Samstag, 31. Oktober 2015

[NaNoWriMo] Der Nano und ich, Vol. 5

Guten Morgen ihr Lieben,
Mir ist etwas echt Seltsames passiert. Ich hätte nämlich schwören können, ich hätte euch bereits vom NaNoWriMo berichtet, aber ich finde weit und breit keinen Post. Jetzt frage ich mich - trügt mich blogger.com oder meine Erinnerung? :D Egal, dann schreib ich's eben ein zweites Mal. ;) Es ist nämlich bald November!
Ihr müsst wissen, für mich gilt: November > Weihnachten, Geburtstag und Co. Der November ist mein Weihnachten/Geburtstag (ok, ich hab am 13. Geburtstag, aber so metaphorisch gesprochen), kurz gesagt, mein Highlight des Jahres.
Ihr denkt, ich übertreibe? Im Gegenteil.
Jedes Jahr im November startet nämlich der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo oder auch nur liebevoll Nano genannt. In diesem Monat versammeln sich Leute auf der ganzen Welt in dem Versuch, in einem Monat 50.000 Wörter (noch besser: einen Roman) zu schreiben. Es geht hier nicht darum, die weltbeste Neuveröffentlichung zu verfassen, sondern einfach mal seinem inneren Kritiker den Maulkorb zu geben und zu schreiben. (Obwohl es durchaus bekannte Bücher gibt, die während des Nanos verfasst wurden... just saying.)
Ja, und was ist meine Rolle in dem ganzen Wahnsinn?
Ich bin süchtig. Ich bin richtig, richtig süchtig nach dem Adrenalin. Jetzt, wo ich älter bin :D, genieße ich es auch, direkt in der Nacht vom 31. auf den 1. November zu starten. Wer braucht schon Halloween.
Das ist mein fünfter Nano. 2010 habe ich meinen ersten geschrieben, damals noch im zarten Alter von elf Jahren (Hilfe, wie schnell vergeht die Zeit!), und nur 2013 habe ich gesundheitlich aussetzen müssen. Aber ich habe jeden Nano gewonnen. Das sage ich nicht, weil ich damit angeben will; klar, bin ich stolz drauf. Ich will nur sagen, es ist möglich. Ich hatte letztes Jahr so ziemlich den stressigsten November meines Lebens, und habe doch 80.000 Wörter verfasst. Dieses Jahr wird nicht einfacher - aber meine Freude mindert das nicht im Geringsten.
Warum ich euch das alles erzähle? Weil ich wetten würde, dass hier jemand mitliest, den es auch schon mal in den Fingern gejuckt hat, dem aber die Idee, ein Buch zu schreiben, utopisch erscheint. Aber das ist sie nicht. Wirklich nicht. Wag es!
... der heute Post ist ein bisschen Off-Topic, hat nichts mit Rezensionen und Neuzugängen und all dem Kram zutun. Ich hoffe, das nimmt ihr mir nicht übel. Ich schreibe nicht nur sehr gern über solche Dinge, sondern auch über den Nano. Und wenn ihr Lust hättet, könnte ich mir auch gut mehr Statusupdates vorstellen.
Ich freu mich auf euer Feedback! Vielleicht steigt ja noch jemand mit ein :)

P.S.: Hier findet ihr übrigens meinen Account.

Samstag, 24. Oktober 2015

[Rezension] Speechless - Hannah Harrington

Inhalt
Chelsea Knot liebt es, über andere Leute zu reden. Egal, was es für Gerüchte gibt - sie ist eine der Ersten, die davon weiß und sie weitererzählt. Eines Abends auf einer Party entdeckt sie durch Zufall, dass einer ihrer Mitschüler schwul ist. Und wie es ihre Art ist, erzählt sie gleich allen Freunden davon.
Was sie mehr als Gag sah, wird zu einem Desaster. Einer der Schwulen wird noch in derselben Nacht von ihren Freunden zusammengeschlagen und landet im Krankenhaus.
Chelsea ist schockiert und trifft eine folgenschwere Entscheidung: sie zeigt ihre Freunde an. Außerdem legt sie ein Gelübde ab: von nun an wird kein falsches, undurchdachtes Wort mehr ihren Mund verlassen...

Meine Meinung
Speechless hat sich einfach schon so unglaublich gut angehört, dass ich das Muss-Lesen-Syndrom bekam. Eine Geschichte über ein Mädchen, das aufhört zu reden. Nein, noch viel mehr: eine Geschichte über ein Mädchen, das es liebt, über andere herzuziehen, mit den Konsequenzen konfrontiert wird und dann aufhört zu reden.
Wenn das nicht mal eine geniale Buchidee ist.
Das Buch beginnt schon fast augenblicklich mit der Party. Wir lernen Chelsea und ihre beste Freundin Kristen kennen, bemerken die Oberflächlichkeit, wie sie nur darauf aus sind, über andere zu tratschen. Chelsea ist keine liebe Protagonistin. Chelsea ist die Personifkation der Tratschtante, die ein bisschen in jedem von uns steckt, und zumindest mir war sie nicht sympathisch. Darüber zu diskutieren, wie man eine Affäre am schandhaftesten aufdecken kann, ist uncool. Aber das ist genau das, über was sich Chelsea Gedanken macht.
Dann aber ändert sich das Ganze. Ein Junge, Noah, wird von zwei Freunden Chelseas verprügelt und endet im Koma. Chelsea, die noch nie ein Geheimnis behalten konnte, entscheidet sich, ihren Eltern davon zu erzählen und die Täter anzuzeigen. Gleichzeitig legt sie ein Schweigegelübde ab.
Was darauf folgt, ist eine Vielzahl von Reaktionen. Ein Großteil der Schule verschmäht Chelsea, schickaniert sie mit schmutzigen und noch schmutzigeren Mitteln, hält sie für die Schuldige, weil sie die Täter bei der Polizei anschwärzte. Die Lehrer sind ebenfalls wenig begeistert von dem Gelübde, eine Lehrerin lässt sie sogar tagtäglich nachsitzen. Chelsea erträgt alles. Sie hat zu viel gesagt, an diesem Abend, der Gedanke lässt sie nicht los.
In dieser Zeit lernt sie Asha kennen, ein Mädchen, das sie nicht schon vornerein als Böse abstempelt, sondern Zeit mit ihr verbringt. Außerdem ist da Sam, der beste Freund von Noah, mit dem Chelsea am Anfang nicht ganz so gut klarkommt. Zu groß ist die Angst, er würde ihr Schuld an dem geben, was Noah zugestoßen ist. Zusammen mit den beiden und noch ein paar anderen lieben Leuten lernt Chelsea, dass man nicht unbedingt sprechen muss, um Gutes zu tun. Sie nimmt einen neuen Job an und hilft dort aus. Zum ersten Mal realisiert sie, dass es Interessanteres gibt als Klatschblogs und sich das Maul über das Leben anderer Leute zu zerreißen. Sie verbessert sich in der Schule, ist fokussiert, reflektiert mehr als sie ihr ganzes Leben lang je getan hat.
Natürlich wird Chelsea nicht zur Heiligen. Das ist auch der Punkt, der mir besonders gut an dem Buch gefallen hat. Chelsea legt nicht ihr komplettes Denken von einem Tag auf den anderen ab. Immer wieder schleichen sich alte Gedanken ein, alte Gewohnheiten. Aber Stück für Stück lernt Chelsea, dass das Leben so viel mehr bietet.
Ich habe Speechless sehr genossen, einfach, weil es ein schönes, simples Jugendbuch ist. Hannah Harrington trumpft mit einem schlichten Schreibstil und einer interessanten Geschichte, der man gern verfolgt. Das Buch ist nicht so tief wie andere Jugendbücher, aber es berührt doch an einigen Stellen. Vor allem lässt es einen innehalten und sein eigenes Verhalten hinterfragen. Es färbt beinahe ab - schließlich urteilen wir selbst oft vorschnell, machen den Mund auf, anstatt ein zweites Mal über unsere Worte nachzudenken.
Ein schönes Buch mit einer zauberhaften, minimalistischen Aufmachung, das die Welt ein kleines bisschen besser macht.

Fazit
Speechless ist ein zauberhaftes Jugendbuch rund um Chelsea und ihr Schweigegelübde. Chelsea ist eine sehr außergewöhnliche Protagonistin, nicht unbedingt eine, die man sofort in ihr Herz schließt, aber gerade das macht die Geschichte sehr spannend und lesenswert. Von mir eine absolute Empfehlung!

Vielen Dank an den Mira Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Speechless - [Sprachlos]
Broschüre: 304 Seiten
Verlag: Mira Taschenbuch
Reihe: -
Preis: 12,99€
Kaufen?

Mittwoch, 14. Oktober 2015

[Gequassel] Warum ich nicht im Monat x Rezensionen schreibe

Hallo ihr Lieben,
Heute möchte ich gerne mal ein etwas persönlicheres Thema ansprechen. Um genau zu sein, ein paar Gedanken, die mir seit einer Weile im Kopf herum schwirren.
Ausschlaggebend war eine Angabe, die man beim Bloggerportal machen musste: wie viele Rezensionen man im Monat veröffentlichen würde. Ist ja kein Thema, schließlich müssen die Leute dort ja wissen, ob der Blog überhaupt aktiv ist bzw. wie viel.
Ich allerdings habe schon fast etwas beschämt die "4-10" Sparte ausgewählt, manchmal sind es ja sogar weniger als vier. 
Dann allerdings fragte ich mich, warum.
Natürlich gibt es die Blogger, die jeden bis jeden zweiten Tag eine Rezension oder einen anderen Blogpost veröffentlichen. Die wöchentlich eine gefühlte Tonne neuer Bücher zugeschickt kriegen und alle innerhalb weniger Stunden verschlingen. Und die dann auch noch gute Rezensionen abliefern!
Aber ich bin nicht DIE Blogger. Ich bin ein Individuum, und deshalb muss ich nicht so und so viele Rezensionen jeden Monat schreiben. Zur Hölle, eigentlich muss ich mich nicht einmal rechtfertigen!
Ich rechtfertige mich dennoch andauernd. Ich schreibe es nicht unbedingt immer auf dem Blog, aber die Gedanken sind da. "Diese Woche schaffe ich keine Rezension... habe gerade kein Buch zur Hand. Und ein altes rezensieren? Nee..." Auch beliebt: "Für Kurzrezensionen reicht es auch nicht... hmm, und einen achten Band zu rezensieren nützt auch niemanden."
Das Gedankenkarussel dreht sich bei mir die ganze Zeit, und es ist nicht okay.


Klar - eine gewisse Regelmäßigkeit muss es schon geben! Ich persönlich kann es auch nicht leiden, wenn alle paar Monate ein mickriger Beitrag erscheint, oder nur Posts auftauchen, die mit zehn Buchcovern gefüllt sind und fünf eigenen Zeilen, der Rest kopierte Inhaltsangaben. Das sind keine Blogs für mich. Die Inhaltsangaben kann ich auch auf thalia.de lesen, oder wo auch immer.
Ich muss mich auch nicht rechtfertigen, wenn ich mal keine Zeit habe. Ich bin Schülerin! Ich versuche irgendwie mein Abitur, den Führerschein und noch zehn andere Dinge auf die Reihe zu bringen (ich habe nicht einmal Zeit, meinen Laptop zur Reparatur zu bringen, weil ich ihn und meine Dateien in den nächsten anderthalb Monaten permanent brauchen werde!). Niemand verurteilt mich (jedenfalls hoffe ich das). Es ist in Ordnung, wenn nur ein Post in der Woche kommt, oder auch mal nur einer in zwei Wochen. Denn damit halte ich meinen Prinzipien treu. Ich bin nicht hier, um euch jede Woche fünf Rezis zu liefern. Das bin nicht ICH. Ich will euch Posts mit Herzblut liefern, voll und ganz hinter dem stehen, was ich schreibe; Qualität, nicht Quantität! Und ich hoffe inständig, das kommt auch bei euch so an.
Bei diesen Worten möchte ich es belassen - und seid gewarnt, bis die nächste Rezension kommt, kann es noch etwas dauern ;) Ich lese in jeder freien Minute, doch die sind knapp bemessen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Gedanken dalasst.
Einen wunderschönen Mittwoch euch allen <3 Und tut das, was euch glücklich macht und erfüllt. Immer.

Freitag, 2. Oktober 2015

[Rezension] The School for Good and Evil - Soman Chainani

Inhalt
Sophie und Agatha leben ein mehr oder weniger friedliches Leben in Gavaldon. Doch es handelt sich dabei nicht um eine gewöhnliche Stadt; alle paar Jahre werden zwei Kinder gekidnappt und in die Schule für Gute und Böse verschleppt.
Dieses Jahr sind es Sophie, die sich selbst als Prinzessin sieht, und Agatha, die am liebsten jeden Spiegel meidet und von Sophie "liebevoll" als Hexe bezeichnet wird, die vom Schulmeister entführt werden.
Nur landet Sophie in der Schule für das Böse, und Agatha bei den Guten - eine Verwechslung, oder steckt da noch etwas anderes dahinter? Und wird ihre Freundschaft den Belastungen, die auf sie zukommen, standhalten?

Zitat
"Was wir sind, ist unwichtig.
Was zählt, sind unsere Taten."
(S. 501, The School for Good and Evil)

Meine Meinung
Als ich davon erfuhr, dass bei Lovelybooks eine Leserunde zu diesem Buch veranstaltet wurde, konnte ich nicht anders, als mich zu bewerben. Und tatsächlich - das Glück stand auf meiner Seite.
Wenige Tage später erreichte mich The School for Good and Evil, ein dickes Hardcoverbuch, das schon von außen Lust auf's Lesen macht. Aber als ich das Buch aufschlug, war ich regelrecht begeistert - direkt auf der ersten Seite befindet sich eine zauberhafte, mit viel Liebe gezeichnete Karte, die Agathas und Sophies Schule darstellt. Auch das Buch ist immer mit kleinen Details gespickt, zum Beispiel den Stundenplänen, die das Ganze anschaulicher machen. Wie toll ist das bitte?! Ich war richtig begeistert, nur wegen der Aufmachung. So liebevoll!
Aber auch beim Lesen hat das Buch überzeugt. Gleich zu Anfang wurde von der Situation in Galvadon berichtet und vor allem von Sophie, das einzige Mädchen, das sich darauf freute, bald die Schule für Gute besuchen zu dürfen. Aggie (Agatha) ist da schon weniger begeistert, denn sie ist schließlich bloß das Mitleidsprojekt von Sophie, die versucht, etwas aus dem zurückgezogenen Mädchen zu machen. Dann aber werden beide verschleppt - und landen genau in den entgegengesetzten Schulen. Anfangs versuchen sie noch, Seiten zu tauschen, aber weder das noch Fluchtversuche funktionieren. Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass Sophie als die Böseste seit langer Zeit gehandelt wird...
Das Buch ist nicht ganz ;) für meine Altersklasse ausgelegt, sondern mehr für 12-Jährige, aber das tut dem Lesespaß gar keinen Abbruch. Man kann hier jetzt natürlich nicht bluttriefende Szenen erwarten, auch wenn hin und wieder sogar Köpfe rollen, und auch die Sprache ist eher simpel gehalten, aber das treibt meiner Meinung nach den Lesefluss nur noch voran. Die Seiten flogen nur so an mir vorbei und wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, dann hätte ich das Buch sicher noch zügiger durchgelesen. (So brauchte ich etwa eine Woche für die 500 Seiten - auch kein sooo übler Schnitt, oder?)
Allerdings sind auch die Charaktere eher etwas flach gehalten. Soman Chainani macht zwar einige Andeutungen, was Charakterzüge anbetrifft, doch hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, auch wenn das Buch eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist. Vielleicht lag es auch daran, dass Chainani oft zwischen den Perspektiven hin- und herwechselte und nie wirklich in den Charakter eintauchte - schade ist es so oder so. Denn die Ansätze sind gut; ausgereift hätten sie genial werden können!
Beeindruckend finde ich die Darstellung von Freundschaft. Auch wenn sie wieder und wieder von Sophie hintergangen wird, so hält Agatha zu ihrer Freundin und steht alles mit ihr durch. Ein schönes Beispiel, eines, das man in Büchern selten noch sieht, da der Fokus oft nur auf der Romanze liegt.
Auch Chainanis Idee gefällt mir sehr gut, vielleicht ist sie nicht unbedingt einzigartig, aber zumindest exotisch. Dass es außerdem Andeutungen gibt, dass beide Seiten doch nicht nur "gut" oder "böse" sind, hat mir ebenfalls gut gefallen. Hier hätte ich mir wieder mehr Tiefe gewünscht - da gäbe es nämlich so einiges an Potential für ordentlich Furore, wenn ihr versteht, was ich meine! Was gibt es Besseres als Korruption in Büchern :D Aber auch das schiebe ich wieder auf die Zielgruppe.
The School for Good and Evil endet auf die erdenklichst fieseste Weise - mit einem fetten Cliffhanger. Das schreit ja geradezu nach der Fortsetzung...

Fazit
The School for Good and Evil ist ein solider erster Band - auch wenn er eigentlich an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist, ist er durchaus für Ältere lesbar. Man darf nur nicht zu viel (Charakter)Tiefe erwarten und muss sich auf die Geschichte einlassen, dann wird man auch belohnt. Besonders positiv fällt die liebevolle Gestaltung auf. Ich bin gespannt auf den Folgeband und was Soman Chainani noch so in Petto hat!


Vielen Dank an Lovelybooks und Ravensburger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: The School for Good and Evil
Hardcover: 512 Seiten
Verlag: Ravensburger
Reihe: 1/3
Preis: 16,99€