Freitag, 28. September 2012

[Rezension] Du oder das ganze Leben - Simone Elkeles

Originaltitel: Perfect Chemistry 


Das Leben der siebzehnjährigen Brittany Ellis scheint perfekt: sie hat top Noten, ist Captain der Cheerleadermannschaft und hat einen tollen Freund. Doch das ist alles nur Fassade: Wenn sie keine 1 oder 2 hat, gibt's Ärger, die Ehe ihrer Eltern funktioniert vorne und hinten nicht und ihre Schwester ist behindert und soll ins Pflegeheim, obwohl Brittany das nicht möchte. Dann wird sie plötzlich in Chemie Alex zugeteilt, einem Jungen, mit dem sie besser keinen Kontakt haben will, weil er nur Ärger bringt.
Alex Fuentes ist für den Ärger, den er mit sich bringt, bekannt: er ist selbst in einer Gang namens Latino Blood, um seine Familie zu schützen. Er schließt eine Wette ab, dass er Brittany innerhalb von zwei Wochen ins Bett kriegt. Als sie sich in Chemie zugeteilt werden, wittert er seine Chance. 
Alex und Brittany lernen sich so näher kennen - und stellen fest, hinter die Fassade des anderen blicken zu können...


Als ich angefangen habe, dieses Buch zu lesen, dachte ich bereits, ich wüsste, wie es ausgeht - mal im Ernst: ihr kennt doch alle diese tausenden Filme und Bücher, in denen ein Junge eine Wette abschließt, sich in das Mädchen verliebt und sie sich am Ende zoffen, weil das Mädchen von der Wette erfahren hat? Ich kann euch beruhigen, denn "Du oder das ganze Leben" ist keines dieser Bücher. 
Damit hätte ich wohl auch schon genug zu der Idee gesagt. Sie scheint 0815 zu sein, vor allem auch, dass Brittany und Alex aus zwei verschiedenen, "rivalisierenden" Stadtteilen kommen und eigentlich gar nichts miteinander zutun haben. Doch Simone Elkeles hat es wirklich geschafft, aus dieser Idee etwas Besonderes zu machen. 
Zum einen bleibt es spannend, da man von der ersten Begegnung von Alex und Brittany dieses Knistern, diese Spannung zwischen den beiden merkt. Dadurch, dass das Buch aus den Perspektiven der beiden geschrieben ist, werden auch immer beide Seiten beleuchtet, und das macht die Geschichte einfach greifbar.
Natürlich behält man dann auch im Hinterkopf immer die Frage: Wie will Simone Elkeles das jetzt mit der Wette lösen? Wie soll das Ganze ausgehen?
Die Charaktere in diesem Buch sind allerdings das Herzstück. Brittany zum Beispiel merkt man den Zwiespalt an. Sie traut sich anfangs nicht richtig, sich gegen ihre Eltern zu wehr zu setzen, sie lässt sich von ihren Freunden einreden, dass sie mit ihrem Freund zusammen bleiben soll, auch wenn der nur noch das Eine von ihr will. Und sie soll die Finger von Alex wegnehmen. Denn das würde nur ihrem Ruf schaden. All das lässt sich Brittany einreden, deshalb entwickelt sie sich im Laufe des Buches umso schöner.
Alex ist überzeugt von dem, was er tut, auch wenn er es nicht gern tut. Als er klein war, wurde sein Vater vor seinen Augen beim Drogendealen erschossen. Aber Alex hat keine Wahl: er muss auch in die Gang Latino Blood eintreten, um seine Familie - seine Mutter und zwei Brüder - zu beschützen. Und das tut er wirklich mit ganzem Herzen, richtig aufopferungsvoll. Und vor allem kauft man es ihm ab. Man merkt, in welchem Zwiespalt er immer steckt, besonders, als er anfängt, sich in Brittany zu verlieben. Dass die nicht viel von der Gang hält, liegt ja auf der Hand...
Der Schreibstil von Simone Elkeles ist einfach, aber zur Geschichte passend. Da Alex Mexikaner ist, kommen im Buch auch einige spanische Wörter oder Sätze vor, was das Ganze noch interessanter macht. Besonders, wenn man nur raten kann, was es heißt. :> 



Ein tolles Buch, das man unbedingt gelesen haben muss. Es überzeugt mit super schönen und authentischen Charakteren und einer Geschichte, die überraschend anders gestaltet ist.
Simone Elkeles hat zu der Reihe noch zwei weitere Bände geschrieben. Diese heißen Du oder der Rest der Welt und Du oder die große Liebe, die jeweils von einem Bruder von Alex beansprucht werden. Ich werde sie unbedingt noch lesen müssen! :) Für den tollen "ersten Teil" gebe ich

Details

Titel: Du oder das ganze Leben
Taschenbuch: 448 Seiten
Reihe: 1/3 (Indirekt, die anderen zwei handeln von Alex' Brüdern.)
Verlag: cbt
Preis: 8,99€

Dienstag, 25. September 2012

[Rezension] Die Besessene - S.B. Hayes

Die Besessene - S.B. Hayes


Die Besessene“ ist der Debüt-Roman der englischen Autorin S. B. Hayes, der im englischen unter dem Namen „Poison Heart“ erschienen ist. 
Das Erscheinungsdatum hier in Deutschland war der 1. September 2012. 
Es kostet 14,95€ im deutschen und im englischen 8,50€.


Es geht um die 16-jährige Katy, die seit einer schicksalhaften, allerdings zufälligen Begegnung von der ebenfalls 16-jährigen Genevieve auf mysteriöse Weise verfolgt und kopiert wird. 
Gen will ihr ihr Leben wegnehmen, ihre Freunde, ihre Familie und wünscht sich, Katy wäre niemals geboren.
Doch im Verlauf der Geschichte wird alles immer mysteriöser – woher weiß das Mädchen nur immer wo sie sich aufhält?!
Als sich Katy nun immer mehr auf Hexenkünste versteift, geraten ihre und die Nachforschungen des jungen Journalisten Luke, mit dem sie seit  Ewigkeiten befreundet ist, immer mehr ins Leere.
Genevieve scheint alles über Katys Leben zu wissen.
Katys Welt scheint zu zerbrechen, bis die Geschichte eine Schicksalhafte Wendung nimmt.




Idee/Handlung

Zur Idee kann ich nicht viel sagen, außer dass ich sie bombastisch fand. 
Ich war so aufgeregt und habe mich auf das Buch gefreut, habe jeden Tag mitgefiebert, in Erwartung des Buches. 
Die Geschichte an sich birgt ziemlich viel Potential, klingt total spannend. 
Die Umsetzung allerdings, fand ich zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Besser gesagt, schnitt sie bis zu einem gewissen Zeitpunkt ein vollkommen anderes Genre an. Ich war mir nicht ganz sicher, was es wirklich war, wobei gegen Ende viele Fragen offen blieben. 
Zu Ende muss ich sagen, fand ich den Wandel schrecklich. Ich verstand einfach nichts mehr.
Dass mich die Geschichte quasi fertig gemacht hat, weil ich viele naive Handlungen wieder erkannte, machte die Sache auch nicht besser. Tödliche Naivität.

Charaktere

Ich bin mit den Charakteren nie wirklich warm geworden. Es wurden keine unwichtigen Dinge verraten, was dem Ganzen wiederum einen Pluspunkt gibt.
Katy ist eine ziemlich naive 16-Jährige, wobei einem das Alter zu Anfang ziemlich verwirren kann. Ich habe mal ein wenig recherchiert, nach anderen Rezensionen zu diesem Buch gesucht. In vielen kam Verwirrung bezüglich Katys Alter auf.
Auch ich dachte, sie wäre eine ziemlich naive 18-Jährige. 
Original Ausgabe
Kommen wir zu ihrem Nachbar Luke, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Er ist 21, eigentlich sogar als „nett“ zu bezeichnen. Ihn mochte ich ein Stück weit schon, obwohl ich mich frage, was er mit einer 16-Jährigen will…
Katy’s Freund Merlin finde ich hingegen vollkommen eigenartig. Er ist kein Typ von der Stange.
Manchmal verhielt er sich einigermaßen normal, dann wiederum wie verzaubert…
Ich kann es nicht erklären. Für mich war er zu perfekt. 
Als letztes möchte ich noch auf Genevieve ansprechen. Sie war mir an Teilen des Buches sogar sympathisch, während ich Katy hasste. Dies geschah in ständigem Wechsel…
Im Großen und Ganzen war Genevieve einfach nur unheimlich. 

Schreibstil


Nichts wirklich Besonderes, aber gut. So ein typischer Jugendbuch-Schreibstil eben.



Zugegeben ist diese Rezension viel zu lang geworden, aber ich wollte so einiges loswerden. 
Ich fand die Wendung am Ende einfach nur schrecklich. Es war eine regelrechte Qual, dieses Buch auslesen zu müssen. 
Abschließend muss ich wirklich sagen, dass dieses Buch nicht jedermanns Sache ist. 
Mein Ding war es jetzt nicht, aber das muss nicht bei jedem so sein. Ich habe sehr viele positive Rezensionen gelesen, wenn auch negative.
Meiner Meinung nach stelle ich höhere Ansprüche auf ein Buch als manch anderer. Ganz einfach, weil doch eine gewisse, wie soll ich sagen, Erwartungshaltung gegenüber Geschichten besteht, die mich allein schon mit dem Klappentext völlig in ihren Bann ziehen.
Für mich war es eine große Enttäuschung. Wie fandet ihr's?



Ich gebe
weil es doch Stellen gab, bei denen ich das Buch einfach nicht weglegen konnte.

An dieser Stelle nochmal danke an den dtv-Verlag für das Rezensions Exemplar im Rahmen des Gewinnspiels
Auch wenn das Buch nicht so mein Ding war, ist es doch eine Erfahrung wert :)


Dienstag, 18. September 2012

[Rezension] Ich fürchte mich nicht - Tahereh Mafi

Originaltitel: Shatter Me


Die siebzehnjährige Juliette hat seit 254 Tagen keinen anderen Menschen gesehen. Denn sie ist in Isolierungshaft, wird für verrückt erklärt – weil ihre Berührung tödlich ist… Doch dann wird auf einmal Adam in ihre Zelle gebracht. 
Adam, den sie noch aus der Schule kennt, der sich aber scheinbar nicht mehr an sie erinnert. Doch nur wenige Wochen nach seiner Ankunft muss Juliette feststellen, dass er nicht grundlos zu ihrem Zellengenossen wurde. Es gibt jetzt so etwas wie ein höheres Ziel für sie. Sie soll als Waffe dienen…


Ich fürchte mich nicht ist wieder so ein Buch, das seit seinem Erscheinen auf meiner Wunschliste stand. Letztendlich habe ich es mir bei der idealo Challenge gewünscht und nun vor ein paar Tagen endlich gelesen. Ich persönlich hatte doch relativ hohe Erwartungen an das Buch, ich war so unglaublich darauf neugierig und vor allem auf den Schreibstil.
Dieser hat die Besonderheit, – wie ihr wahrscheinlich ohnehin schon wisst – dass manche Wörter oder ganze Sätze durchgestrichen sind, wenn Juliette beispielsweise etwas denkt, was sie gar nicht denken will. Ich habe ein paar Rezensionen von Bloggern gelesen, die kritisiert haben, dass dieser Schreibstil den Lesefluss gestört habe. Mir persönlich ging das überhaupt nicht so, ich denke, das ist Geschmackssache. Wer sich da nicht sicher ist, soll einfach mal in die Leseprobe bei Amazon reingucken, aber ich persönlich fand es einfach faszinierend, wie unglaublich neugierig das Buch schon auf den ersten Seiten machte.
Ich bekam im Laufe des Buches das Gefühl, es würde an mir vorbeirasen. Es war wie verrückt. Nicht, weil ständig irgendwas passierte, klar war diese unterschwellige Spannung da, aber nein, dieser Schreibstil macht so etwas aus, dass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen. Hätte ich mich nicht gezwungen das Buch aus der Hand zu legen, hätte ich es wohl an einem Tag gelesen…^^
Die Idee finde ich zwar nicht übermäßig originell, aber doch ziemlich interessant. Besonders das mit Juliettes Isolationshaft. Ich war außerdem besonders gespannt auf das Buch, da ja 2/3 davon nur genau drei Charaktere genauer vorkommen.
Juliette, Adam und Walter – der „Bösewicht“ sozusagen, aber zu dem komme ich gleich noch genauer. Auf jeden Fall konnte ich mir kaum vorstellen, wie nur so wenige Charaktere vorkommen können ohne dass es langweilig wird, aber ich wurde echt vom Gegenteil überzeugt. Es reicht trotzdem, es passt. Und wahrscheinlich gilt in dieser Hinsicht einfach pauschal: Wenn die Charaktere gut sind, müssen es nicht viele sein. Qualität vor Quantität oder so. XD
Also, zu den Charakteren. Juliette ist ein Mädchen, das zurückgestoßen ist, ein wenig verängstigt, aber gleichzeitig unglaublich stark. Sie ist eine Kämpferin mit Herz und Seele. Aus ein paar vagen Sätzen kann man schließen, dass sie bereits als Kind nicht berührt werden konnte, dass ihre Eltern Angst vor ihr hatten, und es ist gleichzeitig unglaublich schockierend, dass sie nie eine Umarmung gespürt hat, keine tröstende Berührung…
Im Buch legt sie eine unglaubliche Entwicklung hin. Von dem  verstörten Mädchen zur Kämpferin, die sich gegen die Regierung auflehnt. Auch ihr Schreibstil wird im Laufe des Buches „klarer“, es sind weniger Sätze bzw. Wörter durchgestrichen.
Von Adam wusste ich persönlich nie so recht, was ich von ihm halten sollte. Ich war mir nie sicher, ob er jetzt auf Juliettes Seite steht oder nicht. Er ist echt ein interessanter Charakter, dessen eigene Geschichte auch berührt. Ich kann über ihn jetzt nicht allzu viel sagen, aber er ist echt gut gelungen.
Dann ist da noch Walter. Der Anführer des Militärs. Der, der Juliette zur Waffe machen soll. Aber er ist kein „klischeehafter Böser“: sondern er ist 19 Jahre alt und wird im Buch als ziemlich attraktiv beschrieben. Im Laufe des Buches erfährt man mehr über seine Hintergründe und ich konnte nicht anders, als mit ihm Mitleid zu haben. Und ihn hassen? Bloß nicht. Für einen Bösen ist er wirklich außergewöhnlich und wird mir noch lange im Hinterkopf bleiben, auch dann, wenn die Reihe irgendwann beendet ist.


Ich fürchte mich nicht war ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Mit dem Schreibstil wird es unglaublich spannend und auch die drei Charaktere, die einen Großteil des Buches ausmachen, konnten gut überzeugen.
Ich muss nur ein halbes Herz abziehen, da ich fand, dass das Buch dann leider doch einen kleinen Ticken zu schnelllebig wurde, aber viel macht das auch nicht aus. Ich bin letztendlich doch ziemlich begeistert und auf den zweiten Teil gespannt. <3 


Titel: Ich fürchte mich nicht
Hardcover: 320 Seiten
Reihe: 1/3(?)
Verlag: Goldmann
Preis: 16,99€
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Dienstag, 11. September 2012

[Rezension] Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten

Originaltitel: Daughter of Smoke and Bone


Deutsche Ausgabe
Ich werde hier ausnahmsweise auf die offizielle Inhaltsangabe zurückgreifen, da es mir persönlich ein bisschen schwerfällt, die Handlung in dem Fall zusammenzufassen.

Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht?
Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen?
Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …
Eine Liebe, die älter ist als die Zeit. Und ein Kampf, bei dem ALLES auf dem Spiel steht. Der erste Band der Serie, die die Welt erobert.


"Du warst ehrlich mit ihr, obwohl sie es dir gegenüber nicht war. Aber bereue niemals deine eigene Güte, Kind. Im Angesicht des Bösen wahrhaftig zu bleiben ist ein Beweis von Stärke."
(Brimstone in Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten, Seite 476 Z. 12-15)


Englische Taschenbuchausgabe
Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten steht schon so ziemlich seit seinem Erscheinen auf meiner Wunschliste. Da ich damals eher schlecht als recht was mit Bücherblogs am Hut hatte und demnach nicht sonderlich oft Rezensionen las, wurde mir erst mit der Zeit bewusst, wie umstritten das Buch ist. Die einen hassen es, die anderen lieben es. Die einen finden ist zu kitschig, die anderen einfach romantisch. 
Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich sowohl die negativen als auch die positiven Rezis nachvollziehen kann, aber mein Eindruck vom Buch ist dann doch ein ziemlich anderer. 
Eine Sache, die mir bereits am Anfang aufgefallen ist, war der Schreibstil: er kam mir manchmal vor wie aus einem Märchen gesprungen, was ich als wirklich schön empfand und mir total gefallen hat. Da weiß man überhaupt nicht, welches Zitat man nehmen will. Die Worte sind so gut gewählt, dass ich in Karous Welt versunken bin, ich konnte mir alles so vorstellen, als ständen die Charaktere direkt neben mir.
Allerdings habe ich ein wenig die Befürchtung, dass die Autorin sich zu sehr im Schreibstil selbst verloren hat, denn leider hinkt die Handlung manchmal ein wenig hinterher. Wo der Klappentext anfängt, sind im Buch bereits hundert Seiten vergangen. Danach ging es dann doch endlich ziemlich rasant los und man will nur weiterlesen – bis der nächste „Stimmungskiller“ kommt: es gibt gegen Ende des Buches über hundert Seiten, die allesamt Rückblenden sind. Rückblenden, über die ich ewig, wirklich ewig nachgedacht habe, ob ich sie hassen oder lieben soll. Ich kann letztendlich dazu nur so viel sagen: Ich denke zwar, dass die Rückblenden nützlich waren und bestimmte Umstände besser erklärt haben, dennoch sind sie zu lang ausgefallen – auch wenn ich unglaublich mit dem Herz an diesen Rückblenden gehangen bin...

Die Idee hinter Daughter of Smoke and Bone ist allerdings einzigartig und wieder wie ein Märchen. Allein dafür könnte ich’s gar nicht erst übers Herz bringen, dem Buch eine schlechte Bewertung zu geben. Die Welt, die Laini Taylor geschaffen hat, ist für mich unglaublich individuell und einfach mal was anderes.
Die Charaktere im Buch – man lernt nicht sonderlich viele kennen, einige nur flüchtig, und doch passen und harmonieren sie.
Da ist natürlich Karou. Karou, die nicht weiß, wer sie ist. Karou mit den vielen Geheimnissen. Besonders amüsant finde ich, dass Laini Taylor Karou nicht wie manch andere Autoren ihre Protagonisten in Lückengeflechte eingespannt hat, sondern dass Karou immer die Wahrheit sagt: nur mit einem Schmunzeln, einem Zwinkern oder verdrehten Augen. An den Stellen musste ich immer grinsen.
Buch ohne Schutzumschlag
Ansonsten ist Karou ein ziemlich taffer Charakter. Sie weiß, was sie will, und sie schreckt nicht zurück, die zu verteidigen, die sie liebt. Gleichzeitig ist sie ein wenig zerrissen, weil sie wirklich keine Ahnung hat, wer sie ist, woher sie kommt. Sie ist auf jeden Fall ein glaubwürdiger Charakter, der mir ans Herz gewachsen ist.
Die Geschichte, die sich zwischen ihr und Akiva anbahnt, ist wirklich unglaublich kitschig – aber gleichzeitig romantisch, zugegeben. Ich denke, das muss jeder selbst für sich ausmachen. Wer bereit ist, das in „Kauf zu nehmen“ oder sich einfach mal fallenlässt und der Geschichte die Chance gibt, Eindruck zu schinden, der wird die Geschichte akzeptieren. Zugegeben, anfangs war ich nicht überzeugt – aber gegen Ende wird es schlüssig erklärt. Daher hat mir diese Romanze doch gut gefallen.
Das Ende des Buches (besser gesagt: der letzte Satz des letzten Kapitels) hat mich erst mal verlernt zu atmen und dann war ich so geschockt, dass ich erst mal gucken musste, ob es davon verdammt noch mal eine Fortsetzung gibt. XD
Die gute Nachricht: Ja, gibt es. Laini Taylor schreibt auf ihrer Website, dass der zweite Teil wohl diesen November auf Englisch rauskommt. Na, immerhin. Solange ich das weiß, kann ich drauf warten. *seufzt*



Das Buch, das bei den Bloggern so zwiegespalten ist, konnte auch bei mir nicht hundertprozentig überzeugen. Doch hat es mich an manchen Stellen zu Tränen gerührt und ich hänge irgendwie doch ziemlich an Daughter of Smoke and Bone: Zwischen den Welten, sodass ich froh bin, dass ich das Buch gekauft habe. Hach…

Details

Titel: Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten:
Hardcover: 496 Seiten
Reihe: 1/?
Verlag: FJB
Preis: 16,99€

Samstag, 1. September 2012

[Rezension] Godspeed - Die Suche - Beth Revis

Originaltitel: A Million Suns

Achtung! Diese Rezension kann Spoiler enthalten, wenn der erste Teil "Godspeed - Die Reise beginnt" noch nicht gelesen wurde!



Junior bemüht sich, mit seiner neuen Rolle als Ältester auf der Godspeed zurechtzukommen. Doch da er Phydus abgesetzt hat, wird es kritisch auf dem Schiff: Die Leute beginnen ihn infrage zu stellen und zu rebellieren. Er ist total überfordert, denn nicht nur die Bewohner machen ihm zu schaffen - er erfährt auch eine schreckliche Wahrheit über das Schiff...
Amy fühlt sich auf der Godspeed immer noch nicht zu Hause, außerdem stellt sie ihre Gefühle für Junior infrage - würde sie ihn denn auch lieben, wenn sie eine Wahl hätte? Wenn er nicht der einzige "Verfügbare" wäre? Dann entdeckt sie plötzlich eine Botschaft von Orion persönlich - und wird auf eine verrückte Schnitzeljagd geschickt...


Ganz einfach: Wenn ich auf der Erde wäre statt auf diesem dämlichen Schiff, und ich Junior in der Schule oder in einem Klub oder bei einem Blind Date kennengelernt hätte und ich zwischen ihm und jedem anderen Jungen der Erde hätte auswählen können ... Würde ich mich dann in ihn verlieben?
Würde er sich dann in mich verlieben? 
Liebe, ohne eine Wahl zu haben, ist keine Liebe. 
(Godspeed - Die Suche: Seite 74, Z. 17-23)


Das Schönste an dem Buch ist fast die Tatsache, dass es beweist, dass der "klischeehafte zweite Band" nicht immer ein Lückenfüller sein muss! Denn "Godspeed - Die Suche" ist wirklich einer der besten zweiten Bände, die ich je in meinem kurzen Leben gelesen habe. :P (Ich mochte aber den ersten Band schon sehr, sehr gern.)
Sämtliche Befürchtungen, man käme nicht einfach wieder in die Geschichte rein, sind auf der Stelle wie weggeblasen, denn man fühlt sich auf der Godspeed tatsächlich wieder wie zu Hause. Ich hatte keine Schwierigkeiten, und das, obwohl ich den ersten Band bereits kurz nach seinem Erscheinen gelesen hatte. Wer dann doch ein paar "Orientierungsprobleme" hat, kann einfach den Umschlag abnehmen und findet in der Innenseite dessen wieder eine Zeichnung der Godspeed. 
Bereits auf den ersten paar Seiten geht es rasant los, als Junior, der sich in der Ältesten-Rolle überfordert fühlt, mit mehreren Problemen konfrontiert wird, die seine Stellung nicht gerade vereinfachen. Denn das Volk scheint nur seine Fehler zu sehen und nicht hören zu wollen, was er auch Gutes getan hat. Als dann auch noch gezielt Leute ermordet werden und es den Anschein hat, es wäre seine Schuld, weiß er nicht, was er tun soll. Was ich persönlich voll und ganz verstehen kann - ich persönlich hätte allerdings die Leute wieder unter Phydus gesetzt, weil ich dem Druck einfach nicht hätte standhalten können. Trotzdem kann ich Juniors Handlungsweise nachvollziehen und man merkt wirklich, wie er im Laufe des Buches reifer wird.
Amy ist natürlich auch nicht zu vergessen: sie hat immer noch Sehnsucht nach ihren Eltern und würde sie am liebsten aufwecken, andererseits weiß sie auch nicht, was sie wirklich für Junior empfindet. Ich konnte total mit ihr mitfühlen, von der ersten Seite an. Es muss schrecklich sein, seine Eltern in der Nähe zu haben, aber sie vielleicht erst wiederzusehen, wenn man selber Mutter sein könnte oder gar Großmutter. Als sie dann die Botschaft von Orion erhält, klammert sie sich daran wie an nichts anderes. Selbst dann, als Junior es nur für "Quatsch" abtut...
Was mir besonders gut gefallen hat, war der Aufbau der Beziehung von Amy und Junior. Sie wirkt nicht so aufgezwungen und die Zweifel, die Amy hat, sind doch mehr als berechtigt. Das macht das Ganze besonders authentisch, finde ich.
Die Spannung, die auch im ersten Band auf beinahe jeder Seite zu finden war, wird hier ins beinahe Unglaubliche gesteigert: man will gar nicht mehr aufhören, man kann das Buch nicht mehr weglegen. Es ist fast wie eine Sucht. :)
Der Schreibstil ist genau derselbe wie in Band eins. Es wird im Präsens abwechselnd aus der Sicht von Junior und Amy erzählt, aber beide Sichtweisen haben etwas Markantes an sich, sodass man sie nicht einfach verwechseln könnte.


Ein unglaublicher zweiter Band! Alle Vorurteile, er könne an den ersten nicht heranreichen oder sei nur ein Lückenfüller, sind von der ersten Seite an wie weggefegt und man wird in den Bann der Godspeed gezogen. Unglaublich! Kann es kaum erwarten, bis der nächste Band erscheint - und das dauert leider noch. :(

Titel: Godspeed - Die Reise beginnt
Hardcover: 448 Seiten
Reihe: 1/3
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€
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Titel: Godspeed - Die Suche
Hardcover: 464 Seiten
Reihe: 2/3
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€
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Titel: Godspeed - Die Ankunft
Hardcover: Seitenanzahl bisher unveröffentlicht
Reihe: 3/3
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€