Mittwoch, 13. November 2013

[Rezension] Mythos Academy 4: Frostglut - Jennifer Estep

Originaltitel: Crimson Frost

Achtung! Da es sich um den vierten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.


Gwens erstes "richtiges" Date mit Logan steht an, und abgesehen von der Tatsache, dass sie eigentlich gar keinen Kaffee mag und sie in einem Café verabredet sind, läuft es ziemlich gut. Doch dann tauchen drei Männer auf. Nicht nur irgendwelche Männer - Mitglieder des Protektorats: die "Polizei" der mythologischen Welt. Allen voran Linus Quinn - Logans Vater! Der scheint Gwen von der ersten Sekunde an zu hassen. Wenn das nur alles wäre... denn sie behaupten, Gwen sei verhaftet. Wegen zahlreicher Vergehen, unter anderem die Freilassung Lokis...



"Frostglut" war für mich ein absolutes Must-Have, seitdem ich den dritten Band der Mythos Academy Reihe beendet hatte. Denn ich kann es nicht mehr leugnen - die Bücher von Jennifer Estep gehören einfach zu meinen Lieblingen.
Auch der vierte Band rund um Gwen, Loki und Co. geht wieder mit Volldampf los, als ihr Date mit Logan platzt und sie verhaftet wird. Danach kommt es beinahe zur menschenunwürdigen Bloßstellung vor der Schule, in der das Protektorat verkündet, dass in zwei Tagen ihr Prozess sei. Dass die Schüler der Mythos Academy, von denen schon fast jeder mindestens einen Vertrauten an die Schnitter verloren hat, mächtig sauer sind und Gwen das Leben zur Hölle machen, liegt wohl auf der Hand... dabei muss diese doch jetzt beweisen, dass sie unschuldig ist! Denn selbst wenn Metis, Nickamedes und Ajax für sie stimmen, braucht sie noch mindestens ein weiteres Mitglied des Protektorats, das von ihrer Unschuld überzeugt ist.
Logan, Daphne und Carlos versuchen sie natürlich zu unterstützen, wo es geht. Der Anfang des Buches mag zwar so klingen, als ob es ziemlich romantisch hergeht zwischen Gwen und Logan, aber wer nun Kitsch fürchtet, den kann ich beruhigen. Ja - man erfährt mehr über die beiden und ihre Beziehung verändert sich auf jeden Fall, aber es besteht keine Gefahr, dass Frau Estep total in eine Kitsch-Schiene abrutscht.
Hinzu kommt noch ein neues Gesicht - Alexei, der Sohn eines Protektoratsmitglieds, der in den Tagen bis hin zum Prozess dafür sorgen soll, dass Gwen nicht flügge wird. So nimmt Gwen sich natürlich gleich fest vor, ihn zu verabscheuen - wäre da nicht die Tatsache, dass sie herausfindet, dass Oliver und Alexei sich bereits kennen...
Auch Alexei erweist sich als sehr interessanter Charakter, der etwas "frische Luft" in die Runde bringt: Langeweile auf Mythos Academy?! Gibt es nicht. Es wird nur wieder bewiesen, dass es der Autorin gelungen ist, zahlreiche mythische Wesen in ihr Buch zu packen und trotzdem die Balance zwischen zu viel und genug zu halten. Es ist einfach genial!
Im Zentrum von alldem steht dann natürlich noch Gwen. Und ich kann an der Stelle nur wiederholt betonen, dass ich sie einfach klasse finde. Gwen hat sich die ganze Reihe über auf eine wunderbare Art und Weise entwickelt; vom tollpatschigen Gypsymädchen, das sich Geld damit verdient, verschwundene Gegenstände zu finden, bis hin zu Nikes Champion, der sich mutig in einen Kampf wirft. Gwen weiß, was sie liebt. Sie weiß, wofür sie kämpfen muss und was sie bereit zu opfern ist.
Ihr merkt - ich bin verliebt in Mythos Academy... ich wiederhole mich wahrscheinlich in jeder Rezension. Die Befürchtung, dass der vierte Band unnötig sei, kann ich widerlegen. Er dient auf keinen Fall als Lückenfüller - im Gegenteil! Er bringt weiterhin Wind in die Geschichte und ist ein sehr, sehr guter Teil, dem - wenn überhaupt - nur "das gewisse Etwas" fehlt, um perfekt zu sein.



"Frostglut" schließt, was das Niveau anbetrifft, lückenlos an seine Vorgänger an. Es macht einfach Spaß, mit Gwen die Mythos Academy zu besuchen. Frau Estep?! Weiter so!


Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar!

Titel: Mythos Academy 4: Frostglut
Broschüre: 432 Seiten
Reihe: 4/6?
Verlag: ivi
Preis: 14,99€

Freitag, 8. November 2013

[Rezension] Frostblüte - Zoë Marriott


Frost lebt ein Leben als Außenseiterin. Wie eine Außgestoßene lebt sie einsam, sucht Arbeit für ein paar Tage und zieht dann weiter. Sie lässt dabei niemanden an sich heran, hat nur das Ziel vor Augen, was sie ihrer Mutter vor dem Tod versprochen hat: die heilige Urmutter zu finden. Denn Frost hat ein dunkles Geheimnis.
Als sie von Soldaten aufgegriffen wird, die das Königreich beschützen, trifft sie auch auf Luca. Luca erweckt in ihr Gefühle, die sie nie erträumt, nie zugelassen hat. Doch kann sie das zulassen?


Von Frostblüte hatte ich ehrlich gesagt keinen Plan, was ich erwarten sollte. Und auch als ich zu lesen begann, bekam ich nicht wirklich so mit, was Frosts Problem denn sein sollte. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich sogar anfangs ein ziemlich deutliches Bild einer Katniss-Abklatsche vor Augen und war skeptisch, wohin die Geschichte führen würde. Denn wie Frost so durch die Wälder streift und ein Nomadenleben führt, ein Mädchen ist, das eine Waffe führt und auch ziemlich stur und verschlossen sein kann, hat sie schon einige gute Eigenschaften von Katniss.
An der Stelle hören allerdings sowohl charaktertechnisch als auch inhaltlich die Parallelen auf, denn Frost ist für mich bis zum Ende eine Protagonistin geblieben, der ich nicht sonderlich gerne begegnet wäre. Sie hatte es seit ihrer Geburt nicht einfach, denn ihre Mutter behandelte sie nicht gut und gab ihr die Schuld an einigen Dingen, für die sie nichts konnte. Zusätzlich kommt ihre Eigenart, ihr dunkles Geheimnis hinzu, und ich kann es wirklich verstehen, dass Frost am Ende so ist, wie sie ist. Dennoch kam ich mit ihrer abweisenden, sehr sprunghaften Art nicht klar. Bleiben - nicht bleiben? Weglaufen - oder doch lieber nicht? Mensch, Frost, entscheide dich mal! Ich hätte ihr gerne öfters mal zugeschrien, dass sie einen freien Willen hat und nicht immer hin und her hüpfen muss und was weiß ich noch alles tun braucht. Dieses Harte, das man am Anfang noch spürt, dieses Feuer, das sie hätte entwickeln können - das erlischt leider, als Frau Marriott mehr von ihr zu erzählen beginnt. Sie knickt ein - wird einfach weichlich, das taffe Mädchen, das sie hätte sein können, geht verloren. Fand ich sehr schade.
Luca, der männliche Part der Geschichte, ist auch ein Charakter, mit dem ich zwar anfangs besser klar kam, der aber eine mehr als unrealistische Entwicklung hinlegte. Zu Beginn war Luca der Gutmut in Person - er fing Frost auf, war der perfekte Kerl - logisch, dass sie sich in ihn verliebt. Das, was er sagte, und woran er glaubte, das hat mir gefallen. Doch im Verlauf der Geschichte schlägt sein Charakter ins krasse Gegenteil um - und das ist zu übertrieben geworden.
Ein dritter Charakter, den man nicht unterschlagen darf, ist Arian - mein persönlicher Lieblingscharakter. Arian ist von Anfang an knallhart, und bei ihm zieht die Autorin auch das ganze Buch über durch. Arian hat Geschichte, etwas, das ihn zu der Person macht, die er heute ist, und er ist wirklich gut gelungen!
Die Storyhandlung selbst ist etwas... nun ja. Die Idee, die Zoe Marriott ursprünglich hatte, gefällt mir auf jeden Fall sehr, sehr gut. Dennoch ist die Umsetzung in meinen Augen nicht ganz ausgereift - die Völker, die Uskaand zum Beispiel, die werden zwar alle grob umrissen, aber irgendwie scheinen sie hinter einer Milchglasscheibe zu sein, und es wird das ganze Buch über dem Leser nicht möglich gemacht, hinter diese Scheibe zu schauen.
Immerhin der Schreibstil macht es gut möglich, der Geschichte einigermaßen zu folgen, auch wenn ich nicht selten verwirrt wegen Eigennamen oder von der Autorin erfundenen Bezeichnungen war. Ein Glossar wäre hier nötig gewesen...
Dennoch war das Buch nicht schlecht! Vor allem zum Showdown hin wurde es ziemlich spannend, und ich bin mir sicher, dass man einiges mehr daraus hätte machen können. Wahrscheinlich ist es letzten Endes einfach ein bisschen schade.



"Frostblüte" ist leider nur ein mittelmäßiges Buch, das eine großartige Idee hat, bei der es ein wenig an der Umsetzung hapert. Ich konnte mich nicht mit allen Charaktern anfreunden und auch die ganzen Eigennamen sind etwas verwirrend - dennoch ist das Buch überwiegend sehr spannend. Am besten - selber reinlesen!



Vielen Dank an den Carlsen Verlag und an Blogg dein Buch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Frostblüte
Softcover: 464 Seiten
Verlag: Carlsen
Reihe: -
Preis: 14,99€
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