Sonntag, 31. März 2013

[Rezension] Euer schönes Leben kotzt mich an - Saci Lloyd


Laura Brown ist eigentlich ein ziemlich normales Mädchen in einer ziemlich normalen Welt. Ihre Eltern sind ein wenig abgedreht und bei ihrer Schwester ist wirklich eine Schraube locker, aber etwas Größeres als "Teenagerprobleme" gibt es in ihrem Leben nicht. Das Jahr 2015 wird geschrieben, als die Rationierung eingesetzt wird. Man darf nur eine bestimmte Anzahl an Punkten verbrauchen, ansonsten gibt es Strafen. Denn die Welt muss sparen, sie ist beschädigt nach dem Großen Sturm. Doch das nächste Unglück wartet nicht lange auf sich und es geht nur noch ums pure Überleben.


Ich nehme mir jetzt mal die Freiheit und behaupte, dass man als Buchblogger selten ein Buch mehr als ein oder zwei Mal liest. So. Punkt. Freiheit genommen. :D So geht es jedenfalls mir, weil man halt in der Regel immer und immer mehr neue Bücher hat, die gelesen werden sollten und dann wird eher selten zu den "alten Hasen" gegriffen. 
Ein Buch, zu dem ich mindestens einmal im Jahr greife, ist allerdings dieses. Weil ich es liebe. Wirklich liebe. Es gibt Bücher, bei denen fühlt man sich einfach wohl. Sie sind wie alte Freunde, die einen an der Hand nehmen und noch einmal durch die wunderbare Geschichte führen... (Ihr dürft mich nach Beenden der Rezi einweisen lassen, okay?)
Eins will ich zu Anfang sagen: Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Buch nicht für alle etwas ist, und vor allem nicht, wenn man penibel ist und praktisch nach "Fehlern" sucht. Man muss sich dar
auf einlassen, denn "Euer schönes Leben kotzt mich an" ist speziell - und zwar nicht nur der Titel. :P
Erzählt wird es in "Tagebuchform" aus Lauras Sicht - und auch so ziemlich in ihrer Sprache. Der Stil ist also sehr jugendlich, es wird auch nicht an Ausdrücken oder halt "jugendlicheren" Wörtern gespart. Aber er passt. Er passt zu Laura und allen anderen.
Ich würde das Buch wohl kaum so sehr mögen, wäre Laura selbst nicht auch so ein unglaubliches liebes, heranreifendes Mädchen. An keiner Stelle jammert sie rum oder badet sich in Selbstmitleid, egal, mit was sie konfrontiert wird. Laura ist immer ehrlich, sagt, was sie denkt, und versucht sich klarzuwerden, was sie will. Wen sie will.
Die Geschichte selbst erzählt über ein ganzes Jahr, von Anfang Januar bis Ende Dezember und in dem Jahr muss Laura einige Veränderungen durchstehen. Sei es mit ihrer Band "The Dirty Angels" oder auch in ihrem Liebesleben. Ihre Tagebucheinträge sind zusätzlich oft mit kleinen Bildchen bestückt, mit irgendwelchen Tabellen oder Dokumenten, die bei ihr sind, und machen das Ganze wohl doch noch einmal greifbarer.
Das Umweltproblem selbst ist größtenteils fiktiv, das Buch wurde schließlich auch schon vor ein paar Jahren geschrieben und man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass uns 2015 nicht dasselbe bevorstehen wird. :P Ich hoffe es jedenfalls.
Trotzdem ist das Buch von der ersten zur letzten Seite ein einziger Genuss und man begleitet Laura durch Höhen- und Tiefflug, durch Weinen und Lachen und ihr Leben mit der Rationalisierung. Und man wird natürlich auch wieder konfrontiert mit dem, was wir unserer Welt eigentlich antun. 
Ich für meinen Teil werde das Buch wieder und wieder lesen, denn auch wenn eines Tages 2016 anbricht, bin ich mir ziemlich sicher, dass Laura mich noch einmal an die Hand nimmt... :)



Bei "Euer schönes Leben kotzt mich an" stimmt für mich einfach alles - deshalb gehört das Buch auch zu meinen Lieblingsbüchern und wird auch weiterhin wieder und wieder verschlungen werden... :)


Titel: Euer schönes Leben kotzt mich an
Broschüre: 343 Seiten
Verlag: Arena
Reihe: -
Preis: 7,99€
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Montag, 25. März 2013

[talk about books] Abwesenheit & Buchverfilmungen

Hallo ihr Lieben!
Zuerst einmal sowohl von Denise als auch von mir ein riesiges Sorry, dass es in letzter Zeit auf dem Blog ein bisschen stiller ist. Um es kurz zu machen: Manchmal schreit das Privatleben einfach lauter als der Blog und man muss ihm ein bisschen Vortritt lassen. Wir hoffen allerdings, dass ihr uns nicht vergesst, wir haben euch nämlich auch nicht vergessen. :P 

Somit möchte ich zu einem kleinen Gebrabbel kommen, über dessen Thema ihr sicher nicht gerade wenig gehört habt. Vielleicht hängt es euch ja schon zu den Ohren raus, aber na ja, Senf muss Senf sein. XD
Quelle
Und zwar geht es - wer hätte es nach diesem Posttitel gedacht - um Buchverfilmungen. Buchverfilmungen generell sind ja ohnehin ein umstrittenes Thema, denn letztendlich kommt es halt oft vor, dass das Lieblingsbuch verfilmt wird, und dann ist der Cast doof, die Umsetzung ist doof und der Film selbst ist am allerdoofsten. Wer kennt das nicht? ;)
Ich persönlich kann es überhaupt nicht leiden, wenn die Leute bei dem Film was ändern. Wirklich. Wenn dann auf einmal Katniss ihren Spotttölpel von einer älteren Lady anstatt von Madge kriegt, gibt es gewisse Leute, denen ich gern mal was erzählen würde. Wer mich jetzt für pingelig hält, ist schon okay. :D Aber meiner Meinung nach sollen sie die Geschichte ein bisschen kürzen, ein oder zwei Ereignisse streichen. Änderungen kann ich allerdings überhaupt nicht leiden. ("Die Tribute von Panem" ist als Film trotzdem sehr gut gelungen. Das will ich nicht abstreiten. Zum Glück nicht.) 
Was passiert also, wenn Bella einen Film sieht und irgendetwas nicht nach ihren peniblen und hoch exquisiten  Vorstellungen ist? Ach, sie redet sich ein, dass das Ganze nur eine Adaption ist. Ist auch so. Nur, da bin ich mir ganz sicher, geht es mir sicher nicht nur als Einzige, dass man das manchmal vergisst.
Was sollte man also tun? Wer's kann, sollte sich von allen seinen Erwartungen lösen, im Idealfall das Buch erst hinterher lesen (dann ist der Film in 80% der Fälle nicht sofort versaut :P) oder das Buch mal eben aus dem Gedächtnis streichen. Dann sieht der Film meistens schon mal besser aus.  Ich kann das ja nicht, ne. Ich fand Panem auch erst nach dem zweiten Mal gucken so grandios und auch wenn ich den Film beim ersten Mal gut fand, war ich doch ein bisschen enttäuscht. Was passieren kann, wenn man die Bücher inhaliert hat sehr gern gelesen hat.
Quelle
Ach ja: Versteht mich bitte nicht falsch! Ich will hier - um Gottes willen, bloß nicht! - keine Buchverfilmungen schlecht reden. Es gibt in meinen Augen einige gute Buchverfilmungen (besser gesagt: Adaptionen) wie zum Beispiel Harry Potter, Percy Jackson oder eben Panem. Doch es kann leider genauso oft schief gehen. Twilight (auch wenn der letzte Teil ok ist), Tintenherz und Eragon.
Es gibt dann noch zwei Buchverfilmungen, die mir ein bisschen schwer auf dem Magen liegen. Zwei Verfilmungen von meinen absoluten Lieblingsbüchern. Das wäre zum Einen - wen wundert's - Rubinrot und - wen wundert das noch mehr - City of Bones. Besonders das letztere. Ich weiß noch nicht, ob ich mich in den Film traue, wenn es so weit ist. XD
Rubinrot ist ja bereits in den Kinos. Denise hat ihn sogar schon gesehen "Anders, aber ganz gut. Habe keine Erwartungen" war ihre Empfehlung an mich (womit wir wieder bei diesen schrecklichen Erwartungen wären) und so werd ich's auch handeln. Irgendwie. Immerhin find ich die Schauspieler toll. 
Na ja. Ich weiß nicht, Buchverfilmungen sind immer so eine Sache für sich selbst. Jede ist irgendwie anders und man kann es nie allen recht machen - da stimmt ihr mir doch zu, oder?
Also - wie steht es um euch? Was ist eure Meinung zu Buchverfilmungen? Könnt ihr sogar völlig neutral an sie herangehen, wenn ihr das Buch kennt? Und: Was sind eure Lieblinge unter den Buchverfilmungen? Und die, die ganz schrecklich misslungen sind? :D

Montag, 18. März 2013

[Rezension] Please don't hate me - A. S. King

Originaltitel: Please ignore Vera Dietz

(Greife ausnahmsweise auf den Originaltext zurück.)

Kann man vergessen, was war? Muss man verzeihen, um den anderen zu retten? Wie viel Mut braucht die Wahrheit? Vera hasst Charlie. Aus tiefstem Herzen. Obwohl er einmal ihr bester Freund war. Obwohl sie seine dunkelsten Geheimnisse kannte. Obwohl sie ihn so geliebt hat. Und doch ist sie die Einzige, die weiß, was in jener Nacht wirklich geschah. Der Nacht, in der Charlie starb.


Ich erinnere mich noch in dem Sinne gut an das Buch, dass ich mich genau an dem Moment erinnere, wo es erschien und ich mir dachte: Das musst du lesen. Tja, allerdings war mein Budget damals noch beschränkter (immer diese armen Schüler XD) und meine WL größer, sodass das Buch bald in Vergessenheit geriet. Als ich es dann bei einer Freundin entdeckte, hab ich's mir geschnappt und war ehrlich gesagt ziemlich gespannt. Was ich erwartet habe? Eine Geschichte, die berührt und mitnimmt. Aber es ist nicht so, dass ich hohe Erwartungen an das Buch hatte. Ich wollte mich einfach überraschen lassen... Und wenn ich darauf zurückblicke, würde ich schon sagen, dass ich überrascht bin. Vielleicht nicht unbedingt im so positiven Sinne, aber immerhin.
Zum Anfang möchte ich sagen, dass schon allein der Aufbau des Buches eine kleine Besonderheit hat. Und zwar wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und nicht nur das, sondern teilweise auch immer episodisch von der Vergangenheit. Um das jetzt mal ein bisschen zu erläutern - also einerseits wird natürlich aus Veras Sicht erzählt. Parallel dazu wird immer aus ihrer Vergangenheit erzählt, solange, bis diese praktisch erzählt ist. Dazu kommen noch Teile aus der Sicht ihres Dads, aus Charlies und sogar aus der von Pagoda, einem Ort. Ja. Ein Ort erzählt auch. Eigentlich hätte ich das Ganze ja ganz interessant gefunden, aber besonders bei den verschiedenen Personen hatte ich das Problem, dass sie gar nicht so verschieden klingen. Sie klingen nämlich alle gleich. Hätte die Überschrift nicht erläutert, um wen es sich handelt, hätte ich sie wohl nicht auseinander halten können... Ansonsten ist der Schreibstil allerdings ganz nett, nichts Besonderes, aber er lässt sich doch gut lesen.
Als das Buch in der "Gegenwart" startet, ist Charlie bereits tot und wir erfahren grundsätzlich viel aus Veras Leben, ihrer Vergangenheit, etc. Sie ist ein Mädchen, das unglaublich viel ertragen muss(te) und ich bewundere sie wirklich dafür, wie sie immer stark bleibt und nie zusammenbricht. Sie verhält sich in jeder Situation so erwachsen, wie es - sorry - wohl sonst nicht einmal ein Erwachsener getan hätte. Und das ist das Wesentliche, was mich an ihrem Charakter stört. Auf der einen Seite konnte ich mich immer toll mit ihr identifizieren, aber auf der anderen Seite war sie einfach ZU ruhig. ZU unrealistisch. Sie hat immer alles eingesteckt und irgendwann wirkte das nicht mehr stark, sondern einfach nur noch unecht.
Von den anderen Charakteren erfährt man praktisch nicht all zu viel, jedenfalls nichts, um sich einen genaueren Eindruck machen zu können. Außer von Veras Vater erfährt man bei keinem anderen, was ihn eigentlich antreibt, bewegt, und so weiter - auch bei Charlie nicht! Wie bei Vera kriegen wir zwar seine Biographie zu hören, aber irgendwie ist man hinterher kein bisschen schlauer aus dem Jungen. Wenn die Autorin schon sich dazu entschieden hat, auch aus seiner Sicht zu berichten, hätte ich mindestens ein paar Erklärungen gebraucht. Erklärungen, wieso Charlie sich so gegen seine beste Freundin gewendet hat. Denn die waren mehr als dürftig.
Also plätschert die Geschichte so vor sich hin und ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob es eigentlich überhaupt ein Ziel gibt. Irgendetwas, auf das hingearbeitet wird. Letzten Endes war das wohl Veras Entwicklung und ihr Versuch, das mit Charlie alles zu akzeptieren und zu verarbeiten. 
Das ist allerdings das, was der Autorin wirklich gelungen ist: Diese "Weisheit" zu verpacken. Ich kann es nicht anders beschreiben, doch das Buch zeigt irgendwie, dass man manche Dinge nicht ändern kann. Dass man sie hinnehmen muss und akzeptieren, dass man über sich hinauswachsen muss. So, wie das in dem Buch enthalten ist, empfand ich das als sehr schön. 



"Please don't hate me" ist ein Buch, das mehr einer trockenen Biografie gleicht als einem spannenden, berührenden Jugendbuch. Es zieht sich stellenweise sehr und die Charaktere sind sehr zweidimensional, aber ansonsten lässt es sich gut lesen und zeigt einem, was im Leben wichtig ist. Man muss es aber nicht unbedingt gelesen haben, finde ich.


Titel: Please don't hate me
Klappenbroschur: 381 Seiten
Verlag: Arena
Reihe: -
Preis: 9,99€
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Dienstag, 12. März 2013

[Rezension] Mythos Academy 3: Frostherz - Jennifer Estep

Originaltitel: Dark Frost


Es ist der letzte Tag, bevor die Schule wieder beginnt. Um eine Hausaufgabe zu erledigen, sind Gwen, Daphne und Carson im Museum - bis plötzlich ein Dutzend Schnitter auftaucht und vor ihren Augen einfach Schüler niedermetzeln. Mit Logans Hilfe schaffen die vier es, die Schnitter in die Flucht zu schlagen, aber Gwen ist eins bewusst: Selbst an der Mythos Academy fühlt sie sich nicht mehr sicher. Umso mehr fühlt sie sich an ihre Aufgabe erinnert, die sie als Nikes Champion erledigen soll: Den Helheim-Dolch zu finden. Doch das ist nicht das einzige Problem - angefangen bei ihrer Beziehung zu Logan, einer launischen Daphne und noch einigen mehr...


Ich weiß nicht, wie es euch mit manchen Reihen geht, aber spätestens nach diesem dritten Band der Mythos-Academy Reihe bin ich ein so großer Fan geworden, dass meine Rezension neigt, ins subjektive zu rutschen. Falls das wirklich der Fall sein sollte, tut es mir leid - aber ich versuche es, objektiv zu formulieren. Einigermaßen. (Ohne zu sehr: OMG! Ich liebe es! zu schreien... :D)
Wie auch schon beim zweiten Teil fiel es mir sehr leicht, wieder in die Geschichte reinzukommen, obwohl es jetzt schon etwas länger her war, dass ich den zweiten Teil gelesen hatte. Da ich mich daran erinnere, dass einige diese längeren, öfters vorkommenden Rückblenden kritisiert haben, kann ich diesen an der Stelle schon einmal Entwarnung geben: Ja, es sind weitere Rückblenden enthalten, aber Jennifer Estep  hat es nun wirklich gelernt, diese so passend/dezent einzusetzen, dass sie einem wirklich auf die Sprünge helfen, sollte Hintergrundwissen fehlen.
Wer es nicht lassen konnte und beim zweiten Teil das erste Kapitel "vorgeschnuppert" hat, der weiß schon, dass es auch wirklich gleich spannend losgeht. Man wird sofort in einem Kampf verwickelt und kommt zumindest anfangs kaum zum Luftholen.
Der Schreibstil ist wie immer schön angenehm und bildhaft, ich lese ihn sehr gerne und er lässt sich wirklich flüssig lesen. Man kann also auch anmerken, dass Frau Estep immer sicherer - und noch besser - in ihrem Handwerk wird. Ich kenne sie zwar nicht persönlich und weiß auch nicht, was sie in ihrer Freizeit zu treibt, aber bin jetzt mal so frech und behaupte, dass sie einfach ein Talent in der Hinsicht hat. 
Gwen selbst hat eine unglaubliche Entwicklung hingelegt. War sie in Band 1 noch in sich gekehrt und wollte einfach nicht auffallen, hat sie mittlerweile ein gesundes Selbstvertrauen und bessert sich auch im Schwertkampf endlich. :P Auch wenn sie sich in der Hinsicht verändert hat und reifer, erwachsener geworden ist, bleibt ihr Humor frisch und erheiternd wie eh und je. Ich habe wirklich eine riesige Palette an Emotionen erlebt, als ich das Buch gelesen inhaliert habe. Einige Lacher sind natürlich auch wieder Vic, dem blutrünstigen Schwert, zu verdanken. 
Auch über Logan und Daphne erfahren wir mehr, wenn auch letztere keine zu präsente Rolle in dem Buch spielt. Allgemein hört man ziemlich oft nur von Gwen, aber das soll nicht heißen, dass es langweilig wird: Jennifer Estep weiß, wie sie Spannung einsetzen muss, damit man nicht "nur noch ein Kapitel" liest, sondern halt "nur noch eins" ... wenn ihr wisst, was ich meine. :D
Gwens und Logans Beziehung bleibt kompliziert, da ihre Gypsy-Gabe und Logans Geheimnis zwischen den beiden zu stehen scheint, auch wenn klar ist, dass auf beiden Seiten Gefühle bestehen. Ihre Geschichte ist schön in die eigentliche Handlung miteinbezogen, ohne aufdringlich oder "zu groß" zu werden. Sie wirkt einfach realistisch, und, zugegeben, hatte auch ich einmal Herzschmerz mit Gwen zusammen.
Alles in allem lässt sich wohl sagen, dass es kein "Zwischenband" ist, kein Lückenfüller, sondern die Geschichte, die eigentliche Handlung, einen Schritt nach vorne macht und man nicht das Gefühl hat, auf der Stelle stehe zu bleiben. Das Buch ist sozusagen rundum gelungen. ^_^


Auch wenn "Frostherz" ein dritter Teil ist, dient er keinesfalls als Lückenfüller! Sowohl die Charaktere als auch der Humor ist erfrischend wie eh und je und an Spannung mangelt es auch nicht. Man kann also sagen, dass Jennifer Estep wirklich Gutes geleistet hat - und die Reihe gehört spätestens jetzt zu meinen Lieblingen...


Vielen Dank an den ivi Verlag für das Rezensionsexemplar!

Titel: Frostherz
Klappenbroschüre: 432 Seiten
Verlag: ivi
Reihe: 3/?
Preis: 14,99€
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Sonntag, 10. März 2013

[Rezension] Im Pyjama um Halb vier - Gabriella Engelmann, Jakob M. Leonhardt



Auf einer Party lernt Lulu einen Jungen kennen, den sie unbedingt wiedersehen möchte. Das Problem: Sie kennt den Neuen nicht und weiß nicht, ob er eine Freundin hat. 
Aus diesem Grund sucht sie via Facebook nach seinem besten Kumpel Ben – und erwischt einen völlig anderen, mit dem ihr das Schreiben irgendwie leicht fällt. 
Nach und nach lernen sich die Beiden besser kennen und erzählen sich Dinge, die sie so niemandem erzählen würden. 
Und so entwickelt sich etwas zwischen ihnen, das deutlich über Freundschaft hinausgeht, doch ein schreckliches Geheimnis droht alles zu Nichte zu machen,



Idee/Handlung

Ich muss ja zugeben, als ich von diesem Buch gehört habe, war ich hin und weg von der Idee und der Aufmachung. Haltet mich für blöd, aber es ist wirklich so. 
Dass so eine simple Idee, eigentlich nichts Besonderes, so toll sein könnte, hätte ich wirklich nicht gedacht, obwohl von Anfang an klar war: Das musst du lesen!
Das ganze fängt eher langsam an, so wie man sich im Net halt mal kennen lernt. So bin ich ja auch mal auf Bella getroffen, mit der ich hier rezensiere. (Die aber deutlich besser rezensiert als ich *-*)
Buchcover
Jedenfalls bleiben die beiden in Kontakt und man merkt förmlich, wie einige Barrieren überschritten werden und wie sich eine Freundschaft entwickelt, obwohl das im Chat meist schwer zu erkennen ist. 
Die Idee an sich birgt eigentlich nicht viel Potential, überzeugt aber doch durch Wendungen, die man sich niemals hätte vorstellen können.


Charaktere

Lulu (16) und Ben (17) sind beide in meinem Alter und unglaublich glaubhaft. Es kam mir wirklich so vor, als hätte ich eine dieser Nachrichten verfasst, oder sie zumindest von Bekannten oder Freunden gelesen.  
Deshalb möchte ich zu beiden nicht besonders viel sagen – sie wirkten einfach echt und total dreidimensional. Mit Ticks und allem. 
Erstaunlicherweise gab es sogar Nebencharaktere, die in Zwischenkapiteln (sag ich jetzt einfach mal, vermutlich sollten diese Dinger die Kapitel teilen, aber ich bin unsicher. xD) einen Status kommentierten. Hierbei posteten sowohl Lulu,  Ben, als auch einige eben dieser Charaktere mal einen Beitrag. 


Schreibstil

Der Schreibstil war bombastisch! Anders kann man das nicht sagen – er war sehr glaubhaft, Jugendlich und total genial. 
Man hatte wirklich das Gefühl, in die Privatsphäre anderer einzugreifen und so einen Chatverlauf zu lesen, was ich anfangs wirklich nicht vermutet hätte.



Zum Fazit kann ich nur sagen: Absolut lesenswert! 
Ich empfinde den Preis allerdings als einen ziemlichen Minuspunkt, weil man mit diesem Buch wirklich nicht viel Zeit verbringt…
Es ist süß, es ist fesselnd und sogar durch die Wendung spannend, die man niemals hätte voraussehen können, aber wirklich kurz, wenn man den Umfang des Buches bedenkt – da sind 12,99€ doch ein bisschen teuer.
Außerdem fühlt man sich ein kleines bisschen wie so ein Stalker, der sich in einen Computer gehackt hat und liest – als würde er es nicht dürfen, versteht ihr? 
Aber alles in allem (und trotz dem Preis) muss ich sagen, war das Buch total toll und ich würde es wieder und wieder lesen! (was ich sicher auch tue *-* An Ostern kriegt Bella es dann erst mal :D)
Ich kann es nur weiter empfehlen, auch wenn ihr anfangs skeptisch seid. War ich ja auch – immerhin war ich nicht sicher, ob das Ganze trotz interessanter Story wirklich gut wird. Lest es, ihr werdet es nicht bereuen! :D 

Anmerkung zur Rezension: Die, für meine Rezensionen untypischen Klammern und Smileys werdet ihr natürlich nicht in folgenden Rezensionen finden, sondern speziell nur in dieser. Vielleicht findet ja jemand heraus wieso? Schreibts uns :D




Titel: Im Pyjama um halb vier
Broschiert: 237 Seiten
Verlag: Arena
Reihe: Nicht, dass ich wüsste
Preis: 12,99€
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Mittwoch, 6. März 2013

[Rezension] Night School: Der den Zweifel sät - C. J. Daugherty

Origialtitel: Night School: Legacy
Achtung! Da es sich um einen zweiten Teil handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!


Allie kommt früher als geplant nach Cimmeria zurück, weil sie in London verfolgt wurde und somit vorerst noch bei Rachel und ihrem Vater, der ab jetzt für die Sicherheit an Cimmeria sorgt, unterkommt. In Cimmeria angekommen gibt es immer noch viel vom Brand zu restaurieren. Allie freut sich, Carter wieder zu sehen, aber auch beim Gedanken an Sylvain ist sie mächtig verwirrt. Dann bietet Isabelle ihr überraschend an, in die Night School aufgenommen zu werden - und Allie nimmt natürlich an. Denn schließlich will sie alles tun, um sich vor Nathaniel zu schützen...


Ach wisst ihr, liebe Leser, der einzige Grund, warum ich nach Beenden eines Night School-Buches nicht an die Decke gehe, ist der, dass ich mich darauf verlasse, dass auch in einem halben Jahr der nächste Band erscheint. Bitte pünktlich. Und so. Ansonsten würde ich wahrscheinlich jetzt schon Entzugserscheinungen haben.
Es geht von der ersten Seite an wieder spannend los. Sofort ist man mit Allie mitten im Geschehen, wie sie vor Verfolgern flieht und schließlich zu Rachel kommt. Im Verlaufe des Buches habe ich gemerkt, dass ich vom ersten Band nicht mehr jedes Detail wusste. Hier und da hätte also ein kleiner Rückblick nicht geschadet, denn C. J. Daugherty verzichtet auf diese weitgehend.
Ansonsten - wie gesagt. Wer schon bei "Du darfst keinem trauen" kaum zum Luftholen kam, wird hier auf dasselbe Phänomen stoßen. Ich weiß nicht, wie die Autorin es schafft, aber irgendwie könnte ich stundenlang über Allie und das, was sie erlebt, lesen.
Wie schon in meiner Zusammenfassung angesprochen, kommt in diesem Band Allie auch endlich in die Night School und so erfahren wir also auch einiges mehr darüber. Ich muss hier auch noch einmal anmerken, wie faszinierend ich finde, dass die Reihe ganz ohne Fantasy auskommt, aber trotzdem... so etwas Frisches, Neues an sich hat. Denn in dem zweiten Teil erfahren wir auch mehr über Nathaniel und seine Hintergründe. Seine Ziele. Dinge, die spannende Folgebände versprechen!
Was Allie in "Der den Zweifel sät" alles aushalten muss, ist auch nicht ganz ohne. So viel sei gesagt: Es geht sowohl an ihre körperlichen als auch an ihre psychischen Grenzen und ich habe so mit ihr gelitten, wie sonst mit kaum einem anderen Charakter. Wenn ich im ersten Band schon eine gute Bindung zu ihr erhalten habe, ist diese bloß noch hier gestärkt worden. Auch wenn jetzt manche sagen werden "Die Bella hat doch einen an der Klatsche", ich hätte sie doch gerne mal einfach getröstet. :D
Die Dreiecksbeziehung kommt auch wieder ins Rollen - wer gedacht hat, dass Allie nun mit Carter zusammen ist und Sylvain damit wegfällt (wie ich also), der hat sich geirrt. Allie ist nämlich schon von ihrem ersten Treffen an mit Sylvain verwirrt, sie weiß nicht, ob und wenn ja, was sie für ihn empfindet. Gleichzeitig entwickelt Carter eine ziemliche Eifersucht, will nicht, dass Allie sich weiter mit Sylvain trifft.
Wie man merkt, entwickelt sich jeder einzelne Charakter weiter. Allen voran natürlich Allie, aber wir erfahren auch einiges mehr über Sylvain und Carter (und ich weiß immer noch nicht, wen ich denn nehmen würde, hätte ich die Wahl), aber natürlich auch über Rachel und Jo, die immer noch mit Gabe hadert. Einen neuen Charakter, der eine wichtige Rolle einnimmt, lernen wir auch kennen - und zwar Zoe, eine quirlige, hochintelligente Dreizehnjährige, die noch einmal Schwung in das ohnehin schon turbulente Geschehen bringt.
Ich könnte jetzt mich wahrscheinlich noch ewig darüber auslassen, wie begeistert ich eigentlich von der Reihe bisher bin. Selten habe ich so viele Charaktere erlebt, die so greifbar sind, durch ihre Ecken und Kanten und das, was sie erlebt haben. Charaktere, die ich so gerne mal kennen lernen würde. Es ist wirklich faszinierend.
Der Schreibstil ist auch wieder angenehm und gut zu lesen, allerdings finde ich die Übersetzung an einzelnen Stellen ein wenig holprig (und das Wort "freilich" wird für meinen Geschmack zu oft und zu unpassend verwendet), aber das ist nichts, was einen Punkteabzug hervorruft. 
Und hey, nur noch ein halbes Jahr, bis das nächste rauskommt! :D 


"Night School: Der den Zweifel sät" steht seinem Vorgänger in wirklich nichts nach, er toppt ihn sogar noch. Das Einzige, was noch zum i-Tüpfelchen gefehlt hätten, wären ein paar kurze Rückblenden bzw. ein paar kurze, erläuternde Sätze nebenher. Aber das ist wirklich eine Kleinigkeit. Wenn C. J. Daugherty sich weiter so steigert, dann ist der dritte Band also perfekt, hihi.
Aber ich bin mir sicher - wer den ersten Band mochte, wird diesen genauso mögen!


Titel: Night School: Der den Zweifel sät
Hardcover: 421 Seiten
Verlag: Oetinger
Reihe: 2/5
Preis: 17,95€
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Vielen Dank an den Oetinger Verlag für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 1. März 2013

[Rezension] Nichts ist endlich - Kirsten Miller

Originaltitel: The Eternal Ones - What if Love refused to die


Schon im Kindesalter hatte die mittlerweile siebzehnjährige Haven Visionen von einem früheren Leben - und einem früheren Geliebten, ihrem Seelenverwandten. Nun sind die Visionen zurückgekehrt und Haven glaubt auch, zu wissen, dass ihr Geliebter ebenfalls wieder auf Erden ist. Nachdem sie in ihrer Stadt immer und immer weniger akzeptiert wird, als Ausgeburt des Teufels bezeichnet wird, entschließt sie sich, nach Iain - im früheren Leben Ethan - zu suchen. Zwar findet sie ihn in New York, muss aber feststellen, dass es nicht allen an Herzen liegt, die Beziehung zwischen den beiden aufrecht zu erhalten...


Es gibt Bücher an denen alles stimmt - bis auf eine einzige Sache. Und diese Sache ist so groß und schwerwiegend, dass sie praktisch das ganze Buch "verdirbt", obwohl der Rest so perfekt ist. Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber mich regt so etwas unglaublich auf. Ich würde immer am liebsten die Autorin bitten, das noch mal anders zu schreiben, weil das Buch dann einfach vollkommen wäre. Kennt ihr das?
Genau das ist mir leider, leider, leider mit "Nichts ist endlich" passiert. Ehrlich gesagt, war ich wirklich sehr gespannt auf die Geschichte. Und glaubt mir, die Idee ist auch klasse. Vielleicht nicht so originell, aber wirklich gut, vor allem der Verlauf, den die Geschichte nimmt. Auch wenn es am Anfang ein bisschen dauert, bis die Geschichte ins Rollen kommt, kann man Kirsten Miller nicht unterstellen, sie hätte keinen guten Plot geschaffen. Eigentlich ist immer für Spannung gesorgt und es wurde wirklich so toll umschrieben, dass man NIE wusste, wer jetzt gut und wer böse ist - es ging ständig hin und her und der Leser ist wirklich mitgerissen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht natürlich Haven. Haven ist ein Mädchen, mit dem ich augenblicklich Mitleid hatte, auch wenn ich - wie nachher noch genauer erläutert - nie eine richtige Bindung zu ihr bekommen haben. Seitdem sie in ihrer Kindheit die Visionen hatte, wurde sie praktisch für aussätzig erklärt und schließlich verdrängte sie sie einfach. Hinzu kam der tragische Tod ihres Vaters, der angeblich auch noch eine Affäre gehabt haben sollte. Ihre Mutter, die danach für ein paar Jahre in ein "Krankenhaus", wie man ihr erklärte, kam, fehlte ihr auch unglaublich und sie musste bei ihrer hartherzigen Großmutter aufwachsen, die vor allem darauf achtet, dass bloß  nichts Schlechtes über ihre Familie in Umlauf kommt. Als Havens Visionen und die Ohnmacht wieder zurück kommt, ist im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los.
Eine zentrale Rolle in diesem Buch spielt auch der christliche Glauben. Haven selbst ist Katholikin und im Buch kommen auch einige Gottesdienste vor. Was sich in diesen abspielt, ist schrecklich. Haven selbst wird als von Dämonen besessen bezeichnet und auch die Reinkarnation, von der Haven glaubt, betroffen zu sein, und auch u.a. Homosexualität (Havens bester Freund ist schwul) werden an den Pranger gestellt. Ich war teilweise wirklich erschrocken, als ich darüber gelesen habe, wie es da vor sich geht, aber noch erschreckender ist eigentlich die Erkenntnis, dass es im wirklichen Leben auch noch zu oft passiert.
Wegen diesen Sachen ist Haven ziemlich vom Leben gezeichnet, als sie endlich nach New York fliehen kann, um sich auf die Suche nach Iain - ein bekannter Promi und Herzensbrecher - macht. Als sie sich finden, ist es, als würde ihr Leben endlich vollständig sein. Bis sie auf Iains vermeintliche dunkle Seite stößt - er lügt sie an, lässt sie bewachen, und nicht nur das - er soll auch - in diesem und in seinen Leben davor - mehrere Menschen auf dem Gewissen haben... Haven weiß bald nicht mehr, wer Recht und wer Unrecht hat. Und der Leser auch nicht. Wirklich, es ist bis zum Ende unklar, wer hier ein gutes und wer ein böses Spiel spielt.
Betrachtet man also diese Aspekte, ist das Buch wirklich gut. Ich kann mir zwar vorstellen, dass das ewige Hin und Her den ein oder anderen nervt, aber ich persönlich fand es wirklich interessant, die Geschichte weiterzuverfolgen.
Jetzt kommt allerdings der große Haken, der dem Buch leider den bitteren Beigeschmack verleiht: Man kann sich NULL, aber wirklich gar nicht in die Geschichte hineinversetzen. An keiner einzigen Stelle. Ich schätze, dass man dies größtenteils dem Schreibstil von Kirsten Miller verdanken kann. Obwohl das Buch aus Havens Sicht in der dritten Person geschrieben ist, hat man das Gefühl, die Geschichte von ganz weit außen mitzuverfolgen. 
Das Schlimmste ist eigentlich, dass dieser Schreibstil nicht nur keinen Zugang zu den Charakteren gibt, sondern es auch noch unmöglich macht, dass Spannung aufkommt. Es gibt zum Anfang des Buches hin eine Stelle, an der Havens Zimmer zu brennen beginnt und sie sogar noch eine Person entdeckt, aber diese Stelle hat leider so wenig Spannung, dass sie unspektakulär wird und gar nicht weiter ins Auge fällt... 
Der Schreibstil ist zum Einen sehr steril und unnahbar, aber andererseits beschreibt die Autorin nicht einmal die Gefühle der Charaktere! Und das ist in meinen Augen einfach das A und O in einem guten Buch. Was bringt es mir, zu lesen, wie die Protagonistin in einem brennendem Haus steht, wenn ich nicht mal weiß, ob sie Panik verspürt. Da verspürt der Leser genauso wenig.
Und das finde ich wirklich unglaublich schade. Denn wäre das Buch gut geschrieben, hätte es volle Punktzahl bekommen. Ich hätte wahrscheinlich mal wieder beim Lesen das Heulen angefangen. Das mit den Charakteren freuen. Das Seufzen, weil die Geschichte irgendetwas Romantisches an sich hat. Aber so ging es einfach nicht. Deshalb bin ich noch nicht so begeistert, den zweiten Teil zur Hand zu nehmen...


"Nichts ist endlich" ist ein Buch, das eigentlich unglaublich gut wäre. Wäre da nicht der Schreibstil, der die ganze Spannung nimmt und es unmöglich macht, sich mit den Charakteren zu identifizieren. Das ist echt schade, das es mich ansonsten überzeugt hat. :(


Titel: Nichts ist endlich
Hardcover: 464 Seiten
Verlag: Baumhaus
Reihe: 1/3?
Preis: 14,99€
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Titel: Alles ist ewig
Hardcover: 528 Seiten
Verlag: Baumhaus
Reihe: 2/3?
Preis: 14,99€