Sonntag, 20. September 2015

[Rezension] The Assassin's Blade - Sarah J. Maas

Inhalt
The Assassin's Blade spielt noch vor Throne of Glass; hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von fünf Kurzgeschichten rund um Celaena - über Sklavenhandel bis zu einer anderen Gilde in der Wüste ist hier alles mit dabei.

Meine Meinung
Für die, die es bisher noch nicht mitbekommen haben, wiederhole ich es noch einmal: ich bin ein sehr großer Fan von Sarah J. Maas und den Büchern, die sie schreibt. Und das, obwohl ich bis vor The Assassin's Blade nur Throne of Glass und Crown of Midnight gelesen habe. Ich bin einfach... restlos begeistert. Aus diesem Grund musste ich mir auch unbedingt die Novellen bestellen. So viel vorneweg: ich war nicht enttäuscht.
Celaena ist ja ohnehin ein rätselhafter Charakter. Ohne hier zu spoilern, sei einfach so viel gesagt, dass der Leser in der Throne of Glass-Reihe immer wieder neue Eigenschaften und düstere Geheimnisse aufdeckt. Ein paar dieser Geheimnisse dürfen in The Assassin's Blade geöffnet werden.
Die fünf Kurzgeschichten sind nicht nur Kurzgeschichten, manche sind sogar relativ lang und nie, nie beschlich mich das Gefühl, dass das nur irgendwelche alten Kamellen sind. Mit jeder Geschichte überraschte Sarah J. Maas, zeigte Facetten auf, die ich nicht erwartet hätte. Ich könnte im Nachhinein nicht sagen, welche der Kurzgeschichten mir am besten gefallen hat; ich sehe sie auch viel mehr als Ganzes, da sie alle beinahe nahtlos aneinander anschließen.
Außerdem begeistert haben mich ein paar Nebencharaktere, von denen in den anderen Büchern öfters die Rede war. Wenn ihr Throne of Glass gelesen habt, wisst ihr bestimmt, wen ich meine: Arobynn Hamel und Sam. Beide haben mich überrascht. Ich dachte aus einem mir unerklärlichen Grund immer, dass hinter dem Anführer von Celaenas Gilde ein strenger, aber gutmütiger Mann steckt. In The Assassin's Blade wird er aber als zwiespältiger, hinterhältiger Mann präsentiert... ich würde so weit gehen und sagen, der Abgrund in einem Charakter höchstpersönlich. Ich bin immer noch zutiefst fasziniert von diesem Mann, der eigentlich nur eine Nebenfigur ist; nie hat er so gehandelt, wie ich es erwartet hätte. Vor allem die Beziehung zwischen ihm und Celaena ist spannend, da er ja eine enge Bezugsperson für sie darstellt. In The Assassin's Blade habe ich nur wieder mal festgestellt, warum Celaena für mich DIE Protagonistin ist: ich habe selten von jemandem gelesen, dem so viel Unglück widerfährt und sich trotzdem nicht in Selbstmitleid suhlt, sondern weiterkämpft.
Auch Sam hat mir sehr gut gefallen. Erstmalig bekommt man einen Eindruck von dem ersten Mann, der es schaffte, Celaenas Herz zu erobern. Da man aus Throne of Glass ja schon weiß, was mit ihm passiert, war ich etwas traurig, als sich die Novellen zum Ende neigten; aber wie gesagt, Sam ist wieder einer dieser Charaktere, den man einfach nur... mögen muss. Im Buch ist er immer der Zweitbeste hinter Celaena, wurde sein ganzes Leben lang so behandelt - da kommt Mitleid auf. Die Beziehung zwischen den beiden ist einfach süß, authentisch, jung.
Ihr seht schon - auch The Assassin's Blade hat mich begeistert, und ich habe mich beherrschen müssen, nicht alles in einem Rutsch durchzulesen, wollte es lieber genießen und erst recht wollte ich nicht, dass es endet. Das sind nicht nur irgendwelche Vorgeschichten zu Celaena; hätte Sarah J. Maas dieses Buch eigenständig veröffentlicht, wäre es genauso gut gewesen. Wer die Reihe noch nicht kennt oder bei diesem Buch zögert - greift zu, unbedingt! Die Bücher rund um Celaena sind die besten, ungelogen die besten, die ich seit einer langen Zeit gelesen habe.

Fazit
The Assassin's Blade ist nicht nur aus irgendwelchen Vorgeschichten zu Celaenas Person zusammengesetzt; Sarah J. Maas hat auch hier geniale Arbeit geleistet. Mit vielschichtigen Charakteren und spannenden Geschichten erfährt man einiges mehr über Celaena, die starke Protagonistin der Throne of Glass-Reihe. Absolute Leseempfehlung!


Titel: The Assassin's Blade
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Bloomsbury
Reihe: 0,5/6
Preis: ca. 9,20€
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Freitag, 11. September 2015

[Rezension] Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist... - Gina Damico

Originaltitel: Hellhole

Inhalt
Max staunt nicht schlecht, als eines Tages auf seiner Couch ein Teufel sitzt. Ein waschechter Teufel namens Burk, mit roter Haut und Teufelshörnern. Burk will von Max, dass er ihm ein Haus besorgt, damit er ihn loswird. Max geht aber einen viel größeren Deal ein; wenn er Burk eine richtige Unterkunft besorgt, dann heilt dieser Max' Mutter, die schwerkrank ist. Doch der Deal geht nach hinten los - und schon bald ist das Leben vieler Leute gefährdet...

Meine Meinung
Ich mag den Teufel. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber lasst es mich erklären: ich mag den Teufel als Figur in Büchern. Ich finde, man hat heutzutage schon einiges gelesen: Engel, Dämonen, Vampire und der ganze Rest - das kennt man schon. Bücher, in denen aber ein Teufel auf den Plan tritt, hat man nicht so oft, und deshalb gibt es dort einen ganz eigenen Interpretationsspielraum, der mich sehr reizt. Aus diesem Grund war ich auch sehr neugierig auf Hellhole.
Der Einstieg fiel mir leider etwas schwer. Wir lernen Max kennen, den Protagonisten, aber ich konnte nicht so wirklich warm mit ihm werden. Er ist ein Nerd und generell dem Leben etwas... fremd. Wenn er mit einem Mädchen spricht, kommen nur unpassende Dinge aus seinem Mund, und überhaupt verhält er sich nicht annähernd so wie ein Siebzehnjähriger (ein jüngeres Alter wäre vielleicht ganz gut gewesen). Max klaut für seine Mutter eine Plastikkatze, und deshalb taucht Burk bei ihm auf - etwas Mitleid hatte ich deswegen ja schon mit ihm, aber andererseits... andererseits entwickelte sich das Buch dann auf eine ganz andere Weise, als ich erwartet habe.
Ich dachte, hier würde mir ein locker-leichtes Buch begegnen, in dem Max und Burk so einiges erleben und ihre Umgebung auf den Kopf stellen. Falsch gedacht. Ich meine, sie stürzen schon in eine Katastrophe, aber das war kein leichtes Buch, nicht wirklich. Ich bin mir allerdings immer noch nicht ganz sicher, ob es vielleicht leicht werden sollte.
Gina Damico kann gut schreiben. Es ist kein exzellenter Schreibstil, aber man kann es gut lesen, auch wenn die Geschichte etwas zäh ist und es beinahe zweihundert Seiten dauert, bis sie so richtig in Fahrt kommt. Allerdings gibt es in meinen Augen einfach zu viele Szenen, die lustig gemeint waren, aber überhaupt nicht lustig sind. Gewollt, aber nicht gekonnt, wenn ihr versteht, was ich meine. Es gab ledliglich eine einzige (!) Szene im Buch, die mich wirklich zum Lachen brachte. Ansonsten wartete ich nur darauf, dass es irgendwie besser, interessanter, spannender wurde.
Wenn jedoch Max als Protagonist nicht so mein Fall war, dann war es Burk dafür umso mehr. Ich sagte ja bereits, dass ich einen Teufel als Charakter interessant finde, und Damicos Interpretation hat mir sehr gut gefallen, sie ist originell, sie hat etwas. Burk ist hinterhältig, gemein, böse, aber er hat Charakter. Und das muss man ihm lassen.
Außerdem tritt noch besonders oft Lore mit auf den Plan; ein Mädchen, das selbst einmal mit einem Teufel zu kämpfen hatte und daher versucht, Max zu helfen. Auch sie ist mehr ein Charakter, der mich nicht wirklich überzeugen konnte; sie ist okay - mehr aber auch nicht. Wie auch schon mit dem Witz, der nicht wirklich rüberkommt, bleibt auch die Tiefe der Charaktere auf der Strecke. Ich kann mir nicht erklären, warum das so ist, aber das ganze Buch ließ mich so ziemlich unberührt.
Erst gegen Ende hin passieren noch einige erstaunliche Dinge; Max tut vor allem etwas, das ich nicht von ihm erwartet habe und sehr schockierend finde - das hat mich sehr überrascht, da ich ja mehr Leichtigkeit erwartete, und stattdessen teilweise wirklich grausame Dinge präsentiert kriegte, die einfach... auf die leichte Schulter genommen wurden.
Dabei finde ich das Szenario, auf welches die Geschichte zusteuerte, gar nicht so schlecht; nur war es viel zu wenig ausgereift und letzten Endes auch zu schnell abgehakt. Als ich Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist... beendete, war ich frustriert und unbefriedigt. Allerdings auch, ehrlich gesagt, ein bisschen erleichtert, dass es vorbei war.

Fazit
Mit Hellhole: Wenn der Teufel bei dir los ist... zeigt Gina Damico zwar eine gute Idee auf, der es aber leider an der Umsetzung mangelt. Die Charaktere bleiben zweidimensional, die Witze flach und es fehlt an Spannung. Lediglich die Interpretation des Teufels Burk hat mir gut gefallen, ansonsten war das Buch eher eine Enttäuschung.


Vielen Dank an penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Hellhole - Wenn der Teufel los ist...
Klappenbroschur: 384 Seiten
Verlag: penhaligon
Reihe: -
Preis: 14,99€

Sonntag, 6. September 2015

[Rezension] Dreams of Gods and Monsters - Laini Taylor

Inhalt
Die letzte Schlacht gegen Jael steht kurz bevor. Doch noch haben sich Akiva und Karou eine unglaubliche Aufgabe aufgebürdet: die Chimären und die Engel dazu bringen, Seite an Seite zu kämpfen. Denn wenn sie auch bloß die geringste Chance haben wollen, zu gewinnen, dann so...

Meine Meinung
Irgendwie habe ich das Gefühl, als würde ich dieses Jahr nur Rezensionen zu Reihenabschlüssen schreiben. Würde ich nachzählen, wären es vermutlich kaum fünf letzte Bände, aber dennoch finde ich es wieder und wieder beeindruckend, wie viele Jahre lang mich manche Buchreihen begleitet haben. Da ist die Reihe rund um Karou eine ganz besondere; ich meine, wie lange haben wir alle auf den dritten Band gewartet?!
Aber vor ein paar Wochen ist er endlich erschienen und ich bekam endlich die Möglichkeit, zu erfahren, wie es mit Karou, Akiva und Co. endet.
Wie auch in den Vorbänden zeigt Laini Taylor, wie gut sie schreiben kann. Man muss sich auf diesen bildhaften Schreibstil einlassen, aber wer das tut, wird seine Freude damit haben. Sie scheint in jeder Situation die richtigen Worte zu finden.
Das Buch beginnt allerdings nicht mit Karou, sondern hier wird noch ein neuer Charakter eingeführt: Eliza. Der Leser bleibt eine ganz schöne Weile im Dunkeln über dieses Mädchen mit der mysteriösen Vergangenheit und vor allem ihre Bedeutung für Karou und ihre Freunde. Eliza ist auch an dem Spektakel, als Jaels Armee auf die Erde kommt, beteiligt, und ich liebe liebe liebe dieses Szenario, das Laini Taylor hier konstruiert hat.
Jetzt mal ehrlich, jeder hat sich bestimmt schon mal gefragt, was passieren würde, wenn Engel, Hexen oder was auch immer auf die Erde strömen würden. In Dreams of Gods and Monsters liefert Taylor eine Antwort, und was für eine! Sie hat das Szenario so echt gezeichnet, den Wahnsinn der Menschheit so perfekt aufs Papier gebracht, dass es in einem fast den Wunsch erweckte, selbst einmal Rom aufzusuchen, wo Jaels Armee aufkreuzte und den Papst mächtig einen Schrecken einjagte.
Abgesehen von Eliza hat dieses Buch natürlich noch viele weitere, wundervolle Charaktere zu bieten - jeder von ihnen ein Individuum mit seinen eigenen Stärken und Schwächen, mit außergewöhnlichen Vergangenheiten. Mein persönlicher Favourit sind ja immer noch Mik und Zuzana <3 Die beiden sind für mich ja DAS Traumpaar überhaupt. Etwas schade, dass Laini Taylor besonders eine bestimmte Szene nur grob angerissen hat. (Die, die das Buch schon kennen, wissen vielleicht, was ich meine!)
Dreams of Gods and Monsters war für mich jedoch nicht nur ein Lesevergnügen; etwas Kritik habe ich nämlich auch. Und das ist ganz einfach die Länge. Ich habe nichts gegen 700 Seiten, im Gegenteil, meistens freut mich ein Buch mit solcher Dicke, aber manche Szenen waren einfach too much. Viel zu lang, viel zu zäh - ganz besonders, da sich ein paar Hundert Seiten schon um einen Tag drehen. Ich verstehe, dass das in Anbetracht der Ankunft der Engel und dem anderen zeitlichen Geschehen nötig war, aber... zäh war's halt stellenweise trotzdem.
Dafür gab es natürlich viele andere Szenen, die nur an einem vorbeirasten, und man fiebert auf die große Schlacht zu. Wie die ausgeht, kann ich euch natürlich nicht sagen, und auch das Ende müsst ihr selbst herausfinden. Ich für meinen Teil bin relativ zufrieden, lediglich ein kleiner Teil, der ein Paar betraf, hat mich etwas gestört. Im Großen und Ganzen hat Laini Taylor aber gute Arbeit geleistet, und vor allem hat sie eine Buchreihe kreiert, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

Fazit
Dreams of Gods and Monsters ist zwar nicht das beste Buch der Reihe rund um Karou und Akiva, aber dennoch ein würdiger Abschluss. Wer Lust auf eine sonderbare Liebesgeschichte und einen zauberhaften Schreibstil hat, sollte definitiv zu diesen Büchern greifen.


Titel: Dreams of Gods and Monsters
Hardcover: 784 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Reihe: 3/3
Preis: 16,99€

Mittwoch, 2. September 2015

[talk about books] Love is in the air... und sowieso auch überall

Ich werfe jetzt einfach mal eine These in den Raum: Heutzutage gibt es nur noch sehr wenige Bücher, die komplett ohne irgendeine Liebesgeschichte auskommen. Im Gegenteil, man braucht sogar eine Liebesgeschichte, um vermarktet zu werden.
Jetzt mal im Ernst - es nervt mich manchmal. Es nervt mich manchmal unglaublich. Da muss ich allerdings hinzufügen, dass ich vielleicht einfach etwas Pech hatte, und darüber hinaus ganz grundsätzlich nichts gegen Liebesbeziehungen in Büchern habe.
Ich meine, viele Bücher leben ja von ihrem Herzschmerz und Sie-dürfen-nicht-zusammen-sein-lieben-sich-aber-trotzdem-Dramas. Bella und Edward zum Beispiel. Oder die Selection Reihe. Aber hin und wieder beschleicht mich einfach das ungute Gefühl, dass der Autor dem allgemeinen Druck nachgegeben hat und irgendwie noch eine Liebesgeschichte reinpresste.


Ich habe da zwei Beispiele von zwei Büchern, die ich letztens erst gelesen habe. Einmal Der tiefe Fall der Cecelia Price - ein Mädchen, psychisch geschädigt und eigentlich momentan alles andere als in der Verfassung, sich einen Verehrer anzubändeln, hat plötzlich eine neue Beziehung. Passiert innerhalb von einer Handvoll Seiten und ist alles andere als glaubwürdig. Wirkt einfach fehl am Platz. Und dann noch Glück ist eine Gleichung mit 7 - auch hier tauchte plötzlich kurz vor Ende noch eine unerwartete Beziehung auf (wenigstens blieb die zwölfjährige Protagonistin verschont).
Ich frage mich - warum? Gibt es da wirklich einen Druck, in jede Story eine Liebesgeschichte zu pressen? Oder haben wir grundsätzlich ein Bedürfnis nach Liebe und Harmonie?
Wie ihr vielleicht wisst, schreibe ich selbst. Ich habe mittlerweile einige Projekte abgeschlossen und nehme mich selbst nicht davon aus, denn auch in jedem dieser Projekte taucht irgendwo eine Romanze auf. Ich habe jedoch bei mir etwas Interessantes beobachtet; umso älter ich wurde, desto länger brauchen meine Protagonisten, bis sie endlich mal zusammen kamen. In beiden Projekten hatte ich von Anfang an eine Liebesgeschichte geplant, aber am Ende des ersten Bandes waren meine soon-to-be-Turteltäubchen bestenfalls gute Freunde.
Seltsam eigentlich. Seltsam entschleunigt. Es geht hier nicht um meine Projekte, und eigentlich auch an kein bestimmtes Buch - vielmehr um die Frage, brauchen wir andauernd Romanzen? Können unsere Helden und Heldinnen nicht auch einfach mal Single bleiben und zeigen, wie stark sie alleine sind? Katniss ohne Peeta, Juliette ohne Warner, Gwen ohne Logan - ginge das überhaupt?