Donnerstag, 27. Juni 2013

[Rezension] Bruderliebe - Stefanie Heindorf und Kathrin Lange


Wie Rapunzel lebt Theresia schon seit vielen Jahren - abgeschottet von der Außenwelt, selten Kontakt zu den Menschen da draußen. Sie schiebt es auf die Fürsorge ihrer Stiefmutter, doch trotzdem wächst der Wunsch in ihr heran, das Leben da draußen zu erforschen und hinter den Grund dieser "Fürsorge" zu kommen... Als sie ihre Stiefmutter Henriette überreden kann, für ein Mal mit in einen Gottesdienst kommen zu dürfen, trifft sie prompt auf Sebastian und verliebt sich in ihn. Damit nimmt das Drama seinen Lauf...


Ich habe diese Rezension eine Weile vor mir hergeschoben, muss ich ehrlich zugeben. Denn ich möchte, um das gleich vorneweg zu nehmen, "gestehen", dass das Buch für mich einfach ein totaler Genrefehlgriff war und daher schon schwer bei mir eine volle Bewertungspunktzahl erhalten zu können.
Ich muss auch zugeben, dass ich hier wieder gleich von Anfang an ein wenig skeptisch war: Das Buch ist nämlich von zwei Autoren geschrieben, noch dazu zwei deutschen. (Dass ich ein wenig "vorbelastet" bin, hatte ich ja schon mal erwähnt.)
Allerdings ist zumindest die "Mischung" der Autoren gut gelungen. Ich jedenfalls habe das ganze Buch über keine Stilunterschiede gemerkt; es hätte also genauso gut ein Autor sein können und mir wäre es wohl nicht aufgefallen...
Ansonsten schleppt sich der Anfang ziemlich. Die ganze Situation um Theresia, ihr Kokon und auch die anderen Charaktere werden sehr, sehr langsam und ausführlich eingeführt. Das empfand ich persönlich als zu lang und gestreckt und sehr nervig - ich wollte endlich, dass etwas passiert! Wo bleibt dieser Sebastian, der im Klappentext angepriesen wird? Und wo zur Hölle bleibt die Intrige?
Sieht man davon ab, ist es auch von Anfang an ziemlich historisch: Die Sprache ist stilecht und sicher gut der Zeit damals nachempfunden, und das wird auch wirklich konsequent durchgezogen. Man kann also nicht behaupten, dass sich die Autorinnen nicht gut informiert und sich in der Hinsicht keine Gedanken gemacht hätten.
Als die Geschichte dann endlich Fahrt aufnimmt, wird es gleichzeitig sowohl schockierend als auch spannend. Ich merkte also, dass es auch anders geht! Denn sobald die Einführung vorüber war, flogen die Seiten an mir nur so vorbei und ich wollte auch wirklich wissen, wie es nun mit Sebastian und Theresia weiterging.
Die Geschichte wird nicht nur aus Theresias, sondern auch aus der Perspektive von zahlreichen anderen Nebencharakteren erzählt. Das bringt mich doch leider zu meinem nächsten Manko - dadurch wird die Geschichte selbst stellenweise sehr vorausschaubar und besonders den Grund, warum Henriette Theresia so "einsperrte", kannte ich schon ziemlich schnell...
Nicht nur das machte mir das Buch etwas leidig, sondern wie gesagt auch schon die Tatsache, dass ich mich etwas im Genre vergriffen hatte. Ich empfand das Buch außerdem als ziemlich distanziert und konnte mit den Charakteren nicht ganz so sehr mitfiebern, wie ich wollte, weiß aber nicht, ob das jetzt mit dem Genre zusammen hängt oder an dem Buch selbst liegt...
Die Charaktere sehe ich zusätzlich ziemlich zwiegespalten. Denn - und der Ausdruck tut mir leid, aber das ist die pure Wahrheit - Theresia ist eine ziemlich.... nun ja, doofe Protagonistin. Und ich meine das nicht im dem Sinne von "mäh ich kann sie nicht leiden" sondern mehr in dem Sinne, dass sie einfach naiv ist. Von vorne bis hinten. Ich weiß nicht, wie oft ich das Mädchen gerne geschüttelt hätte oder es angebrüllt, weil sie gewisse Dinge einfach nicht geschnallt hat, obwohl sie wirklich mehr als offensichtlich waren.
Sebastian hingegen hat mir schon besser gefallen und auch sein Bruder, der wirklich ein übler Kerl ist, ist letzten Endes gut gelungen. Leider reichte das nicht aus, damit das Buch zu einem Vergnügen wurde...


"Bruderliebe" war für mich nicht nur ein Genre-Fehlgriff, denn ich hatte auch massive Probleme mit der naiven Protagonistin und der zu Anfang ziemlich schleppenden Geschichte, die stellenweise einfach total durchschaubar war... Ähnlichkeiten mit Rapunzel? Ja, aber ich mag das Original lieber.
Was mich jetzt noch interessieren würde - ist das euch auch mal passiert? Dass ihr zu einem komplett falschem Genre gegriffen habt?

Titel: Bruderliebe
Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: Dryas
Reihe: -
Preis: 12,95€
Kaufen?


Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Dryas Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Samstag, 22. Juni 2013

[Blog] 1 Jahr Amoureux des Livres!!! (+Mini-Skype-Leserunde am Montag)

Hallo ihr Allerliebsten!
Wie ihr an diesem unglaublich euphorischen Posttitel erkennen könnt, hat Amoureux des Livres bereits ein ganzes Jahr auf dem Buckel! Naja, gut, ich will euch ja nicht besch...ummeln, um genau zu sein, sind es ein Jahr und 10 Tage, aber da sowohl Denise als auch ich den 12. Juni 2013 ein wenig verpeilt haben (jedenfalls im Sinne: Bloggeburtstag) kommt der Post halt ein bisschen später. Ist wie mit der Deutschen Bahn. Auch immer ein bisschen später als geplant.
Der erste Post war ein sehr... nun ja, sehr intellektueller. Und zwar war der erste Post ein Neuerscheinungspost, den ich übrigens sehr amüsant finde, und wisst ihr warum? Weil wir danach keinen weiteren Post dieser Art gemacht haben. Äh. Ups. Wie wär's, wenn wir das jetzt mal als nette Geschichte fürs Nähkästchen aufheben?!
Tjaaa, was ist in diesem Jahr alles so passiert? So einiges. Denise und ich erhielten unsere ersten Rezensionsexemplare, wir hatten die ersten negativen, die ersten positiven Eindrücke, wir sahen alles von der Bloggerwelt, was uns bisher "verwehrt" geblieben war - ein Jahr voller Erfahrungen!
Und nicht nur das- ich will nicht wissen, wie oft ich in diesem Jahr die Art meiner Rezensionen geändert habe, nur um jetzt mit Stolz sagen zu können bzw. zumindest zu behaupten, meinen Stil jetzt so einigermaßen gefunden zu haben. Jedenfalls den Stil, der mein Wesen, meine guten und schlechten Seiten (hahahaha) zumindest einen Großteil der Zeit vermittelt. Oder?!
Nun, da ihr sicher mein trockenes Gelaber schon leid seid, kommen wir einfach mal zu knallharten Fakten. Knallharte Fakten sind deshalb gut, weil sie halt Fakten sind. Und so. Das muss ich euch, meinen Liebsten, natürlich nicht genauer erläutern.
Seit dem 12. Juni 2012 hat Amoureux des Livres...
... 135 Leser bei GFC...
... 15 Follower bei Bloglovin...
... und 35 Likes bei Facebook!
Und ich kann euch nicht genug danken! Danke für jedes liebe Kommentar, für jeden Follow und für jede Rückmeldung, die ihr uns je gegeben habt! Ja, ein Blog besteht nicht nur aus zahlreichen Kommentaren, aber ich behaupte, dass er dadurch erst lebendig wird!
Denn dank euch haben wir auch über 21.000 Seitenaufrufe zu verzeichnen! Wow! Wenn das keine unglaubliche Zahl ist!
Der beliebteste Post ist übrigens die Rezension von Mit dir an meiner Seite von Denise, gefolgt von meiner Rezension von Nichts: Was im Leben wichtig ist und auf dem dritten Platz haben wir die Rezension Percy Jackson - Diebe im Olymp - na wenn das nichts ist! :)
Ich kann es nur noch einmal sagen. Danke für alles! Danke, danke danke. Auf ein weiteres Jahr. Und von mir aus auch auf viele andere. *Prosecco und Orangensaft in die Runde schmeiß* 
Hiermit trete ich an Denise ab, für ein paar letzte Worte:

Heyhow :D
Ich möchte auch noch mal ein paar Worte in diesen Post mogeln... Bella kann einfach besser mit Worten umgehen, als ich. Ich erinnere mich noch zu gut daran, als wir uns über unseren allerersten Award gefreut haben. Wie wir jeden einzelnen Leser mit gedanklichen Luftsprüngen begrüßt haben, von denen ihr gar nichts mitbekommen habt. Wir wir Gewinnspiele geplant und sie doch wieder verworfen haben... 
Wie wir euch danken wollten, immer und immer wieder, jedoch keine Worte fanden und es dabei beließen... Ich erinnere mich daran, wie ich vor einer Weile kurz davor war, Videorezensionen zu machen, beziehungsweise doch eher Audiorezensionen, weil ich mich nicht vor die Kamera setzten will :) Wäre auch ein bisschen peinlich, wenn ich dann fasziniert irgendein Lichtlein an der Kamera fixiere und daraufhin vergesse was ich sagen will *kicher* 
Ich erinnere mich an unsere Hochs und Tiefs, die Tage, an denen wir Leser verloren, an denen wir uns fragen, was wir falsch gemacht haben. Was euch Leser nicht zufrieden stellte und ich erinnere mich daran, wie wir uns über Neuzugänge daher umso mehr freute :D 
Vor allem aber, erinnere ich mich daran, dass ich wirklich durch die Gegend gehüpft bin, als ich uns auf der Seite von Mein Lesetipp fand, die die besten Buchblogs 2012 kürte... Ich habe wirklich gequietscht, gekreischt und bin auf und ab gehüpft :3
Irgendwie finde ich es schade, dass ihr so wenig hinter die Kulissen blicken könnt, dass wir so wenig Kontakt zu euch aufbauen können... (wir sind da doch eher ein Rezensionsblog...) Mich würde interessieren, was ihr an uns mögt und was nicht. 
Ich weiß, ich war in letzter Zeit recht still, was allerdings an meinem Privatleben und einigen seltsamen Fellings wie absoluter Leseunlust liegt... Ich versuche mich zu bessern, damit wir euch regelmäßig viele neue Ideen bieten können :)
Vielleicht ein paar neue Kategorien? Ich weiß noch nicht. Hauptsache ist allerdings, dass wir das mit der Schule, dem Lesen und dem Blog unter einen Hut bringen können, daher entschuldige ich mich vorsorglich nochmal dafür, dass es hin und wieder eher still wird...

Jetzt mal was anderes: Es ist kurzfristig, es ist ungeplant und ich bin mir sicher, so ziemlich jeder macht das. Aber: Wie wäre es, mit einer kleinen Skype-Leserunde zu Silber von Kerstin Gier ab Montag? :D
Ich bin da etwas spät dran und werde es erst ab dem 24. lesen können... Wer Lust und Zeit hat, sich mit mir am Montag ein bisschen über Silber auszutauschen, der kann uns eine E-Mail oder eine Facebook-Nachricht mit seinem Vornamen, einer favorisierten Uhrzeit (am besten ein ganzer Zeitraum) und seinem Skypenamen schicken. (amoureuxdeslivres03@googlemail.com)
Wenn sich ein paar Leute melden, werde ich bis einschließlich Montag 13:00 Uhr die genaue Uhrzeit in einem Beitrag veröffentlichen. Wann ihr uns euren Skypenamen mailt ist allerdings euch überlassen - ich werde euch noch bis zum Ende rein holen. (Wobei ihr nicht vergessen solltet, dass sich bis Montag ein paar Leute melden sollten... Sonst könnte es knapp werden)

So. Nochmal ein
riesen Dankeschön von mir (verflucht, jetzt habe ich meinen kompletten Abschnitt auf groß formatiert... unfähiges Ich! hihi xD) und viel Spaß :D
Auf eine weiteres, tolles Jahr!

Viele liebe Grüße,
Bella und Denise, Denise und Bella, je nachdem :P
(Da Ich (Denise) den Post beendet habe... Fassung 1 :D)

Freitag, 7. Juni 2013

[Rezension] Beautiful Disaster - Jamie McGuire


Abby wollte eigentlich ihr altes Leben, ihre Vergangenheit endlich hinter sich lassen. Doch dann trifft sie auf Travis - der Bad Boy, den jeder will, aber keiner für länger als eine Nacht kriegt. Travis scheint Interessie an ihr zu haben und das, obwohl Abby so ziemlich das einzige Mädchen ist, das nicht alles für eine Nacht mit ihm geben würde. Nur verliert sie dummerweise eine Wette gegen Travis, woraufhin das Desaster seinen Lauf nimmt...


Als ich Beautiful Disaster anfing zu lesen, wurde ich sofort in die Geschichte reingezogen - und mit was für einer Geschwindigkeit! Schon nach den ersten Seiten war ich förmlich süchtig und hing an den Seiten, als bräuchte ich das Buch zum Leben.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich zeitweise wirklich Angst hatte, dass sich so eine 0815 Story à la Twilight entwickelt, aber glücklicherweise zeigt das Buch nämlich an der Stelle einfach, dass es einen Grund hat, ein gutes Buch zu sein: weil es es kann. Okay, das war jetzt leicht konfus.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Story ist wirklich nichts Besonderes, wie gesagt, man erwartet einfach eine Geschichte, die man schon dutzende Male gelesen hat, "mysteriöser" Junge interessiert sich für eigentlich unscheinbares Mädchen, Mädchen hat keine Ahnung, wieso, fühlen sich dann unerklärlicherweise doch voneinander angezogen, viele Hindernisse hier, viele Hindernisse da, Drama, Drama, Drama.
Wenn man das betrachtet, hat man allerdings nicht die bombastischen Charaktere miteinbezogen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Ich habe selten von solchen Charakteren gelesen, die auf der einen Seite wirklich so unperfekt waren, andererseits aber so impulsiv, so nervenaufreibend, dass ich manchmal dachte, wie sehr ich sie hasse, und im nächsten Moment, wie gut und dreidimensional sie eigentlich sind.
Zuerst ist da natürlich Abby als Protagonistin. Abby ist eigentlich ziemlich zufrieden mit ihrem Leben und ihrer besten Freundin America, ihrem Pakt, immer zu zweit auf Partys zu gehen, und ihr Leben einfach so unbeschwert wie möglich zu leben. Am Anfang ist sie fast noch ein wenig unscheinbar, aber erst im Laufe der Geschichte zeigt sich wirklich, wie viel Abby eigentlich auf dem Kasten hat und wie sehr sie kämpfen kann, wenn sie nur will.
Als männlicher Gegenpart haben wir Travis. Und ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich den Kerl die Hälfte des Buches über öfters mal ganz gern verprügelt hätte. (Was wohl gewisse Ironie mit sich bringt...) Travis ist wirklich ein Bad Boy, nicht irgendein schmächtiger Neunzehnjähriger, der hin und wieder einen bösen Spruch ablässt. Auch von ihm bekommt man anfangs noch einen leicht täuschenden Eindruck, wirkt er doch wie der typische Abschlepper mit seinen Versuchen, Abby rumzukriegen. Aaaaber als es dann anfängt zu funken, dann gibt es wirklich kein Halten mehr, denn dann zeigt Travis sein wahres Ich (und ich wette, ein paar werden an der Stelle heftig abgeschreckt werden): er ist impulsiv, er wird schnell wütend und er ist beinahe krankhaft eifersüchtig - wenn er Abby auch nur ansatzweise in der Nähe eines Typens sah, so konnte man sicher sein, dass es wieder einen Aufstand gab... Während dem Lesen mag sich das vielleicht ein wenig krass anhören, doch es ist so, dass es wirklich zu Travis passt UND ich großen Respekt von der Autorin habe, dass sie sich wirklich traut, so unperfekte Charaktere zu schaffen, die gerade dadurch so unglaublich gut werden! 
Die Nebencharaktere wie zum Beispiel America und ihr Freund oder auch andere sind ebenfalls gut gelungen und es gibt keine, die sich irgendwie ähneln, sie haben alle ihre eigene Persönlichkeit und ihre eigene, wichtige Rolle in dem Desaster! ;)
Der Schreibstil selbst ist ziemlich einfach gehalten, aber ich habe ihn wirklich seeehr genossen, und wirklich, ich habe das Buch runtergeschlungen wie sonst was - ein Phänomen, das mir beim Lesen wirklich eine zeitlang gefehlt hat. :P
Das Einzige, was ich kritisieren kann, sind einzelne, kleine Stellen, die wirklich überzogen sind. Auch das Ende finde ich ein weeenig übertrieben, aber das sind wirklich alles nur Kleinigkeiten und bei Beautiful Disaster wirklich nur meckern auf hohem Niveau!


"Beautiful Disaster" ist ein wirklich spannendes, elektrisierendes Buch, bei dem man schon allein vom Lesen gefühlte hundert Nerven verliert! Vor allem das Protagonistenpaar glänzt durch Authenzität und eine krasse Beziehung zueinander.


Titel: Beautiful Disaster
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Piper
Reihe: 1/?
Preis: 9,99€
Kaufen?


Vielen herzlichen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!