Mittwoch, 31. August 2016

Leselaunen #5

Auch diesen Mittwoch mache ich wieder bei der Aktion mit, die bis Oktober von Sanne von Papierplanet vertreten wird.

Aktuelles Buch?
Throne of Glass von Sarah J. Maas. Jeder, der den Blog schon länger liest, wird jetzt an meine Schwärmereien (die sich hierhierhier und in noch drei weiteren Rezensionen finden lassen) zurückdenken (und vielleicht ein bisschen die Augen verdrehen).
Ihr müsst wissen, dass ich den vierten Band - Queen of Shadows - noch nicht gelesen habe, obwohl der seit fast einem Jahr draußen ist. Das Ding ist, dass ich von der Reihe lediglich die US-Taschenbücher besitze, und die erscheinen immer ein Jahr nach dem Hardcover. Ich hab allerdings beschlossen, dass ich von Empire of Storms (Band 5) einfach das Hardcover kaufen werde. Ich kann nicht länger nicht up-to-date sein. Nicht mal unbedingt, weil ich es nicht aushalten würde - aber allein in den letzten Tagen kam ich schon verdammt nahe an irgendwelche Spoiler ran. (Und wurde teilweise gespoilert.) Ich bin das einfach ein wenig leid. Außerdem will ich mir eine eigene Meinung zu der Kontroverse bilden, die gerade um Sarah herum entstanden ist.
Aber das alles beiseite: Um meine Gedächtnislücken zu schließen, will ich die ersten drei Bände noch mal lesen. Und was soll ich sagen: Ich verliebe mich gerade wieder in Celaena und ihre Welt. <3

Aktuelle Lesestimmung
Ich würde sagen: Auf ihrem alljährlichen Höhepunkt. Im Ernst - ich habe im August acht Bücher gelesen, und das, wo ich es in allen vorangehenden Monaten nur auf drei bis fünf Bücher gebracht habe!
Deshalb gibt es hier auch so viele Rezensionen/Posts momentan. Ich würde sagen, ich hab endlich raus, wie ich die Post-Abi-Leere fülle. Mit viel Büchern und Blog-Kram. :)
(Ich hab diesen Monat aber auch verdammt viele gute und vor allem gut/angenehm geschriebene Bücher gelesen!)

Zitat der Woche
"Libraries were full of ideas - perhaps the most dangerous and powerful of all weapons."
(Sarah J. Maas, Throne of Glass)

Und sonst so?
Ich freue mich einfach unglaublich darüber, so viel zu lesen und sogar Zeit dafür machen zu können, einzelne Bücher ein zweites Mal zu lesen. Außerdem habe ich diese Woche endlich nach einem knappen Jahr Arbeit mein Buch an eine Agentur geschickt. Ja, eine einzige. :) Das ist einfach ein "Traum", den ich mir schon seit Jahren erfüllen wollte. Ich hab... 2010? mein erstes Buch abgeschlossen, und mir seitdem immer wieder gewünscht, mal eines gründlich zu überarbeiten, ein ordentliches Exposé zu schreiben und das Ganze rauszuschicken. Zugegeben, etwas nervös bin ich schon - aber jetzt liegt es zumindest nicht mehr in meinen Händen. Und ich hab's endlich mal getan!
Auch mit dem Blog läuft es gerade sehr gut. Die Aktion zu Schwestern der Wahrheit auf Facebook hat mir erstmalig die Möglichkeit gegeben, mich reger mit anderen Bloggern auszutauschen. Außerdem habe ich endlich den Dreh bei Twitter raus (ja, auch das hat vier Jahre gedauert) und es zu lieben gelernt. Ich finde es einfach super cool, dass man da quasi "direkten" Kontakt/Austausch mit Autoren haben kann! :) Vielleicht möchtet ihr ja mal vorbeischauen. (Und jetzt genug mit der Selbstpromo.) Aber hallo an die neuen Leser!
Die Wohnungssuche (was für ein Themawechsel) blieb leider erfolglos, jetzt hab ich mich auf einen Wohnheimplatz beworben und hoffe, da mehr Glück zu haben. Hauptsache, ich hab ein Dach über dem Kopf, wenn das Studium losgeht. :)
Uuund weil ich noch nicht genug gelabert habe - nachdem ich mitten in der siebten Staffel einen Durchhänger hatte, suchte ich jetzt wieder Supernatural (und bin jetzt "schon" bei Staffel 8) und wenn ich das nicht schaue, dann ist Lucifer die Serie meiner Wahl. Zugegeben liegt das zum Teil daran, dass Tom Ellis einen grandiosen Akzent hat.

Okay, diese Leselaunen (die fünften schon!) sind echt lang geworden. Wer bis hierher gelesen hat - vielen Dank. :) Dafür dürft ihr mir jetzt auch erzählen, was in eurem (Lese-)Leben so los ist!

Montag, 29. August 2016

[Rezension] AMANI - Rebellin des Sandes - Alwyn Hamilton

Inhalt
Die sechzehnjährige Amani will nur eines: Dustwalk endlich hinter sich lassen. Um das notwendige Geld zu sammeln, nimmt sie an einem Schießwettbewerb teil. Nur läuft der Abend nicht so wie geplant, und sie lernt den mysteriösen Fremden Jin kennen. Aus irgendeinem Grund wird Jin verfolgt - und ehe sie sich versieht, ist Amani in eine Rebellion verstrickt...

Meine Meinung
AMANI - Rebellin des Sandes ist der perfekte Beweis, dass ich öfters mal aus meiner Komfortzone ausbrechen sollte. Ich liebe zwar Fantasy, dachte aber, dass Rebellin des Sandes thematisch nicht unbedingt mein Fall ist. Ich hatte aber mittlerweile so viel von englischsprachigen Buchbloggern (vor allem viel Gutes) gehört, dass ich mich entschloss, es zu versuchen. Denn woher konnte ich wissen, dass ich solche Geschichten nicht mag, wenn ich es nie versucht habe?
Von der ersten Seite an ist man mitten im Geschehen. Amani bereitet sich gerade auf den Wettbewerb vor. Ziemlich bald zeigt sich, dass sie eine begnadet gute Schützin ist - wenn nicht sogar die beste der Anwesenden. Alwyn Hamiltons simpler, fast schon nüchterner Schreibstil brachte mir nicht nur die Geschichte näher, sondern machte es auch unmöglich, das Buch beiseitezulegen. Mit jeder weiteren Seite entfaltete sich eine unglaublich umfassende und detaillierte Welt vor mir.
Dabei ist das Buch gerade einmal 352 Seiten lang. Hamilton gelingt es, dem Leser nur das Nötige an Informationen zu füttern, sodass ich nur ahnen kann, wie viel mehr da noch folgt. Auch sonst verbringt sie keine Zeit mit unnötigen Beschreibungen, ein Aspekt, der mir immer sehr gut gefällt. Beim Lesen von AMANI - Rebellin des Sandes hatte ich das Gefühl, dass jedes Wort am richtigen Platz ist. Und ich kann mich nur wiederholen: Amanis Welt faszinierte mich vollkommen - von magischen Wesen bis hin zu Sultanen und mysteriösen Waffen ist alles mit dabei. Selten konnte ich mir eine fiktive Welt so gut vorstellen.
Amani als Protagonistin hat mir unglaublich gut gefallen. Sie ist ein sehr starkes, eigenwilliges Mädchen, und vor allem ist sie alles andere als fehlerfrei. Um ihr Ziel zu erreichen, ergreift sie vor allem anfangs Maßnahmen, die zweifelhaft, wenn nicht sogar verwerflich sind. Und - so komisch sich das anhört - gerade das mochte ich an ihr. Es ist eine Sache, eine starke Protagonistin zu schaffen, das ist heutzutage nicht mehr allzu selten. Es ist allerdings eine andere Sache, sie nicht total selbstlos zu machen. Sie auch mal selbstsüchtig handeln zu lassen. Denn das macht Amani so real - so sympathisch.
Selbst die Gesellschaft hat die Autorin detailliert ausgearbeitet - Frauen haben wenig, wenn nicht gar nichts zu sagen und sind mehr ein Objekt als eine Person, die zu einer Meinung berechtigt ist. Deshalb ist Amani oft als Junge verkleidet unterwegs, und stößt in ihrer "wahren" Erscheinung nicht selten auf Schwierigkeiten. Auch die Art und Weise, wie der Sultan und seine Untertanen eingeflochten sind, fand ich unglaublich faszinierend. Für jemanden wie mich, der sich mit dem Thema bisher nicht befasst hat, hat Hamilton alles erstaunlich einfach erklärt und mir wieder einmal das Gefühl gegeben, ihre Welt ein Stückchen besser kennenzulernen.
Auch Jin mochte ich sehr gerne. Die Chemie zwischen den beiden ist fantastisch, und ich hatte wirklich Spaß, von ihnen zu lesen. Sie sind sich einfach auf Augenhöhe, und im Verlaufe des Buches werden sie zu einem Team, das immer enger zusammenarbeitet. Natürlich bahnt sich auch hier eine Romanze an, aber Alwyn Hamilton flechtet diese überraschend dezent ein. (Alles andere wäre auch bei der Seitenanzahl zu viel gewesen.)
Tja... was soll ich sagen? Ich war und bin restlos begeistert. Schon nach den ersten paar Kapiteln wünschte ich mir, das Buch würde niemals enden, und das Gefühl blieb bis zur letzten Seite. Die Autorin hat nicht nur eine Welt erschaffen, die in meinem Kopf lebendig geworden ist, sondern auch zwei starke Protagonisten, die unglaublich gut miteinander harmonieren. AMANI - Rebellin des Sandes ist ein grandioser Auftakt - anders kann man es einfach nicht in Worte fassen.

Fazit
AMANI - Rebellin des Sandes ist ein vollkommen gelungener Auftakt. Alwyn Hamilton beeindruckt mit einer detailliert gestalteten und fantasievollen Welt, einem grandiosen Schreibstil und zwei Protagonisten, deren Chemie mich jedes Mal wieder aufs Neue beeindruckt hat. Absolute Empfehlung!


Vielen Dank an cbt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Titel: AMANI - Rebellin des Sandes (Rebel of the Sands)
Hardcover: 352 Seiten
Verlag: cbt
Reihe: 1/3
Preis: 16,99€

Freitag, 26. August 2016

[Rezension] Silber: Das dritte Buch der Träume - Kerstin Gier

Achtung! Da es sich hierbei um den dritten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!
Das Resümee hingegen ist spoilerfrei.

Inhalt
In Livs Leben läuft mal wieder alles schief, was nur schieflaufen kann: Sie lügt Henry an, indem sie einen Ex-Freund erfindet, ihre Mutter soll bald heiraten und die Organisation ist eine Katastrophe... Zu guter Letzt hat Arthur seine Kräfte entwickelt. Nicht nur Livs Leben, sondern auch das ihrer Mitschüler und Freunde ist nun bedroht. Denn Arthur schreckt vor nichts zurück, und eine finale Auseinandersetzung ist unvermeidlich...

Meine Meinung
Ich habe das Finale der Silber-Trilogie ewig lange vor mir hergeschoben. Nicht, weil ich die Reihe nicht beenden wollte, sondern vielmehr, weil sie mich nicht (ganz) so umgeworfen hat wie die Edelstein-Trilogie und die Meinungen über den letzten Band eher auseinandergehen. Als ich den letzten Band jedoch in der Bücherei entdeckte, hielt ich das für einen Wink des Schicksals. Als würde es sagen: "Hier, nimm mich. Ich würde zwar super hübsch in deinem Regal aussehen, aber falls ich dir inhaltlich nicht zusage, ärgerst du dich wenigstens nicht über das Geld."
Dem konnte ich nichts entgegenhalten. Beim Aufschlagen des Buches entdeckte ich jedoch einen weiteren Grund, weshalb ich so lange gezögert hatte: Ich hatte nämlich mehr oder weniger große Gedächtnislücken. Glücklicherweise greift Kerstin Gier hin und wieder zu kleineren Erklärungen, sodass ich mich allmählich an das Wesentliche erinnerte. Dem Lesevergnügen tat es zumindest keinen Abbruch (auch wenn ich mir sicher bin, dass die Leute, die sich komplett erinnern, noch mehr Spaß hätten).
Von der ersten Seite an ist man wieder von Kerstin Giers locker-leichtem Schreibstil gefesselt und vor allem ihr genialer Humor begeistert. Oftmals habe ich mich dabei erwischt, laut zu lachen, weil es einfach zu urkomisch war. Liv ist auch einfach eine tolle Protagonistin - zwar nicht immer selbstischer, was sie oftmals zu überspielen versucht, aber dafür einfach sehr charmant und... realistisch. Liv stelle ich mir als ein Mädchen vor, mit dem man den Spaß seines Lebens haben kann. (Auch wenn ich mittlerweile, wie ich mit Schrecken festgestellt habe, älter als sie bin. So spielt das Leben! ;))
Generell sind die Charaktere der Grund, warum ich die Trilogie sehr gern mag. Henry, Grayson, selbst Arthur und Anabel - jeder von ihnen ist facettenreich und hat seine Eigenheiten, Stärken und Schwächen. Es machte einfach unglaublich Spaß, ihre Geschichten zu verfolgen, ihre Entwicklungen zu beobachten (ob negativ oder positiv).
Denn letztendlich ist es in meinen Augen der Plot, der etwas schwächelt - vor allem bei diesem letzten Band. Gerade in der ersten Hälfte des Buches ging die eigentliche Geschichte nicht so wirklich vorwärts, was nicht super tragisch ist, weil Kerstin Gier einfach klasse schreiben kann... aber es fällt eben auf. Auch das langersehnte Finale kommt etwas zu kurz, und ein Großteil der Auflösung wird in einem Kapitel abgefertigt. Das ist einfach schade - gerade da hätte Gier sich gerne etwas mehr Zeit nehmen dürfen.
Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Wie gesagt, beim Lesen des Buches hatte ich ziemlich viel Spaß. Es ist keine super tiefgehende Lektüre, aber grundsätzlich eine schöne Unterhaltung. Kein komplett runder Abschluss, aber zumindest im Großen und Ganzen ein zufriedenstellender.

Die Silber-Trilogie - Resümee
Ich finde, ich kann mit gutem Gewissen sagen: Ja, es lohnt sich, die Trilogie zu lesen! Gerade, wenn man ein Fan von Kerstin Giers Edelsteintrilogie ist, so wird man auch Spaß mit Liv und Henry haben. Die Reihe ist zwar nicht ganz so stark, aber überzeugt vor allem durch ihre abwechslungsreichen Charaktere und Kerstin Giers unschlagbaren Humor. Wer Lust auf eine eher leichte, aber dennoch fesselnde Geschichte hat, ist hier absolut richtig!

Fazit
Silber: Das dritte Buch der Träume ist kein perfekter, aber dennoch ein gelungener Abschluss von Livs Geschichte. Gerade die Charaktere und Kerstin Giers Humor machen das Buch lesenswert.


Titel: Silber: Das dritte Buch der Träume
Hardcover: 464 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Reihe: 3/3
Preis: 19,99€

Mittwoch, 24. August 2016

[Rezension] Schwestern der Wahrheit - Susan Dennard

Inhalt
In einer Welt voller Magie sind Safi, eine Wahrmagis, und Iseult, die die Gefühle ihrer Mitmenschen sehen kann, beste Freundinnen - sogar noch mehr als das, sie sind Strangschwestern. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und Safi wird von verschiedenen Parteien mit verschiedenartigen Interessen verfolgt. Und während die Hetzjagd ihren Lauf nimmt, nähert sich auch das Ende des zwanzigjährigen Waffenstillstandes...

Meine Meinung
Im Englischen sind Safi und Iseult schon seit Anfang Januar in aller Munde, deshalb freute ich mich umso mehr, als ich das deutsche Exemplar in den Händen hielt. Noch bevor man das Buch aufschlägt, merkt man, dass es mit Liebe gestaltet wurde - von dem Cover hin bis zur farbigen Karte, die mich mehrmals vor der absoluten Verwirrung bewahrt hat.
Jetzt aber zum Inhalt des Buches. Aufgrund der Bloggeraktion wusste ich schon vorher mehr über Safis und Iseults Welt als vor den meisten anderen Büchern, die ich lese, dennoch war ich zu Beginn ganz schön überwältigt. Susan Dennard hält sich nicht bei Begriffen, wie zum Beispiel Strangschwestern, Blutmagis, Höllenbarden und vielen mehr, zurück. Und diese Begriffe werden auch selten erklärt, vielmehr muss der Leser seine eigenen Schlüsse ziehen. Gerade zu dem zwanzigjährigen Waffenstillstand beziehungsweise dem Krieg davor hätte ich noch mehr erfahren - aber vielleicht kommt das noch im zweiten Band. Generell bin ich einfach nicht ein Fan davon, alles der Fantasie des Lesers zu überlassen - bis ich zumindest ansatzweise durchgeblickt hatte, waren schon einige Seiten vergangen.
Das ist auch so ziemlich der Hauptgrund, weshalb sich der Anfang für mich etwas schleppend hinzog. Außerdem musste ich mich ein wenig an Susans Schreibstil gewöhnen - sie schreibt zwar aus der dritten Perspektive, bleibt aber doch immer einen Ticken distanziert. Doch sobald ich die Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte, wurde ich immer wärmer mit dem Buch und war zunehmend begeisterter.
Denn auch wenn es an Erklärungen mangelt, ist die Welt, die Susan Dennard kreiert hat, schlichtweg grandios und gewaltig komplex (erneut: mit meinem Gedächtnis bin ich sehr dankbar für die schöne Karte) und ich hatte Spaß, sie mit Iseult und Safi zu erkunden. Da ich selbst schreibe, weiß ich, wie schwierig es ist, solche Welten zu erstellen, und Susan Dennard macht nicht bei Städten oder Ländereien halt, sondern kreiert verschiedene Stämme/Völkergruppen. Ich kann nur ahnen, wie viel Arbeit sie da reingesteckt hat.
Auch die Charaktere sind ein Kunstwerk an sich. Da sind natürlich Iseult und Safi, die im Mittelpunkt stehen, aber gerade die Nebencharaktere sind für mich noch einmal einen Ticken interessanter - zum Beispiel Merik, der verzweifelt um Handelsbündnisse kämpft und alles für sein Land tun würde, Aeduan, ein Blutmagis, dessen Absichten oft unergründlich sind und Leopold, ein Prinz, der mich immer wieder überrascht hat. Das ganze Netzwerk, das die Autorin geschaffen hat, hat mir einfach unglaublich Spaß gemacht! Deshalb habe ich mich auch gefreut, Kapitel aus den Sichten all dieser Charaktere zu sehen, weil das einfach alles viel greifbarer und vielschichtiger gemacht hat.
Vor allem ist es toll, dass eine Freundschaft im Mittelpunkt steht anstatt irgendeiner Liebesgeschichte. Damit will ich nicht sagen, dass Schwestern der Wahrheit komplett ohne Romantik auskommt, aber sie ist sehr subtil, was immer wieder erfrischend ist.
Leider habe ich mich hin und wieder an der Übersetzung gestört - mir ist bestimmt fünfzehn, wenn nicht zwanzig Mal, ein fehlender Buchstabe aufgefallen, und natürlich kann das mal passieren, aber in der Häufigkeit hat es mich wirklich überrascht. So etwas ist mir noch nie untergekommen! Auch an anderen Stellen wirkte die Wortwahl beinahe ein wenig unpassend, aber da ich das Original nicht kenne, kann ich das natürlich nicht vergleichen oder kritisieren.
Letztendlich aber steht die Geschichte im Vordergrund, und auch den Showdown will ich nicht unerwähnt lassen. Ich habe schon seit Ewigkeiten keinen gut ausgestalteten Showdown mehr gelesen, deshalb habe ich mich umso mehr über diesen gefreut! Susan Dennard nimmt jede Storyline wieder auf und haut noch so einige Wendungen rein, die mich vollkommen überrascht haben. Und viel schneller, als mir lieb war, hatte ich die letzte Seite von Schwestern der Wahrheit gelesen und war noch gar nicht so richtig bereit, die Welt, die ich kennengelernt habe, loszulassen. Ein toller Auftakt!

Fazit
Mit Schwestern der Wahrheit hat Susan Dennard einen gelungenen Reihenauftakt mit starken Charakteren und einer faszinierenden Welt kreiert. Ich freue mich schon auf den nächsten Band!


Vielen Dank an Penhaligon für das Rezensionsexemplar!

Titel: Schwestern der Wahrheit (Truthwitch)
Hardcover: 512 Seiten
Verlag: Penhaligon
Reihe: 1/4
Preis: 19,99€


Und wer noch nicht genug von Safis und Iseults Welt hat, kann gerne mal hier oder hier vorbeischauen. :)

Samstag, 20. August 2016

[Rezension] Selection - Die Kronprinzessin - Kiera Cass

Originaltitel: Selection - The Heir

Inhalt
Seit vielen Jahren regieren Maxon und America nun schon, Jahren, in denen die Kasten, die die Gesellschaft einst teilten, Stück für Stück abgeschafft wurden. Doch der erhoffte Frieden bleibt aus. Ein Großteil der Bevölkerung ist unfähig, sich von diesen Kategorien zu trennen, und Aufstände mehren sich. In ihrer Verzweiflung bitten Maxon und America ihre älteste Tochter Eadlyn, ein weiteres Casting zu veranstalten. Nur widerwillig stimmt Eadlyn zu - denn einen Mann an ihrer Seite ist so ziemlich das Letzte, was sie im Kopf hat...

Meine Meinung
Oh, wie sehr habe ich mich darauf gefreut, in Americas und Maxons Welt zurückzukehren! Ich bin ja, ehrlich gesagt, in den letzten Jahren ein ziemlich großer Fan geworden.
Natürlich stehen in Selection - Die Kronprinzessin America und Maxon nicht mehr im Vordergrund. Stattdessen lernt man jetzt Eadlyn kennen, ihren Zwillingsbruder Ahren und die zwei kleineren Brüder Osten und Kaden. Die Überwältigung hält nur kurz an, und stattdessen war ich konstant am Grinsen, weil ich es einfach genial fand, wie viel Leben in das Schloss eingekehrt ist - vor allem, wenn man "alte Gesichter" wiedersieht. 
Klipp und klar muss man natürlich sagen: Eadlyn ist keine America. Sie ist in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass sie die Kronprinzessin ist, und das merkt man ihr (selbstverständlich) auch an. Sie verhält sich nach der Etikette, wirkt manchmal etwas arrogant und hat eben als Allererstes ihre Position im Kopf. Mit wohlgemerkt achtzehn Jahren! Ich kann nachvollziehen, dass diese Charakterzüge auf den ein oder anderen womöglich befremdlich wirken, aber ich mochte sie sehr gerne. Gerade ihr Ehrgeiz hat mich beeindruckt - und dass sie immer versucht, ihr Bestes zu geben. Selbst als sie wieder und wieder scheitert und bei dem Casting patzt, macht sie immer weiter, versucht es erneut, egal was die anderen um sie herum sagen.
Die anderen Castingteilnehmer haben es auch in sich. Keine Ahnung, wie Kiera Cass es schafft, da alle auf dem Schirm zu haben, ich bin schon froh, wenn ich mich da an ein paar Namen erinnere. Da gibt es Kile, Marlees Sohn, den Eadlyn bereits kennt, Henri, der mit Sprachbarrieren zu kämpfen hat, und Ean, dessen Ziele beinahe unergründlich sind... Wen Eadlyn wählen wird? Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Ich meine, ich habe eine Ahnung Hoffnung, aber so durchsichtig, wie das Ganze bei den Vorgängern war, ist diese Selection definitiv nicht. 
Vor allem gibt es wieder viel Drama. (Ich überlege immer noch, ob eine Selection mit Männern oder mit Frauen übler ist.) Was ich gerade an Band Drei und Vier toll finde, ist, dass Cass auch die Welt außerhalb des Schlosses miteinbezieht. Da draußen sind nicht nur namenlose Gesichter, sondern Menschen mit echten Problemen.
Letztendlich gab es nur kleinere Dinge, die mein Lesevergnügen gemindert haben. Manche Dialoge waren für meinen Geschmack etwas zu gekünstelt und wirkten sehr überspitzt, und auch die Art und Weise, wie America und Maxon sich manchmal verhalten haben, war etwas befremdlich. Aber das kann auch daran liegen, dass ich mich noch daran gewöhnen muss, dass auf einmal achtzehn plus Jahre verstrichen sind.
Im Großen und Ganzen hatte ich aber ein dickes, fettes Grinsen beim Lesen dieses Buches im Gesicht. Ich mag die Welt einfach. Ich mag die Charaktere und ich mag die Idee, und gegen Ende kamen mir sogar die Tränen (womit ich vermutlich die Einzige bin). Selection - Die Kronprinzessin zu lesen, fühlte sich einfach wie eine Heimkehr an - und nichts anderes hätte ich mir gewünscht.

Fazit
Ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen von Selection - Die Kronprinzessin. Obwohl das Prinzip bekannt ist, gelingt es Kiera Cass, die Geschichte rund um Eadlyn zu einem Vergnügen zu machen. Ein tolles Buch!


Titel: Selection - Die Kronprinzessin
Hardcover: 400 Seiten
Verlag: Fischer Sauerländer
Reihe: 4/5
Preis: 16,99€

Mittwoch, 17. August 2016

Leselaunen #4

Auch diesen Mittwoch mache ich wieder bei der Aktion mit, die bis Oktober von Sanne von Life in Petricolour vertreten wird.

Aktuelles Buch?
Okay, Leute, haltet euch fest. Ich lese endlich Illuminae!
... und ich komme überhaupt nicht damit klar. Ich weiß nicht, warum. Als ich das Buch für einen Spottpreis bei Amazon entdeckte, habe ich das als ein Zeichen angesehen, es endlich zu lesen. Jetzt gurke ich bei Seite 200 herum und irgendwie... bin ich einfach sehr verwirrt. Sehr, sehr, sehr verwirrt.
Vor allem kann ich nicht so richtig ausmachen, woran es liegt. Ich zweifle mittlerweile sogar an meinem Englisch, obwohl ich nach fünf George R. R. Martin Bänden dachte, mich könnte nichts mehr erschüttern.
Vielleicht liegt es an der Aufmachung? Ich meine, die ist super cool. Das Buch ist ein absoluter Hingucker, und da wird mir niemand widersprechen. Aber diese ganzen Fragmente... plus die gefühlten zehntausend verschiedenen Namen und Raumschiffe und was weiß ich. Vielleicht liegt es auch am Setting. Mir fällt es einfach unglaublich schwer, mir die Welt von Ezra und Kady vorzustellen.
Habt ihr das Buch gelesen und wisst vielleicht, ob das Problem bei mir oder bei dem Buch liegt? :D Derweil quäle ich mich weiter durch Protokolle und mysteriöse Berichte.

Momentane Lesestimmung
Im Keller, um ehrlich zu sein. Ich leide unter akutem Illuminae-Frust. Aber das wird hoffentlich bald wieder. :) Davor hatte ich einen gigantischen Leseflash und habe in Rekordzeit Bücher gelesen. Ihr könnt euch also auf diverse Rezensionen gefasst machen. 

Zitat der Woche
"Point is, I had no idea how safe I was, because I'd never been unsafe."
(Amie Kaufman & Jay Kristoff, Illuminae

Und sonst so?
Ich befinde mich gerade in einer dieser Phasen, in denen das Leben viel zu schnell zu laufen scheint. Diese Woche ist schon meine Immatrikulation, und jetzt versuche ich (mehr oder weniger verzweifelt), eine Wohnung zu finden, was wirklich kein einfaches Unterfangen ist. Aber ich weiß genau, dass das alles schneller vorbeigeht als ich denke, und dann ist schon Oktober und ich studiere plötzlich. :)
Abgesehen davon bin ich immer noch viel mit anderen Schreibprojekten beschäftigt, aber das ist ja nichts Neues bei mir.

Und wie sieht's in eurem Leseleben aus? :) Ich hoffte, ihr habt bisher eine schöne Woche gehabt!

Samstag, 13. August 2016

[Rezension] Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen - Ulla Scheler

Inhalt
Hanna und Ben sind schon seit ihrer Kindheit beste Freunde, auch wenn beide unterschiedlicher nicht sein könnten. Nach dem Abitur fahren sie spontan ans Meer, ohne Verpflichtungen, oft mit kaum mehr als einem Zelt zum Schlafen. Dort hören sie auch erstmals von einer schicksalhaften Legende - die sich Stück für Stück bewahrheiten scheint. Schon bald fürchtet Hanna um Bens Leben...

Meine Meinung
"Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung."

Mit diesen Worten heißt Ulla Scheler zu Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen willkommen und markiert damit den Beginn eines Abenteuers, das sich Stück für Stück vor dem Leser ausbreitet. Denn auch wenn ich mir im Nachhinein nicht vollkommen sicher bin, was ich über dieses Buch denke, eines ist sicher - es ist zumindest eines, das hervorsticht und beeindruckt durch seine Andersartigkeit.
Wir lernen ziemlich schnell die beiden Hauptfiguren kennen: Hanna, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, und Ben, ihr bester Freund seit vielen Jahren. Ben ist jedoch seit einem Monat verschwunden, und als er wieder auftaucht, ist die Beziehung zwischen den beiden angespannt. Die beiden sind pure Gegensätze: Ben, der Sprayer, der in der Schule öfters fehlt als dass er anwesend ist. Hanna, die ein wenig still ist, die sich ihre Abschlussfeier auf keinen Fall entgehen lassen will.
Man sagt ja immer, dass sich Gegensätze anziehen - das muss auch der Fall bei den beiden sein, weil mir immer wieder die Frage aufkam, wie sie sich überhaupt erst angefreundet haben, wo sie doch so unterschiedlich sind.

"Wir machten die Leute um uns herum wahnsinnig, aber wir fühlten uns golden."

Ich mochte Hanna sehr gerne als Protagonistin. Ihre Erzählart und ihr Verhalten machte sie sehr sympathisch und vor allem realistisch. Ich konnte sie verstehen, konnte mit ihr mitfühlen und mitfiebern. Selbst als sie mit Ben auf diese fast schon wahnsinnige (oder zumindest wahnsinnig überstürzte) Reise geht, konnte ich ihr Bedürfnis nach Abenteuer, danach, aus dem Alltag auszubrechen, sehr gut nachvollziehen.

"Während er knipste, hatte Ben ein abwesendes Lächeln auf dem Gesicht. Wie viele Menschen sahen wohl den Ben, den ich sehen durfte? Wie viele Menschen sahen mich so, wie ich war? Nein, stopp. Wie viele Menschen sahen mich so, wie ich sein könnte? Ich wusste nicht, was von beiden ich wichtiger fand, aber die Antwort auf beide Fragen war wohl Ben."

Als das Buch jedoch voranschritt, hatte ich das Gefühl, dass die beiden einander nicht guttun. Sie konnten irgendwie nicht voneinander loslassen, obwohl sie zusammen auch nicht funktionierten.
Auch mit den Nebencharakteren - vor allem Chloé und Sam - hatte ich Probleme. Sie waren für mich sehr abstrakt, fast absurd dargestellt. Gerade weil sie letztendlich eine wichtigere Rolle spielten als zuerst angenommen, hätte ich sie gerne besser verstanden.
Ich fragte mich ebenfalls, was Ulla Scheler genau erzählen wollte - ging es ums Erwachsenwerden? Darum, aus dem Alltag auszubrechen, Dinge zu wagen? Manchmal hatte ich das Gefühl, den Kern der Geschichte zu verpassen oder nicht zu sehen, und das war schade.

"Wie mutig man sein musste, um ein Leben zu leben."

Den Fluch hingegen fand ich sehr spannend. Die Legende, die Chloé erzählt hat, dass man nicht wusste, ob es sich dabei um die Wahrheit handelte, und wenn ja, wie wahr es war - hier hat Scheler gute Arbeit geleistet. Zumindest ich war die ganze Zeit verunsichert, ob ihr Roman nicht doch fantastische Elemente hätte. Die ganze Auflösung, die Idee, die dahintersteckte, hat mir auch einfach unglaublich gut gefallen!
Aber, und das muss ich leider auch sagen, ist die Geschichte in meinen Augen viel zu lang gestreckt. Ich hatte das Gefühl, dass Hanna und Ben einen Großteil der Zeit in der Schwebe hingen, wusste nicht, welche Bedeutung diverse Szenen haben sollten, und vor allem Dialoge waren oftmals zu lang und zu wenig wichtig. Fünfzig, vielleicht hundert Seiten weniger hätten das Buch noch einmal reizvoller gemacht.

"Ich bin seine Achillesferse, seine epische Schwachstelle."

Was mir allerdings am besten an Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen gefallen hat, ist der Schreibstil.
Ulla Scheler ist nicht nur eine sehr junge Autorin, hierbei handelt es sich auch um ihr Debüt. Und sie beweist jetzt schon, mit was für einer Finesse sie schreiben kann, Ich bin gespannt, wo das noch hinführt, und bin mir sicher, dass ihr nächstes Buch noch besser wird!
Es ist nämlich nicht so, als hätte es mir kein Vergnügen bereitet, Hannas und Bens Geschichte kennen zu lernen. Ich hatte das Buch binnen weniger Stunden durchgelesen, ich hätte mir lediglich an manchen Stellen etwas mehr und an anderen etwas weniger gewünscht. Gerade das Ende hat mich sehr unbefriedigt zurückgelassen (was allerdings auch teilweise daran liegt, dass ich offene Enden in den meisten Fällen nicht ausstehen kann).
Aber letztendlich handelt es sich bei Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen um ein solides Debüt, das sicher nicht jeder Autor so gut gemeistert hätte. Ich mag, dass Ulla Scheler mit verschiedenen Elementen spielt und ihre Worte so auswählt, dass sie nicht nur eine Gänsehaut, sondern auch einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Wer Lust hat, noch mehr zu lesen: Hier findet ihr ein tolles Interview mit Ulla Scheler.
Fazit
Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen ist ein gelungenes Debüt, das durch Ulla Schelers fantastischen Schreibstil und der ungewöhnlichen Idee etwas ganz Einzigartiges bekommt.


Vielen Dank an Heyne fliegt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Klappenbroschur: 368 Seiten
Verlag: Heyne fliegt
Reihe: -
Preis: 14,99€

Montag, 8. August 2016

[Rezension] Passagier 23 - Sebastian Fitzek

Inhalt
Martin Schwartz hat vor fünf Jahren seine Familie verloren, als seine Frau erst ihren gemeinsamen Sohn, dann sich selbst umbrachte. Die Grausamkeit geschah auf einem Kreuzfahrtschiff, und ihre Beweggründe blieben im Dunkeln. 
Dann jedoch erhält Schwartz einen Anruf, der ihn dazu bewegt, zu dem verhängnisvollen Schiff zurückzukehren. Denn es gibt neue Beweise, was den Suizid seiner Frau anbetrifft. Und ein Mädchen, das vor Wochen verschwunden ist, taucht wieder auf. Doch die Wahrheit, was damals geschah, was mit dem Mädchen passiert ist und mit anderen Passagieren, die Jahr für Jahr verschwinden, übersteigt alles...

Meine Meinung
Endlich eine Rezension zu einem Fitzek-Roman! Ich habe in bestimmt drei verschiedenen Blogposts bereits von dem Guten geschwärmt, aber es irgendwie immer versäumt, auch mal etwas zu einem Buch von ihm zu schreiben. Heute ist es aber so weit. Und um so viel vorwegzunehmen: Ich freue mich, dass ich euch ein Paradebeispiel für Fitzeks Können vorstellen kann.
Beginnen möchte ich gerne mit Martin Schwartz, der Protagonist des Psychothrillers. Schwartz als abgebrüht zu bezeichnen, wäre untertrieben. Nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes sieht er keinen wirklichen Grund mehr, sich um sein Überleben zu bemühen. In seinem Job als verdeckter Ermittler schreckt er vor nichts zurück: Gleich zu Anfang des Buches zieht er sich selbst einen Zahn, um eine Tarnung realistischer zu machen. Da war ich schon einmal baff. Ich meine, Fitzek hat einen Hang zu... eigenartigen Protagonisten. Zu Protagonisten, die gesundheitliche Probleme haben, anders ausgedrückt. Aber mit Schwartz hat er es meiner Meinung nach auf den Gipfel getrieben.
Was ich in seinen anderen Büchern auch noch nicht so erlebt habe, war das unglaubliche Personenspektrum. Genauer gesagt: Personen, die auch wirklich zu Wort kommen und ihre eigene Perspektive haben. Da gibt es eine alte Frau, die sich eine feste Kabine auf dem Kreuzfahrtschiff geleistet hat und jetzt ein Buch über die Geheimnisse schreibt, die sie dort entdeckt hat. Ein fünfzehnjähriges Mädchen, das einen perfiden Plan verfolgt. Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes, der selbst Opfer einer Erpressung ist. 
Ich weiß nicht, wie Sebastian Fitzek das macht, aber es ist ihm gelungen, so viele Charaktere auf dem Plan zu haben und doch jedem ausreichend Platz zu gewähren. Keine Storyline kommt zu kurz oder wirkt unausgereift. Vor allem weiß man von keinem der Charaktere, auf welcher Seite er jetzt steht - auch eine Charakteristik für Fitzeks Bücher. Hinter jedem, wirklich jedem Charakter könnte sich der Mörder verbergen. Oder jemand, der nur seinen eigenen Vorteil verfolgt.
Und was soll ich zur Geschichte sagen? Bereits nach den ersten paar Seiten ergriff mich eine leichte Paranoia. Fitzek kreierte eine Atmosphäre, die schlicht ergreifend unheimlich war - mit Grausamkeiten seitens des Feindes, oder schlichtweg düsteren Entdeckungen. Hinzu kommt seine Fingerfertigkeit, was die letztliche Auflösung anbetrifft - wie immer gelingt es ihm nicht nur, dutzende Stränge auszuwerfen, sondern sie alle nahtlos aufzulösen.
Passagier 23 ließ mich baff zurück. Natürlich erkennt man ein gewisses Muster in allen Büchern Fitzeks. Der mehr oder weniger gebrochene Protagonist, die Verstrickung der Geschichte, die Brutalität der Verbrechen. Aber hier hat er noch einen drauf gesetzt: Das Geflecht an Charakteren beeindruckt mich im Nachhinein noch, und auch die Liebe zum Detail, die Finesse des Plots hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir.
Ich habe es schon einmal erwähnt, und werde es noch einmal tun: Auch wenn ihr glaubt, kein typischer Thriller-Leser zu sein... probiert es mal mit einem Fitzek. Vermutlich wird es euch die ein oder andere ruhige Stunde rauben, aber das ist es definitiv wert, wenn man auf die schlichte Genialität jedes seiner Bücher blickt.

Fazit
Ich kann es nicht anders ausdrücken: Passagier 23 ist ein weiteres Meisterwerk Fitzeks. Vor allem das Geflecht an Charakteren und die Genialität des Plots ließen mich sprachlos zurück. Uneingeschränkte Empfehlung!
(P.S.: Und außerdem schreibt Herr Fitzek die coolsten Danksagungen.)


Titel: Passagier 23
Taschenbuch: 426 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: -
Preis: 9,99€
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Mittwoch, 3. August 2016

Leselaunen #3

Auch diesen Mittwoch mache ich wieder bei der Aktion mit, die bis Oktober von Sanne von Life in Petricolour vertreten wird.

Aktuelles Buch?
Passagier 23 von Sebastian Fitzek. Es ist schon unverschämt lange her, seitdem ich einen Fitzek gelesen habe, aber heute Morgen war es endlich mal wieder so weit. :) Was soll ich sagen? Ich bin ein Fan (obwohl ich zu meiner Schande noch nie eines seiner Bücher auf dem Blog rezensiert habe) und habe dementsprechend hohe Erwartungen, die aber bisher zufriedenstellend erfüllt werden.
Wer von euch jetzt sagt, er sei kein Psychothriller-Leser - bin ich auch nicht. Echt nicht. Dann habe ich aber vor über fünf Jahren (mit zwölf Jahren - vermutlich erklärt das, weshalb ich manchmal nicht ganz richtig im Kopf bin) Der Seelenbrecher gelesen... und war vollkommen begeistert.
Okay, wenn jemand von euch sagt, dass er keine Psychothriller mag und zartbesaitet ist... dann lasst es vielleicht doch lieber.
(Sage ich, die sich alle zwei Minuten umdreht, weil sie nach 84 gelesenen Seiten schon komplett paranoid ist.)

Momentane Lesestimmung
Gut, wenn auch, wie bereits erwähnt, leicht paranoid.
Nein, Spaß beiseite. Ich habe heute Morgen die Schnauze voll von meinem Handy gehabt, es ausgeschaltet und es dabei bis jetzt belassen. Das ist für mich nicht nur ein großes Ding, sondern ich bin auch fest entschlossen, noch ein paar Stunden lang meine Ruhe zu genießen.
Ich glaube eigentlich gar nicht, dass mein Handy mich sonderlich vom Lesen abhält. Ich lese ja relativ viel (für meine Verhältnisse) und vor allem auch längere Bücher. Das Thema ging mir heute nur ein wenig im Kopf herum, und ich hab überlegt, da vielleicht mal einen Blogpost drüber zu schreiben, auch wenn das jetzt nicht ausschließlich etwas mit Büchern zutun hat. Interesse?

Zitat der Woche
“You could make a poultice out of mud to cool a fever. You could plant seeds in mud and grow a crop to feed your children. Mud would nourish you, where fire would only consume you, but fools and children and young girls would choose fire every time.” 
(George R.R. Martin, A Dance with Dragons)

Und sonst so?
Ich bin mal wieder etwas eskaliert.
Anders ausgedrückt: ich hatte einen sehr, sehr starken Drang, mir Bücher zu bestellen. Zugegeben, es sind Bücher, die ich schon länger wollte bzw. auf die ich schon lange gewartet habe. Und gerade im August/September kommen eben so viele tolle Bücher raus. ): Mein Geldbeutel weint jetzt schon.
Abgesehen davon freue ich mich auf zwei Rezensionsexemplare, die demnächst ankommen sollten <3, und wenn ich nicht gerade lese, dann arbeite ich immer noch an der (mittlerweile dritten) Überarbeitung meines Projektes. :)

Und was ist bei euch so los? Was lest ihr gerade? Und kennt ihr Sebastian Fitzeks Bücher (oder zumindest eins davon)?