Mittwoch, 7. Dezember 2016

[Rückblick] Lesemonat November 2016

Ja, ich bin verdammt spät dran. Die Entschuldigungen spare ich mir, die machen das Ganze nur unnötig lang. ;)
Im November habe ich trotz dem NaNoWriMo und einem Haufen Zeug, das es für die Uni zu erledigen gab, dennoch irgendwie eine gesunde Menge gelesen. Wie so ziemlich jedes Jahr ist mir das ein Rätsel, aber okay. Zu den Büchern:


Gemina hat mir wesentlich besser als Illuminae gefallen - die Charaktere waren cooler, die Geschichte actionreicher und die Plottwists noch überraschender! Ich bin sehr gespannt auf den letzten Band.

2) Ignite Me - Tahereh Mafi (5/5) Re-Read
Eigentlich sollte ich dazu eine neue Rezension schreiben, denn in der Rezi zum deutschen Exemplar war ich nicht halb so begeistert, wie ich es nach Ignite Me war. Als hätte es nach dem zweiten Lesen der drei Bücher einfach klick gemacht - ich fand es grandios! Ob das daran liegt, dass ich die Zeitabstände zwischen den Büchern kürzer waren oder ich die Charaktere jetzt besser verstehe... keine Ahnung. Ich nehme es mit Freuden hin. ;)

3) Die Familie Selicke - Arno Holz, Johannes Schlaf (2/5)
Eine weitere Unilektüre, die mir eher weniger gefiel. Nahezu der komplette erste Akt ist im Dialekt verfasst, was das Lesen einfach unglaublich anstrengend (und stellenweise unmöglich) macht. Danach wurde es jedoch besser, und besonders in Hinblick auf die Familienanalyse ist das Drama doch echt interessant.

Was soll ich denn noch zu Schwab sagen?! Sie schleicht sich Buch für Buch immer mehr in mein Herz. This Savage Song war eine komplett andere Leseerfahrung als A Darker Shade of Magic, aber mindestens genauso genial!

5) Top Dogs - Urs Widmer (2/5)
Mehr Unilektüre, dieses Mal ein Pseudo-Drama - hier hat es hauptsächlich die Interpretation gerettet, denn rein vom Lesen her ist es wirklich... nicht spaßig. Es geht unglaublich viel verloren, was man eben bei einer Aufführung sehen würde - das habe ich selten so stark beobachtet wie hier.

Mein erstes Jandy Nelson-Buch gefiel mir leider nicht so gut, was hauptsächlich an der Protagonistin und generell an der ganzen Liebeskonzeption im Buch lag. Schade!

7) Poetik - Aristoteles
Tja, was soll ich sagen? Es ist unglaublich beeindruckend, was der Gute schon vor uns allen wusste. War zwischenzeitlich etwas trocken, aber grundsätzlich interessant und erstaunlich einfach zu lesen.

Eine grandiose Fortsetzung! Steht seinem Vorgänger in nichts nach - mache mir jetzt aber schon Sorgen um den dritten und finalen Teil. (Im Sinne von: Schwab wird sämtliche Leser-Herzen brechen!)

9) The Crown - Kiera Cass (4/5)
Es war mitten in der Nacht, als ich dieses Buch zuschlug - ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Und was für ein Abschluss es war! Ich habe sogar die ein oder andere Träne vergossen (Spoiler: es waren viele - muss ein toller Anblick gewesen sein). Aber es war auch ein tolles Buch. <3 Rezension folgt!

Ein grandioses Debüt von einer unglaublich lieben und bodenständigen Autorin rund um einen Haufen Royaler, deren (Liebes)Leben gehörig auf den Kopf gestellt werden.

(Das macht mehr Bücher als im Oktober, fällt mir gerade auf - aber das liegt hauptsächlich an den Pflichtlektüren und an der Tatsache, dass diese wenig Seiten fassen. ;))
Insgesamt sind wir für diesen Monat bei 2700 Seiten, 90 pro Tag. Ist meiner Meinung nach immer noch ein ordentlicher Schnitt. :D
Was im Dezember noch auf mich zukommen wird? Keine Ahnung. Ein Rezensionsexemplar wartet noch auf mich, abgesehen davon ist das ein wenig ein planloser Monat - ich muss sowieso erst einmal damit klar kommen, dass 2016 schon wieder vorbei sein soll.

Wie war denn euer Lesemonat November? <3

Sonntag, 4. Dezember 2016

[Rezension] Royal Me: The Masquerade - Tina Köpke

Inhalt
Von einem Tag auf den anderen wird Thronfolgern auf der ganzen Welt gesagt, dass ihr Leben in Gefahr ist - bedroht von einer Terrororganisation, deren Ziel keins geringeres ist als so viele Monarchien wie möglich ins Wanken zu bringen.
Eine Gruppe von jungen Royalen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, eingepfercht in einem Castle in Schottland. So abgeschottet von der Welt tritt das Überleben schnell in den Hintergrund... und stattdessen treten die verworrenen Liebesleben der jungen Erwachsenen zu Tage.

Meine Meinung
Wie sehr habe ich mich darauf gefreut, diese Rezension schreiben zu können <3 Royal Me ist nämlich ein Werk, das mir ganz besonders am Herzen liegt - ich hatte nämlich das Vergnügen, Betaleserin spielen zu dürfen. Schon damals hatte ich die Episode innerhalb weniger Tage durch - und zurück blieb der Wunsch nach mehr.
Für diese Rezension habe ich Tinas Werk ein zweites Mal gelesen, und wieder flog ich förmlich durch die Seiten.
Zum Einen liegt das an ihrem grandiosen Schreibstil - Tina schafft es nicht nur, das Callahan Castle (der Ort, an dem die Royalen verweilen) lebendig werden zu lassen, sondern auch die Gefühle der Charaktere sehr viel greifbarer und einfach echter zu machen. 
Ich war am Anfang skeptisch. Konnte mich die erste Episode eines Serials mit weniger als 30.000 Wörtern, noch dazu aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, überzeugen? Waren diese knapp hundert Seiten genug, um eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen?
Es brauchte nur eine erste Szene aus Vals Sicht. Val ist ein italienischer Bilderbuch-Macho, dessen Zunge viel zu scharf ist und der viel zu viel Alkohol verträgt (und trinkt). Binnen weniger Minuten saß ich lachend vor dem Dokument und war umso erstaunter, als ich die Szene plötzlich vorbei war.
Und so ging es mir mit einem Großteil der Charaktere - und die, denen ich anfangs skeptisch gegenüberstand, wuchsen mir mit der Zeit umso mehr ans Herz. Jeder von ihnen ist nicht nur in seinem Auftreten, sondern in seiner ganzen Erzählstimme so... individuell, dass ich nicht anders konnte, als sie zu lieben.
Abgesehen von Val wäre da zum Beispiel noch Priya aus Indien, deren Kultur so fremd ist und durch Tinas Schreibstil dem Leser doch erstaunlich gut nahe gebracht wird.
Da ist Oliver, der mit Val zusammen mein absoluter Liebling ist, den man einfach nur in den Arm nehmen möchte. Und Lina, mit der er eine gemeinsame Vergangenheit hat - doch die Dinge sind nicht so einfach...
Oder Anouk, die isländische Thronfolgerin, anfangs auch "Eisprinzessin" genannt. Doch eigentlich hat sie ein Herz aus Gold.
Und, wie gesagt, damit habe ich längst nicht alle angesprochen. Es sollte aber reichen, um zu zeigen, dass Royal Me: The Masquerade vor Diversität nur so strotzt - aber auch an Ideenreichtum mangelt es der ersten Episode nicht. Allein durch die enge Charakterbindung fiebert man automatisch mit, will, dass sich bestimmte Pärchen bilden und andere nicht, will am liebsten heulen, wenn es den Charakteren schlecht geht. (Vielleicht habe ich ein, zwei Mal selbst zu den Taschentüchern gegriffen...)
Obwohl es relativ kurz ist, so besitzt Royal Me dennoch einen ordentlichen Spannungsbogen, ist nicht nur ein Auftakt, sondern so viel mehr als das. Man liest ein Kapitel nach dem anderen, blinzelt zweimal, und plötzlich ist es vorbei und man will nur noch mehr. Mehr von Val und Oliver und Alicia und Priya und Lina und Anouk und Callum und Maya. Mehr Drama und mehr zauberhafte Worte. Mehr Royal Me.

Fazit
Es ist fast nicht zu glauben, dass es sich bei Royal Me: The Masquerade um Tina Köpkes Debüt handelt. Trotz der Kürze fehlt es der ersten Episode an nichts; stattdessen begegnet man einer Menge fantastischer Charaktere, wird in deren Leben hineingezogen und will sie gar nicht mehr loslassen. Ein toller Auftakt!


Titel: Royal Me: The Masquerade
E-Book: 87 Seiten
Verlag: Selfpublished
Reihe: Episode 1
Preis: 1,49€

Mittwoch, 30. November 2016

[Rezension] A Gathering of Shadows - V.E. Schwab

Da es sich hierbei um einen zweiten Band handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Inhalt
Vier Monate ist es her, seitdem sich Lilas und Kells Wege zuletzt gekreuzt haben. Vier Monate, die Lila größtenteils auf einem Schiff verbracht hat und Kell in dem Versuch, sich irgendwie an die Tatsache zu gewöhnen, dass er sein Leben an das seines Bruders gebunden hat.
Vier Monate, bis sich die Wege der beiden wieder kreuzen, weil Kells Bruder Rhy ein magisches Turnier veranstaltet - und die Leben der beiden werden ein weiteres Mal fundamental auf den Kopf gestellt...

Meine Meinung
Die Shades of Magic-Reihe ist (bisher) das perfekte Beispiel für Bücher, die von den Charakteren vorangetrieben werden. Damit will ich nicht sagen, dass nichts passiert. Es passiert sogar einziges (und, wie üblich, wird der Plot gerade zum Ende hin wesentlich actionreicher), aber im Vergleich zu A Darker Shade of Magic ist A Gathering of Shadows noch einmal um einiges... gemütlicher.
Aber das macht überhaupt nichts.
Von Kell habe ich bereits in meiner letzten Rezension geschwärmt. In A Gathering of Shadows wuchs er mir noch mehr ans Herz: Nach den Ereignissen des ersten Bandes fühlt er sich mehr denn je wie ein Untertan denn ein wirkliches Mitglied der Königsfamilie. Rund um die Uhr wird er von Wachen begleitet, die sichergehen sollen, dass er nicht in eine andere Welt reist oder generell den Palast verlässt - alles "zum Schutze Rhys". Er muss quasi die Konsequenzen dafür tragen, dass er seinen Bruder gerettet hat - und langsam aber sicher frisst es ihn auf.
Allein aufgrund dessen tat er mir einfach unglaublich leid. Die Zerrissenheit, die auf diese Umstände folgte, war jedoch noch schlimmer. Eine Zerrissenheit, die eine ganz andere Seite Kells ans Tageslicht bringt - einen zweifelnden Kell, der mehr und mehr den Wunsch verspürt, seiner eigenen Familie zu entfliehen, dessen geliebtes rotes London nicht mehr (nur) ein Heimatgefühl vermittelt.
Wie man schon zwischen den Zeilen herauslesen konnte, wird auch Rhy viel präsenter. Rhy war eigentlich mein Highlight des Buches - in der Rezension zu A Darker Shade of Magic wünschte ich mir noch, mehr von ihm zu lesen, und in A Gathering of Shadows bekam ich diesen Wunsch vollkommen erfüllt. Endlich erhielt ich einen Einblick in Rhys Kopf und liebte ihn zugleich nur noch mehr. Sein Humor und damit verbunden die Beziehung zu Kell lockerten die düstere Atmosphäre einerseits auf, andererseits brachte es mich dazu, die beiden Brüder weiter ins Herz zu schließen.
Und Lila... selbst Lila, der ich im ersten Band noch eher zögerlich gegenüberstand, hat mich jetzt endlich vollkommen überzeugt. Auch sie hat sich weiterentwickelt, und erstmalig können wir eine andere Seite von ihr erahnen... einen Teil von ihr, der nicht konstant Leute wegstößt und flüchten möchte. Allein die "Beziehung" zu Alucard Emery, einem weiteren genialen Nebencharakter (und der Kapitän des Schiffes, auf dem sie die vier Monate verbrachte), ist unglaublich spannend gestaltet und schreit nach MEHR.
Wie ihr seht, ist die Rezension wieder einmal sehr auf die Charaktere fokussiert - aber alles andere würde dem Buch nicht gerecht werden. Ich habe es bereits gesagt: Der Fokus liegt eben auf den Charakteren. Sie sind unglaublich essentiell für die Geschichte!
Aber auch der Weltenbau bedruckt wieder einmal. In A Gathering of Shadows gewährt Schwab uns einen detaillierten Einblick in das Schloss und vor allem auch ins weiße London... wo uns mehr Überraschungen erwarten, ein größerer Plottwist lauerte schon in den ersten Seiten des Buches. Ebenfalls flocht Schwab neue Aspekte über die Magie an sich ein, was vor allem das Turnier sehr spannend machte.
Ich habe es schon mehrmals gesagt, und betone es gerne noch einmal: A Gathering of Shadows ist kein Buch, in dem die Dinge Schlag auf Schlag passieren - aber sie passieren, und mit einer emotionalen Wucht, die kaum vorzustellen ist. Ihr kennt das Prinzip aber schon von A Darker Shade of Magic, also bin ich mir sicher, dass euch der Folgeband (mindestens) genauso gut gefallen wird.
Zuletzt bleibt nur noch die Frage, wie zur Hölle das alles ausgehen soll... das ist mir ein absolutes Rätsel, denn A Gathering of Shadows endet an einem Punkt, an welchem so ziemlich alles passieren könnte.
Aber egal, wie sie sich entschieden hat - in ein paar Monaten zur Erscheinung des finalen Bandes, A Conjuring of Light, wird Schwab uns definitiv ein weiteres Mal das Herz brechen.

Fazit
A Gathering of Shadows steht seinem Vorgänger in nichts nach. Im Gegenteil sogar: V.E. Schwab baut noch mehr Magie, mehr Charakterstärke, mehr Weltenbau in die Geschichte ein und macht somit auch diesen Band zu einem absoluten Meisterwerk.


Titel: A Gathering of Shadows
Taschenbuch: 508 Seiten
Verlag: Titan Books
Reihe: 2/3
Preis: ca. 8,99€
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