Freitag, 28. Oktober 2016

[Talk About Books] "Klassiker", die Zweite

Es ist mittlerweile über anderthalb Jahre her, seitdem ich einen Blogartikel namens Homo faber, Agnes und Co. - oder warum ich keine Klassiker rezensiere verfasst habe. Seitdem hat sich nicht nur einiges geändert, sondern immer wieder kam mir der Gedanke: Ich sollte noch einmal über das Thema schreiben.
Doch bevor ich meine tiefsten Gedanken offenbare (ich habe die Talk About Books-Posts vermisst), möchte ich noch ein paar Sachen klar stellen: Mittlerweile bin ich zwar eine Germanistik-Studentin, aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich Ahnung habe. Oder das Ganze wissenschaftlich oder objektiv angehe. Das will ich mit diesem Artikel gar nicht. Wenn ich also irgendetwas sagen sollte, das "falsch" ist oder unglücklich formuliert, lade ich euch ein, mich darauf hinzuweisen. Nehmt es mir aber nicht übel.
Ich wollte jetzt schreiben "Ohne Umschweife", aber das stimmt nicht. Auf jeden Fall geht's jetzt los.


In dem oben erwähnten Blogartikel sprach ich vor allem von einer Ehrfurcht, bestimmte Bücher, die als "Klassiker" bezeichnet werden, zu rezensieren. Ich würde mich gerne ein wenig von dem Begriff "Klassiker" wegbewegen; grundsätzlich habe ich aber in der Zwischenzeit ein paar Bücher gelesen, die unter diese Kategorie fallen würden - zum Beispiel Dantons Tod, The Picture of Dorian Grey, The Glass Castle,... und gerade diese drei gefielen mir sogar (recht) gut.
Auch spannend finde ich, dass ich damals schrieb, Homo faber nicht zu mögen - im Nachhinein ist es tatsächlich meine liebste Abiturlektüre gewesen.
Was sich also geändert hat, ist mein Blick auf manche Werke. Zugegeben, es hat gedauert, bis ich Dantons Tod begriffen habe - als es dann Klick machte, mochte ich das Buch plötzlich viel lieber. Es ist fast, als wurde mir damit eine neue Welt eröffnet; eine Welt, in der man nicht schreit, "Oh Gott, schon wieder diese Pflichtlektüren", sondern sich tatsächlich mit ihnen beschäftigen möchte.
Braucht es ein Alter für diesen Blickwechsel? Einen erhellenden Moment? Oder vielleicht gehöre ich einfach zu einer Hybrid-Spezies - ich mag die Bücher nicht sofort, aber ich verabscheue sie nicht grundsätzlich?
Ein paar der Fragen, die mir im Kopf herumgeistern. Dann denke ich aber: Hey, so wirklich freiwillig würde ich das Ganze immer noch nicht lesen. Zu Miss Sara Sampson habe ich auch nur gegriffen, weil ich es für Gattungspoetik brauche. Vielleicht unterwerfen wir uns alle nur der Pflicht? Die anderen haben genau dieselben Klick-Momente wie ich, nur sprechen sie nicht darüber?
Nein. Das muss ich selbst widerlegen. Denn ich habe freiwillig zu Oscar Wildes Werken gegriffen - und sie (sehr) gemocht.
Was mich zu einem ganz anderen Gedanken bringt: Warum unterscheide ich überhaupt? Natürlich sind gerade ältere Werke anspruchsvoller. Ich greife nicht danach, wenn ich abends vor dem Schlafengehen ein paar Seiten lesen möchte. Aber das heißt längst nicht, dass das nicht andere machen! Vielleicht ist mein Throne of Glass für jemand anderen Romeo und Julia. Vielleicht ist das Lesen von "Klassikern" oder "literarisch wertvollen" Werken nur eine weitere Präferenz, so wie manche Menschen eben gerne Thriller lesen. Ein kleinerer Anteil vielleicht? Aber dennoch nicht zu leugnen. Gerade jetzt in den ersten Wochen meines Studiums habe ich doch ein paar Kommilitonen getroffen, die selbstverständlich über derartige Werke sprechen, wo ich nur nicke und lächle. Weil ich keine Ahnung habe, worum es geht. Weil ich mich noch nie auf die Art und Weise damit auseinandergesetzt habe.

Der Artikel hat eine ganz andere Richtung genommen, als ich erwartet habe - aber umso mehr ich über das Thema nachdenke, desto mehr Fragen (und Antworten!) warten auf mich.
Zum Beispiel haben wir in einem Seminar einen Text gelesen, der den Literaturbegriff hinterfragte. Das war auch etwas, über das ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Ich dachte, Literatur ist einfach das, was man liest. Genau, wie ich mir einen Augenblick später dachte, dass ich einen Einkaufszettel nicht als Literatur bezeichnen würde. (Allerdings würde ich Terry Eagleton auch nicht zustimmen, dass manche Werke einen Literatur-"Status" hinzugewinnen oder verlieren können.)
Dasselbe ist also auch auf meinen "Klassiker"-Konflikt anzuwenden. Nur, weil ich mich nicht mit dem Thema auseinandergesetzt habe, heißt es nicht, dass andere das ebenso gemacht haben. Vielleicht habe ich gerade in der Hinsicht einfach ein eingeschränktes Blickfeld, was bedeutet, dass ich noch viel zu lernen habe - und viel lernen werde.
In meinem alten Blogpost erklärte ich, dass ich "Klassiker" nicht rezensieren würde, weil mich eine Art Ehrfurcht davon abhält. Habe ich immer noch die Ehrfurcht? Absolut. Aber gerade mit ein paar kleinen Gedanken zu The Glass Castle oder Lord Arthur Savile's Crime sind die Barrieren etwas verschwommen. Wohlgemerkt die Barrieren, die in meinem Kopf existieren.

Was ich in den letzten Absätzen sagen wollte? Ich weiß es selbst nicht ganz genau. Vermutlich etwas in der Art:
  1. Ich befinde mich in einem ständigen Lernprozess, was Literatur, "literarisch wertvolle" Werke und alles andere anbetrifft. Der Lernprozess hat womöglich dann angefangen, als ich zu lesen lernte, aber ich bezweifle, dass er jemals enden wird.
  2. Auch Werke, die man verflucht, kann man zu lieben lernen. Man muss sich Zeit und Geduld nehmen, aber es ist möglich - zumindest ein besseres Verständnis kann man immer erreichen.
  3. Ich werde niemals an dem Punkt ankommen, an welchem ich freiwillig wahllose Reclam-Heftchen kaufe und verschlinge. Ob ich mehr von einem bestimmten Autor lesen werde? Vielleicht. (Ich liebäugle mit Shakespeare. Und, sowieso, Oscar Wilde.)
  4. Letztendlich ist das Lesen von "solchen" Büchern auch nur eine Präferenz wie jede andere. Nur weil ich das nicht regelmäßig lese oder zum Abschalten verschlinge, heißt es noch lange nicht, dass meine Sichtweise die einzige ist. Das ist etwas, das ich mir unbedingt öfter ins Bewusstsein rufen muss.
Ich bin selbst ganz fasziniert von der Art und Weise, wie sich in der letzten halben Stunde meine Ansichten ein weiteres Mal verändert haben. Vielleicht werde ich in einem Jahr einen weiteren Beitrag schreiben und in dem Goethe und Lessing verfluchen... Aber bis dahin werde ich weiter lesen. Und lernen.

Lasst mir eure Gedanken da. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? An welchem Punkt des "Prozesses" befindet ihr euch? Oh, und gerne nehme ich auch Empfehlungen für ganz "literarisch wertvolle" Werke entgegen. Was muss man unbedingt gelesen haben?

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Leselaunen #9

Auch an diesem Mittwoch nehme ich wieder an der Aktion teil, die bei Sanne vom Papierplanet stattfindet.

Aktuelles Buch?
Gemina von Jay Kristoff und Amie Kaufman - also der zweite Teil von Illuminae, das mir zwar gefallen, aber mich nicht umgehauen hat. Seltsamerweise war ich einfach nur neugierig auf Gemina und hab's mir direkt zum Erscheinen bestellt, einfach, weil... weil ich das Format mochte?
Bisher habe ich etwa 70 Seiten gelesen und bin... hm, interessiert, aber nicht komplett überzeugt. Eigentlich bin ich in demselbe Zustand wie bei Illuminae, gerade, weil wir jetzt anderen Protagonisten folgen. Außerdem ist die ganze Verschwörungsgeschichte immer noch ein wenig konfus für mich.
Was aber richtig klasse sind: Die Illustrationen! Marie Lu, die Autorin der Legend-Trilogie, hat hier mitgearbeitet und meine Güte, die Frau ist unglaublich talentiert! Ich bin immer ganz begeistert und kann mich gar nicht satt sehen. Vermutlich bin ich deshalb seitentechnisch nicht sehr weit gekommen.
Nebenbei lese ich immer noch Am Ende der Welten von Terry Goodkind. Interessanterweise ist das Buch mittlerweile wesentlich besser (immer noch nicht gut, aber besser ist schon einiges wert) geworden und ich hab auf den letzten Zugfahrten fleißig gelesen. Habe dort etwas mehr als zwei Drittel geschafft. :)

Aktuelle Lesestimmung
Hier hat sich - gerade in Hinblick auf die letzte Woche - gar nichts verändert. Ich lese immer noch sporadisch, aber die Uni steht im Moment einfach im Vordergrund (besonders in Hinblick auf die zahlreichen Klausuren inkl. horrenden Durchfallquoten).

Zitat der Woche
“I want life. I want to read it and write it and feel it and live it. I want, for as much of the time as possible in this blink-of-an-eye existence we have, to feel all that can be felt.”
(Matt Haig, Reasons to Stay Alive
Und sonst so?
Ist jemand bereits meine andauernde Verwendung des U-Wortes leid? Ob auf Twitter oder in Face-to-face-Konversationen: Ich rede über kaum noch etwas anderes und ich weiß noch nicht, wie ich das finden soll. Vielleicht befinde ich mich immer noch in der, äh, Kennenlernphase?
Auf jeden Fall habe ich im Laufe der letzten Tage festgestellt, dass ich mein Talent, meinen Stundenplan so voll wie möglich zu machen, von der Schule mit ins Studium genommen habe. Wenn ich dieses Semester überlebe (meine Linguistik-Klausur glänzt mit einer Durchfallquote von 53% und leider kann ich das in den zahlreichen Stunden, in denen ich mich mit Phonetik beschäftigt habe, absolut nachvollziehen), dann mache ich erst einmal zehn Jahre Urlaub habe ich im zweiten Semester gefühlt gar nichts. (Das ist natürlich stark untertrieben. Ich muss einen so genannten Ergänzungsbereich belegen, und da ich eben das Überfülle-Deinen-Stundenplan-Syndrom habe, lege ich mir bestimmt zig Veranstaltungen dorthin.)
Irgendwie ist es mir dennoch gelungen, im Laufe der letzten sieben Tage mehr als 7000 Wörter für mein Projekt zu schreiben? Wir sprechen einfach nicht darüber, dass mein ursprünglicher Plan war, es bis Ende Oktober zu beenden. (Jetzt bin ich vielleicht bei der Hälfte? Hätte ich eine elaborierte Outline, könnte ich das womöglich sagen. Habe ich aber nicht.) Jetzt krieg ich's hoffentlich bis Ende Dezember hin. (Oh, warte, im Dezember ist schon eine Hälfte der bestialischen Linguistik-Klausur. So was Blödes.)
Und weil ich mich schon wieder nicht kurz fassen kann: Gott sei Dank gibt es zu meinen NaNoWriMo-Plänen nichts zu sagen. Die bestehen nämlich aus ein paar Fetzen Plot und Charakteren. Dieses Jahr... dieses Jahr ist vollkommen verrückt.

Montag, 24. Oktober 2016

[Rezension] The Thousandth Floor - Katharine McGee

Inhalt
In einem eintausend Stockwerke hohem Hochhaus leben Avery, Leda, Eris, Watt und Rylin. Avery, die heimlich in ihren Adoptivbruder verliebt ist. Leda, die den Sommer in einer Entzugsklinik verbracht hat. Eris, deren Familie auseinander bricht. Watt, der ein Geheimnis hat, das ihn ins Gefängnis bringen könnte. Und Rylin, die am absoluten Existenzminimum lebt. Stück für Stück verflechten sich die Welten all dieser Bewohner, und immer größere Konflikte entstehen...

Meine Meinung
The Thousandth Floor ist eines dieser Bücher, das ich einfach lesen musste, weil ich die Idee so unglaublich spannend finde. Manhattan 2118, ein futuristisches, gigantisches Hochhaus und eine Geschichte, die ein wenig Gossip-Girl-Vibes versprach - ich war sofort mit dabei!
Gerade dieses Setting ist eine Stärke des Buches. Ich habe festgestellt, dass ich durch die Straßen laufe, Häuser angucke und versuche, mir die Größe des "Towers", wie er im Buch genannt wird, vorzustellen. Bisher bin ich wieder und wieder gescheitert. 1000 Stockwerke - 2,5 Meilen laut dem Buch - sind eine Sache. Aber sich dann noch eine Fläche vorzustellen, die ganze Straßen beherbergt? Wo nicht nur ein paar Apartments aneinandergereiht sind, sondern dutzende Wohnungen und Geschäfte? Wow. Einfach wow.
Immer wieder flechtet McGee kleine Details ein, die beweisen, wie gut sie sich den Tower selbst vorstellen und auch dem Leser nahebringen kann. Ich bin immer noch ganz fasziniert und frage mich - wie so ziemlich bei allen futuristischen Büchern -, was genau davon eintreffen wird.
Im Zentrum des Buches stehen sonst natürlich die Charaktere. Bei The Thousandth Floor gibt es nicht einen elaborierten Plot, sondern wird dieser vielmehr durch die Figuren vorangebracht und entwickelt.
Die fünf oben erwähnten Charaktere sind die, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Es gibt allerdings noch zahlreiche weitere, und damit meine ich wirklich zahlreiche. Dennoch gelang es mir überraschend gut, den Überblick zu behalten und schnell entwickelten sich Favoriten oder... eben nicht-Favoriten.
Von den Perspektivträgern konnte ich nur zwei richtig gut leiden, und das waren Avery und Rylin - der Reichtum in Person (Averys Eltern besitzen das Apartment im 1000. Stock) und dagegen Rylins krasse Armut. Sie ist ein wenig das Äquivalent zu Dan aus Gossip Girl, nur weniger... nervig und sprunghaft. (Wenn hier Gossip Girl-Fans mitlesen: Sorry!) Avery ist vor allem missverstanden und überraschend isoliert, auch wenn jeder von ihr annimmt, das Gegenteil zu sein. Ich konnte ihre Gefühle besonders gut nachvollziehen und vor allem ihr Adoptivbruder Atlas ist mir auch sehr sympathisch geworden.
Watt habe ich mehr oder weniger toleriert, zu Eris habe ich nie wirklich eine Verbindung aufgebaut und Leda... Leda ist schlichtweg unsympathisch, schon fast krankhaft neidisch. Ich frage mich, ob das absichtlich so konzipiert war - wenn ja, hätte ich einfach gar nicht erst aus ihrer Perspektive geschrieben. Ihre Kapitel haben sich einfach immer gezogen und waren durchweg negativ.
Dafür gab es ja noch ein paar angenehmere Nebencharaktere - allen voran Cord, der Chuck Bass des Towers. Er hat eine düstere Vergangenheit, einen herrischen Bruder und verbirgt sich hinter seinem Reichtum und einer Maske. Einer meiner Favoriten.
Katharine McGees Schreibstil ist simpel, sodass man trotz dem eher komplexen Weltenbau der Geschichte gut folgen kann. Vor allem haben die Kapitel eine angenehme Länge, sodass man selbst bei eher ungeliebten Charakteren nicht lange warten muss, bis jemand anderes auftaucht.
Vor allem das Ende des Buches hat mich komplett aus der Bahn geworfen - auch wenn bereits im Prolog etwas vorweggenommen wird, war ich doch ziemlich überrascht. Gerade die Art und Weise, wie alle Storylines jetzt unwiederbringlich miteinander verflochten sind, macht mich doch verdammt neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Ich bin definitiv wieder mit dabei, wenn die Geschichte der Tower-Bewohner weitererzählt wird!

Fazit
The Thousandth Floor kann man treffend als ein futuristisches Gossip Girl beschreiben - Intrigen, Lügen und Geheimnisse verbergen sich überall. Es ist eher eine leichtere Lektüre, und man wird nicht jeden Charakter lieben, aber im Großen und Ganzen ist es wirklich lesenswert.

Titel: The Thousandth Floor
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: HarperCollins
Reihe: 1/?
Preis: ca. 8,99€
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Mittwoch, 19. Oktober 2016

Leselaunen #8

Auch an diesem Mittwoch nehme ich wieder an der Aktion teil, die bei Sanne vom Papierplanet stattfindet.

Aktuelles Buch?
Rebel of the Sands von Alwyn Hamilton. Ich habe vor ein paar Wochen die deutsche Ausgabe - AMANI - Rebellin des Sandes - gelesen und geliebt. In einem Giveaway habe ich, wie man auf dem Bild erkennen kann, eine signierte Ausgabe gewonnen! Mein erstes signiertes Buch überhaupt. Ich konnte und kann es immer noch nicht glauben, da ich die Autorin super sympathisch und das Buch wirklich klasse finde.
Wer die Geschichte noch nicht kennt: In Rebel of the Sands geht es um die sechzehnjährige Amani, eine Scharfschützin, die nichts mehr will als ihrem Leben in Dustwalk zu entfliehen. Es gelingt ihr, doch dabei kreuzt sich ihr Weg mit Jins - und sie wird Teil einer Welt, die ihr bisher unbekannt war...
Die Geschichte ist einfach toll - die Welt, die Hamilton kreiert hat, ist super detailliert und man entdeckt immer weitere Mythen und Legenden. Auch Amani ist eine ganz besondere Protagonistin - bei aller Liebe nicht perfekt, aber richtig sympathisch.
Aus all diesen Gründen lese ich es jetzt noch einmal, und ich liebe es immer noch. :)

Aktuelle Lesestimmung
Ich befinde mich jetzt in der erwarteten Uni-Phase. Bedeutet: Selbst jetzt, wo ich gestern zum ersten Mal irgendwelche Texte gelesen und Aufgaben bearbeitet (und damit schon drei Stunden zugebracht) habe, geht meine Zeit zum Lesen gegen Null. Nein, das ist falsch - ich habe Zeit zum Lesen. Aber ich prioritisiere das Lesen nicht, außer ein bisschen extra Zeit morgens und abends. Das ist vollkommen okay. Ich hatte diesen Monat ja einen guten Lesestart, und das mit der Uni wird sich auch noch einpendeln.

Zitat der Woche
“Tell me that and we’ll go. Right now. Save ourselves and leave this place to burn. Tell me that’s how you want your story to go and we’ll write it straight across the sand.” 
(Alwyn Hamilton, Rebel of the Sands)
Und sonst so?
Mein Leben besteht in letzter Zeit gefühlt zu 80% aus Uni - egal, ob ich in der Uni sitze, etwas dafür mache oder schlichtweg nur darüber nachdenke. Überall finden sich erste Eindrücke und neue Herausforderungen. Das ist gut und gerne mal überwältigend.
Ich bleibe mehr oder weniger gut an meinen Schreibprojekten dran (bin schon bei 36000+ Wörtern), und blogtechnisch habe ich auch noch einige Rezensionen vorgeschrieben. Ihr werdet also alle gut versorgt sein. :)

Und was ist diese Woche in eurem (Lese-)Leben los?

Montag, 17. Oktober 2016

[Rezension] Crooked Kingdom - Leigh Bardugo

Da es sich hierbei um den Abschluss einer Dilogie handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Kaz Brekker und seiner Crew ist das Unmögliche gelungen: Sie sind in den Ice Court eingebrochen und haben Kuwei befreit. Eigentlich sollten sie alle jetzt in Geld schwimmen. Stattdessen wurde Inej von van Eck entführt, und so generell hat sich ganz Ketterdam gegen sie verschworen...

Meine Meinung
Ich habe das Schreiben dieser Rezension vor mir hergeschoben, etwas, das ich sonst niemals mache. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich, egal, welche Wörter ich nehmen werde - ich werde diesem Buch niemals gerecht werden. Das will ich von Anfang an klar stellen, und auch, dass das vermutlich keine traditionelle Rezension in dem Sinne wird.
Ich habe Six of Crows geliebt. Die Charaktere sind mir beim zweiten Lesen noch mehr ans Herz gewachsen, und noch bevor ich Crooked Kingdom begann, tat der Gedanke, sie gehen lassen zu müssen, weh.
Crooked Kingdom hat aber noch viel mehr mit mir angestellt. Zum ersten Mal seit Jahren hat mich ein Buch so mitgenommen, dass ich nach Tagen noch daran denke. Selbst mein Schreiben, das ich sonst sehr regelmäßig mache, brachte ich nicht mehr über mich. Immer wieder kehrten meine Gedanken zu diesem Buch zurück, und an die Dinge, die ich gelesen und erfahren habe. Ich habe - auf gut Deutsch - geheult wie ein Schlosshund, und das nicht nur an den düsteren Stellen, selbst in schönen, positiven Momenten sind mir die Tränen gekommen.
Also... wo fange ich an? In Crooked Kingdom kriegen wir endlich Ketterdam zu sehen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Gleich am Anfang des Buches befindet sich eine wunderschön gestaltete Karte, die zum Entdecken und genaueren Angucken einlädt. Die Dregs führen uns zu neuen Schauplätzen wie van Ecks Haus, der Hafen, selbst die Universität... Die Atmosphäre ist einfach grandios, genau wie das Gefühl, Kaz, Inej, Jesper, Wylan, Matthias und Nina in vertrautem Gebiet zu sehen.
Der Plot... Lief alles in Six of Crows auf die Mission im Ice Court zu, so begleitet Crooked Kingdom von der ersten Seite an eine unglaubliche Spannung. Das Buch strotzt nur so von Enthüllungen und Wendungen. Selbst ruhige Momente sind von dem Wissen überschattet, dass es nicht lange so bleiben kann.
Die Spannung existiert auch zwischen den Charakteren, die immer noch das Kernstück dieser Dilogie sind - da kann der Plot noch so grandios sein. (Und er ist wirklich grandios. Leigh Bardugo beweist ein unglaubliches Talent für eine ausgearbeitete Handlung.) Ich habe mich lange gefragt, was die Beziehungen zwischen Inej und Kaz, Nina und Matthias, Wylan und Jesper so reizvoll macht. Und die ganzen Freundschaften zwischen ihnen.
Es ist die Elektrizität.
Leigh Bardugo gelingt es, mit zielsicher eingesetzten Worten solch eine Spannung zu erzeugen, dass man nicht anders kann als komplett in den Bann der Charaktere und ihrer Beziehungen gezogen zu werden.
Wie auch schon in Six of Crows streut Bardugo geschickt Informationen über die Vergangenheit der sechs Krähen ein. Wylan ist wohl der Charakter, dem der größte Zuwachs an Tiefe zuzuschreiben ist, aber auch über Inej oder gerade Matthias erfährt man noch einiges. Und als wäre das noch nicht genug, tauchen vertraute - und geliebte - Gesichter aus der Grisha-Trilogie auf und verstärken das Gefühl, in eine vertraute Welt zurückzukehren.
Damit wären wir dann wieder an dem Punkt angelangt, an welchem ich meine Liebe für das Buch, für die ganze Dilogie deklariere; aber wie gesagt, keine Worte können dem gerecht werden, was Crooked Kingdom mit mir angestellt hat. Ich habe noch nie, noch nie solch ein gelungenes Ende für einen Mehrteiler vor mir gehabt. Auch wenn es herzzerreißend ist, die Charaktere gehen lassen zu müssen... so passt das Ende doch wie die Faust aufs Auge. Es wird den Charakteren, den unglaublichen Dimensionen der Geschichte gerecht, es ist... es ist perfekt. Anders kann ich es nicht beschreiben.

Fazit
Crooked Kingdom hat mich auf eine Art und Weise berührt, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Ein nicht nur gelungener, sondern wirklich perfekter Abschluss für die Dilogie - auch wenn ich mir immer noch nicht vorstellen kann, mich von den Charakteren zu verabschieden.


... auch wenn fünf läppische Herzen dem Buch nicht gerecht werden können.

Titel: Crooked Kingdom
Taschenbuch: 546 Seiten
Verlag: Hachette
Reihe: 2/2
Preis: ca. 11,49€

Freitag, 14. Oktober 2016

[Rezension] Holding Up the Universe - Jennifer Niven

Inhalt
Libby Strout hat sich nach dem Tod ihrer Mutter im Essen verloren. Jahre später musste sie aus ihrem Haus geschnitten werden, weil es keine andere Möglichkeit gab, sie aufgrund einer Panikattacke ins Krankenhaus zu bringen. Jetzt, um die Hälfte leichter, wagt sie sich wieder an den Schulbesuch.
Jack Masselin hat Prosopagnosie - er kann die Gesichter anderer Leute, auch die seiner Familie, nicht wiedererkennen. Sobald er einmal wegblickt, hat er sie vergessen. Doch niemand weiß davon.
Langsam verflechten sich die Leben der beiden Jugendlichen...

Meine Meinung
Auch wenn mich All the Bright Places von Jennifer Niven nicht komplett überzeugen konnte, so hat es mich doch neugierig gemacht - neugierig auf andere Werke der Autorin. Umso mehr freute ich mich, Holding Up the Universe als Rezensionsexemplar zu erhalten.
Niven erzählt sowohl aus der Sicht von Jack und Libby, wechselt sogar relativ häufig zwischen den beiden hin und her und ermöglicht somit einen leichten Einstieg in die Geschichte. Denn gerade die häufigen Wechsel machen die Storyline doch sehr reizvoll.
Ich habe sowohl Libby als auch Jack sehr gerne gemocht. Niven ist nicht auf Libbys Gewicht fixiert - oder auf irgendwelches Abnehmen -, sondern vielmehr auf die Message dahinter. Wie Libbys Umfeld darauf reagiert, wie Libby damit umgeht. Vor allem ist Libby kein schwächliches Mädchen, das sich verstecken will; sie steht mehr und mehr für sich selbst gerade und beweist ein grandioses Selbstbewusstsein. Außerdem entwickelt sie stückchenweise ihre eigene Message, die sie in die Welt hinausschreit.
Jack mochte ich fast noch ein bisschen lieber. Ich weiß nicht, warum - vielleicht, weil man gerade ihm anmerkt, dass er selbst noch mitten in diversen Lernprozessen steckt. Er kann sich nicht von seiner On-Off-Beziehung lösen, er bringt es nicht über sich, anderen Leuten von seiner Krankheit zu erzählen, manchmal wählt er schlichtweg die falschen Worte und stürzt sich in eine kleine Katastrophe. Gerade diese kleinen Fehler machen ihn unglaublich liebenswert, und es ist spannend zu sehen, wie er sich im Laufe des Buches entwickelt.
Was mich allerdings massiv, massiv gestört hat, war die Beziehung der beiden.
Jetzt ist es raus. Das ist einer der Sätze, von denen ich niemals gedacht habe, dass ich sie sagen würde. Aber in Holding Up the Universe hatte ich zum ersten Mal ein wirklich starkes Gefühl, dass ich die ganze Romantik nicht will und nicht brauche.
Versteht mich nicht falsch: Die beiden haben ein paar süße Szenen. Aber das ganze wechselt von Kitsch zu abrupten, teilweise absurden Streiten und letztendlich einem überstürzten Ende, das Niven viel zu unvollständig hinterlassen hat.
Wie auch schon bei All the Bright Places, und es macht mich fast traurig, da ein "Muster" zu erkennen, hat Holding Up the Universe eine ganz wundervolle Nachricht. Niven wählt die richtigen Worte, bereitet das Thema taktvoll auf und beweist, wie gut sie sich auskennt! Wirklich, wirklich grandios.
Aber diese Liebesgeschichte zwischen Libby und Jack verdrängt fast die Bedeutung des Buches... Das ist so ein Widerspruch, weil Libby und Jack als Individuen ganz wundervolle Charaktere sind. Und wenn sie sich gegenseitig helfen und unterstützen. Aber wenn man plötzlich nur noch an die Augen des anderen denkt und überlegt, ob man ihn küssen soll, und Jack trotz seiner Prosopagnosie sich an Libbys Gesicht erinnern kann, dann... dann verliert die Geschichte ihren Zauber. Und beide Protagonisten ihre Individualität.
Vielleicht werde ich es noch mit einem dritten Buch von Jennifer Niven versuchen - falls/sobald sie ein weiteres veröffentlicht. Aber letztendlich hatte ich bei Holding Up the Universe ein kleines Déjà-Vu: Ein angenehmer Schreibstil und eine grandiose, überwältigend gute Umsetzung der Thematik - aber die Romanze passte einfach nicht hinein. Letztendlich hat Holding Up the Universe versucht, mich zu berühren, ist aber auf dem Weg dahin gescheitert.

Fazit
Mit Holding Up the Universe beweist Jennifer Niven, wie gut sie problematische bzw. empfindliche Themen ansprechen und wichtige Weisheiten vermitteln kann. Leider verdrängt die erzwungen wirkende Liebesgeschichte die eigentliche Thematik des Buches, sodass das Lesevergnügen etwas getrübt wird.


Vielen Dank an Lovelybooks und Penguin Books für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Holding Up the Universe
Taschenbuch: 388 Seiten
Verlag: Penguin
Reihe: -
Preis: ca. 8,99€

Montag, 10. Oktober 2016

[Rezension] Empire of Storms - Sarah J. Maas

Da es sich hierbei um den fünften Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Langsam aber sicher spitzt sich alles auf den finalen Kampf gegen Erawan zu, und Aelin versucht, Alliierte zu finden - doch nicht alle sind der Meinung, dass ihr Anspruch auf Terrasen berechtigt ist. Mit wem wird sie sich am Ende finden? Und wie weit wird sie dafür gehen?

Meine Meinung
Ich habe schon oft erzählt, was für ein Pech ich mit Spoilern habe. Wie sehr ich diese biestigen Sätze und Bilder verabscheue, die mich immer dann erwischen, wenn ich einen Augenblick lang unaufmerksam bin, die meine Vorfreude dämpfen oder komplett ruinieren. Game of Thrones, die Bestimmung 3, der dritte Ewiglich-Band, All the Bright Places... nur um ein paar Beispiele zu nennen.
Bei Empire of Storms ist schon Wochen im Voraus ein riesiges Drama ausgebrochen, das ich nicht nachvollziehen konnte (und irgendwie auch nicht nachvollziehen wollte). Es wurde teilweise förmlich mit Spoilern geworfen, weswegen ich mich letztendlich dazu entschieden habe, nicht mehr auf die US-Paperback-Ausgabe zu warten. (Und weil ich es, ehrlich gesagt, leid war, andauernd ein Jahr hintendran zu sein. Meine Geduld hat auch ihre Grenzen.)
Also... wo fange ich an? Dachte ich bei Queen of Shadows schon, dass die Serie an Komplexität kaum noch zu übertreffen ist, so hat Empire of Storms noch einmal eins draufgesetzt. Obwohl jetzt mehr und mehr Charaktere aufeinander treffen und Storylines zusammenlaufen, so gewinnt Sarah J. Maas' Plot immer mehr an Komplexität. Noch mehr an Komplexität. Empire of Storms beweist, wie gut und vorausschauend sie geplant hat - Dinge, die bereits in den ersten Bänden erwähnt wurden, werden hier wieder aufgenommen. Das Weltbild wieder und wieder auf den Kopf gestellt. Ich habe das Gefühl, Queen of Shadows und Empire of Storms mindestens noch einmal lesen zu müssen, um sie in ihrer Komplexität vollkommen erfassen zu können. Im Moment kann ich eigentlich nur so viel sagen: Ich bin beeindruckt und ziehe meinen Hut vor Sarah J. Maas. So viel Genie beweisen nur wenige Autoren.
Wer noch nicht The Assassin's Blade gelesen hat, sollte es spätestens vor Empire of Storms tun, besser noch vor Queen of Shadows. Maas bezieht sich mehr und mehr auf die Ereignisse dort. Ja, man kann Empire of Storms ohne dieses Wissen lesen und gut verstehen. Aber ich persönlich habe es genossen, noch einmal zu diesen Kurzgeschichten zu greifen und mich an die verschiedenen Charaktere aus ihnen zu erinnern. Ein weiterer Aspekt, der der Geschichte Tiefe verleiht.
Empire of Storms beginnt im gemäßigten Tempo, aber das ist man eigentlich seit Heir of Fire gewöhnt, um ehrlich zu sein. Und das meine ich nicht negativ: Wenn Maas das Tempo, das sie gegen Mitte/Ende hin anstrebt, von Anfang an vorlegen würde, würde ich vermutlich spätestens bei der Hälfte des Buches einen Herzinfarkt erleiden. Ich sehe auch keinen Grund, mich darüber zu beschweren: Die Charaktere müssen sich schließlich auch entwickeln, und ich hatte nie das Gefühl, dass ich Szenen gelesen habe, die nicht die eigentliche Geschichte vorangebracht haben.
Und wo wir bei Charakteren sind: Hier meine übliche Schwärmerei, was die Charaktere anbetrifft.
Nein, natürlich nicht.
Aber wieder einmal bin ich beeindruckt von der Wandlungsfähigkeit der Charaktere. Manon ist mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen, aber indem Sarah J. Maas auch Rowans "Cadre" (damit meine ich vor allem Lorcan, Fenrys und Gavriel, mein persönlicher unterschätzter Favorit) einbringt und wir diese besser kennen lernen, wächst nur die Liste der Charaktere, die ich nie wieder loslassen will. Allein Elide zeigt in Empire of Storms, wie widerstandsfähig sie ist - und dass sie Stück für Stück immer stärker wird.
Über das Ende habe ich in der Zeit, in der ich auf meine Kopie gewartet habe, einiges gehört. Worüber sich alle einig waren: Es ist verstörend zerstörend. Ich habe, ehrlich gesagt, mit dem Schlimmsten gerechnet. Die gute Nachricht? Das, was ich befürchtet habe, traf nicht ein. Die schlechte Nachricht? Es war viel schlimmer als alles, was ich mir jemals erträumt habe. Ähnlich wie bei A Court of Mist and Fury habe ich ein wenig, äh, meine Contenance verloren und auch Tage später bin ich immer noch leicht verstört.
Ihr habt es schon erwartet, oder? Ich sage es trotzdem noch einmal: Sarah J. Maas hat es wieder getan.
Und weil meine Gedanken hier noch gar nicht enden, gibt es ausnahmsweise eine Spoiler-Diskussion, in denen ich explizit über ein paar Stellen in Empire of Storms sprechen werde.

Samstag, 8. Oktober 2016

[Gequassel] Über fiktionale Charaktere, Buchverfilmungen und Weihnachtsgeschenke

... anders ausgedrückt: Ich wurde von der herzallerliebsten Julia getagt. Ich bin kein großer Fan von Tags, aber die Fragen, die sie sich ausgedacht hat, finde ich unglaublich spannend - und vor allem kann ich nicht aufhören, darüber nachzudenken, bis ich nicht ausreichend befriedigende Antworten gefunden habe. Und wer den subtilen Link oben nicht bemerkt hat, hier noch einmal ein ausführlicher Hinweis auf Julias Blog: Julias Wunderland. Im Ernst. Schaut drauf. Lest die Beiträge. Sie kann super gut schreiben - und vor allem merkt man ihr an, dass sie es gern macht.

Weil der Beitrag ohnehin schon lang genug wird (wartet erst die Rezensionen ab, die demnächst kommen werden...), beginne ich jetzt einfach mit den Fragen:

Wer ist dein fictional book crush?
In welchen fiktionalen Buchcharakter bin ich nicht ein wenig verliebt? Im Ernst. Ich versuche, mich auf ein paar zu beschränken. (Vielleicht auch ein paar, die ihr noch nicht kennt?)
... Atlas aus The Thousandth Floor.
... Gavriel (don't judge me!) aus Empire of Storms.
Dann noch die Klassiker: Nikolai Lantsov aus der Grisha-Trilogie und Dorian Havilliard aus den Throne of Glass-Büchern. Oh, und Jaime Lannister. Pssshhh.

Welchen Buchcharakter würde ich gerne persönlich treffen?
Die Herren da oben? :D Again: Es ist super schwer, sich hier festzulegen. Aber... ich gehe mit der ganzen Crooked Kingdom bzw. Six of Crows-Crew. Kaz, Inej, Nina, Matthias, Jesper und Wylan sind einfach... argh. Ich würde einfach alles geben, um sie mal kennen zu lernen, auch wenn ich hinterher entweder tot oder komplett eingeschüchtert wäre.

Welchen Autor würdest du gerne treffen?
Oh, na das kann ich beantworten. Sarah J. Maas, Susan Dennard und Alwyn Hamilton. Alle drei wirken einfach unglaublich lieb/sympathisch und bodenständig.

Was bewegte dich dazu, einen Blog zu gründen?
Es macht mich so traurig, dass ich diese Frage nicht ausreichend beantworten kann. Als Noch mehr Bücher - "damals" noch amoureux des livres - gegründet wurde, war es Juni 2012. 2012!!! Äh, ja. (Es vergeht wirklich kein Post, wo ich nicht erwähne, wie schnell die Zeit vorbeigeht.) Ich denke, ich war einfach daran interessiert, meine Meinung über gewisse Bücher in die Welt hinaus zu schreien. Ich hatte bis dato schon zig Blogs gehabt und wieder gelöscht, und niemals hätte ich gedacht, heute noch hier zu sitzen und Beiträge zu veröffentlichen. Der Gedanke, diesen Blog nicht zu führen, ist für mich vollkommen absurd.
Das beantwortet die Frage nicht, ich weiß. Aber auch wenn ich keine Ahnung habe, warum genau ich jetzt hier sitze... so bin ich doch sehr froh, dass ich es tue.

Welches Buchende würdest du am liebsten umschreiben?
He, he, he. Spontan fällt mir Ruin and Rising ein. (Vermutlich, weil ich gerade mit Sanne darüber gesprochen habe.)
Achtung, Spoiler für alle, die die Reihe noch nicht kennen!
Das Ende passt. Wirklich. Es lief darauf hinaus, auch wenn ich es nie wahrhaben wollte. Doch wenn es nach mir ginge... Ich würde ihr ihre Kräfte zurückgeben, Mal endgültig umlegen und sie an die Seite des Darklings setzen. Sorry not sorry.

Es ist Weihnachten: Erhältst du lieber Büchergutscheine oder gleich direkt ein Buch?
Grundsätzlich geht nichts über Büchergeschenke. Aber ich habe genau eine einzige Freundin, die weiß, mit welchen Büchern sie mir eine Freude bereiten kann. Deshalb freue ich mich grundsätzlich lieber über einen Gutschein als über ein Buch, bei dem sich der Geber nicht wirklich Gedanken gemacht hat.

Eine gute Buchverfilmung...
Ich finde die Tribute von Panem-Filme unglaublich gut gelungen! (Jetzt habe ich Lust, sie noch einmal alle anzuschauen... Dank sei Amazon Prime.) Ist mir egal, was die Kritiker sagen. Ich habe jeden einzelnen Film geliebt, ganz besonders den dritten und zweiten. Aber sie sind alle toll.
Ansonsten gehe ich gerade alle Buchverfilmungen durch, die ich so gesehen habe... Ich fand Die 5. Welle gut gelungen, wenn auch nicht überragend. Kann man gucken. Die John Green-Verfilmungen sind toll, besonders Cara Delevigne hat in Paper Towns Talent bewiesen.
Darf ich auch welche erwähnen, bei denen ich nicht das Buch gelesen habe? Vermutlich nicht. Egal, ich mach's trotzdem.
... Hüter der Erinnerung. Grandioser Film. Ein wenig zu kurz geraten, aber am Ende standen mir die Tränen in den Augen.
... Seelen. Ich mag die Besetzung einfach. Gut gelungen.
Leute, schlagt mich jetzt nicht. Aber nachdem der Trailer für den zweiten Fifty Shades of Grey veröffentlicht wurde, war ich so verdammt neugierig, dass ich mir Teil 1 endlich angeguckt habe. Und im Ernst? Es war längst nicht so schlimm wie gedacht. Schockierend, ich weiß. Man sieht die Twilight-Parallelen, aber gerade die Charaktere sind zumindest nicht ganz so flach und ihre Beziehung (minus die ganzen, ähm, intimen Szenen, weil die mich null interessieren) ist eigentlich super interessant zu verfolgen. Ich mag einfach die Chemie zwischen den Schauspielern. That's it.

Deine zwei Lieblingscharaktere aus zwei verschiedenen Büchern treffen aufeinander, was geschieht?
Julia, was sollen diese ganzen schwierigen Fragen?
Hmm, nachdem ich eine gefühlte Stunde überlegt habe: Wie wäre es mit dem Darkling aus der Grisha-Trilogie und Maeve aus Empire of Storms. Was passiert, fragt ihr noch? Lest die Bücher. Wollt ihr nicht? Okay. Sagen wir mal, eine Apokalypse wäre untertrieben.

Welche Bücher findest du total overhyped?
(Ich war so frei, die Frage von Bücherreihe zu Bücher zu ändern. Weil mir keine ganze Reihe einfällt.) 
Hier gibt es zwei Kandidaten: Einmal Illuminae. Ich fand das Buch toll, keine Frage, aber dem Hype wird es nicht gerecht. Es versteckt sich meiner Meinung nach hinter der hübschen Aufmachung.
Und, mein Klassiker, Göttlich verdammt. Auch das Buch ist okay, kann man lesen, aber es wird dem Hype nicht gerecht. Es sind alle Klischees, die zu dieser Zeit damals "in" waren, in einem Buch vereint. Mehr auch nicht.

Denk an das Buch, welches du als letztes gelesen hast: Würdest du in der Welt darin zurecht kommen?
OH JA.
Ich habe zuletzt The Thousandth Floor von Katharine McGee gelesen. (Rezension folgt noch!) Darin geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die in einem 1000 Stockwerke hohem Hochhaus leben. Im Jahre 2118. Alles ist futuristisch und cool und einfach... einfach cool. Auch wenn ich inständig hoffen würde, auf einem der höheren Stockwerke zu leben, weil, na ja, der ganze Luxus ist schon ziemlich verlockend.

Das wär's mit dem Tag. Okay, eigentlich hat Julia noch eine Frage gestellt: Welches Buch hast du aufgrund einer Empfehlung gekauft und fandest es total mies? Aber da ich das Glück habe, darauf keine Antwort zu wissen, seid ihr jetzt erlöst - sind ja nur über 1000 Wörter, die ihr gerade eben gelesen habt. Ähm,
Wenn ihr's durch den Post geschafft habt, gibt es einen Chocolate Chip Cookie. (Ich bin kürzlich umgezogen und habe heute den allerbesten Chocolate Chip Cookie überhaupt gegessen. Ich ziehe nie wieder weg, just saying.)

Und da ich, wie gesagt, kein Fan von Tags bin, werdet ihr hier auch keine Regeln/Instruktionen finden. Ich möchte euch allerdings ein paar Fragen dalassen, vielleicht hat ja jemand Lust, den Tag (noch einmal) zu machen? Muss ja auch nicht im Rahmen des Tags sein. Einfach so. Weil ich neugierig bin und mehr über euch wissen möchte. :)

→ Welche Bücher in deinem Regal wirst du immer wieder lesen?
→ Welchen Buchkauf hast du richtig, richtig, richtig bereut?
→ Nenne einen Autor, der unverschämt gut schreiben kann.
→ Welches Klischee kannst du nicht mehr sehen?
→ Und welches tolle Buch bekommt viel zu wenig Aufmerksamkeit?

Damit verabschiede ich mich jetzt. Okay, noch einen letzten Hinweis auf Julias Blog. Habt einen schönen Samstag!

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Leselaunen #7

Auch an diesem Mittwoch nehme ich wieder an der Aktion teil, die bei Sanne vom Papierplanet stattfindet.


Aktuelles Buch?
The Thousandth Floor von Katharine McGee - ein Buch à la Gossip Girl. Nur in Manhattan im Jahre 2118 in einem futuristischen, 1000 Stockwerke hohem Hochhaus. Klingt cool? Ist es auch. Gerade das Setting gefällt mir bisher sehr gut (okay, ich habe fast drei Viertel gelesen), die Charaktere sind ein wenig... durchwachsen. Es ist aus fünf verschiedenen Perspektiven geschrieben, wovon ich zwei gerne mag, einen toleriere und zwei eher weniger mag bzw. mich mit ihnen weniger identifizieren kann. Grundsätzlich liest es sich jedoch sehr leicht und man hat Spaß beim Lesen! Bin schon gespannt, wie das Buch ausgeht (bzw. meines Erachtens soll es eine Trilogie werden). Extra Pluspunkte für das Cover!
Nebenher lese ich noch Am Ende der Welten von Terry Goodkind, was, hm, na ja ist. Ich lese die Reihe eigentlich nur noch, weil die Bücher seit Jahren rumstehen und ich sie endlich abschließen will.


Aktuelle Lesestimmung
Im Moment gut! :) Mehr gibt's hier auch nicht zu sagen. Bin gespannt, wie viel ich dann noch lese, wenn die Uni losgeht.


Zitat der Woche
Crooked Kingdom Seite 1 - 546. Nein, im Ernst. Ich habe das Buch vor drei Tagen beendet und bin immer noch nicht drüber hinweg. Ich will euch aber nicht spoilern, nur hier eine subtile (sehr nicht-subtile, let's be honest) Empfehlung dalassen: Lest. Dieses. Buch. (Oder zuerst Six of Crows bzw. die Grisha-Trilogie, wenn ihr das noch nicht kennt. Aber lest es!)

“Fear is a phoenix. You can watch it burn a thousand times and still it will return.”
(Leigh Bardugo, Crooked Kingdom
Und sonst so?
Für den, der noch nicht meinen heute überaus emotionalen Schreibstil registriert oder meine ebenso emotionalen Tweets gelesen hat: Ich bin in meinem eigenen Apartment! (Ich nenne es "Wohnung", weil es im Studentenwohnheim ist, ich eine Küche und ein Bad habe und, ja. Es ist eine Wohnung, okay?) Ich bin aufgeregt! Ich möchte am liebsten jeden Satz mit einem Ausrufezeichen und/oder einem Emoticon beenden!
Nein, im Ernst. Ich hatte unglaubliches Glück, so eine tolle Wohnung zu finden - die Lage ist toll, der Boden ist toll (Holz! Holz-Traumboden!), meine Möbel sind ebenso traumhaft (die Farben harmonieren!) und so generell ist gerade alles toll. Spricht aus mir die Frischverliebtheit? Absolut. Bin ich fest entschlossen, das Gefühl auszukosten? Dito!
Wenn die Uni auch nur ansatzweise, ansatzweise so gut läuft, bin ich rundum glücklich. Okay, meinen Kater musste ich zurücklassen (was mir wirklich in der Seele wehtut und an das ich im Moment noch nicht denken möchte), aaaber meine Heimat ist drei Stunden entfernt und ich komme sowieso bald wieder. Bis dahin werde ich einfach weiter aufgeregt sein. :D

Und was ist in eurem (Lese-)Leben so los? Ich hoffe inständig, dass ihr heute etwas erlebt habt, das euch glücklich und/oder aufgeregt gemacht habt - genießt es. :) <3

Montag, 3. Oktober 2016

[Rezension] Magisterium: The Bronze Key - Holly Black & Cassandra Clare

Da es sich hierbei um den dritten Band einer Reihe handelt, enthält die Inhaltsangabe Spoiler. Die eigentliche Rezension ist spoilerfrei.

Inhalt
Eigentlich sollte alles besser sein - jetzt, wo es Call gelungen ist, Constantine Madden zu töten. Doch noch auf der Feier, die für ihn, Tamara und Aaron veranstaltet wird, wird alles wieder einmal auf den Kopf gestellt: Eine Schülerin wird tot aufgefunden. Und schon bald wird klar, dass der Mörder es auch auf Call abgesehen hat...

Meine Meinung
Ich war fest entschlossen, keine ausführliche Rezension zu The Bronze Key zu schreiben. The Iron Trial und The Copper Gauntlet haben mir gut gefallen, aber es war eben nur gut. Und dann war da noch die Tatsache, dass der dritte Band mit 256 Seiten Seiten noch kürzer als seine Vorgänger ist.
Oh, ich hatte ja keine Ahnung.
Hat man schon in The Copper Gauntlet gemerkt, dass Call und seine Freunde langsam älter werden, so hat sich das in The Bronze Key noch einmal verstärkt. Zum Einen wird die ganze Serie, die Atmosphäre noch einmal wesentlich düsterer. Leute sterben - natürlich ist das noch längst nicht so explizit beschrieben wie zum Beispiel in Young Adult Büchern, aber es ist, als würde die Serie mit den Protagonisten mitwachsen.
Denn auch Call, Aaron und Tamara werden älter. Jaspers Interesse für romantische Beziehungen erwacht. Dadurch werden vor allem ihre Entscheidungen und ihr Verhalten rationaler, aber immer noch für ihr Alter angemessen. Gleichzeitig wird das Buch nicht vollkommen von Ernsthaftigkeit konsumiert, im Gegenteil; ich habe bei keinem der Bände so sehr gelacht wie bei The Bronze Key! Gerade Jaspers Datingtipps:
“Number one,” Jasper said, with a frown at Call, who clearly didn’t appreciate the wisdom that was about to be dispensed, “when you talk to a girl, you have to look her right in the eye. And you can’t blink. That’s very important.”
“Doesn’t that mean your eyes start watering?” Aaron asjed.
“Not if you do it right,” Jasper replied significantly. Call wondered what that meant. Were you supposed to develop a second eyelid, like a lizard?
(Magisterium: The Bronze Key, Holly Black & Cassandra Clare, Quelle)
Ich mag einfach die Atmosphäre und fast schon der Komfort, den Calls Welt mir bietet. Mit jedem Buch hat man mehr und mehr das Gefühl, nach Hause zu kommen. Die Geschichte ist fantastisch - voller Magie und Geheimnisse.
Und die Chemie zwischen den Charakteren erst! Ich habe ja schon erwähnt, dass sie reifer werden, aber gerade Aarons und Calls Freundschaft ist wirklich grandios dargestellt. Obwohl die beiden Feinde sein sollten, können sie doch aufeinander zählen, obwohl sie sich erst seit drei Jahren kennen, herrscht solch ein tiefgreifendes Vertrauen zwischen ihnen.
Aber Leute, das Ende erst. Ich bin immer noch nicht darüber hinweg. Und irgendwie erwarte ich eine Hintertür, so wie man das von Cassandra Clare und Holly Black kennt. Wir wissen ja mittlerweile gut genug, dass beide Autorinnen Plottwists beherrschen wie kaum andere. Doch dieser übersteigt alles - er katapultiert The Bronze Key, wenn nicht die ganze Serie, noch einmal auf ein anderes Level und hebt sich von anderen Middle Grade Serien ab. Ich bin immer noch schockiert, beeindruckt, zutiefst berührt (und verstört). Mit The Bronze Key haben Clare und Black endlich das Potential der Serie vollkommen ausgeschöpft und meine Hoffnungen, die ich für die Reihe hatte, bestätigt.

Fazit
Magisterium: The Bronze Key übertrifft seine Vorgänger um einiges. Trotz der Kürze des Buches mangelt es nicht an Spannung, Charakterentwicklung oder Plottwists - ein grandioser Band rundherum, der zu Tränen rührt. Wer die Serie noch nicht angefangen hat: Spätestens jetzt kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass es sich lohnt.


Titel: Magisterium: The Bronze Key
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Corgi Children
Reihe: 3/5
Preis: ca. 6,99€
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