Montag, 25. Februar 2013

[Rezension] In dieser ganz besonderen Nacht - Nicole C. Vosseler


Die sechzehnjährige Amber ist gezwungen, nach dem Tod ihrer Mutter nach San Francisco zu ziehen, zu ihrem Vater. Nicht schon schlimm genug, dass sie ihre Freunde in Deutschland hinter sich lassen muss - das Verhältnis zu ihrem Vater ist nämlich auch nicht das Beste, da sie sich nur selten gesehen haben.
So fühlt sich Amber unverstanden und übersteht die Zeit mehr schlecht als recht, bis sie schließlich eines Tages auf Nathaniel trifft, den sie für einen Obdachlosen hält. Doch bei Nathaniel fühlt sie sich verstanden, ganz im Gegensatz zu allen anderen Leuten in ihrer Umgebung. Hätte er nicht ein Geheimnis - ein Geheimnis, das Ambers Welt ein weiteres Mal auf den Kopf stellt...


"Mein Verlust. Die Mutter verloren. Merkwürdige Ausdrücke dafür, was mir passiert war, dachte ich. Man konnte doch einen Menschen nicht verlieren wie einen Schlüssel oder einen Geldbeutel! Und noch viel weniger konnte man ihn suchen gehen und vielleicht wiederfinden."
(S. 55, In dieser ganz besonderen Nacht)


Als ich "In dieser ganz besonderen Nacht" erhielt, waren meine Erwartungen zwiegespalten. Einerseits war ich gespannt, da die Rückseite des Buches "eine hinreißend romantische Geistergeschichte" verspricht, andererseits auch skeptisch, da es sich bei Nicole C. Vosseler um eine deutsche Autorin handelt. Ja, jetzt wird jemand entgegen halten: Sebastian Fitzek, Kerstin Gier, Bettina Belitz, Cornelia Funke, ... usw. Da sage ich auch gar nichts dagegen, es stehen in der Tat einige sehr gute Bücher in meinem Regal, die von deutschen Autoren sind. Allerdings ist es auch so, dass die schlechtesten Bücher, die ich in meinem gesamten Leben gelesen habe, von deutschen Autoren stammen. Daher die Skepsis. (Ok, jetzt dürft ihr mich vorurteilig nennen. :D)
Das Buch beginnt unglaublich klischeehaft. Was wohl schon mit dem Tod von Ambers Mutter und dem Umzug weit, weit weg anfängt. Zwar frage ich mich, ob es nicht auch noch irgendwelche andere Anfänge gibt, aber im Rückblick auf das Buch muss ich gestehen, dass der Tod von Ambers Mutter für die Geschichte "notwendig" ist. Trotz allem geht es klischeehaft weiter: Amber wird von Männern "getrieben" und überfallen und tja... was auch immer. Ich kann darüber hinwegsehen, aber ich kann mir vorstellen, dass es dem ein oder anderen tierisch aufnimmt.
Die Geschichte geht zu Anfang ziemlich schleppend zu, da auf lange Zeit nicht wirklich etwas passiert. Das liegt wohl unter anderem an dem unglaublich ausladenden Schreibstil von der Autorin. Der ist nicht nur bildhaft, der ist wie eine Bildbeschreibungs-Klausur im Kunst LK. Also ein bisschen länger als nötig und ich bin über den ein oder anderen Schachtelsatz gestolpert. Andererseits gibt er auch die Möglichkeit, sich die Welt um Amber herum gut vorzustellen. Was so viel heißt, dass er letzten Endes nicht gut oder schlecht war, er ging also.
Ein weiterer Grund, wieso ich mir mit dem Anfang schwergetan habe, war, dass ich unglaubliche Probleme mit Amber hatte. Zwar verstehe ich, dass sie wegen dem Tod ihrer Mutter sehr, sehr angeschlagen ist, andererseits aber war sie stellenweise so unverschämt, dass ich nur den Kopf geschüttelt habe. Ihr Vater Ted macht alles, wirklich alles, um seiner Tochter den Einstieg in dieses neue Leben zu ermöglichen, und sie tritt ihn mit Händen und Füßen. Solche Stellen gibt es mehrmals und ich finde da einfach kein Verständnis für.
Die anderen Charaktere, die man im Buch trifft, sind dafür erstaunlich liebenswert. Da hätten wir zum Beispiel Matt und Holly, die ihre Haarfarben wechseln wie andere Leute die Unterwäsche, Ted, der wirklich ein aufopferungsvoller Vater ist, und alle anderen Nebencharaktere, die mit der Zeit auftauchen.
Dann ist da natürlich Nathaniel - den man leider das ganze Buch über kaum kennen lernt. Ambers Beschreibung nach sieht er zwar unglaublich gut aus, aber wirklich mehr über ihn erfährt man erst kurz vor Ende des Buches. Und obwohl kurze Passagen aus seiner Sicht geschrieben sind, fiel es mir schwer, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Die Beziehung, die sich - natürlich - mit Amber anbahnt, ist zu Beginn ziemlich romantisch, wird aber immer... "realistischer" und besser, greifbarer. Die beiden zusammen konnte ich also gut ertragen. :D
Das hört sich bis jetzt alles ziemlich negativ an und tatsächlich tat ich mir schwer, Begeisterung bringen, weiterzulesen. Doch das Durchhalten lohnt sich - und wie! Denn hat man die Mitte geschafft, wird es richtig gut. Das kann ich jetzt hier nicht beschreiben, ohne zu spoilern, aber die Geschichte nimmt eine Wendung, die kein einziges Klischee mehr in sich hat und einfach unglaublich überraschend ist! Alle Klischees und Vorurteile, die ich zu Anfang noch hatte, habe ich an dem Punkt abgelegt und das Buch einfach nur genossen. Dann habe ich nämlich angefangen, mit dem Buch zu "leben" - ich habe gelacht, war mit den Charakteren angespannt, habe mitgefiebert - und geweint. Und wie. Und ich dachte, ich hätte bei "Bevor ich sterbe" viel geheult. Oder bei den Büchern von John Green. Ich heul ja eh oft bei Büchern, aber das waren zu viele Tränen. :'D
So bleibt die Geschichte auf jeden Fall als aufwühlend in meinem Gedächtnis - aber vergessen werde ich sie sicher nicht! 


"In dieser ganz besonderen Nacht" ist alles außer ein typisches, klischeehaftes Buch. Zwar schleppt sich die Geschichte am Anfang und auch die Protagonisten sind ein wenig problematisch, aber die Geschichte nimmt schließlich eine Wendung, die es in sich hat. Eine Wendung, die wirklich begeistert. Von daher kann ich es an die empfehlen, die bildhafte Schreibstile mögen und bereit sind, ein bisschen mehr Zeit in ein Buch zu "investieren", das erst nach einer Weile richtig fahrt aufnimmt.


Vielen Dank an den cbj Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!

Titel: In dieser ganz besonderen Nacht
Hardcover: 576 Seiten
Verlag: cbj
Reihe: -
Preis: 18,99€
Kaufen? (direkt bei cbj)

Freitag, 22. Februar 2013

[Rezension] Touched - Die Schatten der Vergangenheit - Corrine Jackson

Achtung! Dies ist ein zweiter Band und kann somit unter Umständen Spoiler für den ersten enthalten. Ich bitte euch, zu erst den Vorgänger (ebenfalls rezensiert) zu lesen. 


In Touched – Die Schatten der Vergangenheit muss Remy eine folgeschwere Entscheidung treffen: Ihr Großvater Franc möchte, dass sie bei ihm einzieht, doch will sie das auch?
Obwohl Asher und die Anderen ihr bei der Suche nach diesem beistehen, haben sie ein schlechtes Gefühl bei Franc – was sich bewahrheiten soll. Wie friedlich ist die Gemeinschaft der Heiler wirklich?
Als Remy und Asher entführt werden, wird Remy in ein Chaos geworfen, das sogar ihre Feinschaft mit Gabriel, Ashers Bruder vergessen macht. Bald wird klar: Dies ist ein Spiel auf Leben und Tod.+




Idee/Handlung

Zugegebenermaßen habe ich den ersten Teil dieser Reihe stark mit Twilight verglichen – weil es, abgesehen von der groben Idee rein gar nichts mit diesem zu tun hat. Dies war ein ziemlicher Minuspunkt, den ich dieses Mal erfreulicherweise nicht anmerken kann. 
Aber gut – viel Twilight-Technisches hätte die Autorin sowieso nicht mehr einbauen können, da sie so ziemlich alles auf den ersten Band „verschwendet“ hat. :P
Die Idee dieses Bandes allerdings war vielleicht auch nicht „neu“ wie so ziemlich nichts mehr auf dem Buch-Markt, wurde allerdings gut umgesetzt. Auch wenn die Handlung auf euch jetzt vielleicht sehr Lückenhaft und einfach wirken sollte, muss ich sagen, dass sie für die Länge des Buches absolut ausreichend ist. 

Deutsches Cover

Hie und da wünscht man sich wohl, dass Remy’s Versuche etwas hilfreiches zu finden endlich Mal ein wenig mehr von Erfolg gekrönt sein mögen, als es bisher der Fall war. An manchen Stellen wünscht man sich, dass diese oder jene Charaktere nicht so scharfsinnig wäre – doch eben das macht doch ein gutes Buch aus, oder? Dass man sich auch mal drüber aufregen kann :D


Charaktere

Dieses Buch umfasst wirklich eine bunte Mischung aus Charakteren, wobei die Hauptcharaktere immer mehr auf den Schirm treten und etwaige Nebencharaktere manchmal völlig außen vor gelassen werden. Das raubt ihnen meiner Meinung nach etwas Glaubhaftigkeit, da sie eine ganze Zeit überhaupt nicht vorkamen. 
Zugegeben, war es im Handlungsverlauf hin und wieder wirklich einleuchtend, dass Remy nicht mit Lucy sprach, da sie ja weit voneinander entfernt wohnten, dennoch fehlte mir ein bisschen die Dramatik der Trennung. Wenn ich mir nichts dir nichts entscheiden würde, ans andere Ende des Landes zu ziehen, würde ich meine neugewonnene Familie schrecklich vermissen. 
Wie schon erwähnt fehlte Remy manchmal die Glaubhaftigkeit, was im Großen und Ganzen allerdings nicht so schlimm ist, wenn man ihre Situation bedenkt. Sie ist eine sehr starke Charaktere, die, zusammen mit Asher und Gabriel das ganze Buch dominiert. 
Ein wenig fehlte mir Lottie, die Schwester Ashers und Gabriels, sowie einige andere Nebencharaktere…


Schreibstil

Das Buch ist gut geschrieben und flüssig zu lesen, es wurde in Remys Sicht geschrieben und ließ einen förmlich in das Buch eintauchen.

Ein wirklich gelungener zweiter Band einer spannenden Serie, auch wenn ich mich schon jetzt dafür schalle, ihn so früh gekauft zu haben. Da das Buch mit einem Cliffhanger endet, müsste ich aus Frustration eigentlich einen halben Punkt abziehen, dennoch tue ich es nicht, da ich keine Rechtfertigung in dieser Handlung sähe.
Meiner Meinung nach, war dieses Buch sogar noch besser als das erste, was wirklich nicht oft vorkommt. Mich hat es einfach nur überrascht, denn damit habe ich nun mal gar nicht gerechnet. Es war schwer zu entschlüsseln, wohin Remys und Ashers Geschichte noch führen mag und es lohnt sich wirklich diese zu lesen, obwohl ich eigentlich schon nach dem ersten Band dank der Parallelen nicht mehr wollte. 
Im Nachhinein bin ich froh, dass mich auch die Leseprobe dieses Bandes so in ihren Bann zog wie die des ersten – mal sehen, wie gut oder schlecht der letzte Band der Trilogie wird ;)



Titel: Touched - Der Preis der Unsterblichkeit
Gebunden: 416 Seiten
Reihe: 1/3
Verlag: Thienemann Verlag
Preis: 16,95€


Titel: Touched - Die Schatten der Vergangenheit
Gebunden: 448 Seiten
Reihe: 2/3
Verlag: Thienemann Verlag
Preis: 16,95€


INFO: Ich habe gerade ein wenig auf der Homepage der Autorin gesurft, auf welcher stand, dass das Buch in englisch erst ab Dezember diesen Jahres unter dem Namen "Pushed" erscheinen wird. Auch erklärt sie, warum ihr Buch, obwohl sie selbst aus Amerika kommt, zu aller erst in Deutschland erscheint. Wen der Post interessiert, kann gerne mal hier nachschauen.

Sonntag, 17. Februar 2013

[Rezension] Will & Will - John Green / David Levithan


Will Grayson #1 lebt ein Leben, das keines ist. Denn er lebt nach zwei Regeln: 1. Nichts zu nah an sich ran lassen. 2. Bloß nicht die Klappe aufmachen. Der einzige Freund, den er hat, ist Tiny, nahezu ein klischeehafter Schwuler. Nur wegen Tiny kommt er dann auch in Kontakt mit Jane, aber irgendwie weiß er nicht so recht, ob er denn mit ihr zusammen sein will. Ob das überhaupt gut ist. 
Will Grayson #2 ist depressiv und muss Tabletten schlucken. Kontakt hat er nur zu einem Menschen - Isaac, einem Jungen, den er im Internet kennen gelernt hat. Außer Isaac sieht er keinen Sinn in seinem Leben: Seine Mutter nervt und auch Maura, ein Mädchen, das versucht, zu ihm "vorzudringen", wie sie es nennt, hilft ihm nicht gerade, den Tag zu überstehen.
Durch viele Zufälle treffen Will Grayson #1 & #2 eines Abends in einem Sexshop aufeinander. Und seit diesem Tag ist in ihrer beiden Leben nichts mehr wie je zuvor.


Sag mal, gibt es unter den Lesern eigentlich jemanden, der jetzt entnervt aufstöhnt, weil ich schon wieder mit einem John Green Buch komme? Wenn ja, hier gilt ab jetzt keine Meinungsfreiheit mehr! :D Ach was. Na ja, auf jeden Fall komme ich mal wieder mit einem John Green Buch. Aber es ist ja nicht nur John Green. Schließlich hat David Levithan auch einen Anteil an Will & Will. Genau genommen, die Hälfte.
Schon zu Anfang des Buches war mir ziemlich klar, dass Will #1 John Green gehört und der andere demnach David Levithan. John Greens Schreibstil ist also mal wieder unverkennbar und dass ich von dem ohnehin begeistert bin, brauche ich an der Stelle wohl nicht mehr erwähnen.
Umso mehr war ich... überrascht? von dem Schreibstil und vor allem die Art, wie Will #2 von David Levithan geschrieben wurde. Zum einen ist alles kleingedruckt und allein das setzt eine gewisse Eingewöhnung hervor. Dann aber sind die Dialoge in einem Art "Drehbuch"-Stil geschrieben. Also, dass vorne der Name steht und dahinter der Text. Sozusagen. Diese Art von Dialogen ist eigentlich schön einfach zu lesen und sie strengt auch nicht weiter an. Der Schreibstil ist also sehr simpel und einfach gehalten, mir einen Ticken zu einfach und mit zu vielen Schimpfwörtern. Der Schreibstil kommt doch an der ein oder anderen Stelle für mich sehr lieblos herüber.
Die Geschichte selbst klang doch wirklich nett, und vor allem war ich von Anfang an gespannt, ob mehr hinter den beiden Wills steckt, oder ob es einfach nur ein "Gag am Rande" sein soll, der keine größere Bedeutung mehr in der Geschichte annimmt. Ansonsten versprach das Buch doch, eines zu werden, aus dem man hinterher mit ein wenig schwererem Herzen und tausenden an Lebensweisheiten mehr herauskommt.
Spannung ist in dem Buch allerdings wirklich nicht vorhanden, das will ich gleich vorwegnehmen. Teilweise war es sehr trocken und ich habe öfters nachgespickelt, wie viele Seiten es denn jetzt noch dauert, bis das Kapitel um ist...^^ Also irgendwelche Wow-Effekte oder heftige Wendungen darf man wirklich nicht erwarten. Es ist vielmehr so, als hätten Will #1 & #2 einen Vertrag unterschrieben, über ihr Leben würde eine Doku gemacht werden. So ist das Buch. Ein Mitschnitt aus dem Leben der beiden, sozusagen. So würde ich es jedenfalls beschreiben.
Will #1 ist ein Charakter, mit dem man sich gut identifizieren kann. Ich meine, wer hat schon nicht mal gedacht: Ach, hätte ich das nicht gesagt. Am besten, ich halte jetzt meine Klappe... Doch kaum einer hält das letzten Endes konsequent durch. Das ist das, was einen ein bisschen traurig macht, wenn man von Will #1 liest. Diese Konsequenz, wie er an seinen zwei Regeln festhält, als hätte er sonst nichts anderes im Leben. Als er dann Jane kennen lernt, wird er mit seinen zwei Regeln konfrontiert und der Frage: Was ist wichtiger? Liebe oder ein "sorgenfreies" Leben? Ich habe ihn jedenfalls sehr gemocht und es ist auch schön, zu lesen, dass er im Laufe des Buches reift.
Mit Will #2 konnte ich leider weniger anfangen, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Und zwar einfach aus dem Grund, weil ich an ihn nicht rangekommen bin. Er ist halt so, wie er ist. Ohne jeden Hintergrund und genau DAS hat mir gefehlt. Was ist mit seinem Vater genau passiert? Wieso empfindet er seiner Mum gegenüber so? Woher die Depressionen? Und so weiter und so fort... Da fehlt einfach dieses gewisse Etwas, was Will #2 zu einem greifbaren Charakter gemacht hat.
Die Nebencharaktere, wie z.B. Tiny, Jane und Maura sind allerdings wieder Kunstwerke für sich. Keiner wie der andere. Auch wenn Tiny teilweise unwirklich wirkt, da er wirklich jedes Schwulenklischee aufgreift, was man nur finden kann.
Dass das Buch ein sehr wichtiges Thema - Homosexualität - anspricht, kann ich natürlich auch nicht unaufgegriffen lassen. Ich finde es sehr wichtig, dass in dieser Hinsicht eine gewisse Toleranz vorhanden sein MUSS, denn ich für meinen Teil sehe zwischen Homo und Hetero keinen Unterschied. Wir sind alle nur Menschen. Punkt. In dem Buch wird mit dem Thema "Schwulsein" ziemlich schonungslos umgegangen. Man entdeckt sowohl Sonnen- als auch Schattenseiten und das Outing von Will #2 dürfen wir auch miterleben. Die Art und Weise, wie es allerdings aufgegriffen wird, finde ich gut. Nichts wird verschönigt.
Trotz allem konnte mich das Buch letzten Endes nicht umhauen. Woran das lag, kann ich selbst nicht genau beschreiben. Zum Einen hatte ich, wie bereits gesagt, ein wenig Probleme mit David Levithans Schreibstil und seinem Will #2, aber auch John Green konnte in dem Buch nicht so glänzen, wie er es sonst immer tut, was wahrscheinlich an der fehlenden Spannung seine Ursache findet.
Immerhin habe ich am Ende des Buches meine Lebensweisheiten mitnehmen können. Und das soll doch was heißen. :P


"Will & Will" konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Mir fehlten Spannung und überraschende Wendungen und auch mit dem Schreibstil von David Levithan konnte ich mich nicht anfreunden. Ein bisschen mehr Tiefgang hätte dem Buch auch nicht geschadet, aber trotz allem ist es eine kurzweilige, aber einigermaßen gut unterhaltende Geschichte mit Charakteren, die sich sehen lassen können.


Titel: Will & Will
Hardcover: 384 Seiten
Verlag: cbt
Reihe: -
Preis: 14,99€
Kaufen?

Mittwoch, 13. Februar 2013

[Rezension] Percy Jackson: Diebe im Olymp - Rick Riordan

Originaltitel: Lightning Thief

Das Leben des zwölfjährigen Percy Jackson ist bisher eher bescheiden. Jedes Jahr darf er auf eine neue Schule, weil er mal wieder geflogen ist. Ihm passieren seltsame Erlebnisse. Und, naja, der Freund seiner Mutter ist wohl auch keine Erleichterung. Als er und seine Mutter für ein paar Tage ausspannen wollen, werden sie von einem Minotaurus angegriffen. Zusammen mit Grover kann Percy sich ins Camp Half-Blood retten, doch seine Mutter verschwindet spurlos. Im Camp erfährt er das Unglaubliche: Er ist ein Halbblut, der Sohn eines Gottes! Nicht nur das - jetzt soll Percy auch noch einen Krieg verhindern...


"Eigentlich ist es nett zu wissen, dass es da draußen irgendwelche Götter gibt. Dann haben wir doch wenigstens jemanden, den wir verantwortlich machen können, wenn etwas schiefgeht."
(S. 203, Percy Jackson: Diebe im Olymp)

"Die Toten sind nicht unheimlich. Sie sind einfach nur traurig."
(S. 353)


Seien wir ehrlich. Hätte ich nicht eine Percy-Jackson-begeisterte Freundin, hätte ich diese Bücher niemals angerührt. Ich weiß gar nicht genau, warum. Ich kenne sogar den Film zu dem Buch (und so weit ich mich erinnere, ist er gar nicht schlecht), aber irgendwie... haben mich die Bücher einfach nicht gereizt. Kennt ihr so was?
Aber na ja, irgendwann hab ich halt nicht mehr Nein zu besagter Freundin gesagt und mir das Buch ausgeliehen. Und wurde von der ersten Seite an in eine wunderbare Geschichte gezogen, die am Anfang eigentlich noch ganz harmlos erscheint. 
Ich gebe zu: Götter wurden doch schon mehrmals aufgegriffen, denken wir nur an "Göttlich verdammt", "Das göttliche Mädchen" und alle ihre Freunde. Daher kann das Thema Geschmackssache sein: Ich für meinen Teil interessiere mich auch für die griechische Mythologie und habe deshalb gern in dem Buch mehr darüber erfahren. Besonders schön ist nämlich, dass man hinten drinnen auch noch ein Register mit knappen Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen in dieser Hinsicht hat. So können kleine Wissenslücken einfach aufgefüllt werden und man kann dem Buch voll und ganz folgen.
Zu Anfang des Buches fiel es mir trotz allem noch ein wenig schwer, mich einzufühlen. Das liegt daran, dass es die ersten paar Seiten ziemlich konfus ist, oder ich das jedenfalls so empfunden habe. Danach aber konnte auch ich mit der Geschichte Fahrt aufnehmen, denn wenn es danach eins nicht wurde, dann langweilig! Mit Spannung und viel Interesse habe ich begonnen, der Geschichte rund um Percy, Annabeth und Grover zu folgen.
Percy ist ein ganz Lieber. Wenn ich das jetzt so sage, hört es sich komplett bescheuert an, aber ich kann es anders nicht einfach ausdrücken. Durch diese vielen Schulwechsel - "typisch" für ein Halbblut - und das wirklich sehr schlechte Verhältnis zu seiner Art Stiefvater hatte ich wirklich Mitleid mit ihm. Trotz allem ist er ein lieber, tapferer Junge, von dem man merkt, wie er durch die Liebe zu seiner Mutter besteht. Als diese dann verschwindet bzw. gewissermaßen entführt wird, ist er auch mutig genug, um sich auf die Reise zu begeben, bei der er insgeheim hofft, am Ende auf seine Mum zu treffen.
Besonders überraschend ist seine Entwicklung zu Ende des Buches, als er gezwungen ist, eine unglaubliche Entscheidung zu treffen; eine Entscheidung, bei der jeder, der bis dahin nicht hundertprozentig überzeugt war, ihn ins Herz geschlossen hätte!
Annabeth und Grover sind auch beide wunderbare Freunde. Alle mit Ereignissen, die sie geprägt haben, und mit Zielen, mit etwas im Leben, das sie unbedingt erreichen möchten. Das hat mich irgendwie gewissermaßen beeindruckt. Denn obwohl Percy und Annabeth erst zwölf sind, wirken sie doch an einigen Stellen älter und ich schätze, das ist das, was das Buch ausmacht.
Denn der Zauber des Buches ist wirklich der, dass es für Jung und Alt ist. Es hat einen Zauber an sich, der auch noch beeindruckt, wenn man eben nicht mehr zehn oder elf ist, eine Geschichte und wunderbare Wörter, die selbst dann nicht vergessen werden, wenn das Buch schon längst beendet ist.
Es gibt daher von mir eine volle Empfehlung. Egal ob ihr zehn oder dreißig seid. Ob ihr eigentlich mit der griechischen Mythologie nicht so viel am Hut habt. Lest unbedingt rein! Percy Jackson begeistert wirklich und ich meine jetzt wieder, mich erinnern zu können, wie ich mich gefühlt habe, als ich mit sechs Jahren den ersten Harry Potter Band gelesen habe. Das Buch gibt mir beinahe ein Stück Kindheit zurück. :)


"Percy Jackson: Diebe im Olymp" ist der erste Teil einer Reihe, die wirklich gute Folgebände verspricht. Das Schöne an dem Buch ist, dass es für alle Altersklassen geeignet ist und man es einfach genießt, in das Abenteuer von Percy und seinen Freunden hineingezogen zu werden.


Titel: Percy Jackson: Diebe im Olymp
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Carlsen
Reihe: 1/5
Preis: 8,95€
Kaufen?

Montag, 11. Februar 2013

[Rezension] Touched - Der Preis der Unsterblichkeit - Corrine Jackson



Englische Ausgabe
In Touched - Der Preis der Unsterblichkeit geht es um die junge Remy, dessen Mutter regelmäßig von ihren Stiefvater Dean misshandelt wird. Des Öfteren vergreift sich Dean aufgrund der Tatsache, dass sie sich einfach nicht brechen lässt, auch an ihr.
Während ihre Mutter und sie stillschweigend vor sich hinleiden, heilt Remy jede ihrer Verletzungen um diese Tatsache zu vertuschen.
Als sie jedoch eines Tages mit lebensgefährlichen Blessuren in einem Krankenhaus landet, reicht es ihrem leiblichen Vater, der bis dato von nichts wusste und holt sie zu sich nach Blackwell Falls.
Dort erwarten sie ein trautes Heim, eine liebevolle Stiefmutter und eine tolle Halbschwester.
Am Stand trifft sie auf den geheimnissvollen Asher, der nicht ganz menschlich ist und dessen Nähe ihr gefährlich scheint. Sie will ihn meiden, doch ob das so einfach ist?
Während sie sich langsam angekommen fühlt, ändert die Geschichte sich rasant, während der Grund allen Übels Dean ist.
Nachdem Remy's Mutter stirbt geschieht das unglaubliche:  Sowohl ihr eigenes, als auch das Leben ihrer Lieben steht auf dem Spiel, doch kann sie es schaffen, das unvermeidliche zu verhindern?


Idee/Handlung

Deutsche Ausgabe
Die Idee der Geschichte fand ich ganz interessant, auch die Umsetzung war es, bis auf einige Minuspunkte, wie etwa die Parallelen gegenüber Twilight.
Die Szenenabfolge war schlichtweg mit der Biss-Reihe zu vergleichen, einige Szenen wurden fast 1 zu 1 übernommen. Sicher gab es andere Wesen, doch die Grundidee blieb bestehen: Zwei verfeindete Rassen finden dank zweier Jugendlicher zueinander.
Klar klingt das jetzt auf den ersten Blick eher nach Romeo und Julia (bloß ohne das tragische Ende), allerdings kann man es genauso mit Twilight vergleichen.
Bella ist dort quasi das Bindeglied - wie Remy in Touched.
Dennoch besaß die Handlung eigene schöne Augenblicke und Szenen, die ich nicht missen will.

Charaktere

Die Charaktere dieses Buches waren eindeutig das Herzstück der ganzen Geschichte. Remy ist nun mal nicht dem Stereotypen einer typischen Protagonistin zu vergleichen. Die vielen Jahre der Misshandlung haben sie gestärkt und verändert. Ich weiß nicht, aber meistenteils kam sie mir glaubhaft rüber, obwohl man ihre Situation sicher nicht durch kleine mobbereien in der Schule vergleichen kann.
Asher hingegen ist ein sehr interessanter Charakter, den man schwer erklären kann. Er ist altmodisch, aber gleichzeitig auch wiederrum modern. Ein sehr schönes Bindeglied zwischen damals und heute.

Schreibstil

Der Schreibstil dieses Buches ist fesselnd und locker zu lesen. Das Buch hat eine "ausgewogene" Sprache, die einen einfach dazu bringt weiter zu lesen.


Ich muss sagen, dass mich die Parallelen zu Twilight wirklich aufgeregt haben, dennoch fand ich das Buch wirklich gut. Einerseits sagte ich, dass ich für die Twilight Story lieber direkt Twilight lesen würde, dennoch lässt sich nicht verschweigen, dass ich diese Reihe irgendwie spannender finde. 
Könnte wohl daran liegen, dass es nicht um glitzernde Vampire geht - wer weiß das schon? ;)



Titel: Touched - Der Preis der Unsterblichkeit
Gebunden: 416 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag
Reihe: 1/3
Preis: 16,95€



Titel: Touched
Taschenbuch: 343 Seiten
Verlag: Kensington Pub Corp
Reihe: 1/3
Preis: 7,10€

Dienstag, 5. Februar 2013

[Rezension] Die Beschenkte - Kristin Cashore

Originaltitel: Graceling

Katsa ist eine Beschenkte. Das heißt, sie hat eine besondere Gabe. Und nicht nur irgendeine - sie ist besonders gut darin, Leute zu töten. Im Namen ihres Königs und Onkels Randa erledigt sie Aufträge und quält Leute. Doch sie ist es leid, diese nahezu perversen Aufträge auszuführen. Als sie auf Prinz Bo trifft, wird ihre Sehnsucht nach einem Leben ohne Aufträge nur noch größer. Also begibt sie sich mit ihm auf die Reise...


Hätte ich "Die Beschenkte" nicht geschenkt (Achtung, Wortspiel! :P) bekommen, hätte ich das Buch nie angerührt. Klar habe ich davon gehört. Klar habe ich mitbekommen, dass die Reihe generell sehr gut sein soll. Aber selbst wenn ich über das Cover hinweg gesehen und den Klappentext durchgelesen habe, habe ich mir immer noch gedacht, dass das Buch nichts für mich ist, schon allein des Genres wegen. Ist mir zu High Fantasy. Ein paar werden sich jetzt zwar entnervt an die Stirn schlagen, aber ich habe mir schon immer schwer getan, wenn es um irgendwelche erfundenen Ländern mit erfundenen (schwer zu merkenden) Namen UND Charakteren (mit NOCH schwerer zu merkenden XD) Namen geht. Ich kann mir das einfach nicht merken. Und ich bring's ständig durcheinander.
... naja. Aber das Buch war halt ein Geschenk, und ich kann ein Geschenk ja nicht einfach so stehen lassen. Das versteht ihr doch, oder? Oder ist das typisch Bella-Logik?
Lange Geschichte, kurzer Sinn: Ich hab mich an "Die Beschenkte" gewagt - und wurde mit einer durchaus interessanten Geschichte beschenkt. (Woooortspiel!) Allerdings nicht ganz ohne Hindernisse. Bereits beim Anfang war ich schon wieder versucht, das Buch wegzulegen. Wenn nicht allein durch die Karte, die am Anfang ist, (Karten bedeuten immer irgendwelche Königreiche und Reiserouten, was mich wieder zu erfundenen Welten UND seltsamen Namen bringt) dann durch die ersten 50 Seiten. Wie oft habe ich nachgeschlagen. Wie oft habe ich vor mich hingestöhnt, wie oft habe ich mich gefragt, ob ich eigentlich zu doof bin, um mal etwas "Anspruchsvolleres" zu lesen. Aber falls es irgendjemandem da draußen genauso geht, also falls jemand dieselben Probleme mit dem Anfang hat (warum auch immer): Lest weiter. Es lohnt sich. Wirklich. Nachdem ich diese ganze Namen-und-Orts-Geschichte auf der Kappe hatte, ging es wirklich gut lesetechnisch.
Denn Kristin Cashore hat einen wunderbaren Schreibstil. Auch wenn er manchmal ein wenig steril wirkt, (ist in der dritten Person geschrieben und ein bisschen "allgemeiner" sprechend) ist er ein bildhafter Schreibstil, den man gut lesen kann und der einem vor allem die Möglichkeit gibt, sich in die von der Autorin geschaffene Welt einzufühlen. Man sieht durch Katsas Augen mit und "erlebt" förmlich mit, was sie erlebt, sieht und entdeckt.
Katsa selbst ist ein schwieriger Charakter. Sie ist nicht wie diese anderen Protagonistinnen, mit denen ich gerne mal beim Tee sitzen würde. Nein, Katsa ist ein Charakter, bei dem ich mir wirklich oft gedacht habe: Mädchen, was machst du?! Wieso tust du das? Wieso bist du so? Ich dachte am Anfang nicht, dass ich je mit ihr klar kommen würde. Aber letzten Endes ist das der Grund, wieso man mit ihr klar kommt: Weil sie kein Stereotyp ist. Katsa ist ein Mädchen, das halt mal zuschlägt, ja, sie hat Probleme, ihre Wut manchmal unter Kontrolle zu halten, und, naja, Gefühlsduselei ist auch nicht so ihr Ding, aber genau das macht sie aus. Genau diese wirklich zahlreichen Macken machen sie zu einer wunderbaren Protagonistin, von der man gerne liest!
Wenn ich die anderen Charaktere, die man sonst noch kennen lernt, mit einem Wort beschreiben müsste, würde mir spontan "bunt" einfallen. Nicht nur, dass sie alle so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, nein, sie versprühen, wenn ich im Nachhinein auf das Buch zurückblicke, eine besondere Art an Lebensfreude. Diese Art, die einen einfach mal grundlos übermannt und lächeln lässt. Bo, Bitterblue, Raffin (ich sag ja - seltsame Namen :D) und die anderen sind alle wie ein großes, buntes Bild, bei dem man gar nicht weiß, wohin man zuerst gucken möchte.
Leider kann ich an dem Buch nicht nur Positives vermitteln. Den Anfang habe ich ja bereits kritisiert. Und danach wird die Geschichte auch wirklich nicht schlecht. Es dauert vielleicht ein bisschen, bis es dann mal wirklich losgeht, bis Katsa und Bo auf Reise gehen. Danach habe ich wirklich mit Spannung verfolgt, wie ihre Reise verläuft, auch wenn keine Aha-Erlebnisse passieren. Doch irgendwann wird das einfach langweilig, wenn das Buch knapp 500 Seiten hat. Irgendwann hat man halt genug. Deshalb wurde es für mich einfach an einer gewissen Stelle sehr schleppend und erst ein paar Seiten vor Ende nahm die Geschichte wieder an Fahrt auf mit interessanten Entwicklungen. Das Ende war zwar letzten Endes gut gelöst, aber doch ein bisschen enttäuschend. Es ging dann einfach zu schnell.
Die Idee selbst kann/will ich nicht bewerten, da es zum Einen wie gesagt nicht mein Genre ist und ich a) von dem Genre also keine Ahnung habe und b) ja auch generell nicht so viel von dem Genre halte. :P Trotzdem hoffe ich, dass ihr so einigermaßen einen guten Einblick in das Buch bekommen habt.


Auch wenn "Die Beschenkte" für mich eher eine Genre-Expedition war, würde ich zu den Nachfolgern nicht nein sagen. (Selbst wenn ich es sehr, sehr schade finde, dass es im Folgeband eine andere Protagonistin gibt, könnte ich Katsa ewig "zulesen". (WORTSPIEL! :D)) Das Buch besticht durch einen wirklich tollen Schreibstil und noch interessantere Charaktere, über die ich sehr gerne gelesen habe! Leider habe ich mir beim Einstieg sehr schwer getan und die Handlung bzw. Spannung hatte zwischenzeitlich einen Durchhänger. Daher hat mir das Buch nur mittelmäßiges Lesevergnügen bereitet.
Ich bin mir aber sicher, dass es Fans dieses Genres auf jeden Fall gefallen wird - und auch als "Nicht-High-Fantasy-Liebhaber" ist es auf jeden Fall einen Versuch wert! (Gibt's ja als Taschenbuch! (Die Ausrede gilt immer.))


Titel: Die Beschenkte
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Carlsen
Reihe: 1/3
Preis: 9,95€
Kaufen?

Freitag, 1. Februar 2013

[Rezension] Solange die Nachtigall singt - Antonia Michaelis


Jari freut sich, den Haushalt seiner Eltern mit den gestärkten Hemden und Tischtüchern für drei Wochen hinter sich zu lassen. Für den gerade 18-Jährigen ist sein Zuhause einfach zu brav und „perfekt“. Er will wandern gehen und endlich mehr Glück bei den Mädchen haben.
Während seiner eher kurz geratenen Wanderung trifft er auf die geheimnisvolle Jascha – die es vermag, vom hässlichsten Mädchen zum schönsten Mädchen der Welt zu werden.
Er ist hin und weg und will ihr jeden Wunsch von den Lippen ablesen, doch sie birgt ein grausames Geheimnis, das ihn zu Taten bringt, die er sich niemals selbst eingestanden hätte.


Idee/Handlung

Klar – der Klappentext artet ganz anders aus als meine eher minderbemittelte Inhaltsangabe, jedoch haperte ich eine ganze Weile daran, was genau ich eigentlich sagen konnte, um die „Spannung“ nicht zu zerstören. Generell geschieht eigentlich nicht besonders viel im Buch, das nicht spoilern würde.
Cover
Ich selbst war ziemlich überrascht – die kurzen Passagen über die drei Mädchen, die immer wieder aufgegriffen werden, deuten wohl viel an, verrieten aber nichts.
Eben diese Passagen ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und sprachen von einer Straftat, die Jahre zurück lag.
Die Handlung selbst fand ich persönlich etwas nichtssagend – und ich muss sagen, dass es das Buch auf seltsame Art und Weise auch ist. Einerseits geschieht eine ganze Menge, andererseits jedoch nichts…
Alles in allem versprach sie eine eher düstere Stimmung, die das Buch auf jeden Fall einhalten konnte!

Charaktere

Ehrlich gesagt ging mir der Hauptcharakter Jari unglaublich auf die Nerven. Er denkt wirklich nur an "das Eine", für alle, die wissen, was ich meine. Sicher wurden seine Gedanken schön umschrieben, so dass man sich teilweise den Kern der Aussage selbst zusammen dichten musste.
Er ist sehr unvorhersehbar – ich bin nicht sicher, ob es so gewollt war, jedoch habe ich nicht den Eindruck, dass sein Charakter besonders ausgefeilt wurde.
Jascha hingegen ist recht interessant, sie besitzt wohl einen scheinbar einfachen Charakter – vollkommen auf die Schönheit ausgerichtet – dennoch war es manchmal schwer, sie zu verstehen. Im Nachhinein muss ich wirklich sagen: Es wäre verdammt schlimm, wenn ich sie hätte nachvollziehen können! 
Jascha ist Jascha – sie zu beschreiben müsste ich spoilern, vielleicht versteht mich ja jemand, der es ebenfalls gelesen hat.
Abgesehen davon möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass das Verhalten der Hauptcharaktere irgendwie so gar nicht nachvollziehbar war…  Meiner Meinung nach verhält sich kein halbwegs normaler Mensch wie so manche Charaktere (vor allem Jari) dieses Buches.

Schreibstil

Der Schreibstil ist… interessant. Ich bin ehrlich gesagt nicht sicher, wie ich ihn einschätzen soll. Ob es nur an Jari liegt, aus dessen Sicht (jedoch in Erzähler Perspektive) die Geschichte erzählt wird, oder doch am Schreibstil. Die Autorin neigt zu Wortwiederholungen und spielt sehr gern mit Assoziationen, die einem nach einer kurzen Zeit fürchterlich auf den Geist gehen.
Sie übertreibt, weshalb ich das Buch als sehr unangenehm empfand.


Ich muss sagen – etwa die ersten drei Viertel des Buches habe ich mich dazu gezwungen, es nicht beiseite zu legen. Dem letzten Viertel begegnete ich mit Akzeptanz… ich fieberte dem Ende entgegen, wie sonst selten. Allerdings muss ich anerkennen, dass es eindeutig gelungene Stellen gibt, die wirklich spannend sind. Vor allem aber überraschte mich die Wandlung, während sich ein Gefühl von „Ich hab‘s doch gewusst! :D“ in mir ausbreitete.
Auch die düstere Atmosphäre ist gut gelungen und lässt mich gerade nur raten, wie ich es bewerten soll. Alles in allem war ich fürchterlich von Jari genervt, das Ende war irgendwie sehr seltsam und ich muss sagen, wie er verhält sich kein vernünftiger Mensch.
Für mich ist es nicht empfehlenswert und ich bin froh, es ausgelesen zu haben, weil es zum größten Teil einfach nur langweilig war. 



Titel: Solange die Nachtigall singt
Gebundene Ausgabe: 447 Seiten
Buchreihe: Soweit ich weiß ein Einzelband
Verlag: Oetinger
Preis: 16,95€
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Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplars!