Montag, 29. Oktober 2012

[Rezension] Reckless - Steinernes Fleisch - Cornelia Funke


Als vor vielen Jahren der Vater von Jacob und Will Reckless starb, entdeckte Jacob, dass hinter dem Spiegel im Arbeitszimmer seines verstorbenen Vaters eine Welt liegt, die er sich nicht im  Traum hätte ausdenken können. Eine Welt voller Märchengestalten, so echt wie seine eigene. Seitdem geht Jacob regelmäßig in die Spiegelwelt, in immer kürzeren Abständen und für einen immer längeren Zeitraum. Doch eines Nachts ist er zu unvorsichtig - und sein Bruder folgt ihm. Will wird von einem Goyl gebissen - und ist nun selbst dazu bestimmt, einer zu werden. Seine Haut wird nach und nach mit Stein überzogen - bis er schließlich ganz zu einem Goyl wird und seine Freunde nicht mehr kennt... Jacob will natürlich seinen Fehler rückgängig machen und begibt sich auf die Suche nach einem Heilmittel - einem Heilmittel gegen etwas, das eigentlich nicht geheilt werden kann...


"Was habe ich dir gesagt?", hatte die Fee ihm zugeraunt. "Du bist zum Schutzengel geboren. Vielleicht lasse ich dir eines Tages Flügel wachsen." "Aber was war ich vorher?", hatte Will gefragt. "Seit wann fragt der Schmetterling nach der Raupe?", hatte sie zurückgefragt. "Er vergisst sie. Und liebt, was er ist."
(Reckless - Steinernes Fleisch, Seite 312 Z. 26f)


Die Tintenherz-Trilogie von Frau Funke waren wohl meine ultimativen Kindheitsbücher. :D Ich habe sie bereits als Kind geliebt und selbst in der Schule mal ein Referat drüber gehalten. Als ich Tintenherz vor Kurzem erneut gelesen habe, konnte ich meine Begeisterung nicht mehr ganz nachvollziehen, aber nun gut.
Der erste Teil von Reckless ist ja nun schon eine Weile auf dem Markt, aber irgendwie hat mich die Idee bisher nicht so begeistern können. Schließlich habe ich mir das Buch einfach bei einer Freundin ausgeliehen. Ganz einfach.^^
Die Idee ist im Nachhinein eigentlich gar nicht so schlecht, aber meiner Meinung nach auch nicht soo super originell. Cornelia Funke hat einfach eine Welt geschaffen, in der sich sämtliche Märchenwesen und Gegenstände, die man so kennt, tummeln. Ein paar Dinge haben mir persönlich gar nichts gesagt, aber überwiegend konnte ich alles den entsprechenden Märchen zuordnen. xD
Das Buch ist jetzt nicht übermäßig spannend, bzw. ich hatte das Gefühl, dass es der Autorin sehr schwer gefallen ist, Spannung zu erzeugen. Außerdem ist mir persönlich die Handlung einfach zu schwammig gestaltet, es ging teilweise viel zu schnell hin und her und ich habe gar nicht richtig begriffen, was teilweise passiert ist. o_O Zum Ende hin ist das allerdings besser geworden und ich konnte mich kaum noch vom Buch lösen. Na, immerhin.
Der Schreibstil ist wirklich seeehr gewöhnungsbedürftig. Für die, die Tintenherz kennen - er ist in etwa genauso wie dort, nur noch ein bisschen "schlimmer". Die Autorin schreibt sehr umständlich, finde ich, und vor allem viel zu unpersönlich! Es fällt einem echt schwer, sich in die Charaktere hineinzudenken!
Das liegt unter anderem auch daran, dass diese viel zu ungenau sind. Es werden beispielsweise immer Dinge von Jacobs Vergangenheit genannt - und mehr auch nicht. Nichts Genaueres, keine Details. Man erfährt überhaupt nichts über ihn, sein Denken und sein Handeln. Es dauerte eine Weile, bis man überhaupt begriff, dass er wirklich um seinen Bruder kämpfen will.
Will selbst blieb auch im Dunkeln, sowohl zu Anfang, als auch zu Ende. Fuchs - die schon seit einer Weile mit Jacob eine Art von "Beziehung" führt, die allerdings seeehr unklar ist? - wurde auch nicht genauer beschrieben... ich hätte mir einfach mehr Tiefgang gewünscht. Den einzigen Charakter, den ich fast von Anfang an gemocht habe, war Wills Freundin Clara. 
Bei den anderen Charakteren, die erwähnt werden, fiel es mir oft schwer, sie auseinander zu halten. Der Zusammenhang zwischen ihnen und Jacob wurde mir leider an vielen Stellen einfach nicht klar.
Dem Buch hätten ein paar Seiten mehr nicht geschadet, es ist mir teilweise einfach zu oberflächlich. Ansonsten aber fand ich es interessant zu lesen, wie alle Märchen miteinander verknüpft werden, und das Ende war wirklich nicht schlecht.


Ein erster Teil, der nicht so recht überzeugen konnte, was an einem ziemlich gewöhnungsbedürftigen Schreibstil und einer mangelnden Charakterausarbeitung liegt. Allerdings klingt das Ende vielversprechend und ich werde den zweiten Teil, der bereits erschienen ist, sicher lesen. Da kennen wir die Charaktere ja auch schon genauer und vielleicht erfährt man auch ein wenig mehr über die Spiegelwelt. ;) 


Titel: Reckless - Steinernes Fleisch
Hardcover: 346 Seiten
Reihe: 1/3
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€
Kaufen?

Titel: Reckless - Lebendige Schatten
Hardcover:  411 Seiten
Reihe: 2/3
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€


Sonntag, 21. Oktober 2012

[Rezension] Der Fluch von Scarborough Fair - Nancy Werlin

Der Fluch von Scarborough Fair - Nancy Werlin 


Der Fluch von Scarborough Fair“ ist ein, bei cbt erschienenes Buch von Nancy Werlin. Es kostet als Taschenbuch 8,99€, der englische Titel ist unter dem Namen „Impossible“ zu finden und kostet ebenfalls 8,99€.


Eigentlich, sollte es der schönste Tag im ganzen Jahr für die siebzehnjährige Lucy Scarborough werden – der Abschlussball stand vor der Tür und der Tumult darum wurde laut, doch es kam ganz anders, als es sollte.
Nach einem ungewöhnlichem Zusammentreffen mit ihrer Mutter drohte der große Tag schon zu platzen was Lucy in ihrer Meinung festigte, dass sie diese hasste, doch dass der Abend noch schlimmer werden konnte, hätte niemand vermutet.
Deutsche Ausgabe
Eine Vergewaltigung ändert Lucys Leben für immer.
Von nun an kämpft der schwangere Teenager zusammen mit ihrem Kindheitsfreund Zach und ihren Pflegeeltern für ihre Zukunft. Denn als ob eine ungewollte Schwangerschaft nicht schon schlimm genug wäre, liegt ein Jahrhunderte alter Fluch auf den Scarborough-Frauen:
Sie sind dazu verdammt, mit 18 eine Tochter zu bekommen und dem Wahnsinn zu verfallen.
Doch während die zarten Knospen einer unglaublichen Liebe zwischen Zach und Lucy aufkeimen, droht der Fluch auch sie in seine Fänge zu bekommen.
Ein Hoffnungsschimmer – drei scheinbar unlösbare Aufgaben, die sie zu lösen hat, um mit dem Fluch zu brechen.
Doch werden sie es schaffen, werden sie Lucy und ihre Tochter retten können?

Idee/Handlung

Zur Handlung kann ich nicht besonders viel sagen. Ich war von Anfang an völlig fasziniert, obwohl schwer zu sagen ist, wieso.
Die Idee, die Ballade „Scarborough Fair“ fast zur gesamten Geschichte zu machen ist einfallsreich, allerdings auch relativ einfach.
Die Autorin schreibt, dass sie sich Gedanken über den Text machte und so die Story um Lucina Scarborough erschuf.
Für mich war die Handlung von Anfang an unglaublich fesselnd, was höchst wahrscheinlich der, eher düsteren Stimmung der Ballade zuzuschreiben ist.
Ich wollte unbedingt wissen, was es damit auf sich hat und ob Lucy es schaffen würde.
Dabei beschrieb die Geschichte einen ungeahnten Verlauf, der durchaus positiv ist, wenn gleich ich ein paar wenige Punkte bemäkeln muss, weil ich sie etwas überstürzt fand.
Ich gebe keine Beispiele an um nicht zu spoilern, wer allerdings eines möchte, soll uns eine Mail schicken, oder eine Mail-Adresse in den Kommentaren hinterlassen. Ich bin gern bereit Beispiele darzulegen und freue mich generell auf eure Mails.

Charaktere

Englische Ausgabe
Zach ist ein Junge, von dem man einfach hin und weg ist. Gut – mir persönlich missfallen die rotblonden Haare, allerdings besitzt er einen so sanften, gutmütigen Charakter, dass man ihn einfach mögen muss.
Abgerundet mit kleinen Macken ist der 19 Jährige eine rundum gelungene Charaktere, die man genauso gut aus der Realität hätte entnommen haben können.
Lucinda, Lucy oder Luce – viele Namen für die 17-jährige. Lucy ist ein rational und logisch denkender Mensch, man kann sich gut mit ihr identifizieren und ihr nachempfinden.
Zugegeben reagiert sie an manchen Stellen unglaublich ruhig, als sei nichts geschehen, allerdings ist dieses für die Story einfach wichtig und lässt sich aus dem Zusammenhang gesehen verstehen.
Die Charaktere, selbst die kleinen Randrollen, sind ausgeklügelt und geben einen guten Blick auf das Geschehen.
Ich persönlich fand viele Charaktere auf Anhieb sympathisch und hatte keine Probleme mich mit ihnen anzufreunden, es scheint wirklich so, als hätte die Autorin über Freunde geschrieben, reale Menschen.

Schreibstil

Auf diesen Punkt freue ich mich schon die ganze Zeit. Die Autorin hat einen ungewohnt, aber unglaublich symphytisch unprofessionellen Schreibstil, der eine unglaubliche Wirkung auf die Geschichte erzielt. Probleme stören einen gleich weniger, weil man sich denkt: „Hey, das muss so sein!“
Der Schreibstil ist keineswegs störend, er gehört einfach dazu, macht aus der Geschichte etwas Besonderes. Ich denke, wäre er nicht so, wie er ist, würde die Geschichte schnell an ihrer Nähe verlieren.
Kleine Nebensätze, die selbst ich gestrichen hätte, machen das Schriftbild sehr symphytisch, nichts desto trotz fesselt er ungemein.

Fazit

Ich bin absolut fasziniert von diesem Buch, mehr kann man da nicht sagen.
Das erste was ich tat, als ich es ausgelesen hatte, war, eben diese Ballade zu suchen und sie mir anzuhören. Die Idee ist sowohl simpel als auch genial und gibt der Geschichte den Flair eines modernen Märchens.
Und das ist es auch, absolut. Es fesselt von Anfang an und zieht einen in einen Bann, in dem man dem Sog des Buches einfach nicht wiederstehen kann.
Allerdings sollte ich euch vorwarnen – es wäre wahrscheinlich klug, in die Leseprobe hinein zu lesen, um zu schauen, ob sich der Schreibstil in euren Augen vertreten lässt.  Er ist sicher nicht jedermanns Sache, und ich möchte euch nicht in Messers scheide locken.


Ich gebe
Absolut verdient, weil ich einfach hin und weg bin. 

Dienstag, 16. Oktober 2012

[Rezension] Die Bestimmung - Veronica Roth

Originaltitel: Divergent


Altruan - die Selbstlosen
Candor - die Freimütigen
Ken - die Wissenden
Amite - die Friedfertigen
Ferox - die Furchtlosen
Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Die gesamte Bevölkerung sind in fünf Fraktionen eingeteilt, in die man sich im Laufe seines Lebens für eine entscheiden muss.
Die sechzehnjährige Beatrice ist mittlerweile alt genug, um den Eignungstest zu absolvieren. Doch das Ergebnis, was sie letztendlich erhält, war das Letzte, was sie erwartet hätte: sie ist eine Unbestimmte, das heißt, sie ist für mehrere Fraktionen geeignet. Schließlich entscheidet sie sich, die Altruan zu verlassen, um zu den Ferox zu gehen. Anfangs läuft alles mehr oder weniger gut. Bis sie erfährt, dass es nicht gerade ungefährlich ist, eine Unbestimmte zu sein - denn es gibt Leute, die es auf sie abgesehen haben. Und sie tot sehen wollen.

Die Bestimmung ist definitiv eines der Bücher, die sich letztendlich komplett anders als erwartet entwickeln. Ich habe zwar eine Dystopie erwartet, aber keine so unglaublich vielschichtige - und vor allem habe ich nicht die Richtung erwartet, die das Buch eingeschlagen hat.
Die Idee dazu finde ich interessant und originell, die Vorstellung, die Bevölkerung sei tatsächlich in Fraktionen eingegliedert, ist allerdings ziemlich unheimlich. Ich habe mich von Anfang an wohl gefragt, welche Fraktion wohl ich nehmen würde. Am Anfang hätte ich gesagt, Ferox, aber als ich diese Welt letztendlich kennen gelernt habe, denke ich, dass ich weniger als einen Tag noch zu leben gehabt hätte.^^ Wahrscheinlich würde ich letztendlich die Ken wählen. Wissen gefällt mir. (Bücher lesen und so... Amite wären auch noch eine Alternative gewesen, aber wahrscheinlich hätte ich früher oder später alle angeschrien, wieso sie verdammt noch mal so nett sind.) Aber egal, darum geht's jetzt nicht. Wer übrigens mal gucken will, für welche Fraktion er geeignet wäre - klickt hier. Ein interessant gemachter Test. :)
Also, zurück zur Rezension. Die Idee selbst und vor allem die Umsetzung sind Veronica Roth unglaublich gut gelungen. Sie hat eine so vielschichtige, schlüssige Welt erschaffen, dass ich manchmal glatt vergessen hab, dass es in Wirklichkeit gar keine Fraktionen gibt und ich gerade "nur" ein unglaublich gutes Buch lese. Jede einzelne Fraktion hat eine mehr oder weniger große Rolle eingenommen und wurde auch nicht gerade schlecht beschrieben.
Die Charaktere sind auch unglaublich gut gelungen. Allen voran Tris, (so nennt sich Beatrice, sobald sie zu den Ferox gehört) die ich immer wieder auf eine seltsame Art und Weise bewundert habe, denn sie ist wirklich ein sehr tapferes Mädchen und nicht so naiv, wie manch andere Protagonistin, der ich bereits begegnet bin. Außerdem ist sie echt mutig, sie kämpft für ihre Freunde, kann aber auch knallhart sein, wenn es drauf ankommt. Sie hat zwar auch ihre Macken, ist aber in meinem Augen doch der "perfekte" Charakter, dem ich gerne öfter mal begegnen würde.
Dann muss da natürlich, wie in fast jedem Buch heutzutage, noch ein Kerl sein, der angeschmachtet wird. Four in diesem Fall ist ein nicht weniger überzeugender Charakter als Tris und ich hab ihn wirklich von der ersten Minute an gemocht. Er ist mal ein anderer Typ: er provoziert anfangs, tritt ziemlich ruppig auf und ließ mich hin und wieder mich fragen, ob er eigentlich einen an der Klatsche hat. *g*
Im Laufe des Buches kommen noch viele, viele weitere Charaktere vor, sodass es manchmal ein klein bisschen schwer fällt, den Überblick zu behalten. Trotzdem ist ausnahmslos jeder Einzelne ein Unikat und auf seine Art besonders, selbst die "Bösen".
Geschrieben ist das Buch aus Tris' Perspektive und zwar direkt in der Gegenwart. Ein wenig Panem-like, dafür bleibt es immer spannend. Es ist ein richtiger Page-Turner, man will es gar nicht mehr weglegen.

Mein Jahreshighlight. Ohne Witz jetzt. Gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Es ist einfach unglaublich - wer es noch nicht gelesen hat, muss es unbedingt noch tun! :) Gott sei Dank kommt Teil 2 schon im Dezember raus. ^_^
Titel: Die Bestimmung
Hardcover: 480 Seiten
Reihe: 1/?
Verlag: cbt
Preis: 17,99€
Kaufen?

Titel: Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit
Hardcover: 512 Seiten
Reihe: 2/?
Verlag: cbt (10. Dezember 2012)
Preis: 17,99€

Mittwoch, 10. Oktober 2012

[Rezension] Das göttliche Mädchen - Aimée Carter

Originaltitel: The Goddess Test


Katherine Winter zieht nur nach Eden, weil es der letzte Wunsch ihrer sterbenskranken Mutter ist, der nicht mehr viel Zeit bleibt. So fügt sich Kate ihrem Schicksal - und trifft auf Henry. Durch mehrere mysteriöse Ereignisse kommt es schließlich zu einer Forderung von ihm: er gibt Kate mehr Zeit mit ihrer Mutter, wenn sie zu seinem Wintermädchen wird - denn Henry ist Hades, der Gott der Unterwelt. Und Kate soll an seiner Seite regieren. Doch dazu muss sie sieben Prüfungen bestehen, das erreichen, was kein Wintermädchen vor ihr geschafft hat...


Auf Das göttliche Mädchen war ich persönlich sehr gespannt gewesen, denn ich hatte mich schon allein in das Cover verliebt. Von der ersten Seite an wurde ich in die Geschichte reingezogen, denn der Schreibstil von Aimée Carter ist wirklich sehr angenehm und auch schön zu lesen, die Dinge, die sie beschreibt, lassen sich unglaublich gut vorstellen. Außerdem hatte ich von Anfang an eine Bindung zu Kate, auch wenn ich mir nicht recht erklären kann, warum. Trotzdem sind mir im Laufe des Buches wirklich das ein oder andere Mal die Tränen gekommen. Ich weiß, ich weiß, ich flenn echt bei jedem Buch rum, was ansatzweise traurig ist. Ups...
Auf jeden Fall hat mir schon die Idee gefallen: die Götter des Olymps, "zurückgekehrt" in menschliche Gestalten, Eden, das wie ein Paradies erscheint.
Langweilig wird es in Das göttliche Mädchen auch nicht. Zugegeben, es gibt nicht viele Momente, wo es unglaublich spannend wurde, aber irgendwie wollte ich das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen, da es mich einfach an sich gefesselt hat und ich wissen musste, wie es mit Henry und Kate weitergeht.
Kate ist, wie bereits gesagt, ein Charakter, in den man sich gut einfühlen kann. Sie ist ein sympathisches, liebes und vor allem unglaublich ehrgeiziges Mädchen. Sie kämpft für das, was sie will, und das hat mir ziemlich gut gefallen, wie sie beschrieben wurde und auch gehandelt hat. Sie ist nicht eine dieser schwachen Protagonistinnen, die sich irgendwo verkriechen, sobald es gefährlich wird. Allerdings fand ich Kate leider stellenweise zu "emotionslos", also sie hat auf manche Vorfälle kaum oder gar nicht reagiert, was ich ein wenig seltsam fand, aber dennoch nicht weiter gestört hat.
Henry ist ein unglaublich toller Typ und steht Kate in nichts nach. Er ist ziemlich sanft, zeigt aber auch oft genug, dass er auch anders kann. Meistens ist er ziemlich verschlossen, aber er behandelt Kate gut und sanft, er zwingt sie zu nichts und so weiter.
Damit komme ich auch zu dem größten Pluspunkt, den ich dem Buch gebe (und das hört sich jetzt echt bescheuert an) - und zwar ist das die Liebesgeschichte zwischen den beiden. Diese ist eigentlich fast nur unterschwellig, aber Hades und Persephone, Henry und Kate... tja... das hat niemand anders erwartet, gell? ;) Na ja, auf jeden Fall finde ich diese Beziehung unglaublich gut beschrieben. Einerseits die Zweifel: Henry hängt immer noch an Persephone, die ihn verlassen hat, Kate ist sich nicht sicher, ob sie Henry liebt, und will nichts überstürzen, außerdem will sie auch nicht von ihm einfach als Ersatz benutzt werden... hach. Echt, ich habe jede Seite geliebt, auf der es um die beiden ging.
Das Einzige, was mich am Buch noch ein wenig gestört hat, waren sozusagen die "Hintergründe". Es gab meiner Meinung nach schlichtweg zu wenig Informationen zu Eden, also, wie es dort aussieht, die Zimmer, wo manche Dinge herkamen etc. Das blieb für mich teilweise einfach zu ungeklärt.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass das Buch einfach viel zu schnell vorbei war. Gerade mal 300 Seiten, das hat man einfach schnell weg gelesen. :( (Und aus 50 Seiten werden 150. *hust*) Es war dadurch teilweise fast zu kurzlebig, aber nun gut. Überzeugt hat es trotzdem. ;)


Das göttliche Mädchen ist ein guter erster Teil, bei dem ich wirklich viel Freude hatte, ihn zu lesen. Zwar gibt es ein paar kleine Makel, die das Lesevergnügen aber nicht weiter stören. Ich persönlich freue mich auf den zweiten Teil Die unsterbliche Braut, der bereits im November diesen Jahres erscheint. :)


Details

Titel: Das göttliche Mädchen
Taschenbuch: 298 Seiten
Reihe: 1/3?
Verlag: Mira Taschenbuch
Preis: 9,99€
Kaufen?

Titel: Die unsterbliche Braut
Taschenbuch: Seitenanzahl bisher unbekannt
Reihe: 2/3?
Verlag: Mira Taschenbuch (November 2012)
Preis: 9,99€


Montag, 1. Oktober 2012

[Rezension] Noir - Jenny-Mai Nuyen


Der 23-jährige Nino Sorokin hat eine besondere Gabe: bei manchen Menschen kann er, wenn er sie anblickt, sehen, wann und wie sterben. Und das nicht nur bei anderen - auch bei sich selbst. Er weiß, dass er mit 24 Jahren sterben wird. Aber er weiß nicht, wieso. 
Sein Geburtstag rückt immer näher. Auf einer Party nimmt er an einem Gläserrücken rein und die darauffolgenden Erlebnisse stellen sein ganzes Leben auf den Kopf. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn kann er seinem Tod entrinnen?


"Wie gesagt gibt es diverse Einflüsse, die unser Schicksal bestimmen, und ich kenne längst nicht alle. Aber ich habe entdeckt, dass das Schicksal nicht änderbar ist, jedenfalls nicht durch Willenskraft. Es ist jedoch zu Beginn formbar - von Mächten, die außerhalb unseres Einflusses stehen."
(Jean Orin in Noir, Seite 259 Z. 13-18) 


Ich habe mich ziemlich gefreut, als ich bei vorablesen ein Exemplar von Noir gewonnen habe, denn von Jenny-Mai Nuyen habe ich doch schon einiges gehört, letztendlich aber noch nie etwas gelesen. Trotz allem hatte ich keine sonderlich hohen Erwartungen an das Buch, und wollte mich einfach überraschen lassen.
Das, was mich im Buch erwartet hat, war dann doch etwas komplett anderes. Abgesehen davon gab es sowohl einen sehr hohen Drogen-, Zigaretten als auch Sexkonsum in dem Buch. ôo Na gut, kommen wir jetzt mal zu dem Wesentlichen.
Am Anfang gibt es interessanterweise sogar zwei Prologe, der eine spielt im "Jetzt" und der andere erzählt von einem einschneidenden Ereignis in Ninos Vergangenheit: der Autounfall, bei dem seine Eltern umkamen.
Mittendrin im Buch gibt es noch weitere kurze Kapitel, die im "Jetzt" stehen, und man ist gespannt auf dem Moment, wo die Vergangenheit zum Jetzt wird.
Die Idee zu dem Buch finde ich im Grunde genommen nicht schlecht: dass Nino Tode sehen kann, ist nicht originell, okay, aber vor allem das mit dem Gläserrücken hat mich ziemlich interessiert. Allerdings kam es mir manchmal so vor, als hätte die Autorin es bei der groben Idee belassen, jedenfalls was es Ninos Gabe anbetrifft, denn zu der wird überhaupt nichts mehr gesagt. Entweder fällt sie Nino gar nicht auf, oder sie wird nicht erwähnt. Sie scheint ihm weder zu gefallen, noch zu stören (ich  meine, ist man da nicht ein bisschen psychisch belastet, den Tod von vielen, vielen Menschen zu kennen?!) und Details darüber werden auch nicht erwähnt. Ups...

Zu dem Gläserrücken gibt es im Laufe des Buches eine sehr interessante Erklärung, die aber sehr philosophisch ausfällt. Mir persönlich hat es gefallen, aber ich kann mir vorstellen, dass es auch ein paar Leute gibt, die sich an der vielen Philosophie, auf der das Buch basiert, die Zähne ausbeißen werden.
Die Handlung im Buch ist zu Anfang ziemlich schleppend, lange passiert kaum etwas, lange fragt man sich, was es denn jetzt mit "Noir" auf sich hat. Als nach etwa zweihundert Seiten die Handlung langsam ins Rollen kommt, wird es auch spannender und man kann sich richtig mitreißen lassen.
Die Charaktere im Buch allerdings sind für mich die größten Pluspunkte: Nino zum Beispiel war ein sehr interessanter Protagonist, (jetzt mal abgesehen von der Sache, wie er über seine "Gabe" denkt) und das vor allem deshalb, weil er komplett anders ist, nicht so 0815. Er reißt manchmal ziemlich unbeholfen Witze über sich selbst, versteht nicht, wieso sich viele Mädchen von ihm angezogen fühlen und ist manchmal einfach ein bisschen tollpatschig. Anders kann ich's nicht beschreiben. 
Noir bleibt ziemlich im Dunkeln und von ihr wird leider nicht ziemlich viel aufgedeckt, allerdings die Art, wie sie umgeht, erst langsam auftaut und allgemein, wie sie beschrieben wurde, hat mir ziemlich gut gefallen und sie zu jemand Interessanten gemacht, über den man mehr erfahren wurde.
Wie man sich bereits beim Klappentext des Buches denken konnte, bahnt sich eine Liebesgeschichte zwischen Nino und Noir an. Diese nimmt dann aber doch eine ziemliche, nun ja, andere Richtung ein und wird auf eine seltsame Art und Weise ziemlich präsent. Zum Einen wurde mir nicht recht klar, wieso Nino sich in sie verliebt, und zum anderen fand ich die Art und Weise ihrer Beziehung ziemlich - gewöhnungsbedürftig. [ACHTUNG Spoiler: Nur markieren, wenn das Buch bereits gelesen wurde!] Ich fand das ziemlich langweilig gegen Ende des Buches, dass Noir nur durch Sex mit Nino davon abgehalten werden konnte, zu vergehen. Das war so... ziemlich eintönig und als Lösung für das Problem ziemlich schlecht und billig, ehrlich gesagt. [SPOILER ENDE]
Der Schreibstil von Jenny-Mai Nuyen ist meiner Meinung nach ziemlich gewöhnungsbedürftig, besonders, da mehr Wert auf Gespräche als auf Handlungen gelegt wird und man manchmal nicht genau weiß, wer eigentlich gerade spricht... hat man sich dran gewöhnt, ist er ganz okay und auf jeden Fall erträglich.
Besonders schön an dem Buch ist das Cover: fährt man darüber, spürt man die Einbuchtungen der Glassplitter. Gefällt mir sehr gut, definitiv ein Hingucker.
Das Ende war für mich leider unbefriedigend, außerdem sind für mich einfach viel zu viele Sachen offen geblieben.

 

Noir ist sicher kein gewöhnliches Buch, aber deshalb auch nicht jedermanns Geschmack. Meinen konnte es nicht recht treffen, denn die Umsetzung hat in meiner Auffassung einfach einige Makel. Dafür trifft man auf schön gestaltete Charaktere.
Wer gerne etwas Philosophisches liest und sich nicht daran stört, dass viele Drogen und Sex in der Handlung vorkommen, dem kann ich das Buch nur empfehlen. Bei mir konnte es leider nicht überzeugen.


Details

Titel: Noir
Klappenbroschüre: 384 Seiten
Reihe: - 
Verlag: Rowohlt Polaris
Preis: 14,95€
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Danke an vorablesen und den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!