Sonntag, 25. August 2013

[Rezension] Godspeed: Die Ankunft - Beth Revis

Achtung! Da es sich um den dritten Band einer Trilogie handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!


Nach drei fordernden und alles abverlangenden Monaten auf der Godspeed können Amy und Junior endlich auf ihrer neuen "Heimat" landen. Zumindest theoretisch - praktisch sieht das Ganze anders aus. Denn kaum kommen sie dort an, werden sie mit neuen Problemen konfrontiert. Zum Einen sind da dinosaurierartige Flugmonster und Amys Vater - Colonel Martin, der nun übernehmen will und mit Junior so aneinander gerät. Das ist aber nicht alles - denn die neue Erde ist nicht sicher. Da ist noch jemand. Jemand, der nach dem Leben von Juniors und Colonel Martins Leuten trachtet...


Oh mein Gott. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Godspeed: Die Ankunft ist wohl eine der Neuerscheinungen dieses Jahres, die ich am meisten ersehnt habe. Fans der Reihe können meine Gefühle sicher nachempfinden - es ist eine richtige Folter gewesen, nach dem zweiten Band ein weiteres Jahr auf den dritten warten zu müssen!
Dafür beweist Beth Revis, dass das Warten sich gelohnt hat. Kaum hat man das Buch aufgeschlagen und die ersten Seiten inhaliert, ist man wieder auf der Godspeed und direkt im Geschehen rund um Amy und Junior, die nun versuchen, mit denjenigen, die sich entschieden haben, die neue Welt kennen lernen zu wollen, zu landen. Schon die Landung bringt Komplikationen mit sich, und der Herzschlag beschleunigt sich automatisch. Man wird also von Anfang an unter Strom gesetzt - und das bei was für einer Frequenz! Das ganze Buch über kann man von mir aus auf verschiedene Dinge warten, aber Langeweile kommt bei aller Liebe nicht auf.
Als Amy dann endlich ihre geliebten Eltern auftauen darf, stellt ihr Vater, der vom Militär ist, fest, dass er wegen den Morden nun Oberbefehlshaber ist. Und Colonel Martin nimmt seine Verpflichtungen ernst. Das ist Junior ein Dorn im Auge, fühlt der sich doch zu sehr an den Ältesten erinnert...
Für Konflikte ist also ausreichend vorgesorgt. Hinzu kommt diese krasse Situation auf der Erde, bei der man als Leser einfach nur mitfiebert. Man will mehr wissen, genau wie alle anderen, will wissen, wer dort lebt - was dort lebt. Durch den unglaublich guten Schreibstil von Beth Revis wird diese Forschungsreise besonders "schmackhaft" gemacht - sie versteht es einfach, dem Leser das zu zeigen, wie sie es sieht, und ihre Welt Außenstehenden näherzubringen. Es ist unglaublich. Es ist SO GUT. Ich kann es einfach nicht anders ausdrücken. Ich hing an den Zeilen! Was ist es für ein Kampf, so ein gutes Buch zu lesen, das man nicht zur Seite legen kann, und gleichzeitig mit schwerem Herzen nicht weiterlesen zu wollen, weil man sich weigert, Charakteren wie Junior und Amy Tschüss zu sagen!
Amy ist taff wie eh und je. Ich finde, die Landung tat ihrem Charakter zusätzlich gut. Dieser dritte Band ist sozusagen wirklich IHR Band, denn es zeigt Amy in ihrer vollen Pracht. Wer sie vorher gut fand, wird sie nun unglaublich finden. Amy ist taff, weiß aber, wo ihr Herz liegt - bei Junior und ihrer Familie. Sie ist halt nicht auf den Kopf gefallen, einfach eine wunderbare Protagonistin, bei der es Spaß gemacht hat, sie die drei Bände über zu verfolgen!
Junior selbst wächst und wächst weiter. Nun als Anführer der Godspeed steht er seinen Leuten und Amys Vater gegenüber. Er kann seine Leute nicht im Stich lassen, kann nicht die "Führung" komplett an Colonel Martin abtreten - und eckt so gezwungenermaßen an. Zusätzlich lernen wir noch viele andere Seiten von ihm kennen, die vorher nicht beleuchtet wurden...
Leute, es hört sich bescheuert an. Doch ich kann es nicht anders ausdrücken. Sämtliche Charaktere von der Godspeed, egal ob die "Guten" oder die "Bösen", ich fand sie alle schon immer unglaublich gut. Doch dieser Ortswechsel, der hat das noch einmal geschafft, jede einzelne Facette hervorzubringen und schimmern zu lassen. Ich bin selten so begeistert von einem Buch gewesen, vielleicht kann man das ja an dieser so konfusen Rezension irgendwie ablesen. Ich hoffe es.


Auch wenn mit dem dritten Band rund um Amy und Junior die Reise auf der Godspeed nun beendet ist, kann ich nicht leugnen, dass es eine verdammt gute Reise war. In "Godspeed: Die Ankunft" holt Beth Revis noch einmal ALLES aus Story, Charakteren und ihrem Schreibstil raus und erschafft einen UNGLAUBLICHEN Abschlussband!
Falls jemand die Reihe noch nicht angerührt hat, muss er es spätestens jetzt tun. Es gibt keinen Grund, die Finger von den Büchern zu lassen. 


Titel: Godspeed: Die Ankunft
Hardcover: 480 Seiten
Verlag: Dressler
Reihe: 3/3
Preis: 19,95€
Kaufen?

Mittwoch, 21. August 2013

[Neuzugänge] Vorzeitige Weihnachten - oder so

Hallo ihr Lieben!
Okay, einen Neuzugangspost hatten wir hier auch schon verdammt lange nicht mehr. Es ist allerdings so (bei mir jedenfalls), dass ich zwar hin und wieder einen neuen Schatz in meine Reihen stellen kann - aber naja, wegen einem Buch mache ich sicher keinen Post... hinzu kommt, dass ein Teil der Bücher, die ich lese, ausgeliehen ist. Und das macht irgendwie keinen Sinn. Oder so.
Nun gut, auf jeden Fall kam dieses Mal eins zum anderen und ich habe tatsächlich drei Bücher in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum erhalten! :P (Ja, ich gehöre definitiv nicht zu den Bloggern, die jede Woche im Schnitt fünf Bücher verzeichnen können. :P)
Der Titel erklärt sich ganz einfach: ich fühle mich ein wenig beschenkt. Und will damit weder protzen noch sonstwas. Ich freu mich einfach drüber. Wie Weihnachten! ^___^ (UND schönem Wetter!)


Da sind die drei Schätzchen. Ach. Ich mag die optisch schon super gern. :3
Nun der Senf zu jedem einzelnen Buch:


Travis ist hart im Nehmen. Aufgewachsen in einer Familie von Männern, weiß er sich durchzuschlagen. Er ist bekannt als Weiberheld und Kämpfer. Alle Jungs möchten an seiner Stelle sein, alle Mädchen an seiner Seite. Doch Abby ist anders. Sie schenkt ihm keine Bewunderung und schmachtet ihn nicht aus ihren großen, grauen Augen an. Sie wirkt unschuldig und zerbrechlich, aber Travis spürt, dass sie ein dunkles Geheimnis verbirgt. Er ist fasziniert von ihr, und er macht sich daran, das zu tun, was er seiner Mutter versprochen hat: Er kämpft für seine Liebe. Unaufhaltsam. (Quelle)
Jaaaa, die "Fortsetzung" von Beautiful Disaster! Ich habe das Buch ja sehr gerne gelesen und nun das Ganze aus Travis' Sicht - hui, das wird sicher heiß! Vielen Dank außerdem an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar!


Sie kann keine Toten sehen, aber ...
sie spürt, wenn jemand in ihrer Nähe sterben wird. Und dann zwingt eine unbesiegbare Macht sie zu schreien, so laut sie kann.
Kaylee kann ihr Glück kaum fassen. Der schärfste Typ der Schule hat sie angesprochen! Nash hat die schönsten braunen Augen, die sie je gesehen hat. Als er sie auf die Tanzfläche zieht, glaubt Kaylee zu träumen. Aber das perfekte Date hat sie sich anders vorgestellt. Erst entdeckt sie ein Mädchen, das scheinbar von einem schwarzen Nebel umgeben ist. Dann wird Kaylee übel, und plötzlich lastet eine schreckliche Schwere auf ihr. Um nicht zu schreien, dass die Fensterscheiben zerspringen, rennt sie schweißgebadet raus. Wie peinlich! Nash muss sie jetzt für völlig verrückt halten. Doch seltsamerweise bleibt er ganz ruhig.
Am nächsten Tag erfahren sie, dass das Mädchen tatsächlich tot ist. Bald sterben weitere. Und Kaylee ist die Einzige, die weiß, wen es als Nächsten trifft. (Quelle)
"Soul Screamers" stand schon immer auf meiner mentalen "Irgendwann-mal-lesen"-Liste. Wer jetzt nickt, der weiß auch, dass diese Liste irgendwie nie so eine sonderlich hohe Priorität hat. (Bitte an der Stelle nochmals nicken.) Jetzt wurde mir allerdings der Traum eines jeden Buchliebhabers zuteil (behaupte ich jedenfalls): Am Ende meines Praktikums in einer Buchhandlung wurde mir tatsächlich gesagt, ich dürfte mir ein Buch aussuchen.
Glaubt mir, Leute. Ich habe mich gefühlt wie im Schlaraffenland.


Achtung, zweiter Teil! Klappentext kann Spoiler enthalten!
It's been months since Aria last saw Perry. Months since Perry became Blood Lord of the Tides, and Aria learned of her mother's death. And now, Aria and Perry are about to be reunited. It's a moment they've been longing for - a moment on which they've hung countless expectations. And it's a moment that lives up to all of them. At least, at first. Then it slips away.
[...]
With so many lies, temptations, and physical dangers pulling them apart, Aria and Perry wonder, can their love survive through the ever night? (Quelle)
Okay. Wem das hier jetzt überhaupt nichts sagt: zu Deutsch handelt es sich hier ganz einfach um Getrieben - Durch ewige Nacht. Ich lese die Reihe allerdings auf Englisch (und zwar durch einen Zufall, mich hatte nur der erste Band covertechnisch so angefixt). Ja, der Teil ist ja auch schon seit einer Weile draußen. Nur irgendwie hatte ich kein sooo megamäßiges Verlangen danach. Jetzt ist es letztens allerdings vorgekommen, dass ich in einer Buchlandung gleich zwei englische Fortsetzungen und eine deutsche von weniger bekannten Reihen entdeckt hatte. Zu dem Zeitpunkt war ich mit Mum in der Stadt, hatte mir aber keine weiteren Gedanken drüber gemacht. (Ihr müsst wissen. Ich habe die Fähigkeit, mich von Büchern ständig vom Kauf verleiten zu lassen, ausgeschaltet. Das tut meinem Geldbeutel besser. Bücher kaufe ich wirklich selten noch spontan...) Später erzählte ich meiner Mum davon, einfach so, weil ich es ziemlich witzig fand, bzw. hier im Kaff eine Rarität. :D Und Mum sagte: "Ja, wieso hast du nicht früher was gesagt?! Du hast doch schon ewig lang mehr kein Buch bekommen!"
Es war 17.58 Uhr. Die Buchhandlung schloss um 18.00 Uhr. (Ich wiederhole: Kaff! :D) Und ich so: "Ja, welches soll ich denn?"
Mum: "Such dir eins aus, und jetzt beeil dich!"
Also stürmten wir die Buchhandlung. Und jetzt kommt's. Wir laufen also rein und Mum direkt zu der Verkäuferin: "Sie weiß, was sie will, einen Moment noch!" und ich eile gleichzeitig die Treppe hoch und treffe noch nebenher die Entscheidung, welches Buch mit nach Hause darf.
Ja. Mum ist cool. Der erste Band auch - warum also nicht?

Und ihr? Welches der Bücher hier habt ihr schon gelesen? Welche könnt ihr empfehlen, welche weniger?
Irgendwelche coolen Mama-Buchgeschichten?! :D



Samstag, 17. August 2013

[Kurzrezension] #1 Der dunkle Wächter über den Lichtfängerinnen

Hallo ihr Lieben!

Das hier ist quasi eine Premiere auf Amoureux des Livres. Kurzrezensionen hatten wir hier noch nie, gut, das Rad erfunden wird damit auch nicht, aber ich dachte mir - warum eigentlich nicht?! Ich habe in letzter Zeit doch einige Bücher gelesen, zu denen ich zwar gerne meinen Senf abgeben würde, aber doch nicht sooo  mega viel zu sagen habe. Oder Bücher, die halt nicht so bekannt sind und wo ich nicht unbedingt weiß, ob sie auf dem Blog überhaupt interessieren. Deshalb habe ich jetzt beschlossen, einfach hin und wieder auch mal Kurzrezensionen zu schreiben. Kurz und knackig - was meint ihr dazu?!

Der dunkle Wächter - Carlos Ruiz Zafón
Worum geht's?
Nach dem Tod ihres Vaters verfolgt Irenes Familie eine ziemliche Pechsträhne, die damit endet, dass ihre Mutter eine Anstellung in Cravenmoore erhält. Doch dann ereignet sich ein  grausamer Mord - und das Böse scheint in die Idylle einziehen zu wollen...
Meine Meinung
Mein erster Roman von Carlos Ruiz Zafón, und ich bin ein wenig enttäuscht, da ich eigentlich den Eindruck hatte, dass seine Romane überaus positiv ankommen. Das Buch war zwar spannend und die Charaktere auch okay, allerdings hat mir die Erzählperspektive nicht so recht gefallen und das Thema fand ich auch seltsam... gewählt - irgendwie unkonkret. Ich weiß nicht, irgendetwas hat mir daran nicht gepasst, ein wenig zu viel Spekulation.
Taschenbuch / 352 Seiten / Fischer FJB / Kaufen?



Die Lichtfängerin - Gennifer Albin
Worum geht's?
Adelice wird zur Webjungfer ausgewählt und entgegen ihrem Willen ihrer Familie entrissen - jedenfalls dem Teil, der ihr noch gelassen wurde. Auch wenn sie sich auf die Ausbildung einlässt - unter der Oberfläche brodelt ihre innere Rebellion...
Meine Meinung
Ach ja, Cocoon ist so eine Dystopie, die mega gute Ansätze hat, aber leider doch nicht so ganz an mich rankam. Was soll das heißen. Die Idee ist MEGA. Mega innovativ, was komplett anderes, einfach toll! Schon allein, wie die Story losgeht. Nur macht die Autorin nichts draus. Die Charaktere sind entweder plump, gefühlskalt oder das komplette Gegenteil und auch die Story plätschert vor sich hin. Außerdem habe ich die Welt von Adelice (und ja, die Autorin hat ein Faible für schräge Namen) nicht ganz verstanden, es waren einfach zu viele Lücken für mich - zu viele Fragen, zu viel Unverständnis. Ist okay, aber muss man nicht unbedingt gelesen haben! Hoffnung könnte natürlich der zweite Teil bringen, aber wann der rauskommt, ist unklar.
Hardcover / 356 Seiten / Egmont Ink / Kaufen?

Sonntag, 11. August 2013

[Rezension] Warm Bodies - Isaac Marion



Die deutsche Filmausgabe
In Warm Bodies, oder „Mein fahler Freund“, wie es in der deutschen Originalfassung heißt, geht es um R, einen, wie soll ich sagen? Nicht ganz dem Bild entsprechenden Zombie.
Immer wieder forscht R in seinem löchrigen Gedächtnis nach Namen, bedauert ihren Wegfall sogar zu tiefst. Selbst die Verwesung lässt noch teilweise auf sich warten.
Obwohl die Gespräche zwischen ihm und seinem Freund M weitestgehend nur aus „Arrrrgh! Uff! Mrr…“ bestehen, bringen sie doch erstaunlich oft ein paar verständliche Worte zustande, von denen die anderen Zombies nur träumen mögen. 
Eines Tages, nachdem einer den Gedanken an Essen verschwendete, tötete R einen Jungen. Alles war wie immer, doch an diesem Tag sollte sich das „Leben“ des Untoten für immer ändern. 

Während er sich mit Julie anfreundet und eine tiefe Liebe zu ihr entwickelt, die ein Zombie eigentlich nicht spüren dürfte, ändert sich die Welt um ihn herum und die eigentliche Apokalypse wird zum Träger neuer Hoffnung.


Schreibstil und Wortwahl

Der Schreibstil dieses Buches ist eigentlich relativ gut zu lesen, wenngleich man manches Mal das ein oder andere Problem mit einer Formulierung hat. Es wird in R’s Perspektive erzählt, sodass man das volle Ausmaß seiner irritierenden Gedankenwelt in sich aufnimmt. Hierbei scheint der Zombie schon nahezu mehr zu denken, als ein lebendiger Mensch und Worte zu kennen, die selbst ich erst einmal nachschlagen muss. Nun gut – wie will man auch einen Roman schreiben, in dem dein Erzähler/Zombie nur: „Urrrg… Essen! Arrgh… Stadt. Junge. Hiiiiiirrrrrn!! (*Q*) Fressen. Gaaawr… Mädchen? Schützen muss. Ghm… nix fressen. Ju-arghhhhh-lie!“ Sätze von sich gibt. Auf kurze Zeit wohl… amüsant, aber mal ehrlich, ich glaube nicht, dass sich das jemand antun würde.
Genauso wäre ein Roman basierend auf den Hauptgedanken „Hirn fressen“ auch etwas seltsam… daher belassen wir es für den, doch erstaunlich anspruchsvollen Wortschatz R’s, bei einem geringen Punktabzug. 
Deutsche Ausgabe
Das Lesen war nicht unbedingt immer einfach, zwischendurch habe ich pausiert und ich denke nicht, dass ich den Stil als locker bezeichnen könnte.

Charaktere


Trotz einiger… sagen wir sprachlichen Inkompetenzen muss ich sagen, dass selbst die Untoten, ja sogar die Knochen, die nicht ein Wort sagen, ausreichend bis gut beleuchtet werden. Man bekommt ein ziemlich genaues Bild der Psyche dieser Wesen, und kann alles in allem sagen: wie soll man Zombies Charakter geben? Das geht doch nicht! – Falsch gedacht! 
In diesem Buch HABEN Zombies Charakter, wenn er auch nicht unbedingt so ausgeprägt ist, wie bei den Menschen. Man erkennt Wesenszüge wieder, die sie eindeutig ihrem Besitzer zuschreiben lassen. Einen Funken Humor bei M etwa, die Zügellosigkeit R’s Frau, die grenzenlose Gier der Knochen. 
R’s sensible Einstellung dem untoten Leben gegenüber wird natürlich erst Recht deutlich, doch er scheint sich immer weiter fortzubilden, als er auf Julie trifft. Julie selbst hat schon viel durchgemacht, verliert jedoch nicht den Blick für das Leben. 
So manch einer würde den Verstand verlieren und dem Tod ins Auge blicken, doch sie bleibt stark und neugierig und scheint vieles wie durch Zauberhand problemlos zu überstehen. 
Vielleicht liegt es an R’s Darstellung von ihr, aber mir haben hierbei ein paar Emotionen gefehlt…
Gelungen sind ebenfalls die Menschen in der Arena. Hierzu kann ich nicht viel sagen – sie waren so lebendig, wie man sich Menschen während einer Zombie Apokalypse nur vorstellen kann. Sie leben, sie trainieren, sie kämpfen und sind stark füreinander. Dass der ein oder andere mal verrückt wird, ist so eingepfercht eigentlich nicht zu vermeiden, obwohl ich hier wieder sagen muss, dass es mir hier doch ein wenig daran mangelte. Resignation überwog – natürlich – aber wo sind die Panikmacher hin? Die, die einfach so austicken? Die, die Intrigen planen? Na ja, alles in allem waren die Charaktere ganz gut umrissen, wenn man mal die Logik aus dem Spiel lässt.


 Idee/Handlung

Zur Idee oder der Handlung lässt sich nicht besonders viel sagen. Alles baut aufeinander auf und macht ein gut durchdachtes Grundgerüst sichtbar. Die Idee, die hinter allem steckt fand ich persönlich ziemlich gut, wenn die Ausführung bis dahin auch ein wenig abgedroschen rüber kam. Ich würde sie gerne nennen und ein wenig darüber reden, aber ich möchte das Ende des Buches nicht direkt vorweg nehmen und arg spoilern. 
Die Handlung dagegen ist ein bisschen grau und einsilbig – im Grunde genommen, lässt sich alles wie folgt zusammenfassen: Zombie verliebt sich wider der Natur in ein Mädchen, sie sich in ihn, rasante Spannungsmacher, alle sind glücklich – oder vielleicht nicht? Man weiß es nicht ;) 
Es bleibt hierbei recht vorausschaubar und offensichtlich, was geschehen möge, obwohl das Ende eine echte Überraschung darstellt.



Warm Bodies ist ein etwas anderes Buch, was aber keineswegs schlecht ist. Der Schreibstil ist flüssig und fordernd, die Charaktere sind, bis auf ein paar kleine Mängel, gut Umrissen und die Handlung überzeugt wenngleich sie mitten drin etwas vorausschaubar ist. 
Abschließend ist zu sagen, dass dieses Buch wirklich gelungen ist und im Vergleich zum Film eine ganz andere, tiefer gehende Story hervor bringt. (Ich habe mir den Film angesehen und war ziemlich enttäuscht. Nicht nur, dass R im Buch anfängt mit: „…Ich könnte ein Banker gewesen sein“ und er im Film mit: „… ich könnte Arbeitslos gewesen sein“ kommt, nein, sogar die Hauptidee wurde total abgeändert òó) Ich persönlich würde das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen. 
Allerdings ist jenen Leuten davon abzuraten, die den Film selbst mochten. Ich persönlich war enttäuscht. Beides für sich kann existieren kann existieren und gut sein, aber nicht nebeneinander laufen... 


Anmerkung: Das Zitat im Fazit ist nicht vollständig, aber ich wollte kein zeilenlanges Zitat einfügen, zumal ich den genauen Wortlaut aus dem Film nicht mehr auswendig kann...

Titel: Warm Bodies
Taschenbuch: 299 Seiten

Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta
Reihe: -
Preis: 9,95€
Kaufen?


Dienstag, 6. August 2013

[talk about books] Von Buchreihen und Einzelbänden, die keine sind

Hallo ihr Lieben!
Nach längerer Zeit hab ich mal wieder ein Gebrabbel für euch. Gebrabbel sind natürlich nicht genau zu planen, da sie halt Gebrabbel sind, und man für Gebrabbel Ideen braucht und ich grundsätzlich dafür bin, nichts zu schreiben, wenn ich keine Ideen hab. Würde auch irgendwie keinen Sinn machen.
Naja auf jeden Fall schwirrte mir für dieses kleine Gebrabbel schon seit längerer Zeit ein Thema im Kopf rum - und das sind ganz einfach Reihen.
Ich glaube, ihr kennt die Situation. Besonders als Buchblogger oder generell als Buchliebhaber - halt einfach, wenn man ziemlich viele Bücher liest - kann es schnell passieren, dass man a) den Überblick über gelesene Bücher verliert und b) den Überblick über angefangene Buchreihen verliert. Nach Wochen, Monaten oder Jahren kann es dann mal passieren, dass man über ein bestimmtes Buch stolpert und sich denkt: Ach huch, die Reihe wollte ich ja eigentlich auch weiterlesen... Und letzten Endes weiß ich immer noch nicht, wie es jetzt mit Eragon ausgeht, aber ich habe leider nicht die Zeit, nochmal die ersten drei Bücher zu durchforsten, damit ich überhaupt wieder einen Anschluss habe. Ich weiß eh nicht mehr so genau, wie der dritte Band endete, also *räusper* was soll's.
Ihr erkennt das Problem, oder? Okay, Problem ist vielleicht übertrieben. Oder der falsche Begriff dafür. Aber was ich mich frage, ist einfach folgendes: Machen das die Autoren absichtlich? Muss jedes Buch einen zweiten, einen dritten Band bekommen, oder sogar einen fünften? Selbst inhaltlich in sich abgeschlossene Bücher bekommen oftmals ein paar Geschwister. Oder wenn das nicht geht, nimmt man einfach ein paar andere Charaktere, aber dasselbe Setting lässt sich ja nochmals vermarkten... (wie zum Beispiel Finding Sky und Saving Phoenix oder Die Beschenkte und Die Flammende) Ich sage damit ja überhaupt nicht, dass das schlechte Bücher sind oder die Fortsetzungen nicht geschrieben hätten werden sollen (gut, ich kenne von beiden außerdem nur den ersten Teil, und Finding Sky hat mir persönlich auch nicht gefallen), aber ich frage mich manchmal - MUSS das sein?
Was denken sich die Autoren dabei? Wenn sich jeder einzelne Autor denken würde "Ach, ich fühle mich so inspiriert, ich muss mehr und mehr schreiben!", dann hat er ja irgendwie auch sein Recht dazu, aber ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, der solche Fortsetzungen manchmal sehr erzwungen vorkommen. Ganz zu schweigen von den Helden - die, bei denen die Erscheinung des ersten Bandes groß vermarktet wird und man dann SOFORT von allen Folgebänden ins Bild gesetzt wird, obwohl diese noch gar nicht erschienen sind... 
Warum nicht mal wieder einen guten Einzelband? Wo man zwar nach dem Ende des Buches Tschüss zu den Figuren sagen muss, aber das Buch mit einem guten Gewissen zuschlagen kann, weil man nicht den Druck hat, Abby und Travis nochmals in Las Vegas aufgabeln zu müssen. Und wo man sich hinterher auf ein anderes Buch stürzen kann.
Ich habe nichts gegen die Night School Bücher oder die von Shadow Falls - im Gegenteil, beide gehören zu Reihen, die ich sehr gerne weiter verfolge.
Trotzdem wäre es schön, öfters mal wieder auf einen Einzelband zu stoßen. Aber was appelliere ich hier überhaupt. Ändern kann ich es eh nicht. (Und es macht mich auch recht froh, mich bald auf den dritten Godspeed Band stürzen zu können.)

Nun zu euch: Wie steht ihr zu Trilogien und Reihen? Muss das wirklich immer sein? Und verfolgt ihr eine Reihe auch brav bis zum Ende oder passiert es öfters, dass ihr "Keine Lust mehr" sagt?!
Ich bin gespannt auf eure Meinungen!