie zwischen zwei Jungs...

Meine Meinung
An Über mir der Himmel habe ich mal wieder gemerkt, wie sehr sich mein Blick auf Young Adult-Bücher verändert hat. Nicht, dass ich jetzt "zu alt" dafür bin. Aber gerade durch regen Austausch in letzter Zeit und vieler interessanter Artikel rund um Dinge, die ich sonst immer nur so hingenommen habe, habe ich doch einiges dazu gelernt - und einiges realisiert.
Jandy Nelsons Bücher wurden gefühlt immer und überall gepriesen. Deshalb freute ich mich sehr, ein Rezensionsexemplar von Über mir der Himmel zu erhalten, freute mich auf ein grundsätzlich eher leichteres Jugendbuch, das mich doch irgendwo berührte.
Ein leichtes Jugendbuch fand ich, berührt wurde ich leider nicht wirklich. Und auch jetzt versuche ich immer noch, zu rekonstruieren, wieso es mit mir und Über mir der Himmel nicht so wirklich klappen wollte.
Zuallererst hatte ich ziemliche Probleme mit unserer Protagonistin Lennie. Sie ist eines dieser unscheinbaren Mädchen, das immer im Schatten ihrer Schwester stand (und beschreibt sich selbst so), und eines Tages aus heiterem Himmel zum Jungenmagneten wird. Ich hätte darüber vielleicht noch hinweg gesehen, wenn es nur das gewesen wäre - aber teilweise ließ sie Dinge von sich, die ich einfach nur noch als bedenklich empfand. (Zum Beispiel, dass sie mit siebzehn Jahren "nur drei Jungen" geküsst habe.)
Was das Fass letztendlich zum Überlaufen gebracht hat, war Geschichte mit den zwei Jungs.
Okay. Man kann darüber streiten, wie schräg es ist, dass sie etwas mit Toby anfängt, dem Freund ihrer toten Schwester - wohlgemerkt einem Jungen, der sie vorher noch nie bemerkt hat. Weil unscheinbar. Aber die beiden trauern. Trauer macht komische Dinge aus Menschen, das will ich ja auch gar nicht bestreiten.
Doch dann kommt Joe hinzu. Der Neue, den plötzlich alle super heiß finden, mit diesen endlos langen Wimpern, der lieb ist und kein einziges negatives Attribut hat - und Lennie löst sich nicht von Toby, nein, sie macht einfach mit beiden rum. Im Abstand von Minuten. Ähhhhhh. Das Mädchen, das bis vor zwei Tagen noch unscheinbar und komplett unerfahren war (weil sie ja bisher nur drei Typen geküsst hat), ist plötzlich zur Sexbombe der Stadt geworden. Alles klar. Und das konnte ich ihr leider, leider nicht verzeihen. Weil sie sich nicht (nur) von Trauer gezeichnet verhalten hat, sondern einfach rücksichtslos und unfreundlich.
Ich könnte mich noch über die "Liebe" zwischen ihr und Joe aufregen. Was anfangs nach einer süßen Liebesbeziehung aussieht, wird spätestens dann komisch, als Joe jeden Morgen in Lennies Haus kommt, Schokocroissants mitbringt und mit Lennies Onkel (wohlgemerkt ein Kiffer) und ihrer Oma anbändelt. Ach ja, ich vergaß. Nach drei Tagen Beziehung reden sie schon darüber, wann die liebe Lennie denn entjungfert werden soll.
Spätestens an diesem Punkt sollte klar geworden sein, dass ich das Liebesideal, das im Buch vermittelt wurde, als völlig realitätsfern empfinde. Und überspitzt.
Außerdem - das nur am Rande angemerkt - ist es super schräg, dass alle Charaktere total belesen zu sein scheinen und richtige Literati sind, Zitate und Charaktere um sich werfen. Auch hier denke ich mir: So verhalten sich keine Jugendlichen. Oder, die These stelle ich mal in den Raum, zumindest verhält sich ein Großteil der Jugendlichen absolut nicht so. (Grundsätzlich ist Lennies Familie komplett abgedreht, aber darauf jetzt einzugehen, würde wirklich den Rahmen sprengen.)
Das mag nach meiner Schimpftirade zwar ein wenig abrupt kommen, aber ich hatte definitiv auch meine guten Momente mit Über mir der Himmel.
So sehr ich mich auch über Lennies und Joes Beziehung aufgeregt habe, die beiden haben vereinzelte gute Momente - Momente, in denen ich grinsend vor dem Buch saß. Gerade, wenn man die Tatsache, dass die ganze Beziehung etwas überstürzt gestaltet ist, ignoriert, gibt es doch ein paar süße Szenen.
Außerdem mochte ich, dass ein paar Überraschungsmomente eingestreut sind - zum Beispiel, als Lennie Dinge über ihre tote Schwester oder ihre Mutter, die vor sechzehn Jahren verschwunden ist, herausfindet. Ebenfalls gefiel mir, dass das Buch nicht ein komplett rundes Ende findet - dass Nelson zeigt, dass eben am Ende nicht alles perfekt ist und man nicht immer für jeden Aspekt eine Lösung finden kann. (Zugegeben: Das ist ihr nicht überall gelungen, aber ich schätze die Bemühung.)
Der größte Pluspunkt des Buches ist jedoch der Schreibstil. Jandy Nelson ist wirklich eine unglaublich begabte Autorin - jedes Wort steht an seinem Platz. Besonders schön sind die kleinen Zettelchen, Gedichte oder Gesprächsfetzen, die Lennie schreibt und irgendwo - in der Stadt, im Wald - deponiert. Hier kommt eine unglaublich poetische Seite des Buches hervor, die mir sehr, sehr gut gefiel!
Vor allem gab es doch ein paar Augenblicke, in denen ich mir dachte: Ja, das ist es. Wo Über mir der Himmel tatsächlich etwas in mir bewegte, wenn auch nur sporadisch - aber der Ansatz war da.
Schlussendlich hatte ich einige Probleme mit dem Buch, konnte es im Großen und Ganzen aber gut lesen. Vor allem gehöre ich mit meiner Kritik zur Minderheit, das heißt, was mich gestört hat, macht euch vielleicht gar nichts aus. :) Mit Sicherheit werde ich noch zu Nelsons aktuellem Buch, Ich gebe dir die Sonne, greifen, gerade, weil mir oft gesagt wurde, dass dieses (noch) stärker sei. Es ist auf jeden Fall nicht das letzte Mal, dass ich ein Buch von ihr gelesen habe - Lennies Geschichte war einfach nicht ganz meins.

Fazit
Über mir der Himmel und ich hatten einige Probleme. Vor allem störte mich die überspitzt dargestellten und unrealistischen Liebesbeziehungen, aber auch mit der Protagonistin Lennie kam ich nicht wirklich klar. Was das Buch jedoch lesenswert machte, war definitiv der Schreibstil - Jandy Nelson findet die richtigen Worte und beeindruckt mit einer poetischen Sprache.


Vielen Dank an cbt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Über mir der Himmel
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: cbt
Reihe: -
Preis: 9,99€

Mittwoch, 16. November 2016

[Rezension] This Savage Song - Victoria Schwab

Inhalt
Kate Harker und August Flynn leben in einer geteilten Stadt - in der es Monster gibt.
Kate strebt danach, ihrem Vater nachzueifern und selbst zu einem Monster zu werden. August ist bereits eines.
Trotz der Tatsache, dass sie in den verschiedenen Lagern aufgewachsen sind, kreuzen sich die Wege der beiden. Und als der Waffenstillstand zwischen den beiden Stadtteilen zu krümeln beginnt, stellt sich die Frage, wer hier wirklich gegen wen kämpft...

Meine Meinung
Endlich mein zweites Buch von Victoria Schwab! So viel sei vorweggenommen: Ich bin nun endgültig ein Fan der Autorin und muss nach und nach wirklich all ihre Bücher lesen.
In This Savage Song beweist sie wieder einmal, was für geniale Ideen sie hat. Das USA, wie wir es kennen, existiert nicht mehr (ironisch, ich weiß). Die Geschichte spielt in einer Stadt namens Verity, die geteilt ist - und die von Monstern bewohnt wird, von Malchai, Corsai und Sunai, die am seltensten sind. Die Monster sind unter Kommando der zwei Männer - Harker und Flynn -, die die beiden Stadtteile verteidigen, aber immer mehr Unruhen treten zutage. Der sechsjährige Waffenstillstand droht zu zerfallen.
Inmitten dieses Trümmerfelds der Menschheit befinden sich Kate und August. Kate hat ihre Mutter verloren und versucht seitdem umso mehr, zu einer Kopie ihres Vaters zu werden - sie will Harker beweisen, dass sie genauso rücksichtslos und brutal sein kann. Und sie ist es auch, zumindest zu Beginn des Buches.
August hingegen weiß selbst nicht genau, was er ist, seitdem er eines Tages einfach aufgetaucht ist. Die Sunais sind nicht nur selten, sondern sehen den Menschen am ähnlichsten - doch August fühlt sich nicht menschlich, nicht wirklich, sondern überwiegend leer.
Am Anfang tröpfelt die Geschichte ein wenig vor sich hin - Schwab nimmt sich Zeit, die Charaktere einzuführen, was auch gut so ist, da damit auch Stück für Stück Informationen über dieses besondere Setting eingestreut werden. Wie bei A Darker Shade of Magic war ich gerade am Anfang von This Savage Song noch ziemlich verwirrt. Mit der Zeit wurde das alles jedoch klarer, auch wenn der Weltenbau hier nicht ganz so stark ist wie bei ADSOM. Ich bin jedoch sehr gespannt, was wir darüber noch in der Fortsetzung erfahren.
Im Zentrum stehen aber auch einfach die Charaktere. Und, Gott sei Dank, nicht in einer "Ich-liebe-meinen-Feind"-Weise - This Savage Song fokussiert einfach stark auf Kates und Augusts Entwicklung, was mir unglaublich gut gefiel. Beide Figuren sind einfach nicht Gutmenschen oder Heilige, sondern haben wirkliche Schwächen und weniger schöne Charakterattribute - aber das macht sie nur umso dreidimensionaler und spannender.
Ich möchte auch gerne noch einmal betonen, wie toll ich es finde, dass das Buch ohne eine Liebesgeschichte auskommt - auch wenn Kate und August zusammenarbeiten und sich "näher kommen", so bleiben sie doch bis zum Schluss Individuen mit ihren eigenen Köpfen und Entscheidungen.
Der Schreibstil ist, wie "üblich", einfach grandios. Victoria Schwab schreibt in der dritten Person jeweils aus Kates bzw. Augusts Sicht, und sie brilliert darin, schafft eine Nähe zu den Charakteren und somit eine emotionale Bindung.
Gegen Ende des Buches stieg die Spannung fast ins Unermessliche, und ich flog förmlich durch die Seiten, konnte das Buch gar nicht mehr beiseite legen. Irgendetwas an This Savage Song hat mich vollkommen in die Welt der beiden Jugendlichen hineingezogen und in mir den Wunsch erweckt, sie niemals wieder verlassen zu müssen.
Was kann ich also sagen? Victoria Schwab hat es wieder getan - wieder eine originelle Idee in Buchform verpackt, wie ich sie so noch nie gelesen habe, mit authentischen Charakteren und einem tollen Schreibstil versehen. Ich bin begeistert!

Fazit
This Savage Song ist nur ein weiterer Beweis für Victoria Schwabs Genialität. Sie kombiniert eine spannende und originelle Idee mit Charakteren, die einem gerade durch ihre dunklen (und hellen) Seiten ans Herz wachsen, und schafft so einen spannenden Auftakt zu der Dilogie rund um Kate und August.


Titel: This Savage Song
Hardcover: 427 Seiten
Verlag: Greenwillow Books
Reihe: 1/2
Preis: ca. 12,99€
Kaufen?

Freitag, 11. November 2016

[Rezension] Gemina - Amie Kaufman, Jay Kristoff

Da es sich hierbei um den zweiten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Hanna lebt ein wohlbehütetes Leben mit einem wunderbaren Vater und einem liebenden Freund. Nik dagegen stammt aus einer Familie von Kriminellen, hat selbst schon einen Teil seines Lebens im Gefängnis verbracht. Die Wege der beiden Jugendlichen kreuzen sich, als BeiTech einen neuen Angriff startet. Und auf einmal ist nicht nur das Leben von Hanna und Nik, sondern auch das sämtlicher anderer Bewohner Heimdalls bedroht...

Meine Meinung
Illuminae hatte meiner Meinung nach ein paar Schwächen. Aber irgendetwas an dem Konzept des Buches, der Idee dahinter, hat mich so sehr in den Bann gezogen, dass ich mir Gemina wenige Tage nach dem Erscheinen zulegte.
War ich anfangs noch ein wenig "traurig", dass sich die Geschichte jetzt primär um andere Charaktere drehte, legte sich das schnell - denn Nik und Hanna sind verdammt coole Protagonisten, über die Stück für Stück mehr enthüllt wurde.
Hanna, auf der einen Seite, ist nicht (nur) das verwöhnte Mädchen, das sie vor allem anfangs den Eindruck macht zu sein. Schnell stellt sich heraus, dass sie ziemlich gut darin ist, am Leben zu bleiben - und auch zurückschlagen kann.
Niks Auftreten, auf der anderen Seite, ist auch zu einem gewissen Teil Schein. Der Leser fragt sich ziemlich bald, was wirklich in seiner Vergangenheit vorgefallen ist - und wie viel von dem, was man von ihm erfährt, wirklich wahr ist.
Warum ich die beiden letztendlich lieber als Kady und Ezra mochte? Ich bin mir nicht sicher, ehrlich gesagt. Aber sie wirkten einfach um einiges... dreidimensionaler auf mich. Nicht unbedingt realitätsnaher (sorry, doch diese Romanzen und Bad Boys sind teilweise doch etwas klischeebehaftet), aber dennoch greifbarer. Ich hatte einfach das Gefühl, besser in Niks und gerade Hannas Köpfe hineinschauen zu können als in die von Kady und Ezra. In Gemina wird auch mehr mit Überwachungsprotokollen gearbeitet als in Illuminae, vermutlich liegt es daran - was auch half, das Geschehen des Buches übersichtlicher zu gestalten.
Was in Illuminae etwas schwächer war, ist Geminas große Stärke: der Plot! Zugegeben ist er teilweise etwas konfus - aber einen Großteil des Buches über ist es einfach nur genial. Man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen und nicht mehr losgelassen. Und wer von den Plottwists in Illuminae schon nicht genug bekommen konnte, wird in Gemina mindestens genauso viel (und noch mehr Freude) mit ihnen haben. Das ist mein vollkommener Ernst. Mein Weltbild innerhalb einer Geschichte wurde selten so sehr erschüttert - Kaufman und Kristoff haben alles auf den Kopf gestellt, spielen mit der Grenze zwischen Genialität und Absurdität. Ich war perplex, habe gelacht, habe sogar geweint - konnte nicht glauben, was für eine Lösung letztendlich präsentiert wurde. Gemina ist vollkommen abgefahren; ist nicht so von AIDAN oder der Aufmachung abhängig, wie es Illuminae war, und allein in diesem Aspekt schlägt es seinen Vorgänger definitiv.

Gerade auf die Illustrationen möchte ich noch einmal eingehen; in Gemina hat Marie Lu einen grandiosen Beitrag geleistet - ja, die Frau kann nicht nur fantastische Bücher schreiben, sondern auch fantastisch illustrieren. Ich hätte auch 600 Seiten gefüllt mir ihren Bildern anschauen können und hätte das völlig in Ordnung empfunden.

Um auf eine Frage einzugehen, die bestimmt vielen im Kopf herumschwirrt - ja, Kady und Ezra tauchen in Gemina auf. Hätte ich mir gewünscht, dass sie etwas präsenter sind? Ja und nein zugleich - denn letztendlich ist die Frage drängender, was zur Hölle in dem dritten Band passieren wird. Ohne Witz. Ich hoffe inständig darauf, dass wir keine neuen Protagonisten mehr bekommen und stattdessen die (überlebenden) alten Gesichter wieder zu sehen bekommen. Gerade nach den Enthüllungen in Gemina - meine Güte, ich war ja so was von ahnungslos.
Ich bin noch nicht so weit, sagen zu können, dass ich Gemina geliebt habe - auf jeden Fall werde ich beide Bücher vor dem Erscheinen des finalen Bandes ein weiteres Mal lesen; ich glaube, dass ich sie dann (noch) mehr mögen werde. Aber gerade im Vergleich zu seinem Vorgänger hat mir dieser Band schon wesentlich besser gefallen - es gab nur kleinere Mankos wie Niks Cousine (ich kam mit ihr als Charakter einfach nicht klar) und hin und wieder kleinere Verwirrung bezüglich der Storyline.
Aber wenn ich eines mit Sicherheit sagen kann, dann das: Wer Illuminae gemocht/geliebt hat, wird noch mehr Spaß mit Gemina haben!

Fazit
Gemina ist ein gelungener zweiter Band mit tollen Protagonisten und schockierenden Enthüllungen. Wer Freude mit Illuminae hatte, wird Gemina lieben!


Titel: Gemina
Hardcover: 608 Seiten
Verlag: Knopf Books for Young Readers
Reihe: 2/3
Preis: ca. 14,95€

Mittwoch, 9. November 2016

Leselaunen #10

Zum letzten Mal finden die Leselaunen bei Sanne vom Papierplanet statt.


Aktuelles Buch?
Im Moment lese ich This Savage Song von Victoria Schwab - mein zweites Buch von ihr, endlich! Ich bin noch nicht sehr weit, da meine Lesezeit begrenzt ist, aber bisher gefällt es mir sehr gut, wenn auch nicht so gut wie A Darker Shade of Magic.
Auf jeden Fall ist die ganze Idee wieder einmal unglaublich originell; keine Ahnung, wie Victoria Schwab solch geniale Welten entwerfen kann. Aber es begeistert mich. Sehr. Der Schreibstil ist auch super angenehm!
Worum es geht? Ich bin mir selbst noch nicht ganz sicher, aber so viel kann ich schon sagen: Unsere zwei Protagonisten heißen Kate und August, und sie leben in einer geteilten Stadt - in der es Monster gibt. Echte, tödliche Monster. (August ist selbst eines.) Und, davon gehe ich mal schwer aus, die Wege der beiden kreuzen sich...
Wie gesagt. Die Idee ist fantastisch. Im Moment bin ich noch ein wenig verwirrt, und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zum Lesen - aber ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie das alles weitergeht! Das Cover ist ja mal wieder ein Traum!

Momentane Lesestimmung?
Hier hat sich nichts verändert. Ich habe immer noch zu wenig Zeit zum Lesen und gerade in Verbindung mit dem NaNo... Ich lese vor allem schon von der Uni her unglaublich viel, sodass mir am Ende des Tages meistens nur noch der Kopf dröhnt, haha. :D Aber ich sollte trotzdem auf drei, vier Bücher jeden Monat kommen, und das ist voll okay. :)

Zitat der Woche
“In a world where there is so much to grieve and so little good to take? I grieve nothing. I take everything.”
(Tahereh Mafi, Ignite Me)

Und sonst so?
Ich bin mittlerweile vollkommen im Studentenleben angekommen. Ich ernähre mich überwiegend von Nudeln, putze zu wenig, freue mich über das günstige Mensaessen und den überraschend guten Kaffee, den man auf dem Campus kriegt. Auf der anderen Seite bin ich konstant gestresst und überfordert, aber gleichzeitig glücklich - ein Paradox, findet ihr? Ich nicht.
Ich habe diese Woche dieses Video gesehen, das meine Gefühle auf den Punkt bringt - und das, so oder so, absolut sehenswert ist.


Abgesehen davon ist November, also NaNoWriMo*-Zeit. Kurzgefasst: Ich nehme zum sechsten Mal dran teil, aus drei Gründen: Es ist schlichtweg Gewohnheit; ich mache es viel zu gerne; vor allem quäle ich mich sehr gerne.
Wie es läuft? Meinen Plot habe ich am zweiten Tag über den Haufen geworfen, ich bin in einem ungewohnten Genre unterwegs und so generell habe ich keinen Plot. Ich bin zwar 21000 Wörter weit, aber sehr gut verwirrt. Eigentlich will ich dieses Jahr nur so früh wie möglich fertig werden. (Das habe ich jetzt nicht gesagt.)
Okay. Genug von meiner Seite. Ich hoffe, ihr hattet - von den absurden Neuigkeiten abgesehen - einen guten Tag. Oder zumindest zehn ruhige Minuten am Morgen, bevor ihr es erfahren habt. (Die hatte ich nicht.)
<3

*NaNoWriMo = National Novel Writing Month. Verrückte von der ganzen Welt versammeln sich im November virtuell, um in 30 Tagen 50000 Wörter zu schreiben.

Freitag, 4. November 2016

[Rezension] A Darker Shade of Magic - V.E. Schwab

Inhalt
In Kells Welt gibt es vier Londons: Das graue, in dem Magie eine Rarität ist; das rote, in welchem er Zuhause ist und das vor Magie nur so strotzt; das weiße, wo die Herrscher alle paar Wochen wechseln; und zuletzt das schwarze London, über das niemand mehr spricht.
Als einer der zwei Magier, die in der Lage sind, zwischen den Welten hin- und her zu reisen, überbringt Kell regelmäßig Botschaften von einem London ins andere. Doch eines Tages wird ihm ein mysteriöser Gegenstand zugesteckt - und plötzlich ist sein Leben in Gefahr...

Meine Meinung
Ich habe Twitter erst vor ein paar Wochen für mich entdeckt. Vor allem war ich fasziniert davon, wie viel man dort über die Leben anderer Autoren entdecken kann. So entschied ich mich irgendwann, Victoria Schwab (V.E. Schwab ist ihr Pseudonym) zu folgen. Ich hatte von ihr und ihren Büchern schon vielerlei gehört, und als ich immer mehr über sie las und immer neugieriger wurde, wusste ich, dass es an der Zeit war, endlich mal ein Buch von ihr zu lesen.
Die Wahl viel auf A Darker Shade of Magic. Ich kann (noch) nichts zu anderen Büchern von ihr sagen, aber das war definitiv kein Fehlgriff.
Gleich auf der ersten Seite lernen wir Kell kennen, der einen magischen Mantel mit unendlich vielen "Seiten" besitzt. War ich anfangs noch leicht verwirrt, so fanden sich im Verlaufe des Buches immer mehr solche Kleinigkeiten wie zum Beispiel kleine Spiele, mit der man seine Magie trainieren kann. 
Aber auch im größeren Sinne ist die Welt, die Schwab erschaffen hat, etwas ganz Besonderes. Lediglich das graue London spielt tatsächlich in "unserer" Welt (oder ähnelt zumindest unserer), die anderen in komplett fiktiven Welten mit fiktiven Ländern. Jedes London hat ähnliche Berührungspunkte, geht aber in anderen Details komplett auseinander. Ich war schnell komplett fasziniert und in den Bann dieser Welt gezogen, die Stück für Stück vor meinem inneren Auge entstand.
Dieser geniale Weltenbau geht nahtlos in die Magie über; auch die ist ganz anders als alles, was ich jemals gelesen habe. Starre Regeln, wie man sie aus anderen Büchern kennt, gibt es hier nicht; aber generell würde ich das Buch unter seinem Wert verkaufen, wenn ich versuchen würde, es irgendwie zu vergleichen. Denn das geht nicht. Der große Fantasyboom ist längst vorbei, viele Bücher, die in das Genre fallen, verlaufen einem ähnlichen Schema. Das ist hier nicht der Fall. Die Magie, die Welten... alles ist so originell und neu und faszinierend.
Die Charaktere führten letztendlich dazu, dass ich mich komplett in die Geschichte verliebte. Die Handlung verläuft hier nicht Schlag auf Schlag, aber das braucht sie auch nicht; die Figuren sind Meisterwerke in sich.
Da haben wir zuallererst natürlich Kell - Kell, der sich an die ersten fünf Jahre seines Lebens nicht erinnern kann. Der zu der königlichen Familie des roten Londons gehört. Der alles für seinen Bruder, Rhy, tun würde, und unglaublich determiniert ist.
Rhy liebe ich auch jetzt schon, selbst wenn er noch nicht super präsent in A Darker Shade of Magic ist. Ein sehr charmanter, charismatischer Prinz, der viel Witz in die Geschichte bringt.
Und zuletzt Lila, ein Mädchen, das nur frei sein will, das kein wirkliches Zuhause hat und ihr "Gehalt" durch das Bestehlen anderer Menschen verdient. Lilas und Kells Wege kreuzen sich, und Stück für Stück lernen sie, dem anderen unter die Arme zu greifen. Gleichzeitig bleiben sie komplette Individuen - sie... ergänzen sich lediglich ein wenig. Vor allem gefiel mir, dass das Buch (fast) komplett ohne Romantik auskommt. Das hat es auch nicht gebraucht, und ich bin froh, dass Victoria Schwab das mit Bravour bewiesen hat.
Wie ihr seht, fehlt es A Darker Shade of Magic an nichts: Mit einem tollen Schreibstil wird man von Schwab in Kells Welt entführt und will sie am liebsten gar nicht mehr verlassen. Die Magie, der Weltenbau, die Charaktere - alles begeisterte mich vollkommen.

Fazit
A Darker Shade of Magic hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Victoria Schwab brilliert mit dreidimensionalen Charakteren, einem spannenden Weltenbau und vor allem mit einem ganz besonderen Magiekonzept. Ich bin begeistert!


A Darker Shade of Magic
Taschenbuch: 384 Seiten
Titan Books
Buch 1/3
ca. 7,99€


Auch für die, die keine englischen Büchern lesen wollen oder können, gibt es gute Nachrichten: A Darker Shade of Magic erscheint unter dem Titel Vier Farben der Magie am 27. April 2017 im Verlag FISCHER Tor.

Dienstag, 1. November 2016

[Rückblick] Lesemonat Oktober 2016

Binnen eines Wimpernschlages ist der Oktober vergangen. Äh, was?
November. Nicht nur "irgendein Regenmonat, nach dem es endlich Weihnachten ist", sondern NaNoWriMo-Zeit.
... aber darum soll es nicht gehen. Genauso wenig geht es darum, wie zur Hölle die Zeit so schnell vergangen ist. (Wie zur Hölle ist die Zeit so schnell vergangen?)
Im Oktober habe ich ganze neun(einhalb, wenn man Gemina mitzählt) Bücher gelesen, wesentlich mehr als ich erwartet habe! Vor allem waren wieder einmal viele gute Lektüren mit dabei. :)
Der Überblick:


1) Crooked Kingdom - Leigh Bardugo (5/5)
Muss ich dazu überhaupt noch etwas sagen? Es fiel mir unglaublich schwer, eine Rezension zu schreiben, die Crooked Kingdom gerecht wird. Es war grandios. Es war so grandios wie erwartet und noch grandioser.

2) The Thousandth Floor - Katharine McGee (4/5)
Ein gelungener Auftakt zu einer Reihe, die man am besten als "futuristisches Gossip Girl" bezeichnen könnte. Besonders gut gelungen: Das Setting!

3) Unravel Me - Tahereh Mafi (4/5) Re-Read
Habe die Reihe bereits auf Deutsch gelesen, den zweiten Band allerdings nie auf dem Blog rezensiert - er gefällt mir jedoch sehr gut! Warner ist einfach einer der besten Antagonisten aller Zeiten, Mafis Schreibstil ist grandios - da kann man über Adam hinwegsehen, der (sorry) durchweg nervt.

4) Holding Up the Universe - Jennifer Niven (3/5)
Mein zweites Niven-Buch und leider hatte ich genau dieselben Probleme wie mit dem ersten: Die Umsetzung der Thematik ist grandios, aber gerade hier ist die Liebesbeziehung einfach... kontraproduktiv für die Geschichte, wirkt erzwungen und unnatürlich. Schade!

5) A Darker Shade of Magic - V.E. Schwab (5/5)
Endlich, ENDLICH habe ich ein Buch von Victoria Schwab gelesen. Die Rezension ist bereits getippt, aber so viel sei vorweggenommen: Ich bin vollkommen begeistert! <3 Hätte ich nicht Crooked Kingdom gelesen, wäre ADSOM mein absolutes Monatshighlight.

6) Rebel of the Sands - Alwyn Hamilton (5/5) Re-Read
Hier habe ich ein signiertes Exemplar der englischen Ausgabe gewonnen, und ein Re-Read musste einfach sein. Was soll ich sagen: Ich liebe es immer noch!

7) Reasons to Stay Alive - Matt Haig (4/5)
Matt Haig sagt selbst, dass er nicht weiß, wie er dieses Buch definieren soll - Memoiren sind es nämlich nicht, zumindest nicht im "strikten" Sinne. Ich werde dieses Buch auch nicht ausführlich rezensieren, da ich es schwer finde, seinen Weg zu "beurteilen", aber so viel sei gesagt: Es hat mich nicht wirklich emotional berührt, da die Darstellung teilweise etwas bruchstückhaft und konfus ist, aber im Großen und Ganzen gewährt er einen unglaublich realistischen Einblick in ein Leben mit Depression und Angststörung. Für Betroffene, Angehörige und schlichtweg Neugierige wirklich lesenswert.

8) Miss Sara Sampson - G.E. Lessing (3/5)
Hat mir überraschend gut gefallen! Die Dialoge ziehen sich stellenweise, aber grundsätzlich mochte ich die Charaktere und die Geschichte - es waren sogar ein paar Oh-mein-Gott-Momente mit dabei.

9) Am Ende der Welten - Terry Goodkind (2/5)
Es hat einen Monat gedauert, dieses Buch zu lesen. Warum? Wegen den ersten zweihundert Seiten, die wirklich, wirklich schrecklich sind. Danach wird es zumindest gut genug, um es ohne größeres Aufstöhnen zu lesen. Grundsätzlich bin ich einfach froh, nur noch ein Buch vor mir zu haben.

Somit bin ich insgesamt bei 3960 Seiten, ungefähr 130 Seiten pro Tag. Oktober war wirklich ein guter Lesemonat, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sich meine Lesezeit um einiges reduziert hat.
Tja, und November? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Ich hoffe, mir zum Geburtstag eine unverschämt große Zahl an Büchern zuzulegen, aber was für Bücher ich lesen werde? Das steht in den Sternen. (Okay, bis auf ein Rezensionsexemplar, das demnächst ankommen sollte.) Ich lasse es auf mich zukommen. Sonst lese ich einfach das Buch, das ich während des diesjährigen NaNoWriMos schreibe. ;)